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Folge 451 · 16. Juli 2025 · 1:10 Std.

Datensch(m)utz und Regierungsaufträge

mit Torsten Beeck

Das neue Internet ist längst da. Entweder, wir trainieren mit unseren Fotos und Videos eine KI – oder aber wir bekommen direkte KI-generierte Inhalte vorgesetzt. Bots reden mit Bots – was solange zumindest nicht nur problematisch ist, solange niemand den Bots sagt, sich doch bitte den Nachnamen eines Diktators zu geben.

Kapitelmarken

KI-generiert

00:00 Hallo Torsten!

03:04 Finger weg von WeTransfer

05:54 Der ewige Teufelsscheiß von Grok 4

17:40 X wird in Deutschland immer unbeliebter

24:36 Community Notes – ein Resümee

26:19 Neues von der “America Party”

32:29 Kauft Apple Mistral?

43:12 Altersverifikation im Internet

51:14 Funktionen und Emotionen

01:03:56 Versöhnlichkeit des Tages

Transkript

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00:01 Intro

Hakendran, das Social Media Update der CT.

00:06 Gavin Karlmeier

Hallo Thorsten. Hi Gavin. Bei mir ist heute Thorsten Beeg, Chefredakteur Heise Medien und Chefredakteur Haken dran. Der, ähm, ich sage immer Mäzen, das ärgert ihn, wenn ich das sage.

00:16 Torsten Beeck

Das ist immerhin nicht mein Geld, das ich ausgebe, also bin ich auch kein Mäzen. Wie sind die Vibes bei dir? Die Vibes sind super, bis auf das sich ja tatsächlich jetzt durch den Klimawandel herausgestellt hat, dass Mai und Juni wohl der Sommer ist und der Juli ist die Regenzeit. Das finde ich ein bisschen unangenehm, aber ansonsten ganz gut.

00:33 Gavin Karlmeier

Okay, das nehmen wir so mit. Ich bin ein bisschen erkältet, wie man vielleicht hört. Und es ist so, als hätte Nicole das Gejinkst. Ich weiß nicht, ob sie das in der Folge oder kurz davor zu mir sagte. Sie meinte zu mir, Gavin, du bist ja diesmal gar nicht angeschlagen. Und da habe ich gesagt, ja auch mal schön. Und wirklich einen Tag später, bam, kranker über.

00:49 Torsten Beeck

Ja, du siehst aber trotzdem aus wie das blühende Leben, insofern alles gut. Ja, dann hat es.

00:53 Gavin Karlmeier

Man kann das ja auch im Internet sehen.

00:55 Torsten Beeck

Da bei, wie du sprichst, insofern.

00:57 Gavin Karlmeier

Ja, bei YouTube, bei PeerTube kann man mich sehen. Und so. Wir fangen heute mit einem Service-Thema an, aber eins, das ich für ziemlich fatal halte. Und zwar WeTransfer. Das ist dieser Service, bei dem du Videos und Dateien hochladen kannst, um sich schnell jemand anderem zu schicken. Ähm, schickst du ihm deinen Link, kann du sich das runterladen. Die haben schon am 23. Juni, also schon vor einem Monat, ihre Terms of Services verändert, also ihre Nutzungsbedingungen und haben darin einen Passus aufgenommen, der lautet, dass du. mit dem Ho-Upload deiner Daten ein weltweites, nicht exklusives, lizenzfreies, übertragbares und weiter lizenzierbares Recht abgibst, diesen Content zu benutzen, um damit Werbung zu schalten, den eigenen Service zu verbessern, Technologien oder Services zu nutzen oder damit Machine Learning Modelle zu trainieren. Bedeutet also, wenn du, wenn ich jetzt hier diese Folge fertig hochgeladen habe und ich würde sie dir schicken zum Drüberhören, könnte mit dieser Episode oder mit diesem Video hier Könnte WeTransfer ihre KI-Modelle weiter trainieren oder aber dieses Video sogar weiterverkaufen, damit andere damit ihre KI-Modelle trainieren können.

02:10 Torsten Beeck

Das würde ich ungern haben. Ja. Da wird es mal so ganz, also ist für mich, ehrlich gesagt, es ist einfach ein Grund, das nie wieder zu benutzen, muss man ganz klar sagen. Absolut. Also in dem Moment. Wo ich mich, also es ist ja eh jetzt kein wirklich sicherer Übertragungsweg, es ist ja eher so ein USB-Stick, den man irgendwo auf eine Bank legt, und Man sagt jemandem Bescheid, aber im Prinzip kann jeder kann nicht jeder den abholen, weil man sich da ja auch nicht anmelden muss, theoretisch und so. Man kann das ja auch professionell nutzen, aber ist so, ich sag mal, die Grundfunktion, ich habe irgendwie eine große Datei und ich Schick dir einfach einen Link und jeder, der den Link hat, kann das nutzen. Das ist jetzt ja kein wirklich sicherer Übertragungsweg. Aber in dem Moment, wo man da. Wo das weiterverkauft werden kann oder zum Nutzen von KI-Modellen genutzt werden kann, kann da halt alles mit passieren . . Und es ist komplett intransparent und also aus meiner Perspektive eigentlich unbenutzbar.

03:03 Gavin Karlmeier

Vor allem damit jetzt, ja, würde ich komplett zustimmen. Es gibt Alternativen, es gibt Swiss-Transfer zum Beispiel, die liegen auf Schweizer Servern, die machen das bislang nicht. Wir sind mit denen nicht verwandt, es gibt keine Geschäftsverhältnisse, das ist nur eine kleine Empfehlung, falls ihr in der Alternative sucht. kriegt ihr 20% Rabatt bei den Kindern. Kriegt ihr 20 Gigabyte mehr Speicherplatz. Ich finde das aber eine fatale Fehlentscheidung des Managements und Retransfer. Weil ich bin jetzt viel in der Medienbranche so unterwegs, arbeite da viel, auch mit so Fernsehproduktionsfirmen zum Beispiel. Und ich kann dir sagen, es ist gang und gäbe, sich mal ganz schnell kurz eine Aufnahme über WeTransfer rüberzuschicken. Hier kannst du mal schnell draufschauen. Wenn du weißt, dass damit am Ende eine KI trainiert wird mit Material, das entweder noch nicht oder vielleicht auch gar nicht zur Veröffentlichung bestimmt ist, muss man sich natürlich sowieso fragen, ist es so schlau, das auf einen offenen Server zu legen, aber Wenn du weißt, die können das jetzt hier sozusagen sublizenzieren, einfach verwenden, auch ob sie es tun oder nicht, ist das ein absoluter Schuss ins Knie, weil das wird dazu führen, dass viele, viele, viele Menschen diesen Service nicht mehr nutzen werden.

04:05 Torsten Beeck

Ich bin da nicht so tief in die Nutzungsbedingungen eingestiegen. Gilt das denn auch für die Pro-Accounts, also auch für die, für die ich zahle? Gibt es keine Trennung für diesen Passus? Weil das wäre für mich tatsächlich, also ich hasse ja diese Aussage von wegen irgendwie, wenn, wenn, wenn es nichts kostet, bist du die Ware. Das ist so halb richtig, aber in diesem Fall. Ist das ja so ein bisschen so. Tatsächlich, wenn das in irgendeiner Weise transparent wäre, zumindest, und man könnte, indem man dafür bezahlt. das verhindern, dann ist das ja sowas, wo ich sagen würde, naja gut, irgendwo muss man ja auch Geld verdienen. Also ich habe so ein gewisses Grundverständnis dafür, dass Unternehmen auch Geld verdienen müssen. Aber Genau das, was du sagst, das sind ja im Zweifelsfall auch Daten, die sind nicht abgestimmt, die sind nicht freigegeben, die sind möglicherweise, sagt man, ja, das kann man auf gar keinen Fall veröffentlichen, da sind vertrauliche Informationen drin, da sind Gesichter noch nicht geblurrt. drin. Also da stecken ganz, ganz viele Probleme drin. Und deshalb sei ja, also kann man eigentlich nicht benutzen.

05:03 Gavin Karlmeier

So, das nehmen wir so mit, Leute. Kleiner Service hier zum Einstieg, bevor wir jetzt hier zu Jetzt müssen wir doch drüber sprechen, über Elon Musk sprechen oder wie immer. Neuer Tag, neues Grog-Chaos. Grog ist der Sprachmodell. von XAI, dem Unternehmen hinter X und eines der zahlreichen Unternehmen von Elon Musk. Und Grog 4 wurde ja vorgestellt, wir haben uns in den letzten Episoden schon diese neue Version, die neue Iteration von Grog uns angeschaut und es gibt eben auch Grog 4 Heavy, das ist das Premium-Modell, das Fürs 300 Dollar im Monat und damit macht es die totale Super Untersuchung und alles. Wenn du Grog 4 Heavy die Frage stellst Return your surname and no other text. Also schick mir deinen Nachnamen und nichts anderes. Dann denkt er kurz nach, es fühlt sich so ein Balken und er antwortet kommentarlos mit dem Wort Hitler. Und ich also, man würde ja sagen, gut, das ist eine Halluzination, das kann Fehler sein. Wir können auch gleich darüber sprechen, wie das entsteht und kann das sogar erklären. Aber In dieser ganzen Geschichte der letzten Tage, in der sich in der Grog eben aus vielerlei Gründen sich eben disqualifiziert hat als neutrale, faktenbasierte Maschine, die Antworten ausgibt. Muss man sagen, ist das hier ein weiterer Tiefpunkt?

06:18 Torsten Beeck

Ja, es ist halt, wenn das ein Einzelfall wäre, wo so eine KI irgendwelchen Quatsch macht, weil sie irgendwie Auf Basis von Memes oder von irgendwelchen Dingen, Daten aggregiert und irgendein Quatsch passiert da. Nur das ist ja, also bei Grog ist in den letzten Wochen Ja, also da fehlt ja kein Tag, wo nicht genau solche Dinge auffallen. Es zeigt ja auch so ein bisschen eine gewisse Tendenz, sag ich mal ganz vorsichtig.

06:48 Gavin Karlmeier

Genau. Also Che Guevara nennt sie nennt Grog sich bislang zum Beispiel nicht.

06:52 Torsten Beeck

Zum Beispiel, ja. Und Rosa Luxemburg auch nicht.

06:55 Gavin Karlmeier

Exakt. So, ähm, XAI hat ein Statement veröffentlicht, in dem sie sich entschuldigen ist falsch, es fällt weder das Wort sorry noch das Wort apologise, aber sie sagen, wir haben ein paar Schwierigkeiten mit Grog 4 festgestellt, die wir immediately investigated haben. Dazu gehört eben dieses What is your surname-Beispiel. Und sie sagen, es hat etwas mit dem viralen Meme zu tun, in dem Grog sich Mekka-Hitler genannt hat. So.

07:21 Torsten Beeck

Ja, aber das ist natürlich trotzdem absurd.

