Wer wird Träger des ersten Instagram-Rings? Das sind doch die Fragen, die uns als Gesellschaft tatsächlich nachhaltig beschäftigen sollten. Und nicht so einen langweiligen Kram wie Urheberrechte in KI-Videowelten, Donald Trump, der sich von der GenZ jetzt Wahlversprechen ermogeln möchte oder gar Regulierungen? Pah.
➡️ ZDFheute über 3 Jahre Twitterübernahme: https://www.zdfheute.de/wirtschaft/unternehmen/musk-twitter-x-3-jahre-100.html
➡️ Techcrunch über Waffeln auf Bluesky: https://techcrunch.com/2025/10/05/waffles-eat-bluesky/
Kapitelmarken
KI-unterstützt
00:00 Hallo Lorenz!
02:43 Donald Trump hält Ansprache an GenZ
05:33 TikTok in Indonesien
08:38 Metas Ban politischer Werbung tritt in Kraft
11:30 Instagram Rings
14:18 Sora vs Urheberrecht
23:40 Drei Jahre DSA
27:18 Social-Media-Verbote für Jugendliche
31:38 KI in Deutschland
35:30 Was macht die Polizei auf X?
42:14 Patente und Waffeln auf Blue Sky
45:21 Mastodon braucht Geld
47:36 Funktionen und Emotionen
53:03 Musk und so
56:46 Nur eine halbe Versöhnlichkeit des Tages
Transkript
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00:01 Intro
Haken dran, das Social Media Update der CT.
00:05 Gavin Karlmeier
Hallo Lorenz.
00:07 Lorenz Meyer
Grüß dich, Gavin.
00:08 Gavin Karlmeier
Bei mir ist heute Lorenz Meier. Autor, Kolumnist, Medienbeobachter und jemand, der immer gerne, ich freue mich immer, wenn du hier bist, weil du bist immer so, du bist die personifizierte Emotion, finde ich. Oh, danke, danke. Ich mag das, dass du so hältst dann mit nicht vor dem Berg, sagt man so, hinter dem Berg? Ja, irgendwie so in der Art, genau. Du bist ja der Wortakrobat. Aber ich schätze das immer sehr, weil du immer Gefühle hast und ich möchte mit einem Thema anfangen, bei dem ich denke, Gefühle sind da genau richtig. Und zwar hat Donald Trump eine Ansprache gehalten auf TikTok. Und zwar gegenüber der Gen Z. Und hat ein kleines Video hochgeladen und wir hören da mal ganz kurz rein. Also Donald Trump sagt, ich habe es geschafft, ich habe TikTok gerettet und jetzt. Wie sagt man, jetzt seid ihr mir eine Menge schuldig, you owe me big, sagt er. Und schließt sein Video ab damit, dass er sagt, ihr seht mich hier im Oval Office. Und eines Tages wird einer von euch genauso hier sitzen.
01:26 Lorenz Meyer
Ja, herrlich. Ja, das ist so diese Mafia-Rhetorik des Dealmakers. Der spricht ja wie so Pate aus einem schlechten Gangsterfilm.
01:36 Gavin Karlmeier
Ja, vor allem, also man muss ja auch mal einordnen, für die, die das in den letzten Monaten nicht begleitet haben. Also TikTok ist noch nicht gerettet. Es gibt eine Absichtserklärung, es gibt einen qualifizierten Wisch sozusagen mit Leuten in den USA, die investieren wollen in das neue USA TikTok. Aber es gibt jetzt noch keine Anstalten seitens China, der chinesischen Regierung oder Biden's, diesem Deal auch tatsächlich zuzustimmen. Also man hat so ein paar Hinweise darauf, aber bis jetzt ist da noch keine Tinte trocken, sag ich mal.
02:08 Lorenz Meyer
Ja und wie irre, also Larry Erison und Oracle, die sollen ja den Algorithmus prüfen. Und also so ein Trump-Spender kontrolliert zukünftig, was Millionen Amerikaner zu sehen bekommen. Das ist ja auch lustig. Das heißt, klingt ja weniger nach Problemlösung und mehr nach wir tauschen die chinesische Kontrolle halt gegen eine amerikanische Kontrolle aus.
02:33 Gavin Karlmeier
Das ist so. Ich finde aber auch, dass dieser Satz, ihr seid mir eine Menge schuldig, you owe me big, dass die fast wie eine Drohung klingt. Weil das klingt so ein bisschen so, als wäre der ganze, das ganze Ansinnen hinter Trump gewesen in sich selber oder zumindest die Republikanische Partei. Partei oder seine Schergen weiterhin wählbar zu halten, obwohl die Umfragewerte für Trump und die Zustimmungswerte für Trump alle nicht so richtig gut sind. Und ich gehe jetzt davon aus, und das ist der Optimismus, den ich mir von Elisabeth Lorange aus der letzten Episode geliehen habe, dass wir einfach in drei Jahren nochmal eine Präsidentschaftswahl dort erleben werden.
03:07 Lorenz Meyer
Ja, mal gucken, was jetzt die Halbjahreswahlen sagen. Vielleicht erledigt er das mit der Demokratie und den Wahlen ja in dem Zuge jetzt auch schon vorher. Dann wird das schon vorher weggeräumt.
03:21 Gavin Karlmeier
Kann auch sein. Ja, also ich fand das auf jeden Fall ein bemerkenswertes Statement von Donald Trump. Gleichzeitig sind die USA nicht das einzige Land, in dem der Betrieb von TikTok eigentlich illegal ist oder zumindest war, denn in Indonesien wurde die Betriebslizenz für TikTok entzogen. Weil sich das Unternehmen geweigert hatte, Daten herauszugeben. Konkret ging es darum, dass es dort im Landigen zu einigen Protesten gekommen ist, verbunden mit Polizeibrutalität. Es gab da eine Menge gewalttätiger Ausschreitungen im Land. Demonstrationen, weil Leute mit Entscheidungen der Regierung nicht einverstanden waren. Und um TikTok oder nein, die Regierung hat TikTok Gesperrt, weil sie dachten, dass diese Plattform auf der einen Seite eben offenbar diese Unruhen befeuerte. Das ist so die Leseart, die man, glaube ich, so im Nachhinein darauf legen kann. Zum anderen offiziell aber weil TikTok sich geweigert hat, die Daten derer herauszugeben, die zum Beispiel zu diesen Demonstrationen aufgerufen haben. Jetzt hat TikTok einige Daten herausgegeben und damit die TikTok-Dizenz in Indonesien auch wieder zurückbekommen. Also das ist so eine Geschichte, da kann sich eigentlich keine Partei auf Einfall lassen, würde ich sagen.
04:29 Lorenz Meyer
Ja, man muss sich mal vorstellen, 100 Millionen Indonesier und Indonesierinnen nutzen TikTok und die App dort ist ja praktisch de facto So eine Art kritische Infrastruktur für Informationen und Organisation, dass eine Regierung das einfach abschalten kann mit fadenscheinigen Begründungen, ja, das zeigt diese digitale Verwundbarkeit unserer Gesellschaften. Ja, und das ist ja und hier ist halt Glücksspiel ist ja nur der Deckmantel, also diese Protestkontrolle, das ist das Ziel Naja, und TikTok, äh, TikTok tanzt, tanzt da munter zwischen den Profiten und den Prinzipien.
05:12 Gavin Karlmeier
Klar, und das, also wie gesagt, man kann sich da auf keine Seite, keine Seite sollte sich auf uns verlassen können, weil wir einfach genau diese Perspektive natürlich einnehmen müssen als demokratisch denkende Europäerinnen und Europäer. Die sagen, auf der einen Seite gehört Protest dazu, Willkür einer Regierung allerdings überhaupt nicht. Und das zum einen in dem Moment, als es dazu dann Proteste gibt, um solche Willkürentscheidungen sozusagen zu zu kritisieren, vorsichtig gesagt oder dagegen vorzugehen, aber eben auch am anderen Ende der Geschichte, als dann eben die Regierung entscheidet, auch noch TikTok offline zu nehmen. Hier hat übrigens irgendjemand Weiß ich nicht.
05:49 Lorenz Meyer
Ja, man hört so einen Dauerhupen und macht euch keine Sorgen, die werden gleich Gavins Auto abgeschleppt haben.
05:57 Gavin Karlmeier
Und dann habe ich auch noch diesen rasselnden Husten hinterher. Sind die perfekten Umstände für so einen Podcast. Ich finde aber zum anderen interessant, dass du hier ja die Geschichte andersrum erzählst als in Nepal. In Nepal wurden ja die Social Media Plattformen offline genommen und Das war einer der Gründe, warum die Menschen überhaupt erst auf die Straßen gegangen sind seinerzeit. Naja, TikTok ist auf jeden Fall jetzt in Indonesien wieder da, aber wie du schon sagst, die Verwundbarkeit der Gesellschaft erkennt man eben daran und man erkennt aber auch daran, welchen essentiellen Teil in der Ausübung von Demokratie. Social Media Plattformen mittlerweile eingenommen hat.
06:30 Lorenz Meyer
Yes, absolut.
