Folge 622 · 2. September 2026 · 1:08 Std.
Das Entzaubern nimmt dem Zauber den Zauber
mit Dirk von Gehlen
Das Wort des Tages ist Jawboning – und ihr werdet mir nach dem Hören dieser Episode eventuell zustimmen. Dirk von Gehlen hat ein Buch über das Social-Media-Verbot geschrieben – also müssen wir das Thema nochmal anfassen. Aber es gibt auch News dazu. Und dazu, was eigentlich mit Metas Selbstverpflichtungen und der Amerikanischen Verfassung ist, dazu, was
➡️ Der Rant von Aidan Walker auf Deutsch bei Dirk im Blog: https://www.dirkvongehlen.de/netz/social-media-verbot-als-gefahr-fuer-die-liberale-demokratie/
➡️ Dirk von Gehlen hat ein Buch zum Verbot geschrieben, hier ist ein Rabattlink: https://tickets.rheinwerk.de/W261/redeem?voucher=HAKENDRAN
📅 Am 22.9. diskutieren Dirk, Gavin mit Dr. Josephine B. Schmitt über Social-Media-Verbote in Essen: https://www.die-wolfsburg.de/angebote/politik-demokratie-gesellschaft/kw/bereich/kursdetails/kurs/A26153/kursname/Triggerpunkt Social-Media-Verbot/kategorie-id/203/
➡️ Der Professor Jeff Kosseff über Metas Vergleich und das First Amendment: https://www.lawfaremedia.org/article/the-first-amendment-problems-with-meta-s–17-billion-deal
Kapitelmarken
KI-unterstützt
- Hallo Dirk!
- "Kinda Chic"
- Warum ist der Like-Button bei Instagram plötzlich grau?
- Instagram kennzeichnet KI-Profile
- Polen gegen Meta
- Jawboning
- Frankreich, Deutschland, EU: Warum die Verbotspläne reihenweise hängen
- Neues von der Klarnamenpflicht
- Die Gegenteilmethode
- TK-Umfrage: die 80 Prozent, die in der Studie nicht mehr auftauchen
- Das entkernte Internet
- Nikita Bier verkauft Beratungscalls
- ChatGPT gilt jetzt als Very Large Online Search Engine
- Nutzerzahlen und Moderation
- Werbung in ChatGPT und der Teleprompter-Operator von Trump
- Lake Ontario wird Lake America: Wie weit soll sich Google Maps anpassen?
- Funktionen und Emotionen
Transkript
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00:00 Gavin Karlmeier
Hallo Dirk!
00:01 Dirk von Gehlen
Hallo lieber Gevin.
00:03 Gavin Karlmeier
Bei mir ist heute Dirk von Gehlen, mein, wie wir gerade herausgefunden haben, im Grunde Nachbar. Wir haben halt nur mit ungefähr 10, 20 Jahren Unterschied, in derselben Heimatregion aufgewachsen. Internethistoriker kann man fast sagen, so wie ich, Branchebeobachter, jetzt auch Schriftsteller, bist du schon länger, aber ein neues Buch kommt. Reden wir, müssen wir heute kurz anschneiden, darüber sprechen, haben wir auch noch ein bisschen was zu zu sagen. Und ich freue mich tierisch, dass du heute hier bist. Das neunte Mal bist du heute hier und alteingesetzene Hackis wissen, was das bedeutet.
00:34 Dirk von Gehlen
Ich bin wahnsinnig aufgeregt, weil ich weiß, dass nach dem 9. das zehnte Mal kommt und wir haben. Ich habe in einem Anflug, wir beide haben in einem Anflug von jugendlichem Übermut vor neunmal gesagt, dass wir. dass wir was machen, wenn wir uns zehnmal sehen. Ich finde aber wirklich auch beeindruckend, du lädst mich auch immer wieder ein. Wir haben vielleicht kleine, kleine Off Topic-Anmerkung. Gavin und ich haben nahezu alle Messenger-Dienste durch, in denen wir uns verpassen und so. Trotzdem hat es immer wieder geklappt.
01:03 Gavin Karlmeier
Der Klassiker ist aber immer, ich schlage einen Termin vor, du sagst, der geht nicht. Geht der drei Monate später. Dann sagen wir den zu und eine Woche später vorher sagt einer von uns beiden, da geht es leider nicht. Und deswegen verpassen wir das tatsächlich ständig und deswegen ist es eigentlich ein Wunder, dass wir es neunmal schon geschafft haben und auch ein zehntes Mal schaffen werden, weil du kommst schon in zwei Wochen wieder. So viel kann ich schon mal verraten.
01:22 Dirk von Gehlen
Genau, wir haben quasi Doppelfolgenplanung. Ich muss es nur nochmal sagen für alle Hackis da draußen, ich finde das ja wirklich beeindruckend. Das ist ja. . Du machst ja das nicht nur mit mir. Du machst das ja, du hast ja ständig jemanden hier. Und ich würde von mir selber ja behaupten, ich sei irre unkompliziert in der Terminfindung, wenn ich mir nur vorstelle, dass eine von diesen Personen. ein bisschen komplizierter ist, dann muss es ja irre anstrengend sein, das zu koordinieren. Deswegen großen Respekt im Namen der HörerInnenschaft.
