Heute geht um den Zitronenkuchen meiner Urgroßmutter. Aber auch um wichtige Dinge – neues zum Meta-Vergleich, aber auch zum Umbau des Social Media-Unternehmens, das eigentlich gar keines mehr sein möchte, düstere Nachrichten von X/xAI (was auch sonst) – und Neues vom neuem Twitter.
So kann es doch gut in KW 36 starten.
➡️ Nicole Diekmann über Christian Wolf: https://www.t-online.de/digital/aktuelles/id_101383924/der-dubiose-kosmos-von-influencer-christian-wolf-und-more-nutrition-.html
➡️ REUTERS über den Metaumbau: https://www.reuters.com/investigations/mark-zuckerberg-had-bold-plan-replace-meta-staff-with-ai-heres-how-it-imploded-2026-08-26
Kapitelmarken
KI-unterstützt
- Hallo Nicole!
- Geoguessing und Datenschutz 00:06:06 – Vorhak
- Metas Vergleich mit 29 Bundesstaaten
- Das Meta Oversight Board fordert globale Online-Sicherheit
- Metas "Project OT"
- Studie zur KI-Nutzung in Unternehmen
- "Operation Bluebird" startet "twitter.now"
- Schwere Klage gegen XAI wegen CSAM-Material im KI-Training
- Campact gegen Werbung auf rechten YouTube-Kanälen
- Funktionen und Emotionen
Transkript
Automatisch erstellt, kann Fehler enthalten. Zeitmarken springen im Player an die Stelle.
00:00 Gavin Karlmeier
Hallo Nicole.
00:01 Nicole Diekmann
Hallo lieber Gevin.
00:03 Gavin Karlmeier
Schön, dass du da bist. Bei mir ist heute Nicole Diekmann, ZDF-Korrespondentin, Kolumnistin, nicht beim ZDF, sondern bei tonline. de und bei Radio Bremen. Und wir haben uns lange nicht gehört und deswegen müssen wir direkt mal kurz aufgreifen. Du hast den Sommer damit verbracht, dich mit Christian Wolf, dem Moorgründer, zu streiten.
00:21 Nicole Diekmann
Nee, ich habe mich nicht gestritten, er hat sich gestritten. Ich habe eine Kolumne geschrieben, wie er behauptet beim ZDF Ist auch schwer zu verstehen, natürlich. Ja, es gibt ja auch so viele Kolumnen beim ZDF, nämlich exakt null. Und diese Kolumne handelt davon, wie wenig kritikfähig Christian Wolf ist. Und die Kolumne hat er dann direkt im Anschluss auch bestätigt durch sein Verhalten und mich herausgefordert zu einem Gespräch.
00:54 Gavin Karlmeier
Kupunkt, Kupunkt, E. Wird es das Gespräch geben? Und wenn ja, warum nicht bei Haken dran? Darf ich euch aufeinander loslassen?
01:05 Nicole Diekmann
Also in meiner Welt fordert man niemanden zu einem Gespräch heraus und. In meiner Welt sprechen Frauen auch nicht mit Männern, die anderen Frauen schon mal gedroht haben oder über sie geschrieben haben, sie würden ihnen am liebsten ins Gesicht treten. Das hat Christian Wolff mal als Reaktion auf die Kritik einer Neurowissenschaftlerin. gemacht und ich würde mal sagen, so Dominanz gehabe, das kann ich mir angucken, da kann ich mir meinen Teil zu denken, aber. . Ansonsten muss ich das nicht weiter in meine Welt.
01:35 Gavin Karlmeier
Ja, ich muss den ja auch nicht im Podcast haben. Also wir haben ja auch schon mal über Christian Wolf gesprochen, nachdem er ja den Verantwortlichen von Sony Music mit persönlichen, mit Sodoxing-Geschichten gedroht hat. Und ich glaube, deswegen wurde er verurteilt oder zumindest angeklagt.
01:51 Nicole Diekmann
Ja, ich schreibe auch darüber in meiner Kolumne. Auch das hat er verloren, ganz genau.
01:55 Gavin Karlmeier
Also, deswegen den müssen wir nicht hier haben, aber es war natürlich von außen ein Schauspiel, das man sich gerne angesehen hat.
02:01 Nicole Diekmann
Also es war tatsächlich, ich bin ja Shitstorm erfahren. Deswegen habe ich das sehr entspannt beobachtet und weil es wirklich mit Ansage war, also die Redaktion T Online hatte vor ein paar Wochen die Idee, ob ich nicht mal was zu diesem Phänomen schreiben könnte. Und ich schreibe die Kolumne immer entweder Dienstagabend oder Mittwochmorgen. Die erscheint mittwochs. Und die Idee kam, glaube ich, an einem Dienstagabend, da habe ich geschrieben, naja, also der ist nicht ohne, das muss ich mir mal in Ruhe angucken, denn was danach passiert. Das kann ich mir an fünf Fingern ausrechnen. Ja, und dann habe ich Wochen später die Kolumne geschrieben und habe gesagt, folgendes wird passieren und exakt das ist passiert. So und deswegen, genau, also es war Wahnsinn quantitativ, was dann los war auf meinem Insta-Account. Aber ehrlich gesagt, ich hatte mit viel mehr Gegenwind gerechnet und mit weniger Rückenwind.
03:04 Gavin Karlmeier
Vielleicht haben die Moorsekte-Angehörigen das noch nicht so für sich entdeckt. Vielleicht kommen die noch.
03:10 Nicole Diekmann
Nee, die waren schon da, aber ich sehe jetzt auch, jetzt hat der Algorithmus sich natürlich auch auf Christian Wolff so ein bisschen eingestellt bei mir. Das ist ja eine eigene Industrie, sowohl die Leute, die ihn verehren, aber auch seine Gegner. Also das ist ja ein eigenes Genre quasi
03:25 Gavin Karlmeier
Du bist jetzt mittendrin. Wir packen deinen Text mal in die Shownotes. Ich möchte, bevor wir in die Themen des heutigen Tages reingehen, kurz auffangen. Also ich bin jetzt wieder zu Hause. Die letzten zwei Wochen habe ich ja aus dem Urlaub Podcast gesendet, mit so mehr oder weniger Einschränkungen. Und ich habe in der Folge am Freitag etwas gesagt. dass ich nach der Lektion aus dem letzten Jahr ein bisschen anders gemacht habe. Ich habe letztes Jahr, für die, die es nicht gehört haben am Freitag, ein Foto von meinem Aufnahmeort gepostet. Und innerhalb von kürzester Zeit wussten alle exakt, wo ich mich im Urlaub befunden habe. Und das habe ich in diesem Jahr ein bisschen anders gemacht und habe deswegen ein Foto aus dem Fenster dieser Ferienwohnung, in der ich mich aufgehalten habe. Erst am Samstag gepostet, als ich bereits auf der Rückreise war. Und das ist wirklich, also wirklich krass. Ich habe es extra nur bei Discord und bei Campfire gepostet, nicht groß in die. In die sozialen Medien, aber in unter einer Stunde war nicht nur der Ort entlarvt, in dem ich mich befunden habe, und auch nicht das Haus, in dem ich war, Sondern das exakte Zimmer, aus dem ich dieses Foto gemacht habe. Und wie gesagt, das ist ein bisschen kontrollierte Laborbedingungen, weil ich das sozusagen angeboten habe, hey, ich mach doch mal Geogesser und so. Aber es ist. für alle Leute wirklich nochmal eine wichtige Lektion mitzunehmen, wenn ihr Fotos von irgendwo postet, egal wo ihr seid, man kann mit Hilfe kleinster indizieren, also ob es eine Laterne ist. Ob es irgendwelche Ortsmarken sind. Man kann exakt rekonstruieren, wo du dich befunden hast. Wenn du nicht gerade ein Foto von dir vor einem Motel One-Fernseher aus dem Urlaub machst, der überall auf der Welt gleich aussieht. dann kann man in der Regel herausfinden, zu welcher Tageszeit an welchem Ort du dich befunden hast. Und das sollte für uns allen nochmal ein sogenanntes Learning sein. Nicht einfach so irgendwelche Fotos von irgendwo posten.
05:16 Nicole Diekmann
Du weißt ja für wie klug ich dich halte. Deswegen nimm es als Kompliment, wenn ich sage, ich wundere mich, dass dir das vergangenen Urlaub noch passiert ist.
05:27 Gavin Karlmeier
Weil ich dachte, man sieht relativ wenig, aber was man gesehen hat, war tatsächlich ein so ein Deckel auf dem Bürgersteig von der italienischen Telekom. Und das hatte schon gereicht, um so einen Hinweis zu bekommen, wo ich mich befunden habe. Also, sowas passiert einfach. Du machst einfach ein Foto, bist in einer schönen Situation, bist du irgendwie, ach guck mal toll, hier sieht der Sonnenuntergang ist so schön. Und dann ist halt dein Standort entlarvt. Und in vielen Dingen ist das ja auch vielleicht gar nicht so problematisch. Aber man muss halt das schon wissen, ob man das möchte, dass Leute gerade wissen, dass du nicht zu Hause bist zum Beispiel.
05:59 Nicole Diekmann
Ich wüsste, ob ich das möchte.
06:01 Gavin Karlmeier
Ja. Also das als kleines Auffang-Ding. Und bevor wir zum Nachhak kommen, Koffe Hollik hat ja damit angefangen, einen Vorhag zu machen. Also darauf zu schauen, was ist eigentlich diese Woche. Was steht uns da bevor? Worauf müssen wir achten? Und da sind so ein paar interessante Sachen, über die wir diese Woche wahrscheinlich auch sprechen müssten. Zum Beispiel weil TikTok sich am morgigen Dienstag äußern muss, bis zum morgigen Dienstag, zu der Frage, wie dieses Filterblasenexperiment, über das wir gesprochen haben, eigentlich zustande gekommen ist. Wir erinnern uns, zwei Senatoren haben da eine Anfrage gestellt und da haben TikTok dazu gezwungen, sich bis zum 01. 09. zu äußern, weil es zu dem Tod eines Jugendlichen kam, der in einer sogenannten Testgruppe war. Und von TikTok eben gewisse Inhalte eben nicht ausgeblendet bekommen hatte und andere Menschen eben schon. 15 Millionen Menschen waren in dieser Test und wir sind darauf sehr gespannt, was dabei rauskommt. Hört ihr hoffentlich am Mittwoch hier oder spätestens am Freitag und am Donnerstag, auch das finde ich hochinteressant, endet Ein 30 Jahre langer Prozess in Deutschland, nicht wirklich hakend dran Thema, aber interessant, nämlich der Bundesgerichtshof spricht sein Urteil über das Sampling im Fall Kraftwerk gegen Moses Pellem. Das haben wir alle wahrscheinlich schon mal mitbekommen, weil alle zwei Monate gefühlt irgendwelche Meldungen dazu rumgingen. Und da gibt es jetzt 30 Jahre führen jetzt auf diesen Donnerstag. Also, das ist eine spannende Woche für Leute, die Gerichts. Urteile verfolgen, so wie wir.
