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Folge 544 · 27. Februar 2026 · 1:01 Std.

Wir alle können Korrektiv sein!

mit Ingrid Brodnig

Wie resilient können wir uns überhaupt in Social Media bewegen? Und ja, wir müssen sicher auch wieder über das Verbot für junge Menschen, aber, so sagt auch Ingrid Brodnig, das würde nicht alle unsere Probleme lösen. Denn die digitalen Orte sind nicht nur unsicher per Design, sondern auch unsicher wegen denen, die sie nutzen.

Wir haben eine etwas andere Episode als sonst aufgenommen – aber dafür Einblicke in Abgründe von einer, die mit denen gesprochen hat, die direkt reingesehen haben.

➡️ Ingrid Brodnigs neues Buch “Feindbild Frau”: https://www.brandstaetterverlag.com/buch/feindbild-frau/

➡️ The Guardian – “Ich bin ein 15-jähriges Mädchen. Ich möchte Ihnen zeigen, mit welcher abscheulichen Frauenfeindlichkeit ich täglich in den sozialen Medien konfrontiert werde” https://www.theguardian.com/commentisfree/2026/feb/23/15-year-old-girl-misogyny-social-media-online-abuse

Kapitelmarken

KI-unterstützt

  1. Hallo Ingrid!
  2. Humor und Selbstwirksamkeit als Schutz vor digitaler Gewalt
  3. Also brauchen wir doch ein Verbot?
  4. Medienkompetenz und die 9. Klassen
  5. Rückgang der Social-Media-Nutzung bei Jugendlichen in Österreich
  6. Metas Gewinninteressen versus Jugendschutz
  7. Discord verschiebt Altersverifikation nach öffentlicher Kritik
  8. Apples Pläne zur Altersüberprüfung im App Store
  9. USA: Bipartisaner Konsens für Social-Media-Beschränkungen?

Transkript

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00:01 Intro

Haken dran, das Social Media Update der CT.

00:06 Gavin Karlmeier

Hallo Ingrid

00:07 Ingrid Brodnig

Hallo Gavin.

00:08 Gavin Karlmeier

Bei mir ist das erste Mal heute, Ingrid Brotnik. Ich freue mich sehr, dass du hier bist. Und ich muss auch dazu sagen, du bist so, ich sage das öfter mal, aber bei dir ist es wirklich die Wahrheit: auf jeder Liste von Menschen, die sich Gäste wünschen für Haken dran, tauchst du auf. Also ausnahmslos. Also, die Menschen haben nur darauf gewartet, dass du sozusagen endlich mal hier auftauchst. Für die wenigen, die dich nicht kennen, stelle ich dich kurz vor. Du bist Journalistin, du bist Autorin, du hast sehr viele Bücher zum Thema Desinformation und hast im Netz geschrieben. Du bist eigentlich prädestiniert, hier bei Haken dran dabei zu sein. Und dein neues Buch, das letzte Woche erschienen ist, ich glaube am 18. 02. wenn ich richtig informiert bin. heißt Feindbildfrau und ich durfte so ein bisschen schon reinschauen und ich finde das wahnsinnig beeindruckend, mit was für einer vermutlich auch Resilienz du dich damit. beschäftigt hast, nehme ich mal an, weil du hast für dieses Buch mit Frauen gesprochen, die Hass im Netz erlebt haben, hast ihre Fälle auseinandergenommen und hast, was ich ganz toll finde am Ende dieses jedes Kapitels, wenn ich das Richtig zusammenfasse, hast du immer so kleine Takeaways mitgegeben, die so motivierend sind, wenn man das selber liest, damit man nicht selber in diesem Sumpf sich verliert. Und Also magst du was zur Entstehung sagen, weil das so, das ist ja, wir reden hier seit 544 Folgen im Grunde über solche Themen. Und du warst nah da.

01:30 Ingrid Brodnig

Ich habe mit Politikerinnen, also Frauen in der Politik aus Deutschland und Österreich gesprochen. Ganz strukturiert Typen der Einschüchterung, wiederkehrende Methoden zu beschreiben, von ganz gräßlich sexualisierten Sachen bis hin zu dieser Methode, dass die Frau mal, dass sie ein unter einem in einem Kompetenzmanko dargestellt wird, also dass die Kompetenz, die Intelligenz von Frauen angezweifelt wird. Und das arbeite ich so auf und du sagst richtig, Ich habe in eigentlich jedem Kapitel Tipps, das ist beim Schreiben gekommen, weil es ist teilweise so düster und so auch schrecklich, was manche erzählen. Dass ich dann gleich sag, hier kriegt man juristische Beratung. Oder auf diese Weise kann man die Adresse im Melderegister sperren, wenn man Bedrohungen erlebt, dass die Adresse bloß nicht so leicht herausfindbar ist. Oder auch kann Humor helfen? Und das hat mir dann so ein bisschen geholfen, weil auch manche Kapitel für mich ein bisschen düster waren, dass ich da mich selbst auch ein bisschen quasi bei Laune gehalten habe. Und ich bin zum Glück bei diesem Thema selbst, glaube ich, recht resilient. Das heißt, ich kann mich oft an den kleinen Details erfreuen, die kommen. Ich geb nur ein Beispiel. Ein FDP-Abgeordnete, also frühere FDP-Abgeordnete, hat mir erzählt, die war in einem deutschen Format miterwähnt, als Frage, wer ist das heißeste Bundestagsmitglied quasi? Und nachdem sie miterwähnt worden ist. hat sie voll viele Dickpicks zugeschickt bekommen. Und eines davon hat sie auch gesehen, den Großteil hat natürlich ein Social Media Team bearbeitet, aber sie hat erzählt, Es kam auch Fußfetischisten, die Fußfotos geschickt haben. Und in einem Fall hat ihre Mitarbeitern etwas super Tolles gemacht. Sie hat dann im Internet besonders hässliche Füße rausgesucht und hat das dem User zurückgeschickt. Und hat dazu geschrieben, ich hoffe, dir gefallen meine Füße auch. Das ist natürlich keine Wunderwaffe, aber ich finde es recht gut. Also ich gehe dann auch darauf ein, wo Humor nichts mehr bringt, aber worauf ich hinaus will, ist Ich glaube, es ist wichtig, sich diese Resilienz zu bewahren, weil wir das Problem nicht so schnell wegkriegen und darum braucht es verschiedene Strategien.

03:50 Gavin Karlmeier

Ja, absolut. Ich finde, also mich hat so eine Stelle total berührt, weil du hattest in einer dieser Zusammenfassungen geschrieben. Wir alle können korrektiv sein. Wir haben nicht so eine Macht wie Elon Musk, aber wir als Einzelne oder wir in Communities können am Ende eben doch etwas tun, indem wir zum Beispiel das zur Anzeige bringen oder uns eben wehren oder eben gegensteuern, indem wir das Wort ergreifen, hast du geschrieben. Und ich finde, das ist so mutstiftend, weil ich habe ja neulich, irgendwo habe ich hier neulich schon mal darüber. Gesprochen oder ich weiß nicht mehr, ob das bei unserer Live-Tour war. Ganz anderes Beispiel, aber ähnliche Themenwelt, weil es auch um Resilienz geht. Es ging darum, als mein Kollege, mit dem ich das hier früher täglich gemacht habe, Dennis Horn, damals angekündigt hat, dass er Twitter verlässt. hat er auf diesem Tweet über 2000 Antworten bekommen von Leuten, die ihm wirklich nur das Schlechteste gewünscht haben und allein in dieser in dieser Ankündigung die Plattform zu verlassen. sozusagen den politischen Feind gewittert haben. Und selbst da, ich habe nur seine Kommentare gelesen, auf seine Entscheidung. Und das hat mich schon mitgenommen. Und wenn ich mir aber vorstelle. Dass dieser Hass nicht daher rührt, dass man etwas tut oder eine Handlung ankündigt, sondern nur daraus rührt, weil man zum Beispiel eine Frau ist. Ich wüsste nicht, wie ich da mit dieser Resilienz reagieren könnte.

05:09 Ingrid Brodnig

Genau. Ich bin ja auch nicht mehr auf Ex wie viele. Und jedes Mal, wenn ich zurückdenke, ich habe das auch manchmal erlebt, wenn manche Tweets viral gegangen sind, wie die ersten Stunden kamen Zuspruch und dann tagelang einfach dieses. Geraunze and abwerten. . And ich muss ja ex weiter nur wachen, journalistisch sozusagen, es geht mir nicht ab. Also das ist für mich eine Form der Resilienz, auch strategisch sein. Wo schenke ich meine Zeit? Wem schenke ich meine Zeit? Und zu dem, was du gesagt hast, wir können alle korrektiv sein. Ich finde es ja auch deswegen schön, weil diese Passage, sage ich eigentlich, nachdem ich die Dorothee Scholz zitiere, die ist psychologische Psychotherapeutin in Deutschland. Und die arbeitet mit Betroffenen digitaler Gewalt. Und die sagt eben, wenn ich den ganzen Tag nur Hasskommentare lese, kann das verändern? wie meine Weltwahrnehmung. Also wie ich die Menschen da draußen wahrnehme, wie isoliert ich mich fühle. Und das Korrektiv bedeutet, wenn aber andere Leute sagen, das hast du nicht verdient oder Das ist ungeheuerlich, was passiert, oder du leistest gute Arbeit, dann rückt es das wieder zurecht. Und das ist so wichtig, weil ich schreibe im Buch ja auch viele Sachen, wo Leute durchkommen mit Aggression. Das heißt, das funktioniert, aber es funktioniert auch dagegen zu halten. Also man soll nicht ganz die Macht des Einzelnen oder der Einzelnen ausblenden. Und zum Dennis Horn Ich finde, ich habe das dann auch erlebt, Hemer, als ich weggegangen bin. Und ich muss sagen, ich habe mir gedacht, Leute, ihr zeigt es aber gerade das Problem. Und wenn euch das nicht bewusst ist, dann kann ich euch nicht helfen.

