Was ist ein View? Was ist Reichweite? Und was ist aus der Everything-App geworden? Was für Deals macht Meta mit sanktionierten Unternehmen? Und was wollte JD Vance auf Bluesky? Wir machen ein bisschen Rundumschlag.
➡️ What to Fix-Recherche zu Meta: https://www.whattofix.tech/publications/bankrolling-sanctioned-entities/
Kapitelmarken
KI-generiert:
Chapters
00:00 Hallo Torsten!
02:51 Facebook macht in Reels
11:41 Metas schmutzige Deals
19:54 Instagram sperrt politische Aktuere
27:23 Bluesky sperrt JD Vance
39:03 Neues von der Everything-App
47:05 Mastodon und die digitale Hall of Fame
50:55 Kritik an Mastodons Nutzungsbedingungen
55:56 Gossip-Runde mit Pavel Durov
Transkript
Automatisch erstellt, kann Fehler enthalten. Zeitmarken springen im Player an die Stelle.
00:01 Intro
Hakendran, das Social Media Update der CT.
00:06 Gavin Karlmeier
Hallo Thorsten. Hi Gavin. Bei mir ist heute Thorsten Beek, Chefredakteur Heise Medien und Chefredakteur Hakendran. Der Chef ist im Haus, wir müssen uns benehmen. Wie ist die Stimmung?
00:17 Torsten Beeck
Die Stimmung ist ganz hervorragend. Nachdem das Wetter sonnig war am Wochenende, ist es jetzt merklich abgekühlt, was ich sehr begrüße, wenn ich ins Büro muss.
00:26 Gavin Karlmeier
Ich habe in der letzten Folge gesagt, von mir gibt es keine Hot Takes, dafür ist das Wetter zuständig. Da war ich sehr stolz drauf, dass mir das eingefallen ist. Spitzenwitz, habe ich gehört. Top, ne? Oh, freut mich. Wir haben heute für alle was dabei. Wir haben ein bisschen EU dabei, wir haben ein bisschen X dabei, wir haben Mastodon dabei. Und wir fangen aber an mit einer, ich glaube, willkommenen thematischen Einführung für alle Social Media ManagerInnen, die noch auf Reichweite schielen. Und zwar fangen wir an mit Facebook.
00:55 Torsten Beeck
Wann hast du dich das letzte Mal bei Facebook eingeloggt? Ah, ich bin da noch immer mal gelegentlich und guck mal, was da so los ist.
01:01 Gavin Karlmeier
Ich bin ein Daily User, Daily Active User bei Facebook.
01:04 Torsten Beeck
Ich habe tatsächlich heute mich eingeloggt und eine Fotoerinnerung Von einem Foto, das vor neun Jahren entstand, habe das Foto heruntergeladen und es an meine Töchter geschickt. Und dann gelöscht, wahrscheinlich bei Facebook.
01:18 Gavin Karlmeier
Nee, das ist schon irgendwie auf einigermaßen privat gestellt inzwischen Okay, schade. Sonst hätte ich mir das jetzt gleich angeguckt und hier in die Folge eingefügt.
01:27 Torsten Beeck
Ja, das ist so mit Gesichtern meiner Töchter und so. Da bin ich mir zu öffentlich hier mit dir.
01:34 Gavin Karlmeier
Ja, das kann ich verstehen. Das würde ich auch nicht mit mir teilen oder mit anderen Menschen. Ich würde es auch nicht posten. Naja, dazu später mehr. Es waren andere Zeiten. Ja, das ist wahr. Ähm das interessante ist, Facebook hat ja angekündigt, da haben wir hier am Montag schon drüber gesprochen und auch schon im Februar drüber gesprochen, dass Live-Videos, die älter als 90 Tage sind, gelöscht werden. So viel ist bekannt. Letzte Erinnerung, ihr müsst es jetzt herunterladen, wenn ihr die noch als Archiv. haben wollt. Aber für die, die in den letzten Monaten mit Facebook arbeiten als Social Media ManagerInnen, PublisherInnen, CreatorInnen, die werden festgestellt haben. Dass du zwar bei Facebook Reals hochladen kannst, das ist aber de facto in der Ausspielung algorithmischer Natur bei Videos bis zu 90 Sekunden, die hochkant angelegt sind, keinen Unterschied macht, ob man sie als Videos oder Reels hochlädt, bis auf ein Bis auf einen Unterschied, nämlich, dass du bei den als Videos hochgeladenen Videos, die diese Regeln erfüllen, im Business Manager deutlich mehr Insights bekommen hast als bei Reels. Das war der einzige Unterschied. So, Facebook hat das offenbar auch bemerkt und hat sich gedacht, nee, nee, das war so nicht gedacht hat auf jeden Fall jetzt angekündigt, dass alle Video-Uploads jetzt Reals sein werden. Also alle Videos, die du hochlädst, gelten als Reals. Der Video-Tab auf Facebook heißt ab sofort Reals. Und das bedeutet zum Beispiel aber auch, dass alle Videos, also alle Videoaufrufe schon ab einer Sekunde bei Facebook gewertet werden, ab jetzt, was natürlich zahnkosmetischer Natur ist, aber auch ein bisschen das grundsätzliche Verständnis. von dem eigenen Videoreiter und der eigenen Videofunktion auf Facebook möglicherweise verändern wird.
03:10 Torsten Beeck
Ja, also für alle, die sich mit Video professionell auf der Plattform beschäftigen, sind halt diese Ein-Sekunden-Views irgendwie eine einigermaßen wertlose Auswertung, finde ich. Also ich kann mit Ein-Sekunden-Views im Grunde genommen gar nichts anfangen. Das sagt mir Das sagt mir nur, jemand ist quasi mit dem Video in Kontakt gekommen. Also dieses, ich habe es einmal berührt, jetzt gehört es mir. Mehr ist das aber auch nicht. Also, das ist irgendwie ne, das ist für die für die für die Auswertung. Ich glaube, bei YouTube sind es immer noch 30 Sekunden. Aber nur bei den Videos. Ja, über den Shorts natürlich nicht, okay, aber es ist natürlich auch bei einem 30-Sekunden-Video ergibt das dann vielleicht auch nicht so viel Sinn, aber ein 30-Sekunden-View heißt halt zumindest irgendwie, jemand hat sich ein bisschen mit dem Inhalt beschäftigt und hat dann sich vielleicht entschieden, es nicht weiterzugucken, was okay ist, aber dann habe ich zumindest irgendwie ein Signal, dass das nicht nur durch Zufälligkeit entstanden ist. Das finde ich schon bei den Ein Sekunden-Views, die es ja auch irgendwie bei TikTok und allen anderen Plattformen gibt. Die sind, finde ich, für die Metriken, die sind nett für die Metriken der Plattform, die sind für denjenigen, der es benutzt, einigermaßen unaussagekräftig.
04:23 Gavin Karlmeier
Ja, meine große Emotion, die ich dazu habe und die ich ja auch schon seit Also ich streue die hier immer mal wieder ein und ich habe die zum Jahreswechsel mal ganz groß als Vorhersage für das Jahr auch mitgebracht, dass dieser Reichweitenbegriff oder der Aufrufebegriff, der Impression-Begriff und womit die ganzen Plattformen alle so rumhantieren, dass die für die Menschen, damit arbeiten, immer weniger aussagekräftig werden. Also wie du schon gesagt hast, also bei Instagram ist eine Story View, ein Real-View, ein Fotoview eine Sekunde Zeit darauf verbracht, bei Snapchat auch, bei X auch, bei TikTok auch. Bei Facebook eben jetzt auch, die YouTube Shorts auch, bei LinkedIn braucht man zwei Sekunden immer hin, da lässt man sich doppelt so viel Zeit. Aber das sagt natürlich gar nichts mehr aus und vor allem, wenn du dann mit diesen Begriffen auch noch schwammig umgehst. Also bei X zum Beispiel werden die Videoaufrufe gar nicht mehr ausgewiesen, sondern du kriegst nur die Impressions auf dem Tweet, in dem ein Video implementiert ist. Das heißt, wenn mein Tweet 40 Mal gesehen wurde, aber immer von derselben Person oder auch immer nur im Vorbewischen, dann hat dieser Tweet 40 Impressions bekommen und der Und ich als Videourheber werde sagen, geil, ich hab 40 Aufrufe. Stimmt aber natürlich nicht. Stimmt aber woanders auch nicht, weil wenn bei TikTok mein Video 40 Mal vorbeigewischt wurde und nur also eine Sekunde Zeit damit verbracht wurde, dann sagt das nichts darüber aus, wie mein Video performt hat, sondern die eigentliche Aussagekraft ist ja wirklich nur, hat der Algorithmus verstanden, wem er dieses Video diesmal anbieten muss oder nicht? Mehr wissen wir, erfahren wir darüber gar nicht mehr.