07:30 Nicole Diekmann
Generationen von Juristen haben sich damit beschäftigt.
07:33 Gavin Karlmeier
Ich glaube, das wird auch noch ein paar Generationen durchs Studium weitergehen.
07:39 Nicole Diekmann
Interessant. Moses Fellem. Ich habe neulich einem Neunjährigen vom Rödelheim-Hartreim-Projekt erzählt, weil wir mit der S-Bahn durch Rödelheim fuhren tatsächlich. Und Sabrina Settlor war diese Woche irgendwo in den Medien. Das ist ja manchmal im Leben so, dass einem dann plötzlich geballt zu einem Thema aus dem Nichts heraus nach Jahren der Nichtbeschäftigung einzelne Phänomene wieder begehen.
08:04 Gavin Karlmeier
Naja, aus diesem Dunstkreis auch kommt das Xavier Naidu und da bin ich eigentlich um jeden Tag froh, an dem er nicht in den Medien ist.
08:11 Nicole Diekmann
Ja, das geht mir auch so.
08:14 Gavin Karlmeier
So, jetzt habe ich gerade von Gerichtsurteilen gesprochen und einen Prozess, der ja nicht zu einem Urteil gekommen ist. Ist ja das Verfahren der 29 Bundesstaaten gegen Meta. Wir haben am Freitag, ich habe das mal alles ganz kleinteilig seziert, auch mit schönen Pressespiegeln, was sagen eigentlich die anderen und so. Also ich kann euch diese Folge nochmal ans Herz legen, weil da steckt vermutlich die komplette Analyse eigentlich schon drin. Aber ein Ding haben wir da entweder noch nicht gewusst oder übersehen. Und zwar. . Waren wir ja nicht ganz scharf, was die exakte Vergleichssumme anging. Also Meta selber hat von 16,8 Milliarden gesprochen, andere sprachen von 18 Milliarden Dollar. Wie ist diese Differenz zu erklären? Und das ist hochinteressant, denn es gibt noch einen Betrag, den Meta zahlt, in Höhe von 459 Millionen US-Dollar. Und zwar, um nicht nur die Vorwürfe in Sachen Jugendschutz beizulegen, sondern auch sämtliche Vorwürfe in Sachen Cambridge Analytica. Wir erinnern uns, 2018 hatte Facebook mit also Cambridge Analytica hatte die Möglichkeit auf Facebook-NutzerInnen Daten von 87 Millionen Menschen zuzugreifen, haben das für politisches Targeting genutzt, es wurden Nähen zum republikanischen Lager gezogen, wurde gesagt, hat das möglicherweise damals dazu beigetragen, dass Donald Trump erstmals Präsident wurde. Da hatte Meta ein paar, ich sag mal, Konsequenzen zu erwarten. Das hat sich jetzt erstmal erledigt, denn da wird es jetzt keine Klagen mehr geben, weil Meta einfach mal eben. . in so einem großen Gesamtabwasch einfach mal noch ein paar Dollars mit draufgeschmissen hat.
09:44 Nicole Diekmann
Meta hätte natürlich auch Konsequenzen und ich fasse mir dabei an die eigene Nase auch von uns Usern. erwarten können. Also wie mit unseren Daten umgegangen wird. Ich glaube, das war so wirklich der erste Aha-Moment auch für diejenigen, die sich nicht so intensiv mit solchen Themen beschäftigen. Da war überhaupt nicht mehr daran zu rütteln, dass Meta wahnsinnig schlampig umgeht mit dem, was für uns alle so wichtig ist. Und für Meta eben auch. Oder für die Tech-Riesen damals war es, glaube ich, noch nicht Meta, nämlich mit unseren Daten. Genau, ich habe das auch gesehen, dass diese Summe darin inbegriffen ist, das ist ein bisschen untergegangen und ich finde, das zeigt diesen Gewöhnungseffekt. Dass wir sowieso alle wissen, mit Daten wird schlecht umgegangen und deswegen ist Cambridge Analytica einfach schon ol. Weißt du, wie ich meine? Also, das spielt halt nicht mehr die große Rolle in der Diskussion.
10:31 Gavin Karlmeier
Ja, das stimmt, aber es fühlt sich natürlich auch so ein bisschen an wie solche Gesetze, die dann während einer Bundesweltmeisterschaft. irgendwie verabschiedet werden. Also dass quasi die Aufmerksamkeit schön woanders hingelenkt werden soll. Wir haben hier 16, 17, 18 Milliarden Dollar und Jugendschutz und große Veränderungen. stehen ins Haus und so. Und dann kann man diesen Cambridge Analytica Skandal mal schnell noch mit abräumen, weil da guckt eh keiner hin. Und dass es selbst mir hier untergegangen ist, ist ja ein Beweis dafür, dass das leider funktioniert, dass diese Aufmerksamkeitsökonomie einfach extrem einfach zu lenken ist.
11:02 Nicole Diekmann
Da hast du völlig recht. Also, dass es dir untergegangen ist, das ist wirklich sehr ungewöhnlich. Das ist alles gar nicht gut. Also ich habe. Ich habe natürlich auch Markus Beckedeil die letzten Tage erlebt, der glaube ich der erste Ansprechpartner für Medien bei dieser Frage aus günden ist. Das ist ja ein vergnügter Mensch. Und selbst der konnte seine, ich würde fast sagen, angeborene Heiterkeit nicht bewahren in Anbetracht dessen, was dieser Vergleich bedeutet für uns alle, nämlich, das habt ihr ja auch hier schon besprochen, ist ja klar, ich fasse es nochmal schnell zusammen, dass ganz viel einfach nicht ans Tageslicht kommt, dass viele Fragen einfach nicht mehr gestellt werden, weil der Prozess vorbei ist. Und viele Details, die für uns Vielleicht auch, weil sie zu grotesk sind und zu krass gar nicht mehr an die Öffentlichkeit gelangen, wie bei Meta gearbeitet wird. Wie schlampig oder auch mit wie viel Vorsatz? So. Ich Sehe das. Ich habe auch, ich weiß nicht mehr wo, gelesen, dass diese Strafe gemessen am Umsatz und am Gewinn von Meta umgerechnet ungefähr 660 Euro bedeutet. Das ist also, das sind nicht mal Peanuts. Das fällt also überhaupt nicht ins Gewicht für Meta. Aber ich werde meinen Optimismus, jetzt hatte ich auch ein paar Tage Zeit, um mich damit abzufinden, finde ich natürlich auch schlimm, was da passiert ist. Ich werde den trotzdem nicht los, denn die Lamine rollt. Ja, und Eltern, ich sehe das in meinem Umfeld. Eltern User werden der Tatsache immer Gewahrer. Dass das so nicht geht, dass das so nicht sein kann und dass wir, ich gehe davon aus, dass wir in In zehn Jahren, das ist ein langer Zeitraum. Du weißt selber, wie lange ich schon dafür werbe, dass man viel rigoroser regulatorisch, gesetzgeberisch vorgeht gegen die Tech-Riesen. Aber es muss ja auch die Leute erreichen, solange die Politik weiter pennt, dass wir in 10, 15 Jahren sagen, wie konnten wir damals so unbesorgt damit umsetzen.
13:11 Gavin Karlmeier
Ja, das Ärgerliche an dieser ganzen Vergleichsgeschichte ist meines Erachtens, dass A die Veränderung, die MetaR jetzt zugesichert hat. Nichts am Kernproblem lösen, das Menschen mit den Meta-Angeboten haben, nämlich dass der endloses Scrollen nicht aufhört. dass die pushener Benachrichtigungen nicht weniger werden und so weiter und so weiter, sondern dass die ganzen Veränderungen, die quasi per Default in die Plattform kommen. . so ein bisschen Augenwischerei sind, und das ist genau der zweite Punkt, den ich machen möchte, dass es super schade ist, dass es nämlich auch hundertprozentig funktioniert in der Strategie. Weil es am Ende Eltern geben wird, die sagen, na wir haben doch diese Teenager-Accounts, da wird ja aufgepasst, also müssen wir da nicht so genau hinschauen. Und ich fürchte. . Dass das ein Teil der Metastrategie war. Und dass da die Generalstaatsanwälte sozusagen drauf reingefallen sind oder das Mitspielen. Ist wirklich super schade. Wobei ich da auch weiterhin bei der Meinung von Mike Mesnick bleibe, der ja gesagt hat, vielleicht ist es aber auch die einzige Möglichkeit in den USA Regulation durch. irgendwie zu erzwingen, eben durch Vergleiche, weil du ansonsten mit einem First Amendment-Prozess am Ende all diese Dinge wieder einkassiert siehst.
14:20 Nicole Diekmann
Vielleicht ist das so. Nochmal einen Schritt zurück. Die Befürchtung habe ich auch, dass es so eine Zweiklassen-Gesellschaft ist, dass die Schere immer weiter auseinandergeht. Die Kinder, deren Eltern im Stoff sind, werden ganz anders erzogen, die werden ganz anders rangeführt an dieses ganze Thema, als die Kinder von Eltern, Die nicht so im Stoff sind. Und das ist unfair. Deswegen ist es tatsächlich ein Problem, dass es am Ende dann doch eben bei den Eltern bleibt. Aber umso besser ist es, deswegen finde ich es so wichtig. dass es ins öffentliche Bewusstsein immer, immer mehr vordringt. Ich weiß, nochmal, im Schneckentempo ist es viel zu langsam. Aber wir leben halt nicht in einer idealen Welt im Gegenteil.
15:09 Gavin Karlmeier
Wer übrigens auch Sorge von einer Zwei-Klassen-Gesellschaft hat oder ein Zwei-Klassen-System, ist das Meta-Oversight Board. Genau, Karl Marx. Deswegen lese ich jetzt einfach mal hier 36 Seiten aus Das Kapital vor, um nochmal so ein bisschen klarzuziehen, welche Probleme wir eigentlich gesellschaftlich so vor uns haben als
15:30 Nicole Diekmann
Ist mir zu reiserisch, Gavin. Aber bitte.
