Elon Musk hat keinen Computer – behauptet er, obwohl er selbst Fotos seines Computers postet. Wir haben viel EU-Kram, viel zum Kopfschütteln, etwas gute Nachrichten, vielleicht ist die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung-zuEnde und es ist ein Haken dran, denn mit Lorenz Meyer ist heute der behakte Regulator bei uns!
Kapitelmarken
KI-generiert
00:00 Hallo Lorenz!
03:09 Ein blauer Haken sie zu knechten
06:04 Elon Musk hat keinen Computer
09:06 Meta und die Massensperrungen
11:58 Fakeaccounts everywhere!
18:01 KI liest Harry Potter
20:51 WhatsApp-Verbot auf Dienstgeräten
28:33 Reisen in unsichere Länder
34:40 Marktmachtmissbrauch
37:34 Hass im Netz und Hausdurchsuchungen
39:27 Techkonzerne und ihre Strafimmunität
41:27 DSGVO 2.0
47:11 Die Veränderung der Sprache durch KI
53:39 Regulierung von sozialen Medien während Katastrophen
01:00:22 Funktionen und Emotionen
Transkript
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00:01 Intro
Haken dran, das Social Media Update der CT.
00:06 Gavin Karlmeier
Hallo Lorenz.
00:07 Lorenz Meyer
Hallo Gavin.
00:08 Gavin Karlmeier
Bei mir ist heute Lorenz Meier. Eigentlich muss man dich nicht mehr vorstellen, denn offenbar kennt man dich. Du bist der erste Gast bei Haken dran, der einen blauen Haken bei Bluesky hat. Herzlichen Glückwunsch. Viel Spaß damit, du Arsch.
00:23 Lorenz Meyer
Ja, danke. Ja, ja, also mein Kumpel JD Vance und ich, wir haben beide einen blauen Haken.
00:30 Gavin Karlmeier
Ja, aber JD Vance hat immerhin ausgelöst, dass er für 20 Minuten gesperrt wurde bei Blue Sky. Was hast du?
00:36 Lorenz Meyer
Ach, wow, wow. Das habe ich noch nicht erlebt.
00:39 Gavin Karlmeier
Also du hast dich wahrscheinlich beworben für den Haken, richtig?
00:43 Lorenz Meyer
Es ist so, also die ganze Sache ist ja wirklich sehr, sehr verrückt. Ich habe irgendwann über so ein Posting gestolpert. Und dann habe ich natürlich, man ist ja neugierig und will sich für die nächste Hakendran-Ausgabe vorbereiten. Ständig, weil ich hier Prinz, ich lebe ja praktisch immer so auf Reserve irgendwie. Also ich muss immer damit rechnen, sofort einen Anruf zu bekommen von Gavin. Heute Nachmittag. Und dann muss einfach die Vorbereitung top sein zu dem Zeitpunkt. Also so lebe ich Tag und Nacht.
01:14 Gavin Karlmeier
Ja, der Druck ist groß, den ich jetzt nicht mehr so gut bin.
01:16 Lorenz Meyer
Der Druck ist sehr, sehr groß. Genau. Naja, und jedenfalls habe ich mir das natürlich sofort angeguckt aus dieser professionellen Neugier und habe festgestellt, dass es super professionell über ein Google Docs vorm Blatt gestreuert wurde. Was wirklich lustig ist, finde ich. Weil das wirklich so aussieht, als ob irgendwie ein Zwölfjähriger damit irgendwie die Einladungsliste für die nächste Klassenparty gestaltet hätte. Ja, und dann habe ich da irgendwas reingeklickert. Ich kann mich überhaupt nicht daran erinnern, was. Ich weiß auch nicht genau, wonach die gefragt haben, nach Referenzen wahrscheinlich.
01:52 Gavin Karlmeier
Ja, genau, und so ein paar Links. Ich habe das damals auch eingereicht, wegen der Autore gesprochen damals.
01:57 Lorenz Meyer
Ja, und dann habe ich es halt vergessen. Und heute Nacht kam irgendwie eine Nachricht und ein Glückwunsch und überhaupt.
02:05 Gavin Karlmeier
Sie haben ja angekündigt, dass Sie nochmal nach Personalausweis fragen, in dem Moment, wenn du verifiziert wirst.
02:10 Lorenz Meyer
Das ist nicht passiert? Das ist nicht passiert, nee.
02:12 Gavin Karlmeier
Das heißt, es könnte gar nicht sein, dass du Lorenz Meier bist.
02:15 Lorenz Meyer
Ja, es könnte absolut sein, dass ich irgendjemand anders bin, ja. Total. Also ich würde es fast sogar tippen.
02:25 Gavin Karlmeier
Ja, ich bin fasziniert. Zu JD Vines habe ich übrigens auch eine Geschichte, weil wir haben letzte Episode darüber gesprochen, dass er eben sich auf Bluesky registriert hat. Trollen, Hass verbreiten, relativ schnell gesperrt wurde, dann wieder freigeschaltet wurde. Und wir waren sehr irritiert darüber, dass JD Vance innerhalb von diesen mittlerweile, ich würde sagen, eine Woche Es bei Blue Sky nur auf 13. 000 FollowerInnen geschafft hat und wir dachten so, wie kann das sein? Wie kann jemand, der so eine Prominenz hat und so eine, also man muss den ja nicht toll finden, um trotzdem möglicherweise seinen Inhalten folgen zu wollen. Naja, er hat eine andere beeindruckende Zahl aufgestellt, denn JD Vance ist der meistblockierte Account auf Blue Sky. Das Blue Sky-Protokoll, das AT-Protokoll, das dem zugrunde liegt. Das ermöglicht ja, dass man offen sieht, wer wen blockiert. Und das kann man bei JD Vance eben sehen und er wird jetzt gerade zum Zeitpunkt der Aufnahme, muss ich gleich auch was zu sagen, wird er von 148. 375 Accounts blockiert. Also mehr als das Zehnfache seiner FollowerInnen haben sich dazu entschieden, ihm zu blockieren.
03:23 Lorenz Meyer
Ja, der Senator mal einfach ein gesundes Empfinden für das, was gesund und was ungesund ist. Da ich es ja gerne ungesund habe, bin ich gerade auf seinem Profil und gucke mir seine neuen stolzen Postings an. Und ja, das ist wirklich Getrolle. Also, das ist provozieren. Und so mit Häme und versucht, also ich glaube, er fühlt sich wirklich originell.
03:48 Gavin Karlmeier
Ja, er versucht so ein bisschen sich maskig zu fühlen, glaube ich.
03:51 Lorenz Meyer
Ja, ne? Ja. Ja, und er folgt natürlich keinem, um zu zeigen, was für ein cooler Typ er ist. Und hat aber immer noch traurige 13. 000 Follower. Also für ihn trauriger.
04:01 Gavin Karlmeier
Ja, deutlich weniger als du, Lorenz, aber du hast auch einen blauen Haken. Ich habe einen blauen Haken, genau. Wir müssen heute, wir müssen heute, wir haben heute ganz, also genau, zum Zeitpunkt der Aufnahme. Aus terminlichen Gründen nehmen wir diese Episode, die am Freitagmorgen erscheint, also wenn ihr das hier hört, seid ihr schon auf dem Weg ins Wochenende, nehmen wir bereits am späten Mittwochnachmittag auf. Das ist, glaube ich, wichtig zu wissen, weil wenn am Donnerstag, an dem Tag dazwischen, jetzt irgendwas Großes passiert, wird es das nicht in dieser Episode schaffen, logischerweise, weil sie schon aufgenommen ist. Das fangen wir dann aber an der Folge an. Heutzutage sehr wichtig.
04:36 Lorenz Meyer
Heutzutage sehr wichtig zu sagen, weil wer weiß, vielleicht gibt es morgen gar nicht mehr Blue Sky.
04:40 Gavin Karlmeier
Kann sein. Musk kauft Blue Sky. Und wir reden über deinen Haken. Na toll. Wir müssen kurz über Elon Musk sprechen. Nicht allzu viel heute. Er hat ja auch, ich habe mir das so angeschaut, der hat in den letzten Episoden schon deutlich an Airtime hier verloren bei Haken dran, was, glaube ich, eine ganz gute Entwicklung für alle Beteiligten ist. Aber es gibt ja immer noch dieses schwebende Gerichtsverfahren zwischen Elon Musk und OpenAI. OpenAI, das Unternehmen hinter ChatGPT, etc. Weil Elon Musk war Gründungsmitglied von OpenAI, OpenAI hätte sich ursprünglich mal auf die Fahnen geschrieben, völlig wirtschaftlich uninteressiert zu arbeiten und sozusagen die KI im altruistischen Sinne in die Welt zu bringen. Das hat sich mit der Zeit ein bisschen verändert, als man festgestellt hat, auch Wir können ja auch einfach doch Geld nehmen. Und das findet Elon Musk offenbar doof, obwohl er selber ein stark wirtschaftlich orientiertes KI-Unternehmen besitzt Ja, don't get me started. Aber im Rahmen dieses Prozesses kommt es im Moment zu einer Verschleppung, möchte man fast sagen. Also es ist ein bisschen holprig, und zwar deswegen, weil die Seitemaske noch Beweismittel vorlegen muss. Diese Beweismittel konnten noch nicht alle zur Verfügung gestellt werden. Und OpenAI hat jetzt vorgeworfen, dass X, AI und Musk offenbar gar kein Interesse haben, diese Dokumente vorzulegen. Daraufhin hat die Seite Musk einen Gegenantrag eingebracht und hat gesagt, wir haben bereits am 14. Juni mitgeteilt, dass wir Mr. Musks Handy entsprechend durchsuchen, seine E-Mails auswerten, aber dass Elon Musk keinen Computer benutzt. Was eine sehr interessante Darstellungsform der Realität ist, denn Elon Musk hat erst am 31. 12. 2024 ein Foto seines Laptops gepostet und dazu geschrieben, this is a pick of my laptop, also mit einem Aufkleber drauf, mit einem Doge-Hund und bla bla. Also offensichtlich ist es gelogen. Wir haben auch Elon Musk schon in diesem Jahr Diablo spielen sehen und Path of Exile 2 spielen sehen, ganz offensichtlich auch an einem Computer. Das heißt, es ist ganz offensichtlich eine Lüge, das ist so, wie JD Vance auf Blue Sky unterwegs ist. Also es ist reines Rumtrolling.