01:52 Gavin Karlmeier
Also krass. Ich will keinen Namen nennen, aber es ist schon unglaublich, dass Nils Buckelberg schon mehr als einmal hier gewesen ist, was Terminfindung angeht.
02:00 Dirk von Gehlen
Also Nils, Grüße gehen raus.
02:02 Gavin Karlmeier
Grüße.
02:03 Dirk von Gehlen
Nils, äh, ja.
02:04 Gavin Karlmeier
Aber ja, das ist so. Und es ist tatsächlich der größte Kraftakt, seitdem ich diesen Podcast alleine mache, dass die, dass wirklich dreimal die Woche eine Episode mit Gast oder Gästin erscheint. Das ist tatsächlich krass, aber es funktioniert irgendwie.
02:18 Dirk von Gehlen
Vielleicht kann Nils Buckelberg das Steigerleag auf der Ukulele spielen. Vielleicht hört er das.
02:24 Gavin Karlmeier
Liebe Grüße, das wäre schön. Dirk, wo du hier bist, ich möchte mit dir über eine Geschichte sprechen, die mich irgendwie umtreibt. Und ich weiß, dass du als jemand, der viel auf Trends und Memes schaut, so wie ich, also wie die ganze Zeit eigentlich den ganzen. chronisch online sind, dass du dich damit auch schon auseinandergesetzt hast. Und zwar sind diverse Timelines gerade voll mit Keindeschick. Also Leute, die sich in alltäglichen Situationen zeigen und das aber. sozusagen neu framen und dadurch zeigen, dass auch die alltäglichen Dinge, auch das Kaffee kochen, einen gewissen Glanz, eine gewisse Eleganz haben können. Wie ist dein Gefühl zu diesem Trend?
02:59 Dirk von Gehlen
Ich war tatsächlich überrascht, dass du ihn noch besprechen willst, weil ich eigentlich dachte, er sei so durch, weil in meiner Timeline schon wieder war kein The Chick. keine Kante Chick-Post mehr zu machen. Ich mag ihn sehr, weil er was sehr Positives irgendwie hat, weil er eigentlich sozusagen. . eine vermeintlich alltäglich langweilige oder nicht besonders glamouröse Situation neu in ein positives Licht setzt, das mochte ich eigentlich an diesem Trend oder Meme oder Viralen Hype. Du bist skeptisch.
03:34 Gavin Karlmeier
Ja, ich bin voll skeptisch. Und zwar aus zwei Gründen und ich musste philosophisch werden. Ich hoffe, Mittwochmorgen bist du bereit, auch für ein bisschen Philosophie. Da hat es übrigens gepiept, das war irgendwo hier bei uns. Und zwar habe ich so ein bisschen das Gefühl, also es gibt so diese zwei Welten, die da so für mich aufeinander knallen. Das eine ist die Frage, wenn man doch alles sein kann, was man möchte. Ich glaube, das ist ein Till Reiners-Zitat. Wenn man im Internet alles sein kann, was man möchte, warum sollte man ausgerechnet man selber sein wollen? Was man dadurch so ein bisschen überglorifiziert. Und das andere ist, dass keines Schick nur funktioniert. Wenn man selber davon ausgeht, dass das, was man selber erlebt, weniger schick ist als der echte Schick. Das heißt, es funktioniert nur, sich selber auf einen Sockel zu heben. wenn man sein eigentliches Jetzt schon weiter runterdrückt als das, was man von drumherum erlebt. Und das wiederum finde ich gar nicht so schön und positiv, sondern es hat irgendwie sowas. . Das ist so ne so eine so ein Nihilismus, den ich eigentlich eher im Meme-Internet der Zehnerjahre erwartet hätte.
04:34 Dirk von Gehlen
Ja, wobei ich glaube, dass es eben nicht ernst gemeint ist. Also das ist natürlich der Trick, den man immer sagen kann, dass es ironisch gemeint ist. Ich habe so ein bisschen das Gefühl. Wie hieß der Trend, der davor war, dieses, man zeigt ein Foto und hier schlimmste Magenkrämpfer. Ja, ja, ja, ja. Und das war ja die gleiche Form für mehr Realität auf Instagram. Man nimmt sozusagen etwas, was eigentlich erkennbar von allen zugestimmt nicht gut ist, Magenkrämpfe oder irgendwas Schlechtes. Und tut das in die wahnsinnig tolle Situation, um damit so eine Form von inszenierter Nicht-Inszenierung zu transportieren. Weißt du, was ich meine? So tut. Als wäre man damit jetzt authentischer und den gleichen Impuls sehe ich in Kinded Chick.
05:25 Gavin Karlmeier
Ja, verstehe.
05:26 Dirk von Gehlen
Spricht es eigentlich korrekt aus.