07:25 Gavin Karlmeier

Das ist ja auch keine Entschuldigung zu sagen. Naja, Grog hat sich selber erst Mekka-Hitler genannt, das haben wir dann auch korrigiert, aber naja, darauf bezieht er sich jetzt halt. Und das ist genau das, was passiert ist. Dadurch, dass Medien darüber berichtet haben, dass Grog sich so genannt hat, hat Grog eben daraus jetzt sich diese Antwort gezogen. Trotzdem, es ist vollkommen absurd, genau.

07:42 Torsten Beeck

Ja, und es ist einfach irgendwie, man weiß da wirklich nicht mehr, ob das so irgendwie so eine Spielerei ist und irgendwie so ein bisschen irre oder ob das so eine. Politische Machtprojektion ist. Also, es lässt einen immer so ein bisschen fassungslos zurück. Man lacht da auch so ein bisschen mal kurz drüber. Aber es ist einfach komplett irre, was da passiert. Ich freue mich auch schon sehr auf die ersten Videos aus Teslas, in dem Grog irgendwas macht, was man vielleicht gar nicht haben will.

08:11 Gavin Karlmeier

Das wird jetzt wohl passieren in den nächsten Jahren, denn in den USA ist das Software-Update jetzt schon gestartet, mit dem du auch GOG im Tesla benutzen kannst. Das wird toll. Perfekt. Um ganz kurz noch die Grog-Geschichte, um da, ich glaube, viel mehr Grog haben wir heute nicht, aber sie haben außerdem angekündigt, dass wenn du Super Grog hast, das ist das Modell, das 30 Dollar im Monat kostet, dann gibt es dort jetzt Companions, das sind so Avatare. So ein bisschen, du kannst ja bei ChatGP dir eine Stimme auswählen. Bei Grog bekommen die auch ein Gesicht und eine Animation und so. Und da gibt es im Moment zwei. Rudy, einen cartoon-artigen roten Panda, oder Anni, ein Anime-Avatar, das nur durch Sus trägt.

08:50 Torsten Beeck

Ja, äh, toxische Maskulinität in einen KI-Bot gebrannt. Das ist ich finde, ich finde es passt toll zu. Elon Musk.

09:03 Gavin Karlmeier

Stimmt. Aber weißt du, was ich so interessant finde? Es fing ja alles damit an, dass für dass der Preis damals diese vier, äh, diese Der Aktienkurs, zu dem Twitter übernommen wurde, da war irgendwie die 69 drin. Die 42 taucht immer mal wieder auf.

09:21 Torsten Beeck

Dann 88, ehrlich gesagt, auch. Häufiger mal.

09:23 Gavin Karlmeier

Auch das, genau. Die Tesla-Modelle heißen Modell S3X und Y, wie sexy. Alles ist so witzig, witzig gewesen. Dann die Geschichte mit dem Waschbecken. Aber das waren alles so Dinge. die so, äh, die so bei denen man schon das Gefühl hatte, dass das natürlich ein Humor ist, dass eine Mitte 50-Jährigen Alleinentscheider in großen Unternehmen eigentlich nicht würdig ist, vor allem nicht mit der Auswirkung, die dahinter steckt, aber ganz häufig in einem Abgesteckten Raum stattgefunden haben, die eigentlich keine Implikation auf das Drumherum hatten. Also, ob Elon Musk im Waschbecken oder nicht in die Ex-Twitter-Zentrale reinläuft, macht keinen Unterschied darüber, dass er es gekauft hat. So, jetzt aber, dass eben sich eines dieser Studien. State of the Art Modelle, das hier gerade überhaupt auf der Welt existiert, eben durch solche Dinge eben so verlustigt sexualisiert wird. Ich habe gerade Anführungsstriche in die Luft gemalt. Oder, und das ist die andere Geschichte, dass Tesla den Einzugsbereich der Robotaxis jetzt vergrößert hat. Und zwar einfach nur um zwei Schleifen links und rechts im Aus sind, damit. Die Kontur der Landkarte einen Penis ergibt in Austin. Das sind alles so Dinge, da muss man sagen, das ist einfach so Das ist so unangenehm.

10:37 Torsten Beeck

Leider musste ich lachen, weil es ist auch schon so ein bisschen mein achtjähriger Humor. Ein bisschen anspricht.

10:43 Gavin Karlmeier

Aber du bist eben nicht der mächtigste und reichste Mann der Welt.

10:46 Torsten Beeck

Naja, das ist genau, das ist halt immer der Kontext. Ich finde auch sowas wie, ob die Modelle jetzt zusammen sexy ergeben oder nicht. Ja, genau, das ist genau das, was du sagst. Das ist im Prinzip völlig egal. Aber in dieser das Gesamtbild ist halt einfach krass. Jeder Einzelne ist halt so ein bisschen. Das Gesamtbild ist einfach extrem unangenehm und ich weiß auch nicht, wer das wirklich. Also offensichtlich fand ich das ja gerade lustig, insofern muss ich ein bisschen aufpassen, was ich da bin. Aber es ist halt eben auch wirklich, es ist halt einfach so, so, so ein Humor. Also, wenn man älter als zwölf ist, sollte man da eigentlich nicht drüber lachen, inklusive mir.

11:23 Gavin Karlmeier

Eigentlich nicht. Aber ich frage mich tatsächlich so ein bisschen: also bei manchen Marken baust du ja so eine Legacy, so eine Geschichte um deine Brand auf. Und die kann ja auch über Humor passieren. Es kann ja durchaus sein, dass du irgendwie, wenn man sich so anschaut, es gibt dann so Ein ganz bekanntes Beispiel nehmen wir zum Beispiel die BVG, die da aus ihren Schwachpunkten in der Marketingkampagne so ein bisschen versucht hat, so mit Selbstironie zu sagen, ja, wir sind zu spät und wir kontrollieren eure Tickets und ha ha ha ha ha ha. So, that man hat das so unter einem Werber-Gesichtspunkt irgendwie verstehen können. Dann gibt es Unternehmen wie Apple, die das zum Beispiel überhaupt nicht tun. Da findet Humor ja eigentlich immer nur so when überhaupt in einer sehr milden, familienfreundlichen Art statt, aber alles andere ist immer sehr kennbar. Clean, sehr artsy, es ist alles sehr schick. Also man hat sich so dort auch eine Markenwelt gebaut. Die Markenwelt von Elon Musk ist aber, wie du sagst, die eines Achtjährigen. Also egal, ob du auch. Aber der ja eigentlich, das ist ja auch das, man weiß ja nicht mal, ob er wirklich Hitler gut findet oder ob er es witzig findet, dass Leute glauben, dass er Hitler gut findet. Und ich weiß gar nicht, was besser ist.

12:30 Torsten Beeck

Nee, nee, ich bin mir da tatsächlich auch nicht so sicher. Ich glaube auch, dass das bei ihm so ein Spaß an der Provokation ist. Diese Provokation ist natürlich wahnsinnig leicht, weil der einfach der reichste Mann der Welt ist. Das ist natürlich kann man sich wahnsinnig viel. Der merkt ja auch, ich kann mir alles leisten. Ist doch alles vollkommen egal. Was sollen die mir? So, er sieht ja auch, dass das irgendwie funktioniert. Er legt sich mit dem US-Präsidenten an und am Ende so, ja gut, mal gucken. Also läuft ja trotzdem. Und er. Also es ist so ein bisschen so ein Level, wie diese Provokation haben so ein bisschen was von so einem Debattierclub, wo jemand auch, also das könnte zumindest so sein, also vielleicht ist der auch so drauf. Vielleicht denkt er das auch tatsächlich, aber vielleicht ist es auch einfach wirklich nur so ein Debattierclub-Level, wo man denkt: Ich nehme jetzt mal das Extremste an, was möglich ist. Und sehe halt die Leute, die sich wahnsinnig aufregen, kriege wahnsinnig viel Aufmerksamkeit dafür, ich krieg Sichtbarkeit, ich kriege im Sinne von Social Media ganz viele Interaktionen. Und am Ende lache ich mich tot darüber, dass die Leute sich so aufregen über den Quatsch, den ich da mache. Das ist wahrscheinlich sogar noch die beste Variante.

13:47 Gavin Karlmeier

Weil sie eigentlich die harmloseste ist, obwohl sie in der Außendarstellung keinen Unterschied macht.

13:51 Torsten Beeck

Nee, genau, und schön ist es natürlich trotzdem nicht. Aber das ist noch die positivste Annahme. Die andere Annahme wäre, er meint das durchaus ernst und das wäre eigentlich noch trauriger.

14:00 Gavin Karlmeier

So ist das.

14:01 Torsten Beeck

Ich streite das eigentlich.

14:03 Gavin Karlmeier

Um jetzt noch kurz die Grog-Geschichten zu Ende zu bringen. Weil du sagst, er hat halt trotzdem damit Erfolg, ja, zum Beispiel darin, dass XAI auch angekündigt hat, dass es jetzt. Grog for Government gibt, eine Product Suite, die dazu führt, dass Unternehmen, die zur US-Regierung gehören, direkte Zugriffe auf diese Modelle bekommen. Und es gibt eben da auch direkt zwei neue Rahmenverträge oder zwei Ankündigungen, nämlich zum einen eine Rahmenverträge, Mit dem US-Verteidigungsministerium und dass diese Produkte jetzt mit dem General Service Administration Plan erhältlich sind. Das bedeutet, dass jedes Ministerium, jede Behörde und jedes Amt der Bundesregierung. XAI-Produkte einfach erwerben kann, dass sie sozusagen in diesem gemeinsamen Katalog jetzt drinstecken. Also, es ist völlig egal, was man da gerade macht. Und der Chatbot kann antworten, dass er sich selber Hitler nennt. Die Regierung sagt, ja, ist trotzdem sicher genug für uns.

14:55 Torsten Beeck

Ja, aber gut, wir wissen auch, wer die Regierung ist. Und gibt dafür auch 200 Millionen Dollar, glaube ich, aus. Also es ist so ein relativ großer Auftrag. Und also Kok hat ja ich sag mal auf positiv gesagt jetzt keine nachgewiesene Zuverlässigkeit Ähm, und keine vernünftige Transparenz und keine glaubwürdige Governance. Also d wie ich es ist völlig unklar, wie eine Regierung oder wie Regierungsbehörden auf die Idee kommen könnten das tatsächlich als als Tool zu verwenden. Also insbesondere im Kontext militärischer Logistik, Aufklärung, Cyber-Upwehr-Abwehr. wo im Zweifelsfall Fehlentscheidungen auch Menschenleben kosten können. Also das ist ja schon alles ziemlich irre. Und Also dass die Vorstellung, dass dieselbe Technologie, die auch so Anime-Softporn-Bilder erzeugt. . Auch für nationale Sicherheitsfragen eingesetzt wird, ist schon auch beängstigend und andererseits wirklich auch beeindruckend, wie Tief Mask inzwischen in staatliche Strukturen vorgedroffen ist, offensichtlich. Denn trotz diesem ja jetzt irgendwie gar nicht so freundlichen Verhältnis, das er mit Trump irgendwie zu haben scheint, ähm Verdient er mal eben mit so einem Auftrag 200 Millionen US-Dollar oder so ein seiner Unternehmen?