06:48 Lorenz Meyer
Ja, genau. Es ist, es ist Getrolle. Es zeigt einfach, es zeigt irgendwie, ich nehme euch gar nicht ernst. Hahaha. Ich mache mir da einen großen Witz draus.
06:58 Gavin Karlmeier
Was wahnsinnig dumm ist, weil er ja diesen Prozess haben wollte. Ja.
07:02 Lorenz Meyer
Ja, genau. Ja, ja, das ist schon ein bisschen lustig.
07:06 Gavin Karlmeier
Also er hatte halt vor allem, glaube ich, vor, dass diese ganzen Prozesse bei OpenAI sich irgendwie umzustrukturieren oder neu aufzustellen, die ja weitestgehend haben wir darüber berichtet, auch jetzt nicht zur Erfüllung kommen werden, dass er die einfach verzögern, verschleppen möchte. Aber das ist so ein un, also das ist ja nicht mehr, nicht mal ein wettbewerbstaugliches Verhalten hier.
07:28 Lorenz Meyer
Es ist alles albern und dann will er da seine schiebigen 44 Millionen zurück. Das ist natürlich auch eine Lachnummer. Das ist so wie wenn ich dich jetzt verklage, irgendwie auf irgendwie, ja, zahl mir irgendwie zwei Euro zurück oder so. Also das ist weder für ihn eine effektive Nummer, diese 44 Millionen, noch ist das für OpenAI irgendwie eine große Dimension. Also das ist ja auch alles nur Quatsch.
07:54 Gavin Karlmeier
Ja, natürlich. Aber genau so ist es. Es ist wie wenn du feststellst, ich habe dir irgendwann mal Als es geregnet hat, durftest du dir bei mir die Haare füllen und ich erklage mir jetzt die Energiekosten zurück.
08:04 Lorenz Meyer
Ja, genau, guter Vergleich.
08:07 Gavin Karlmeier
Aber du dürftest immer bei mir die Haare füllen.
08:09 Lorenz Meyer
Nur, dass ich keine Haare zum Föhnen habe, das ist ein ganz trauriges Thema.
08:12 Gavin Karlmeier
Oh, ich habe heute Morgen, Lorenz, ich muss ganz privat werden. Ich habe ein graues Haar entdeckt.
08:18 Lorenz Meyer
Oh je. Wirst du jetzt etwa über 30?
08:21 Gavin Karlmeier
Ich bin ja 36 Jahre alt. Man sieht mir das nicht an, aber ich bin 36 Jahre alt. Und dieses graue Haar, ich glaube, dass Das ist Elon Musk schuld.
08:32 Lorenz Meyer
Ja, du, aber ja, lass dir in der Türkei irgendwie ein neues Haar einpflanzen.
08:37 Gavin Karlmeier
Eins. Ein Haar. Apropos ein Haar. Es hat keinen Bezug zum nächsten Thema. Und zwar müssen wir kurz über Meta sprechen. Wir haben in den letzten Episoden immer wieder so Geschichten erzählt von Sperrungen. auf Meta. Also da wurde auf Facebook wurde die Seite von Playboy Deutschland gesperrt zum Beispiel mit knapp zwei Millionen FollowerInnen. Dann haben wir in der letzten Episode darüber gesprochen, dass Lokalverbände von politischen Parteien, vor allem der Grünen und der Linken, bei Instagram völlig anlasslos gesperrt wurden und verschwunden sind, ohne dass Instagram oder Meta sich irgendwie befähigt gefühlt haben, diese Entscheidung zu begründen. Und jetzt gibt es die nächste nächste Geschichte, die da ein bisschen aufreibend ist. Und zwar gibt es gerade eine Massensperrung von Facebook-Gruppen. Mehrere Facebook-Gruppen wurden einfach gesperrt. auf Facebook. Matt, nee, Andy Stone heißt der. Andy Stone ist ein Metasprecher, der selber hat gesagt, wir sind uns des Problems bewusst. Es ist ein technischer Fehler, der einige Facebook-Gruppen betroffen hat. Wir arbeiten derzeit daran, das Problem zu beheben. Und damit wäre die Geschichte ja fast eigentlich zu Ende. Aber ich will das mal in so ein Bild drücken. Weil wir ja Mark Zuckerbergs Rede noch alle im Kopf haben, als er damals gesagt hat, wir wollen, wir schaffen die automatisierten Inhaltskontrollen ab, weil lieber. . sind falsche Inhalte weiterhin online, als dass ein richtiger Inhalt gesperrt wird, der eigentlich online bleiben sollte. Die Ankündigung, bei der eigentlich alle so geschlussfolgert haben, naja, eure KI funktioniert nicht so, wie ihr euch das vorstellt oder sie ist zu durchlässig, was Community Management angeht. Also lasst ihr oder Content-Moderation, also lasst ihr es komplett bleiben. Und jetzt stellt sich so ein bisschen die Frage, woher kommen diese verrückten, großen Sperrungswellen, die sich mal auf politische Inhalte beziehen, die den Playboy sperren, der zwar durchaus als. . Erwachsenen-Only-Inhalt interpretiert werden könnte, aber deren Facebook-Präz eben nicht. Warum werden jetzt diese ganzen Facebook-Gruppen gesperrt, die dann irgendwie einen Hinweis kriegen auf Terrorismusbezogene Inhalte oder Nacktheit, die in diesen Gruppen offenbar gar nicht passiert sind. Also es ist gerade eine, ich hab, man hat so das Gefühl, beim Meta dreht gerade der Computer durch.
10:44 Lorenz Meyer
Ja, genau. Vielleicht laufen da so kleine Algorithmensteinchen den Berg runter und reißen dann immer mehr mit sich. Und dann gibt es irgendwie so Sperrlawinen, so stelle ich mir das vor als Nicht-Techniker, wo die selber gar nicht genau wissen, welches Steinchen hat jetzt gereicht, um da was auszulösen. Also ich finde, es ist mal wieder ein schöner Zeitpunkt, über kritische Infrastruktur zu reden auch, die einfach nicht in die Hände von solchen Privatleuten gehört, die da machen können, was sie wollen. die die denn, wo denn einfach eine Gruppe wegglüpscht, wo dann hunderttausende Leute auf einmal raus sind, raus aus dem Game, aus dem Kommunikationsgame.
11:32 Gavin Karlmeier
Naja, vor allem musst du ja sagen, die Dinge, über die wir, also Play by Deutschland, das ist Entertainment so, das ist nicht kritisch, aber politische Parteien, aber eben auch Facebook-Gruppen, die ja für viele Menschen die einzige Form der Vernetzung in ihrem Stadtteil möglicherweise sind oder für ihren Verein oder was auch immer. Ich finde das nahezu fahrlässig, dass sozusagen das jetzt so als technischer Fehler abgetan wird. Vor allem interessant ist auch, also es betrifft auch zum Beispiel Pokémon-Gruppen mit 200. 000 Mitgliedern. Interessante ist, dass nur diejenigen bislang ihre Gruppe zurückbekommen haben, die für das Meta-Verified-Programm bezahlen und damit eine Möglichkeit eines Kunden-Supports bekommen, den andere normalos eben nicht bekommen.
12:11 Lorenz Meyer
Ja, und das ist natürlich einen super Geschmack. Also das darf nun, also diesen Anschein alleine zu erwecken dass mit diesen schäbigen 15 Euro Schutzgeldgebühr das getan sei und man sonst irgendwie eine ganze Gruppe mit 200. 000 Pokémon-Freunden verliert. Ja, also wie kläglich wäre das denn, wenn es wirklich das wäre, womit man das dann abwenden kann?
12:39 Gavin Karlmeier
Ja, absolut. Und jetzt stell dir mal vor, das wäre, also. . Facebook, Instagram, das ist ja, das ist Kommunikationsinfrastruktur, die ja Menschen teilweise in Kontakt hält, die sonst keine andere Kommunikationsmöglichkeit miteinander haben. . Es ist so, als hätte ich dir in den 80er Jahren. Vielleicht erinnerst du dich an die 80er Jahre, ich bin 89 geboren, aber als hätte ich dir in den 80er Jahren dein persönliches Telefonbuch einfach geklaut. Und er hast du gesagt, ach, das war ein technischer Fehler und du kannst niemanden mehr anrufen von deinen Freundinnen und Freunden, die vielleicht auch in anderen Städten wohnen. und verlierst de facto den Kontakt zu diesen Menschen. Das ist, ähm, ich finde, das ist halt fahrlässig und da wird halt so unter der unter dem Deckmantel von Innovationsfreundlichkeit und Technologieförderung, und wir probieren mal KI aus und wir glauben daran, Dinge automatisieren zu können, wird halt damit gespielt, wie Menschen emotional am Ende reagieren werden. Ich finde das nicht so witzig.
13:31 Lorenz Meyer
Ja, nein, das ist überhaupt nicht witzig. Also ich habe, apropos nicht witzig, ich habe vorhin mehrere Nachrichten bekommen. Witzigerweise, da sieht man mal wieder dieses Verifikationsthema von der anderen Seite, kann man es beleuchten. Nämlich, da ist auf Instagram anscheinend ein Clone von mir erschienen. Oh ja. Der Fake Clone. Und der heißt irgendwie The Real Lawrence Meier. Alles normal, mit Foto, mit allem drum und dran. Und dann haben sie einfach nur ein N hinter meinem Namen gepackt. Und ansonsten sieht der identisch aus. Und Ich habe das jetzt, ich habe es mir noch nicht angeguckt, ich habe jetzt nur die Bildschirmfotos gesehen, kurz vor unserem Gespräch. Und mir hat jemand geschrieben, gerade, er hat versucht, das zu melden. Aber es hätte dafür keine Schaltfläche gegeben. Er hätte diesen Account irgendwie nicht melden können. Also das konnte ich jetzt aber noch nicht nach.