06:50 Gavin Karlmeier

Ja, ich mag diese Methoden oder diese Strategien, damit irgendwie umzugehen. Weil mich das so, also ich finde das, was du ansprichst, so wahnsinnig wichtig. Weil ich das sehr oft erlebe in meinem Beruf, wenn ich in Redaktionen gehe und da erzählen sie mir dann, ja, und unser Studi macht bei uns das Community Management und das sind sehr häufig öffentlich-rechtliche Redaktionen, die. einfach nur per Definition, weil sie öffentlich-rechtlich sind, wahnsinnig viel mit Hass zu tun haben von Leuten, die ihnen alles vorwerfen. Einfach nur aufgrund der Tatsache, weil es ein öffentlich-rechtliches Medium ist. dann wird mir immer schwindelig, weil ich so denke, das sind Leute, die sind nicht geübt darin und selbst Leute, die geübt sind, können das nicht einfach wegpacken und kämpfe zum Beispiel immer dafür, dass es dann so Dinge gibt wie in der Psychotherapie sagt man dann so Supervisionen. Also dass man quasi, dass die Leute, die Kommentare bearbeiten, sich dann auch nochmal alle gemeinsam mit jemandem treffen, mit dem sie sich darüber unterhalten können, reflektieren können und vielleicht sogar. . Dinge gespiegelt bekommen, die ihnen das Gefühl geben, du bist nicht scheiße, nur weil du acht Stunden lang das lesen musst, dass du es bist.

07:52 Ingrid Brodnig

Es ist auch ganz lustig, weil wenn es diese professionelle Supervision gibt, dann können die Leute, die moderieren Das verkraften. Ich glaube, es gibt auch Menschen, die passen nicht von der Persönlichkeitsstruktur. Man muss schon eine gewisse Ja, eine Möglichkeit, dass man es Dinge abprallen lässt und dann wieder liegen lässt, die braucht man. Das ist einfach auch eine Typfrage, muss ich dazu sagen. Aber das andere ist, es ist auch so wichtig, wenn Teams moderieren und wenn die es versuchen, professionell zu machen, dass sie zum Beispiel ganz oft so schwierige Fälle durchdiskutieren und sagen, ist das etwas, das wir löschen oder nicht? Bei Moderation ist nämlich unglaublich wichtig, dass die einheitlich ist, wird nicht zu 100% funktionieren, wenn Unterschiedliche Leute das machen, aber dass man so Gradmesser hat. Und es hilft auch, wenn ich so kritische Fälle durchdiskutiere. Also zum Beispiel nehmen wir Beleidigungen für Frauen, dass ich mal eine Liste habe, welche Beleidigungen färben wir? Und sehr oft, wenn dann was Neues kommt, hat man schon eine Analogie. Das ist sehr ähnlich wie dieses Wort. Das heißt, das Spannende ist, das ist eigentlich ein Feld, das extrem professionalisiert werden kann, wenn Redaktionen es ernst nehmen. Es passiert halt nicht überall, aber es wäre so wichtig, weil es am Ende schon um unsere demokratische Debatte geht.

09:00 Gavin Karlmeier

Ja, ich finde, das wirkt wie so ein banaler Tipp, aber ich glaube, das haben die meisten Teams eben nicht. Weil das Spannende ist ja auch, wenn du so eine Liste vor dir hast und da stehen dann irgendwelche Ausdrücke oder irgendwelche Vergleiche und du weißt, das ist okay und das nicht. In dem Moment findet diese Beleidigung, die du dann in dem Kommentar liest, ja auch in einem sterilen Raum statt. Also es wird dadurch zu einem Prozess und nicht mehr zu einer direkten Beleidigung, weil du hast quasi die Schablone, die du daneben legst und sagst. Okay, das müssen wir uns nicht bieten lassen. Ich glaube, das ist ein fantastischer Tipp.

09:32 Ingrid Brodnig

Und es ist lustig, weil also lustig. Wir leben halt in einer Zeit, wo eigentlich Rückschritte gemacht werden, weil ich davon ausgehen würde, dass bei den Social Media Plattformen dieser Prozess sogar schlechter wird. Weil zum Beispiel die Antrittszeit von Donald Trump Ist ja einhergegangen mit, zum Beispiel bei Instagram und Facebook, mit konkreten Maßnahmen, wie sie ihr Regelwerk gelockert haben. Schreibe ich auch im Buch. Also zum Beispiel, Frauen darf man jetzt als Haushaltsobjekte bezeichnen, war früher in den Community Guidelines untersagt. Es steht drin, man darf Leute nicht einfach so als in gewissen Formen beleidigen und dann wird dezidiert, das weißt du wahrscheinlich, aber dezidiert, das finde ich so arg. dezidiert reingeschrieben, dass man aber Personen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung und ihrer geschlechtlichen Orientierung, so nennen die das, That many as geistes crank or annoymal bezeichnant. They have notwed this rein to scheme Als totale natürlich Anbiederung an das republikanische Lager, das jetzt dezidiert erlaubt ist, queere Menschen als geisteskrank zu beschreiben. Und das sagt für mich so viel aus Und darum brauchen wir diese anderen Orte. Also darum ist ja zum Beispiel die redaktionelle Aufsicht von anderen Seiten so wichtig, damit die wenigstens noch drauf aufpassen.

10:50 Gavin Karlmeier

Ja, total. Genau. Sie haben auch in diesem gleichen Zuge haben sie ja auch die Begriffe Migration und ich weiß nicht mehr, was das andere war. Herkunft, glaube ich, Migration und Herkunft explizit aus den Community Guidelines auch gestrichen und so. Also das war natürlich eine Sache, auf die wir alle geblickt haben. Ich stimme dir zu, es ist alles schlimmer geworden. Die Frage ist natürlich wie immer so ein bisschen: Was können wir tun? Also können wir diese Orte der Öffentlichkeit, müssen wir die meiden, weil sie in der privaten Hand eines Menschen oder mehrerer Menschen liegen, die solche Entscheidungen treffen. Oder können wir diese Orte immer noch verbessern, weil wir zum Beispiel daran glauben, dass die Gesetze, die wir in Europa haben, das eigentlich in den Griff kriegen sollten?

11:31 Ingrid Brodnig

Ja, also ich bin ja eine durchaus eine Hardlinerin. Ich glaube zu hundert Prozent an Regulierung. Es müssen nur die zuständigen Politiker und Politikerinnen daran auch glauben, sozusagen. Der Digital Services Act wird ja ganz viel ermöglichen. Und ich gebe dir nur ein Beispiel, das hast du vielleicht mitbekommen. Vor kurzem ist eine Studie erschienen und die sagt so viel aus über die Macht von Plattformen. Nämlich, da haben Forschende Habs genommen im Wahlkampf, im US-Wahlkampf, und haben quasi die Posts, die Usern und Userinnen eingeblendet werden können Genommen and von einer KI mal sortieren lassen. And Posts, die Feindseligkeit gegenüber das andere Lager beinhalten oder die Gewaltgutheißen, wurden als problematisch eingestuft und ganz nach unten gereiht. In dieser Studie steht, normale User, Userinnen, wo es diese neue Reihung nicht gab, haben 10% solche problematischen Posts gesehen. Die User, die diese Reihung bekamen, 1%. Und jetzt kommt's. In dieser neuen Logik, wo das Krasse ganz unten war, hat sich dann verändert, es gibt weniger negative Gefühle gegenüber dem anderen Lager. Also die Polarisierung ist zurückgedrängt worden. Und worauf ich hinaus will, ist Das zeigt, selbst diese Forschenden, die das von außen mit einem Web-Tool gemacht haben, haben es geschafft, einen anderen Algorithmus zu entwerfen. Der massiv die Polarisierung zurückgeschraubt hat. Aber sie haben auch gemessen, ich glaube, sogar so vier Minuten am Tag war die Verweildauer geringer. Und darum ist es natürlich interessant für Plattformen. Also zu deiner Frage zurück, wenn das Forschende schaffen, im Rahmen einer Studie einen besseren Algorithmus zu entwickeln. Die aber ökonomisch vielleicht Nachteile hätte, dann können das die Plattformen auch. Und ich finde es halt so wichtig, dass wir sehen, wir können sehr wohl da Vorgaben machen. Wir machen das in ganz vielen Bereichen.

13:23 Gavin Karlmeier

Ja, total. Also ich stimme dir zu 100% zu. Ich glaube, über diese Studie haben wir hier seinerzeit auch gesprochen und würde festhalten, es muss natürlich diese harte Hand Europas geben. Die Frage ist halt, können wir uns als Einzelnen darauf verlassen, dass diese Regulierung uns irgendwann tatsächlich rettet oder sind wir tatsächlich so ein bisschen verloren an dem Punkt. Weil zur Wahrheit gehört ja auch, es gibt Dutzende Hinweise darauf, dass Social Media Plattformen sehr, sehr viele Insights über uns als NutzerInnen haben, von denen sie immer behaupten, sie hätten sie nicht. Also wenn ich dir nur als Beispiel geben darf, die Insights bei Instagram, die sehen seit Jahren, bestimmt zehn Jahre, sehen die gleich aus. Da haben sich mal so Kleinigkeiten verändert, kamen Reels dazu. Aber schon immer kann ich dort sehen, welchem Geschlecht meine NutzerInnen eher zugeneigt sind und in welche Altersgehorte sie reinfällt. Beides Dinge, die ich im Anmeldeprozess nicht angeben muss bei Instagram. Trotzdem kann ich das auswerten. Das heißt, allein durch mein Nutzungsverhalten wird durch ähnliche Gruppen darauf zurückgeschlossen. Wie alt ich bin, bin ich eher männlich, bin ich eher weiblich? Heißt also, diese ganze Diskussion um Altersverifikationsprozesse, über die wir gleich auch nochmal kurz ein bisschen sprechen müssen. Wir haben in der letzten Folge sehr tief über Persona gesprochen. Die führt ja eigentlich mal wieder an dem Punkt vorbei, dass die Plattformen längst so viele Daten über uns schon haben und selbst wenn sie nur angenommen sind, dass eine Verbesserung herstellbar wäre, wenn sie denn nur wollten.