06:33 Gavin Karlmeier
So Apropos Demokratie, Meta wird in dieser Woche wie bereits angekündigt. Es tut mir leid, Leute. Ich krieg die Hupe von hier aus nicht ausgeschaltet, denn es ist nicht meine, aber wir nehmen das einfach hin. Vielleicht hört ihr es auch gar nicht. Meta wird in dieser Woche wie angekündigt. Wir haben darüber berichtet, Haken dran berichtete im Juli. Die politische Werbung für Parteien oder AkteurInnen in Europa deaktivieren. Sie schieben das darauf, dass es nahezu unmöglich ist, alle Vorschriften umzusetzen, die die Verwendung von NutzerInnen-Daten sozusagen verwenden. Was das ganz genau bedeutet am Ende, wissen wir noch nicht, weil wir nicht wissen, wie weit der tatsächliche Begriff politische Werbung bei Meta. . zu fassen ist. Also wir haben hier so Dinge wie politische Werbung, wahlbezogene Werbung, aber auch Werbung zu sozialen Themen in der EU Und in dem Moment wird es halt sehr schwammig, weil was ist denn alles ein soziales Thema? Ist es ein soziales Thema, wenn meine freiwillige Feuerwerfe spenden wird? Ist das schon ein soziales Thema? Ist es ein soziales Thema, wenn mein Karnevalsverein auf den Karnevalszug aufmerksam macht? Also darf ich jetzt nur noch Brot und Pickelsalbe verkaufen per Meter Werbung? Das ist noch ein bisschen unklar.
07:45 Lorenz Meyer
Ja, und sie inszenieren sich ja wieder mal als Opfer von dieser unhaltbaren Komplexität und dabei geht es um eine simple Sache, nämlich die User und Userinnen einfach zu fragen. ob sie mit diesem politischen Targeting einverstanden sind. Ein Unternehmen, das da Milliardenprofite verwaltet und KI-Systeme trainiert, will jetzt auf einmal An so einer Consent-Abfrage scheitern. Also, come on. Also, das ist so klassisches Big Tech-Theater. Ja, ihr zwingt uns dazu. Also Meter könnte ja die Regeln befolgen, will aber halt lieber den Märtyrer spielen.
08:25 Gavin Karlmeier
Klar, weil es aber auch hilft, sowohl in der Erzählung zu Hause gegenüber Papa Trump, um zu sagen, hier die EU. Lässt uns nicht, sie zensiert uns, sie lässt uns kein Geld verdienen im Ausland und die, oder wie Meta es selber sagt, die Komplexität und Rechtsunsicherheit, die hier mit sich gebracht werden, führen dazu, dass wir eine schwierige Entscheid treffen mussten. Aber eben auch in Europa, um zum Beispiel den potenziellen Werbetreibenden eben zu sagen, eure Regierung oder Regulierung lässt das nicht zu, dass wir hier werben. Und wir als Gesellschaft sagen aber vermutlich Ja, vielleicht auch ganz gut, wenn dieses super Micro-Targeting nicht die Grundlage für Wahlentscheidungen am Ende bildet. Also ich weiß nicht, ob Meta damit tatsächlich die Wut der Bevölkerung in Europa auf sich zieht, von der sie ausgeht. Oder ob nicht fast alle eigentlich hier, abgesehen von eher Rechtsaußenkräften, rechtsradikaleren Kräften, eigentlich alle sagen werden, naja, wir brauchen auch keine zwangsläufig, keine Wahlwärmung auf Facebook. Oder insgesamt.
09:25 Lorenz Meyer
Ja, sie gehen so eine Wette ein. Sie testen, wie weit sie die EU unter Druck setzen können und die Wette ist so, die Empörung über die wegfallenden Werbekanäle wird größer sein als die Freude über mehr Datenschutz. Ob diese Wette aufgeht, ja, da bin ich, da zweifle ich mal auch.
09:41 Gavin Karlmeier
Wir werden es erleben. Schauen uns das auf jeden Fall an. Bleiben dran, vor allem wenn jetzt so die ersten Wahlen in Europa dann anstehen, die in den nächsten Monaten passieren. Wird es doch hochinteressant, wie wir das feststellen und vor allem, wie NGOs diesen Unterschied feststellen werden. Weil auch für NGOs spielt das natürlich eine Rolle.
10:01 Lorenz Meyer
Ja, absolut. Absolut, genau. Und sie wollen dann wieder sagen, seht her EU, ihr seid schuld dran.
10:08 Gavin Karlmeier
Ja, genau.
10:09 Lorenz Meyer
Dass die armen NGOs müssen leiden wegen euch.
10:14 Gavin Karlmeier
Apropos wegen euch. Ich hatte keine Überleitung, aber wir bleiben kurz noch beim Meta. Denn Adam O'Sarry hat so komische Mystery-Teasing-Videos veröffentlicht. Die alle in ihrer Ästhetik an den Horrorfilm The Ring erinnern. Kennst du The Ring? Hast du den gesehen, Lawrence?
10:30 Lorenz Meyer
Nee, ich hab den nicht gesehen, nee.
10:31 Gavin Karlmeier
Das ist ein Film, wenn ich mich recht erinnere. Ich habe den mal gesehen, aber das ist echt lange her. Bei dem so ein kleines Mädchen, wenn du eine Videocassette einlegst, durch den Fernseher kommt und ich glaube, naja, dich wahrscheinlich tötet oder so. Tatsächlich geht es hier aber um nicht sowas ganz dollbedrohliches, denn Instagram scheint eine Art Creator-Wettbewerb auszuloten. Es geht hier um eine Aktion mit dem Namen Instagram Rings. Also auch der Name ist an diesem Horrorfilm orientiert. Instagram hat nämlich eine Jury zusammengestellt, zu der so Leute gehören wie Marc Jacobs oder Marquess Brown Lee, die sozusagen die kreativsten CreatorInnen auf Instagram identifizieren sollen. Also es soll eine, wie sie selber sagen, endgültige Liste geben, die aber jedes Jahr erneuert werden soll. Also es gibt jedes Jahr sozusagen eine neue Runde von Rings, zumindest hofft Instagram das, wenn der Erfolg der ersten Aktion sozusagen anhält. Und was man bekommt, wenn man gewinnt, ist einen goldenen Ring um dein Profilbild auf Instagram. Die Möglichkeit, dass diese 25 CreatorInnen, die diese Runde gewinnen. . am Ende die Hintergrundfarbe ihres Profils bei Instagram anpassen dürfen und sie bekommen einen echten goldenen Ring, den Sie sich auf den Finger stecken können.
11:47 Lorenz Meyer
Wow, wow. Ja, also denn so eine Jury aus einem Fashion Mogul und einem Starregisseur und Moseri selber und ein YouTuber. Und dem Instagram-Chef himself irgendwie. Genau. Das ist natürlich toll, dass er auch dabei ist. Also wie wenn der Schiedsrichter gleichzeitig Mannschaftskapitän ist. Befangenheit nie gehört irgendwie. Ja, also das ist ja. Tja, also die Horrorästhetik ist vielleicht das einzig Ehrliche an der ganzen Aktion.
12:23 Gavin Karlmeier
Ja, ich kann sogar noch einen draufsetzen, denn sie haben schon gesagt, was sie da eigentlich suchen. Und zwar soll die Auszeichnung diejenigen würdigen, die keine Angst haben, kreative Risiken einzugehen und ihren eigenen Weg zu gehen. Was soll das heißen?
12:38 Lorenz Meyer
Genau, ja, ja. Also ich krieg Angst dabei eigentlich. Das klingt ein bisschen wie eine Drohung.
12:45 Gavin Karlmeier
Also vor allem, wenn man bereit ist, kreative Risiken einzugehen, dann sind ja die größten Risiken, die du eingehen kannst, zum Beispiel keine Reichweite zu bekommen. Ich bin gespannt, ob es jetzt CreatorInnen gibt, die mit so einer zweistelligen Following-Anzahl da gewinnen werden bei Instagram Rings oder ob das nicht dann noch wieder so Accounts sind. die eigentlich sowieso schon drei Millionen Menschen erreichen.
13:02 Lorenz Meyer
Ja, genau. Da bin ich auch gespannt. Ja, also du sollst halt. Am besten in Instagrams Algorithmus perfekt performen und dabei aber rebellisch aussehen.
13:14 Gavin Karlmeier
Genau. Business Punk.
13:16 Lorenz Meyer
Ja, genau. Also irgendwas so zwischen echten Risiken, Systemkritik und experimenteller Kunst. Nee, also. Da sehe ich auch Schwierigkeiten.