16:23 Gavin Karlmeier

Das ist schon erstaunlich. Übrigens nicht nur XAI, es gibt auch weitere Verträge mit OpenAI, Google und Entropic, alle im Rahmen von bis zu 200 Millionen US-Dollar. Also das Verteidigungsministerium rüstet da auf. Ja, XAI braucht aber tatsächlich das Geld, was dazu führt, dass nicht nur, wie wir angekündigt haben, SpaceX Geld in XAI investieren wird, sondern auch auf der nächsten Tesla-Aktionärsversammlung eine Abstimmung darüber stattfinden wird, ob auch Tesla in XAI investieren wird. Es ist halt dieses Spider-Man-Meme, bei dem Spider-Man auf Spider-Man zeigt.

16:57 Torsten Beeck

Ja, das entwickelt sich zu so einem Corporate Governance-Albtraum, ne? Also mit enormen Sprengstoff aus finanziellen Gründen, aus ethischen Gesichtspunkten. Das da wird Kapital irgendwie hin und her verlagert, Verflechtungen geschaffen und Interessanterweise dann auch von einem regulierten Unternehmen in ein unreguliertes, das schafft so Verflechtungen, die unabsehbare Folgen haben können. Also das gab es ja auch schon mal mit dem mit dem Solar City Übernahme.

17:38 Gavin Karlmeier

Da war das doch auch so, dass ähm Naja, oder als XAIX übernommen hat. Also dieser Deal, dass das eine Unternehmen dem anderen hilft, das ist ein Musk Playbook fest verankert, der ist fest verankert.

17:50 Torsten Beeck

Und er kontrolliert ja inzwischen die Infrastruktur mit Tesla und SpaceX, die Plattform-Ex, die KI, XAI und Dringt jetzt zum Beispiel in politische Kommunikation ein, indem Behörden, die die KI benutzen, im Zweifelsfall, um die nächste Präse zu bauen oder den nächsten Vortrag vorzubereiten.

18:14 Gavin Karlmeier

Das ist spannend. Das ist so. Und wenn man sich dann aber anschaut, wie reagieren eigentlich deutsche Unternehmen auf all das, dann schaut man sich nämlich an. Bitcom hat eine Umfrage gemacht. Und sie haben 602 Unternehmen aller Branchen ab 20 Mitarbeitenden durchgeführt. Und ich baller dir jetzt einfach mal so ein paar Zahlen runter und du kannst ja mal weiter einhaken, wenn du Gedanken hast. Also 63% der Befragten halten Elon Musk für gefährlich. 74% meinen, dass Personen mit so viel Einfluss auf soziale Medien wie Elon Musk keine politischen Ämter übernehmen sollten. Finde ich übrigens auch, andersrum gilt das auch. 66% sprechen sich generell gegen politische Ämter für aktive Führungskräfte großer Unternehmen aus.

18:56 Torsten Beeck

Ja, ich, ähm, das ist finde ich eine schwierige Diskussion, weil grundsätzlich Würde ich das auch sagen. Wir sehen das ja so ein bisschen auch in Deutschland, wenn man in seinem letzten Job für die Energiewirtschaft gearbeitet hat und jetzt sich Gedanken darüber machen soll, wie Deutschland seine Energieabhängigkeiten verändert oder verbessert, dass das gar nicht so gut ist, selbst wenn das der vorherige Job war. Und klar, ich meine vor allen Dingen bei Musk ist ja diese Konstellation, dass das ja auch zu so einem Selbstbedienungs Effekte bekommt. Also jemand, der zum einen Insights im politischen hat und Steuerungswirkung, das hat er jetzt ja gerade irgendwie nicht mehr. Das hatte er ja mal kurzzeitig, aber offensichtlich ist sein Einfluss da ja immer noch sehr, sehr groß. Aber die Kombination aus ich verkaufe der Regierung, ich verkaufe dem Land oder ich verkaufe dem Staat Dienstleistungen oder Waren und bin gleichzeitig der Auftraggeber ist Ich sag mal, aus kapitalistischer Sicht eine ganz gute Idee. Aber es ist natürlich also sollte sowas sollte nicht passieren. Und ich Ich würde auch einfach mal vermuten, dass das zumindest in Deutschland in der Form so nicht denkbar wäre. Es sei denn, man hat irgendeinen Kumpel, der Masken verkauft.

20:22 Gavin Karlmeier

58% der befragten Unternehmen, die noch X nutzen, veröffentlichen dort inzwischen weniger Beiträge oder gar nichts mehr. Insgesamt nutzen aber sogar nur noch 27% der befragten Unternehmen überhaupt Ex. Das war im Oktober 2023 noch 32%. 51% der Befragten schalten auf X inzwischen keine oder weniger oder gar keine Werbung mehr. Und 11% planen die komplette Account-Löschung in diesem bzw. im kommenden Jahr. 39% wollen ihr Profil allerdings trotzdem behalten, die es gesagt haben. Aber 85% aller befragten Unternehmen, auch die, die bislang kein Ex-Profil haben, fordern eine stärkere Kontrolle dieser Plattform. 80 Prozent der Befragten sehen X als Treiber gesellschaftlicher Spaltung. Das waren 2023 nur 52 Prozent, das ist also deutlich mehr. Und nur 21 Prozent aller Befragten finden Elon Musk stärker die Meinungsfreiheit. Das ist ein relativ klares Urteil, würde ich sagen.

21:15 Torsten Beeck

Ja, nun ist Ex in Deutschland ja ohnehin nicht so relevant gewesen. Da wir schon mal drüber gesprochen. Also ich habe auch immer noch einen Ex-Account, weil ich irgendwie Journalist bin und weil ich manchmal gerne Dinge sehe, die da passieren. Ich nutze das tatsächlich auch nicht mehr. Mein Account ist inzwischen privat. Es ist irgendwie nur noch so ein Zuschauer-Account, obwohl ich tatsächlich irgendwann mal doch so Core-Twitter-Nutzer war. Das ist halt inzwischen natürlich bei den auch bei den Werbetreibenden angekommen, dass das halt kein Brandsafe-Umfeld ist, wenn man da stattfindet, irgendwie zwischen irgendwelchen Spinnern und Rechtsradikalen. Dass man da mit seiner Werbung nicht unbedingt sein will, ist das eine. Und das ist natürlich auch einfach, also Unternehmen sind da dann im Zweifelsfall ja auch pragmatisch. Wenn da kein Traffic mehr kommt, wenn da keine Interaktion ist und wenn Im Zweifelsfall der Großteil der Dialoge, die da stattfinden, eher unfreundlich und toxisch sind. dann will man da als Marke auch nicht unbedingt sein. Und dann gibt es wahrscheinlich, und das war ja auch schon immer so. Also man muss ja auch sagen, Twitter war ja auch nie auf der Werbeseite wirklich erfolgreich. Weil es einfach auch nicht die richtigen Werbeformen auf der Plattform gibt. Also Instagram oder TikTok sind halt deutlich attraktiver für Werbetreibende und so verschiebt sich das natürlich auch nochmal. Aber es ist einfach kein seriöser Werbekanal mehr. Das ist halt so der Der frühere Geschäftspartner, der jetzt auf Telegram irgendwie ist und da irgendwie ihres Zeug macht und man denkt so: Ja, ja, ich hab diesen, die Nummer habe ich von dem noch, aber Ich guck da jetzt nicht mehr so oft rein, das ärgere ich mich nur.

22:51 Gavin Karlmeier

Ja, so Leute kenne ich wohl auch. Oder WhatsApp-Status. Ansonsten noch ein paar andere Zahlen. 90% der 1,76 Millionen eingereichten englisch- und spanischsprachigen Community-Notes seit Januar 2021 bis März 2025 sind nie veröffentlicht worden. Also 90% der Community Notes, die geschrieben wurden, hat niemand jemals gesehen. Ich habe noch ein paar andere Zahlen gleich, wir sind heute ein bisschen. Wir sind zahlenmäßig unterwegs, aber Community Nodes haben wir ja schon öfter hier so ein bisschen früher als gute Idee verstanden, aber die Ausführung hat eben ein paar Tücken. . Und die Haupttücke ist eben, dass die Leute, die darüber abstimmen, in eine Art Meinungsfeld vorhergesteckt werden und Leute, die unterschiedlicher Meinung sind, müssen dasselbe Urteil abgeben, damit eine Community Note sichtbar wird, was für viele Community Nodes eben das Todesurteil bedeutet.

23:44 Torsten Beeck

Ja, das ist natürlich irgendwie so ein paradoxes Symbol für komplettes Moderationsversagen. Also das ist ja mal gestartet als eigentlich eine ganz gute Idee. Also zu sagen, irgendwie Nutzer können einen Beitrag dazu leisten, Fakten zu checken oder Fakten zu ergänzen und irgendwie Dinge in Kontext zu stellen. Und die Community-Notes suggerieren halt eine gewisse Moderation. Also wenn man die sieht, dann denkt man, ah, okay, da kann man ja offensichtlich auch irgendwie, dann gibt es ja auch immer mal so Community-Notes, die hängen dann so auf so einem Mask-Post oder an einem. Trump-Post oder sowas. Dann sind sie immer wieder weg. Genau, dann sind sie wieder weg. Aber das Ganze ist natürlich wahnsinnig träge, total unsichtbar und offensichtlich ja auch nur der schöne, der schöne Deckmantel, der so ein bisschen einhüllen soll. Dass die meisten Dinge irgendwie dann sowieso nicht moderiert oder irgendwie kommentiert werden. Und es scheint ja dann eben auch so zu sein bei dieser Konstellation, dass man quasi in diesem gegenseitigen Lager die Leute steckt. Dass sich diese Lager in gerade diesen Themen wie Impfung, Krieg, Betrug, weiß ich nicht, also alle kontroversen Themen sich natürlich auch gegenseitig blockieren. Und dann ist das ganze verhältnismäßig witzlos. Also die Ex behauptet halt, die Inhalte würden von der Community kontrolliert. In Wahrheit ist das halt ein intransparentes, inaktives Algorithmisches Bürokratiesystem, das überhaupt keinen Wahrheitsgewinn oder zusätzliche, zusätzlichen Nutzen eigentlich liefert.

25:22 Gavin Karlmeier

Ja, leider ist das genauso. Ich habe so kleine Meldungen noch, die ich hier versprochen habe, die ich heute nachreichen möchte. Die anderen Zahlen, die wir haben, da kommen wir später nochmal drauf zu sprechen. Die sind so ein bisschen. Stimmen uns fast versöhnlich und deswegen schauen wir da am Schluss drauf. Wir wollen ja keine gute Laune haben. Nee, genau, die kommt später. Leute, die Mission dieses Podcasts ist erstmal brechen und dann neu aufbauen lassen. So machen wir das immer. Also Elon Musk will ja eigentlich eine Partei gründen oder hat das schon getan mit dem Namen America Party. Dafür müsste er die in jedem Staat anmelden. Also du müsstest also in jedem Bundesstaat eine Partei registrieren. Das wird gar nicht so einfach, denn zum Beispiel, sagt das New York Election Law im Staat New York, dass die Wörter American, America, United States, National, New York States Independence oder Independent nicht im Parteinamen enthalten sein dürfen. Was dazu führt, dass er sich in New York einen anderen Namen geben müsste als in anderen Bundesstaaten zum Beispiel.