14:47 Ingrid Brodnig

Genau. Und ich finde auch einen Punkt, den möchte ich betonen, den du gerade angerissen hast. Es gibt schon Verdachtsmomente. Dass die Plattformen lügen oder einfach unwahr kommunizieren, was auch immer der Hintergrund ist. Ich geb dir ein Beispiel schon länger her. Da hat ein Forscher in einer Studie, ich glaube es war von der Northeastern University, wenn ich mich recht erinnere, gemerkt, ich glaube, er hat aus Sicherheitsgründen seine Telefonnummer angegeben gehabt. Oder es war auf jeden Fall ging um Telefonnummern, die aus Sicherheitsgründen angegeben worden sind. Und sie konnten in der Studie nachweisen, dass die diese Daten, die aus Sicherheitsgründen angegeben waren, für Werbezwecke genutzt worden sind. Also das ist eine Studie, die das nachgewiesen hat. Und der wichtiger Punkt ist. Journalisten und Journalistinnen haben zuvor genau diese Frage gestellt und das ist on the record, war die falsche Angabe. Und das ist etwas, das war für mich als Journalistin so einem Moment, wo man sich oft fragt, sagen die einem die Wahrheit? Und da ist einfach klar herausgekommen, die haben in der Presseanfrage nicht die Wahrheit gesagt. Sie drücken sich ja oft herum und dann sagen sie gar nichts, oder sie sind so schwammig. Aber das ist ein Fall, wo sie dezidiert das Falsche gesagt haben. Und es gibt so viele Warnmomente, die wir längst überschritten haben. Also ich glaube übrigens eines. Wir wissen noch nicht, wohin die Reise geht, aber ich glaube, dass die Geduld mit Social Media sehr zu Ende geht. Also das ist auch diese Verbote, die Altersfrage ist auch Ausdruck einer Unzufriedenheit.

16:10 Gavin Karlmeier

Voll. Das Problem ist nur, und dann sind wir an dem Dilemma, an dem wir so häufig schon gewesen sind, was Chatkontrolle anbelangt, was eigentlich jede Videokamera im öffentlichen Raum auch anbelangt. dass die Geduld mit Social Media nicht an einem Punkt sein darf, an dem wir uns als Gesellschaft dafür entscheiden, dass wir als Gesellschaft am Ende darunter leiden, dass wir es nicht hingekriegt haben. gekriegt haben, unsere Gesetze durchzusetzen. Das ist ja so ein bisschen mein Punkt. Wie stehst du zu den Verboten? Also auch in Österreich wird darüber diskutiert, ob das Social Media Verbot für Minderjährige kommen soll. Ehrlicherweise in nahezu jedem, in jeder Nation mittlerweile eigentlich Überall wollen sie den Alleingang, gerade in Österreich ist sogar explizit die Forderung, einen Alleingang anzustreben, weil man nicht auf die EU warten möchte. Hast du eine klare Position in der Frage?

16:56 Ingrid Brodnig

Klar würde ich sie nicht ganz sehen. Also ich glaube, in einem Punkt bin ich sehr deckungsgleich mit sehr vielen Stimmen. Was es braucht, ist eine allgemeine Plattformregulierung, weil wir negative Effekte bei allen Altersgruppen sehen. Und um zum Beispiel diese Studie, die ich gerade vorher erzählt habe, dass die Polarisierung steigt, wenn der Algorithmus mehr von solchen Inhalten einblendet, das ist keine Altersfrage. Also das Problem hört nicht mit 14 oder 16 auf. Das andere Ich glaube, es ist auch die Verzweiflung oder das Problem derzeit, dass auf europäischer Ebene so nicht so wenig weitergeht, dass nationale Schnellschüsse oder ein Vorpreschen wahrscheinlicher wird. And I think by dirt impodcast, dass du ja meinst, es soll die europäische größere Regelung gesucht werden. Ich stimme dir in der Theorie zu, in der Praxis sehe ich es ein bisschen anders warum. Das hatten, der DSA, der Digital Services Act, ist jetzt endlich in Kraft. Aber wenn nicht Deutschland das Netz DG eingeführt hätte Wer weiß, wie viel länger die EU-Kommission noch gebraucht hätte, um mal ernsthafte Plattformregulierung zu machen? Die EU-Kommission hat über Jahre hinweg sich geweigert. The e-commerce and that we in Europe have leads that on the European events, before Deutschland forge is then later Österreich, in a Francis would be. nationale Alleingänge so ein bisschen als Druck machen, dass man nicht warten möchte. Bei den nationalen Alleingängen ist dann die Gefahr, was heißt denn das wirklich oder wie sind die umgesetzt? Und ich tue mir auch deswegen schwer, das zu bewerten, weil es oft nur In Österreich auch Überschriften bisher sind, und es ist zum Beispiel noch nicht klar, wie das technisch passieren soll. Und die Bandbreite, die kann von dystopisch bis Man hat vielleicht Bauchwürderfragen, aber da gibt es eine große Bandbreite und darum muss man dann schauen, was vorgelegt wird.

18:52 Gavin Karlmeier

Ja, das Bauchwef kann ich total verstehen, das ist aber in Deutschland nicht anders. Also es gibt ja Positionspapiere der Parteien, die aber Forderungen stellen, die entweder nicht europarechtskonform wären oder die nicht umsetzbar sind oder oder oder. Und also ich bin ja, ähm, du weißt nicht, ob du da mich richtig verstanden hast, aber. Ich bin kein Freund von verboten, weil ich glaube, dass wir halt junge Menschen nicht zwangsläufig einfach davon fernhalten sollten. Ich habe da hier dieses Beispiel mit dem Spielplatz genannt, zum Beispiel. Wenn ein Spielplatz ein Ort ist, an dem Waffen gehandelt werden, dann kümmere ich mich darum, dass die Waffen dann nicht mehr gehandelt werden und mache nicht den Spielplatz ab 18. So, das ist so ein bisschen mein Störgefühl. Wobei ich trotzdem verstehe. Wenn die Waffenhändler nach zehn Jahren immer noch da sind und die Schreife einfach nicht kommt, naja, dann gehe ich da halt mit meinen Kindern nicht mehr hin. Also das sollte natürlich auch die Folge sein.

19:42 Ingrid Brodnig

Genau. Ich verstehe schon. Ich meine nur, ich habe dich so verstanden, dass du im Zweifelsfall für eine europäische Regulierung bist. Und ich verstehe das total. Es ist auch effizienter, man hat mehr Druck, wenn es als gesamte EU-Raum passiert. In der Praxis habe ich gleichzeitig auf EU-Ebene eine Noch langsamere Prozesse und einen noch größeren Lobbydruck. Also das ist halt wieder die EU-Frage. Aber dein Bild mit dem Spielplatz ist sehr Sehr gut. Und ich muss dir ganz ehrlich sagen, ich finde halt, wir sind teilweise auf diesem Spielplatz, wo wir seit zehn Jahren merken, es tut sich nichts. Und für mich. Wenn ich kurz darf, du hast ja in, darf ich das verraten? Du hast mir in einem E-Mail, ich weiß nicht, ob du es ein Scherz gemacht hast, hast du gemeint, ob man statt einem Social Media Verbot für Jugendliche ein Social Media Verbot für Männer einführen sollte.

20:32 Gavin Karlmeier

Ich habe geschrieben, weil die Scherze habt geschrieben. Ich habe gesagt, wir bräuchten wahrscheinlich keins für Kinder, wenn wir eins für Männer hätten.

20:39 Ingrid Brodnig

Und ich habe lachen müssen, als ich es gelesen habe. Und ich fand es einerseits einen guten Gedanken, weil es ist sehr viele natürlich gegenderte Probleme. Also zum Beispiel Hasskommentare werden mehrheitlich von Männern geschrieben oder eine Studie, nur die so heftig ist, finde ich. Wenn Männer Stress im Job haben, dann ist dort messbar, dass die Wahrscheinlichkeit steigt, dass manche Online-Aggression ausleben. Bei Frauen ist das nicht messbar. Und das sagt so viel aus, dass hier ein Vehikel für andere Probleme gesucht wird, die das natürlich Gesellschaftlich schädlich ist. Ich finde gleichzeitig, du hast nicht alle Probleme sind da rein natürlich nicht. Rein männlich, ich wollte nur eins sagen, nämlich zum Beispiel bei Jugendlichen ein ernsthaftes Problem sind die Erststörungen bei Mädchen. And this is content from Mädchen für Mädchen häufig. Also that have that is also a teil of patriarchal systems Aber das heißt, ich finde so interessant, wir sehen wirklich viele Schattenseiten von Social Media. Ich glaube halt, dass der Altersfokus, es gibt jugendlich-spezifische Themen wie Essstörungen. Die gibt es, aber insgesamt wird das Sinnvollste über alle Altersgruppen, die quasi diese Schattenseiten zu verringern.

21:50 Gavin Karlmeier

Ja, ich stimme dir voll zu. Also, ich sage das so auch scherzhaft in meinen Seminaren. Ich habe das hier, glaube ich, auch schon mal gesagt. Ähm, ich wenn ich LinkedIn öffne als Freelancer in der Medienwelt, dann kann ich mir vorstellen, wie sich 15-jährige Personen auf Instagram fühlen, die sich selber vergleichen. Weil ich sehe dort nur erfolgreiche Menschen, die erzählen, dass sie Preise gewinnen. Pitches gewinnen, irgendwelche Formate entwickelt haben, super erfolgreich sind. Und da habe als Freelancer, der ständig in diesem, äh, in diesem Konflikt zwischen Imposter-Syndrom und Und Existenzkrise, ich habe natürlich immer das Gefühl, ich kann nicht mithalten. Das Tempo ist zu hoch. Natürlich Quatsch ist, aber dieses Gefühl entsteht dabei. Und so stelle ich mir vor, vor allem, wenn man als Persönlichkeit noch nicht gefestigt ist, wenn man jünger ist und auch andere Impulskontrollen hat und so. Verstehe ich total, warum das ein Riesenproblem ist. Die Frage ist so ein bisschen, ob ein ob das Verbieten von Social Media alle diese Probleme auf einen Schlag lösen würde. Wahrscheinlich nicht.