15:34 Gavin Karlmeier
Nein, es ist Meta-Oversight Board. Also das wurde von Meta gegründet. Mittlerweile nennt sie sich selber ja nur noch Oversight Board. Es wurde von Meta gegründet. Aber als unabhängige Stelle Mit der Befugnis Anweisungen zu geben, die für Meta bindend sind. Und die haben einen Text veröffentlicht über diesen Vergleich und den finde ich sehr, sehr, sehr interessant. Ich möchte den mit dir so ein bisschen auseinandernehmen. Die Überschrift ist, als hättest du diese Brücke sozusagen selber hier hingelegt. Online-Sicherheit für Jugendliche darf nicht zu einem Zwei-Klassen-System sein. Sie sehen allerdings vor allem das Problem, dass die Veränderungen, die Meta angekündigt hat, erstmal nur für die USA gelten. Und Sie sagen, es darf nicht passieren, das ist so das Die Konklusio des Textes selber oder die Frage, die sich stellt, ist, behandelt ein Unternehmen die Sicherheit junger Menschen mit derselben Ernsthaftigkeit? unabhängig davon, ob sich Jugendliche in Los Angeles oder in Lahore aufhalten. Und Lahore ist die zweitgrößte Stadt in Pakistan, da leben 13 Millionen Menschen. Also man schaut hier tatsächlich vor allem auf den globalen Süden, auch in dem ganzen Text, nimmt das sehr ernst und sagt, eigentlich müssen diese Entscheidungen eben weltweit gelten und es darf eben nicht eine Unterscheidung. von GesetzgeberInnen geben oder auch von Kulturen, sondern sie sagen, es braucht eine unabhängige, mensrechtsorientierte Analyse von entscheidender Bedeutung. Und diese, wer auch immer die treffen soll, wie Sie sagen, sie schlagen vor, eine unabhängige Stelle, eine unabhängige externe Aufsicht, die Entscheidung auf Grundlage der Rechte von Menschen treffen. Und wer könnte das sein? Na, natürlich das Oversight Board, das, wie wir auch wissen. eigentlich jedes Jahr darum bangen muss, ob Meta im nächsten Jahr nochmal finanziert oder ob sie den Hahn zudrehen. Heißt also, das Meta Oversight Board Das Overside Board stellt sich hier so auf, dass sie sagen, hey, wir könnten diese Rolle doch sehr gut weltweit einnehmen, um am Ende mensrechtsbasierende Entscheidungen zu treffen, was eben für junge Menschen vonnöten ist und was nicht. Unabhängig von lokalen oder eben nationalen Gesetzen an der Stelle.
17:33 Nicole Diekmann
Ja, das findet das Oversight Board, das finanziert wird von Meta.
17:36 Gavin Karlmeier
Exakt.
17:37 Nicole Diekmann
Das ist ja eine super Idee. Das ist so, als werden ARD und ZDF, so wie es von rechts und mittlerweile auch weit links gerne behauptet, wir tatsächlich Staatstv und würde sagen, wir sind doch wir sind doch eine super Instanz, um die Regierung zu kritisieren. Also sind natürlich nicht Staats-TV, sondern werden von den Bürgerinnen und Bürgern finanziert. Aber Also wäre es nicht so ein zahnloser Tiger, wäre das natürlich eine klassische UNO-Aufgabe, ne?
18:06 Gavin Karlmeier
Absolut. Ich finde auch, dass die Forderung, die das Oversight Board hier stellt, im Kern, glaube ich, eine richtige Analyse ist. Das ist nämlich eine Art Plattformräte braucht, haben wir ja schon hunderttausendmal irgendwie gesagt, die eben genau auf solche Richtlinien schauen, solche Veränderungen berücksichtigen, die eben für die Plattformen am Ende nötig sein werden. Damit junge Menschen sich dort eben auch sicher bewegen können. Oder eigentlich sogar alle Menschen. Interessant finde ich, dass der Text aber extrem schwammig formuliert ist. Also man muss, um diese Essenz, die wir jetzt hier rausgezogen haben, da auch ähnlich herauszuziehen. muss man den schon zweieinhalb Mal gelesen haben, um sozusagen genau auf diesen Kern zu kommen. Und ich finde, dass man sich hier so ein bisschen aufbaut. Für eine Zeit, nachdem Meta eben die Finanzierung sicherstellt. Das ist so ein bisschen meine Lesart, weil ich glaube, dass sie davon ausgehen, dass früher oder später das Ding eigentlich dem Untergang geweiht ist und sie sagen, hey, aber was wäre denn, wenn wir von den Menschen bezahlt werden? wenn wir uns oder von allen Plattformen gleichermaßen und wir dann gemeinsam Entscheidungen treffen. Ich finde das bemerkenswert, wie das Oversight Board diese politischen Gratwanderungen eigentlich immer sehr gut löst. Und alle, die den Hintergrund haben, können das dann entsprechend auch so mit rauslesen.
19:21 Nicole Diekmann
Ja, aber dann wäre es tatsächlich schlau, wenn sich das Oversightbot jetzt schon mal über alternative Finanzierung Gedanken macht.
19:29 Gavin Karlmeier
Ja, das ist wahr. Ich will mal schauen, wo das herkommt. Aber ich hoffe, dass das Oversight Board auch dann über die Zeit hinaus bestehen kann, in der Nach der Meta eben irgendwann nicht mehr finanziert. Gleichzeitig stellt sich natürlich die Frage, wir bleiben noch ein bisschen bei einem Vergleich, es gibt so ein bisschen Nachklapp, weil da sich ein bisschen was angehäuft hat. Die Frage, wie gehen jetzt alle mit TikTok und YouTube um? Wie gehen TikTok und YouTube damit um? Wir wissen, dass Meta Teile der Vergleichszahlung nur zahlen muss, wenn TikTok und YouTube ähnliche Richtlinien einführen.
20:01 Nicole Diekmann
Ein Drittel, glaube ich immerhin, ne? Das ist nicht wenig.
20:03 Gavin Karlmeier
Ich glaube ein Drittel. Ja, ich glaube, es sind fünf Milliarden, fünfeinhalb Milliarden, die dann nur gezahlt werden müssen. Wir haben auch herausgearbeitet, dass Meta eine tägliche Nutzungsmaximaldauer von zwei Stunden für junge Menschen erwirkt hat. Was ich auch. Ja, aber Sie sagen, Sie zahlen diese 5,5 Milliarden Dollar nur, wenn bei TikTok und YouTube eine Stunde Tageslimit bestehen. Und wie Sie das ausgehandelt haben, ich verstehe sie nach wie vor nicht. Aber.
20:28 Nicole Diekmann
Ja, die besten Anwälte. Geld regiert die Welt. Also zu sagen, okay, we lassen uns auf den Vergleich ein und bei der Gelegenheit drücken wir auch gleich mal die Konkurrenten runter. Super, super Strategie. Also damit muss man auch erstmal durchkommen.
20:42 Gavin Karlmeier
Ja, aber das führt jetzt dazu, weil. weil Meta ja auch schon angefangen hat, öffentlich zu werben. Sie haben so ganzseitige Anzeigen in Tageszeitungen geschaltet, wo drauf steht, hey TikTok und YouTube, wir laden euch ein, gemeinsam die Welt für junge Menschen sicherer zu machen. Und das führt jetzt aber dazu, dass tatsächlich die Staatsanwaltschaft in Kalifornien sich überlegt, TikTok zu krallen und mit denen einen ähnlichen Prozess durchzuführen. Natürlich kann man jetzt auch unterstellen, naja, Sie wissen jetzt, es gibt ein Playbook, mit dem Sie mal eben eine zweistellige Milliardenanzahl damit verdienen können als Staat. Aber ich schätze, dass eben dieser Prozess, den wir dagegen metergesehen haben, nur der Anfang einer Reihe war.
21:21 Nicole Diekmann
Wissen wir eigentlich, was die Bundesstaaten mit dem Geld machen?
21:25 Gavin Karlmeier
Bisher nicht, nein.
21:27 Nicole Diekmann
Die Wasserqualität wieder verbessern, die durch die Rechenzentren leidet? Schließt sich da ein Kreis, ein Teufelskreis?
21:37 Gavin Karlmeier
Das wäre skurril, weil sie am Ende dann dadurch doch Meter dazu zwingen. Für die Rechenzentren doch aufzukommen oder für den Schaden der Rechenzentren aufzukommen, den sie an der Gesellschaft hinterlassen.
21:47 Nicole Diekmann
Nicht nur Meta, aber auch ja.
21:49 Gavin Karlmeier
Ja, in dem Fall jetzt erstmal nur Meter. Aber ja, genau, das bisher ist mir jetzt nicht ganz klar, wie das. Eingesetzt wird, das Geld.
21:57 Nicole Diekmann
Man könnte tatsächlich von dem Geld auch nochmal in einer idealen Welt, wie können Sie uns ja wenigstens vorstellen. Ich finde, diese Eigenschaft darf uns nie versuchen gehen, zu träumen von einer idealen Welt. in Medienkompetenzbildung zu stecken.
22:13 Gavin Karlmeier
Das wäre schön. Ich wäre ja auch, ich hätte ja gerne so eine Medienkompetenz vor 8 Sendung im Fernsehen, habe ich ja schon mal gesagt. Vor der Tagesschau, weil du damit die Leute erreichst, die da sonst gar nicht so viele Berührungspunkte mit haben mit dem Internet. In so fünf Minuten jeden Tag ein Thema, was ist eigentlich ein Rabbit Hole?
22:33 Nicole Diekmann
Ich überlege gerade, wer die Tagesschau guckt.
22:37 Gavin Karlmeier
Nicht die Leute im Moment, die viel Zeit auf Instagram verbringen. Richtig. Aber gleichzeitig auch die, die bei Threads dann irgendwelche KI-generierten unter Fotos irgendwelcher KI-generierten Frauen irgendwelche dubiosen Kommentare schreiben.
22:52 Nicole Diekmann
Ihre WhatsApp-Nummer.
22:54 Gavin Karlmeier
Oder das, genau. Hier ist meine WhatsApp-Nummer.
22:57 Nicole Diekmann
Ja, das weiß ich eben nicht. Also der Plattformwechsel, also wenn wir den Opa mal als Plattform bezeichnen, ob das dann ankommt, was der vor der Tagesschau geguckt hat. Ja, glaube also wir wissen diese um diese Gesellschaft segriert sich Siegregiert sich, ich bin Soziologe, müsst ihr eigentlich wissen, schon zu lange her, ja immer weiter raus.
23:19 Gavin Karlmeier
Ich habe mein Studium nicht abgeschlossen, du kannst jedes Fremdwort dieser Welt benutzen, ich werde es dir glauben.
23:25 Nicole Diekmann
Also mir hat diese Woche jemand erklärt, dass, also ich habe geschrieben, unter anderem, jetzt sind wir wieder bei Christian Wolff, dass Christian Wolff drei Studiengänge abgebrochen hat. Aber Wissenschaftsjournalistinnen versucht zu erklären, dass sie keine Ahnung von Wissenschaft haben. Und daraufhin hat mir jemand geschrieben, ich dürfte gar nichts über Christian Wolff schreiben, weil ich ja nur weiche Fächer studiert habe.
23:50 Gavin Karlmeier
Ach so, so funktioniert das. Ja, das finde ich gut.