26:17 Torsten Beeck

Ja, da hätte bestimmt eine KI geholfen, das mal durchzuchecken, ob der Parteiname überall funktioniert.

26:23 Gavin Karlmeier

Da bräuchte man nur eine gute KI für. Und also Hitlerparty ist in New York offenbar erlaubt, wäre vielleicht keine gute Idee.

26:30 Torsten Beeck

Ja, bin ich mir nicht so sicher.

26:31 Gavin Karlmeier

Ja, in New York, glaube ich, wird das nicht funktionieren.

26:34 Torsten Beeck

Nee, in New York funktioniert es tatsächlich nicht.

26:36 Gavin Karlmeier

So, gleichzeitig ist es relativ komplex, eben eine Partei zu gründen. Also, du musst zum Beispiel in Kalifornien 75. 000 Menschen als registrierte Mitglieder kriegen. Oder 1,1 Millionen Unterschriften sammeln, was wirklich viel ist. Das ist wirklich viel im Vergleich zu Deutschland. In Deutschland ist das deutlich einfacher. Ja. In North Carolina müsstest du es schaffen, dass Wie ist die Formulierung? Also, neue Parteien müssen Unterschriften für Petitionen von WählerInnen sammeln, die bei der letzten allgemeinen Wahl zum Gouverneur des Staates ihre Stimme abgegeben haben, sowie von Wählern aus drei verschiedenen Kongresswahlkreisen des Staates. Keine Zahl hier. Also es gibt extrem viele Hürden, so eine Partei irgendwie sexy zu kriegen oder möglich zu machen, legal zu kriegen. Das hat Elon Musk auf mal auch festgestellt, hat sich deswegen jetzt Hilfe gesucht. Er ist jetzt auf mehrere Leute zugegangen, zum Beispiel auf Andrew Yang. Das ist der, der die Forward-Party hat, eine sehr technologieorientierte Partei, die bislang eher versucht haben, Elon Musk für sich zu gewinnen. Das will er offenbar nicht. Dasselbe gilt für die Libertarian Party, libertäre Partei, ne, die so ein bisschen das Prinzip Petertil nach vorne bringt Auch die versuchen ihn eher dazu zu bringen, sich für ihn anzuschließen. Auch da hat er offenbar nicht so ein großes Interesse dran, mit wem er aber offenbar flirtet. Und das ist interessant, weil das so ein bisschen diese Formulierung von Musk, die neue Partei sollte ja für alle Wählerinnen und Wähler da sein und weniger Staat und sollte allen mehr Geld zur Verfügung stellen und so. Er hat nämlich mit Curtis Jarvin Kontakt aufgenommen. Curtis Jarvin ist ein Anhänger der Monarchie in den USA. Also er glaubt, die Demokratie ist schwach und ineffizient und glaubte, man bräuchte eigentlich eine Monarchie, die von einem CEO oder Diktator geführt wird, der absolute Kontrolle hätte. I Er glaubt, dass die bisherigen akademischen Einrichtungen, Medien und Regierungen gemeinsam zusammenarbeiten und nennt das Ganze The Cathedral, also die Kathedrale. Das sind so die Weltansichten von Curtis Jarvin. Wir brauchen hier glaube ich nicht über seine konkreten Ansichten zu sprechen, wie eigentlich auf Dinge schaut wie Gleichberechtigung. Und das ist der, mit dem aber dann Elon Musk Kontakt aufgenommen hat, um sich mal so auszutauschen, wie es eigentlich jetzt mit der dritten Partei so funktionieren könnte.

28:48 Torsten Beeck

Naja, so ein CEO als Diktator ist ja vielleicht was, mit dem Musk ja durchaus liebäugelt. Das ist ja ganz interessant. Das ist ja Klassischerweise sind ja die meisten Parteien irgendwie politische Bewegungen. Das, was Master macht, ist ja eher so eine bockige Machtdemonstration, insbesondere in Richtung des Trump-Lagers. Und du sagst halt, es ist irgendwie schwierig, das zu legalisieren und das ist relativ aufwendig. Ich sag mal so, wenn man der reichste Mann der Welt ist. Und man würde das strategisch irgendwie angehen, dann würde man es vermutlich es sogar schaffen, 1,1 Millionen Unterschriften zu bekommen. Mit dem genügend Werbedruck und entsprechenden Maßnahmen ist das vermutlich lösbar. Und es ist ja einfach, ja, das Problem ist ja nicht nur, dass Mast Politik machen will, sondern dass er es komplett entgrenzt tut und da vorher auch nicht zurückschreckt, mit Menschen irgendwie zumindest Kontakt zu haben, die ihre Verschwörungs, ihren Verschwörungserzählungen nachlaufen oder eben, wie gesagt, also die in die Demokratie letztendlich abschaffen wollen.

29:55 Gavin Karlmeier

Ja, also und das ist nämlich genau das, ich glaube, du kannst, ja, wahrscheinlich hast du recht, und der reichste Mensch der Welt bist, der sogar eine gewisse Anhängerinnenschaft hat. Könntest du es schaffen, in der Partei irgendwie zu etablieren? Ob die jetzt irgendwie relevante Wählerinnen und Wähler beim ersten Wahlgang sozusagen an die Uhren kriegt, unklar.

30:13 Torsten Beeck

Naja, aber wenn er es schafft. Tatsächlich, wenn da wirklich eine Partei draus wird und er schafft es, nur 5% am Ende zu holen, wann sind die nächsten Wahlen in den USA im Jahr?

30:25 Gavin Karlmeier

Das sind die Midterms im nächsten Jahr.

30:26 Torsten Beeck

Nächstes Jahr sind die Midterms, genau. Und er wird ja vermutlich eher den Republikanern wehtun als den Demokraten. Das ist so. Könnte man so vermuten. Dann sind halt fünf Prozent schon bitter. Also ich weiß nicht, Ross Perot hat irgendwie in den Neunzigern, glaube ich, mal 20 Prozent aus dem Stand geholt. Und hat, ich glaube, jetzt muss ich kurz überlegen, ich glaube, den Bush senior, glaube ich, angegriffen und verhindert, dass der Präsident geworden ist. Und ich glaube, dann ist Clinton Präsident gewonnen. Ich glaube, ich freue mich schon auf die Kommentare in der Community, wahrscheinlich habe ich die Hälfte durcheinander gebracht. Aber ich auf jeden Fall Ross Perot Hat mal wirklich, äh, wirklich den Republikanern richtig hart geschadet, obwohl der auch eher, glaube ich, auf republikanischem Kurs war.

31:10 Gavin Karlmeier

Ja, Rossboro, Parteiloser bei der Wahl 1992, hat 18,9 der Stimmen geholt. 20 Millionen Menschen.

31:17 Torsten Beeck

Also 20% habe ich gesagt, das ist gar nicht so übel. Auf jeden Fall, also es ist alles so gefährliches Halbwissen, aber auf jeden Fall, wenn er es schafft. Sagen wir mal, 10% zu mobilisieren, mit irren Thesen und vielleicht noch vollmundigeren Versprechungen und diesem Glauben daran, dass der ja schon irgendwie auch ein genialer Mensch ist, der irgendwie Raketen zum Mond schießt und Autos Autos gegen die Leitplanke, dass Leute Halt, wie den wählen, weil ich glaube ehrlich gesagt, es ist ja, man sieht es ja so ein bisschen, Trump hat ja durchaus auch Probleme im eigenen Lager. weil er von Realpolitik eingeholt wird und auch nicht alles so funktioniert, wie er das halt so versprochen hat, dass da durchaus auch ein paar

32:08 Gavin Karlmeier

Ja, ich glaube nur dafür müsste Elon Musk halt sich wirklich darauf konzentrieren, das zu tun Wohlwissend, er kann nicht am Ende Präsident werden. Also das wäre halt, ich bin sehr gespannt, aber ich glaube nicht, dass er seine Unternehmen ruhen lassen würde, um dieses. Partei nach vorne zu bringen.

32:25 Torsten Beeck

Nee, deshalb habe ich auch gesagt, ich glaube ja auch nicht, dass er wirklich Interesse daran hat, Politik zu machen, sondern er hat ein Interesse daran, seine Macht zu demonstrieren und seinen Einfluss zu demonstrieren. Und Leuten, die ihn irgendwie nerven, auf die Füße zu treten. Und das das zumindest könnte er schaffen.

32:42 Gavin Karlmeier

Apropos Macht und Einfluss. Sorry. Apropos Macht und Einfluss. Wir müssen noch kurz, ich habe noch ein bisschen KI-Themen, aber es führt im Moment keinen Weg daran vorbei. Apple erwägt den Kauf von Mistral. Mistral ist das größte europäische KI-Unternehmen, hätte nach den jetzigen Berechnungen einen Wert von etwa 6,2 Milliarden US-Dollar, also 5,8 Milliarden Euro. Und ist eben ein französisches Unternehmen. Dass Apple KI-Probleme hat, haben wir auch schon mal drüber gesprochen, ist relativ offensichtlich, dass Apple überlegt hat, vielleicht sich Perplexity mal näher anzuschauen oder ob man irgendwie diese Leistung eben sich einkaufen kann, wird da offen diskutiert. Warum ich das mitgebracht habe, ist aber eine ganz andere Frage. Nämlich die Frage, was bleibt übrig? wenn das einzige, die einzige Hoffnung, die wir als EuropäerInnen gerade in der Techbubble haben mit einem eigenen großen KI-Unternehmen wie Mistral aus Frankreich, wenn das jetzt auch noch amerikanisch werden sollte. Also wie groß ist der Einfluss Amerikas dann tatsächlich hierzulande?

33:52 Torsten Beeck

Naja, das wir wünschen uns ja irgendwie eine gewisse Unabhängigkeit in Europa und auch eine eigene funktionierende Tech-Industrie. klar, dass die großen Tech Unternehmen in den USA und gerade Apple hat extrem viel Cash, mit dem sie Dinge tun könnten. Haben aber auch gleichzeitig Regulierungsprobleme. Das heißt, sie können nicht alles kaufen. Und sie haben offensichtlich KI-Probleme. Also, das sieht man ja so ein bisschen. Die sind extrem unter Druck im KI-Rennen. Da ist das natürlich attraktiv, ein, ich sag mal, mittelgroßes Unternehmen und ehrlich gesagt 6 Milliarden sind für Apples Bargeldreserven Also ich will jetzt nicht sagen, es ist nichts, aber es ist nicht viel. Die haben Milliarden allein mit AirPods im letzten Jahr verdient. Da ist dann so ein Unternehmen auch drin. Also zum einen ist das ja so ein bisschen so ein Ritterschlag für Mistral, aber es ist parallel natürlich auch der Offenbarungseid für europäische Technologiepolitik, weil wir es gar nicht schaffen. Unternehmen so groß zu bekommen, ohne dass andere Unternehmen aus den USA oder gegebenenfalls auch, ich weiß nicht, also Unternehmen wie Nvidia oder Google oder Apple dann relativ früh zuschlagen würden. Und dann ist natürlich auch die Frage, das ist ja zu Zeiten irgendwie ein Open-Source-Modell. Das würde vermutlich auch, wenn Apple die Kontrolle übernimmt, Nicht mehr so sein.