22:49 Ingrid Brodnig

Garantiert nicht, du musst immer ein System haben, vor allem selbst wenn du ein Verbot machst, wo du die Leute schrittweise in ihren Kompetenzen stärkst. Weil natürlich du brauchst. Es ist ja anders als zum Beispiel beim Rauchen oder beim Alkoholtrinken, aber vor allem da rauchen ja nicht 100 Prozent der Jugendlichen später, sondern manche rauchen irgendwann. . . Und wenn ich aber bei Social Media ein Verbot mache, gehe ich trotzdem davon aus, dass ab der Hürde alle auf Social Media sind. Darum ist es umso wichtiger, dass ich dieses Heranführen habe in einem solchen Fall. Ich glaube, dass das durchaus viel in der Politik bewusst ist. Aber es gibt oft die Gefahr, dass man sich zufrieden gibt mit irgendwas.

23:33 Gavin Karlmeier

Und da muss man in der Praxis hinschauen.

23:34 Ingrid Brodnig

Also ich geb dir ein Beispiel in Österreich ja mit digitaler Grundbildung ist gut, ist in der quasi vor 10 bis 14-Jähriger ungefähr in der Schule, eine Stunde im Jahr, in der Woche sozusagen. Aber der Lehrplan ist Viel zu vollgeräumt worden, man hat eigentlich ein zweites Informatikfach gemacht, anstatt auf Medienkompetenz mehr zu setzen. Für mich ist es so ein Beispiel. Oft sind dann Leute mit der Überschreit zufrieden. Man muss hinschauen, funktioniert das in der Praxis.

24:02 Gavin Karlmeier

Ja, also wir in Deutschland, also ich kann nur für NRW sprechen, wir in NRW haben einen Tag im Schuljahr vorgesehen für Medienkompetenz. Und das ist in anderen Fächern mitgemeint ist. Also es taucht dann im Deutschlehrplan auf, es taucht im Politiklehrplan auf. Das ist aber dann natürlich in der Umsetzung zu 100% vom Lehrpersonal abhängig. Weil wenn du da eine Person hast, die 63 Jahre alt ist und in Deutsch eben über whatever sprechen möchte, über Dürrenmatt, dann wird er da nicht die Ableitung zu LinkedIn nehmen an der Stelle, sondern der wird halt seinen Stiefel durchziehen, den er seit 30 Jahren in den Beruf durchzieht. Und das kann man ihm nicht vorwerfen, weil das Schulsystem Ist halt, wie es ist. Ich will auch niemandem vorwerfen, dass sie, oder ich glaube auch nicht, dass alle LehrerInnen so sind, dass sie sich nicht weiterentwickeln und weiterbilden und so. Aber solange es nicht. wirklich ein engmaschiges, engmaschig vorgesehenes Konzept für Medienkompetenz in den Schulen gibt, lösen wir die Probleme damit eben auch nicht, dass es eben mal im Politikunterricht mitgemacht wird. Und den anderen Punkt habe ich vergessen. Ich weiß nicht mehr, was ich sagen wollte.

25:04 Ingrid Brodnig

Ich finde lustig, ich sage nur eins. Ich finde gleichzeitig, weißt du, das Interessante ist schon. Es wird in vielen Ländern viel ausprobiert, auch dass jetzt diese vielen verschiedenen Social Media Verbotsideen da sind. Zum Beispiel das australische Modell jenseitig, das den Plattformen einfach überlassen wird, die sollen das überprüfen. Oder auch du hast viele unterschiedliche Länder, wo verschiedene Zugänge zu digitaler Bildung ausprobiert werden. Und da gibt es schon die Hoffnung, dass du ein Dazulernen hast. Ich erzähle immer gern folgendes Beispiel, ganz in andere Sache, aber. Es gab ja auch am Anfang, als Autos kamen, immer ganz unterschiedliche Gesetze. Und in Großbritannien gab es eine Zeit lang ein Gesetz, wirklich. Wo jemand mit einer roten Fahne vor einem Auto laufen musste, um quasi Leute zu warnen, Achtung, hier kommt ein Auto. Und das hat sich natürlich nicht durchgesetzt, es war kein sehr effizientes Gesetz. Man könnte aber man hätte auch bei dem Gesetz sagen können, die Regulierung von Autoverkehr ist gescheitert, weil das war ein wirklich schlechtes Gesetz Und ich glaube, wir werden ähnliche Gesetze im Bereich Social Media haben, wo aber die Chance ist, dass nicht alle Gesetze so absurd sind. Also ich glaube, das ist teilweise auch durch die Vielfalt des Ausprobierens. Man muss halt aufpassen Ob es in dystopische Richtungen geht, in Richtung Überwachung, in Richtung Freiheitsentzug etc. Aber dass bei diesem Ausprobieren vielleicht die ein oder andere kluge Idee hängenbleiben kann.

26:23 Gavin Karlmeier

Ja, glaube ich auch. Aber also, mir ist wieder eingefallen, was ich sagen wollte. Ich glaube, man darf aber eben auch nicht sich dieser Illusion hingeben, dass wenn wir jetzt Social Media für Kinder verbieten. Dass die dann sagen, okay, wir benutzen das nicht mehr. Also entweder werden die sich irgendeinen Weg über VPNs oder eine SIM-Karte aus den Niederlanden oder was auch immer, werden die sich einen Weg suchen, diese Plattform trotzdem zu benutzen. Und selbst wenn das alles nicht wäre, dann würde das Social Media Verbot, wenn wir nach Australien schauen, für die, da ist es, glaube ich, ein Dutzend die größten Plattformen. Das führt dann dazu, dass die Plattformen der zweiten, dritten, vierten, fünften Reihe nachrutschen. Und wenn wir uns anschauen, wie zum Beispiel Der Livestream-Anbieter Kik in der Vergangenheit mit Content-Moderation umgegangen ist im Vergleich zu Twitch. Auf Kik hat sich ein Mensch zu Tode quälen lassen im Livestream in Frankreich. Hier direkt um die Ecke sozusagen. Einfach weil dort ein viel weniger gut funktionierendes Content-Moderationssystem besteht, weil der Druck viel kleiner ist, weil die Plattform viel kleiner ist. Heißt also Je mehr wir anfangen, die großen Plattformen abzuriegeln, umso mehr verteilen sich die jungen Leute auf die kleinen Plattformen, die am Ende niemand mehr so richtig im Blick hat.

27:28 Ingrid Brodnig

Ja, ich meine, das ist eine Schattenseite. Ich meine, bei Verboten, du wirst immer auch in anderen Bereichen Umgehungen haben. Ich glaube, es geht auch darum. Wie sehr wird ein kultureller Blick auf ein Thema forciert? Also zum Beispiel, dass Leute kritisch auf ein Produkt schauen. Das kann ein positiver Effekt sein, selbst wenn viele sich nicht so Gänze dran halten. Also zum Beispiel, wir haben Verkehrsgeschwindigkeitsgrenzen. Okay, in Österreich haben wir sie in Deutschland nicht so Auch in Österreich fahren Menschen manchmal schneller als sie dürfen, aber es führt zu einem Grund, sie fahren nicht so schnell, wie sie würden, wie in Deutschland, wo es gar keine Grenze mehr gibt. Also das ist das eine. Ich finde für mich ist Beim Verbot, beim harten Verbot für Jugendliche, ist für mich der größte Einwand, sogar ein anderer, ehrlich gesagt, dass es Jugendliche Gruppen gibt, die besonders darunter leiden werden. Und da sind zum Beispiel queere Jugendliche. Für die das umso mehr Halt bietet und die Möglichkeit, gleichdenkende, gleichfühlende Menschen zu finden oder auch andere Menschen, die sich sozial isoliert fühlen. Und für die Social Media eine Möglichkeit der Communities.

28:31 Gavin Karlmeier

Ja, absolut. Ich stimme dir zu 100% zu. Und also selbst die UN-Kinderrechtskonvention schreibt digitale Teilhabe eben nicht umsonst in ihren Artikeln fest. Ich habe so eine Meldung, wir gehen mal ein bisschen in die News, wir driften so ab, aber das ist okay. Du bist das erste Mal hier, du hast alles recht, mit mir abzudriften. Aber es gibt so eine Meldung, die habe ich seit ein paar Wochen vor mir hergeschoben, und dann dachte ich, jetzt, wenn du heute hier bist. dann bringe ich das mal mit und zwar der Jugendinternetmonitor für Österreich. Also wie junge Menschen in Österreich das Internet benutzen. Das ist ein bisschen analog zu Deutschland, ehrlicherweise, aber. . Ich brauchte einen Anlass, das mitzubringen. Und zwar haben eigentlich alle großen Netzwerke große Verluste verzeichnet. Also Snapchat und Instagram 9% weniger Benutzung als im Jahr davor. TikTok 8% weniger Benutzung, YouTube 4% weniger Nutzung, obwohl YouTube immer wieder so als die Zukunft des Entertainments gehandelt wird. Die einzigen Ausnahmen, die keine Verluste haben, sind Reddit und Signal. Also die Plattform, die entweder Menschen nutzen, um Dinge zu lernen. Übrigens, Reddit ist in Australien vom Social Media Verbot mit einbegriffen, warum auch immer. Und Signal ein Messenger, der wahrscheinlich bei jungen Menschen, der steht hier nicht mal auf dieser Grafik, ah doch hier, 9% der jungen Menschen nutzen Signal, WhatsApp 82 Prozent in diesem Jahr.