05:48 Torsten Beeck
Aber das ist natürlich auch, dem werden Creator und auch Werbetreiben näher insofern schon eher gerecht, indem sie sich mehr darauf konzentrieren, was gibt es an Interaktionen, an den Videos. Und Werbetreibende sich viel mehr für Leads und Lead-Klicks am Ende interessieren. Und die reine Reichweite irgendwie so eine Metrik ist, die man sich noch nebenbei anguckt und die irgendwie nett ist. Aber die meisten wirklich wissen wollen, was kommt dann da für mich wirklich am Ende bei raus. Und auch, ich glaube, die meisten Creator sehen schon irgendwie ihre Interaktionsraten im Verhältnis zu ihrer zu ihrer Gesamtreichweite oder zu ihrer Followerzahl als relevanter als die Videoviews. Ich glaube, das ist so ein Das ist so ein bisschen Kosmetik und so ein bisschen ist auch schön fürs Gefühl, wenn man nur steht, 10. 000, 100. 000 Leute haben dein Video gesehen. Ich glaube, man muss irgendwie ein bisschen aufpassen. Man sieht es ja letztendlich auch an dem Video. Wenn du siehst, ein Video hat 1,4 Millionen Aufrufe und da sind drei Kommentare drunter. Dann kannst du dir einigermaßen sicher sein, dass das jetzt keine besonders intensive Beschäftigung ist. Also ne, die Interaktionsrate ist ja, das ist ja sogar eigentlich, also aus meiner Perspektive ist das sogar eher ein Minuskriterium, wenn du halt eine miese Interaktionsrate an der Stelle dann hast.
07:09 Gavin Karlmeier
Und da muss man aber auch dazu sagen, wenn ihr jetzt Bauchschmerzen bekommt, weil eure Reels jetzt vielleicht dreimal so viele Aufrufe haben, aber die Interaktionsrate nur noch 30% beträgt, dann muss das nicht heißen, dass weniger Leute, die zuvor euer Video gesehen haben als jetzt, damit interagieren, sondern der Wert, der ausgewiesen wird, ist einfach nur ein anderer und deswegen ist der Wert größer. Und wenn du willst, dass die Wippe auf der einen Seite runtergeht, kannst du links was drauflegen, kannst aber rechts auch was runternehmen. Und das passiert dann hier ja eigentlich, ne? Ja, genau. Cool. Kleiner Datenanalysten, wie sagt man Impuls an der Stelle?
07:45 Torsten Beeck
Ja, und am Ende ist es ja tatsächlich so, dass man vermutlich bei Meta insbesondere die Konkurrenz von TikTok im Blick hat und sich auch an diese Metriken einfach anpasst. Absolut. Weil das im Werbemarkt und im Creator-Markt einfach inzwischen ist halt TikTok da die führende Plattform.
08:03 Gavin Karlmeier
Und zwar wahrscheinlich auch vor allem deswegen, weil sie viel früher damit angefangen haben als die anderen, die Aufrufszahlen so, wie du sagst, kosmetisch schönzurechnen, indem sie sagen, nö nö, eine Sekunde reicht uns. Und damit die Creator ihn natürlich angelockt hat, weil das Versprechen ist natürlich, du hast viel, viel größere Aufrufzahlen.
08:18 Torsten Beeck
Ja, wobei da wurde ja schon immer mit, ich will nicht sagen, rumgetrickst, aber zumindest hat man schon immer versucht, auf allen Plattformen diese Zahlen möglichst kreativ hochzubekommen und hat noch nie gesagt, naja. Also man könnte ja zum Beispiel auch bei vermarkteten Videos sagen, es zählt nur jeder View, der bis zur Werbung gekommen ist. Oder so.
08:41 Gavin Karlmeier
Ich mag zum Beispiel, ja, total, aber ich mag zum Beispiel auch, dass bei YouTube ja ein wichtiger Wert für die algorithmische Ausspielung Wahrscheinlich ist, wie viele wiederkehrende Zuschauer es gibt. Also wie viele Leute, die dieses Video gesehen haben, haben schon mal ein anderes Video von dir gesehen. Was eine der super Ideen ist, um Bots einfach komplett fernzuhalten von deinem von deinem Account und damit auch die Leute nicht zu animieren, sich ihre Aufrufzahlen einfach schön klicken zu lassen. Das stimmt. Ja, es könnte so einfach sein, aber am Ende ist die Kosmetik immer wichtiger. Was du übrigens leider auch sehr häufig siehst, wenn dann. Wenn man dann so aus so Medienhäusern mitbekommt, dass man dann die Aufrufzahlen oder die Reichweiten von Instagram, Facebook und TikTok einfach addiert und sagt, also wir haben diesen Monat 160 Millionen Menschen erreicht, wo man sich überlegt, ich bin mir nicht ganz sicher, ob das so funktioniert.
09:31 Torsten Beeck
Das machen wir auch, kann ich gar nicht mal sagen. Aber wir sagen zumindest nicht, dass wir Menschen erreicht haben. Das ist so ein bisschen schwierig, ne? Du willst natürlich, also. Du vergleichst ganz unterschiedliche Arten von Interaktionen. Also wenn man aber versucht, mal so die Gesamtheit, also wir Wir erreichen rund 50 Millionen, wir haben rund 50 Millionen Kontakte im Monat. Und das sind natürlich ganz unterschiedliche Kontakte. Jemand, der sich einen Newsletter abonniert und den einmal bekommt, ist halt ein Kontakt. Wenn der aus dem Newsletter auf einen Link klickt und bei uns auf der Website landet, ist das ein zweiter Kontakt. Wir wissen, dass das natürlich keine saubere Herangehensweise, die Unique User messen kann. Aber du kannst zumindest irgendwie sehen Du musst musst ja irgendwie versuchen, deine eigenen Medien, die du unter Kontrolle hast und die du auch im Zweifelsfall, wo du verhältnismäßig gut messen kannst. Irgendwie eine Vergleichbarkeit zu kriegen zu den Plattformen und zu dem, was du außerhalb der eigenen der eigenen Sphäre sozusagen machst. Insofern, und das ist halt ein ganz schöner Wert für eine Präsentation. Und es ist irgendwie auch ganz schön, mal sich so diese Gesamtzahl anzugucken, weil lange haben Medien auch verpasst, diese auf diese Plattform zu gucken. Vielen Medien war lange gar nicht bewusst, was auf diesen Plattformen eigentlich passiert und wie viele Menschen sie da eigentlich erreichen und haben eher anders als die Plattformen, die die Zahlen hochgedreht haben. Eher so einen blinden Fleck da gehabt, weil man sich sehr stark auf PIs und Visits und IVW-Zahlen konzentriert hat und dabei komplett ignoriert hat, wie zum Beispiel, wie groß Facebook zum Beispiel vor 15 Dian war.
11:20 Gavin Karlmeier
Und wie groß übrigens immer noch ist. Aber absolut. Ja, ich finde, ich kämpfe so ein bisschen dafür, dass diese Schlacht um die größten Reichweiten und so, dass die eben so ein bisschen so einen Reality-Check erfährt, weil wenn du jetzt zum Beispiel. . Mal angenommen, du hast ein Live-Video-Format und du streamst sowohl bei Instagram als auch bei Twitch. Und dann schaust du dir einfach nur an, wie viele Aufrufe hat er es erzählt, dann wirst du bei Twitch wahrscheinlich ein 50stel deiner Aufrufe von Instagram gehabt. haben. Dafür hast du aber bei Twitch Leute erreicht, die vielleicht 90, 100 Minuten damit verbracht haben im Schnitt, die viel kommentiert haben, die eine echte Chatkultur aufbauen, die auch wiederkommen, die sich sehr treu deinem Kanal gegenüber zeigen und die du. zu naja, echt um Publikum zu einer Community machst, während bei Instagram Laufkundschaft ist, die dir einmal in die Kommentare kotzen und nie wiederkommen. So, und das ist ein Ist natürlich ein Problem, das da miteinander zu vergleichen, weil dann werden die Medienhäuser sich immer für Instagram entscheiden, weil sie sagen, ja, da haben wir ja viel mehr Leute erreicht. Aber die Wertigkeit zwischen zum Beispiel einem Podcast-Hörer oder einer Podcasthörerin und einem TikTok-Aufruf lässt sich eigentlich nicht vergleichen.
12:23 Torsten Beeck
Nein, natürlich nicht. Und deshalb ist es natürlich, wir können das jetzt hier im Haken dran. Haken dran ist quasi ein Kontakt. Du hast die Folge runtergeladen in deinem Podcast-Player oder hörst du es irgendwie auf Spotify oder Apple Podcasts oder wo auch immer. Und das ist halt ein Kontakt. Aber wenn du eine Stunde deiner Zeit investierst, um uns zuzuhören, ist das natürlich ein viel wertvoller, Kontakt, als wenn jemand irgendwie auf irgendeinen Post bei Instagram stößt. Das ist ja logisch. Das ist trotzdem man muss sich natürlich die einzelnen Kanäle angucken. Und ich glaube, dass alle, die sich in Medienhäusern nicht nur mit so der mit ein bisschen hübschen Slides beschäftigen, sondern auch ein bisschen tiefer da reingucken, wissen das auch und machen das auch. Also du kannst natürlich nicht deine Facebook-Views oder deine Instagram-Video-Aufrufe oder Reel-Aufrufe vergleichen mit Weiß ich nicht, Abos. Nee, voll.