23:55 Nicole Diekmann
Bei manchen funktioniert es so. Bei manchen funktioniert auch wenig. Naja.
23:59 Gavin Karlmeier
Ja, vielleicht hättest du, Nicole, hättest du Maschinenbau studiert, das wäre alles viel einfacher geworden für dich.
24:05 Nicole Diekmann
Dann fände ich es okay, wenn jemand anderen Wissenschaft absprechen würde. Ja, das könnte sein. Vielleicht würde das alles ändern.
24:13 Gavin Karlmeier
Apro alles ändern. Meta wollte mal alles ändern. Diese Geschichte ist eine neue Reuters-Recherche und die ist extrem interessant, weil wir eigentlich ja schon wussten oder mitbekommen haben, wie Meta vor einigen Monaten Ich glaube 10% der kompletten Belegschaft entlassen hat. Das haben wir mitbekommen. Jetzt gibt es so ein paar Blicke unter die Haube, die wir bislang nicht hatten, denn es gab offenbar das sogenannte Project OT. Das steht für Organization Transformation und es gab den Plan, Meta dahingehend umzubauen, dass das komplette Team. . KI-nativ arbeitet. Bedeutet, es stehen in der Mitte eines jeden Teams irgendwelche KI-Agenten und drumherum nur noch eine kleine Anzahl von ExpertInnen, die sozusagen die Agenten jonglieren und sich darum kümmern, dass eben diese Teams eben irgendwie arbeiten. Das war, wie Reutsches berichtet, ja, das war ein super Plan. Den gab es schon seit Januar. Im Januar gab es nämlich eine Strategieklausur auf Hawaii, im Anwesen von Mark Zuckerberg auf Hawaii. Und dort hat man sich getroffen und gemeinsam einen Plan entwickelt, wie die Arbeit Von Meta in Zukunft aussehen sollen. Es sollte zwei Wellen geben. Eine Entlassungswelle im Mai und eine große Umstrukturierung im November. Und in der Nacht zum 19. Mai, wenige Stunden vor der ersten Entlassungswelle. hat Mark Zuckerberg intern dann kommuniziert, dass es nicht zu diesem Umbau kommen werde. Und zwar, die Gründe sind interessant, vor allem deswegen, weil man festgestellt hat, dass KI. Nicht so weit ist, wie man sich das vorgestellt hätte und die Ergebnisse nicht so zufriedenstellend wären, wie man sich das wünschen würde. Man hat zwar festgestellt, dass man es schafft mit Hilfe dieser KI-Agenten, mit denen man in kleinen Teams das schon getestet hat. Zwar deutlich mehr Code zu produzieren, aber nicht effizienter wurde. Also es gab mehr Code, aber nicht besseren Code Und hat deswegen sozusagen die Notbremse gezogen und gesagt, diesen Plan werden wir jetzt erstmal nicht weiter voranbringen. Gegenüber Reuters hat Meta die meisten dieser Dinge bestätigt, außer die Tatsache. . dass man vorhatte, größtenteils die Menschen nochmal, also dass noch eine große Entlassungswelle hätte geben sollen. Aber man hat bestätigt, dass es eben diesen Plan von Organization Transformation gegeben hätte. Interessant ist, dass kurz vor dieser Entlassung, auch darüber haben wir gesprochen, die Metastimmung, die Stimmung unter Metamitarbeitenden so schlecht wurde. dass es eben Petitionen intern gab, nur noch Galgenhumor im internen Kommunikationskanal. Die Mitarbeiterbefragung bei Meta hat ergeben, dass die Stimmungslage intern innerhalb eines halben Jahres von 74 auf 55 Prozent gesunken ist. und man deswegen offenbar Sorge hatte, dass auch die wenigen Leute, die dann am Ende noch übrig bleiben, vielleicht auch gar keine Lust mehr haben, dort mitzuarbeiten.
26:57 Nicole Diekmann
Ich habe es noch nicht ganz verstanden. Es gab eine Entlassungswelle und es sollte noch eine zweite geben, bevor dann Im November, ah, und die zweite haben sie dann.
27:06 Gavin Karlmeier
Das wäre die zweite im November gewesen, das wäre die große Umstrukturierung gewesen. Und ab dann hätten sozusagen Teams nicht mehr menschenfokussiert gearbeitet, sondern in der Mitte eines Teams hätte ein Stab von KI-Agenten gesessen, der sozusagen dann nur noch von Menschen betreut wird. Das war die ursprüngliche Idee. Es gibt sogar von Reuters so eine Aufzeichnung, wie so ein Team ausgesehen hätte. Also das Team der traditionellen Produktentwicklung hätte nur noch 10 bis 20 Personen umfasst, dazu sieben bis 14 EntwicklerInnen, ein Produktmanager, eine Führungskraft, eine Designkraft. Und so weiter. Also nur noch relativ kleine, agile Teams, wie es heißt.
27:45 Nicole Diekmann
Und hat Reuters auch die vorherigen Zahlen gehabt? Also wissen wir, um wie viel Prozent man damit diese Teams dann reduziert hätte? Wie viele es vorher?
27:54 Gavin Karlmeier
Weiß ich nicht. Das habe ich nicht, diese Zahl.
27:56 Nicole Diekmann
Ja. Okay. Aber wer sowas plant, der fährt auch über eine Klippe, weil das Navi ihm das gesagt hat, oder? Oder auf eine Theaterweg.
28:08 Gavin Karlmeier
Ja, aber noch weiter vorne, man kauft sich ein Navi und dann denkt man, jetzt kann ich, muss ich die Augen gar nicht mehr aufmachen. Jetzt kann ich ja nur noch lenken, wenn das Navi sagt, Lenk.
28:17 Nicole Diekmann
Der kauft sich ein Tesla und glaubt den Versprechen von ihm der Muskeln.
28:21 Gavin Karlmeier
Aber bald kann es wirklich autonom fahren, ganz ehrlich, sicher.
28:25 Nicole Diekmann
Ja, ja. Ja, ja, gut, da ist jetzt wieder jemand gestorben, aber okay, irgendwas ist es immer.
28:30 Gavin Karlmeier
Ja, aber wir wissen, die Regeln der Luftfahrt werden mit Blut geschrieben und warum sollte es auf der Straße anders sein?
28:36 Nicole Diekmann
Ja, und das ist Statistik. Es ist nun mal auch Statistik.
28:39 Gavin Karlmeier
Genau, was ist schon ein Mensch gegen Tausende, die ohne Unfall fahren? Jetzt werden wir zurück.
28:46 Nicole Diekmann
Kehren wir zurück auf den Pfad der Tugend gewähren.
28:49 Gavin Karlmeier
Also, ja, das war auf jeden Fall der Plan von Meta. Ich finde das ganz interessant, weil man, wie wir gerade jetzt ja schon zynisch skizziert haben, mal sich so überlegt hat, was möglich wäre, wenn denn all die Versprechenstimmen und dann schon angefangen hat sozusagen alles so abzureißen. Also so ein bisschen so Als hättest du irgendwie dir überlegt, wie ein neues Haus auf deinem Grundstück aussehen könnte. Und bevor du weißt, ob das finanzierbar ist, fängst du schon mal an, sicherheitshalber dein altes Haus abzureißen. Ungefähr so.
29:20 Nicole Diekmann
Ja, das alte Prinzip, einfach erstmal kaputt machen und dann weitersehen. Also davon ist man nicht einfach. Ja, aber also was für ein Dilettantismus?
29:29 Gavin Karlmeier
Genau, weil das Problem an Meta ist ja, man hat ja ein funktionierendes Geschäftsmodell. Meta macht ja Geld Das Metaverse. Dann jetzt nicht so, aber ein funktionierende Werbeökonomie. Du hast funktionierende Produkte, zumindest wenn du jetzt nicht von der tatsächlichen Funktionsweise drauf schaust, da gibt es, glaube ich, viele Probleme, aber Wenn du darauf schaust, Menschen nutzen sie, sie nutzen sie in steigender Zahl, sie nutzen sie in steigender Zeit am Tag. Also du hast ja eigentlich Ganz viel und ich glaube, es ist gar nicht doof, so zu überlegen, wo sind wir in drei Jahren, wo sind wir in fünf Jahren, was wird uns Automatisierung ermöglichen. Brauchen wir überhaupt 6000 EntwicklerInnen oder wie viele auch immer sie haben, müssen wir überhaupt in so großem Stil hier programmieren. Das sind, glaube ich, alles Dinge, die du als CEO eines so großen Unternehmens mitdenken solltest. Aber dann zu sagen, wir haben jetzt schon, wir machen da schon mal einen Zeitplan dran und dann gucken wir bis dahin mal, ob das überhaupt realistisch ist. Das ist Dilettantismus, ja.
30:26 Nicole Diekmann
Naja, und schmeißen vorher auch schon Leute raus. Bevor wir wirklich sicher sind, das ist realistisch.
30:30 Gavin Karlmeier
Ja, wobei die erste Entlassungswelle, ja klar, wie es von vielen BeobachterInnen hieß. Vor allem die sogenannten Overhirings während der Corona-Pandemie wieder zurückfahren.
30:38 Nicole Diekmann
Aus der Corona-Zeit richtig. Um 8000 Leute waren das, ne? Ja. Wahnsinn. Also und das ist ja nicht nur Statistik, also das sind ja Schicksale.
30:47 Gavin Karlmeier
Klar, vor allem in einem Land, in dem teilweise das Visum daran hängt, ob du einen Arbeitsvertrag hast. Das ist so, ja. Aber ich finde das eine interessante Recherche. Auch die packe ich euch mal in die Shownotes. Da steckt noch ganz viele kleine, interessante Geschichten drin, die bestimmt interessant sind. Passend dazu gibt es aber eine aktuelle Studie. Nee, Studie ist falsch, ne? Auswertung, Umfrage, wie auch immer man das nennen soll. Also es haben auf jeden Fall ForscherInnen Zahlen erhoben. Das sind ForscherInnen des National Bureau of Economic Research. Und die haben herausgefunden, dass 90% der befragten Führungskräfte einräumen, dass die KI, die sie einsetzen, in den vergangenen drei Jahren keinerlei Auswirkungen auf die Beschäftigung im eigenen Unternehmen gehabt hätten. Und 89% haben angegeben, sie hätten keine Auswirkungen auf die Arbeitsproduktivität. Und da habe ich aber ein eigenes Gefühl zu. Aber vielleicht hast du auch eins. Ich will erstmal dich hören.
31:40 Nicole Diekmann
Großes Staunen, sag erstmal deins. Das muss ich erstmal kapieren.