29:46 Ingrid Brodnig

Genau, also man sieht, es geht zurück. Und das ist interessant, weil das passt in meinen Augen aber auch schon zu dieser allgemeinen Ernüchterung über Social Media. Es ist ganz interessant, als Australien das Verbot beschlossen hat, war ich gerade in Innsbruck und habe durch Zufall wirklich bei 16-Jährigen vorgetragen. Und das war der coolste Vortrag überhaupt. Weil ich habe dann gleich gesagt, ja, Australien macht das, wir diskutieren jetzt, wie findet ihr das. Und es ist selten so, dass Jugendliche so richtig einsteigen. Also die haben das total interessant gefunden. Und da waren Jugendliche selbst, war meine Erfahrung Selbst zerrissen, also die sagen, mit 14 habe ich mir beim Erkennen manche Inhalte noch schwerer getan oder sie tun sich manchmal auch jetzt schwer, das Handy wegzulegen, warum ich das nochmal drauf zurückgehen wollte. Dass die Nutzung zurückgeht, ist, glaube ich, auch ein Eindruck, dass selbst bei Jugendlichen diese Übersättigung bereits da ist Gerade in der Corona-Zeit war auch die Nutzung digitaler Tools extrem hoch und es ist kein Wunder, dass es danach auch wieder zurückgeht. Und es ist auch, diese Schattenseiten fallen ja auch Jugendlichen auf. Wenn du österreichische Jugendliche mit österreichischen Erwachsenen vergleichst, sind Jugendliche schon noch immer ganz oben angesiedelt. Also auf diese Nutzungszahlen kommen auch die Älteren nicht. Und weißt du, was interessant ist? Safer Internet in Österreich hat nicht nur The Jugend Internet Monitor, which for 11 to 17 years, this is gonna become for a time an KI Chatbot Monitor or quite an umfrage hera given how juggling Chatbots nut, and that was Spannend, dass man gesehen hat, dass die Nutzung natürlich schon sehr hoch ist und auch dieses teilweise zum Beispiel, dass 52% darauf vertrauen, dass KI-Chatbots richtige Antworten finden. Also diese Verlagerung hin zu Chatbots wird auch so ein bisschen in diesen Daten jetzt sichtbar.

31:33 Gavin Karlmeier

Voll. Und also du rennst damit bei mir offene Türen eigentlich. Ich gehe auch immer zu so Neuntklässlern. Das ist schon Running Gag bei den HörerInnen und den Hakys hier geworden, weil ich das ständig erzähle. Aber ich rede halt viel mit Neun-Klässern, weil ich so Medienkompetent bin. bei 15- und 16-Jährigen mache. Und da teile ich deine Einschätzung. Die sagen schon auch, na, das ist halt, also sie beobachten schon auch Brain Rot, wenn sie zu viel TikTok machen. Und das deckt sich auch so ein bisschen mit dieser Vodafone-Studie, über die wir vor ein paar Wochen, Monaten, warte, ich kann dir genau sagen, wenn wir darüber gesprochen haben. Und zwar am 26. 09. , okay, es ist schon ziemlich lange her, die auch sagt, dass Jugendliche, 73 Prozent der befragten Jugendlichen zwischen 14 und 20 sagen. Sie nutzen Social Media mehr, als ihnen dieb ist. 56 Prozent sagen, sie wären gerne weniger online, schaffen es aber nicht. 80 Prozent wünschen sich Unterricht zum Umgang mit Social Media, 60 Prozent sogar ein Handyverbot an der Schule. Also Es gibt Mehrheiten unter den jungen Menschen, die sagen, ja, macht was, es ist zu viel für uns. Aber nimmt es uns bitte nicht ganz weg, weil das ist schon Teil unseres Miteinanders. Also, das ist eben genau das, was du von diesen Menschen auch gespiegelt bekommst. Diese Menschen, diese jungen Leute, was du von denen eben auch gespiegelt bekommst.

32:46 Ingrid Brodnig

Genau, ich habe auch neulich bei jüngeren, also so quasi Jugendlichen und jungen Erwachsenen einen Workshop gemacht. zum Thema Medienkompetenz und eine Teilnehmerin hat gesagt, ja, ihr Vater ist auf so ein KI-Video reingefallen und es wäre eigentlich so leicht erkennbar gewesen als KI-Video, weil. Ich glaube, ein Wildschwein wurde von einer Droh irgendwo abgesetzt. . Also irgendwie eine eher unplausible Handlung. Und dann habe ich sie gefragt, weil ich so ein bisschen neu gefragt habe: Du, wie alt ist denn dein Vater? Und sie so 43 und ich habe dacht, oje. Und das ist so uralt, 43, ich habe mir gedacht, oje. Und da sind wir auch übrigens beim Thema eben dass wir auch über die anderen Altersgruppen reden müssen. Aber zu diesen österreichischen Daten, es ist schon interessant, ich schaue mir jedes Jahr die Safe Internet-Daten an und das war jetzt wirklich ein drastischer Rückgang. Den haben wir früher so nicht gehabt. Das war was Neues, fand ich.

33:40 Gavin Karlmeier

Übrigens der Vollständigkeit halber den größten Rückgang vermeldet, übrigens die Plattform Be Real. Die lag im letzten Jahr noch bei knapp einem Drittel. Und jetzt haben sie noch 7% der jungen Leute, die es bekommen.

33:51 Ingrid Brodnig

Krass. Jugendliche ist ja ein schwieriges Publikum.

33:54 Gavin Karlmeier

Das stimmt, man muss nachliefern. Man muss auch performen als Plattform, sonst bist du schnell abgehängt.

34:01 Ingrid Brodnig

Übrigens, darf ich was dazu sagen? Das ist, glaube ich, auch der Grund, warum die Plattformen immer toxischer geworden sind. Weil sie in so einem arten Wettbewerb zueinander stehen, dass sie immer krassere Features machen müssen, die mehr so in Richtung. addictive patterns getting, that you the young Leute halten. Das heißt, ich glaube deswegen is auch Regulierung so wichtig, dass gewisse Formen des Köders untersagt werden, weil du sonst so einen Wettlauf hast. Wer jetzt die neue krasse App ist, die noch einmal, noch einmal zugespitzter ist oder die noch einmal mehr eine Funktion hat, die genau auf dieses Leute bei. bei Stange halten, ausgerichtet ist.

34:40 Gavin Karlmeier

Absolut, ich glaube das auch. Und wir wissen aus dem laufenden Prozess in Kalifornien, zu dem ich auch ein paar neue Meldungen habe, bei denen Adam Mossari und Mark Zuckerberg und andere Metamanager ausgesagt haben Dass Adam Mossari das Ziel von Mark Zuckerberg bekommen hat, die Nutzungszeit bei Instagram innerhalb von drei Jahren von 40 auf 46 Minuten pro Tag zu erhöhen. Das heißt, es sind direkte Anweisungen, Unternehmensziele. Dass Leute mehr Zeit mit den Plattformen verbringen. Und das erklärt auch ein bisschen, und da sind wir in der neuen Meldung, warum diese neuen, warum diese Dinge hier zusammengekommen sind. Und zwar gibt es Hinweise darauf, das berichtet Reuters, aber auch Heise, liebe Grüße, berichten darüber. Dass Führungskräfte zwar immer wieder darauf hingewiesen haben, dass eine zu hohe Verschlüsselung der Messaging-Dienste dazu führen würde, dass man nicht kein Grooming mehr verhindern könnte, weil man keinen Einblick mehr in die Inhalte der Plattform hat. Da sind wir wieder in der Abwägung von Freiheit und Sicherheit natürlich Dass das aber sozusagen einfach weggewischt wurde, weil das Verkaufsargument, wir haben einen sicheren Messaging-Dienst, da wohl stärker wäre. Gleichzeitig hat aber wohl auch Adam Mossari darauf gedrängt, die Sicherheitsfunktion für Jugendliche später und später und später einzuführen, wie zum Beispiel Ernacktheitsfilter für die Inhalte, die jungen Leuten angezeigt werden, aber auch die, die sie per DMs verschicken können. Also dass sozusagen offenbar direkt aus dem Führungsteam von Instagram darauf hingearbeitet wurde, dass Instagram ein unsicherer Ort für junge Menschen bleibt, damit die Leute mehr Zeit damit verbringen.

36:07 Ingrid Brodnig

Genau, ist interessant. Ich finde ja, man muss ja sagen, keines dieser Features, auch ein Nacktfilter, löst nicht die Probleme. Das sind immer nur winzige Details. Aber diese Prozesse, wo zum Beispiel Aussagen passieren oder interne Unterlagen vorgelegt werden, die geben oft ein sehr düsteres Bild von diesen internen Diskussionen, nämlich das Bild ist in der Regel. Ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin sieht ein Problem und eskaliert das nach oben, um eine Lösung zu finden. Und ganz oft darf die Lösung dann nicht kommen oder kommt nur abgeschwächt, um die Anzahl der Sessions oder die Verweildauer hochzuhalten. Und wir haben jetzt schon so viele Fälle, wo das dokumentiert ist. Das berühmteste Beispiel ist ja Good for the World or Bad for the World, wo ein Algorithmus entwickelt wurde. Du kennst das sicher. wo weniger Inhalte eingeblendet werden sollten, die schlecht für die Welt sind, sozusagen. Und dann ging die Zahl der Session zurück und dieser Algorithmus kam so nicht. Hier haben wir wieder so ein ähnliches Beispiel. Und das andere ist, ich finde bei diesen Jugendschutzsachen, du kennst das sicher von dem Presseanfang. Meta noch ein richtiges, großes Presseteam im deutschsprachigen Raum hatte und besser erreichbar war, hat man ja oft irgendwelche Erklärungen bekommen oder Verweis auf Dokumente. Und das klingt im ersten Moment gut. Und wenn du es dir dann im Detail anschaust, sind diese Dinge so, dass du denkst, hey, das jetzt wirklich einen Jugendlichen ab noch Zeit auf Social Media zu verbringen? Ist das wirklich ein starker Nudsch? Oder weißt du, wie ich meine? Also die I would like to ask that you have these features to a stark testing have. Which feature not too much the time for us. And then you're going to say, Hey, we have so tall features. You have features, but the frame is Welche Features haben Sie nicht?