13:27 Gavin Karlmeier
Quatsch. Und das Ärgerliche ist aber, also jetzt seid ihr ja ein Haus, in dem offensichtlich jemand in der Chefetage sitzt, der das versteht. Es gibt über viele Häuser, in denen ist das eben nicht der Fall und das führt aber dazu, dass man genau diese Reichweitenschlacht, die auch nach unten weitergibt. Also Leute dann anfangen Ihre Vorgesetzten sozusagen selber auch noch zu bescheißen, weil die wissen ja, die Vorgesetzten erwarten, aber einfach nur hohe Zahlen kostet es was wolle, oder Wurscht, wie wertvoll diese Kontakte sind. Und das ist ein, das ärgert mich wahnsinnig.
13:52 Torsten Beeck
Ja, verstehe ich. Das ist aber auch, das hat man ja vor, also so 2010, als als man irgendwie angefangen hat, Facebook mal tatsächlich irgendwie professioneller anzugehen, da war es ja auch ein Riesending, Follower auf Facebook zu bekommen.
14:07 Gavin Karlmeier
So was haben die Leute gemacht, die haben halt irgendwie iPads verlost.
14:10 Torsten Beeck
Dann hat man irgendwie in kürzester Zeit zu einem Thema X ein iPad dazugepackt. Und dann hatte man auf einmal 100. 000 Fans auf Facebook mehr. Diese 100. 000 Fans waren das größte Gift, das man haben konnte. Die haben sich nämlich nicht für deine Marke oder für deine Inhalte interessiert, sondern die haben sich dafür interessiert, ein iPad zu gewinnen. Und die haben einige einige Seiten schleppen die bis heute hinterher, nämlich einen Haufen äh nicht interaktiver Fans. einen Haufen von Menschen, die sich nie für die Marke oder für die Seite in irgendeiner Weise interessiert haben, sondern die nur vor langer, langer Zeit mal dachten, ja geil, da kann man ein iPad gewinnen. Und das Das das ist natürlich ein Riesenproblem, vor allen Dingen immer dann, wenn du versuchst so das System zu gamen und irgendwie künstlich Zahlen aufzublasen. In den meisten Fällen hat das langfristig eher nicht so gute Ergebnisse.
15:07 Gavin Karlmeier
Und so ist das wohl. Ähm, du hast eben gesagt, jetzt gibt es ja auch CreatorInnen, die davon leben und die auch von diesen Zahlen leben und denen wichtig ist, wie diese Zahlen sind. Und ein Geschäftsmodell neben Werbung und Placements ist auch das Revenue-Share-Programm von Social Media Plattformen. Also wenn ich jetzt zum Beispiel bei X mich dazu anmelde, weil ich irgendwie spinne, dann kriege ich Gelder für die Werbung, die unter diesen Inhalten angezeigt wird, zumindest anteilig. So, MetaArtys Programm natürlich auch und hat eben bei Facebook so ein Revenue-Share-Programm für CreatorInnen, die dort Videos veröffentlichen. Es gibt eine extrem interessante Recherche von whattofix. tech. Wir packen die in die Shownotes, weil die ist sehr, sehr umfangreich. Ich kann die nicht komplett zusammenfassen hier. wirklich sehr lang, aber super lesenswert. Die haben nämlich sich angeschaut, weil es eben öffentlich gemacht werden muss von Meta, wer eben an diesem Programm teilnimmt und auch von diesen Zahlen partizipiert, dass da offenbar einige Seiten dazugehören, die auch bis teilweise in den Juni 2025, also bis jetzt nach wie vor aktiv sind, die aber von der EU eigentlich sanktioniert sind, weil sie zum Beispiel mit russischen Propagandaseiten zusammenarbeiten, wie zum Beispiel RT oder Sputnik. Also es gibt eben Seiten wie RT Arabic, das Russia Today Arabic, die werden bis Juni 2025 weiterhin gelistet von Facebook, dass sie eben Anteile von Werbung bekommen. Dazu gehören aber auch so Namen wie Polina Gagarina. Das ist eine Sängerin, eine russische Sängerin, die auch EU-Sanktionen unterliegt. Also deswegen hier gar nicht, von hier aus gar keine Gelder ab. abbekommen sollte. Also es gibt, die Liste ist wahnsinnig lang und das Kernproblem wird aber, glaube ich, relativ schnell offensichtlich, dass es eben in diesem Revenue-Sharing-Programm Menschen gibt. die damit Geschäftspartnerschaften mit Meta eingehen, mit denen Meta aber keine Geschäftspartnerschaften eingehen darf. Finde ich eine wahnsinnig interessante Recherche.
17:06 Torsten Beeck
Ja, ich also für mich sieht es eher nach komplettem Unvermögen und fehlenden fehlenden Mechanismen aus, tatsächlich. Also ich glaube, glaube nicht. Aber das ist auch ein bisschen so meine Privatmeinung, aber die daraus resultiert, dass ich da ja auch mal gearbeitet habe. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass man das bewusst in Kauf nimmt, sondern es ist eher eine Folge von. Mangelnden Kontrollmechanismen, im Zweifelsfall auch Personalmangel, dass solche Dinge einfach durchgehen. Ich will das damit gar nicht in Schutz nehmen. Also am Ende ist es ein Riesenproblem, wenn selbst Meta die Sanktionen der EU nicht umsetzt, dann hat Europa nicht ein Durchsetzungsproblem, sondern auch tatsächlich ein Sanktionsproblem, und das ist ja auch rechtlich relevant. Also das in gar keinem Fall sollte das so passieren. Aber diese Opt-in-Monetarisierungsprogramme laufen damit irgendwie offensichtlich ohne eine wirksame Kontrolle, wer denn da monetarisiert wird. Und das ist das ist ein Skandal, und das ist auch erschreckend, dass das nicht irgendwo in irgendwelchen Kontrollfiltern in irgendeiner Weise auffällt und dann abgestellt wird, sondern dass man dann irgendwie Auf Recherchen angewiesen ist, um im Zweifelsfall diese Listen zu haben. Ich bin mir sicher, dass man sich diese Listen bei Meta genau anguckt.
18:33 Gavin Karlmeier
Ja, das hätte man gedacht, ne? Aber es gibt wohl auch Accounts wie Russian Today, zum Beispiel mit N, oder ein Facebook-Account, der zu Olga Skabeveya gehört. Das ist eine russische Also die Wikipedia nennt sie Journalistin, aber sie arbeitet eben beim Staatsfunk in Russland. Und die laden einfach Inhalte hoch, die auf russischen Staatssendern gelaufen sind. Und damit verstoßen sie eben nicht nur Meter, weil sie eben mit denen in diese Partnerschaften eingehen, gegen Sanktionen. Das Interessante ist auch, diese Accounts sind gar nicht verifiziert, das heißt eigentlich gar nicht klar, wer dahinter steckt. Und mehr noch, sie verstoßen damit auch gegen die in der EU als illegal eingestufte Verbreitung von Inhalten dieser Sender eben. Das heißt, sie dürfen diese Inhalte hier auch gar nicht reproduzieren lassen. Meta geht aber mit denen eben hier dieses Revenue-Sharing-Programm ein, haben sie nicht verifiziert, sind vielleicht auch wegen der kleinen Größe dieser Seiten möglicherweise gar nicht durch die Kontrollmechanismen gerutscht, haben aber gesagt, naja, aber Gelder können sie trotzdem bekommen. Das ist doch schon echt, also klar kann man das mit Unvermögen erklären, aber es ist ein Riesenproblem.
19:40 Torsten Beeck
Na, da greifen einfach die Kontrollmechanismen nicht. Also eins der Kontrollmechanismen oder es gibt diverse Kontrollmechanismen auf den auf den Seiten und ähm von Metaseite, die zum Beispiel sind da Inhalte hochgeladen worden, die irgendwie gewaltverherrlichen sind oder in irgendeiner Weise illegal sind, die gemeldet worden und so Wenn das dann nicht passiert ist, sondern das quasi nur in Anführungsstrichen Staatspropaganda ist, dann sind die einfach da durchs Raster gefallen. Und ja, am Ende sind dann die internen Prüfungssysteme da nicht ausreichend. Das wird da halt sehr, sehr augenscheinlich.
20:20 Gavin Karlmeier
Ja, ich hängt da mal eine andere Geschichte dran, denn Netzpolitik hat eine größere Recherche veröffentlicht, bei der es darum geht, dass zahlreiche Kreisverbände der Grünen Jugend, der Linken und der Partei der Humanisten bei Instagram gesperrt wurden. Ohne jeden Grund von Meta. Wir haben letzte Woche interessanterweise über die Sperrung der Facebook-Seite von Playboy Deutschland gesprochen, die einfach so mit ihren fast zwei Millionen AbonnentInnen einfach gesperrt wurden. Jetzt gibt es eben hier diese politische Geschichte, bei der eben die Kreisverbände aus Düsseldorf, Soling, Mönchengladbach, Bonn, Dortmund, Minden-Lübbecke, Coesfeld, Leer, Gotha, Meißen und so weiter und so weiter gesperrt wurden. Es gibt vermutlich verschiedene Erklärungsansätze, wie zum Beispiel Meldewellen von Rechten zum Beispiel. Aber trotzdem, Meta muss sich eigentlich dazu äußern, warum sie solche Seiten sperren und sollte einen. Fehlbeschluss hier vorliegen, müssen sie auch darauf reagieren, auf den Einspruch. Das passiert aber eben hier alles einfach nicht. Die Accounts werden einfach gesperrt, Meta reagiert auf diese Supportanfragen nicht. Das ist natürlich ein Riesenproblem, vor allem wenn es eben hier vor allen Parteien betrifft. die in einem anderen politischen Meinungsspektrum unterwegs sind als die Parteien, die möglicherweise Naja, anders argumentieren würden. Vorsichtig formuliert.