31:43 Gavin Karlmeier
Also mein Gefühl dazu ist. . . Ich glaube, viele Leute bauen schon so auf KI-Workflows, ohne dass sie genau wissen, warum eigentlich. Sie kaufen erstmal Produkte ein, ohne zu wissen, warum eigentlich. So Leute, wir haben uns hier schon mal über solche Leute unterhalten, die wir aus dem privaten Umfeld kennen, die im Monat 300, 400 Euro für Abonnements von solchen Tools ausgeben und dann so alles, was sie damit tun, irgendwelche Videos per WhatsApp verschicken. weil sie halt jetzt in der Lage sind, sowas zu tun. Und ich glaube, das gibt es eben in Unternehmen auch. Man hört dann irgendwie in einem Podcast oder auf irgendwelchen Konferenzen, man kann damit richtig krass effizient werden. Und dann kauft man erstmal alles Mögliche ein und dann stellt man fest, so nach einem Jahr Ja, vielleicht hätten wir uns erstmal einen Plan machen, ohne dass ich 90 Prozent der befragten Führungskräften hier irgendetwas unterstellen möchte. Aber das ist schon so mein Gefühl.
32:40 Nicole Diekmann
Also wir bezeugen natürlich auch gerade unfreiwillig unsere völlige Unkenntnis, denn es heißt ja richtig KI. Ah, Entschuldigung, natürlich. Da müssen wir uns jetzt entschuldigen, das haben wir bisher falsch gemacht, aber jetzt ist es uns wieder eingefallen. Ich hörte von jemandem. dass genau dass ein Kunde, ich kann da jetzt nicht ins Detail gehen, aber es war ein fertiggebautes Paket für einen Kunden. Und der Kunde sagte dann, wir brauchen aber auch noch KI für. Und dann wurde gefragt, aber wofür denn? Und dann sagte der Kunde, ja, weil es gut aussieht. Und genau, ich glaube, das fasst es tatsächlich zusammen. Und da wiederholt sich ja auch so ein bisschen die Geschichte. Also dass ja nach so, nachdem wir es, glaube ich, schon ungefähr zehn Jahre benutzt haben, plötzlich Redaktionen auf die Idee kam, hier dieses Facebook und dieses YouTube. Dass die jungen Leute benutzen, das können wir auch machen. Und dann wurden, oder auch die Parteien, die ja zum Teil heute noch, wobei, jetzt sind die Zeiten auch tatsächlich vorbei, Pressemitteilungen einfach getwittert haben. Also ohne zu verstehen, was ist die Besonderheit dieses neuen Mediums, für Sie neuen Mediums. Und einfach so weitergemacht haben wie bisher. Einfach blind damit gearbeitet, weil das macht man ja jetzt, ohne tatsächlich sich intensiver damit zu beschäftigen. Finde ich dasselbe Muster.
34:06 Gavin Karlmeier
Also, wie gesagt, das ist jetzt nur unsere Lesart dieser Zahlen, die es hier gibt. Vor allem wird KI sehr häufig dann deswegen als Rechtfertigung für große Entlassungswellen auch verwendet. Ohne dass man tatsächlich effizient steigern könnte damit. Das ist ja diese, was diese Studie hier sagt. Und ich will nochmal sagen Es gibt ganz, ganz, ganz viele Gründe, warum man diese KI-Fizierung der Welt gerade verurteilen könnte, warum man der Technologie generell kritisch gegenüberstehen könnte. Es gibt aber, und ich glaube auch, das ist nicht von der Hand zu weisen, durchaus Arbeitsbereiche, in denen man damit arbeiten kann. Aber um dir ein Beispiel zu geben hier von Haken dran, ja? Die Recherchen finden komplett ohne KI-Steise, mache ich mir von Hand. Ich lese mir diese Texte wirklich durch und das passiert von alleine Aber das Transkript erstellen zum Beispiel oder die Kapitelmarken, Arbeit, die ich mir zeitlich nicht machen könnte, also die es sonst nicht gäbe Die erstelle ich dann tatsächlich mit Hilfe von KI-Tools. Einfach weil das eine Automatisierung, eine Vereinfachung ist von Arbeit, die ich sonst nicht leisten könnte. In diesem kleinen Mikrosystem steckt, glaube ich, auch genau das drin, wie man das auch aufs Große übersetzen könnte. Wenn du in der Lage bist, Dinge selber von Hand zu machen, ohne dass es viel teurer wäre oder dass es die Qualität leiden könnte. Dann mach das von Hand, ohne wenn du nicht weißt, was da KI übernehmen soll. Wenn du aber irgendeinen Teil hast, wo du sagst, das ist reine Automatisierung oder das ist irgendein Anlass, um so ein Tool sinnvoll einzusetzen, spricht da für mich auch nichts gegen, außer vielleicht die eigene Rücksicht auf die Umwelt, die glaube ich auch tatsächlich ein wichtiges Thema ist. Also Einfach nur Token verbrennen halte ich zum Beispiel auch nicht für besonders smart, wenn man irgendwie sich sonst nachhaltig aufstellen möchte. Ja, ich glaube, ich habe alles gesagt.
35:52 Nicole Diekmann
Ja, es spricht nichts gegen das gute alte Googeln in vielen Fällen, in denen man, ich habe das an mir auch beobachtet, irgendwann habe ich auch gedacht, okay, Claude ist mein bester Freund, aber es gibt ja auch immer noch Google. Ich kann das Beispiel nennen eines Kollegen, der eine lange Doku gemacht hat über die europäische Verteidigungspolitik der vergangenen 30 Jahre. Der hat die KI gefragt, recherchier mir anhand von Quelle XY und zweiter Quelle So und so. Die Militärausgaben der EU-Staaten der vergangenen 30 Jahre und hat diese Zahlen anschließend aber selber auch nochmal gecheckt Also das zeigt, da ist eine große Awareness vorhanden darüber, dass KI wirklich viele, viele Fehler macht. Und dann hat er aber der KI gesagt, erstell mir daraus ein Balkendiagramm. Das die letzten 30 Jahre abbildet. Wachstum, Rückgang und so weiter mit allen 30 Staaten. Dafür bräuchte eine Grafik, sagt er, mehrere Tage. Er hatte das binnen drei Stunden. Und das ist natürlich ein total sinnvoller. Übrigens ist dieser Mann über 60, der geht auf die 70 zu. Das will ich an dieser Stelle auch mal erwähnen. Es geht darum. Zu wissen, wo sind die Grenzen der KI und wo kann ich die tatsächlich so einsetzen, immer unter Kontrolle, dass sie mir zu diensten ist.
37:25 Gavin Karlmeier
Und idealerweise sozial verträglich, weil du hast eben von Einzelschickszahlen gesprochen und diese drei Tage, die der Grafiker dafür gezahlt bekommen hätte, bekommt er halt jetzt dafür natürlich nicht mehr gezahlt. Auch das muss man, glaube ich, dazu sagen.
37:37 Nicole Diekmann
Wir reden vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen und die haben fest angestellte Grafiker. Aber klar, also ich habe gerade Claude meine Website neu basteln lassen. Das war auch, also es hat mich sehr viel Nerven gekostet, weil Claude auch zwischendurch einfach wieder vergisst, was wir vor zwei Stunden noch miteinander besprochen haben. Wenn jemals jemand liest, wie sehr ich Claude in solchen Momenten vermenschliche und mit ihm schimpfe, mein ganzes Image ist komplett ruiniert. Aber also jeder, wirklich Wirklich. Also, und das Krasse ist, das finde ich total erschreckend. Ich bin 48, ich weiß, das ist eine Maschine. Aber was Claude macht, ist, wenn du, sagst du, da habe ich dir doch eben schon gesagt, wie kann denn das passieren, dann schreibt Claude, okay, mein Fehler. Es tut mir wirklich leid, du hast völlig recht. Und was Claude auch macht, ist, zwischendurch tatsächlich zu schreiben, wir haben jetzt heute schon so viel gemacht, willst du nicht mal jetzt ins Bett gehen und einmal durchschlafen und wir machen morgen weiter? Das finde ich wirklich krass. Also das sind die Momente, in denen ich wirklich auch vor Augen führen muss. Es ist eine Maschine. So. Jeder Programmierer, jede Programmiererin wird wahrscheinlich. Warum die Welt zugrunde geht, dann bin ich's, ne? Oder was?
38:59 Gavin Karlmeier
Wenn sich jemand fragt, ob es ein Beispiel für den Eliza-Effekt gibt, dachte ich. Aber spricht euch weiter.
39:06 Nicole Diekmann
Also ich glaube, wenn sich Profis meine Website angucken, die finden tausend Sachen und denken, meine Güte, aber für mich ist sie total okay, so wie sie ist. Und wenn jemand wie ich das hinkriegt, dann kriegt das tatsächlich jeder hin. Und klar, also das wird für Branchen, wird das noch richtig, richtig Richtig auf Synchronsprecherinnen und Sprecher haben wir ja auch schon drüber gesprochen. Im Moment ist das noch auf einem Niveau, da lachst du dich halt kaputt, da wird es ja nicht verharren. Mir ist völlig klar. Dass das für Leute existenzgefährdend ist, was sich da gerade entwickelt. Gar keine Frage, auch für einen Teil des Journalismus. So. Aber wir leben nochmal, wir leben im Kapitalismus. Und wenn du überlegen kannst, beauftrage ich einen Grafiker, eine Grafikerin für drei Tage. Oder jag ich das durch die KI und habe es in drei Stunden, ist klar, wie die Entscheidung ausfällt.
40:07 Gavin Karlmeier
Ja, aber jetzt kennen wir ja durchaus Menschen, die in der Grafik arbeiten und für die ist das ein Problem.
40:12 Nicole Diekmann
Sag ich ja. Sag ich ja.