14:24 Gavin Karlmeier
Vor allem solche Geschichten hört man ja im Moment relativ viele von Menschen, die einfach so Accounts kopieren. Teilweise ja sogar mit allen Fotos, die auf diesem Account bislang liegen, derselben Biografie. denselben Profilbild und dann schreiben sie in den Bio muss den neuen Account machen und dann adden sie ganz, ganz viele Leute. Das ist natürlich richtig bitter, weil du nicht genau weißt, wie das dann nachher tatsächlich irgendwie misschien ist. verwendet wird. Also wenn dann jemand jetzt angenommen, er folgt mir, ich folge dieser Person zurück, weil ich glaube, du bist das wirklich mit einem neuen Account. Und irgendwann nach einem Jahr oder so schreibt mir dieser Account, hey du kannst du mir vielleicht ein Honeylein oder was auch immer, dann ist das tatsächlich fatal. Oder dieser Account wird verkauft, weil er eine relativ treue Gefolgschaft hat im fünfstelligen Bereich. zum Beispiel. Das ist alles, da muss gegen vorgegangen werden und teilweise wird dagegen aber einfach nicht vorgegangen. Leute können es, wie du sagst, mal nicht melden, dann kannst du es melden, dann kriegst du als Rückmeldung, nö, der Account sieht in Ordnung aus, obwohl du im Meldeprozess sogar das kopierte Profil angeben kannst. Also du kannst sagen, nee, das ist, das hier ist der echte Lorenz Maya und ihr seht, das sind dieselben Bilder drauf, aber schon deutlich länger als zwei Stunden. Und wir haben das jetzt, ich habe das jetzt schon öfter gehört von Menschen, die dasselbe beobachten. Und das sind alles nicht nur Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, wie du beispielsweise, sondern auch wirklich ganz. . Leute, die halt einen kleinen persönlichen Instagram-Account haben mit 150 Leuten, das ähm ist eine, da muss gegen vorgegangen werden. . Und Ja, da fragt man sich doch, warum werden versehentlich Facebook-Gruppen gelöscht, aber hier das Meldesystem, das offensichtlich, das könntest du automatisieren, weil du diese Verdopplung der Profile ja offensichtlich erkennen kannst. Warum wird da nichts gemacht?
16:01 Lorenz Meyer
Absolut. Und Anwalt June hat ja gerade einen Prozess am Laufen gegen TikTok gehabt. Und hat TikTok in die Mangel genommen. Und das ist ihm wohl auch gelungen nach. glaube ich, irreviel Nervereien, juristische Nervereien, die er ja aber leisten kann. Es ist sein Job, ja. Genau. Und Jetzt ist es wohl so, habe ich irgendwie vor der Woche oder zehn Tagen oder so gesehen. Jetzt ist es wieder aufgetreten. Und Ja, und er will jetzt, glaube ich, so, wenn ich es richtig verstanden habe, er will jetzt irgendwie dafür sorgen, dass man nicht jedes Mal jedes Mal neu irgendwie melden muss und dann tun sie nichts. Und dann muss man den Rechtsweg gehen und dann gewinnt man im Zweifel und beim nächsten Mal passiert es wieder ganz genauso. Da muss man ja, verdammt nochmal, wir haben KI, wir haben die schlausen Algorithmen und und und. Da muss es ja Möglichkeiten geben, das so abzusichern.
17:04 Gavin Karlmeier
Ja, genau. Und stattdessen baut Mark Zuckerberg sich aber so ein Super Intelligence-Team auf mit Leuten, die halt irgendwie noch mehr Sprachmodelle bauen, die noch Dollar wirken, Dollar rüberkommen, Dollar sind. Aber das Kerngeschäft leidet halt massiv darunter. Teilweise sind sie aber auch, und das sieht man, wie Zuckerberg da tatsächlich unter Druck steht, was diese KI angeht, als das letzte Meta, also das Lama-Modell von Meta vorgestellt wurde, gab es eine Untersuchung, Lama 3. 1 ist das. Und tatsächlich ist es wohl so. Ich habe hier so eine Studie mitgemacht, bei der ich mir leider offensichtlich nicht aufgeschrieben habe Wer die Studie erhoben hat, doch, ja, da, Informatiker und Rechtswissenschaftler der Universitäten Stanford, Cornell und West Virginia. Und die haben fünf Modelle, nämlich von Meta, drei von Meta, eins von Microsoft und Eleuther AI. genutzt, um herauszufinden, wie eigentlich dort mit Urheberrechtsverletzungen umgegangen wird. Wir wissen, die ganzen KI-Plattformen, die reden darüber, dass sie zwar Bücher und Zeitungstexte und alles Mögliche zum Trainieren der KI verwenden. Sagen aber, diese Texte werden dann eigentlich so nie wieder da rauskommen, sondern die werden nur benutzt, damit das Modell trainiert wird und sind dann irgendwo in diesem völlig undurchsichtigen Wust an Trainingsdaten. Jetzt hat diese Studie aber ergeben, dass es Lama 3. 1, das aktuelle Meta-AI-Sprachmodell, das mit dem du auch redest, wenn du in WhatsApp auf diesen bunten Knopf drückst, dass es in der Lage war, knapp die Hälfte eines kompletten Harry Potter-Buches zu. zu reproduzieren. . Sie haben immer wieder Teile dieses aus dem Buch, so Passagen da reingeschrieben und gesagt, vervollständige diesen Satz und haben dann tatsächlich in mehr als der Hälfte der Fälle korrekte Vervollständigungen dieses Satzes bekommen. Das ist vor allem deswegen bemerkenswert, weil alle anderen Modelle, die sie getestet haben, dazu überhaupt nicht in der Lage waren. Und es ist so ein bisschen unklar, wie das möglich ist, wirft aber tatsächlich Fragen auf, ob diese Geschichte des Unerklärlichen Trainingsmaterials, ob die sich so tatsächlich aufrechterhalten lässt.
19:08 Lorenz Meyer
Ja, absolut. Ja, das erinnert ja, es gab doch diese eine Datenbank, wo man selber Autoren nach Autoren suchen konnte, ob man selber enthalten ist in diesem großen Lama-Modell. Ja. Das war ganz interessant. Da hatte zum Beispiel auch die österreichische Medienjournalistin Ingrid Brodnik, von der ich sehr viel halte. hatte da auch mal ihre eigenen Bücher eingegeben und hatte festgestellt, ich glaube zwei oder drei Bücher waren dem auch zum Opfer gefallen.
19:47 Gavin Karlmeier
Ja.
19:48 Lorenz Meyer
Also sie haben ja anscheinend wirklich, das ist ja anscheinend ein Konvolut Also eine Raubkopie-Konvolute gewesen. Also das finde ich, das macht das auf so vielen verschiedenen Ebenen Macht es, dass du so irre, ne? Sie haben die Bücher noch nicht mal gekauft. Einzeln. Also sie haben noch nicht mal ein ganz normal den Ladenpreis gezahlt. Ich würde es die Sache auch nicht grundsätzlich besser machen. Aber es ist halt auch noch vom Lastwagen gestohlen.
20:19 Gavin Karlmeier
Am Ende ja. Also viele dieser Bücher liegen ja jetzt bereits digitalisiert vor, durch irgendwelche Nationalbibliotheken. Google Books zum Beispiel hat auch einen großen Umfang oder einen großen Korpus an Text einfach aus Büchern. Auf der anderen Seite fragt man sich schon, was passiert eigentlich, wenn ich für 10 Cent mein Buch an solche Reselling-Plattformen, ich hätte fast den Namen genannt, an solche Reselling-Plattformen verschleudere, wo landet das denn eigentlich? Hey, vielleicht sitzen da irgendwo Leute und scannen dieses Buch einfach nur ein. Das wäre mal eine investigative Recherche, der es sich auf den Weg zu gehen lohnte. Ja. Apropos investigativ, und zwar gibt es offenbar. ein Problem in den USA mit Meta. Wir bleiben noch kurz in der Meta-Welt, denn US-KongressmitarbeiterInnen haben ein paar Regeln, wie sie ihr Mobiltelefon nutzen dürfen, vor allem aus beruflichen Gründen, aber es geht ja darum, was kann ich auf meinem Dienstgerät installieren. Also, man darf dort zum Beispiel nicht ohne weiteres Deepseek verwenden. Das ist ein KI-Chatbot, das von einem chinesischen Unternehmen betrieben wird. Oder alle Apps von ByteDance, wie zum Beispiel CapCut. Dürfte man auf diesem Lebensgerät nicht installieren. ChatGPT darf verwendet werden, aber nur in der bezahlten Version plus.
21:37 Lorenz Meyer
Ja, okay, Einschränkung, egal.
21:39 Gavin Karlmeier
Ja, egal. Aber jetzt gibt es eine weitere App, die auf diesen Dienstgeräten für Kongressmitarbeitende nicht installiert werden darf. Und das ist WhatsApp. Es gibt einen Bericht der Cybersecurity-Abteilung und der ist vernichtend. Das Ergebnis ist, die App sei zu intransparent, es gäbe zu wenig Verschlüsselung. Sie ist insgesamt zu unsicher. Die Mitarbeitenden sollten sich stattdessen lieber auf Microsoft Teams, Wicker, Signal, iMessage oder FaceTime konzentrieren. WhatsApp dürfte so nicht weiterverwendet werden, weil es auch einfach zu viele Phishing-Versuche und verdächtige Nachrichten von unbekannten Nummern gäbe.
22:15 Lorenz Meyer
Es ist Wahnsinn, ne? Es ist Wahnsinn. Und wir hängen da so in der Falle. Wir wissen es ja alle und man bekommt es immer mal wieder, bekommt man es wieder gesagt, aber die Macht des Faktischen, die Kraft des Faktischen. . ist so schwer, wo wir jetzt gefangen sind in diesem Kommunikationssystem. Und klar, man hat ja Alternativen installiert. Aber es ist einfach vollkommen unrealistisch, das im normalen sozialen Leben irgendwie zu changeln als Einzelperson.
22:48 Gavin Karlmeier
Ja, und es braucht halt viel mehr, um solche Netzwerkeffekte dann tatsächlich auch in eine Bewegung zu bringen. Also Es ist total schön. Wir haben das bei Twitter erlebt, du kennst es aber auch aus dem privaten Raum, wenn einmal irgendwie ein soziales Gefüge auseinanderbricht. Zum Beispiel durch eine Pandemie. Also, ich habe zum Beispiel, bei mir ist ein ganzer Freundeskreis zerbrochen, was aber auch dazu führte, dass ich zu vielen Leuten, mit denen ich vorher sehr, sehr rege und regelmäßig Kontakt hatte, einfach gar keinen Kontakt mehr habe. Weil es einfach dieses Gefüge auseinandergebrochen hat. Aber das ist halt nicht sowas, also wir hätten es halt nicht schaffen können, einfach so eins zu eins nach der Pandemie weitermachen zu können. können. Und diesen Move aber zu schaffen, diesen Shift und zu sagen, jetzt mit einer kompletten Gruppe, wir ziehen jetzt mal zu Signal, meinetwegen, oder iMessage, oder whatever, das ist nicht so easy.