21:36 Torsten Beeck
Ja, also ich glaube, dieses Dieses Phänomen der Seitensperrung und der Nicht-Kommunikation, das hat Meta, glaube ich, nicht exklusiv. Ich glaube, das kann man bei allen Plattformen irgendwie finden. Das große Problem ist letzten Endes, dass die Meldeprozesse und die Überprüfungsprozesse nicht wirklich, also sie sind in keinster Weise transparent. Und sie sind auch, also so ein kleines, also ich sag mal zwei, drei Jahre Verwaltungsrecht studieren, wäre auf jeden Fall nicht verkehrt, um da durchzukommen. Weil man sich in komplett Kafka Ästen Meldewegen schnell wiederfindet. Wenn die eigene Seite in irgendeiner Weise sichtbarkeitsreduziert ist, erfährt man es nur schwer. wenn eine Seite gesperrt wird, hat man teilweise gar keine Möglichkeit mehr, sie zu melden, weil man gar nicht mehr, also man kann keine Links mehr kopieren, man kann auch auf die Inhalte, die möglicherweise gesperrt worden sind, ja nicht mehr zugreifen und all das. Also man Ich glaube, als Nutzer gibt es da sehr, sehr viele Möglichkeiten, komplett in den Wahnsinn getrieben zu werden und auch am Ende frustriert aufzugeben. In diesem Fall, dass das jetzt mehrere Grüne Jugendorganisation und ähm, Jugendorganisation der Linken irgendwie betrifft, hat sicherlich einen Geschmäckle, aber ich glaube, das Beispiel kannst du auch mit Hundesalons aufmachen oder mit also das ist tatsächlich Ich sehe den politischen Aspekt dabei gar nicht so stark. Das gibt es, glaube ich, in jeder Branche, in jedem Bereich werden Seiten einfach aus unterschiedlichsten Gründen gesperrt. Teilweise fehlerhaft, teilweise zu Recht, aber sich da durchzukämpfen als Nutzer ist ein sehr, sehr hartes Brot und Und der eine oder andere ist daran einfach auch gescheitert. Der hat dann irgendwie eine Standardmail zurückbekommen, da drin steht, wir haben die Entscheidung. Nochmal überprüft. Wir bleiben bei der Sperre. Tschüss, viel Glück. Und ja, und das ist es dann für die meisten. Und dann gibt es noch irgendwie Leute, die vielleicht da einen Shop betreiben oder so. die dann sogar einen Weg versuchen, über einen Anwalt oder so zu gehen und die dann teilweise nach Monaten oder Jahren. irgendwie was erreichen und dann ist aber auch deine Seite im Grunde genommen nichts mehr wert, weil wenn du dann mal ein Jahr Pause gemacht hast. Ist das für deinen Shop wahrscheinlich auch nicht so gesund gewesen?
24:03 Gavin Karlmeier
Ja, das ist so. Jürgen Behring von der Gesellschaft für Freiheitsrechte Der sagt Netzpolitik, wenn politische AkteurInnen die Stimme verwehrt wird, ohne dass klar ist warum und ohne dass es zu einer Korrektur kommt, kann das einen Einfluss auf politische Meinungsbildung haben. Und er sagt auch. Dass Greenpeace-Ortsverbände tatsächlich reihenweise Ähnliches erleben, und zwar immer mit derselben Begründung. . . Wir bezweifeln, dass ihr die Organisation tatsächlich vertretet. Ich finde das trotzdem insofern eine interessante Recherche, weil auf der einen Seite eine gewisse Sensibilität. gegenüber politischer politischen Parteien, glaube ich, bei Meta eigentlich vorliegen sollte. Vorsichtig formuliert. Auf der anderen Seite kannst du dir ja vorstellen, wenn VertreterInnen von politischen Parteien, die auch sonst eher zu den Lauten gehören, gesperrt würden, hätten wir darüber vermutlich auch oder davon auch erfahren. Und ich habe das Gefühl, das passiert deutlich weniger, obwohl ich mir vorstellen könnte, dass die Anzahl der Lautenpolitischer entgegen Gegner der AfD zum Beispiel jetzt nicht unbedingt eine kleinere Anzahl ist als der Grünen. Also ich bin mir nicht sicher, ob man das wirklich nur mit einer Meldewelle erklären kann oder möglicherweise auch mit einem, wir gucken da jetzt einfach mal nicht so genau hin. Also, ich will niemandem was unterstellen, ich finde nur diesen Zusammenhang tatsächlich auffällig.
25:18 Torsten Beeck
Ja, also eine reine Meldewelle löst keine Sperre von der Facebook-Seite aus. Also nur weil 10. 000 Leute die Seite melden, wird die Seite nicht zwangsläufig oder wird die nicht automatisch irgendwie gesperrt oder so.
25:32 Gavin Karlmeier
Insofern
25:34 Torsten Beeck
ist schwer einzuschätzen. Auch wenn man wenn man die Posts dazu sieht, kann man das vielleicht manchmal so ein bisschen einordnen, wo das herkommen könnte. Manchmal ist es auch einfach, es könnten auch könnte auch, ich sag mal, das, was man so als ungewöhnliches Verhalten bezeichnen würde, also zum Beispiel Admins, die sehr, sehr viele Seiten betreiben. weil es irgendwie irgendjemanden gibt, der so eine Art Super User ist für viele, also für solche Organisationen oder sowas. Nächstdestotrotz, wie auch immer, das zu dieser Sperre kommt, das eigentliche Problem ist aus meiner Perspektive nicht die Sperre, sondern die Tatsache, dass man nie, dass man In ein schwarzes Loch reinkommuniziert. Und wenn man überhaupt eine Antwort bekommt, in der Regel nicht wirklich irgendwie in Erfahrung bringt, was kann ich denn jetzt tun? um diese Berre aufzuheben oder wie kann ich mich gegebenenfalls auch dazu äußern? Ich erfahre in der Regel eben auch nicht detailliert, warum ich überhaupt gesperrt worden bin. Und das macht es für politische Akteure Tatsächlich problematisch. Aber ehrlich gesagt, auch wie gesagt, den Shop-Betreiber, der darüber sein Business macht, ist es existenzgefährdend.
26:48 Gavin Karlmeier
Absolut, ja. Ja, der geht dann jetzt zu TikTok-Shop halt. Da wird er nicht gesperrt. Da wird er gesperrt. Wer übrigens auch gesperrt wurde. war JD Vance auf Blue Sky. Und zwar war der irgendwas zwischen 12 und 17 Minuten online, wie es heißt. Und er hat einen Account erstellt und hat Als ersten Schritt einen Post veröffentlicht, auf dem er geschrieben hat, hallo Blueskeimer sagte mir, dass diese App zur Anlaufstelle für politische Diskussionen und Analysen mit gesundem Menschenverstand geworden ist. Ich bin begeistert, hier zu sein, um mich mit euch allen auszutauschen und hat dazu einen Screenshot gepostet, in dem es die Erklärung eines konservativen Richters, nämlich Clarence Thomas, gibt, der sich zu einer Entscheidung des Supreme Courts geäußert hat und nämlich dort über die Bestätigung von medizinischer oder gegenmedizinischer Behandlung von minderjährigen Transgendern. geäußert hat. Also er hat sozusagen direkt, er ist direkt mit der brennenden Fackel in den Heuhaufen gesprungen. Das führte dazu, dass er eben innerhalb von einer knappen Viertelstunde bei Blusker gesperrt wurde, aber nicht etwa wegen des Inhaltes, was er dort gepostet hat. sondern weil er, weil der Name JD Vance einer ist, der sehr häufig von Nachahmern eben genutzt wird und damit eben relativ schnell in solchen solchen Fallen irgendwie landet, die dann eben sofort gesperrt werden. Das hat Blusker, wie gesagt, nach wenigen Minuten, nach weiteren 17, 20 Minuten eben rückgängig gemacht und hat sich auch selber dazu geäußert und hat. gesagt, ja, das ist automatisch passiert. . Wir haben das als Nachahmungsversuch identifiziert, haben das Konto sofort wiederhergestellt, auch selber verifiziert, damit die Authentizität hier nachgewiesen werden kann. Und heißen den Vizepräsidenten willkommen, sich an der Konversation auf Blue Sky zu beteiligen, heißt aber auch, dass die ganze politische Rechte natürlich hier direkt erstmal einen Angriffspunkt für Blue Sky gesehen hat und schreibt hier in verschiedenen Postings von linker Zensur, na klar.