13:26 Gavin Karlmeier
Ich bleibe mal bei diesen Punkten, weil das führt uns direkt zu einem anderen Thema, weil mit Instagram und Meta ist ja eigentlich so, schieben sich ja eigentlich immer mehr in Richtung KI-Kunst. Und die Frage ist, ob jetzt hier vor allem so KI Accounts gewinnen werden, oder ob sie das explizit nicht tun Da bin ich hochgespannt, weil das natürlich auch eine Art von Statement wäre, entweder die eine oder die andere Entscheidung zu treffen. Weißt du, wie ich meine? Ja. Aber setzt gerne fort. Okay, weil wir nutzen das direkt zum, als als Überleitung in unser nächstes Thema. Und zwar in den USA ist ja gerade die Zora-App. Gestartet. Sie ist nach wie vor Invite-Only. Also du brauchst einen Einladungscode. Wenn wir hier irgendwie an 100 Codes kommen sollten, lese ich gerne welche vor. Aber du brauchst auch einen amerikanischen App Store-Account. Das heißt, ganz so unkompliziert wie Blue Sky seinerzeit ist es dort nicht, aber diese App Hat durchaus einige Social Media Anleihen. Also sie fühlt sich eigentlich an wie TikTok, wenn du Menschen verbietest, TikTok zu benutzen und der Computer einfach mal für sich selber macht. Das Interessante ist aber, wenn du diese App öffnest, diese Zora-App in den USA, die eben so einen TikTok-mäßigen Explore-Feed hat. hat? Meinst du, der Mensch vermisst sein Auto schon? Dass er also eine halbe Stunde hupt? Also diese App sieht eben aus wie TikTok. Sie hat eben einen fortlaufenden Explorerfeed von Videos, sie aber eben alle mit Hilfe von Zora 2, also der aktuellen Text zu Video-KI. die von OpenAI generiert wurden. Und das Interessante ist aber, dass du dort, wenn du da reinschaust, extrem viele IPs, also Intellectual Properties siehst, die dir bekannt vorkommen. Also zum Beispiel Super Mario, Spongebob Schwammkopf, Nick Morty. Ähm, teilweise siehst du auch Sam Altman, wie er gemeinsam mit Pokémon-Figuren durch den Dschungel läuft. Also alles Dinge, die man, ähm ich glaube, man muss kein Anwalt sein, als Urheberrechtsverletzung einstufen könnte. Und es gibt jetzt eine Möglichkeit dagegen vorzugehen und Lorenz, halt dich fest und alle, die hier zuhören, Leute, haltet euch fest, weil das ist an. Also ich finde an Abstrusität nicht zu überbieten. Also, gegenüber Mashable hat ein Vertreter von OpenAI darauf Bezug. und erklärt, dass das Unternehmen einen Opt-out-Ansatz verfolgt, bei dem es ein Formular für Urheberrechtsstreitigkeiten gibt, bedeutet. Jeder Urheberrechtsverstoß bleibt erstmal online, bis ein Unternehmen dagegen Einspruch einlegt. . . Allerdings kannst du nicht grundsätzlich. . Pauschal ablehnen, dass dein geistiges Eigentum nicht von Zora generiert werden darf, sondern du musst die Sperrung bestimmter Videos oder bestimmter Charaktere anmelden. Bedeutet also, wenn du der Recht erinnert, Inhaber von Pokémon bist, dann musst du für alle, weiß ich nicht wie viele Pokémon es inzwischen gibt, extra ein Formular einreichen, damit nicht mit Pikachu, aber auch nicht mit Glurak und auch nicht mit Bisasam ein Video generiert werden darf. Du hast aber alternativ auch die Möglichkeit, alle Videos einzeln sperren zu lassen als rechter Inhaber.
16:16 Lorenz Meyer
Ja, das finde ich ganz großartig. Das ist so ähnlich wie wenn du dich vor rockerüberfällen schützen willst und musst bei den hells angels jedes einzelne chapter irgendwie nennen von dem du nicht überfallen werden willst Ja, großartig.
16:35 Gavin Karlmeier
Ja, also ich finde also vor allem diese und diese Umkehr der Bringschuld. Also dass die Menschen. . die den Rechtsverstoß begehen, den Urhechtsverstoß, dass die sagen, ja wenn ihr nicht wollt, dass wir euer Urheberrecht verwenden oder verletzen, dann sagt doch einfach jedes Mal Bescheid.
16:53 Lorenz Meyer
Ja. Also es ist ziemlich unverschämt, ist es.
16:58 Gavin Karlmeier
Das ist genau, das ist unendlich unverschämt. Es gibt aber wohl laut Wall Street Journal Hinweise darauf, dass OpenAI vor der Einführung von Zora Talentagenturen und Filmstudios kontaktiert hat. Um denen mitzuteilen, dass Zora jetzt kommt und es könnte sein, dass eure urheberrechtlich geschützten Werke darin auftauchen. Immerhin das.
17:15 Lorenz Meyer
Immerhin. Ja.
17:19 Gavin Karlmeier
Sam Altman selber sagt, wir hören von vielen Rechtsinhabern, dass sie von der neuen Art der interaktiven Fanfiction sehr begeistert sind.
17:25 Lorenz Meyer
Natürlich. Ja, großartig.
17:28 Gavin Karlmeier
Es geht aber noch weiter.
17:30 Lorenz Meyer
Ich kann Stephen King fragen danach.
17:32 Gavin Karlmeier
Ja, genau. Er ist begeistert von dieser Idee der interaktiven Fanfiction. Es gibt in der App aber auch eine Cameo-Funktion, mit der du sozusagen dich selber in diese Videos bringen kannst. Also du könntest dich quasi die irgendwie ein kleines Video von dem machen oder ein Foto, würde reichen. Und dann könntest du sagen, bring mich hier zusammen mit Spongebob Schwammkopf, wie wir gemeinsam im Flugzeug sitzen. Und dann würde Zora das machen. Das Problem ist aber, dass man keine Kontrolle über das Gesicht hat. Das heißt, das könnte durchaus passieren, dass mit deinem Gesicht auch Shitloader getrieben wird. Um das zu verhindern, gibt es jetzt die Möglichkeit, dass du dein Bild hochlädst und dann dazu sagst, zeige mich nicht mit Videos mit politischen Kommentaren oder lass mich diese Wörter nicht sagen. Doppelpunkt. Das heißt, wir sind hier bei Zora, bei der Text zu Video-KI von OpenAI, längst an einem Punkt, wo man davon ausgeht, es gibt erstmal alles, alles ist möglich, es sei denn, man will, dass einzelne Dinge nicht möglich sind. Und ich finde, das entspricht zwar so ein bisschen dem gesellschaftlichen Verständnis von Gesetzen, haben wir hier auch schon mal drüber gesprochen. Das ist ja erstmal wir leben in einer freiheitlich demokratischen Grundordnung, das heißt alles ist erstmal möglich, solange ich die Grundordnung der anderen nicht einschränke. Es gibt aber einzelne Gesetze, die die sozusagen das strukturierte Leben miteinander sicherstellen sollen. Das gilt nicht für alle Bereiche, also es gilt zum Beispiel nicht zwangsläufig für die Straßenverkehrsordnung, aber in den meisten Bereichen ist das so der Grundsatz unserer Gesellschaft. Und Hier versucht man das sozusagen zu kopieren, obwohl der Grundsatz, auf den man ansetzt, erstmal Potenzial dafür liefert, möglichst viele Schäden anzurichten und sich dann denkt, ja im Nachhinein können wir diese Schäden dann ja einfach nicht nochmal.
19:08 Lorenz Meyer
Ja, ja, grandios. Und ich meine, es ist ja schon fast, fast ein bisschen lustig, dass sie selbst halt ein Bild von dir haben wollen, wenn du kein Bild liefern willst. Also so ein bisschen erinnert das an diesen Spammer-Trick. widerspricht diesem Newsletter oder dieses diesem Spam-Mail irgendwie, indem du das bestätigst irgendwie. Und dann haben die Spammer irgendwie eine verifizierte E-Mail-Adresse, die noch mehr wert ist, die sie noch mehr verscheuern können. Also, keine Ahnung. Es ist nicht, wir wissen halt, das Problem ist, wir wissen eben nicht, was sie da auch machen alles. Sie denken sich irgendwelche Verfahren aus und es ist ja vollkommen intransparent. Es ist spottet ja jeder Beschreibung.
19:54 Gavin Karlmeier
Ich kann noch ein bisschen einen draufsetzen. Denn Bill Peeblots ist der Leiter von Zora, der bei OpenAI arbeitet. Der hat jetzt einen relativ langen Post auf X veröffentlicht, in dem er Sicherheitsverbesserungen angekündigt hat. Und sich aber vor allem darauf bezieht, also nicht vor allem, aber in großen Teilen, sich darauf bezieht, dass viele Menschen darüber klagen, dass ihr Feed immer wieder unterbrochen wird durch Lücken, weil Videos nicht angezeigt werden können, weil dort eben Rechtsverletzungen stattgefunden haben und deswegen diese Inhalte nicht sichtbar sind. Und dazu schreibt Piebels, wir optimieren unseren Stack, um Fehlalarme zu reduzieren und Lücken zu schließen. Wir wissen, dass übermäßige Moderation sehr frustrierend ist und arbeiten auch daran, aber wir halten es für wichtig, konservativ zu sein, solange sich die Welt noch an diese neue Technologie gewöhnt. Das heißt, wir haben hier auch hier wieder eine Philosophieumkehr, dass hier davon ausgegangen wird, erstmal wollen alle alles sehen können und wenn Dinge dort nicht sichtbar sind. Dann könnte es natürlich sein, dass eine Urheberrechtsverletzung vorgelegen hat. Es kann aber auch sein, dass sie übermäßig moderiert wurde. Und das wollen wir natürlich verhindern. Es tut uns leid. Das heißt, die komplette Perspektive, die OpenAI hier in der Unternehmenskommunikation einnimmt, ist. . Alles ist möglich, alle wollen alles sehen können und wenn das nicht der Fall ist, sorry, wir lernen noch. Aber man dreht es ja überhaupt, also die Existenz. Von Urhebern und Urheberinnen, die notwendig ist, damit es überhaupt diese Zora gibt, die wird hier weitgehend übergangen und ignoriert. Und ich finde, das ist eine ganz erschreckende Entwicklung, ehrlicherweise.