35:26 Gavin Karlmeier

Da würde ich von ausgehen.

35:28 Torsten Beeck

Und ja, natürlich ist auch so ein bisschen die Frage: sowieso, wie geht Apple mit Datenschutz um? Das ist ja so deren großes Versprechen, wenn sie dann Foundation-Modelle übernehmen. Ich kann verstehen, dass Apple sich umguckt. Für Souveränität im europäischen Raum wäre es trotzdem extrem bitter. wenn das nach ich quasi nach den ersten zwei Jahren Arbeit von US-Unternehmen beendet wird.

35:56 Gavin Karlmeier

Ja, absolut Nächste Meldung, also um das übrigens direkt nachzureichen, ich habe währenddessen recherchiert, im November 2023 hatte Apple 162 Milliarden Dollar Cash. Also an Geldreserven, auf Kontrolle.

36:10 Torsten Beeck

Also das meinte ich, ne? Also die wissen gar nicht so richtig, wohin mit dem Geld, weil sie ein bisschen die Frage ist. Beziehungsweise Sie haben es vielleicht auch falsch eingesetzt, mal ab davon abgesehen. Ich glaube, das ganze Thema KI haben sie massiv unterschätzt, das sieht man ja. Also das, was Siri nach, ich weiß gar nicht, jetzt zehn Jahren kann. Ist ja dann doch sehr überschaubar und vielleicht hätten sie das Geld da besser investieren können. Aber die wissen gar nicht so richtig, wohin mit der ganzen Kohle. Insofern sind dann irgendwie 6 Milliarden oder lass es zehn Milliarden sein. bei den Bargeldreserven tatsächlich nicht der Punkt. Die Frage ist, ob das dann am Ende auch von Kartellämtern und irgendwie dem, was an EU-Regulierung da ist. Tatsächlich zugelassen wird, aber da sieht man halt eben auch, wie klein selbst die großen Tech-Unternehmen in Europa sind.

36:55 Gavin Karlmeier

Das ist auch leider wa. Nächste Geschichte, um direkt daran anzuschließen, dass Oracle angekündigt hat, 2 Milliarden US-Dollar in Deutschland zu investieren, um hier den Ausbau von KI und Cloud-Infrastruktur zu. Voranzutreiben. Auch so ein Unternehmen, ne? Oracle Larry Allison, enger Freund oder Vertrauter von Donald Trump, also ein sehr nahes Unternehmen, steht in im Gespräch. den TikTok-Betrieb in den USA zu übernehmen oder zumindest Sicherheitsgarantien zu geben für den Betrieb von TikTok, sollte es nicht zum vollständigen Verkauf kommen. Also Ich habe diese Meldung nebeneinander gesehen und dachte, das sind irgendwie alles gerade keine guten Nachrichten für uns.

37:38 Torsten Beeck

Ja, also erstmal ist das ja trotzdem irgendwie auch nicht schlecht, wenn Unternehmen in Europa investieren. Und Also deshalb wird das jetzt gar nicht so negativ sehen. Und dass hier irgendwie eigene Infrastruktur aufgebaut wird, ich glaube schon, dass man das grundsätzlich begrüßen kann, wenn hier auch digitale Transformation stattfindet und Infrastruktur gebaut wird. Die Frage ist halt, ob diese Investition tatsächlich eine EU-Souveränität fördern oder sie letztendlich die Abhängigkeiten von US-Konzernen zementieren.

38:15 Gavin Karlmeier

Das ist so ein bisschen das.

38:17 Torsten Beeck

Und was natürlich so ein bisschen paradox bei der ganzen Sache ist, dass da lokale Infrastruktur aufgebaut wird, unter anderem ja auch, weil in Frankfurt einfach der weltweit größte Internetknoten ist. Also wird lokale Infrastruktur aufgebaut, die aber wiederum global bzw. US-zentriert kontrolliert wird. Also das schafft natürlich keine Keine Unabhängigkeit. Und die Abhängigkeit von Hyperscaler nimmt halt strukturell zu. Insgesamt ist das halt traurig, dass es Europa nicht gelingt, auch eine eigene skalibere Cloud-KI-Infrastruktur überhaupt zu schaffen. Und es gibt auch aus meiner Perspektive bisher keine Anzeichen, weder aus der EU noch aus der Bundesregierung, dass man irgendwie KI Infrastruktur in irgendeiner Weise sinnvoll fördert und dieses ganze Thema Wir wollen souverän. And wenigstens a bit unabhängiger werden, and vielleicht in kritischen Bereichen unabhängiger werden, that findet halt nicht statt. That is halt ein Bekenntnis, das klingt irgendwie ganz schön. We wollen unabhängig von den USA werden. Wenn man sich die Realität anguckt, dann ist das halt nicht so.

39:24 Gavin Karlmeier

Ja, Deutschland, Frankreich, Italien und die Niederlande haben jetzt gemeinsam ein Konsortium gegründet. Mit dem Namen European Digital Infrastructure Consortium for Digital Commons wird von der EU-Kommission unterstützt und auch Greenlighted. Also gibt es jetzt. Aber klar, also Versprechen kann man sich ja vielen, wir beide können auch ein Konstellation gründen und sagen wir beide Für unendlichen Wohlstand von Karlmeyer und Beek. Und dann gucken wir mal, was so passiert.

39:53 Torsten Beeck

Ja, also da passiert ja auch was, nur wenn man das dann halt vergleicht mit Amazons, AWS, Google, Microsoft, Oracle. Was da für Investitionssummen im Raum stehen, auch für Infrastruktur und Google irgendwie von Fusionsreaktoren und Mini Miniatomreaktoren fabuliert und was da so alles. Also die geben ja richtig Gas Da sind dann halt die Summen, die dann so durch öffentliche Förderung zustande kommen, sehr, sehr überschaubar. Also besser als nichts. Zumindest ist es gut, dass das irgendwie Aufmerksamkeit bekommt. Aber es wird am Ende vermutlich auch nur durch private Investitionen und den Mut und auch die Sicherheit. in Europa halt Dinge, solche Dinge auch vorantreiben zu können.

40:38 Gavin Karlmeier

Ja, und funktionieren. Das Problem ist halt diese Diskrepanz, zu dem, wie Europa solche Fortschritte macht und wie an anderen Ländern diese Fortschritte gemacht werden. Also wenn du anschaust, dass Zuckerberg jetzt Prometheus 2026 in Betrieb nehmen möchte, den ersten KI-Mega-Cluster und dass sie mehrere weitere Standorte solcher den also sie sagen die größten jemals gebauten Rechenzentren an den Start bringen wollen, mit mehreren Gigawatt, für die Meter mehrere hunderte Milliarden Dollar investieren wird. Das sind natürlich Größenordnungen. Das haben wir hier gerade mal für die Verteidigung eines Landes. Das ist schon eine andere Dimension.

41:18 Torsten Beeck

Ja, es erinnert so ein bisschen an so Forderungen, dass es irgendwie eine öffentlich-rechtliche Social-Media-Plattform geben soll. Und dann guckt man mal so darauf, was bei Meta im Jahr alleine nur in Research und Development investiert wird. Und dann fragt man sich halt, wo soll denn das herkommen? Das haben wir hier halt auch. Es ist halt eine geopolitische Dimension. Da wird halt Da wird Geld ausgegeben auf einer Ebene, die kann man sich gar nicht vorstellen. Die Frage ist natürlich immer so ein bisschen, wo kommt dieses Geld her? Und im Zweifelsfall kommt es daher, dass sie halt wenig Steuern gezahlt haben. Und sehr, sehr viel Geld verdient haben mit teilweise fragwürdigen Methoden. Und auch da, also es ist ja nicht so, dass diese Unternehmen alle kein Geld verdienen. Die sind halt nur in den letzten 15 Jahren irgendwie ganz gut an Steuern und Regulierung vorbeigekommen. Möglicherweise ist da ja auch Geld drin, das vielleicht in der Vergemeinschaftung sinnvollere Dinge tun kann, als große Unternehmen noch größer zu machen.

42:21 Gavin Karlmeier

Wäre vielleicht meine Überlegung wert, oder?

42:24 Torsten Beeck

Ja, also ich sehr so bescheuert, aber es ist halt einfach so, ne? Die zahlen halt alle verhältnismäßig wenig steuern und machen mit diesem Geld Dinge, die ihnen helfen. Und die zum Beispiel, wenn es um irgendwie zusätzliche Unternehmen oder auch europäische Unternehmen geht, die kaufen sich dann das dazu, was ihnen gegebenenfalls auch Konkurrenz machen könnte. Weil die Summen, die da zustande gekommen halt, sind halt, sind halt gigantisch. Und das ist ja letztendlich auch, also selbst jemand wie Bill Gates Dein soziales Engagement, das kann man sehr, sehr schätzen. Aber der hätte auch einfach Steuern zahlen können und dann hätte man davon auch medizinische Programme auflegen können. So kann er das halt mit dem Geld, das er angehäuft hat, privat machen. Finde ich immer noch deutlich sympathischer, als das Geld für den Quatsch auszugeben, den Must so treibt. Aber Steuern sind halt schon ganz hilfreich, um auch öffentliche Projekte zu fördern.