28:40 Torsten Beeck
Ja, das ist halt, das ist halt so ein bisschen das Grundproblem. Auf der einen Seite will man nicht, dass Accounts gesperrt werden und auf der anderen Seite will man auch nicht, dass Leute sich unter dem Namen JD Vance anmelden und irgendwelchen Quatsch da verbreiten. Das ist halt leider die Hybris, mit der wir leben müssen, ehrlich gesagt. dass wir zum einen Moderation und auch Sicherheitsmaßnahmen erwarten, wir natürlich aber auch kritisieren und zu Recht kritisieren, wenn diese Wenn diese Sicherheitsmaßnahmen falsch positive Treffer haben.
29:19 Gavin Karlmeier
Ja, ich finde ja, dass Blue Sky sich hier so ein bisschen so verhalten hat, wie man sich das eigentlich von der Social Media Plattform wünscht. Also dass sich nicht jeder einfach mit dem Namen JD Vance registrieren kann, ohne dass die Plattform relativ schnell identifiziert, das ist nicht der Echte. Bei X sähe das ja ehrlicherweise anders aus, wie wir wissen. Gleichzeitig ist es, finde ich. Ich bin natürlich nicht überrascht, dass JD Vance hier der Unkule in der Geschichte ist. Aber es ist auch so wahnsinnig absehbar, dass er das so zum Anlass nimmt, sich da sofort drüber zu mockieren. Und offenbar hat er ja die Sperrung auch so ein bisschen. erwartet, weil er sofort hier, wie gesagt, sofort Benzin übergossen Richtung Feuer gerannt ist und mal geguckt hat, was passiert.
30:01 Torsten Beeck
Ja, also ich finde auch, das ist eigentlich das. Das Verhalten, das man von der Plattform erwarten könnte, das ist eigentlich komplett vorbildlich. Es gibt irgendwie eine Sicherheitsmaßnahme, die sagt, JD Vance ist ein protected Name irgendwie und danach dann Kontakt mit diesem Account oder diesem Nutzer aufzunehmen, um die Echtheit zu verifizieren, ist ja eigentlich genau das. Was völlig okay ist. Dass das dann ausgenutzt wird und irgendwie nach Zensur geschrien wird, das ist ja auch ein das Das hat man ja in jeder Beziehung, insbesondere die politische Rechte in den USA ist ja nun wirklich auch sehr offen dafür, zum einen Meinungsfreiheit haben zu wollen, aber sobald jemand nicht ihre Meinung hat, geht es schnell in die andere Richtung. Da hat Elon Musk ja auch in den letzten Jahren ein paar glorreiche Beispiele für geliefert. Der sagt mir nichts. Ne, das ist so ein, der macht irgendwas mit Autos und Raketen. Also, da haben wir ja einiges zu erlebt. Also ganz banal hier der Der Plane Tracker, der Mask Chat gecheckt hat. Wo man ja auch sagen kann: das sind öffentliche Daten, das sind keine Geheimnisse. Aber auf einmal fühlte sich fühlte sich Elon Musk in seiner Privatsphäre beeinträchtigt. Wer hätte das gedacht? Also das sind ja so sind ja so Dinge, die erleben wir immer wieder. Ich finde, ja, und dass JD Vance da hingeht. um Randale zu machen. Ich glaube, das ist ja genau der Punkt, auf den man am Ende nicht reinfallen darf. Und zwar egal, aus welcher politischen Richtung das kommt. Wenn jemand auf eine Plattform geht, Und der erste Post ist im Grunde genommen etwas, wo du weißt, der brennt hier gleich den Laden ab. Da weiß ich auch gar nicht so sehr, ob ich, also ob ich da eine Meinung zu haben wollen würde, ob ich darauf antworten würden würde. Der geht da ja nicht hin, um eine Diskussion zu führen, sondern der geht da ja hin. Um Applaus von seinen Anhängern zu bekommen, wahnsinnig viel Interaktion von den Leuten zu bekommen, die gerade sagen: Hau ab von unserer Plattform, hier war es eigentlich nur so lange ganz gemütlich, bis du da warst. Der kriegt eine enorme Sichtbarkeit. Der Account wird innerhalb von Stunden auf mindestens sechsstellig sein. Und das ist genau das, man gibt ihm genau das, was er gerne haben möchte. Das ist ja genau dieser Mechanismus, den man auch mit einem knackigen Kommentar in der Tageszeitung hinkriegt.
32:28 Gavin Karlmeier
Übrigens muss ich kurz Fact-Checken. Das ist tatsächlich interessant. Also diese Der erste Post vom JD Vance Account, den wir eben angesprochen haben, der ist jetzt schon fünf Tage her, war am 18. Juni und er hat 13. 000 Follower. Oh, okay. Also das kann jetzt drei Aussagen haben. Die erste Aussage ist, Blueska ist halt wirklich wahnsinnig irrelevant. Die zweite Aussage ist, JD Vance findet da gar nicht sein Publikum. Die dritte Aussage habe ich, weiß ich nicht. Die eine dieser beiden.
32:58 Torsten Beeck
Ich glaube, eins und zwei sind richtig. Also Bluesguy ist einfach. klein und irrelevant und im Vergleich zu den zu den großen großen Plattformen einfach immer noch winzig. Und ja, wahrscheinlich findet er auch nicht sein Publikum. Und das ist auch nicht so, dass, also wenn man, wenn man sich schon bei X und Through Social angemeldet hat. weiß ich ja auch nicht, ob man noch so eine, und dann hat man noch so ein, also man will ja auch noch seine Erfolgsgeschichten bei LinkedIn posten, weiß ich auch nicht, ob man dann Blue Sky wirklich noch braucht.
33:34 Gavin Karlmeier
Apropos Truth Social. Truth Social war offline und zwar an dem Abend, am Samstagabend war es, als Donald Trump dort den Angriff oder die Bombardierung des Iran angekündigt hat und das dort gepostet hat. Offenbar haben die Server von Truth Social dem nicht standgehalten und waren einfach komplett nicht mehr erreichbar. Was so ein bisschen, ist fast eine kleine Meldung, ich wollte sie trotzdem der Vollständigkeit halber einmal mitbringen, weil das so ein bisschen auf den Dilettantismus, der hinter dieser Plattform steckt. zugrunde liegt, weil du ja schon erwarten könntest, und dafür muss es gar keine Lage geben, wie man in unserer Journalismus-Bubble sagt, da muss es gar keine Breaking News geben, um zu erwarten, dass wenn der US-Präsident eine Plattform hat, über die er selber kommuniziert, dass da möglicherweise auch Leute hingehen könnten und sich angucken, was da kommuniziert wird
34:25 Torsten Beeck
Ich muss zugeben, ich habe mich mit dieser Plattform nur sehr, sehr kurz, als das irgendwann mal an den Start ging, beschäftigt. Mein amateurhaftes Verständnis ist, dass eigentlich dann nur Donald Trump aktiv ist. Und man das quasi so als Pressemitteilungskanal nutzt. Insofern könnte ich mir auch vorstellen, dass das irgendwie auf so einem Raspi Home Server gehostet wird.
34:53 Gavin Karlmeier
Aber börsennotiertes Unternehmen dahinter. Die Trump Media Technology Group. Und die technische Infrastruktur, haben wir auch schon mal drüber gesprochen, ist eine isoliert betriebene Mastodon-Instanz, die einfach nur umgebaut wurde und überall die Hinweise von Mastodon auf Truth Social geändert wurden.
35:07 Torsten Beeck
Das finde ich, ja stimmt, ich erinnere mich daran. Ja, ja, das ist eigentlich sogar ganz smart, ehrlich gesagt.
35:14 Gavin Karlmeier
Ja, es verstößt auch gegen diverse Regeln, aber. Natürlich. Aber wer sind denn vier, dem US-Präsidenten Regeln vorzuschreiben?
35:23 Torsten Beeck
Donald Trump hält sich nicht an Regeln. Also das Finde ich skandalös. Das hätte ich nie gedacht von diesem Mann.
35:33 Gavin Karlmeier
So, mach weiter. Ja, du hast eben den schönen Satz gesagt, hau ab von dieser Plattform. Wer das sagt? Ich hau ab von dieser Plattform, ist der NDR, denn der verkündet den Exit, wie DWDL berichtet. Sie haben ihre Twitter und X-Accounts wie auch immer wir es nennen wollen, stillgelegt und verweisen dabei aber nicht etwa auf die Veränderung der Plattformen hinsichtlich der politischen Lage oder ihrem wie man in Medien häufig lesen kann, ihrem umstrittenen Besitzer, sondern tatsächlich wird hier auf die auf die Tatsache hingewiesen, wie egal EX eigentlich geworden ist. Sie beziehen sich nämlich auf die ADZF-Online-Studie, die sagen, nur 4% der Deutschen nutzen Ex noch täglich. Was sollen wir denn da eigentlich? Wir können auf anderen Plattformen mehr Relevanz und mehr Reichweite mit demselben Aufwand bekommen.