21:29 Lorenz Meyer
Absolut, ja. Und es zahlt sich aber für sie aus, weil eben nicht sanktioniert wird und weil die Geschichte gezeigt hat, dass es bisher eigentlich immer der richtige Weg war. Als einer der ersten beutest du einfach hemmungslos alles aus, trampelst drüber, fährst mit dem Leo 2 über die Blumenbeete rüber. Und dein Gewinn ist halt viel größer als das bisher ein Schadensersatz, was die eventuell drohen könnte.
22:00 Gavin Karlmeier
In den, die du in den USA wahrscheinlich auch nicht zu erwarten hast bislang, weil Dortfahr sicher dann schön an die KI-Branche ranwannst.
22:07 Lorenz Meyer
Ja, ja und sollten irgendwann die Spielregeln geändert werden, dann gilt es halt nur für deine möglichen Konkurrenten. die es denn schwerer haben, Daten zu generieren und du sitzt aber auf deinem ganzen Datenschutz.
22:22 Gavin Karlmeier
Ja, genau. Dann hast du es ja, dann sind wir ja durch. Also move fast and break things. Funktioniert leider immer so lange ganz gut, wie du dich halt immer noch fester bewegen kannst als alle anderen.
22:35 Lorenz Meyer
Ja, genau. Und wir sollten daraus persönlich lernen.
22:39 Gavin Karlmeier
Ja. Und aber auch strukturell sollten wir daraus lernen. Und das haben wir ein bisschen getan, denn vor drei Jahren, also am 4. Oktober 2025, also schon vor ein paar Tagen und drei Jahren Ähm, 25 ist Quatsch, 22. Am 4. Oktober 2022 ist der DSA in Kraft getreten. Und mit dem DSA, oder wurde der DSA zumindest verabschiedet, so ist es richtig. Anlässlich dieses Jubiläums haben die NGO Algorithm Watch, die Mozilla Foundation, die auch hinter dem Browser stehen und das DSA 40 Data Access Collaborator. eine gemeinsame Massenanfrage an Facebook, Instagram, X, TikTok, YouTube und LinkedIn gestellt und diese Plattformen aufgefordert, eine tägliche Übersicht Auf der viralsten Videos und Inhalte auf den Plattformen je Land auszuweisen. Es gibt eine rechtliche Grundlage dafür, denn der DSA schreibt ja vor, dass eine dass öffentliche Daten ohne unangemessene Verzögerung für die Forschung zugänglich zu machen sind. Das heißt, es gibt hier theoretisch eine rechtliche Grundlage dafür und das wäre natürlich eine Wahnsinnige, wahnsinnig spannende, tolle Erkenntnis, wenn es die tatsächlich seitens der Plattform in Europa geben würde. Die Verantwortlichen hinter dieser Aktion haben auch schon angekündigt, sollten die Plattformen denen nicht nachkommen. Würden Sie dafür auch rechtliche Schritte einleiten, um dieses Ziel voranzubringen?
24:04 Lorenz Meyer
Nur zu, ich werfe gerne einen Euro mit in einen Spendentopf.
24:08 Gavin Karlmeier
Das kannst du tun. Algorithm Watch nimmt Spenden an. Also du kannst diesen Euro gerne reinschmeißen. Ja, das ist das. Wir kommen kurz zu einem anderen Thema, das uns schon lange begleitet, neben dem DSA, nämlich vielleicht so die nächste Eskalationsstufe der Regulierung. Die möglichen Social Media Verbote für Jugendliche. Auch wir haben darüber schon mal gesprochen, Lorenz. Wie ist inzwischen deine Meinung? Ich habe das Gefühl, das ist ein Spektrum, die Meinung zu dem Thema Social Media Verbote für Jugendliche.
24:37 Lorenz Meyer
Boah, es ist so schwierig. Da müsste man. Kennst du nicht jemanden, der Ahnung hat von Social Media?
24:44 Gavin Karlmeier
Nee, sagt, nee, nee, gibt es nicht. Also Friedrich Merz ist jetzt dafür, auf jeden Fall. Hat er bei mir auch Sky gesagt am Sachen?
24:53 Lorenz Meyer
Also, ich finde. Kann man nicht vielleicht schon mal einfacher anfangen und sich auf so Sachen einigen? Bitte an den Grundschulen nicht.
25:02 Gavin Karlmeier
Ja, das könnte man so mitgeben.
25:04 Lorenz Meyer
Vielleicht könnte man ja schon mal so einfache Sachen machen. die eigentlich nicht wehtun und wo eigentlich keiner sagen kann, ja, das ist wirklich unzumutbar. Und dann könnte man es ja testweise auch mal überlegen, wie man es mit den Schulen handhabt. Ob man es in den Schulen, ob man sich da nicht überlegt, können wir das ein bisschen einschränken
25:26 Gavin Karlmeier
Ich finde, das kann man so machen.
25:28 Lorenz Meyer
Dass die Leute ihr Handy abgeben, dass es ein Schließfach dafür gibt. Also man muss sich halt irgendwas ausdenken, glaube ich.
25:38 Gavin Karlmeier
Also es ist ja so, Ursula von der Leyen hat jetzt auch schon mal wieder in Erwägung gebracht, ob es nicht doch eine EU-Lösung geben könnte. Ursula von der Leyen hat aber vor einigen Wochen auch selber schon erklärt und auch ihre Leute, die sie beauftragt hat, herauszufinden, ob das möglich ist, dass es nicht möglich ist, eine EU-weite Lösung dafür zu geben. Jetzt gibt es eine Meldung, die Thomas Giegold gefunden hat und das finde ich sehr, sehr interessant, was da passiert. Und das gefällt dir aber auch als jemand, der als Medienblogger am Ende ja auch oder Medienbeobachter unterwegs ist. Du schreibst ja zum Beispiel fürs Bildblog. listest du ja täglich so auf, was so in der Welt passiert und du bist ja durchaus interessiert am Mediengeschehen und dann wird dir diese Geschichte vermutlich gefallen. Denn wenn du Jetzt mal bei Google News eingibst, Griechenland verbietet Social Media Nutzung, dann findest du, dass der österreichische Standard Die Bildnachrichten. at, Retail News Deutschland, MSN, mehrere Medien darüber berichten, dass Griechenland dieses Verbot verabschiedet hat ab dem 1. Oktober. Das Ding ist, das ist aber noch nicht passiert, sondern in Griechenland wird es diskutiert. Es gibt immer noch Diskussionen mit der Kommission, mit den Plattformen. Also, Entschuldigung. Es gibt bislang kein feststehendes Verbot in Griechenland. Thomas Gigold schreibt aber weiter, ist übrigens auch Haki, schreibt einen ganz tollen Newsletter, den wir hier auch schon häufiger erwähnt haben und war auch schon öfter hier. Schreibt aber weiter, dass das jetzt gerade zwar noch nicht tatsächlich in ein Gesetz geschüttet wurde, aber wir davon ausgehen können, dass vermutlich das erste Land in den nächsten Wochen ein Social Media Verbot für unter 16-Jährige wohl einführen wird. Und ich würde diese Einschätzung mitgehen. Er sagt entweder Frankreich oder Griechenland, wir sind gespannt.
27:16 Lorenz Meyer
Ja, bin ich auch gespannt. Also, ja, ich habe eine leichte Tendenz zu auch einschränken.
27:24 Gavin Karlmeier
Ja? Also, ich habe das Gefühl, dass das so eine Gewissensfrage ist. Weil ich mich inzwischen eigentlich so für mich entschieden habe, dass ich glaube ich nicht zwangsläufig für ein Verbot bin, weil die Dinge, die wir dafür der Jugend wegnehmen, schwerwiegender sind als die Gefahren so. Weil wir damit eben Teil der Öffentlichkeit abschneiden. Das ist aber offenbar, es gibt ganz, ganz viele andere Argumente, die mich eigentlich umstimmen könnten, glaube ich, oder die mich überstimmen könnten oder die schwerwiegender sind als das, was ich hier erzähle. Ich glaube, dass das am Ende eine Sache ist, die irgendwie demokratisch austariert werden muss.
28:03 Lorenz Meyer
Ja, genau. Und ich finde, deine Position ist auch vertretbar. Das ist eine Sache, die kann man nicht mal eben zwischen 11. 02 Uhr und 11. 03 mit irgendeinem Federstrich so einfach wegbügeln. Also so schnell was raushauen, ich finde es eigentlich immer toll, meinungsstark zu sein. Aber bei der Sache, ja, da sollte man sich das halt von allen Seiten angucken und Ja, und es müssen natürlich auch alle mit im Boot sein. Es hilft nichts, dieses, also ein mögliches Verbot da so rüber zu stülpen. Und ja, gerade jetzt in dieser De Battengenervten Gesellschaft, wo wir sowieso mit Polarisierung zu tun haben. Also das ist auf jeden Fall ein kritisches, heikles Thema was man ja doch besonnen angehen muss. Aber es lohnt sich, es anzugucken.