40:14 Gavin Karlmeier
Ja. Also ja. Ich glaube, das ist wichtig. Jetzt hast du gerade von einer vibe-gecodeten Website gesprochen und ich habe eine Geschichte, die daran. Anknüpft. Ich muss aber ein bisschen ausholen dafür. Und zwar geht es um die sogenannte Operation Bluebird. Da muss ich jetzt ein bisschen ausholen, weil ich weiß nicht, ob sich noch irgendjemand daran erinnert. Wir sprachen schon einmal über Operation Bloomberg. Bluebird. Am 10. Dezember 2025 in der Folge am falschen Ende gedacht. Mit Dennis Horn Und zwar hatte Operation Bluebird im letzten Jahr angekündigt, dass sie twitter. new starten wollen. Den Plan quasi, Twitter zurückzuholen, genauso wie Twitter ausgesehen hat, bevor Elon Musk es gekauft hatte. Man konnte sich damals dort registrieren und wir haben damals schon gesagt, ein paar Sachen sind da so ein bisschen fishy. Wenn ihr euch da registriert, macht das lieber nicht mit sensiblen Daten, privaten E-Mail-Adressen und so weiter und so weiter. Elon Musk hatte davon dann mitbekommen. Und hat versucht, dagegen gerichtlich vorzugehen. Der Prozess sollte allerdings erst im nächsten Jahr so richtig starten. Haben aber schon gesagt, dass die Namensrechte von Twitter weiterhin beim Unternehmen X liegen. Operation Bluebird, das Unternehmen hinter dem neuen Twitter, hat aber gesagt, nee, ne, ihr habt den Namen aufgegeben. Wir können den ja jetzt einfach nutzen, wir werden nicht länger warten, ist die Formulierung gewesen. Und haben tatsächlich auch nicht viel länger gewartet, sondern haben in der vergangenen Woche. twitter. now gestartet, also nicht mehr twitter. new, sondern twitter. now. Vermutlich, weil sie die alte Domain auch aus rechtlichen Gründen nicht mehr nutzen konnten. Und ja so, kleiner Hinweis übrigens, falls ihr wissen wollt, wie dieser Prozess weitergegangen ist und was da so ansteht, wir gehen gleich weiter drauf ein Findet ihr auf Hakendann. org immer noch den Klagentracker, der vor allem von unserer Schattenredaktorin Koffy Holleck gepflegt wird, wo man auch sieht, wie sich das so entwickelt hat und was da so ansteht. Aber da kann man zum Beispiel auch sehen, dass der nächste Termin in diesem Prozess nicht etwa erst im neuen Jahr ist. Also der Plan war 30. 04. 2027, hätte es hier ein Urteil gegeben, sondern dass es jetzt zunächst einmal. Moment, ah ne, stimmt gar nicht. Juryverfahren wäre am 13. 12. 2027 begonnen. Also noch viel später, sondern dass es jetzt erstmal eine Konferenz geben wird zwischen dem Richter und beiden Parteien, nämlich Operation Bluebird. und der X Corporation und zwar am heutigen Montag, dem 31. August. Warum? Weil twitter. now gestartet ist, eine Plattform, bei der man sich für 20 Dollar sein Handle registrieren konnte. Also ja, man musste dafür zahlen. Und hatte dann ein Twitter, das tatsächlich so aussah wie das Twitter, bevor X es gekauft hatte. Gesundheit. Und lang, bitte.
42:59 Nicole Diekmann
Entschuldigung.
43:00 Gavin Karlmeier
Das ist gut. Haben wir selten, dass hier jemand niest. Aber also Twitter, so wie Twitter aussah, tatsächlich Chrisomelis, unser Haki aus dem Discord www. hackmann. org. hat das tatsächlich gemacht und hat das mal alles so ein bisschen getestet und hat so ein paar Dinge beobachtet, die ganz interessant sind an dem Netzwerk Twitter. now. Nämlich zum Beispiel, dass es dort ein Tool mit dem Namen Vera gibt. Das ist Veracity Engine 4. Für Echtzeitanalyse. Also quasi ein automatisiertes Faktenüberprüfungsstool, das mit Hilfe von KI direkt überprüft, ob die Dinge, die man dort veröffentlicht, stimmen oder nicht. Wir kennen das schon von dem europäischen EU, diesem Netzwerk, über das wir hier gesprochen haben, nur dass hier tatsächlich die Überprüfung einen Punktestand mit sich bringt der wiederum eine der algorithmischen Ausspielung mit einzählt. So, der auf jeden Fall eine Rolle spielt, ob der Post Reichweite bekommt oder nicht. Also wenn du quasi Lügen verbreitest. dann gibt es eine schlechtere Ausspielung. Und tatsächlich soll dieses Tool aber hier gar nicht so gut funktionieren. Also Chrisomulus hat ein Foto einer Katze gepostet, hat dafür ein schlechtes Ranking bekommen. 33 Prozent und zwar wegen der Begründung The Count is Based in Germany. Also der Count sitzt in Deutschland, das gibt schon schlechtere Punkte. Chris Omulis hat dann hier eine Human Review angefordert.
44:17 Nicole Diekmann
Ich höre die beim Eurovision Song Contest.
44:22 Gavin Karlmeier
Aber tatsächlich gibt es eben jetzt die Überprüfung, was ich problematisch halte, weil also meine Twitter-Zeit war vor allem eigentlich von von Gags geprägt damals, früher in dem alten Twitter, die hätten vermutlich hier auch alle einen schlechten Punktestand bekommen Ist aber auch erstmal alles egal, weil ihr müsst euch da jetzt erstmal gar nicht registrieren. Zum einen, weil das offenbar so dilettantisch gevibe-codet ist, dass zum Beispiel die geheime E-Mail-Adresse oder die E-Mail-Adresse, mit der man sich registriert. . registriert im Quelltext der einzelnen Accounts aufs einsehbar gewesen wäre. Aber auch deswegen, weil Operation Bluebird gesagt hat, sie werden das Netzwerk jetzt erstmal die App erstmal offline nehmen, um ein paar Issues zu zu adressieren, die Menschen Ihnen mitgeteilt haben. Es ist nicht ganz klar, ob es tatsächlich wegen dieser Vibecoding-Problematiken offline genommen wurde. Oder ob es offline genommen wurde, weil man sich doch vielleicht fürchtet, was X jetzt möglicherweise machen könnte, wo sie dieses Unternehmen mit diesem Namen eben jetzt gestartet haben. Und X hat nach wie vor die Rechte. Ja, erstmal ganz interessanter Sachverhalt. Ich kann euch allen nur erstmal empfehlen, sollte es möglich sein, da erstmal keine 20 Dollar auszugeben für, weil ich glaube, Chrisomul hat es erstmal nicht wiederbekommen, obwohl das jetzt erstmal offline ist.
45:38 Nicole Diekmann
Das ist ja, ähm also Dilettantismus ist der rote Faden anscheinend heute in dieser Folge. Ja. Und also ich muss wirklich sagen, ich glaube, ich habe auch eben tatsächlich die Augen verdreht, als du drauf kamst. Ich bin der neuen Plattform auch einfach jetzt schon überdrüssig.
45:56 Gavin Karlmeier
Auch das kann ich verstehen. Also, weil wir aber auch, also hätte man das im Jahr 2022 gestartet. Hätten alle gesagt, ja, geil, wir kommen und wir geben auch Geld für den Prozess und let's do it. Jetzt aber wo eigentlich ja gefühlt jede Facette, die man an Twitter verändern könnte, ein eigenes soziales Netzwerk bekommen hat, haben wir ja alles, wir haben ja alles schon einmal gesehen jetzt. Es ist ja alles da.
46:19 Nicole Diekmann
So ist es. Ich würde auch sagen, es gibt fast mehr Plattformen als potenzielle User. Und der Markt ist völlig übersättigt. Ich Also selbst ich melde mich jetzt nicht mehr überall an. Ich bin wirklich neugierig und habe auch immer FOMO, aber da kommt man ja gar nicht mehr hinterher. Und also welcher. Welcher Bedarf soll denn jetzt noch befriedigt werden? Also, wir wollen einfach unser altes Twitter zurück, ja, aber das wird halt nie wieder kommen und wir sind ja auch. Also er ist ja nicht stehen geblieben in dem Moment, in dem der teuflische Elon Musk mit diesem blöden Waschbecken da einmarschiert ist in der Twitter-Zentrale. Die Welt hat sich weitergedreht. Ja, also ich war diese Woche total nostalgisch, weil tatsächlich lustige Sachen in meinen Kommentarspalten passiert sind auf Instagram, wo ich jetzt mehr bin. Also ich war übrigens total stolz darauf. Dass ich mir abgewöhnt habe, als allererstes wie so eine süchtige auf die X-App zu tippen auf meinem Smartphone. Ja, toll, jetzt ist es halt die Instagram. App, also. Aber also da habe ich noch gedacht, so war es früher, so war Twitter. Aber wir haben uns jetzt auch wirklich jahrelang damit abfinden müssen, dass die Zeiten vorbei sind. Also, ich frage mich wirklich, welche Plattform noch durchstarten soll. Ich sehe das überhaupt nicht mit.
47:44 Gavin Karlmeier
Ja, so ist das eben mit der Trauerarbeit. Ich hätte auch wahnsinnig gerne den selbstgebackenen Zitronenkuchen meiner Urgroßmutter nochmal. Den wird es aber nicht mehr geben, weil es meine Ungroßmutter eben leider nicht mehr gibt. Und das ist traurig. Aber es bringt mir halt gar nichts, wenn alle Menschen in meinem Umfeld diesen Zitronenkuchen nachbacken wollen, das ist dann lecker und ich freue mich drüber, aber es bringt mir nicht exakt diesen Zitronenkuchen zurück. Und das ist okay. Das muss man dann verarbeiten.
48:07 Nicole Diekmann
Und wir sehen, finde ich, an der AfD, um einmal sehr politisch zu werden, wie verheerend es ist, einer Vergangenheit nachzutrauern, nur weil man mit der Gegenwart nicht klarkommt.
48:19 Gavin Karlmeier
Schöner Satz. Auch wahr.
48:20 Nicole Diekmann
Danke.
48:22 Gavin Karlmeier
Ich habe noch ein paar Mask- und Ex-Meldungen, die ich hier noch reinschmeiße. Ich will direkt dazu schmeißen. Da ist gleich eine Meldung bei, die macht. Die macht wirklich extrem schlechte Laune, deswegen will ich sie jetzt schnell nach runter kriegen, damit wir vielleicht ein bisschen versöhnlicher enden können. Aber erstmal eine kleine Meldung vorweg. Es gibt auch Nitter erstmal nicht mehr. Nitta hat eine. Cease and Desist Letter bekommen, wie heißt es auf Deutsch? Unterlassungserklärung. Unterlassungserklärung, eine einstweilige Verfügung, das ist das Wort. Nitter war ein Tool, mit dem du Tweets auf X öffnen konntest, ohne dich einzuloggen. Wir wissen, es gibt da so eine Login-Wall mittlerweile. Das konnte man eigentlich schon länger nutzen jetzt, seit 2019, also noch lange bevor Musk gekauft hat. Aber das ist jetzt erstmal offline und arbeitet jetzt daran, erstmal diese juristischen Probleme aus der Welt zu schaffen. Ich glaube, das passt vielleicht ganz gut in diese Reihe. Kleiner Hinweis dazu, aber eine Geschichte, die Aast Technica erzählt, ist eine, mit der man, also kleine Triggerwarnung, es wird jetzt gleich um CSAM-Material gehen, es wird um sexuelle Gewalt gehen und es geht um Es ist einfach scheiße, man kann es nicht erst sagen, es ist scheiße. Aber wir müssen es trotzdem erzählen. Und zwar gibt es eine Klage, der XAI nun gegenübersteht. Und zwar von einer Klägerin, die unter dem Pseudonym Jane Doe auftritt. Die sagt, dass sie früher sexuellen Missbrauch erlebt hat in ihrer Kindheit und das mit dem Ziel, Videomaterial daraus zu produzieren. Und dieses Videomaterial, sagt sie, wurde offensichtlich mit Hilfe von Grog reproduziert, mit diesem ursprünglichen Bildmaterial. Und deswegen gibt es die Klage gegenüber XAI mit dem Vorwurf, dass Grog auch mit Hilfe von Material, das sexuellen Missbrauch an Kindern zeigt, trainiert wurde. Weil eben der Hinweis naheliegt, dass XAI dieses Material mit in das Trainingsmaterial eingespielt hat. Es ist erst eine Klage, es gibt hier wie gesagt noch keinen Urteils und keinen Schuldspruch, aber es passt leider so stark ins Bild. All diese Dinge, über die wir ja über Grog gesprochen haben. Und es macht einen leider sprachlos.