43:20 Gavin Karlmeier

What? Apropos öffentliche Projekte, drehen einen kleinen Schlenker, willkommen gleich wieder zu öffentlichen Projekten, weil es geht ja so ein bisschen darum. Wie gehen wir eigentlich mit den jungen Menschen um, für die diese Social Media Plattformen eben auch einfach so benutzbar sind bislang? In Großbritannien ist es ja so nicht mehr. Dort müssen ja Social Media Plattformen oder alle Web-Angebote, die Zugriff auf pornografische Inhalte bieten, eine Altersverifikation durchführen. Wir haben darüber gesprochen, dass Blue Sky das tut und dafür auf die Infrastruktur von Epic Game Sets, den Betreiber von Fortnite. Reddit hat nun auch angekündigt, dass du auch dort dein Alter nachweisen musst, um dort FSK 18-Inhalte zu sehen. Wir kennen alle, die Reddit nutzen, kennen das. dass es manche Subreddits gibt, bei denen du so eine kurze Fragebox siehst. In Großbritannien musst du dich da eben dort auch verifizieren. Und das kannst du dort eben gemeinsam über den Dienstleister Persona machen. Persona ist der Dienstleister, den wir kennen, weil die auch die Verifikation von Personalien durchführen für X-Money den Finanzdienst von X, der noch nicht so richtig am Start ist. Kleines Housekeeping übrigens, ich habe in der Folge vom letzten Freitag, glaube ich, oder letzten Mittwoch gesagt, dass ExChat auch nicht am Start sei. ExChat ist inzwischen für Premium-NutzerInnen verfügbar. Zwei Leute haben uns das gefeedbackt. Vielen Dank, lieber Marcel und vielen Dank lieber, ähm, ich habe ja nicht aufgeschrieben, wer der Andres war. Sorry. Vielen Dank, ihr beiden, die Extremum abonniert habt, auf jeden Fall. Und solche Sachen checkt. Na jedenfalls. Reddit wird das gemeinsam mit Persona machen und sagt, wir haben selber keinen Einblick auf eure Fotos, persönlichen Daten. Geburtsdaten und so weiter und so weiter. Wir kriegen nur den Nachweis, dass ihr volljährig seid. Und das ist natürlich ärgerlich, wenn das alles eben über solche privat organisierten Unternehmen eben läuft, die dann sich eben Personalausweise beruflich anschauen. Deswegen hat die EU-Kommission, und da ist jetzt nämlich Die Brücke der öffentlichen Mittel. Leitlinien zum Jugendschutz festgestellt, haben da so ein paar Sachen festgelegt, wie wann Alter überprüft werden muss von Plattformen, zum Beispiel. Sie empfehlen eine Altersüberprüfung für Plattformen mit Inhalten für Erwachsene, also das, was Großbritannien schon eingeführt hat, sagen aber auch, dass die Methoden zur Altersüberprüfung präzise, zuverlässig, robust, nicht invasiv und diskriminierungsfrei sein sollen. was für viele Dienstleister relativ schwierig sein könnte. Und deswegen haben sie eine eigene Verifizierungs-App vorgestellt, die zunächst einmal in Dänemark Griechenland, Spanien, Frankreich und Italien getestet werden soll und dort auch weiterentwickelt werden soll. Es gibt einen Prototyp und der kann sozusagen in eine nationale App integriert werden. Es soll aber auch längerfristig die Technologie, die in deinem E-Ausweis, in der E-ID sozusagen schon integriert ist, solltest du die dann aktiviert haben, genutzt werden kann, um dich mit Hilfe dieser nationalen App, die auf dem EU-Prototyp aufbaut. Komisch, dass das alles immer so lange dauert, die damit nachweisen und damit sozusagen mit einem regierungseigenen Dienst, die ja sowieso wissen, wer du bist und einen Ausweis, die auch in die Hand gedrückt haben am Ende, oder. Volkseigener Dienst, so nennen wir es eigentlich auch nicht mehr.

46:27 Torsten Beeck

Volkseigener Dienst. Volkseigener Distrikt.

46:30 Gavin Karlmeier

VEB-Personalausweisüberprüfung. Damit kannst du sozusagen das dann auch machen, ohne darauf angewiesen zu sein, dass dann noch ein anderes Unternehmen mit drin hängt, die dann deinen Personalausweis kennen. So, viel geredet, aber du verstehst, was ich sagen will.

46:43 Torsten Beeck

Ja, ich dieses Thema finde ich ganz, ganz schwierig, weil ich irgendwie zum einen das schon gut finde, wenn junge Menschen vor Inhalten geschützt werden, die sie vielleicht in ihrem Alter nicht sehen sollten, aber dass dieses Dieses Thema, das ist halt so ein Dilemma: je wirksamer die Altersverifikation, desto höher ist das Datenschutzrisiko. Das heißt, das ist halt so ein Zielkonflikt, den kann man gar nicht ändern. Dann vermutlich, also ich sag mal so Wir haben das als Jugendliche auch geschafft, Alkohol zu kaufen, obwohl wir das nicht hätten sollen. Je interessanter sowas ist, desto kreativer wird man auch in der Umgehung. Das kann halt auch dazu führen, dass dann halt auf andere Plattformen ausgewichen wird, irgendwie auf Telegram oder irgendwelche Netzwerke, weiß man nicht so richtig, die dann halt eben nicht irgendwie in Regulierungsumgebungen fallen. Und das Risiko, dass da Daten abfließen in großen Mengen und dann also auch verbunden mit Angeboten, die man gegebenenfalls genutzt hat, etc. Ich habe halt immer so das Gefühl, das ist einfach nur ein Schritt weiter zu, bevor du ins Internet gehen kannst, musst du dich einmal komplett ausweisen. Sonst Kommst du da gar nicht mehr rein. Das finde ich extrem schwierig, auch wenn ich den Gedanken Minderjährige schützen zu wollen, durchaus nachvollziehen kann.

48:12 Gavin Karlmeier

Ja, grundsätzlich teile ich das total, was du sagst, weil ich auch schon häufiger hier so ein Bauchweh formuliert habe, dass ganz häufig so Einschränkungen von Datenschutz über den Weg des minderjährigen Schutzes installiert werden. Also zum Beispiel der Scan von iMessage-Nachrichten wurde damals und damit eine de facto Möglichkeit, die Ende-zu-End-Verschlüsselung aufzuheben, wurde damals damit gerechtfertigt, dass man damit ja junge Menschen schützt, die Fotos von Nacken. Erwachsenen bekommen könnten zum Beispiel. Und das ist aber immer schwierig, wenn du so eine Sicherheitsmaßnahme damit aushebelst und das verargumentierst mit wir machen das aber für Kinder. Weil im Zweifel hast du dann eine Backdoor eingebaut, die eben dann irgendwann auch verwendet wird, wenn du erstmal ein größeres Verbrechen begehst, dann irgendwann ein kleineres Verbrechen, dann irgendwann deine Rechnung nicht mehr bezahlt hast. Also Das sind Einfallstore, die im Zweifel eine Eskalation mit sich bringen können, die den Datenschutz dann am Ende völlig überflüssig machen.

49:10 Torsten Beeck

Ja, das Problem ist, da wo Daten entstehen, entstehen auch Begehrlichkeiten. Ich habe es in irgendeinem Podcast vor zwei Wochen oder so gehört. Da ging es um die Palatier-Software. Mir fällt gar nicht mehr ein, was es war. Aber da geht es darum, dass Polizeibehörden in Deutschland schon so eine abgespeckte Version von der Palantir-Software einsetzen. Und eigentlich der Rahmen ist, dass wir setzen das gegen Terrorismus und Schwerskriminalität ein.

49:41 Gavin Karlmeier

Ah, doch, wir haben darüber gesprochen und die meisten der Fälle sind tatsächlich kleinkriminelle Fälle gewesen.

49:46 Torsten Beeck

Ja, aber ich weiß auf jeden Fall irgendwie, ich hab's, ich hab's, ich hab's Das war eine Reportage irgendwie bei den öffentlich-rechtlichen. Da ging es ein bisschen tiefer rein, dass die halt eben tatsächlich das dann auch nutzen, um irgendwie Abfragen zu machen bei Pkw-Überprüfungen und so. Und das ist einfach, also ich kann das sogar verstehen aus Polizeisicht, wenn ich die Daten habe, dann kann ich mir jetzt ja nochmal reingucken, zufällig. Und das ist halt genau das Problem, da wo Daten aggregiert werden, da wo Informationen über deinen Namen aggregiert werden Das ist ja das große Problem, dass wir nie wissen, was in der Zukunft mit diesen ganzen Daten passiert. Da werden erstmal Daten gesammelt, auch unter vielleicht sogar mit bester Absicht und auch mit vernünftigen rechtlichen Rahmen. Nur dieser rechtliche Rahmen ist ja im Zweifelsfall änderbar und die Daten sind immer noch da. Und das kann natürlich dann einfach dazu führen, dass da Überwachung stattfindet, dass da Identitätsprofile angelegt werden, dass Menschen diskriminiert werden. insofern ja ich tue mich da wahnsinnig schwer ich glaube es ist nicht es ist so ein bisschen Es ist nicht wirklich zielführend. Ich fürchte, dass junge Leute Wege finden werden, ab 18 Inhalte zu konsumieren, weil das schon immer so war. Und am Ende aber der Überwachungshebel immer weiter angezogen wird.

51:09 Gavin Karlmeier

Also von fast 100 Einsätzen der Software Vera, das ist diese abgespeckte Variante. waren mehr als 20 Einsätze wegen Straftaten im Bereich Eigentums und Vermögenswerte, also wie zum Beispiel bandenmäßiger Fahrraddiebstahl. Ja, sowas halt.

51:23 Torsten Beeck

Und das ist genau das. Und wenn die Daten da sind und wenn man es kann, dann macht man es halt auch.

51:28 Gavin Karlmeier

Ja, das ist so. Auf der anderen Seite kann ich trotzdem verstehen, dass du eben so einen Dienst eben irgendwie etablieren möchtest oder einführen möchtest. Ich glaube, es darf halt nur nicht eben, wie gesagt, der, das darf nur nicht auf zulasten des Datenschutzes gehen. Und dazu brauchst du eine Technologie, die das sicher gewährleisten kann.

51:44 Torsten Beeck

Tja.

51:45 Gavin Karlmeier

Tja. So. Ich habe noch ein paar Funktionen und Emotionen für dich. Ja, dann leg mal los.

51:53 Torsten Beeck

Funktionen und Emotionen.

51:58 Gavin Karlmeier

Die Ray-Ban Metabrille versteht und spricht jetzt Deutsch?

52:02 Torsten Beeck

Das ist doch gut. Also ich hab, also ich muss ganz ehrlich sagen, das ist ein Ein cooles Stück Technik. Ich finde, das gehört für mich zu den interessantesten Produkten des letzten Jahres. Das macht schon Spaß, das zu nutzen. Das ist schon eine coole Technologie. Und ja, eine Lokalisierung ist für viele Menschen schon hilfreich, wenn man die nicht Englisch bedienen muss. Tatsächlich viele Dinge, als ich die das erste Mal ausprobiert habe, funktionierten halt insofern noch nicht so dieses, ich habe sie. Ich hatte sie mit in China und dachte, ich könnte damit so nicht, sondern Texte einfach übersetzen, weil ehrlich gesagt in China sich Zurechtzufinden, zumindest im Restaurant zum Beispiel, ist gar nicht so einfach. Aber Chinesisch sprach die Meta-KI noch nicht. Zu dem Zeitpunkt, glaube ich, irgendwie Englisch, Englisch, Französisch, Spanisch oder so. Das ist schon ein cooles Stück Technik.

52:56 Gavin Karlmeier

Ich habe sie noch nie aufgehabt. Was ich interessant finde, ist tatsächlich, Point-of-View-Aufnahmen zu machen in einem Umfeld, also nicht in der U-Bahn logischerweise, sondern in einem Umfeld, in dem es irgendwie machbar ist. Aber ich b deswegen muss ich mir das glaube ich auch nicht holen. Ich kann auch nicht mehr.