23:42 Lorenz Meyer
Nee, überhaupt nicht. Genau. Und deswegen muss wieder, also ich bin da wirklich der absolute Der Regulator. Der Regulator 2. 0.
23:53 Gavin Karlmeier
Der Regulator mit dem blauen Haken.
23:55 Lorenz Meyer
Der Regulator mit dem blauen Haken, genau. Ja, aber das ist es, es ist immer wieder traurig. Man kommt doch immer wieder dahin, dass man sagt, es hilft alles nichts. Regulation muss her.
24:06 Gavin Karlmeier
Ja, und dann gibt es aber gleichzeitig so Geschichten wie eine, bei der man sich ein bisschen an den Kopf fasst. Die EU-Kommission hat nämlich einen Fahrplan vorgelegt bei der sie darüber spricht, wie anlasslose Überwachung, Vorratsdatenspeicherung, verdachtsunabhängige Vorratsdatenspeicherung und leider auch fällt der Begriff Entschlüsselung. installiert werden könne. Also wie es sein kön, wie es funktionieren kann, technisch, dass auch Ende zu Ende verschlüsselte Messenger-Dienste eine Art Hintertür haben, damit Sicherheitsbehörden Offenbar eben auch anlasslos in der Lage sind, dort mitzulesen. Das ist natürlich eine Geschichte, bei der man sagen muss, das. Also Hä? Ja. Also, weil also stell dir vor, du hast einen gehst mit dem Koffer an den Flughafen und der hat ein Zahlenschloss und der Zahlenschloss steht aber von außen in dem Koffer dran, damit die Sicherheitsbehörden den aufmachen können, dann kannst du dir das Zahlenschloss sparen.
25:07 Lorenz Meyer
Ja, aber so ist es ja mit diesen Zahlenschlössern sogar beim Koffer und dem Flughafen.
25:12 Gavin Karlmeier
Stimmt, die haben so einen Schlüssel dafür, ne?
25:13 Lorenz Meyer
Ja, genau.
25:14 Gavin Karlmeier
Beim Reden habe ich auch gemerkt, dass der Vergleich hinkt.
25:18 Lorenz Meyer
Naja, aber wir wissen, was du gemeint hast. Ja, und auch da ist es doch auch wieder traurig, dass denn da so ein einsamer Robin Hood wie Max Schrems dass wir dann hoffen müssen, dass der irgendwie sich dagegen wehrt. Wie kann das sein, dass gesellschaftlich, dass wir jetzt immer davon abhängig sind, dass einzelne Personen sich auflehnen? Gegen diesen ganzen Irrn.
25:46 Gavin Karlmeier
Ja, vor allem, weil das so, ähm, es, weißt du, solche Strafverfolgungsbehörden sind ja nicht zwangsläufig unser Freund. Und nur weil wir zum Beispiel nach mehr Regulierung in dem einen Bereich schreien und sagen, hier muss endlich staatlich eingegriffen werden, es kann nicht sein, dass Unternehmen wie verrückt die Rechte der Einzelnen missachten, die Gesetze der Staaten missachten und nicht durchsetzen. Heißt nicht zwangsläufig, dass wir damit Fan von größeren staatlichen Eingriffen auf unser Miteinander sind.
26:20 Lorenz Meyer
Das stimmt. Das stimmt, überhaupt nicht. Genau, ja.
26:23 Gavin Karlmeier
Und naja, also eine Verschlüsselung, die nicht verschlüsselt, ist am Ende keine Verschlüsselung. Und das, ähm, Ist eine ganz schreckliche Idee. Es wird erst im neuen Jahr darüber abgestimmt, muss man dazu sagen, von der EU-Kommission, aber es gibt eben jetzt einen Fahrplan, wie so etwas im Rahmen der Strategie für die innere Sicherheit möglich gemacht werden soll. Was also was in den USA ja so gar nicht passieren muss, weil da musst du einfach dein Handy abgeben.
26:54 Lorenz Meyer
Ja, genau, und da gibt es ja immer wieder die Horrorgeschichten, jetzt die aktuellen Horrorgeschichten, was da alles so passiert bei der Einreise.
27:02 Gavin Karlmeier
Ja, da gibt es jemanden, der heißt Mads Mickelson. Der ist übrigens genauso heißt wie ein Schauspieler, glaube ich. Ja, stimmt. Es ist ein 21-jähriger Norweger. Der wollte in die USA einreisen und wurde dann eben, wie das so häufig passiert, an dieser, an diesem, wie heißt es? Security, Immigration, da, Border Control, so wurde eben mitgenommen in einen Raum. Und das sind so Geschichten, so Horrorgeschichten, über die wir häufiger sprechen. In diesem Raum saßen die Menschen gegenüber Beamte, die gesagt haben, also entweder Kommst du ins Gefängnis, du zahlst eine Geldstrafe von 5000 Dollar oder du gibst uns jetzt dein Telefon und entsperrst es. So, das hat er dann natürlich gemacht, weil er eingeschüchtert wurde, hat sein Handy rübergegeben. Die haben das Handy geöffnet, haben durchgescrollt, haben sich Fotos angeguckt. und haben in den Fotos ein Meme gesehen, in dem ein paustbäckeriger gefotoshoppter JD Vance zu sehen war. Wir erinnern uns an diese Memes, die so rumgegangen sind. Er selber sagt, das wurde mir geschickt, die Chat-App hat es automatisch gespeichert, so oder so. Er hat aber auch gesagt, ich hätte nicht wirklich gedacht, dass solche harmlosen Bilder meine Einreise in ein Land verhindern würden. Denn tatsächlich haben sie diese Bilder gesehen und haben daraufhin gesagt, dass sie ihn deswegen nicht ins Land einreisen ließen. Und dann wurde er abgewiesen und musste zurückfahren.
28:20 Lorenz Meyer
Ja, also es ist wirklich so, die Vereinigten Staaten von Amerika, das ist eine No-Go-Area. Ja. Das war es jetzt, das kann man jetzt wirklich sagen. Da kann man aus den verschiedensten Gründen Kann und sollte man da nicht mehr hin. Das ist alles ganz schrecklich traurig und ich sage das jetzt auch so sehr in dem Bewusstsein, dass es natürlich viele Leute gibt. Die haben da ihre Verwandten, die haben ihre Freunde da und natürlich sage ich das jetzt so leicht dahin und die meine ich auch nicht. Aber Leute, die da ihren Urlaub machen wollen, lasst es sein. Fahrt irgendwo hin, wo die Regierung netter ist zu euch.
29:01 Gavin Karlmeier
Naja, vor allem nicht, er reißt nicht in ein Land, in dem faschistische Methoden durchgedrückt werden. Absolut. Also in dem Moment, wo das Volk eingeschüchtert wird und naja, das, also allein die Tatsache, dass sie ihm gegenüber sitzen und sagen, Pass auf, Kollege, du gibst mir dein Handy oder du kommst in den Knast. Allein diese Methode, diese aggressive Methode, die hier ja auch total mit Einschüchterung spielt. Ist ja schon der erste Grund, da nicht einzureisen.
29:30 Lorenz Meyer
Ja. Wie würdest du das jetzt eigentlich handhaben mit der Türkei? Würdest du Sommerurlaub machen in der Türkei oder nach Istanbul?
29:38 Gavin Karlmeier
Nee, habe ich auch schon länger nicht kein gutes Gefühl mit und deswegen nicht gemacht.
29:42 Lorenz Meyer
Und mir ging es nämlich auch so, ich hätte gerne irgendwie, also ich bin, muss demnächst wieder einen Monat mich zum Schreiben zurückziehen. Alle Leute schwärmen total von Istanbul und ich glaube, das ist eine tolle Stadt mit tollen Menschen, das ist eine tolle Metropole mit Ost und West, die Verschmelzung und das Wasser dazwischen und Also ich kann dem irre viel, also ich gucke da immer mal wieder wehmütig hin, aber ich habe kein gutes Gefühl und ich wüsste, wenn ich mir da jetzt eine Airbnb nehme oder eine Ferienwohnung oder so, ich. Hätte nicht diese Grundentspannung, die ich brauche. . .
30:20 Gavin Karlmeier
Genau, denn man muss der durchaus trennen. Ist ja eine kleine Sommerfolge heute, ist auch mal schön. Nein, aber man muss ja durchaus trennen zwischen den Menschen, die dort wohnen. Das ist ja alles kein Grund, nicht dahin zu reisen. Im Gegenteil. Absolut. Die Leute, die dort wohnen, das sind. . Man will die ja besuchen, man will eine Kultur kennenlernen, man will das Leben kennenlernen. Aber in dem Moment, wo du dir Sorgen um deine eigene Sicherheit machst oder in dem Moment, wo du auch das Gefühl hast, einen System zu unterstützen, das du nicht unterstützen möchtest. In dem Moment triffst du die Entscheidung ja auf anderer Grund Grundlage.
30:52 Lorenz Meyer
Ja, und weiß ich, ob ich irgendwann mal Jan Böhmermann geliked habe und die sagen, Jan Böhmermann ist das Böse der Welt. Jeder, der Jan Böhmermann geliked hat, ist auch ein Böser. Das weiß ich ja alles nicht, was die wiederum, was für absurde, abwegige Sachen in den Köpfen dieser Geheimdienstbürokratie und Autokratie abläuft. Und ja, und von daher ist das ja auch vollkommen irrational und und alleine, weil es so irrational ist, Also ich würde normalerweise würde ich sagen, naja, da wird wahrscheinlich nichts passieren. Klar, da wird wahrscheinlich nichts passieren. Aber das reicht einem ja nicht. Man möchte eigentlich mit dem Gefühl irgendwo hinfahren zu wissen, ja, ich werde da nicht von diesem Staat jetzt weggeknastet.