50:32 Nicole Diekmann
Finde ich auch. Also, ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll. Ich finde, es erübrigt sich komplett. Also
50:38 Gavin Karlmeier
Man kann da nicht viel mehr zu sagen. Aber der Vollständigkeit halber müssen wir darüber sprechen. Und so können wir hier aber nicht rausgehen heute. Mit der Stimmung. Deswegen, ich habe eine andere Geschichte vielleicht für dich, Nicole, bei der du, das ist auch nicht versöhnlich, aber vielleicht ein bisschen versöhnlich, je nachdem, wie man drauf schaut. Aber es berührt die AfD. Und zwar geht es um das, wie sagt man das, Vorfeld der AfD, die Leute, die auf YouTube sich AfD nah äußern und vorneweg steht CAMPACT. CAMPAT ist eine Organisation, die Petitionen durchführt, die Gelder sammelt, also eine klassische NGO, die der politischen Meinungsbildung und der politischen Bildung. zuträglich ist. Und Compact hat Anfragen gestellt an Unternehmen, die mit Hilfe von Google AdSense oder mit Hilfe von Google Ads bei YouTube Werbung schalten, die wiederum gezeigt wird vor diesem politischen Vorfeld von rechten YouTubern. Und hat diese Unternehmen angefragt und gefragt, sag mal, wie. . Seht denn ihr das eigentlich, findet es okay, dass ihr in diesem Umfeld hier auftaucht? Und tatsächlich hat das eine Konsequenz gehabt. Denn 30 Unternehmen haben bereits Konsequenzen angekündigt und gesagt, dass sie diese Kanäle. . auf die Sperrlisten setzen. Dazu sind Werbetreibende in der Lage. Sie können sagen, bitte schalte meine Werbung nicht vor diesem Kanal oder schalte es nicht. In diesen Themenbereichen, zu den Unternehmen gehören Kleinanzeigen, Aldi Süd, Indit, XXX Lutz, D e VK, Konstantin Film, also wirklich Dicksche für große Unternehmen, die sicherlich große Werbebudgets haben.
52:10 Nicole Diekmann
Für die machst du jetzt Werbung, weil sie nicht mehr werben im Umfeld des Vorfelds der AfD.
52:16 Gavin Karlmeier
Ja, aber ich kriege kein Geld dafür. Ja.
52:19 Nicole Diekmann
Das ist ja auch völlig legitim.
52:20 Gavin Karlmeier
Was aber jetzt gerade passiert ist, dass diese sogenannte Compact-Liste, diese Kanäle, 60 Kanäle, hat Compact hier genau sich angeschaut. von der politischen Rechten genutzt wird, um Tampa zu diffamieren und alle, die darüber sprechen. Und sozusagen, es ist mal wieder so ein, sich gegenseitig in den, in den Katzen, die sich gegenseitig in den Schwanz beißen. Aber ich finde, das ist wichtig, darüber zu sprechen. Weil eben viele Unternehmen gar nicht wissen, wo ihre Werbung bei YouTube ausgespielt wird.
52:47 Nicole Diekmann
Ja, ist die Frage.
52:48 Gavin Karlmeier
Nein, also wenn du bei Google Ads Werbung schaltest, dann kann das erstmal überall platziert werden. Und du müsstest dann auf der Negativliste diese Kanäle nennen. Und das muss halt passieren. Und deswegen finde ich es wichtig, darüber zu sprechen und darauf hinzuweisen, dass wenn ihr Werbung schaltet bei YouTube. . ihr vielleicht ein paar Kanäle auf diese Negativliste setzt, weil ihr vielleicht nicht möchtet, dass eure Werbung vor rechtspopulistischen oder rechtsextremen Inhalten angezeigt werden.
53:13 Nicole Diekmann
Das ist ja die Frage, die sich stellt. Also erstmal ist es ja total gut dass diese Unternehmen jetzt tatsächlich von dieser Liste Gebrauch machen. Ich komme quasi gerade aus Magdeburg zurück. Da hatte die Generation Deutschland ihren zweiten Bundeskongress. Das ist die Jugendorganisation der AfD. Wir erinnern uns, die ehemalige Jugendorganisation Junge Alternative war so radikal, dass die kurz vorm Verbot stand. und sich dann lieber schnell aufgelöst hat, bevor es überhaupt so weit kam. Jetzt gibt es die Generation Deutschland, es sind im Grunde genommen dieselben Personen und die Radikalität Hat sich auch nicht reduziert. Und das politische Vorfeld war ein Thema, war ein großes Thema in Magdeburg, weil das als so wichtig erachtet wird. Und wenn man sich anguckt, Burschenschaften sowieso, da sind die Kontakte, direkte Kontakte da zwischen handelnden Personen der Generation Deutschland. Aber auch die identitäre Bewegung, die auf der Unvereinbarkeitsliste der AfD steht, die aber in weiten Teilen auch Makulatur ist, auch darauf wird immer wieder Bezug genommen. Die Mutterpartei versucht, äh Mehr oder weniger erfolgreich auf Distanz zu gehen zur identitären Bewegung, aber so Auch da gibt es immer wieder aus der Partei führende oder bekannte Leute. Lena Cotré ist eine davon aus Brandenburg, die sich dann mit Martin Sellner zusammensetzen. Lena Cotrée Martin Sellner einlädt und die AfD-Spitze sagt, das finden wir blöd, dann lädt sie ihn eben wieder aus und dann lädt Martin Sellner sie ein und sie geht dahin. Das ist das Spielchen. Also ich will sagen, das Vorfeld, identitäre Bewegung, Schnellroda, also Gets Kubitschek, der sogenannte Vordenker, das wird total hochgehalten von der Jugendorganisation. Von der Generation Deutschland, die für sich auch in Anspruch nimmt, dass Jugendorganisationen immer radikaler sind als ihre Mutterparteien. Nicht immer in einem extremistischen Sinne, wie das bei der AfD der Fall ist. Es gibt auch die Jusos, auch die stellen weitergehende Forderungen als die SPD. Da bewegen sich die Forderungen aber grundsätzlich auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Also soviel einmal zum Thema Vorfeld. Und das andere, was ich sagen will, ist. Diese Listen sind ja kein Geheimbund. Von den Listen wird man wissen. Die Frage ist: auch die Werbetreibenden, die Unternehmen, die jetzt sagen, dann machen wir das jetzt nicht mehr. Könnten theoretisch vorher von der Liste gewusst und gedacht haben, wo kein Kläger, da kein Richter. Ich finde, man hat eine Verantwortung. Als ID Süd. Als hast du eben noch an Unternehmen, Kleinanzeigen. So. Vielleicht macht man sich vorher einmal schlau. Aber nochmal, ich will damit gar nicht sagen, das hätten sie jetzt auch lassen können. Das ist gut. Es wird natürlich jetzt gebrandmarkt. Das ist immer so. Saskia Esken hat, glaube ich, vor ein paar Monaten mal dazu aufgerufen, keine Werbung zu schalten. Da behauptet die AfD dann, das ist undemokratisch, das ist natürlich völliger Unsinn. Nicht demokratisch, so das ist, das ist Kapitalismus, das ist Markt, freier Markt, den die AfD ja immer so propagiert. Deswegen sollen ja auch E-Autos nicht subventioniert werden, weil das ja gegen den freien Markt geht. Und dann wird natürlich wieder behauptet, dass Campag staatlich finanziert ist, also alles staatlich gelenkt aus dem Kanzleramt und den umliebsamen politischen Konkurrenten auszuschalten. Ich kann das mittlerweile auswendig aufsagen, weil das immer dasselbe Muster ist. Das Spielchen ist immer dasselbe, aber beide Seiten lassen nicht locker und für eine Seite finde ich das sehr gut.
56:52 Gavin Karlmeier
Ja, ja, absolut. Aber wie gesagt, das ist jetzt nicht so, dass man als Unternehmen automatisch eine Sperrliste anlegt, wenn man auf YouTube mal Werbung schaltet. Interessanterweise in der Kampbach-Recherche ist Kleinanzeigen sehr exponiert, weil über 1200 Mal Werbungen von ihnen sozusagen aufgetaucht sind in ihrer Analyse. Und die haben aber jetzt eben angekündigt, diese Sperrliste anzulegen, um eben solche Accounts eben nicht mehr zu feature. Und das ist interessant, weil das eben auch bedeutet, dass eben die CreatorInnen, dieses sogenannte Vorfeld. eben auch weniger Geld von diesen Unternehmen am Ende über Umweg Google bekommen. Ja, natürlich. Ich finde das wichtig, ja.
57:35 Nicole Diekmann
Aber kannst du den Werbeboykott, war das, ich glaube, es war im Umfeld von Black Lives Matter erinnern, den Facebook damals erfahren hat. Da gab es einen großen, großen Boykott von Unternehmen. Ich glaube, das war in diesem Kontext. Sie sind alle zurückgekehrt. Also ich gehe davon aus, dass Kampag das macht und das im Auge behält. Mich würde das tatsächlich interessieren, ob es dann wirklich, wenn man in einem halben Jahr nochmal eine Stichprobe macht, ob die dann wirklich nicht mehr in diesem Umfeld werden. Ich weiß aber auch nicht. wie werberelevant diese Zielgruppe ist. Das kann ich überhaupt nicht. Wie stark Rechtsradikale konsumieren.
58:16 Gavin Karlmeier
Es kommt darauf an, ob du Kurbeltaschenlampen verkaufst oder nicht.
58:20 Nicole Diekmann
Für die Prepper meinst du.
58:22 Gavin Karlmeier
Also, das war zumindest ja das, was Michael Wendtler damals auf seinem Telegram-Kanal beworben hat.
58:26 Nicole Diekmann
Michael Wendtler Xavier Naidoo, wir sind hier heute wie so ein Telegram-Kanal.
58:32 Gavin Karlmeier
Wir starten auf jeden Fall abenteuerlich in die Kalenderwoche. Ich dachte, ich kann das jetzt hier so rausdroppen. In die Kalenderwoche 36.