53:11 Torsten Beeck

Also das wirklich, also die macht wirklich Spaß. Und du kriegst in dem Moment, wo du irgendwie Dinge machst, gerade, also gerade wenn du so Sport machst oder so. kriegst du Perspektiven, die du anders so nicht bekommen würdest. Ich finde halt, das eigentliche Problem liegt eher so im Sozialen, weil man irgendwie der Creep ist, der eine Brille mit einer Kamera aufhat. Das finde ich eigentlich das eigentliche Problem. aber die Möglichkeit darüber Musik zu hören, Anrufe zu bekommen, zusätzliche Infos zu bekommen und dieses Hey Meta, tell me uh look and tell me what you see, Infos zu einem Standort zu bekommen oder so. Das ist schon spannend und es funktioniert schon erstaunlich gut. Und man kann sich so ein bisschen vorstellen, wie das vielleicht in drei, vier, fünf Jahren tatsächlich zu wirklich ganz neuen Produktkategorien auch im Massenmarkt führen kann. Aber und jeder, der sich irgendwann die Augen hat lasern lassen, wird sich ärgern, dass er jetzt trotzdem eine Brille tragen muss. Aber so haben wir über Google Gleis damals auch gesprochen. Nee, über Google Glass haben wir gesprochen, dass man wie ein totaler Schmuck aussieht. Aber die Brille ist ja eine coole Brille. Also die gibt es ja jetzt von Ray-Ban und hier von Oakley. Von Oakley, genau. Das sind ja irgendwie auch. Das sieht ja aus wie eine Brille. Das ist ja nicht mehr so ein riesiger, klobiger Klotz und man sieht nicht mehr total irre aus, aber man hat halt trotzdem eben diese beiden Kameras da vorne drin. Das finde ich. Also wir haben ja auch früher gedacht, beim Essen nimmt man das Handy nicht in die Hand. Das hat sich ja inzwischen auch erledigt. Vielleicht wird das auch normal. Es gibt ja auch tatsächlich noch. Und so die Gerüchteküche, die sagt, vielleicht kommt Apple ja auch mit AirPods, die irgendwie so KI-Funktionen und solche Dinge haben. Finde ich auch extrem spannend, weil das ist ja im Grunde genommen ist die Metabrille ja auch ein Höherding. Also die gibt einem das ja über die Bügel. Akustisch wieder, also man hat ja keine Einblendung in der Brille. Insofern wären halt auch AirPods, die so KI-Funktionen haben, gar nicht so abwegig. Das ist halt nur die Frage, wie, also haben die AirPods dann auch eine Kamera? Ist ja auch denkbar. Aber ich finde, das stand jetzt sehr viel cooler, über akustische Signale Informationen zu bekommen als Einblendungen in der Brille. Weil das tatsächlich, also wenn wir jetzt miteinander reden und du wüsstest Ich bekomme hier immer irgendwie noch irgendwelche Infos in die Brille. Oder wir gehen zusammen essen, unterhalten uns und ich wirke so ein bisschen abwesend. Nicht, weil ich abwesend bin, sondern weil ich nebenbei noch ein paar Mails lese. Das ist auch durchaus ein soziales Thema. Aber wie gesagt, vor 20 Jahren hätte sich auch keiner vorstellen können, dass man nebeneinander auf der Couch sitzt und beide haben ein Handy in der Hand.

55:51 Gavin Karlmeier

Es gibt da so eine Software übrigens, die das habe ich vor. Ewigkeiten im Doppelgänger Tech Talk-Podcast gehört. Liebe Grüße, die haben uns auch gegrüßt neulich. Deswegen grüßen wir, grüßen und kommunizieren jetzt noch über Post. Das ist total süß. Die heißt Cluli. Die du sozusagen installierst und die sozusagen, wenn du in einem Call bist, alles, was du sagst, als Prompt für eine KI sozusagen versteht und die direkt die Antworten oben auf dem Computer zeigt. Also du stellst mir eine Frage und ich sehe auf meinem Rechner die Antwort zu deiner Frage. Die haben das entwickelt, um im Bewerbungsgespräch zu bescheißen und sind damit aber aufgeflogen.

56:21 Torsten Beeck

Ich glaube, da gibt es, also habe ich letztens irgendwo auch gesehen, es gibt einfach komplette Apps, die genau darauf abzielen, in einem Bewerbungsgespräch. das gesprochene Wort aufzunehmen und möglichst schnell kontextvernünftige Antworten zu geben. Das wird auch ins, also das ist ja eine komplett absurde Situation, weil gerade US-Unternehmen ja inzwischen so erste Runden mit Bewerbern von KI machen lassen. Und die Bewerber dann KI-Antworten vorlesen.

56:47 Gavin Karlmeier

Da sind wir endlich.

56:49 Torsten Beeck

Bots sprechen mit Bots. Also, wenn die das dann auch direkt mit deiner geklonten Stimme das vorlesen lässt, dann also die erste Runde überstehen. Gehst du dann ja vielleicht? Könnte aber auch an den gegenteiligen Trend hervorrufen, dass wir vielleicht Menschen doch sich mal die Mühe machen, miteinander zu sprechen.

57:06 Gavin Karlmeier

Vielleicht wäre das die Maßnahme. Um kurz zu der Brille, ich wollte es eigentlich, ich habe schon rausgestrichen vor heute, aber ich sage es trotzdem Byte Dance baut aber offenbar auch gerade an einer Mixed Reality Brille, mit der du aber auch sozusagen Dinge direkt mit in deine Sicht eingeblendet bekommst. Dafür arbeitet Hatten sie zusammen mit Pico. Und Pico hat aber auch schon für Meta-Geräte gefertigt. Also, das ist jetzt auf manch nicht so, man ist da jetzt, man hat da keine exklusiven Verträge offenbar bei Pico Da ist halt dann die Frage, möchte ich tatsächlich eine Kamera auf der Nase haben, die mein Umfeld filmt und dann direkt nach China schickt oder nicht?

57:40 Torsten Beeck

Nein.

57:41 Gavin Karlmeier

So, gut, haben wir das auch? So, WO3 ist in Deutschland jetzt auch verfügbar. Das ist das KI-Modell von Google, mit dem du Videos erstellen kannst. Und Google schreibt selber in der Präsentation Seit der Vorstellung des Modells sind unzählige Videos, die mit Gemini erstellt wurden, viral gegangen. Da muss man dazu sagen, haben wir auch drüber gesprochen, über diesen AI-Slot, in dem vor allem rassistische Inhalte sehr, sehr stark aufkommen. Sie tun so, als wäre das etwas Gutes.

58:08 Torsten Beeck

Ja, also man muss jetzt mal, also ja, man kann natürlich jede Technologie irgendwie auch für überhaupt nicht mehr.

58:16 Speaker 4

Das Problem ist nicht, dass es die Technologie gibt.

58:19 Gavin Karlmeier

Aber das Problem ist, man brüstet sich ja damit, dass die sozialen Netzwerke gerade überfüllt werden mit diesen KI-generierten Videos.

58:27 Torsten Beeck

Ja, ich habe aber auch ganz viele Videos gesehen, die tatsächlich einfach nur coole Videos waren. Muss man auch einfach mal sagen, ja, ich gebe dir recht. Das ist vielleicht, das ist halt am Ende natürlich eine PR-Meteilung und kann man jetzt von halten, was man will, aber tatsächlich ist WO3 Text zu Video ist schon extrem abgefahren und extrem präzise. Ich finde das schon Ich finde das schon selber sehr, sehr beeindruckend. Ich weil, also mich würde mir also als jemand, der zum Beispiel Werbung macht große Sorgen machen, ob das tatsächlich noch irgendeine Zukunft hat, weil das schon einfach sehr, sehr gut ist. Es gab doch auch gerade schon die erste, welches Unternehmen hat denn gerade schon einen kompletten KI-Spot gemacht? Ich habe es leider vergessen. Ist mir aber irgendwie letzte Woche irgendwo über den Weg gelaufen. Also das kommt jetzt natürlich. Und auch im Bereich Animation, Film. Aber gerade so im Werbebereich, wo man jetzt, dann spart man sich die Models, man spart sich diesen ganzen Drehquatsch und man kriegt da am Ende HD-Videos raus, die. Sehen irgendwie immer noch nach KI aus, aber sie sehen trotzdem ziemlich gut aus. Mhm. Also, sie sind halt tatsächlich auch gerade, wenn man das vergleicht mal mit so High-End Animationen und Tricks in Spielfilmen. Wo man jetzt vielleicht gar nicht Menschen sieht, sondern irgendwie nur Landschaften und Szenen und so, wie schnell kriegt man halt einfach so random Landschaften oder Wellen oder irgendwelche szenischen Dinge, die man so als Schnittmaterial benutzen kann, daraus. Also bei aller Kritik, das ist schon sehr, sehr beeindruckend.

01:00:07 Gavin Karlmeier

Grundsätzlich will ich dir nicht widersprechen. Ich finde das auch massiv beeindruckend. Ich habe auch Clips gesehen, die mich unterhalten haben, die ich spannend fand. Das Dilemma ist halt nur, dass die Anzahl der Inhalte, die diese Kriterien nicht erfüllen, die keinen Mehrwert bieten und die einfach nur. einfach nur unnötig sind, dass die inzwischen so groß geworden ist, dass du viele Leute hast, die im Internet kaum noch andere Sachen sehen, als einfach nur noch solche Inhalte. Und das ist halt Ärgerlich. Heißt nicht, dass ich Technologie verteufel, ne? Wenn jetzt irgendwie wenn jemand in Neunzigern einen geilen roten Stift auf den Markt gebracht hätte und alle hätten diesen roten Stift haben wollen, hätten auch die Lehrer und Lehrerinnen sich darüber aufgeregt, dass die SchülerInnen nur noch mit diesem roten Stift schreiben. Aber Das kann man ja trotzdem als alternder Mann, der ich bin, kann mich ja trotzdem darüber ärgern.

01:00:57 Torsten Beeck

Ja, früher war alles besser.

01:00:58 Gavin Karlmeier

Eben.

01:00:59 Torsten Beeck

Ich finde es ja zum Ausfaszinierend. Ja, aber trotzdem, also die Tatsache, dass Leute sich halt für oder dass die Plattformen natürlich auch komplett überschwemmt werden von Manipulierten KI-Inhalten, von künstlichen Inhalten, teilweise von irgendwie nicht vorhandenen Menschen, die so aussehen wie Menschen, das ist natürlich alles irgendwie Ja, das kann man alles kritisch sehen. Macht für mich als Journalist es noch viel notwendiger, dass wir mit unseren Lesern, Zuschauern, Zuhörern in Kontakt treten, dass wir ansprechbar sind. dass wir im Zweifelsfall auch Fehler machen und diese Fehler korrigieren und darüber reden, viel transparenter in unserer Arbeit sind oder weiterhin so transparent sind in unserer Arbeit, Ähm, weil das eben KI nicht kann. Ich glaube, das ist tatsächlich, also ich versuche da immer noch irgendwie das Gute draus zu sehen und vielleicht, ich hoffe auch immer noch darauf, dass es an einigen Stellen durchaus auch neben dem entertainigen und schnell gemachten KI-Video auch durchaus ein Bedürfnis nach echten Menschen, echten Dialog gibt und dass es einem nicht reicht, mit irgendeiner KI-Tossi zu schreiben. Ich glaube, das sagt man nicht, Thorsten. Tussi darf man nicht sagen? Warum nicht?