31:46 Gavin Karlmeier
Ja, und wenn du zum Beispiel Studierender bist, der gerade in die USA einreisen möchte, dann ging das ja jetzt seit einigen Wochen nicht, weil dort die Einreise für Studierende ausgesetzt wurde. Es gibt kein Studierendenvisum derzeit. Das wird aber jetzt offenbar, wie mitgeteilt wurde, ein bisschen gelockert, wenn du bereit bist als Studierender, deine kompletten Social-Media-Profile auf öffentlich zu stellen und den US-Behörden mitzuteilen.
32:11 Lorenz Meyer
Ja, also jetzt mal auch wieder privat, wer, wenn ich jetzt Studierender wäre, selbst wenn ich mich jetzt überwinden würde und würde das machen was eigentlich, ja, was würde ich schon mal nicht machen, aber okay, sagen wir mal, ich mache es jetzt. Mit dem Gefühl dahin zu fahren, es ist doch vollkommen eine Willkür. Wir erleben es ja bei Donald Trump, der ändert ja sowieso seine Meinung alle zwei Wochen oder alle zwei Tage. Ich kann doch da gar nicht in Ruhe ein Ja dann verbringen, wenn ich das Bewusstsein habe. Das kann sich jederzeit ändern, dann finden Sie doch was oder was gestern noch erlaubt war, ist heute auf einmal nicht erlaubt. Oder der Kollege neben mir aus den Philippinen, den holen die auf einmal ab und dann sitze ich da und werde Zeuge, wie der auf einmal verschleppt wird. Und es geht ja alles gar nicht mehr.
33:02 Gavin Karlmeier
Ja, vor allem, weil halt, also die Formulierung ist, bei der Prüfung sollen nach Postings oder Nachrichten gesucht werden, die als feindselig gegenüber der USA, der Regierung, der amerikanischen Kultur, den Institutionen und den Gründungsprinzipien des Landes angesehen werden könnten. Und da reicht halt wirklich ein Meme geschickt zu kriegen, wenn du da Leute hast, die halt das Gefühl haben, nee, so nicht, dann halt so nicht. Und in einem Rechtsstaat hast du aber nicht die einzelne, die Gewalt in Einzelpersonen, die über dich jetzt gerade entscheiden können und über dein Im Zweifel nächstes Jahr. Das ist nicht die Idee eines Rechtsstaates, in dem du einen Prozess theoretisch anstreben könntest.
33:36 Lorenz Meyer
Genau, du musst ja damit rechnen, dass da irgendwie eine Horde von schwarzen Kapuzenmännern kommen. die sich noch nicht mal ausweisen, die keine Nummern haben zur Identifikation, die dich da irgendwie überfallen. Also ich habe neulich einen Podcast gehört, da hieß es. . Diese Behörde Eis heißen die ja glaube ich, ne? ICE.
33:56 Gavin Karlmeier
ICE, ja genau.
33:57 Lorenz Meyer
ICE, genau. Die würden jetzt teilweise vor den Gerichten lungern. und Leuten auflauern, die zu Gericht gehen, um ihren Status irgendwie zu sichern.
34:10 Gavin Karlmeier
Ja, auch vor den Migrationsbehörden. Da, wo die Leute hingehen müssen, um sich sozusagen anzumelden. Davor werden die sozusagen mitgenommen, verschleppt und ihnen wird gesagt, du hast dich nicht in dieser Behörde gemeldet, jetzt musst du leider ausreißen.
34:22 Lorenz Meyer
Ja, es ist wirklich George Orwell mäßig.
34:24 Gavin Karlmeier
Ja, es ist wirklich. Und um das nochmal, um da noch einen draufzusetzen, Es gibt zwei sehr große Welbeagenturgruppen. Das ist auf der einen Seite die Omnicom und auf der anderen Seite die Interpublic Group. Die sind deswegen bemerkenswert, weil wir über die schon mal gesprochen haben, weil die. auch solche Rahmenverträge mit Ex abgeschlossen haben, weil sie dort werben oder für ihre Kunden versuchen, Werbeplätze zu verkaufen, jedenfalls. Die beiden wollen sich, wollen fusionieren jetzt, was ein Riesendeal ist in dem Werbeagenturenmarkt. So, die Ftc, die Handelskommission, würde dieser Fusion sogar zustimmen, unter der Bedingung, dass das neu fusionierte Unternehmen sich nicht aus politischen oder ideologischen Ansichten weigert, Anzeigen auf Plattformen zu platzieren. Also es wird von vornherein gesagt, ihr dürft fusionieren, aber wenn ihr euch dann entscheidet, aus ideologischen oder politischen Gründen nicht auf Ex zu werben, Dann ist diese Fusion nicht mehr rechtens.
35:20 Lorenz Meyer
Das ist unglaublich. Ja, es ist so vordergründig. Also es ist so mafiös. Das ist einfach ein Mafia-System.
35:29 Gavin Karlmeier
Genau so. Es ist einfach so durchschaubar am Ende.
35:33 Lorenz Meyer
Ja, es ist so platt, ne? In your face.
35:36 Gavin Karlmeier
Also unfassbar. Ist es wirklich, ja. Ja, wie machen wir weiter, Hörmer? Wir haben heute so ganz viele Meldungen, die alle so.
35:44 Lorenz Meyer
Ist ja noch eine Menge, ja.
35:45 Gavin Karlmeier
Wir haben noch einiges, ja. Wir fangen mal an mit NRW. Dort gab es nämlich eine, und das auch das ist eigentlich so eine Meldung, die ist gar nicht so groß an sich. Es gab hundertsiebzig Hausdurchsuchungen und Einsätze in einer bundesweiten Polizeiation, viele davon eben in NRW. In Bielefeld, Bonn, Düsseldorf, Gelsenkirchen, Dortmund, Hagen, Köln, Münster. Also in ganz schön NRW-Städten gab es eben einige Durchsuchungen. Festnahmen von Verdächtigen und so, weil es eine Art Aktionstag gegen Hass im Netz war Und es gab dazu auch den NRW-Innenminister Reul, der sagt, Menschen haben Unterschied zwischen Hass und Meinung verlernt und es ist aber was passiert, was ich. Es ist so traurig, das als bemerkenswert herauszustellen, aber die meisten dieser Hausdurchsuchungen und Festnahmen passierten, weil man hier auf der Suche nach Menschen war, die sich rechtsradikal im Internet geäußert haben, also die Volksverhetzung betrieben haben. die die Ausweisungen von Ausländern gefordert haben und so weiter und so fort in deren Ton, Und das war quasi der Auslöser für diese Hausdurchsuchung. Und ich finde, so eine kleine Good News hier mal so zu platzieren, dass sowas eben auch passiert, dass es eben nicht nur den Blickwinkel gibt wie Menschen, die eben dagegen vorgehen, Repression zu erwarten haben, wie auch immer, finde ich, ist eine gute Nachricht.
37:04 Lorenz Meyer
Absolut, ist eine gute Nachricht und und solange das jetzt nicht ist, weil jemand mal Schwachkopf gesagt hat, irgendeinem Politiker, finde ich das auch sehr gut.
37:13 Gavin Karlmeier
Ja, also tatsächlich waren wohl also der Großteil dieser Festnahmen eben auf Grundlage von rechtsradikalen Äußerungen. Es gab aber auch, ging aber auch um strafbare Beleidigungen gegen Politiker tatsächlich und in wenigen Fällen um extremistisch-religiöse Postings.
37:27 Lorenz Meyer
Oder linksradikale Postings.
37:30 Gavin Karlmeier
Aber immerhin die Mehrheit.
37:33 Lorenz Meyer
Ja.
37:33 Gavin Karlmeier
Was, also, wenn du dir zum Beispiel die Kriminalitätsstatistiken anschaust, siehst du Aus welchem Lager politisch motivierte Straftaten passieren. Es gibt eine Seite, die ein bisschen mehr Gefahr für die Gesellschaft darstellt als eine andere.
37:48 Lorenz Meyer
Naja, das sollten wir aber Alexander Dobrindt nochmal dazu fragen.
37:52 Gavin Karlmeier
Der Skalenmeister.
37:54 Lorenz Meyer
Ja, genau. Der Meister der freien Beweiswürdigung.
37:59 Gavin Karlmeier
Ganz genau der. So, und dann, wir bleiben noch ein bisschen in Europa. Und zwar hat die EU-Kommission jetzt gegenüber Euronews mal ein paar Fragen beantwortet, die tatsächlich interessant sind. Denn die Frage war, in dieser Woche. Läuft die Frist ab, und zwar am gestrigen Donnerstag. Da haben wir schon das Problem, weil wir nehmen diese Folge am Mittwoch auf, sie erscheint Freitag, aber am Donnerstag läuft die Frist ab, die Apple und Meta dazu zwingt. die Probleme zu beseitigen, wegen denen sie Strafe zahlen müssen. Auf der einen Seite ist das bei Apple der Verstoß gegen den DMA, weil Apple es eben nicht so einfach ohne weiteres möglich macht, für EntwicklerInnen alternative Bezahlmodelle oder App Store-Modelle anzubieten. So, das ist alles sehr, sehr schwierig. Auf der anderen Seite Meta, die dir gegen den DMA verstoßen, weil sie 200 Millionen Dollar Strafe, weil sie dieses Pay-or-Consent-Modell anbieten, nachdem du dein Recht auf keine personalisiertes Tracking nur dann wahrnehmen kannst, wenn du dafür bezahlst. So, da hat auch die EU-Kommission gesagt, das ist so nicht ganz richtig, nicht ganz rechtens. Auch da müsst ihr bitte nacharbeiten und eben entsprechende Strafenzahlen. Meter 200 Millionen Euro, Apple 500 Millionen Euro. Jetzt hat Our News gefragt, was passiert denn eigentlich, wenn Apple und Meta da jetzt nicht ihre Probleme beseitigen, wenn sie keine alternativen Modelle anbieten? Und wenn die Praktiken nicht mit den EU-Vorschriften in Einklang gebracht werden. Und die Antwort ist erstmal nix. Sie werden nicht mit Sanktionen rechnen müssen, wenn sie in Verpflichtungen nicht nachkommen. Es wird dann ein weiteres Untersuchungsverfahren eingeleitet.
39:37 Lorenz Meyer
Sie hören mich seufzen, ja.