58:40 Nicole Diekmann
Wir sind Leute total suspekt, die immer in KWs denken. Das wird in meinem Leben nicht mehr passieren, dass ich das auf dem Schirm habe, welche KW gerade ist. Aber du musst es ja auch nachgucken.
58:48 Gavin Karlmeier
Du Nicole, wenn du möchtest, kann ich einführen, dass wir montags immer sagen, welche KW startet. Würde dir das helfen?
58:55 Nicole Diekmann
Absolut, das würde mein komplettes Leben extrem verbessern.
58:59 Gavin Karlmeier
Also wirklich, was überhaupt so alt werden konnte, ohne. Kein anderes Ansinnen hat Hagen dran, als Leben zu verbessern.
59:07 Nicole Diekmann
Davon gehe ich aus. Sonst will ich ja nicht mitmachen.
59:11 Gavin Karlmeier
Ich habe noch, bevor du gehst, ich möchte noch ganz kurz, weil das sich so anhäuft. Das kriegen wir noch unter. Warte kurz.
59:18 Speaker 3
Funktionen und Emotionen.
59:23 Gavin Karlmeier
Wir haben das jetzt länger nicht gemacht und das sind so viele Funktionen auf meiner Liste, dass wir jetzt einfach mal so ein bisschen abarbeiten und dann. Machen wir dann am Mittwoch weiter. Und zwar fangen wir mit YouTube an. Wir waren ja gerade schon mal dabei. YouTube Shopping CreatorInnen können jetzt direkte Amazon-Links in ihre Videos einsetzen. Das heißt, es gibt eine Kooperation zwischen YouTube und Amazon.
59:44 Nicole Diekmann
Ja, für mich als sehr bequeme Konsumentin gut.
59:48 Gavin Karlmeier
Würdest du das anklicken? In einem YouTube-Short, ein T-Shirt anklicken und dann mal Amazon kaufen.
59:54 Nicole Diekmann
Na klar, aber ich gucke, also ich konsumiere so gut wie kein YouTube.
01:00:01 Gavin Karlmeier
Was im Boah für die Emotionen. Ich bin super überrascht, weil ich niemanden kenne, der auf so einen wirklichen Produktlink in einem Video klickt und das dann kaufen würde.
01:00:10 Nicole Diekmann
Warum nicht?
01:00:12 Gavin Karlmeier
Fühlt sich falsch an. Es gibt einfach so Dinge im Kauf, Nutzungsverhalten, die irgendwie, die sind so, die kann man nicht verändern. Also ich habe auch letztens irgendwo gehört, dass es so Big Display Investments gibt. Also Du kannst keinen, wenn du einen Urlaub buchst und du zahlst dafür irgendwie 2000 Euro, das macht man nicht am Handy, dafür gehst du an den Computer, obwohl es keinen Unterschied macht.
01:00:34 Nicole Diekmann
Ja, das stimmt. Ja, das stimmt, da hast du recht. Aber also für ein T-Shirt Ich bin einfach ein unfassbar bequemer Mensch und ich kaufe eh nicht gerne. Ich bin gar keine große Konsumentin tatsächlich. Und je schneller ich sowas von der Backe habe, desto entspannter bin ich.
01:00:50 Gavin Karlmeier
Sagt man von der Backe wegen Bucketlist? Hat das einen etymologischen Zusammenhang? Stimmt auch einen Funktion.
01:00:58 Nicole Diekmann
Backe schreibt man ja B-U-C-K-E. Richtig.
01:01:01 Gavin Karlmeier
Ich dachte, die Bucketlist schreibt man einfach mit A.
01:01:03 Nicole Diekmann
Au-Backe. O-W-B-U-C-K-E. Au-Backe. So schreiben wir Profis das.
01:01:10 Gavin Karlmeier
Okay, ein Feature machen wir noch. Bei Instagram Reels wird es eine neue Funktion geben mit dem Namen First Draft, bei der du die Möglichkeit bekommst, einen Rohschnitt von Instagram produziert zu bekommen. Das heißt du. machst von dir jetzt deine ganzen Takes und lädst die alle dann in die App und dann werden automatische Schnitte, die angeboten, die du sozusagen annehmen kannst, damit du nicht immer Anfang und Ende zum Beispiel abschneiden musst. Für uns ist alles, was diese Millennial Gap oder Millennial Second abschneidet, natürlich extrem hilfreich.
01:01:39 Nicole Diekmann
Ich bin eine Fernsehfrau und wenn ich einen Berufsstand wirklich aus tiefstem Herzen verehre, dann ist es der Berufsstand der Katterinnen und Katter. Ich hatte in meiner Ausbildung, ich war an der deutschen Journalistenschule in München, und da hast du auch ein paar Tage mal Schnitt, Evitt. Und ich glaube tatsächlich, dass das nur deshalb angeboten wird, damit die Ehrfurcht und der Respekt vor diesen Menschen vorhanden ist, wenn wir dann ins operative Geschäft einsteigen. Anders kann ich mir das nicht erklären. Ich bin, ich liebe Technik. Wirklich, also ich frickel total gerne, aber Evid ist für mich. Also vergiss es. Es ist meiner ja. Es stimmt jetzt. Wirklich. Und ich verneige mich vor diesen Menschen, neben denen ich dann im ZDF sitze und mit denen ich zusammen Schnitte mache und zu denen, also Stücke mache und zu denen ich auch sage. Entscheide du. Du hast den besseren Blick. Du, so. Das meine ich auch wirklich ernst. Das ist so. Das nagt aber an mir und deswegen würde ich mir den Schnitt bei Instagram nicht nehmen lassen, denn da bilde ich mir ein, dass ich jetzt nach über 20 Jahren Fernsehen doch zumindest ein bisschen Ahnung davon habe, was funktioniert und was nicht funktioniert. Und das würde ich mir nicht nehmen lassen. Da bin ich tatsächlich die falsche Ansprechperson.
01:03:01 Gavin Karlmeier
Okay.
01:03:01 Nicole Diekmann
Weil ich ja, weil ich ja beruflich einfach. Tatsächlich Fernsehen mache, hauptberuflich, wenn ich nicht meine Kolumne beim ZDF schreibe.
01:03:07 Gavin Karlmeier
Also ich stimme dir übrigens dazu, weil ich mache ja auch ab und zu The Reels und ich bin auch, also ich habe durchaus schon als, ich habe es schon gecuttet, beruflich Aber es macht mir keinen Spaß. Ich habe jedes Mal, wenn ich, weil das für so Leute, die so dauerhaft Feuerwerk im Gehirn haben, ist es extrem anstrengend, sich auf so eine sowas einzulassen, dass du An drei Minuten Produkt 24 Stunden Arbeit ist. Finde ich sehr, sehr, sehr aufweisend. Genau. Und das ist nicht so mein Ding einfach. Und deswegen habe ich auch einen Riesenrespekt vor allen, die das beruflich machen. Ich mache das nicht gerne, aber ich habe das halt irgendwie mal gelernt und so. Und trotzdem stimme ich dir zu, ich würde niemals ein Reel vorschneiden lassen von Instagram selber. Weil ich dann das Gefühl habe, ich gebe die Kontrolle für etwas ab, bei dem ich genau weiß, was ich tue.
01:03:59 Nicole Diekmann
Ja, genau.
01:03:59 Gavin Karlmeier
Das möchte ich dann auch nicht.
01:04:01 Nicole Diekmann
Ja, und ich finde, Schneiden ist auch was Emotionales. Also und du zielst natürlich auch auf Emotionen mit Schnitten, wenn du es tatsächlich professionell, einigermaßen professionell macht. Wie gesagt, ich bin seit 20 Jahren im Fernsehen. Und es hat einen Rhythmus. Nee, das würde ich auch nicht wollen. Du schneidest ja auf den Rhythmus.
01:04:19 Gavin Karlmeier
Also du bist ja, das muss ja irgendwie so, du hast einen Puls.
01:04:23 Nicole Diekmann
Ja.
01:04:24 Gavin Karlmeier
Und das ist gut, dass du Impuls hast, das heißt, du kannst nochmal wiederkommen, Nicole.
01:04:29 Nicole Diekmann
Oh, das aber lieb. Vielen, vielen Dank. Ich war wirklich lange nicht da. Das sage ich mit mahnendem Unterton und Blick in die Zukunft.
01:04:38 Gavin Karlmeier
Also du warst am letzten Mal während der Republika hier. So lange ist das her. Das machen wir besser. Im Mai.
01:04:46 Nicole Diekmann
Vier Monate, Gevin, so gehst du mit mir um.
01:04:49 Gavin Karlmeier
Wir machen das wieder gut. Es sind zwar nur drei Jahre.
01:04:52 Nicole Diekmann
Tino Kropolla wird sagen, ich bin Persona con grata.
01:04:56 Gavin Karlmeier
Ich bin jetzt gleich Personalkon Grattenken, weil ich muss jetzt gleich mal was essen. Liebe Nicole, danke, dass du hier warst. Alle, die bis hin zugehört haben, habt eine wundervolle Woche. Wir hören uns wieder am Mittwoch mit Dirk von Gehlen, der auch lange nicht mehr da war. Und da ist es. Da ist auch nicht meine Schuld. Da habe ich es probiert, aber Dirks Kalender ist schlimmer als unser beider zusammengekommen. Der Herr muss der Buch schreiben.
01:05:23 Nicole Diekmann
Der feine Herr. Seid ihr denn dann bei der. Wann wollt ihr da Steigerli zusammen?
01:05:28 Gavin Karlmeier
Beim zehnten Mal. Und der ist dann hier zum neunten Mal. Zum neunten Mal. Deswegen drückt er sich hin. Nee, ich sage dir eins, Nicole. Das sage ich dir jetzt exklusiv nur unter uns. Das darf keiner hören. Dirk von Geelen wird zwei Wochen später nochmal hier in diesem Podcast sein und wir werden am selben Ort sein, um ihn aufzunehmen.
01:05:50 Nicole Diekmann
So, aber der wird im Abstand von zwei Wochen eingeladen.
01:05:53 Gavin Karlmeier
Ja, das hat da pragmatische Gründe, weil Dirk und ich, ihr seid übrigens alle herzlich eingeladen, gemeinsam auf einer Podiumsdiskussion über Social Media Verbot diskutieren werden. Wir werden jetzt, glaube ich, nicht allzu hart ins Gefecht miteinander gehen, weil Dirk und ich, anders als Nicole und ich, relativ relativ einig sind in der Frage. Aber wir sind auch nicht allein.
01:06:13 Speaker 4
Und das werden wir aber alles am Mittwoch dann nochmal hier im Podcast gemeinsam erzählen. Vielen Dank, liebe Nicole. Danke fürs Zuhören. Schöne Woche bis Mittwoch. Tschüss. Auch von mir. Tschüss.