36:20 Torsten Beeck
Ja, und das stimmt vermutlich auch. Und ich glaube auch, man sollte nicht auf X aktiv sein. Völlig unabhängig, wie man die Plattform politisch einschätzt, wenn man einigermaßen sinnvoll seine Ressourcen einsetzen will. Sehr lange, ganz komplette Nische, dann mal so ein bisschen irgendwie durch letzten Endes dadurch, dass vor allen Dingen viele Journalisten und dann auch Politiker auf der Plattform waren, hat es so eine gewisse Relevanz zumindest in einer gewissen Zielgruppe bekommen, aber ist ja nie auch nur annähernd an Plattformen wie Instagram oder TikTok oder so rangekommen. Also auch das sind ja Welten. Also ich glaube, da ist selbst Snapchat deutlich relevanter für eine bestimmte Zielgruppe als Twitter. Und insofern, ich glaube, ja, für öffentlich-rechtliche Medien sind ja so politische Äußerungen Immer heikel, weil man sich ungern, also man will das, glaube ich, wollte das glaube ich sehr ungern politisch begründen. Und das kann ich gut nachvollziehen, aber es ist einfach auch wirklich keine relevante Plattform mehr. Ich wundere mich auch total darüber, dass dass noch so viele, also dass zum Beispiel auch Politiker da noch so aktiv sind. Es sind ja doch noch eine ganze Menge, die tatsächlich auch auf der Plattform sind.
37:48 Gavin Karlmeier
Ja, ich glaube, das spielt so ein bisschen eine Rolle, dass du damit eben vor allem im Ausland andere AmtsinhaberInnen erreichst und du sozusagen über einen relativ direkten Kommunikationsweg verfügst, der sonst eher über diplomatische Wege nur funktionieren würde.
38:02 Torsten Beeck
Ja, absolut. Du kriegst halt Sichtbarkeit, ganz klar. Und das ist auch die Zielgruppe sind in den allermeisten Fällen sicherlich auch nicht unbedingt deutsche, also nicht Wähler in Deutschland, absolut richtig. Aber Die Zeiten, in der das wirklich eine Kommunikationsplattform im Sinne von wirklichem Austausch mal war, und das war es ja zwischenzeitlich tatsächlich. Die sind einfach vorbei.
38:29 Gavin Karlmeier
Ja, und das sagt Linda Jakarino übrigens auch so ein bisschen, denn sie hat jetzt noch ein Update, äh, ein Interview geht. . gegeben, der Financial Times und hat dort ein Update darüber gegeben, wie es denn eigentlich auf dem Weg zur Super-App aussieht. Ich finde interessant, dass sie nicht von der Everything App spricht. sondern von der Super-App. Ich weiß nicht so genau, ob das jetzt hier eine neue Formulierung ist, die jetzt hier im Unternehmen irgendwie geprägt wurde, die sie mit irgendwelchen Kommunikationsberaterinnen entwickelt hat. Oder ob Linda der Grino, ob das so im Rahmen ihrer Möglichkeiten ist, dass sie einfach mal ein Interview gibt, wo sie mal ein bisschen erzählen darf, weil sie hat eh keine Entscheidungsgewalt offensichtlich. Oder vielleicht auch doch, wir wissen das ja nicht so ganz genau. Und Teil dieses Updates ist, dass sie sagt. Auf X wird ein Handels- und Finanzökosystem entstehen, das es heute so noch nicht gibt. Dazu gehört eine eigene Kredit- oder Debitkarte. Aber auch die Möglichkeit, Investitionen und Handel dort zu betreiben. Also dass du sozusagen, also sie schreibt, ob ich für die Pizza bezahle, die wir gestern Abend gegessen haben oder ob ich eine Investition oder einen Handel tätige. Das wird alles zu X kommen, die Möglichkeit, das gesamte Finanzleben auf der Plattform abzuwickeln.
39:38 Torsten Beeck
Das klingt spannend. Also, ähm, immerhin, also ich finde tatsächlich, Super App ist im Grunde genommen ja Ein schöner Euphemismus dafür zu sagen, wir fügen eine Bezahlfunktion erstmal hinzu. Musk hat ja immer irgendwann gesagt, X will be the Everything App. Also so vom Das gehörte ja gehörte ja schon zu der Erzählung dazu. Ich finde das spannend einfach. Also Das ist ja ein absolutes regulatorisches Minenfeld vom Allerfeinsten. Also von Geldwäsche über Lizenzierung, Verbraucherschutz. dann gibt es halt so ein krasses Vertrauensproblem auf einer Finanztransaktion auf einer tablettoxischen Plattform zu machen, Also dann kommt dazu, dass das große Vorbild ist ja so ein bisschen das, was wir im Westen kennen, als das chinesische Vorbild WeChat. Das ist natürlich was, was ganz stark gefördert wurde durch den chinesischen Staat. Ob also das wird es ja vermutlich für Ex nicht geben, vielleicht in den USA, aber da er sich irgendwie mit Trump jetzt auch irgendwie ein bisschen verschärzt hat. weiß ich jetzt auch nicht, ob das noch funktioniert. Und da kommt ja dann auch dazu, dass das so ein auch aus Regulierungssicht dann wieder so ein Machtkonzentrationsthema gibt, wo dann irgendwie Kommunikation, Finanzen Social Media Shopping gegebenenfalls irgendwie auf einer Plattform zusammen. Also da, da, da, das ist ein regulatorischer Albtraum, und eigentlich kann man sich fast nicht vorstellen, dass Musk das schaffen kann, was Tencent mit WeChat geschafft hat, nämlich tatsächlich so ein Ökosystem dazu schaffen. Das kann eigentlich nur passieren, wenn man, wenn die Regulatoren und wenn die Politik komplett pennen und die Nutzer Einfach vergessen, was für ein Typ Mask ist.
41:42 Gavin Karlmeier
Naja, und dafür sind sie aber auch 15 Jahre zu spät, weil es die Notwendigkeit auch gar nicht mehr gibt, weil wir haben Epstos. Hinzu kommt halt eben auch, dass sie schon sehr häufig, also A hat Elon Musk extrem viele Versprechen gegeben die er mal wieder nicht gehalten hat. Also diese Finanzfunktion, die Everything-App, die sollte eigentlich vor einem Jahr schon da sein. Dann wurde angekündigt, bis Ende 2024 wird es mit Sicherheit für jeden Bundesstaat die Finanztransaktion sodass man damit schon mal starten kann. Jetzt haben wir Juni 2020, es geht immer noch nicht, weil es aber eben in vielen Bundesstaaten diese Lizenz auch gar nicht gegeben hat. weil einer der zweitgrößte Investor nach Elon Musk in X ist die Kingdom Holding Company, die wiederum dem saudi-arabischen Prinz, wie heißt der, Al-Walid bin Talal gehört. Und der damit eben, und also die Regulationsbehörden selbst in den USA gesagt haben, ja, also wir müssen jetzt nicht unbedingt eine Bank in der Hand des saudi-arabischen Prinzen hier zulassen. Denen gehört übrigens auch, gehören auch Anteile von XAI, dem neuen Besitzerunternehmen hinter X. Also das sind sie nicht so richtig los. Dieses Versprechen, also dass diese. . diese Investitionen da jetzt bald kommen, können ja nur auf der Annahme liegen, dass Donald Trump irgendwie diese Regulationen durchwinken, diese Lizenzen durchwinken. Aber es gibt bislang keinen Hinweis darauf, dass er das tun könnte. Und wie gesagt, es gab Hinweise darauf, dass sie diese Lizenz auch niemals kriegen. Also I don't know.
43:07 Torsten Beeck
Ja, also Trump, Musk verkauft auch weiterhin Full-Self-Driving-Funktionen, wenn man einen Tesla kauft. Und man kann sich eigentlich einigermaßen sicher sein, dass das in Europa niemals passieren wird. Also insofern, der ist einfach auch ganz gut im Marketing. Ich also nach den letzten Wochen und dem Verhältnis zwischen ihm und Trump ist ja eigentlich noch nicht mal zu erwarten, dass es da irgendwie eine freundliche Geste des US-Präsidenten ist. Gibt. Keine Ahnung, vielleicht kann man das mit Geld lösen. Ja, ich also, also ich kann es mir auf ganz vielen Ebenen nicht vorstellen, dass das, also zumindest in Europa Erfolgreich wird, kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Du hast natürlich vollkommen recht. Der Erfolg dieses Ökosystems WeChat resultiert natürlich auch aus der Historie heraus. dass man halt eben einfach sehr, sehr viel darunter vereint hat, was wir inzwischen einfach, was in ganz andere Ökosysteme gewandert ist. Und dass das reine Bezahlen eigentlich nur so ein Enabling ist für die ganzen Dienste, die man dann da irgendwie drin haben könnte. Und ehrlich gesagt, jetzt die Vorstellung dass Shops oder weiß ich nicht, also zum Beispiel in Indien ist es zum Beispiel extrem üblich, dass dein Arzt, dass du deinen Arzttermin über WhatsApp buchst und dass, wenn da ein Röntgenbild von dir gemacht wird, kriegst du es auch bei WhatsApp zurückgeschickt. Das ist ja auch so ein bisschen kulturell bedingt, aber dass das in X stattfindet, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.