39:40 Gavin Karlmeier
Lautstark.
39:41 Lorenz Meyer
Ja. Das kann es natürlich nicht sein, ja. Ich weiß nicht, ob da irgendwas ganz Kluges dahinter steckt, was wir jetzt übersehen haben, aber ich befürchte mal nicht. Sie können sich nicht dazu durchringen, glaube ich. Diese letzte Härte zu zeigen, diese letzte Konsequenz. Und das ist es aber, diese letzte Härte und auch die Eindeutigkeit, die braucht es.
40:10 Gavin Karlmeier
Ich glaube das auch, weil da ist eine Untersuchung gelaufen, die hat Monate gedauert, vielleicht sogar Jahre, aber auf jeden Fall Monate. Die Untersuchung ist zu einem Ergebnis gekommen und das Ergebnis war, hier liegt ein Rechtsverstoß vor. Dann wurde ein Urteil gesprochen und eine Strafe erhoben. Diese Strafe müssen die Unternehmen jetzt bezahlen und müssen diesen Rechtsverstoß beheben. Wenn sie das nicht machen, musst du nicht nochmal bei Null anfangen und gucken, ob all die Kriterien, die bis hierhin sozusagen schon einmal klar festgelegt wurden, immer noch erfüllt sind, denn offensichtlich sind sie das ja. Dass man sich da jetzt sozusagen hier, dass du diesen großen Bürokratieapparat hier hast, der am Ende dazu führt, dass die Unternehmen nochmal zwei Jahre Zeit kriegen und am Ergebnis nochmal, am Ende nochmal 200 Millionen Euro zahlen, was ein Fliegenschiss im Vergleich zu dem ist, was sie sonst an Einnahmen haben, das ist nicht zu erklären, finde ich.
41:01 Lorenz Meyer
Ja, das ist nur damit zu erklären, dass sie ja wohl außergewöhnlich große Lobbygruppen haben in Brüssel.
41:11 Gavin Karlmeier
Oder die Sorge vor Washington sehr groß ist.
41:13 Lorenz Meyer
Oder die Sorge vor Washington sehr groß ist, genau.
41:17 Gavin Karlmeier
Ja, stell dir vor, du überfällst eine Bank, nimmst 40 Millionen Euro mit, kriegst deine Strafe und musst sieben Jahre in Haft und dann kommst du raus. Und dann kannst du die 40 Millionen entspannt ausgeben, weil dir du nicht deine, sozusagen die Straftat, die du begangen hast, im bestmöglichen Sinne rückgängig machen musst oder beseitigen musst.
41:38 Lorenz Meyer
Ja, das geht nicht. Aber vielleicht kriegst du dann ein Knörchen, weil du vor der Bank falsch geparkt hast.
41:45 Gavin Karlmeier
Und dann kriege ich den Führerschein abgenommen, weil ich da jahrelang falsch geparkt habe. Das Auto steht aber immer noch dort. So ist es, genau so ist das. Ja, und wir bleiben noch weiter in der EU. Wir haben es aber gleich geschafft mit den ganzen EU-Meldungen. Denn es gibt offenbar, also es gibt schon seit vielen Jahren einen Monopolprozess oder eine Frage des Marktmissbrauches, Marktmachtmissbrauches gegen Google. Es wurde schon eine Rekordstrafe gegen Google erhoben und zwar schon 2018. Das ist schon ein paar Tage her. 4,34 Milliarden Euro wegen Marktmachtmissbrauch im europäischen Wirtschaftsraum wurden da verhängt, weil. Google offenbar vier Methoden nutzt, um anderen Mitbewerbern den Markteintritt zu erschweren. Konkret geht es hier um das mobile Betriebssystem Android. Und zwar macht Android folgendes. Also Sie haben das hier so aufgeschrieben. 2011 durften Gerätehersteller Google Play, das ist der App Store bei Android, nur dann installieren, wenn sie auch die Google-Suche mit geliefert haben. Das haben natürlich viele Hersteller gemacht, weil sie wussten, wir brauchen den Play Store, sonst empfehlen uns einfach viele Apps oder viele conveniente Möglichkeiten für die NutzerInnen an diese Apps zu kommen. Weil aber, weil die Leute das eben alles gemacht haben, hat dann Google weiterhin verboten, gleichzeitig andere Android-Geräte ohne Google auf den Markt zu bringen. Das heißt, du musst dich entscheiden, Möchte ich Android-Geräte mit dieser Google-Integration verkaufen oder ganz ohne? Du durftest nicht beides gleichzeitig anbieten. So, was eine sozusagen eine Art Vertragsstil war, bei dem die Leute halt sich friss- oder stirbmäßig dann entscheiden mussten. Als drittes hat Google dann vorgeschrieben, dass wenn du den Play Store anbietest, du auch Chrome, den Browser, auf deinem Telefon anbieten musst. und haben dann als viertes Mobilfunkanbieter und Gerätehersteller am Werbeumsatz beteiligt, sollten sie die Google-Suche installiert haben. Das heißt, sie haben dann auch noch so ein bisschen. Kleines Zuckerchen angeboten. Und das da aber wir sind jetzt befinden uns hier im März zwei tausend vierzehn, also es ist wirklich über zehn Jahre her Und die EU-Kommission hat halt gesagt, das ist alles eine Art von Marktmacht missbraucht. 4,3 Milliarden Euro bitte, zack, zack. Da hat Google dann versucht, in Revision zu gehen. Und haben Teilerfolg erzielt, denn das EU-Gericht hat gesagt, naja, die Teilung der Werbeeinnahmen, das ist schon okay, der Rest aber nicht, bitte zahlt trotzdem 4,1 Milliarden Euro. Also wirklich. Für Google kein großer Unterschied, diese 0,2 Milliarden, diese, wie viel ist das? 200 Millionen. 200 Millionen, danke. Mathe kann ich nicht. Und naja, die gehen auf jeden Fall jetzt immer noch weiter und versuchen jetzt immer noch vor dem EuGH Europäischen Gerichtshof hier diese Strafe irgendwie weiterhin zu verhindern. die seit vier Jahren eigentlich gegen sie verhängt wurde. Und jetzt hat aber die Generalanwältin, das ist eine Person in diesem Europäischen Gerichtshof, die sozusagen diese Fälle auf EU-Seite vertritt, Die hat schon mal eine Einschätzung abgegeben und interessanterweise richtet sich der EuGH in seiner Urteilssprechung sehr, sehr oft an diesen Empfehlungen der Generalanwältin. Und sie sagt, sie geht davon aus, dass Alphabet, also das Unternehmen hinter Google, wie es mittlerweile heißt, dass sie nicht davon ausgehen können, dass sich hier irgendwas an dieser Strafe ändern würde. Was so ein bisschen darauf hinweisen wird, dass der EuGH diese Strafzahlung nicht kassieren wird.
45:14 Lorenz Meyer
Ja, großartig.
45:15 Gavin Karlmeier
Immerhin. Immerhin. So, und dann haben wir die letzte EU-Meldung und dann haben wir es wirklich geschafft, Lorenz. Heute ist es ein bisschen Politik, aber du bist ja auch ein politischer Typ. Du bist ja so einer, du redest gerne über Europa und so.
45:29 Lorenz Meyer
Ja, natürlich. Ich bin Europäer.
45:31 Gavin Karlmeier
Du sitzt ja hier auch mit deinem EU-Pulli in unserem digitalen Raum.
45:37 Lorenz Meyer
Ja, genau, absolut.
45:40 Gavin Karlmeier
So, und zwar geht es um die DSGVO, die Datenschutzgrundverordnung. Das ist ja sozusagen der Punkt, der die zum Beispiel sozialen Netzwerke dazu zwingt, Datenschutzrechte von uns allen, von den NutzerInnen, eben auch im digitalen Raum zu schützen. Und wenn du jetzt aber zum Beispiel das Gefühl hast, Momentchen mal, irgendwie geht Meta gerade schlecht mit meinen Daten um, dann gehst du hier zu deiner Datenschutzbehörde oder zu deiner Bundesnetzagentur hier. Und dann sagen die, ja, können wir mal vor Gericht gehen, dann sagt das Gericht, ja, wir sind nicht zuständig, frag doch mal in Irland, die sind eigentlich zuständig, gehst nach Irland, sagen die, ja, aber ist in Deutschland passiert, geh mal dahin. So, und die schieben sich das die ganze Zeit hin und her und das ist ein Riesenproblem. Haben wir schon öfter darüber gesprochen. Deswegen soll es da jetzt eine neuregelung geben und diese neure Regelung wird ein sogenannter One-Stop-Shop-Mechanismus sein. Das heißt, es wird für jeden großen Player eine feste Datenschutzbehörde geben, die zuständig ist für solche Untersuchungen. Bedeutet also bei den Tech-Unternehmen wie Meta, Google, Apple und X tatsächlich die irische Datenschutzkommission.
46:41 Lorenz Meyer
Die irische Datenschutzkommission ist allerdings extrem Ja, da haben wir ja die richtigen.
46:46 Gavin Karlmeier
Genau, die ist extrem zögerlich mit Schlafzahlungen, weil sie eben dadurch, dass diese Unternehmen in Irland sitzen. durchaus ein gewisses Interesse daran haben, die eben auch dort zu halten. Man möchte nicht verärgern oder verprellen. Also sind wir mal ein bisschen zögerlich. Max Schrems, du hast ihn eben schon erwähnt, der Herr Gründer von Nana Fir Business, Neub. Der sagt, wenn es einen Preis für den schlechtesten EU-Gesetzentwurf des Jahres gäbe, wäre diese Verordnung ein Spitzenreiter.
47:13 Lorenz Meyer
Ja, wunderbar. Wie furchtbar, ne?
47:18 Gavin Karlmeier
Es ist heute ein bisschen.
47:19 Lorenz Meyer
Immer wenn man denkt, es könnte sich mal was tun, ja, dann ist es eher das Gegenteil.
47:25 Gavin Karlmeier
Naja, aber wir Menschen, wir verändern uns ja trotzdem. Es tut sich ja trotzdem was. Das ist jetzt meine Brücke ins nächste Thema.
47:33 Lorenz Meyer
Ja, ich bin gespannt. Ich bin sehr, sehr gespannt.