28:57 Gavin Karlmeier
Ich habe gerade darüber nachgedacht, ob ich mich traue, diese Frage zu stellen oder ob das zu weit führt, aber Bist du auch Debatten genervt, Lorenz?
29:06 Lorenz Meyer
Ja, naja, auf jeden Fall. Ich bin auf Social Media genervt, zwischendurch immer wieder. Aber das haben wir alle, diese Achterbahn, dass zwischendurch wir denken irgendwie, Mensch, war das mit Social Media eigentlich eine gute Idee? Hat das die Welt wirklich vorangebracht? Und dann sitze ich auf Instagram und gucke mir irgendwelche tollen, kreativen Leute an oder Musiker oder so und denke mir, yes doch, das war doch eine tolle Idee.
29:34 Gavin Karlmeier
Das sind die Träger des Instagram Rings 2025. Ich zitiere mich nur ungern selber, aber ich habe irgendwann mal geschrieben, wer das Internet nicht hasst, hat das Internet nie geliebt. Ich glaube, ich finde, das ist immer noch so die Maxime, die mich so irgendwie, die mich dabei beschäftigt, weil ich hasse das alles ganz doll. Ich hasse es, Zeit im Internet zu verbringen. Aber ich hasse es noch mehr, das nicht zu tun.
29:59 Lorenz Meyer
Ja, ja, ja.
30:00 Gavin Karlmeier
Was man übrigens nicht mehr kann, ich weiß nicht, einer der wichtigsten Keimzellen von Internetkultur ist neben sicherlich leider auch 4chan, aber eben Reddit auch die Website Internet. Imja, IMG-U-R. Das ist eine Seite, die wurde gestartet, als du bei Reddit noch keine Bilder hochladen konntest. Also hat man so eine sehr, sehr einfache Seite gebaut, wo du einfach so Drag and Drop ein Bild drauflegen konntest, dann wird ein Link generiert, den Link konntest du bei Reddit posten dann konnten Leute das Bild dort sehen. In vielen, vielen Teilen der Welt spielt Imja immer noch eine sehr große Rolle. In Großbritannien derzeit nicht mehr. Die Seite ist mit einer britischen IP-Adresse gar nicht mehr aufrufbar und es wird darauf verwiesen, dass sie gemäß der Online-Gesetze, die es dort gibt, zum Beispiel die Altersüberprüfung, die es verpflichtend gibt, wenn du Inhalte anbietest, die FSK 18 sind, dann dass die dort nicht umgesetzt werden können und Inja die deswegen erstmal komplett schwert den Zugang. Inja hatte sich allerdings selber noch nicht ganz explizit dazu geäußert, zumindest zu dem Zeitpunkt, als ich hier diesen Text geschrieben habe.
31:06 Lorenz Meyer
Ja, wird interessant, was davon zukommt. Das geht ja im weitesten Sinne jetzt auch los, glaube ich. Irgendwann werden sie ja auch den, also ich will jetzt im Jahr nicht mit Porno-Plattformen vergleichen, aber irgendwann wird das ja auch mal losgehen, was passiert an der Front.
31:26 Gavin Karlmeier
Also bei Imger geht es ja genau voll. Geht es vor allem aber auch darum, wie mit personenbezogenen Daten von Kindern umgegangen wird und wie das Alter der NutzerInnen eben überprüft wird. Das kann Imge nicht gewährleisten. Und klar, das wirst du bei den erwachsenen Filmplattformen irgendwann auch mitkriegen. Diskussion. In vielen Teilen der Welt hast du diese Diskussion auch schon. Es gibt ganz, ganz viele Staaten in den USA, aber auch Länder international, die da eine Ausweisverifikation verlangen, damit du diese Seite aufrufen kannst. Oder eben einen Gesichtsscan mithilfe von KI. Ja, also das wird uns noch viel beschäftigen und ich glaube, dass wir dass die Zeiten, in denen Internet vor porn war. Dass die so ein bisschen vorbei sein könnten, durch wenn du dir überlegst, dass das sozusagen grassiert gerade und eigentlich überall auf der Welt hinter so eine so eine Passwall kommt. . .
32:15 Lorenz Meyer
Jawohl, ja.
32:17 Gavin Karlmeier
Ich habe hier so eine Geschichte, da habe ich nicht so richtig viel zu sagen, vielleicht hast du dazu mehr zu sagen, aber Black Forest Labs, das deutsche KI-Startup, hat eine Bewertung von 4 Milliarden US-Dollar und erwägt eine Kapitalbeschaffung zwischen 200 und 300 Millionen US-Dollar, berichtet die Financial Times. Ich habe das deswegen mitgebracht, der Vollständigkeit halber, weil dieses KI-Startup, das ursprünglich aus Deutschland kommt, aber auch eben einen Sitz in den USA hat, um dort diese Finanzierungsrunden machen zu können. dass die hinter der Bildgenerierung von Grog gesteckt haben, ganz lange, dass es eine Partnerschaft zwischen Black Forest und Meta gibt, um auch für die die Bildgenerierung zu übernehmen. Das heißt, es gibt durchaus einige große Big Tech und auch so Media-Plattformen und eben KI-Unternehmen, über die wir viel sprechen, die eben auf diese Generierung Made in Germany setzen.
33:05 Lorenz Meyer
Ja, ja, genau. Und ich habe die am Anfang auch ausprobiert. Am Anfang war es wirklich so, da konntest du auch bei Grog. Also bei den Block-Image-Bildern irgendwie da konntest du wirklich sagen, generier mir Friedrich Merz im Badehöschen am Strand von Rimini als Eisverkäufer. .
33:23 Gavin Karlmeier
Ja, mit Schrotflinte, der auf Menschen schießt. Ja, genau, richtig.
33:27 Lorenz Meyer
Und das hätte geklappt, ne? Und das klappt jetzt nicht mehr. Also anscheinend mussten sie da eingreifen oder wollten eingreifen
33:37 Gavin Karlmeier
Ja. Aber bemerkenswert trotzdem, dass es ein deutsches Unternehmen ist, das international so für Verloren sorgt, weil wir ja immer wieder davon sprechen, wo sind denn eigentlich die Deutschen Deutschen Player, und es gibt es gibt europäische Unternehmen, die offenbar auch international auf internationalem Niveau mitspielen können. Ob man die dann direkt an Elon Musk verpflichten muss, ist ja auch eine Frage.
34:02 Lorenz Meyer
Genau, an wen man sich da verkauft, genau, das ist. Ja, das ist die Sache mit der Moral, die im Wirtschaftsleben natürlich nicht so das Thema ist.
34:14 Gavin Karlmeier
Apropos X, das ZTF, das ist ein Longread, den ich euch in die Shownotes packe, aber das ZTF, ZDF heute. de, hat sich angeschaut, wo Twitter drei Jahre nach der Übernahme steht. Anne Sophie's Feil hat dazu mal ein paar Daten zusammengesammelt, ein paar Grafiken. ein paar Charts generiert und man muss sagen, fast alle Werte sind rückläufig. Also der Umsatz geht deutlich zurück, wenn du es vergleichst mit 2022. Die aktiven NutzerInnen gehen zurück im Vergleich zu 2000 22. Der beliebteste Count ist Elon Musk, schreiben sie. Also ein ganz, ganz netter Überblick für alle, die so ein bisschen die Draufsicht verloren haben. Die packen wir euch in die Shownotes. Die Übernahme ist übrigens noch nicht ganz drei Jahre her. 26. 27. Oktober ist Elon Musk mit dem Waschbecken reinmarschiert.
34:59 Lorenz Meyer
Ja und grauenhaft. Also ab und zu gucke ich nochmal so rein. Einfach nur mal um zu gucken, was so los ist. Ja, und man hatte das Gefühl, es war schon furchtbar, aber es gibt immer noch einen Dreh, dass es einfach noch furchtbarer wird.
35:19 Gavin Karlmeier
Und das Ärgerliche ist ja, dass auch viele Behörden in Deutschland gar nicht, also im Discord, wir haben ja einen Haken dran Discord, da sind über 2000 Leute, die sich sehr viel über alle möglichen Themen mit Social Media Bezug austauschen und so. Da gab es eine Geschichte, die am Wochenende passiert ist. Ich weiß nicht, ob du das mitbekommen hast, viele Menschen, die in Hamburg leben, haben am Wochenende einen Fehlalarm bekommen auf ihrem Telefon. Ja. Über Nina und Katwan gab es eine Meldung, diesmal nicht um das Pfalzlied zu singen, sondern tatsächlich einen Fehlalarm, der Menschen auch erschrocken hat. Und was aber die Polizei getan hat, um über diesen Fehlalarm hinzuweisen, war, dass sie über Ex kommuniziert haben. Das haben aber so viele. . Leute nicht gesehen, dass der Notruf trotzdem lahmgelegt wurde. Also da sieht man schon, wie einfach auch das Verständnis dafür, welche gesellschaftliche Rolle Ex noch spielt. Dass das auch völlig an der Realität vorbeiführt.
36:11 Lorenz Meyer
Ja, und ich also ich bin da sowieso, ich, ich war sowieso nie mit der Rolle der Polizei auf Twitter so richtig glücklich. Also wenn du dich daran erinnerst, es gab so erfolgreichen, ich glaube der Berliner Polizei-Account auf Twitter, der war glaube ich sehr erfolgreich. Weil der versucht hat, das so ein bisschen so entertainment-mäßig zu machen.