44:52 Gavin Karlmeier
Es kommt so ein bisschen darauf an, ob du jetzt dazu gezwungen bist, deine Steuererklärung über X einzureichen und zu bezahlen.
44:58 Torsten Beeck
Ja, aber da hätte hätte Musk sich vermutlich ein bisschen freundlicher gegenüber Trump nehmen müssen. Also ehrlich gesagt, man hätte das nicht ausschließen können. Also so eine extrem tolle Sparmaßnahme Elster, Elster für X.
45:17 Gavin Karlmeier
Extra. Extra. Linda Carino hat im Interview übrigens auch die Berichte des Wall Street Journal, über die wir hier letzte Woche gesprochen haben, zurückgewiesen, in dem das Wall Street Journal. . darüber gesprochen hat, dass diese erpresserischen Methoden, die Ex anwendet, Marken dazu zwängen, auf Ex zu werben, darunter Verizon und Ralph Lauren. Sie sagt, das sind ungenannte Quellen, zufällige Kommentare von Dritten, das ist nur Hörensagen. Sie hat damit nicht direkt gesagt, dass es nicht stimmt, sondern sie hat nur gesagt, die Quellen sind nicht valide. So, das muss man auch dazu sagen, sie sagt aber auch im selben Atemzug, dass 96% der Werbekunden, die das Unternehmen, die auf X. . vor der Übernahme durch Maske geworben haben, wieder zurückgekehrt sein und dass sie davon ausgeht, dass das Werbeniveau von 2022 sehr bald wieder erreicht würde. Wir können es nicht überprüfen, wir können nur wiedergehen, was sie sagt.
46:13 Torsten Beeck
Ja, man kann es nicht überprüfen, wenn es stimmt, ist es ein ziemliches Trauerspiel.
46:19 Gavin Karlmeier
Ja, das gilt übrigens ganz oft für solche Aussagen, über die wir hier sprechen. Naja, naja, naja. Ansonsten müssen wir noch kurz über Mastodon sprechen. Masterground wurde jetzt in die digitale Hall of Fame der Nachhaltigkeit aufgenommen und gilt damit jetzt als digitales öffentliches Gut.
46:39 Torsten Beeck
Das ist eine das ist schön und das zeigt auch, dass es Menschen gibt, die sich dafür inklusive, unabhängige technische Möglichkeiten engagieren. Ich glaube, da sind ja auch solche Plattformen wie die Wikipedia oder die OpenStreetMap irgendwie mit ausgezeichnet worden in irgendeiner Form. Und ich finde, das ist wirklich eine schöne Entwicklung.
47:08 Gavin Karlmeier
Genau, und LibreOffice ist da ja zum Beispiel auch mit dabei.
47:12 Torsten Beeck
Und das hilft natürlich auch Menschen, solche Projekte zu finden und Sichtbarkeit für solche Projekte zu schaffen. Insofern Ist das schon etwas, was relevanzsteigernd ist und auch eine Form von Auszeichnung ist und auch zeigt, dass es da eine aktive Community gibt, auch wenn das trotzdem Die Nische ist, aber wir sehen zum Beispiel auch auf Mastodon einfach eine echt eine engagierte und aktive Community.
47:38 Gavin Karlmeier
Und ich will noch einmal kurz was dazu sagen, weil mir immer wieder, also es gibt eine relativ rege Diskussionskultur im Fediverse im Gesamten und ich genieße das. Häufig sehr. Es gibt aber auch Leute, die dort uns zum Beispiel vorwerfen würden. Entweder das Fiddiverse nicht verstehen oder zu wenig oder schlecht darüber berichten oder einseitig zu sehr pro Mastodon berichten. Also es gibt jede Form dieser Kritik. Aber interessant ist eben die Kritikfarbe und die würde ich gerne mal kurz hier Adressieren direkt, wo wir schon dabei sind, dass wir uns zwar pro Mastodon, aber gegen das Fediverse stellen und einseitig darüber sprechen. Ich glaube, das ist mitnichten der Fall, aber die Idee des Fediverse. ist es ja auch, dass du über einen Weg dich mit Menschen darüber auch dezentral vernetzt, egal ob du dort Text verbreiten möchtest oder Videos oder was auch immer, um eben nicht nur einfach ein Example zu statuieren, sondern auch, um Menschen mit Menschen in Kontakt zu treten. Und der Grund, warum wir so viel dann eben von all diesen Fittiverse-Angeboten hier über Mastodon sprechen oder auch über PeerTube ja jetzt neuerdings, weil wir auch da unsere Videos hochladen. ist ja, weil wir glauben, dass das eine Art der Vernetzung sein kann, die für viele Menschen, die uns hören, genau die richtige Gegenantwort ging. naja, wirtschaftlich orientierte Unternehmen sein könnte. Muss es aber nicht sein. Trotzdem haben wir so ein bisschen ja als Ziel, über die Plattform zu sprechen, die eben auch von einer gewissen kritischen Masse von Menschen genutzt wird, weil das so ein bisschen ist, wo wir hier herkommen. Wir sind ja nicht grundsätzlich der der geile, geile, wie soll ich sagen, wir sind nicht die Knopfhoff-Show fürs Fiddiverse, sondern wir sind eben durchaus ein Podcast, in dem wir über Alternativen für Medien machen, das zum Beispiel sprechen, oder JournalistInnen oder CreatorInnen oder was auch immer. Das wollte ich einmal ganz kurz direkt an der Stelle noch dazu schmeißen.
49:28 Torsten Beeck
Ja, ich glaube, Mastodon ist tatsächlich auch als Begriff erstmal verständlicher und greifbarer. So ein bisschen so wird wie WhatsApp für Messaging, so, Fedyverse ist auch einfach noch erklärungsbedürftig. Und vielleicht ist Mastodon so ein bisschen sowas wie Wie WordPress für Blogging, also so der ein starker wichtiger Dienst, aber eben nicht das ganze Ökosystem. Und trotzdem hat man da mehr drüber geredet in der Zeit, in der das aufgekommen ist, als über andere Alternativen, die es trotzdem gab und andere relevante Dienste, du hast es gerade schon gesagt: Pixelfett, PeerTube. Wie heißt dieser Audiodienst? Funk Whale, also es gibt ja eine ganze Menge Dienste, die darauf aufsetzen und die alle das Activity-Protokoll Nutzen. Und wenn man über Mastodon redet, redet man halt eben über eine Anwendung, die plastisch darstellt, worum es da geht, und nicht über das Protokoll oder das ganze Netz. Ja, das stimmt. Aber ich glaube, das ist auch, das muss man uns auch ehrlich gesagt in der Medienlogik manchmal ein bisschen nachsehen, weil es sonst wird es sehr, sehr schnell auch einfach kleinteilig. Aber, das muss man tatsächlich auch sagen, das stimmt schon. Die Kritik müssen wir uns zumindest, also zumindest müssen wir das zur Kenntnis nehmen, weil natürlich schaffen wir wieder so ein bisschen. Sprachliche Zentralisierung, wo wir eigentlich Dezentralität gut finden.
51:00 Gavin Karlmeier
Ja, und wir finden das ja auch gut.
51:02 Torsten Beeck
Und wir finden das ja auch gut, wenn Menschen Alternativen haben. Da geht es ja gar nicht darum, dass das eine besser ist als das andere, sondern wir finden das ja gut, wenn Menschen Auswahl haben, wenn Menschen Plattformen finden, die sie nutzen können, ohne kommerzielle Interessen und all das. Also insofern, ich finde, das ist ein bisschen Also das sollte man versuchen, uns nicht vorzuwerfen, weil ehrlich gesagt wir ein großes Interesse daran haben, dass all diese Angebote auch Sichtbarkeit bekommen.
51:35 Gavin Karlmeier
Ja. Mein erstes Blog habe ich übrigens mit Sarandy Pity betrieben.
51:42 Torsten Beeck
Okay, das witzigerweise mir sagt das was. Aber ja, ja, wie auch immer. Ich weiß gar nicht mehr, was ich glaube, ich war bestimmt irgendwie was. Das erste, was ich irgendwie gemacht habe, war glaube ich Blockspot. Oh, auch gut.
51:59 Gavin Karlmeier
Das allererste, was ich gemacht habe, war wahrscheinlich Geo Cities.
52:02 Torsten Beeck
Ja, beziehungsweise ich hatte eine eigene Domain, die hieß so wie die Straße, in der ich wohnte. Deshalb hatte ich Thorsten Ed Meine Straße. de als E-Mail-Adresse. Das fand ich damals ziemlich klug. Das ist klug. Du durftest halt leider nicht umziehen. Das habe ich dann gemacht und damit wurde das dann auch hinfällig.