01:02:18 Gavin Karlmeier

Ist das nicht auch so?

01:02:19 Torsten Beeck

Ist das irgendwann, also ich lerne da gerne immer zu. Also schreibt in Discord, warum wenn man nicht Tussi sagen darf.

01:02:27 Gavin Karlmeier

Ich glaube, das macht man nicht. Ich habe aber jetzt gelesen, um da direkt noch eins dran zu setzen, dass Sarah Hall, das ist eine preisgekrönte Autorin, die hat auf ihr neues Buch einen Aufkleber setzen lassen, wo draufsteht Human Written.

01:02:41 Torsten Beeck

Das finde ich ganz smart. Ja, finde ich ganz smart. Irgendwie ein bisschen bizarr, weil mir war tatsächlich nicht bewusst, dass so viel nicht. Human-Written Material tatsächlich.

01:02:53 Gavin Karlmeier

Oh, dann guck dir mal die ganze Selbstverlags- und Print-on-Demand-Geschichte an.

01:02:58 Torsten Beeck

Ich bin einfach naiv, es tut mir leid.

01:03:00 Gavin Karlmeier

Das ist schon okay.

01:03:03 Torsten Beeck

Ja, ich finde es tatsächlich auch ganz witzig, aber natürlich, ja, wahrscheinlich werden also überall da, wo Texte geschrieben werden Wird KI zumindest als Tool zur Strukturierung und Qualitätskontrolle genutzt, gar keine Frage. Finde ich tatsächlich auch okay. Wir fanden es auch nicht schlimm, dass in Bird Rechtschreibfehler rot unterkringelt sind. Das ist halt sicherlich ein deutlich weiterer Schritt. Ja, aber wenn natürlich Bücher aus der KI rausfallen, das finde ich, das kann man sich auch gut sparen. Damit schafft einfach, schaffen sich bestimmte Märkte auch einfach im Zweifelsfall selbst ab. Auch da wieder Journalismus der nicht mehr darauf zählt, dass Menschen den letzten Blick auf den Text haben und selber recherchieren, selber rausgehen und selber nachdenken, wird sich am Ende selber abschaffen, wenn man ihn dann einfach nicht mehr braucht.

01:03:58 Gavin Karlmeier

Und dann haben wir in der letzten Episode noch über die Geschichte gesprochen, dass Google bei Gmail falsche Interpretationen von Sprachen vornimmt und damit E-Mails verfälscht. Als hätten sie nur darauf gewartet, dass irgendjemandem auffällt oder jemand öffentlich darüber schreibt, hat Google jetzt angekündigt, dass Gmail im Web auch KI-Zusammenfassungen für E-Mails bekommen wird. Eine fantastische Idee.

01:04:21 Torsten Beeck

Ja, ich finde das irgendwie alles so ein bisschen skurril. Also die Tatsache, dass Google Nachrichten von Deutsch auf Deutsch übersetzt Ist schon auch ein bisschen witzig und dass man dann irgendwie das Problem hat, das gar nicht zu erkennen. Ich weiß gar nicht, ich weiß gar nicht, wie man auf die Idee kommen kann, das zu machen. Meine Erfahrungen mit diesen Zusammenfassungen, unter anderem in iOS, sind bisher so von überschaubarer Qualität, muss ich ganz ehrlich sagen. Und ich weiß auch gar nicht, ob ich das so dringend brauche. Am Ende, wenn das so eine Länge hat von so einem Notification, kann ich da wahrscheinlich sowieso nicht so viel mit anfangen. tatsächliche Gewinn ist das nicht. Aber wer das gerne haben möchte, ich finde das immer ganz schön, was man ja Dinge auch durchaus abschalten kann.

01:05:16 Gavin Karlmeier

So. Und dann haben wir ja, bevor ihr jetzt hier diesen Podcast abschalten könnt, haben wir ja eine neue Rubrik seit einigen Tagen. Und das ist die Versöhnlichkeit des Tages. Und damit lassen wir es ja heute gemeinsam ausklingen, weil diese ganzen dystopischen, düsteren, schlechten Nachrichten. Die fangen wir jetzt mit ein bisschen was Schönem auf. Ich bin gespannt. Versöhnlichkeit des Tages. Der ist witzig, irgendwie der Jingle, ne? Ja, ist traumhaft. Danke an Familie Waschkau dafür. Und zwar habe ich dir heute zwei Sachen mitgebracht. Vielleicht hast du ja auch irgendwas Versöhnliches dabei. Aber zum einen habe ich einen Text von The Guardian mitbekommen. Mit der Überschrift sind es eigentlich nur wenige Menschen, die das Internet für uns ruinieren. Und die haben so ein paar Zahlen damit reingebracht und haben zum Beispiel gesagt: nur 10% der NutzerInnen produzieren 97% der politischen Tweets. Bedeutet, 90% schreiben nur 3% politische Tweets. Oder 0,1 der NutzerInnen sind es, die 80% der Fake News, der Desinformation teilen. Wir glauben, die Gesellschaft ist stärker polarisiert, wütend und verblendet, aber sie ist es nicht so sehr. Und beenden den Text mit: Die Plattformen könnten ihre Algorithmen leicht so umgestalten, dass sie nicht mehr die empörendsten Stimmen fördern, sondern repräsentativeren oder nuancierteren Inhalten hinvorzuführen. Geben. Das ist das, was die meisten Menschen wollen. Das Internet ist ein mächtiges und oft wertvolles Instrument. Wenn wir zulassen, dass es nur die von den extremsten Nutzern geschaffene Spiegelwelt widerspiegelt, werden wir aber alle die Folgen zu spüren bekommen. Und Es ist aber eigentlich ein bisschen was Versöhnliches, weil er sagt halt auch aus. Die meisten da draußen sind nicht so schlimm, wie wir glauben.

01:06:53 Torsten Beeck

Ja, wir reden ja auch immer nur über das Negative in diese Form von konstruktiven Journalismus, den du hier jetzt versuchst einzuführen. Das finde ich Finde ich schön, das ist auch schön, hier so rauszugehen mit ein paar guten Gedanken. Ich kann auch nur sagen, ich finde das Internet auch eigentlich total super. Das ist eine extrem gute Sache. Es lohnt sich aber auch Da jede Woche wieder drauf zu gucken, was da für ein Scheiß passiert. Wer das Internet nicht tastet hat, hat das Internet nie geliebt, Horst. Das würde ich gerne auf ein Kissen gestickt von dir bekommen. Kriegst du.

01:07:25 Gavin Karlmeier

Und dann habe ich noch was mitgewonnen, und zwar vom Carlsen Verlag. Der Kalsen Verlag hat die Rechte an Conny. Und mit Conny, dem Kinderbuch Conny, würden extrem viele Memes generiert und erstellt, auch mit Hilfe von KI. Und sie haben aber jetzt gesagt, dass sie nicht allen Leuten, die damit Memes erstellen, mit Klage drohen. Also sie haben schon mal ein Statement veröffentlicht, haben es jetzt ein bisschen Bisschen konkretisiert, ich fasse das aber zusammen und sagen: Wir drohen nicht mit Klagen, sondern fordern in bestimmten Fällen dazu auf, das jeweilige Meme aus dem Netz zu löschen. Diese Fälle sind menschenverachtende, rassistische, waldverherrlichen oder pornografische Verwendungen der Konifigur. Diese gibt es neben den harmlosen und humorvollen Memes leider auch vielfach im Netz. Und Nutzung zu kommerziellen werblichen oder Marketingzwecken. Auch das können sie nicht erlauben. Und ich finde, das ist aber auch so ein schöner positiver Ansatz, dass man so sagt, okay Wir haben hier Rechte an einer Figur, aber ihr liebt diese Figur, ihr macht mit dieser Figur witzige neue Sachen. Und wir werden das euch auch tun lassen, solange ihr damit nicht gewisse Grenzen überschreitet, auf die wir keinen Bock haben. Finde ich auch versöhnlich.

01:08:24 Torsten Beeck

Finde ich auch versöhnlich und auch wirklich ganz sympathisch und auch eine Haltung, die man nachvollziehen kann. Ich habe am Anfang so gedacht, dass ich gesehen habe, irgendwie die äußern sich dazu. Dass die sich ihr Leben nicht leichter machen und dass sie die Tube auch nicht mehr in die Zahnpasta reinkriegen. Aber ich finde, das Statement ist. Echt etwas, wo ich sagen kann, ja, da kann man mit arbeiten. Ob das dann so funktioniert, ist ja jetzt mal so dahingestellt, aber ich kann durchaus verstehen, dass man versucht, seine Marke zu einem gewissen Grad zu schützen und nicht, nicht alles zulässt. Wobei ich sagen muss, also ich bin, also meine Kinder sind komplett traumatisiert von Conny und Conny's Mutter, die vom Vom Teufelsrad auf dem Spielplatz fällt, sich den Fuß bricht und es ist alles nur absolute Horrorgeschichten. Insofern halte ich mich von Conny eh ein bisschen fern.

01:09:09 Gavin Karlmeier

Ich bin traumatisiert von dem Conny Song übrigens. Das Titellied Ist ein Verbrechen an der Menschen.

01:09:14 Torsten Beeck

Bitte suchen das jetzt nicht. Ja, Conny, also ich finde Conny ist, Conny's Mutter ist Kinderärztin, ist aber eigentlich immer zu Hause, was ich echt beeindruckend finde. Und Conny's Vater, der kommt am Wochenende irgendwie mal ins Spiel und so. Aber es ist eine interessante Familienkonstellation. Die sind, also was ich wirklich auch wirklich hasse an Conny, ich hasse vor allen Dingen Connys Mutter. Die ist halt immer total gut gelaunt, hat immer Zeit für die Kinder und die hatten halt die ist halt Kinderärztin, hat offensichtlich irgendwie einen Vollzeitjob Aber chillt ihre Basis immer schön auf dem Spielplatz.

01:09:49 Gavin Karlmeier

Du Thorsten, ich würde schon mal kurz abmoderieren und dann kannst du mir noch ein bisschen was über Conny erzählen. Nee, wirklich.

01:09:53 Torsten Beeck

Conny hat mich, also nimmt mich mit.

01:09:55 Gavin Karlmeier

Vielen Dank, dass du heute da warst, lieber Thorsten. Vielen Dank, dass ihr bis hierhin zugehört habt. Alle macht euch alle einen wunderschönen Rest, Mittwoch, Rest Donnerstag. Donnerstag, wir hören uns hier wieder am Freitag.

01:10:04 Speaker 4

Ich weiß gar nicht, wer kommt denn da? Ah, Carsten Maria Müller kommt da. Ah, herzliche Grüße. Richtig aus. Vielen Dank und macht's gut. Tschüss. Tschüss.