37:53 Gavin Karlmeier

Das Gemeine ist ja auch, und das gab es also nicht nur in Sicherheitsaspekten, sondern auch in Funktionen bei Instagram, dass Sie ja durch das Nudging uns auch selber gegen uns ausgespielt haben, indem sie nachher gesagt haben, das ist das Feedback, das will die Community so. Die Leute wollen das so. Die Leute wollten immer mehr Videos auf Instagram sehen, weil der Wert, mit dem das gemessen wurde. War die Verweildauer. Natürlich verbringe ich mehr Zeit mit einem Video, um zu verstehen, worum es geht, als mit einem Bild. Aber die Argumentation war, die Leute wollen das so. Das ist ganz schrecklich. Um das hier noch ein bisschen schrecklicher zu machen und das. Das bestätigt auch genau das, was du gesagt hast. Also, diese Mails, die ich eben zitiert habe, die sind aus dem Jahr 2018. Das Jugendschutzfeature bei Instagram zur Kontrolle von DMs, die Jugendliche bekommen, wurde 2024 eingeführt, also sechs Jahre später. Gleichzeitig gibt es auch Zahlen, die Meta kannte, die sagen, 19,2 Prozent befragter Jugendlicher im Alter von 13 bis 15 Jahren Haben auf Instagram schon Nacktfotos oder sexuelle Bilder gesehen, die sie nicht sehen wollten. 8,4 Prozent der 13- bis 15-Jährigen gaben an, dass sie in den letzten sieben Tagen, in denen sie die App genutzt hatten, jemanden gesehen haben, der sich selbst verletzt hatte oder damit gedroht hatte, sich selbst zu verletzen. Da muss was passieren an dieser Stelle.

39:05 Ingrid Brodnig

Genau, und diese Frage ist zum Beispiel, wie viel Prozent angeben, dass sie jemanden gesehen hat, der sich verletzt hat oder sich verletzen wollte. Da ist ja auch das Besonders Krasse, dass auch eine Wahrscheinlichkeit höher ist, dass Leute solchen Content sehen, die auf sowas einsteigen. Das heißt, wenn ich zum Beispiel als Jugendliche oder als Jugendlicher ein Thema mit mir trage, wie die Gefahr, mich selbst zu verletzen. Und ich sehe im Feed ein Reel oder ein TikTok, das in diese Richtung geht, das vielleicht etwas in mir anspricht. Kann sein, dass ich länger drauf bleibe. Und die Algorithmen sind ja zunehmend so gebaut worden, dass die Verweildauer so relevant ist. Das heißt, also es wäre technisch möglich, dass einerseits so hochproblematische Inhalte wie Selbstverletzung besser erkannt werden und dass hier der algorithmische Boost stärker außer Kraft gesetzt wird. um Jugendliche zu schützen, die Gefahr laufen, sich selbst zu verletzen, zum Beispiel, oder Suizidgedanken zu haben. Und ich würde nicht davon ausgehen, We have nicht den ganzen Wissensstand, aber ich würde wirklich nicht davon ausgehen, dass alle Sicherheitsmechanismen, die für vulnerable Gruppen möglich wären, gefunden worden sind. Und die Sache ist, in den Untersuchungen kommt ja raus. Die allermeisten Jugendlichen können relativ gut mit Social Media umgehen. Die leiden nicht immens. Nur wir haben halt diese vulnerablen Gruppen und da sieht man halt schon Richtige. Probleme.

40:27 Gavin Karlmeier

Ja, und es muss gar nicht so, wir müssen gar nicht so drastisch werden, um das zu sehen. Es gibt eine ganz, ganz neue Studie von der Harvard University, die im Jama Pediatrics Fachjournal veröffentlicht wurde. Die haben 2000 jungen Menschen zwischen 18 und 24 genommen und in zwei Gruppen unterteilt. Und beiden Gruppen jeweils 20 Beiträge, Instagram-Beiträge von Lifestyle-Influencern gezeigt. Die eine Gruppe hat zehn von Menschen bekommen, die Alkohol konsumiert haben. Die andere Gruppe hat als normale Alltagsinhalte derselben Influencer gezeigt bekommen, ohne Alkohol. Und die Antwort war 73 Prozent war die Lust auf Alkohol höher bei denen, die Alkoholkonsum gesehen haben bei Instagram. Und zwar ist es jetzt nicht so, dass gesagt wurde: hier trink Alkohol, sondern es war einfach so ein ganzes Subtiler Effekt, dass man ein Leben von Menschen sieht, die man toll findet und möglicher, oder bei denen man das Gefühl hat, die führen das tolle Leben, das würde ich jetzt auch Gerne machen. Also es ist ja nicht, der Heise schreibt dazu, das Experiment belegt nicht, ob die kurzfristige Lust tatsächlich zu Alkoholkonsum führen würde, aber es ist natürlich ein guter Faktor, um zu erkennen, wie wichtig teilweise auch die Inhalte sind. Die wir vielleicht auch gar nicht bewusst wahrnehmen.

41:34 Ingrid Brodnig

Total, man sieht ja auch bei Jugendlichen, dass sie total oft das nachahmen, was sie in den Videos oder Bildern von Influencern und Influencerinnen sehen, zum Beispiel die Einrichtungsgegenstände. Das wundert mich nicht, dass plötzlich der Alkohol mit auf einmal eine Rolle spielt. Und ich habe eine Anekdote schon länger her, aber wir haben ja schon safe Internet in Österreich erwähnt, die machen Medienkompetenztrainings an Schulen, die sind da sehr wichtig. Und die Leiterin, die Barbara Buchecker, hat mir mal erzählt vor Jahren, sie ist in einer Klasse und sie analysiert dann gerne auch, was zeigen Influencer, Influencerin im Hintergrund her. Und ist das jetzt. Durch Zufall im Hintergrund, oder warum ist da ein Produkt, ein Shampoo oder irgendwas zu sehen? Und dann geht es um eine sehr bekannte deutsche Influencerin und sie sagt, das könnte schon Produktwerbung sein, weil das sehr sichtbar ist, welche Marke und so weiter. Und dann steht ein Mädchen auf und sagt, Aber nein, das ist XYZ, die ist so gut, die macht das nicht. Und das ist, ich meine, es ist jetzt, es sind natürlich viele Jugendliche auch kritisch, aber so diese Dieses Identifizieren mit Influencerinnen ist so immens. Und das verstehe ich auch, weil als junger Mensch sucht man zu quasi Community und sucht jemanden, mit dem man sich identifizieren kann.

42:48 Gavin Karlmeier

Ja, absolut. Und diese parasoziale Beziehung führt ja auch dazu, dass man völlig, wie sagt man, unverhältnismäßig in seinem Urteil wird, weil man denkt, also wenn ich jetzt hier zum Beispiel Werbung für irgendwas machen würde in diesem Podcast, dann würde es sicherlich auch Leute geben, die sagen, da muss ein Trick hinter sein. Das würde der jetzt nicht machen, weil das nicht in ihr Bild von mir passt. In meinem natürlich auch nicht. Aber es gäbe Leute, die würden anfangen, sich das irgendwie anders zu erklären, als mit der Tatsache, dass ich einfach nur viel Geld bekommen habe von diesem, was weiß ich. Waffenhersteller oder Hersteller für irgendwelche Supplements oder so. Weißt du, also weil das so, weil diese eigene kognitive Dissonanz mit dem, was man erwartet von dieser Person und dem Bild, was man von diesem Menschen hat, So weit weg ist von der Realität, dass man sich eine Erklärung sucht. Und dann sind wir direkt auch wieder bei der Entstehungsgeschichte von Verschwörungserzählungen.

43:40 Ingrid Brodnig

Das ist schön. Und das ist ganz lustig, weil ich glaube auch ein Punkt ist, Social Media hat es ermöglicht, dass zum Beispiel Jugendliche, vielfach Jugendliche sehen. Okay, es gab früher die Bravo, da hat man dann. Einmal in der Woche, oder wie oft sie erschienen ist, die Jugendliche gesehen. . Oder in irgendwelchen Serien sind Jugendliche Schauspieler, Schauspielerinnen gewesen. So Schmidt als ermöglicht, dass ich Leute sehe, die ungefähr gleich alt sind oder vielleicht ein paar Jahre älter. Ich denke mir, da möchte ich in vier Jahren sein. Und das heißt, diese Identifikation, die kann viel größer sein. Und damit ist dann auch dieses Dieses Vertrauen ganz ein anderes als im klassischen Fernsehen, wo ich den 50-jährigen TV-Moderator oder die 50-jährige TV-Moderatorin habe, die für mich natürlich eine viel größere Distanz herstellen.

44:26 Gavin Karlmeier

Ja, voll. Ich habe so einen Text, den hätten wir gerade schon eigentlich erwähnen können. Ich will da gar nicht so tief reingehen, weil der macht sehr betroffen. Aber es ist der Text eines fünfzehnjährigen Mädchens, der im Guardian erschienen ist. Wir packen den Link in die Shownotes, die von ihren Erfahrungsberichten auf Social Media erzählt und wie sie sagt, wie viel Frauenfeindlichkeit sie erlebt, wie viel Hass sie erlebt, was sie von Männern sich auch anhören muss in Social Media. Und ich kann euch das empfehlen, aber wirklich nur, wenn ihr damit gut umgehen könnt, weil der ist ziemlich hart. Das Interessante ist, dass ihr Schluss am Ende ist. Ein Verbot würde das Problem vielleicht nicht lösen, aber es würde helfen. Also ihr Schluss ist eigentlich zu sagen, naja, vielleicht müssen wir hier doch den Laden für uns zumindest zu machen, weil ich fühle mich hier, wie sie schreibt, objektiviert, entmenschlicht und angewidert von dem Hass gegenüber Frauen, den ich online sehe. Und ich kann mit Sicherheit sagen, dass die meisten meiner Freundinnen mir zustimmen würden.

45:20 Ingrid Brodnig

Ja, diese krasse Geschichte, ich habe es auch gesehen. Ich sage einen Gedanken, weil ich glaube, dein Publikum ist auch das Richtige dafür. Eine der größten Sorgen, die ich rund um Social Media habe und gerade Jugendliche und jüngere Erwachsene, ist auch, dass es ein Auseinanderdriften von Mädchen und Jungen begünstigt, nämlich dass einerseits bei Jungen oft wirklich so toxische Männlichkeitsbilder eingeblendet werden, bei Mädchen oft genau diese toxischen Männlichkeitsbilder negativ auffallen oder thematisiert werden. Also auch sehr viel mehr Was ich positiv finde, sehr viele feministische Inhalte, aber dass diese Lebensrealität teilweise stark auseinanderklaffen kann. Sicher, das ist jetzt übertrieben, es gibt immer Unterschiede. Aber dieses Es kann in einer Gesellschaft zu einer false polarization kommen. Das heißt, dass man glaubt, die Gesellschaft ist gespaltener, als sie wirklich ist. Und dass zum Beispiel Mädchen teilweise den Eindruck haben Ähm, Jungen oder Männer, die sind viel Ärger, wohingegen viele, viele Burschen, viele männliche Männer Okay sind, also keine Gewalt ausüben wollen. Heißt nicht, dass alles super ist, aber dass man teilweise das Problem noch extremer sieht. Oder dass jungen Männern ein Hass auf Frauen eingeredet wird, weil sie angeblich so oder so werden. Das sind Extremfälle. Aber das ist etwas Dieses Auseinanderklaffen, das geht mir sehr zu denken. Und ich glaube, zu einem gewissen Grad ist es schon da.