36:34 Gavin Karlmeier
Ja, und die haben diese 24 Stunden Berlin immer wieder gemacht oder 48 Stunden.
36:38 Lorenz Meyer
Ach, okay.
36:39 Gavin Karlmeier
Wo sie dann quasi jeden Notruf und jeden Einsatz sozusagen live getwittert haben.
36:45 Lorenz Meyer
Ja, und ja, und das führte dann immer zu so Sachen, dass man dann, denn haben sie irgendwie geschrieben, ja, wir sind in die, ich, ich weiß nicht, in die Pankohrstraße gefordert worden Und dort hat ein Mann seiner Frau mit schlagenden Argumenten beibringen wollen, was er von ihren Kochkünsten hält. Und wir haben die Frau ins Krankenhaus gebracht und dem Mann erklärt, dass man das auch anders macht.
37:17 Gavin Karlmeier
Also irgendwie irgendwelche Witzchen gemacht mit diesen Einsätzen.
37:23 Lorenz Meyer
Ja, und das fand ich daneben und geschmacklos und unpassend. Also da muss man aufpassen, dass man das nicht so bagatellisiert. Also wenn die dann nachher, das ist so ähnlich so wie wenn Chirurgen sich darüber unterhalten bei der OP und sagen, meine Güte, hier dieses 200 Kilo Schlachtdrost, dem muss ich jetzt die Knochen brechen oder so. Das können sie untereinander machen, meinetwegen, schön finde ich es auch nicht, aber es wird wenigstens nicht öffentlich, aber Sie sollen bitte nicht öffentlich darüber reden. Und diese Art, wenn Behörden aus ihrem Behörtentum so so ein Comedy-Programm abzaubern wollen und dann natürlich Der Erfolg gibt Ihnen recht, denken Sie, weil Sie sammeln natürlich Likes ein ohne Ende und das wird dann als tolles Beispiel für Bürgerkommunikation zitiert. Aber das ist es aus meinen Augen nicht.
38:20 Gavin Karlmeier
Wird sogar noch einen Schritt weiter gehen. Also du hast natürlich recht, aber dieses Beispiel ist ja sogar nochmal die entsetzliche Folge von dem Kernproblem, dass öffentliche Kommunikation. . Also es hat einen guten Grund, warum es in der Vergangen diesen Mittelsmann-Journalismus gab. . Also es hat einen guten Grund. warum nicht der Bundeskanzler einen Videopodcast gemacht hat, sondern warum eine Pressemitteilung oder eine Pressekonferenz gegeben wurde und JournalistInnen darüber geschrieben haben. Nämlich Einordnung, aber auch Entfärbung. Also wenn die Polizei schreibt, es fand eine Demonstration statt, da waren 3000 Menschen, dann kann man davon ausgehen, dass da vermutlich mehr als 3000 Menschen war, weil die Polizei ein Interesse an öffentlicher Sicherheit hat, aber auch an der Darstellung der eigenen Arbeit und an der Entschärfung. Und ich will nicht sagen, dass sie damit Dinge falsch reden wollen oder bewusst Desinformationen streuen wollen, aber die Polizei geht natürlich. Also wenn eine Polizei kommuniziert, dann ist deren Zielen nicht nur die Information der Gesellschaft, sondern auch die Darstellung der eigenen Arbeit als etwas Gutes. Sie werden nicht schreiben, 3000 Demonstranten, da haben wir erstmal 50 Leute von denen ordentlich auf die Mappe gegeben. Das werden Polizei erkannt. uns nicht schreiben. Selbst wenn das in Einzelfällen passiert ist. Es gibt ordentlich Fälle von Polizeigewalt in Deutschland. Das werden sie auf Ihren Twitter-Account so nicht schreiben. Das zeigt also, du bist hier nicht, das ist keine unabhängige Quelle von Informationen, sondern das ist im Zweifel eine Interessensgruppe, die da kommuniziert. Und man verwechselt das aber schnell, weil man glaubt, naja, wenn die Polizei das getötet hat. Dann wird es ja wohl stimmen. Also, das ist ein Kernproblem, das ich darin schon sehe.
39:55 Lorenz Meyer
Ja. Naja, und dann ist es natürlich auch so, man schmiert das ja nicht. Es ist ja so, als ob man das schmiert auf irgendeinem Zettel. an einer Pinnwand von einer Neonazi-Kneipe. Also du gehst in eine Neonazi-Kneipe und da ist eine Pinnwand, die ist voll mit Dreck irgendwie. Kauft nicht bei Juden und hängt die Schwarzen und ich weiß nicht was alles, schlachtet die Schwulen ab oder so. Und dann pinkst du als Polizei da nochmal einen weiteren Zettel dazu? Nein. Nein, das mache ich. Das mache ich auch nicht.
40:31 Gavin Karlmeier
Das ist ein grundsätzliches Problem mit X. Deswegen danke an Maike für diesen Hinweis und diese sehr, sehr schlaue, spannende Beobachtung. Das ist. Es ist nicht mehr der Weg, die Gesellschaft zu informieren, wenn man einen Tweet schreibt, muss man sagen.
40:43 Lorenz Meyer
Das stimmt, das hast du schön gesagt.
40:46 Gavin Karlmeier
Blue Sky hat übrigens etwas angekündigt. Es gibt gerade auf Blue Sky, das ist eine Geschichte da. Ich packe euch da mal den Link in die Shownotes. Das ist so ein bisschen ein Deep Dive in die Kultur auf Blue Sky Denn jemand hat einen Post geschrieben, ich will das jetzt nicht zu tief werden lassen, wie gesagt, ich packe euch den Link in die Shownotes, aber jemand hat Jerry Chen hat geschrieben. Blues gey-Nutzer stürmt ins Waffelhaus. Oh, ihr hasst Pancakes? Und beschreibt damit, dass es sozusagen eine Ver. . oder verzerrte Diskussionskultur und im Zweifel auch das Problem gibt, dass hier auch Leute gesperrt werden auf Blue Sky, bei denen man nicht so genau weiß, warum. Auf der anderen Seite Leute nicht gesperrt werden, obwohl sie sich transfeindlich geäußert haben. Jay Graeber hat sich dazu so ein bisschen versucht, so mit seinem Augenzwinkern und humorvoll und mit Waffelbildern zu rechtfertigen. Aber man sieht gerade, dass auch auf Bluesky, der Plattform, die hier von vielen, vielen Leuten, mit denen ich hier spreche als so die die heilsbringende Twitter-Alternative wahrgenommen wird, dass die genau dasselbe Problem erleben wie viele Plattformen, wenn sie größer werden, nämlich eine Kampf um Deutungshoheit, einen Kampf um Was ist zu moderieren? Was lassen wir stehen? Wie viel von Redefreiheit wollen wir ertragen hier oder gibt es Dinge, die zu weit gehen? gehen. Also diese Diskussionen, die finden gerade auf Blue Sky, vor allem im amerikanischen Raum, hitzig statt und es wird viel darüber diskutiert. wie man eigentlich mit sowas umgehen soll und das alles natürlich unter dem Gesichtspunkt, dass Blue Sky nach wie vor nicht vollständig dezentral durchgeführt werden kann. Also dass es immer noch ein Register gibt, das am Ende die Accounts auflöst, sozusagen wie so ein DNS im Web, die immer noch in den USA liegen müssen. Also es gibt immer noch einige Herausforderungen, die Blue Sky hat. Naja, ich wollte es mal mitbringen.
42:32 Lorenz Meyer
Ja, das ist natürlich auch die ultimative Tech Pro-Ausrede. Wir sind nur die Systemarchitekten. Wir bauen nur die Technologie, für die Folgen sind wir nicht verantwortlich. Und Gräber will die Vorteile der Community-Plattform für sich, aber ohne die Verantwortung für eben diese Community. Und ja, aber sorry, so funktioniert das nicht.
42:55 Gavin Karlmeier
Aber dafür musst du halt Entscheidungen treffen. Du musst entscheiden, wollen wir transfeindliche, reichweiten starke Accounts auf dieser Plattform zulassen oder nicht. Mit allen Folgen, die da dranhängen.
43:06 Lorenz Meyer
Ja, und nur irgendwie ein Waffelmeme rauszuballern, Entschuldigung, das ist Konfliktmanagement auf Kindergartenniveau. Also das reicht nicht.
43:14 Gavin Karlmeier
Das reicht nicht. Aber vielleicht werden sie jetzt Waffel-T-Shirts rausbringen und damit ein bisschen Geld verdienen.
43:18 Lorenz Meyer
Ja, genau.