47:36 Gavin Karlmeier
Es gibt eine Studie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung. Und diese Studie besagt, dass ChatGPT und andere Chatbots die Art verändern, wie Menschen sprechen. Dafür wurden 280. 000 YouTube-Videos. analysiert und zwar vom Zeitraum vor der Markteinführung von ChatGPT bis zum Zeitraum nach der Einführung von ChatGPT. Und haben sich dabei auch akademische Inhalte angeschaut, aber eben nicht nur akademische Inhalte. Und sie sagen dass Wörter, die charakteristisch für ChatGPT bearbeitete Texte wie Delve, also Vertiefen, Realm Bereich bedeutet das, oder so Zone oder so, oder Midiculous. Für Akribisch, deutlich häufiger verwendet wurden, nämlich im Schnitt zwischen 35 und 51 Prozent als vor der Markteinführung von ChatGPT. Das ist interessant, oder?
48:28 Lorenz Meyer
Ja, das ist super interessant. Ich kann das auch so ein bisschen anekdotisch irgendwie bestätigen. Ich habe den Eindruck, dass das schöne Wort Beleuchten Dass das ziemlich oft jetzt vorkommt seit Chat-GPT. Oh, das ist spannend. Also, du musst mal darauf achten, wie viele Leute jetzt auf einmal schreiben, dass irgendwas beleuchtet wird. Und ich glaube, das ist ein reines Chat gebet die Wort.
48:55 Gavin Karlmeier
Das ist spannend.
48:56 Lorenz Meyer
So viel beleuchtet wurde seit Erfindung der Glühbirne noch nicht, wie jetzt gerade im Journalismus.
49:04 Gavin Karlmeier
Das ist eine sehr schöne Beobachtung, weil du hast recht, das Wort beleuchten taucht viel häufiger auf, als es früher aufgetaucht ist. Aber manchmal gibt es ja auch so Influencer für solche Begriffe. Also wenn dann, wenn man sich mal ehrlich macht zum Beispiel, was ja auch so seit zwei, drei, vier Jahren plötzlich grassiert. Diese Wortkonstruktion, die kommt ja nicht von der KI, sondern die hat ja Markus Lenz persönlich in unseren Wortschatz eingeprügelt. Und der taucht auch ständig auf, dieser Satz. Ich habe noch eine, hab so drei Emotionen dazu, zu dieser Meldung. Die erste ist, dass ich ein kleines Problem mit dem Versuchsaufbau habe, denn es impliziert ja, dass die Skripte dieser Videos nicht. von ChatGPT geschrieben wurden. . Oder er impliziert, dass. Ne, eigentlich genau das. Das würde ja, also das wäre ja die perfekte Erklärung, wenn die Skripte von diesen Videos von der KI geschrieben wurden. Dann ist ja offensichtlich, dass diese Wörter da drin auch verwendet wurden, würde aber dann nicht zwangsläufig den aktiven Wortschatz der Leute erklären. Sollten die sagen, sie haben sich 50 Videos zufällig ausgesucht und analysiert und 58 Prozent von denen haben keine Anzeichen des Ablesens gezeigt, was darauf hindeutet, dass KI-Sprache spontan übernommen wurde. Das ist mir aber zu wenig. Nach meinem Gefühl.
50:21 Lorenz Meyer
Aber ich bin noch kein Wissenschaftler. Ja, ja. Also ich meine, man kann sich schon vorstellen, dass da jetzt so Ping-Pong, befruchtende Effekte entstehen werden. Jetzt schreibt, ich schreibe dann jetzt irgendwie, ja, wir müssen das noch stärker beleuchten, diesen Effekt. Und dann liest die KI das wieder und denkt, oh toll, da hat jemand beleuchten gesagt. wirft das demnächsten wieder aus.
50:44 Gavin Karlmeier
Und plötzlich steht in Harry Potter das Wort beleuchten.
50:48 Lorenz Meyer
Genau, ja. Weil er sich den neuen Perry Potter Band natürlich Aus irgendeiner Raubkopie Börse rausgezogen hat. Genau.
50:56 Gavin Karlmeier
Die zweite Emotion, die ich habe. Ich habe aber was ähnlich Gegenteiliges beobachtet. Und zwar habe ich neulich, ihr habt das ja schon mal erzählt, dass ich manchmal Zeit auf Reddit verbringe und habe. . Jemand hat einen Text geschrieben und hat einen Vorwurf gemacht, tatsächlich ging es sogar um KI-Nutzung. Und in den Kommentaren hat jemand geschrieben, dieser Text liest sich aber ganz schön KI korrigiert. Und hab mir den Text nochmal angeschaut und hab da tatsächlich schon einige Rechtschreibfehler drin entdeckt, aber er war halt einfach gut geschrieben Er hat eben mit Groß-Kleinschreibungen, mit Kommasitzen gearbeitet. Dass also jetzt der Vorwurf entsteht, wenn du richtig schreibst, muss das eine KI gewesen sein. Ist eine totale Verdrehung der Tatsachen. Weil dir unterstellt wird, du musst dümmer als die KI sein. Du kannst gar nicht wissen, wie man Delph schreibt oder beleuchten.
51:47 Lorenz Meyer
Ja genau, deswegen gebe ich auch mein nächstes Manuskript gebe ich ganz bewusst ganz schundig ab.
51:52 Gavin Karlmeier
Mit Hand geschrieben. Und es gibt so andere Hinweise, ja. Also zum Beispiel bearbeite ich seit Jahren als großer Fan und man sieht das auch in den ganz alten Hagendern-Episoden in den Beschreibungen, da war ja. ChatGPT noch nicht so big wie jetzt mit halb geviertstrichen. Also das sind Gedankenstriche, die länger sind als der Bindestrich. Die werden aber häufig sehr oder werden sehr häufig im Moment als Anlass genommen, Dinge als KI generiert darzustellen. Was mich total ärgert, weil ich jetzt immer in dieser Bredouille bin. Das habe ich mir selber übrigens überlegt, das Wort, das kommt nicht von der KI. In der Bredouille bin. Will ich so schreiben, wie ich schreiben möchte oder will ich verhindern, dass Leute mir unterstellen, es hätte eine KI geschrieben?
52:36 Lorenz Meyer
Ja, ja, du kannst nur verlieren dabei. Genau. Das ist das Schöne daran, die ich diese Spiele.
52:42 Gavin Karlmeier
Das ist super ärgerlich. Und drittens. Dritte Emotion führt das aber noch weiter ja auch dazu, dass wir Menschen uns dann ja bewusst weniger klug verhalten, als wir könnten. Was am Ende, und damit ist die These der Studie tatsächlich bestätigt. Ja, die KI verändert, wie wir reden, aber nicht zum Guten, sondern sie verändert, wie wir reden und schreiben, aber dann so, damit wir nicht als KI induziert verdächtigt werden können.
53:11 Lorenz Meyer
Ja, aber das mit den Gedankenstrichen habe ich tatsächlich auch mit einem Kollegen schon besprochen. der genau das auch gesagt hat. Der schreibt Prosatexte und zwar wirklich gerne und leidenschaftlich und zwar schon vor Chat-GPT. Mit Gedankenstrichen. Und die Gedankenstriche, der kann im Prinzip die Taste, die kannst du jetzt aus der Tastatur rausreißen mit einer Zange.
53:35 Gavin Karlmeier
Es ist wahnsinnig ärgerlich. Die Rettung der Gedankenstriche. Wir kümmern uns drum. So, und jetzt verlassen wir mal ein bisschen Europa. Ich habe noch eine Meldung aus Japan, die finde ich aber auch hochinteressant. Es gibt eine Arbeitsgruppe im japanischen Innenministerium, die fordern dass die Regierung ein Rechtssystem bekommt, mit dem soziale Medien keine Monetarisierung von Inhalten durchführen dürfen, während Naturkatastrophen stattfinden, um somit die Verbreitung von Falschinformationen zu verhindern.
54:07 Lorenz Meyer
Ja, das ist eine kühne Idee. Das würde mich mal interessieren, ja, wie kriegt man das umgesetzt? Kriegen Sie das auch umgesetzt? Das ist jetzt nur so ein freiwilliger App. Also ja, wie verstehe ich das jetzt? irgendwie ein Erdbeben und und irgendein Japaner macht ein KI-Erdbeben. Um jetzt gerade dieses Momentum auszunutzen und schaltet da Werbung drauf auch noch.
54:39 Gavin Karlmeier
Genau, bei YouTube oder bei Instagram wirst du dann beteiligt an den Einnahmen. Und deswegen fangen Leute an, Videos zu erstellen, die noch reißerischer, noch emotionalisierender und noch falscher sind häufig, um Menschen dazu zu bringen, sich deine Videos anzuschauen, sie weiterzuschicken, um damit Geld zu verdienen. Wenn Sie damit kein Geld verdienen dürfen, so die These des japanischen Innenministeriums, die ich auch im Fragezeichen versehen würde, aber vielleicht aus einem anderen Grund, wenn Sie das nicht mehr dürfen, haben Sie keinen Anreiz mehr, diese Videos zu erstellen, also machen sie das auch nicht mehr, also gibt es weniger Desinformation. Das ist ja so ein bisschen der Gedankengang dahinter. Man kann das, glaube ich, du brauchst keinen Kill-Switch, sondern du musst einfach nur das Koppeln an so Dinge wie Katastrophenschutz, wie nationaler Notstand, wenn der ausgerufen wird. Dürfen diese Gelder nicht generiert werden. Das ist relativ schnell gelöst. Sieht man daran, dass Facebook, ärgerlich, dass Facebook leider so mal so ein Feature hatte, diesen Safety-Check installiert hat, also die Möglichkeit, hieß das so? Ich glaube ja. Wo du sagen kannst, hier ist was passiert, aber du kannst dich selber als in Sicherheit kennzeichnen, damit deine Freundin zu Hause oder wo auch immer wissen, dass dir nichts passiert ist. Das heißt, es gibt offenbar ja schon eine Verquickung dieser Systeme zwischen Katastrophen und den Netzwerken.
55:54 Lorenz Meyer
Aber, ja, genau. Soll ich meinen Aber zuerst sagen oder du deines?
55:58 Gavin Karlmeier
Nee, sag du deinen zuerst, wir haben wahrscheinlich das gleiche.