52:24 Gavin Karlmeier
Es gibt übrigens einen anderen Vorwurf, auch noch den sich Mastodon anziehen muss. Wir haben ja über die veränderten. die veränderten Nutzungsbedingungen der großen Instanz Mastodon. social gesprochen. Wir haben das mit Dennis sehr, sehr klein auch auseinandergenommen. Und es gibt aber einen Punkt, über den wir nicht so genau gesprochen haben, der aber dem Blogger Cory Doktorov aufgefallen ist, der übrigens auch der Urheber des Begriffs Enchitification ist. Also jemand. Auf den wir hören sollten. Und der sagt, er war gobsmäcked.
52:53 Torsten Beeck
Das Wort habe ich übrigens, das habe ich tatsächlich gerade nachgeschlagen, dieses Wort, weil das habe ich wirklich in meinem ganzen Leben noch nicht gehört.
53:00 Gavin Karlmeier
Und was hast du gefunden als Antwort?
53:04 Torsten Beeck
Ich habe schon wieder vergessen, aber man, also ähm, was ist das?
53:07 Gavin Karlmeier
Utterly astonished, findest du.
53:10 Torsten Beeck
Genau, also völlig baff.
53:16 Gavin Karlmeier
Er war Gobsmacked, als er entdeckte, dass in den AGBs dass du mit diesen AGBs auf Mastodon Social auch einwilligst, etwas, was es bei vielen größeren Unternehmen eigentlich gibt, aber was du bei Mastodon. social eben nicht erwarten würdest, dass du einwilligst, ein Schiedsverfahren einzugehen und nicht etwas rechtliche Wege nutzen würdest. Er sagt, das sind zutiefst unethische, schreckliche Klauseln, sie sollten niemals in Verträgen, die dadurch zu Knibelverträgen werden, vorkommen. Also in Verträgen, die man nur durchklickt, anstatt sie auszuhandeln. Niemand, und ich meine wirklich niemand, sollte je, je, je einem Verzicht auf ein Verfahren zustimmen. So, er hat da noch sehr weit ausgeholt, ihr könnt euch das alles durchlesen. Und Eugen Rochko, der Master und Gründer am Ende und auch der Betreiber hinter dieser Instanz Der ist aber direkt darauf eingegangen und hat gesagt, als jemand anders kommentiert hat, ich gehe davon aus, sie haben einen Anwalt beauftragt, der spezialisiert ist, solche Terms of Services auszuformulieren und sie haben sich eben auf sein Urteil verlassen und da hat er gesagt, ja, das Ist ziemlich genau der Fall. Und haben auch angekündigt, dass die Einführung dieser AGBs jetzt auf den 1. Juli 2025 eben verschoben wurde, damit sie weitere Ratschläge einholen und Verbesserungen vornehmen können. Ich finde, so geht man doch mit Kritik aus der Bubble um oder aus der NutzerInnenschaft.
54:30 Torsten Beeck
Ja, das ist natürlich sehr sympathisch und ehrlich gesagt. Das Schöne ist ja, dass häufig solche Klauseln nach deutschem Recht sowieso nicht so richtig zulässig sind. Und vieles, was man in den USA so, also in Verträge kann man ja erstmal alles reinschreiben. Nicht alles, was in ja, ist einfach so. Vom Wanda kann alles vereinbaren, nicht alles ist am Ende auch vor einem Richter haltbar. Ich finde es aber tatsächlich jetzt erstmal extrem sympathisch. Also Cory Doctorow ist ja wirklich eine eine wichtige Stimme, gerade für das freie Internet und für was so Lizenzen und sowas angeht. Ich meine, der hat seine Bücher irgendwie alle Public Domain oder irgendwie unter Creative Commons License und so veröffentlicht. Und dass man sich das nicht nur anhört und sondern dass man da auch drauf Direkt eingeht, ist, glaube ich, eine sehr gute Idee. Und ja, ich meine, was macht man als ein Unternehmen? Man sagt, wir brauchen irgendwie, um Rechtssicherheit zu haben, Terms of Services, und dann schickt man das an einen Anwalt und der sagt, ja, kein Problem, das schreibe ich euch. Und dann steht da halt sowas drin. Weil auf den ersten Blick klingt das ja gar nicht so falsch. Also, ich sag mal, aus einer juristischen Leinsicht klingt das ja erstmal ganz gut, dass man jetzt nicht vor sich vor Gericht treffen muss. sondern dass man so ein Schiedsgerichtsverfahren anstrebt. Solche Schiedsgerichtsverfahren nehmen einem aber natürlich bestimmte Rechtswege. Und deshalb ist das nicht unproblematisch. Aber es ist doch gut, wenn man dann tatsächlich darauf eingeht und das auch nochmal überarbeitet. Voll.
56:03 Gavin Karlmeier
Ja, und jetzt habe ich noch so eine kleine Gossip-Meldung zum Schluss, die ich eigentlich, also mir ist das fast zu Gossip hier, aber ich muss, will die trotzdem mitbringen aus einem Grund und zwar, ähm Für alle, die keinen Bock auf Gossip haben, ihr könnt jetzt abschalten.
56:18 Torsten Beeck
Also es geht nur um Sachen, die mir am Wochenende passiert sind, also insofern ist es jetzt auch wieder.
56:23 Gavin Karlmeier
Nee, und zwar folgendes. Elon Musk glaubt ja, dass die Unterbevölkerung das größte Problem der Menschheit ist, meint damit in der Regel die Unterbevölkerung der Weißen, aber hat deswegen mindestens 14 Kinder in die Welt gesetzt, von der, denen wir wissen. Und jetzt gibt es aber jemanden, der ihm versucht, damit so ein bisschen Konkurrent zu machen. Denn es ist bekannt geworden, dass Pavel Duroff, der Telegram-Gründer, der hat jetzt offenbar Dinge über sein Testament veröffentlicht, weil er hat ein 17-Milliarden-Dollar-Vermögen. Und möchte das komplette Vermögen seinen Kindern hinterlassen, und zwar allen 106.
56:55 Torsten Beeck
Okay, das ist ganz stabil.
56:56 Gavin Karlmeier
Ja. Sechs Kinder, die er auf natürlichem Weg bekommen hat und 100, die er durch anonyme Samen spenden in zwölf Ländern naja, zeugen ließ, ist glaube ich fast schon die falsche Formulierung. Und das, äh, ich finde, das ist so ein bisschen, ein bisschen gossip, müssen wir zu Amazon traum, vor allem wenn das eben so ein bisschen am Ego von Elon Musk kratzen könnte.
57:17 Torsten Beeck
Ja, ist ein bisschen witzig. Aber gab es nicht gerade kürzlich irgendwie so einen Fall, wo ein jemand so Massen als Massenvater quasi geworden ist durch Samenspende und irgendeine ganz seltene Krankheit? verbreitet hat und es gab, glaube ich, kürzlich darüber auch so eine Ethikdiskussion, dass es vielleicht gar nicht so eine gute Idee ist, dass jemand Dutzende oder hunderte Kinder in die Welt setzt, wie auch immer, ob Ob jetzt aktiv oder ja als, es klingt ja so ein bisschen so, als ob das eher was eine, also ich sag mal, da war er jetzt nicht so aktiv dran beteiligt an dieser Veranstaltung. Aber wie hat er denn hat er denn seine 106 Kinder alle im Testament irgendwie berücksichtigt? Und das ist der Plan, wie es heißt. Aber das ist doch, also gibt es ja Schlimmeres, wenn dein Vater irgendwie nur ein Samenspender ist, aber zufällig ein paar Milliarden auf dem Konto hat. Und an dich denkt. Das ist doch nett. Also, wenn man, also muss ich sagen, habe ich schon Schlimmeres von dem gehört.
58:12 Gavin Karlmeier
Auch das, ja. So, und dann habe ich noch eine Sache in eigener, äh, ne, wie sagt man, Notiz in eigener Sache. Wer am Freitag in München unterwegs ist. Das kostet keinen Eintritt, was ich euch jetzt erzähle. Aber ich bin auch in München und erzähle dort ein bisschen was über Mask in den letzten drei Jahren, was ist eigentlich so passiert. In der juristischen Bibliothek im Rathaus ab halb acht. Es kostet keinen Eintritt, kommt gerne vorbei. Ich freue mich auf eine Cola mit euch. Das klingt aber juristische Bibliothek. Das klingt doch ein bisschen so, als ob du jetzt wirklich mal einen Anzug anziehen solltest. Da ziehe ich wirklich einen Anzug an. Ich komme im Anzug. Und das Spannende ist aber, also das wird ein Vortrag, das heißt, ich erzähle frei und mit Bildern. Aber wenn du das googelst, die Juristische Bibliothek im Rathaus, das sieht aus wie über Harry Potter. Das ist toll.
58:54 Torsten Beeck
Aber so habe ich mir auch gerade vorgestellt Ja, dann schwingen dir doch so einen Umhang über und dann bin ich sehr gespannt.
58:59 Gavin Karlmeier
Dann wünsche ich viel Vergnügen. Vielen Dank. Vielen Dank, dass du da warst. Wir hören uns bald wieder. Lieber Thorsten. Irgendwann im nächsten Monat, ganz sicher. Hundertprozentig. Und ich wünsche allen, die bis hierhin zugehört haben, eine wundervolle Restwoche. Wir hören uns am Freitag wieder. Und macht's gut. Tschüss. Bis bald.