43:20 Gavin Karlmeier
Ansonsten hat Blue Sky etwas verkündet, deswegen wollte ich eigentlich überhaupt nur über Blue Sky sprechen. Denn Blue Sky haben angekündigt. dass sie zukünftige Patente, die Sie anmelden werden, dass sie die sozusagen unter allem, unter allen Open Source Lizenzen veröffentlichen werden, alle Software-SDKs unter Open Source veröffentlichen werden. Und dass die Patente, die sie eben anmelden werden, an die IETF, die Internet Engineering Task Force, weitergeben. Das sind die, die auch so Internetstandards weiterentwickeln und übernehmen. Und bezeichnen dasselbe als Nicht-Angriffserklärung. Sie sagen, Blue Sky Social wird keine Patente auf Softwareerfindung, die Blue Sky derzeit oder in Zukunftsbesitz durchsetzen, außer gegen eine Partei, die eine Klage wegen Patentverletzung gegen Blue Sky Social oder einen dritten aufgrund der Nutzung oder Verbreitung von Technologien einreicht, androht oder sich daran beteiligt. Das bedeutet also, Blue Sky, die Architekten einer dezentralen Architektur, wie sie selber sagen, wo wir ein kleines Sternchen noch dran setzen. müssen. Doch, würde ich sagen. Ich glaube, wir werden in den nächsten fünf Jahren schon feststellen, dass Blue Sky de facto auch dezentral werden kann, weil da irgendwann der Druck zu groß werden wird, glaube ich. Aber sagen, wenn wir Patente anmelden, dann werden wir niemanden. Verfolgen, der sie nutzt, um weiterhin offene Protokolle damit zu fördern. Das ist natürlich ein netter Nicht-Angriffspakt. Sollten diese Patente allerdings irgendwann den Besitzer wechseln, verliert dieser Nicht-Angriffspakt so ein bisschen seine Bedeutung.
44:52 Lorenz Meyer
Ja, also das ist ja wirklich ein Widerspruch an sich. Entweder ist man Open Source oder man hortet Patente. Also und Blue Sky will immer wieder beides. moralischen Überbau von von wir sind die Guten und gleichzeitig die rechtlichen Waffen für den Ernstfall. Also das ist so Wie wenn du Pazifist sein willst und hast aber einen Waffenschrank. Auf den Waffenschrank willst du auch nicht verzichten.
45:17 Gavin Karlmeier
Aber um dich zu verteidigen, vielleicht brauchst du es.
45:19 Lorenz Meyer
Ja, genau, richtig.
45:22 Gavin Karlmeier
Also ich weiß es nicht, aber. Also ich verstehe schon, dass man sowas dann selber zum Patent anmeldet, bevor es jemand anders tut. Ich kenne mich, ich bin kein Patentrechtler, ich weiß nicht, ob das überhaupt möglich wäre, das zu tun. Aber wir haben in so vielen Beispielen mitbekommen, wie schwierig das ist, wenn wenn wenn solche Dinge dann in die falschen Hände geraten, nicht zuletzt mit Elon Musk kauft Twitter, dass man sagen muss, dass das erstmal schon auch schwierig werden könnte, weil dieser Nicht-Angriffspakt eben im Falle einer Übernahme von Blue Sky durch Dritte dann eben an Bedeutung verlieren würde.
45:57 Lorenz Meyer
Ja, exakt. Genau. Ja, deswegen großes Fragezeichen daran.
46:02 Gavin Karlmeier
Ja, und eine andere Geschichte, die ich schon seit einer Woche vor mir her schiebe, die ich aber heute mitbringen möchte, das Mastodon. Also das Unternehmen hinter dem hinter Mastodon, das Unternehmen hinter Mastodon, in Fiddiverse, wirklich dezentral, dass die angekündigt haben, dass sie jetzt auch Hosting anbieten. Also du kannst einen Support-Vertrag abschließen und sie bieten so sozusagen Unternehmungen, aber auch Regierungsorganisationen an, für dich eine Instanz zu hosten, also einen eigenen Server, damit du auf Mastodon sozusagen unterwegs sein kannst. Das ist so deren. Art, jetzt Geld zu verdienen mit ihrer Idee und dass es auch schon ein paar solcher Verträge gibt, zum Beispiel mit dem Bundesland Schleswig-Holstein oder aber auch mit der Europäischen Kommission.
46:45 Lorenz Meyer
Naja, man kann sie verstehen, aber es ist natürlich auch so ein bisschen so, ja, von der Revolution von unten, jetzt so zur Consultingbude in Rekordzeit. Und das ist natürlich auch so ein bisschen so dieser Dezentralisierungswiderspruch. Du willst alles dezentralisieren, aber bietest halt denn doch einen zentralen Lagerplatz an.
47:09 Gavin Karlmeier
Den Vorwurf kannst du machen. Das Problem ist, was ist die Alternative? Also wenn die reine Spendenfinanzierung vielleicht nicht reicht und du aber sagen kannst, hier, wir können unsere Idee vorantreiben, wenn wir für euch das Hosting übernehmen. Klar bleibt der Vorwurf, hey, am Ende ist es dann immer noch zentral, weil es liegt bei denselben Leuten. Aber ich weiß es auch nicht.
47:30 Lorenz Meyer
Ja, also was tut dann hat bei mir eine große Sympathie und gleichzeitig ist es irgendwie eine Tragik, weil ich leider zu selten da bin. Und das ist eigentlich schade irgendwie. Wir hätten halt selber alle wie wild darüber rennen müssen. Aber das ist nicht passiert. Und jetzt unterliegen wir ja nun auch der Macht des Faktischen. Und da hat sich so eine eigene Mastodon-Community entwickelt, finde ich, so aus meiner Sicht. Und Blue Sky zum Beispiel da außen vor zu lassen, wäre jetzt für mich jetzt nicht vorstellbar. Obwohl ich es gut gefunden hätte, wenn wir uns jetzt alle nur zum Beispiel auf Mastodon irgendwie geschmissen hätten.
48:14 Gavin Karlmeier
Ich würde dir, glaube ich, uneingeschränkt zustimmen. Das ist selten, aber ich nehme dich mit in eine Welt der Emotionen.
48:23 Lorenz Meyer
Oh ja.
48:26 Gavin Karlmeier
Funktionen und Emotionen. Nothing. Kennst du die? Nothing? Nee. Die stellen Smartphones her und so Kopfhörer. Oh, das Nothing Phone. Genau, das Nothing Phone kommt for nothing. Die haben angekündigt, dass sie jetzt eine Toolbox an den Start bringen mit dem Namen Essential. Das ist eine KI-Toolbox, mit der man so kleine, es soll so einen kleinen eigenen App Store geben und du sollst dann sozusagen da reinschreiben können, was die App können soll und dann kann das entweder generiert werden oder das gibt es schon. Und Carl Pay, das ist der CEO, hat aber angekündigt, dass das der Anfang ist. Der Plan ist, das Essential OS zu entwickeln. Ein eigenes Betriebssystem, das komplett auf KI basiert, das ein Telefon steuern soll.
49:10 Lorenz Meyer
Wow, ja, sollen Sie mal ausprobieren. Also ich bin ja durchaus für spielisches Entwickeln und das wird nicht ausbleiben, dass jetzt einfach alle anfangen rumzuspielen.
49:20 Gavin Karlmeier
Mhm. Und also mein erster Gedanke war, ich finde es ja erstmal gut, wenn jemand sich traut, diese Google, dieses, äh, dieses Google, Android und Apple iOS Google Pol erstmal anzugreifen, weil das gibt de facto keine relevanten Hersteller, keine relevante Software, auf der ein Smartphone laufen kann, die nicht eben Android, also Google, oder iOS, also Apple ist. Ähm, ob das allerdings so eine komplett vibe-gecodete Umgebung sein muss, die im Zweifel dann eben nicht so besonders gut auf Datenschutz achtet, weil es am Ende nicht im Prompt reingeschrieben war, dass man auf Datenschutz achten muss, da weiß ich noch nicht so ganz genau, ob das die Lösung ist, aber ich stimme dazu, es ist erstmal eine Idee. It's something. It's something. WhatsApp hat angekündigt, nein, stimmt nicht. Es gibt Hinweise darauf, sie haben es noch nicht angekündigt. Es gibt Hinweise darauf in der nächsten WhatsApp-Beta, dass es eine Unterstützung für Nutzernamen geben wird. Also genauso wie wir es bei Telegram oder Signal eben auch haben, dass du nicht nur zwangsläufig mit deiner Telefonnummer angemeldet und identifizierbar bist bei WhatsApp, sondern eben auch mit einem Username.
50:27 Lorenz Meyer
Kann man verstehen, dass sie das machen? Wäre wahrscheinlich eine gute Idee. Oder wie schätzt du es ein?
50:32 Gavin Karlmeier
Das ist eine sehr gute Idee. Weil jetzt gerade ist es so, stell dir mal vor, du hast so eine Gruppe von, sagen wir mal, 200 Leuten und ihr habt so eine gemeinsame, weiß ich nicht, Petition unterschrieben. oder plant gemeinsam eine Veranstaltung oder fremde Leute auch, mit denen du irgendein gemeinsames Interesse vorantreiben möchtest. Dann hast du, wenn ihr in einer WhatsApp-Gruppe seid, alle Telefonnummern von allen Menschen in dieser Gruppe. Und das ist nicht gut. Das jetzt hierüber aufzulösen, dass es Nutzernamen gibt, halte ich für eine sehr, sehr gute Entwicklung.
51:03 Lorenz Meyer
Ja, das wäre nur gute Sachen.