56:00 Lorenz Meyer
Ja, mein Aber wäre. Es wird nicht nur ums Geld gehen, die Leute werden das trotzdem machen.
56:05 Gavin Karlmeier
100 Pro, es geht wie immer auch um Reichweite.
56:08 Lorenz Meyer
Genau, ja. Und das reicht ja. Reichweite ist ja wie Geld. Nur dass sie dann halt ein bisschen später kommt vielleicht.
56:14 Gavin Karlmeier
Ganz genau.
56:15 Lorenz Meyer
Das Geld.
56:16 Gavin Karlmeier
Genau, das ist so, man investiert in die Zukunft. Ja. Man sagt dann so, ja, es ist jetzt eine Katastrophe, ich kann da kein Geld mit verdienen, aber du musst es ja, du musst es langfristig rechnen. Genau, richtig.
56:27 Lorenz Meyer
Ich habe dadurch 5000 Follower mehr, genau, ja. Ich habe dafür den blauen Haken gewählt für diese Sache.
56:35 Gavin Karlmeier
Der behackte Lorenz. Wir haben noch ein paar Funktionen und Emotionen hier. Hast du Bock? Ah ja, unbedingt Emotionen brauche ich.
56:42 Speaker 3
Ich muss mich fühlen.
56:44 Gavin Karlmeier
Funktionen und Emotionen. Hunderttausendmal schon gerüchteweise so gesprochen. Jetzt soll er offenbar tatsächlich kommen. X wird einen Marketplace für ungenutzte Nutzernamen etablieren.
57:00 Lorenz Meyer
Ja, das ist einfach so überflüssiger Stuss und passt so zu dieser beknackten Plattform. Also, macht weiter so. Macht aus diesem Ding eine komplette Lachnummer und einen komischen Flohmarkt. Also.
57:17 Gavin Karlmeier
Instagram führt die Möglichkeit ein, dass Reels bis zu 20 Minuten länger haben dürfen.
57:25 Lorenz Meyer
Ja, das wirst du gut finden, ne? Nee?
57:28 Gavin Karlmeier
Nee, ich finde ja, ich habe ein Riesenproblem mit dieser Gleichschaltung aller Funktionen. Und ich finde du hast jetzt relativ stark in den Markt gedrückt, dass die Leute lernen, dass es dieses Kurzvideo-Format gibt. Man hat relativ lange gebraucht, sich irgendwie auf eine Währung oder auf eine Einheit zu einigen. Ob die jetzt 60, 90, 120 Sekunden, drei Minuten lang sind, ob die 9 zu 16 sind oder 4 zu 5 sind, ob also all diese Dinge, die wurden ja noch so ein bisschen ausgemakelt, aber wir haben uns da so irgendwie auf so einen Weg geeinigt, dass wir uns jetzt mit drei Minuten irgendwie ganz. . Gut verstehen. TikTok erlaubt das bis zu einer Stunde, aber ich sehe das in meinem Instagram-Nutzungsverhalten und dem Nutzungsverhalten der Leute, die ich so beobachte, wie sie Instagram benutzen, sehe ich nicht, dass jemand 20-minütige Reals guckt.
58:13 Lorenz Meyer
Ja, stimmt. Und wenn man einen 20-minütigen Inhalt hat, dann kann man den ja auch anders platzieren.
58:21 Gavin Karlmeier
Ja, kannst damit zum Beispiel Geld verdienen dann. Ja. Bei YouTube. So, Instagram hat offenbar auch, bei den ersten NutzerInnen ist es nämlich jetzt angekommen: einen Don't Vote-Button. Für Kommentare eingeführt. Also du kannst quasi Kommentare herunterstufen mit einem Daumen runterknopf.
58:42 Lorenz Meyer
Als Inhaber des Profils
58:47 Gavin Karlmeier
Nee, auch als andere. Also wenn die Tagesschalt eine Nachricht postet, dann schreibt da jemand runter, nee, egal, ich bin reich, dann kannst du da auf den Pfeil runterklicken und ganz anders finde ich aber egoistisch.
58:57 Lorenz Meyer
Ja, das soll für Interaktion sorgen.
59:00 Gavin Karlmeier
Genau.
59:01 Lorenz Meyer
Dass man noch länger da bleibt, dass man sich noch mehr damit beschäftigt.
59:05 Gavin Karlmeier
Ja, auch für YouTube ist jedes Signal ja hilfreich. Also bei YouTube zum Beispiel, wir sind jetzt hier bei Instagram, aber bei YouTube zum Beispiel. Kannst du ja bei jedem Video mag ich und da mag ich nicht drücken.
59:14 Lorenz Meyer
Ja.
59:15 Gavin Karlmeier
Und selbst mag ich nicht, hilft ja dem Video, weil es dabei hilft, zu verstehen, für welche Menschen es geeigneter wäre.
59:20 Lorenz Meyer
Ja, und genau, und das führt ja dazu, ich gucke jetzt gerade sehr viel YouTube und das führt dazu, dass die YouTube-Kreatoren ja jetzt immer sagen, abonniert den Kanal, das kostet nichts, gebt ein Like oder so. Und dann sagen sie fast immer jetzt. Und Schreibt irgendwas für den Algorithmus in die Kommentare. Und ja, es wird ja halt immer absurder.
59:45 Gavin Karlmeier
Und drückt die Glocke. Könnt ihr übrigens bei diesem Podcast auch. Also das muss ich mal, können wir auch mal jetzt machen. Machen wir so selten Werbung für. Wenn ihr Haken drin gerne hört, ihn aber, den Podcast aber nicht abonniert habt. Hilft uns das, solltet ihr das tun. Also solltet ihr bei Apple Podcast oder Spotify hier noch nicht abonniert haben, nicht die Glocke angemacht haben, macht das sehr gerne, es würde uns tatsächlich helfen.
01:00:06 Lorenz Meyer
Ja, und schreib mal eine nette Rezension, schreib mal eine nette Rezension für Gavin.
01:00:10 Gavin Karlmeier
Guck, jetzt haben wir es genauso gemacht wie die YouTuber, die du gerade angesprochen hast. Ich finde das Stonevoten interessant, weil das so ein bisschen dir dabei hilft. die Kommentare algorithmisch zu sortieren, aber eben nicht nur auf Grundlage der positiven Verstärkung. Und wer bei Reddit ist es sehr gelernt Und da würde ich mir das, also da funktioniert das auch. Bei Instagram wird das wahrscheinlich aber auch häufig als Waffe eingesetzt werden. Und das finde ich nicht gut. Deswegen, ich weiß nicht, ob du in ein so gelerntes, großes Geflecht einen so maßgeblichen Unterschied in die Art und Weise, wie Menschen dort kommunizieren, einbauen kannst, ohne dabei große Schäden zu erleiden
01:00:47 Lorenz Meyer
Ja, aber genau, es zahlt alles ein auf dieses Konto Krawall. Wir wollen mehr Krawall. Ja. Und wir nehmen Kollateralschäden in Kauf. Weil wir mit dem Krawall bleibt am Ende mehr hängen.
01:01:03 Gavin Karlmeier
Ja, das Traurige ist, es gibt eigentlich aus Metasicht, aus wirtschaftlicher Perspektive gibt es gar keinen Kollateralschaden. Denn wenn die Leute mehr interagieren, ob positiv wie negativ, ist das am Ende Gewinn.
01:01:17 Lorenz Meyer
Ja, nur es treibt, es ist natürlich so ein Polarisierungstreiber auch. Es bringt ja. Ja, es wird es dafür sorgen, dass wir einen gepflegten Diskurs haben oder wird es die Leute perspektivisch noch mehr in dieses. Das ist gut, das ist schlecht. Das ist gut, dass es böse reintreiben. Vermutlich in diese Lager, dass wir noch mehr Lager denken haben.
01:01:48 Gavin Karlmeier
Und dass es auch dem Algorithmus einfacher gemacht wird, diese Lager zu identifizieren, ne?
01:01:53 Lorenz Meyer
Ja.
01:01:54 Gavin Karlmeier
Alle Signale. Alles Signale. Und dann habe ich zu guter Letzt eine Meldung über ein Netzwerk, über das wir hier, glaube ich, vor ziemlich genau zwei Wochen gesprochen haben. LastFM. Wie aus dem Nichts kommt jetzt eine Meldung von LastFM. Und zwar hat Last FM vermutlich schon länger, so eng begleiten wir das hier nicht. Aber ein Premium-Modell. Also du kannst quasi LastFM Premium nutzen. Und die Möglichkeit, deinen Nutzernamen zu verändern, wird jetzt ein Premium-Feature. Und das ist schon eine clevere Idee, um Leute dazu zu bringen, zumindest einmalig für dieses Premium-Feature zu zahlen, damit du, wenn du mit einem Kleinamt unterwegs warst oder mit dem alten Nickname, den nochmal zu ändern.
01:02:34 Lorenz Meyer
Ja, das ist eine gute Idee. Das ist wirklich eine fantastische Idee.
01:02:38 Gavin Karlmeier
Ein sogenannter Markthack. Ja, und mehr habe ich heute nicht, Lorenz. Hast du noch irgendwas so etwas gemacht? Das ist doch fantastisch.
01:02:46 Lorenz Meyer
Nein, nein, nein. Ja, höchstens den Discord-Kanal, den würde ich gerne nochmal verkaufen.
01:02:51 Gavin Karlmeier
Oh, macht das doch mal.
01:02:52 Lorenz Meyer
Ja, also kommt doch alle in diesen vorzüglichen Discord. Von Haken dran. Da treffen sich mittlerweile, ich glaube, fast 2000 engagierte Leute.
01:03:02 Gavin Karlmeier
1800
01:03:04 Lorenz Meyer
Ja, dann mach doch bitte mal die 2000 voll.
01:03:09 Gavin Karlmeier
org ist es ein fantastischer Ort, es macht wahnsinnig viel Spaß. Alle Dinge, die gestern passiert sind, weil wir diese Folge, wie angekündigt, bereits am Mittwoch aufgezeichnet haben, könnt ihr auch dort schon lesen, bevor ihr sie Montag hier hört. Wenn ihr Montag wieder hier sein werdet, ich freue mich auf euch. Wir hören uns am Montag wieder. Ab ein ganz tolles Wochenende. Lieber Lorenz, vielen Dank, dass du da warst. Gerne, bis bald.