46:38 Gavin Karlmeier

Ja, ich würde total zustimmen. Vor allem, weil gleichzeitig ja so. Role-Models vorgelebt werden, bei denen eben der Rest der Gesellschaft dann auch glaubt, ah, so sind diese jungen Leute jetzt. Und alle glauben, alle gucken sich den ganzen Tag Montana Black an und trinken Energy Drinks und spielen Fortnite und rauchen in ihrem Jugendzimmer. Und das ist ja mitnichten so. Das sind halt extrem Beispiele.

46:59 Ingrid Brodnig

Gott sei Dank gehen Jugendliche auch noch in Schulen und haben da die Chance, hoffentlich zu sehen, dass es dann oft einen gewissen Pluralismus gibt, ja.

47:10 Gavin Karlmeier

Und also man muss auch sagen, man darf auch nicht vergessen, dass man selber mal jung war und wir sahen nicht alle aus wie, ich hätte jetzt gerade fast Kurt Cobain gesagt, aber der ist gestorben, als ich fünf war. Wer war denn so groß, als ich so jugendlich war? Ich weiß nicht. Backstreet Boys. Ja, genau. Vielleicht, ne? Ich sah nicht aus wie Nick Carter. Auch wenn mir das vielleicht in der Schule meine Zeit einfacher gemacht hätte, wenn ich ausgesehen hätte wie Nick Carter. Aber ich hatte grüne Haare.

47:37 Ingrid Brodnig

Immerhin.

47:38 Gavin Karlmeier

Immerhin.

47:39 Ingrid Brodnig

Ich finde, es gibt aber trotzdem, du merkst schon einen größeren Druck, weil In meiner Jugend hat quasi nahezu niemand ausgeschaut wie Kurt Cobain oder die Backstreet Boys, aber wir waren wirklich weit entfernt. Aber du hast natürlich einen großen Körperdruck. Du hast es bei Mädchen und bei Burschen mittlerweile. Also es ist schon. Es heißt doch immer nicht, dass man ausschaut wie die Backstreet Boys oder, keine Ahnung, wie irgendein Fitnessbro, ein durchtrainierter. Aber da hat sich schon was verschoben. Also dieser Druck Der existiert schon stark.

48:10 Gavin Karlmeier

Ja, und ich glaube, weil es plötzlich quantifizierbar ist. Also du kannst ja durch die Anzahl der Likes hast du plötzlich, du hast einen Mess. Messgerät für wie ist deine Tagesform. Wenn ich heute ein Foto poste und das kriegt nur halb so viele Likes wie das Foto gestern, dann denke ich mir, ich war gestern 100% schöner. Und das ist natürlich ein Trugschluss, weil so viele Faktoren damit reinfallen, aber dieses Gefühl entsteht selbstverständlich. Ja, es ist willkommen in Dystopie der Podcast. Nein, das ist ja immer so. Keine Sorge, Ingrid. Das haben wir eigentlich dreimal die Woche. Ich habe noch so ein paar Meldungen, die so mit in unser Themenfeld passen. Wir haben in der letzten Episode ja auch darüber gesprochen. Ich habe die These aufgestellt, dass wenn bei Discord die Altersverifizierung kommt, dass sie die nicht mit Persona gemeinsam machen. Und da haben mich die Nachrichten sozusagen überholt, denn am Mittwoch. Achso, das muss ich übrigens dazu sagen. Wir zeichnen diese Folge ja schon am Mittwochabend auf. Das heißt, alles, was am Donnerstag passiert ist, hört ihr erst am Montag in Haken drin. Es tut mir leid, es ging nicht anders. Auf jeden Fall hat Mashable darüber berichtet und auch ein paar andere Medien, dass Discord angekündigt hat, die Altersüberprüfung nach der massiven Kritik von NutzerInnen Erst aufs zweite Halbjahr 2026 zu verschieben. Währenddessen haben sie vor, die Bedenken der Nutzer aufzulösen und haben auch so einen großen Reuetext veröffentlicht. indem Sie eigentlich sagen, im Nachhinein hätten wir mehr Details über unsere Absichten und die Funktionsweise des Verfahrens bereitstellen sollen. So wie es angekommen ist, dachten viele von Ihnen, wir würden alle Nutzer, allen. Von allen NutzerInnen Gesichtsscans und das Hochladen von Auswärtsdokumenten verlangen, um Discord nutzen zu können. . . Das ist nicht der Fall, haben wir hier auch so analysiert. Das Dilemma war halt, dass sie auch dann gleichzeitig noch mit Persona zusammengearbeitet haben im Dienst. der nicht auf Maser, ich sag mal, mit vielen Leuten kurz kommuniziert, wenn man da seinen Personalausweis hochlädt, was Vielleicht auch nicht ganz im Sinne der NutzerInnen von Discord ist. Aber der Discord-Chef Wischnewski sagt, für 90 Prozent der NutzerInnen wird sich gar nichts ändern, weil sie nie auf altersbeschränkte Inhalte zugreifen. Und Sie planen, mit einem internen System zu arbeiten, um die Verifikation durchzuführen oder mit mehreren verschiedenen Varianten sich identifizieren zu können. Sie sagen, Ihre Altersgruppe bleibt privat, kein anderer Nutzer auf Discord, wie Sie sehen können. Also es wird wohl nicht dazu kommen, dass Discord mit Persona gemeinsam die Personalausweise checkt. Und da finde ich, sieht man nochmal, wie schön es auch sein kann, wenn man laut ist und sich ärgert und wenn man darüber viel spricht.

50:40 Ingrid Brodnig

Genau. Ich habe eure Folge dazu gehört. Ich fand das wirklich sehr krass und ich finde auch, was in diesem Beispiel so deutlich wurde, ist. Wenn dann auch noch quasi Third-Party-Apps involviert sind. Ich glaube, in dem Fall waren es ja lauter KI-Unternehmen, die dann auch noch die Daten bekommen und dann, was weiß ich, mit Passdaten Trainiert werden können, wie undurchsichtbar das wird. Also ist eigentlich ein, es ist gut, dass das jetzt so weitergelaufen ist, wobei es ja noch immer sehr vage ist, was da jetzt folgt. Diese Unsichtbarkeit als Userin, was dann alles passieren kann, da ist mal gut aufgedröselt werden, was für unbehagliche Zusatzeffekte das hat, wo ich Eigentlich kaum, also wenn ich nicht wirklich tief eine Reihen recherchiere oder Interessensgruppen habe, die das für mich recherchieren, ich es nicht durchblicken werde.

51:27 Gavin Karlmeier

Ja, absolut. Wie gesagt, 269 Verifikationsprozesse durchläuft das Ganze. Das ist ein bisschen doll. Fairerweise, ich will einen gegen. . Beispiel anbieten, eine Gegenmeinung anbieten, weil ich sie bei Pip Klöckner beim Doppelgänger-Podcast gehört habe und da zumindest drüber nachgedacht habe, der gesagt hat: Naja, wenn du einen altes Verifikationsprozess digital und in Echtzeit durchführen willst. Dann bist du vielleicht auch auf KI-Tools angewiesen, die davon mitlernen. Also vielleicht gibt es auch gute Erklärungen, warum Persona sich das so vorgenommen hat. Aber trotzdem muss man sich am Ende die Frage stellen, möchte ich das denn am Ende mitmachen oder nicht. Und ich glaube, da muss die Antwort nicht immer Ja lauten. Reddit übrigens, die in Großbritannien ja unter die Online-Safety-Bill fallen und deswegen. eine Altersverifikation für alle Erwachseneninhalte durchführen müssen, übrigens alle Plattformen in Großbritannien, die wurden jetzt zu einer Strafzahlung in Höhe von knapp 15 Millionen Pfund verurteilt. weil ihre Altersverifikation von Mai 2018 bis Juli 2025 unverhältnismäßig schlecht gewesen sein soll. Ne, unrechtmäßig verarbeitet wurde, so ist es richtig. Und zwar wurde das erst im letzten Jahr so richtig eingeführt bei Reddit, zusammen mit dem Partner, mit dem Partnerdienst auch hier Persona übrigens wieder. Aber davor haben sie wohl schon Altersverifikation durchgeführt, allerdings nicht so, dass sie tatsächlich vereinbar gewesen wären mit den Jugendschutzgesetzen. Das heißt, offenbar entweder. Konnst du einfach anklicken, ja, ich bin volljährig, so wie das bei Reddit in Deutschland. . Wahrscheinlich war es einfach so. Konntest du einfach anklicken, ich bin volljährig. Top. Und die Daten von Kindern unter 13 Jahren wurden unrechtmäßig verarbeitet. Das ist auch Teil der Wahrheit.

53:07 Ingrid Brodnig

Interessant. Ich finde, die Briten sind derzeit sehr interessant, weil sie nicht mehr in der EU sind und das heißt, sie können leichter eigene Regeln machen. Und da passiert vieles, das dann in UK kritisiert wird, gleichzeitig, wenn ein Land so schlecht vorpreschen kann, was natürlich Aufgrund des Brexit hier eher möglich ist, dann können die teilweise so ausscheren. Und es war ja zum Beispiel auch so, dass bei Krog, also der Elon Musk Chatbot, Elon Musk then to work the rudder is as the Britons have we blocked the same thing. Grog ein bisschen in die Schranken gewiesen wurde. Heißt auch nicht, dass alles gut ist, was die Briten machen, das will ich gar nicht sagen, aber man merkt, dass hier ein europäisches Land, das leider nicht mehr in der EU ist. Aber auch sehr stark jetzt auf eigene Medienaufsicht setzt.