51:05 Gavin Karlmeier
Ja. Dann hat Instagram angekündigt, dass sie bei den Instagram Maps ein paar Nachbesserungen anstellen werden. Wir haben ja darüber gesprochen, dass es dieses Feature gibt, mit dem du in Echtzeit deinen Standort teilen kannst und ganz, ganz viele Leute hatten riesengroße Datenschutzbedenken, weil Ich habe meinen Standort gar nicht geteilt, aber ich tauche trotzdem in der Map auf. Warum ist das so? Also die Leute haben die Funktion nicht verstanden, was immer ein schlechter Start ist. Jetzt haben sie angekündigt, dass dein Standort. Wenn du ihn dauerhaft teilst, dauerhaft auf deinem Telefon oben angezeigt wird in der Instagram-App, dass du deinen Standort teilst, damit du das nicht vergisst. Weiterhin wird gezeigt, dass wenn der Standort von dir in der Map geteilt wurde, auf Grundlage einer Story oder eines Bildes, in dem du ein Ortstag gesetzt hast, dass das neben dem Punkt auf der Karte angezeigt wird, dass das von einer Story oder einem Posting kommt. Und das war's.
51:58 Lorenz Meyer
Ja, also diese Anzeigen bei so sensiblen Informationen, also ich finde es zum Beispiel auch beim Telefon gut. wenn das Mikro eingeschaltet ist, dass da ein kleiner Leuchtpunkt ist. Also das finde ich ist schon wichtig irgendwie, damit die Leute nicht so ganz vergessen, was sie da überhaupt tun.
52:18 Gavin Karlmeier
Ja, das stimmt. Meta AI hat jetzt einen KI-Agenten vorgestellt mit dem Namen Business AI, der von Firmen übernommen werden kann, also Firmenwebsites, Firma-Accounts, um Kundenservice auf Metaplattformen anbieten zu können. Das heißt, du kannst dann sozusagen mit dem Chatbot von deinem Telefonprovider schreiben und dann nach einer halben Stunde merken, dass er gar keine Ahnung hat, wovon er redet.
52:41 Lorenz Meyer
Ja, ist bestimmt alles ganz toll und ich würde es nachher gut finden, wenn sich die Chatbots untereinander unterhalten und wir irgendwie uns irgendwie in Ruhe in Mallorca, nach Mallorca zurückziehen können, um dort hupenden Autos stundenlang zuzuhören.
52:59 Gavin Karlmeier
Google hat eine neue Funktion, die mir aufgefallen ist, die ist auch Pip Klöckner aufgefallen, der hat es dann gepostet. Ich habe das aber vorher schon auch verwendet. Also ich kann bestätigen, es gibt diese Funktion. Wenn du nach einem Emoji suchst, dann kannst du diese Emoji jetzt direkt auf. . Aus der, also es gibt in der Google-Plattform eine Möglichkeit, das direkt per Copy and Paste zu kopieren. Führt aber natürlich dazu, dass ihr auf die Websites dieser Emojipedia und Co. keine Klicks mehr auslöst. Also wieder eine Variante, um Traffic einzudämmen. Von Google.
53:28 Lorenz Meyer
Ja, herrlich. Gibt es immerher mit dem Traffic. Man kann sie verstehen.
53:35 Gavin Karlmeier
Und das waren unsere Funktionen und Emotionen. Wir haben aber noch eine Sache. Wurde sich ja gewünscht, dass sie so Elon Musk-Geschichten so ein bisschen aus dem normalen Teil des Podcasts raushalten, damit Leute vorher abschalten können. Ähm, ich das machen wir jetzt. Wir schieben die ans Ende. Und eine dieser, ich hab so ein paar, es haben so ein paar Elon Musk-Geschichten angehäuft, zum Beispiel, dass er jetzt 500 Milliarden US-Dollar hat, als erster Mensch der Welt, hat er geknackt. Dafür herzlichen Glückwunsch würde ich schätzen.
54:02 Lorenz Meyer
Ja, ja, natürlich.
54:05 Gavin Karlmeier
Freuen wir uns doch sehr. Ist natürlich direkt mit der Tesla-Aktie verbunden. Dann gibt es die Geschichte, dass Elon Musk offenbar. für SpaceX direkt Geld von chinesischen Investoren angenommen hat, obwohl angesichts der Tatsache, dass SpaceX auch ein Militärdienstleister ist, eigentlich einer starken Regulierung unterliegt. Jetzt ist SpaceX aber ein privates Unternehmen, heißt also, wenn die, wenn es nie, wenn alle den Mund halten, kann nichts passieren. Ist zumindest hier so die öffentliche Version. Also man kann es natürlich irgendwie ein bisschen verschleiern, indem da irgendwelche Zwischenmittelsmänner sind und so. Aber es sieht danach aus, als würden offenbar chinesische Investitionen in SpaceX fließen.
54:44 Lorenz Meyer
Es ist herrlich. Ich komme immer wieder dazu, das ist so eine verrückte Netflix-Serie. Wenn man die pitchen würde, würde einen jeder vom Hof jagen. Mit diesen ganzen Widersprüchen. Also es ist einfach herrlich. Man kann das wirklich Wie wie TrashTV sind diese Maskmeldungen, insofern kann ich die Leute verstehen, aber ich finde es natürlich herrlich unterhaltsam
55:06 Gavin Karlmeier
Und Netflix führt uns direkt zum nächsten Thema. Elon Musk hat nämlich eine Kampagne geteilt und macht gerade Welle. Wir müssen nicht die ganze Geschichte erzählen. Am Ende ist das eine totale Reproduktion von Hass. Am Ende. Es gibt einen rechtsradikalen X-Account und der äußert sich sehr, sehr häufig, häufig trans-feindlich, LGBTQ-feindlich im Generellen und hat sich jetzt auf eine Netflix-Serie eingeschossen. bei der es eben eine Charakter gibt, der sich als transautet in der Serie. Elon Musk hat jetzt seine Reichweite genutzt, um eine Kampagne zu teilen, um darüber zu sprechen und diese Kampagne damit auch in den Mainstream zu schieben, die sich eben die eben auslösen soll, dass Leute Netflix boykottieren, alles unter Grundlage dieser Transfeindlichkeit. So? Es ist aber nur die halbe Geschichte, finde ich. Denn die Geschichte bekommt ein bisschen Salz, wenn wir sie. daneben, wenn wir daneben legen, was gleichzeitig passiert ist, denn Reed Hastings, einer der Netflix-Gründer und Chefs, ähm Hat jetzt zwei Millionen Dollar an die Demokratische Partei gespendet, um Gavin Newsoms Kampagne zu stützen, die sich mit dem gerrymandaring auseinandersetzt. Also es gibt ja im Moment Ambitionen seitens der Republikaner, die Wahlkreise neu zu verteilen in den USA, damit die Republikaner. . den Midterms nächstes Jahr eben die Möglichkeit haben, mehr Stimmen zu bekommen. Und Gavin Newsom, der kalifornische Gouverneur, der hat jetzt eben eine Kampagne dagegen und da hat Reed Hastings, der Netflix-Mitbegründer, Geld reingespendet. Und unter dieser, also wenn Wenn du das dann zusammenlegst mit der Tatsache, dass Elon Musk gerade unter anderem wegen versucht, Netflix zu boykottieren unter dem Gesichtspunkt von hasrätlichem Agenda-Setting, muss man sagen, ergibt das Bild plötzlich eine ganz andere Farbe.
56:54 Lorenz Meyer
Ja, stimmt. Genau.
56:58 Gavin Karlmeier
Connect the Dots. Connect the Dots. Das haben wir heute gemacht, Lorenz. Das war sehr, sehr schön, dass du heute da warst. Mehr habe ich heute. Hast du eine Versöhnlichkeit zufälligerweise auf Tasche?
57:07 Lorenz Meyer
Ich bin vollkommen unversöhnlich. Ich habe mich leider nicht darauf vorgeschlag Vorbereitet, versöhnlich zu sein.
57:11 Gavin Karlmeier
Mit den Versöhnlichkeiten ist das Problem, sie fliegen manchmal fliegen sie einem zu und manchmal nicht. Man kann immerhin sagen, dass der Kampf gegen die Chat-Kontrolle im Moment immer noch herrscht, dass man versucht immer noch zu verhindern, dass die EU Einfluss auf die Ist nur so mittelversöhnlich, merke ich selber. Aber Signal, Threamer und WhatsApp haben sich jetzt schon öffentlich sehr klar dagegen positioniert. Natürlich haben die auch eigene Interessen, das zu tun, aber. Es ist erstmal gut, dass es da eine breite Front gibt, die verhindert, dass es eine Überwachungsmöglichkeit für uns Nutzerinnen und Nutzer gibt.
57:42 Lorenz Meyer
Ja, stimmt.
57:44 Gavin Karlmeier
War das versöhnlich genug?
57:45 Lorenz Meyer
Das war hoffnungsvoll.
57:47 Gavin Karlmeier
Das war es versöhnlich, es haken ran getz. Vielen Dank, dass du da warst, lieber Lorenz. Wir hören uns hoffentlich bald, bald wieder. Ich wünsche dir einen ganz wundervollen restlichen Tag. Allen, die bisher entzugt haben, auch eine ganze Wundervolle restliche Woche. Wir hören uns wieder am Freitag. Da bin ich alleine. Vermutlich. Ja. Da bin ich alleine. Aber muss auch mal sein. Tschüss. Tschüss.