54:07 Gavin Karlmeier

Ja, das stimmt. Ja, du hast vollkommen recht. Auch weil es so ein bisschen die Flexibilität und Beweglichkeit sei. Dasselbe trifft ja auf Brasilien zu, die ja auch ähnliche Gesetze wie Europa haben, aber viel schneller. Sie einführen können, weil sie eben nur Brasilien sind und keine großen Abstimmungsprozesse haben. Das stimmt. Was ich ganz interessant finde, ist noch eine Meldung. Das Apple angekündigt hat in den Ländern, in denen das gesetzlich vorgeschrieben ist. Also es betrifft die Bundesstaaten Louisiana und Utah, aber auch die Länder Singapore, Australien und eben Brasilien. dass sie jetzt dort die Verpflichtung zur Altersüberprüfung durchführen werden. Bedeutet, du kannst als Person unter 18 keine Apps herunterladen. die in einer für eine Altersspanne sind, in der du dich nicht bewegst. Also für Apps, wenn du zu alt bist. Also sie sprechen über die Declared Age Range. Damit meinen sie einfach, bist du zu jung, dafür darfst du es nicht herunterladen. Apple selber sagt, sie werden dafür angemessene Methoden nutzen, um das Alter mit Hilfe des App Stores automatisch zu überprüfen. Ich weiß nicht so ganz genau, was das bedeutet und ob Jugendliche sich tatsächlich so anders im App Store bewegen als Erwachsene. Aber Apple wird wohl wissen, was sie da tun. Ich finde das interessant, weil Meta seit Jahren versucht, diesen schwarzen Peter an Apple und Google rüberzuspielen und zu sagen Also wenn ihr wollt, dass Jugendliche die Apps nicht nutzen, dann verbietet es ihnen doch. Dann sorgt euch doch darum, dass sie die nicht herunterladen können. Wo wir alle auch gesagt haben, das ist natürlich wahnsinnig verlogen und heuchlerisch, weil. Ihr könntet es genauso schweren, ihr habt die Accounts. . . Aber Apple scheint jetzt hier tatsächlich auch dieser Entscheidung eben mitzugehen und zu sagen, gut, dann machen wir das halt.

55:41 Ingrid Brodnig

Das ist interessant. Ich finde zwei Dinge auch spannend, das Erste, was du gesagt hast. Ob sich Jugendliche so anders verhalten, das ist ja eine Art der Altersverifikation, die immer wieder auftaucht. Und mich würde es einfach wirklich interessieren. Ob es da Studien gibt oder auch mal Einblick in diese internen Tests in den Apps, was das heißt. Was heißt das, dass ein 15-Jähriger sich anders benutzt als ein 35-Jähriger? Ich meine, ich könnte mir sogar so vorstellen, dass Type is allein die Geschwindigkeit in der App schon ein Hinweis. ist, weil man auch mit wachsendem Alter nicht schneller wird, sondern Hilfe, Hilfe, was muss ich drücken sozusagen? Oder die App schaut anders aus, ich bin komplett überfordert. Also vielleicht ist das so, ich weiß es nicht. Nur Vermutung, also das würde ich gerne wissen, auch ob das Wie groß die Fehlerquote ist, weil das ist ja auch immer eine große Frage.

56:25 Gavin Karlmeier

Leute, die WhatsApp-Sprachen auf doppelter Geschwindigkeit anhören, werden sofort ausgesperrt einfach. Bitte, altes Wort.

56:33 Ingrid Brodnig

Und das andere ist Ich finde, die Macht von App Stores ist da schon ein interessantes Thema, weil das tut Apps schon richtig weh, wenn hier ein signifikanter Teil der Leute potenziell das nicht mehr runterladen kann. Also da muss man sich da immer anschauen, was sind die Tools, die zum Einsatz kommen, ist es verhältnismäßig? Aber natürlich ist das ein Zusatzhebel. Weil gerade der australische Zugang scheint ja an vielen Stellen nicht so toll zu funktionieren, als ein Sechzehnjähriger zählt gegenüber einem Sender. Ja, auf eine 15-Jährige erzählt gegen 14-Jährige, eine Jugendliche erzählt gegen beim Sender, auf Snapchat ist sie gesperrt, auf allen anderen Apps nicht. Aber wenn die ein iPhone hat und das iPhone ist dann zumindest schon mal ein Teil geht, nicht mehr so leicht, das ist schon eine Höre. Also das hat schon eine Macht.

57:20 Gavin Karlmeier

Ja, ich würde dir dazu stimmen und ich finde das auch im Grunde gar nicht verkehrt, wenn man sagt, das ist jetzt unser Hebel, um Gesetze durchzusetzen, die wir haben, weil die Durchsetzbarkeit von Verboten, haben wir eben darüber diskutiert, ist zwar nicht das Ist eigentlich kein Argument gegen ein Verbot, aber es macht so ein Verbot natürlich so ein bisschen weniger wirksam, wenn man es nicht durchsetzen kann. Und dass diese Apps nicht mehr auf die Geräte kommen, ist natürlich da ein fantastischer Hebel, absolut. Eine Sache habe ich noch, nee, ich habe noch zwei Sachen. Eine Sache zu unbedingt.

57:52 Ingrid Brodnig

Und eins, du kennst es ja, es gibt ja im Spotify Jahresrückblick das Alter. Man kann nur hoffen, dass es da nicht so daneben liegt wie beim Spotify-Alter, wo manche als 18 eingestuft werden, die was weiß ich, 50 sind und anche 18-Jährigen plötzlich als 66 gelten. Ja, mal schauen.

58:06 Gavin Karlmeier

Ich habe ja die These, dass das nur so abstruse Alter waren, damit es viral geht, damit man das postet. Weil wer hört denn Musik wie ein 70-Jähriger von uns? Ah gut, ich kenn schon Leute, aber also Gavin Newsom, der Gouverneur von Kalifornien. Sieht es genauso wie Donald Trump und findet Social Media Beschränkung für Jugendliche auch interessant. Das ist bemerkenswert, dass die beiden sich in der Sache zumindest einig sind. Könnte es ein bisschen darauf hinweisen, dass es in den USA möglicherweise. wenn sich die Stimmung so verschärft, früher oder später auch zu so einem Bipartisan-Gesetz kommen könnte, das von beiden Parteien verabschiedet wird, wie das TikTok-Verbot seinerzeit. Ob Donald Trump tatsächlich dafür ist, wissen wir bislang nur von seiner Schwiegertochter aus einem Podcast. Aber sie hat gesagt, sie findet die Effekte auf, Donald Trump fände die Effekte von sozialen Medien auf die Gehirne junger Menschen hochinteressant. womit sie so ein bisschen suggeriert hat, dass er möglicherweise solchen Beschränkungen auch nicht ganz abgeneigt sein könnte. Und jetzt sagt Kevin Yosim eben auch, dass er die Altersbeschränkungen für soziale Medien von Jugendlichen wichtig findet und möchte eine staatliche Gesetzgebung haben, die ihm den Zugang für die Plattform unter 16 einschränkt.

59:14 Ingrid Brodnig

Interessant. Nur eins dazu, ich finde ja eigentlich spannend. Ob das wirklich so kommt, weil ich glaube, du hast es auch gerade letztens erzählt, dass Trump ja überredet worden ist, TikTok nicht zu verbannen, mit dem Hinweis, dass er so erfolgreich war auf TikTok. Und ich glaube gerade, dass Parteien, die sehr extreme Ideen und eine extreme Rhetorik an den Tag legen aus Selbstnutzen gegen Social Media Bands sein können, weil sie ein Teil ihrer potenziellen zukünftigen Wähler, Wählerinnen nicht früh ansprechen. Also da wäre dann auch die Frage, welche anderen Interessensgruppierungen sind zum Beispiel gegen einen solchen Schritt?

59:59 Gavin Karlmeier

Elon Musk. Der hat gesagt, Sanchez, der spanische Ministerpräsident, sei ein Tyrann, weil er das gefordert hat. Gegen Trump hat er sich noch nicht geäußert übrigens.

01:00:10 Ingrid Brodnig

Ja, das ist da mit dann ein Tyran oder der Antichrist oder angeblich die Person, die gegen Meinungsfreiheit vorgeht Wenn man etwas vorschlagt, was gegen das Geschäftsmodell ist, zählt es aus.

01:00:21 Gavin Karlmeier

So ist das. Ich habe noch einen kleinen Nachhaken, Housekeeping zum Schluss. Ich bin wieder auf Threads, ich wurde entsperrt, möchte mich aber ganz kurz bei Sebu bedanken. Der hat nämlich, ich bin am Mittwochmorgen aufgewacht Und er hat eine Website gestartet, is Gavin still banned from threats. help, wo man gucken konnte, ob mein Account of Threats noch gesperrt ist, das finde ich Großartig, dass er sich diese Mühe gemacht hat, also vielen, vielen lieben Dank dafür. Vielen Dank aber vor allem, dass du hier warst, liebe Ingrid. Das war, ich glaube mal, ein bisschen anders Aber es war fantastisch. Ich kann allen, die bisher hinzugehört haben, wirklich ans Herz legen, euch Feindbild Frau zu besorgen. Das ist dein aktuelles Buch. Die anderen sechs Bücher kann man sich, glaube ich, auch sehr, sehr gut zur Gemütte führen. Also vielen Dank, dass du hier warst, liebe Ingrid. Ich hoffe, du kommst nochmal wieder.

01:01:06 Ingrid Brodnig

Sehr gern. Und immer wenn ich jetzt LinkedIn benutze, muss ich an dich denken, Gavin. Mit deiner Panik, wenn du andere Posten siehst.

01:01:13 Gavin Karlmeier

Ja, dann mein Ratschlag wäre weniger LinkedIn einfach.

01:01:17 Ingrid Brodnig

Finde ich gut.

01:01:18 Gavin Karlmeier

So, danke, dass du da warst, allen ein schönes Wochenende, wir hören uns Montag.

01:01:21 Ingrid Brodnig

Tschüss. Tschüss.