05:28 Gavin Karlmeier
Ja, keine Schicke ist so auszusprechen, wie du möchtest, aber Ich finde, dass es ein bisschen so langsam vielleicht bin ich einfach zu alt. Kann sein. Aber dieses permanente Entzaubern wollen nimmt dem Zauber den Zauber.
05:45 Dirk von Gehlen
Ja, das stimmt. Vielleicht bist du nicht zu alt, du bist vielleicht zu lange mit diesen Themen betreut.
05:50 Gavin Karlmeier
Ja, das ist ja gut.
05:51 Dirk von Gehlen
Das könnte sein. Ich möchte aber einen anderen Trend, weiß ich nicht, ob du den auch schon gesehen hast. Es gibt so einen sehr jungen Menschen, um die 18 oder noch jünger. Naja, also aus so einer, wir reden ja jetzt gleich über Manche Menschen möchten denen das Internet verbieten, weil sie noch zu jung sind. Also in einer eher jungen NutzerInnenschaft sind auf einmal Boomerwitze wieder ganz neu konnotiert. Hast du das gesehen?
06:21 Gavin Karlmeier
Das habe ich schon gesehen. Auch solche ganz so ganz urige Sprüche, wie man bei uns im Ruhrgebiet sagt. Ja, habe ich auch ganz viel.
06:29 Dirk von Gehlen
Und es ist ganz komisch, weil es ist ein anderes Design, aber es ist eigentlich um eine andere Ruhrgebietsikone außer dir zu erwähnen. Es hat so Markus Krebs-Humor, also in aller Wertschätzung, es ist. . Es passt nur überhaupt nicht zusammen und es ist so ein sehr männlich jung kommentierter Internetrend, der mich verwirrt hat. Mehr als kein T-Chic.
06:51 Gavin Karlmeier
Für die, die Markus Krebs übrigens nicht kennen, das ist der Fips Asmus in des Ruhrgebietes, mit all den problematischen Aspekten, die Fips Asmussen auch anhingen. Muss man dazu sagen. Also da ist politisch korrekt ist da nicht so viel. Führt am Ende bis dahin, wo er irgendwie fotografiert wird mit irgendwelchen Hooligans in Duisburg.
07:12 Dirk von Gehlen
Auf der Facebook-Fan und er ist er ist die er ist die etwas härtere, weil ich ihn letztens Da sah erst die, ich versuche es irgendwie geschickt um zu umschreiben. Nee, ich komme da nicht klug raus. Du hast es sehr schön beschrieben. Wir lassen es.
07:31 Gavin Karlmeier
So, wir gehen ein bisschen in die Themen, ist ja auch erst acht Minuten in der Episode, egal. Und zwar eine kleine Beobachtung. Wir haben heute so viele Themen auf dem Tisch. Mal gucken, wie viel wir es schaffen. Aber mir hat Dekofee etwas geschrieben. Und zwar hat Dekofee etwas beobachtet. Und zwar ist bei Deko Fee neuerdings der Like-Button bei Instagram. Leicht grau. Also die normalen Buttons haben alle einen weißen, eine weiße Umrandung, also der die Kommentarsprechblase, der Repost-Button, der Teilen-Button. Aber das Herz für Like hat so eine dunkelgraue Farbe. Und die These von Dekoffé ist, meinst du das hat etwas damit zu tun, dass Likes nicht mehr so viel zählen im Algorithmus und man damit ganz subtil die letzten Prozent an Shares in Storys rausholen möchte. Ob das stimmt, wissen wir nicht, aber es liegt natürlich nahe, dass Dekoffé hier in einer dieser berühmten Testgruppen ist, bei der irgendetwas ausprobiert wird. Und ich finde, das ist eine ganz spannende Beobachtung, weil mir das gar nicht aufgefallen wäre, wenn ich auch in dieser Testgruppe wäre. Es ist wirklich ganz subtil.
08:29 Dirk von Gehlen
Ich habe lange darüber nachgedacht, ich habe es nicht gesehen. Es passt aber natürlich, der Verdacht, der hier geäußert wird, passt aber natürlich dazu, dass bei vielen Beiträgen ja auch die Likes dann gar nicht mehr angezeigt werden und so, dass es hier auch schon häufiger thematisiert waren. Interessant, ja, womöglich.
08:51 Gavin Karlmeier
Schickt sie mir oder schickt sie uns.
08:52 Dirk von Gehlen
Absolut, ich finde, das ist die Weisheit der vielen Hackis, oder? Dass man sowas beobachtet. Sehr gut.
08:59 Gavin Karlmeier
Ja, finde ich auch. Meta dagegen. Wir müssen jetzt zur Weisheit von Meta kommen. Meta hat nämlich etwas angekündigt und ich möchte dafür Meta zitieren. Und zwar: Wir haben erfahren, dass Nutzer es nicht mögen, auf ein Profil zu stoßen, das menschlich wirkt, nur um später festzustellen, dass die dargestellte Person KI generiert Dieses Zitat kommt aus demselben Haus, wie der Satz, der typische Amerikaner hat drei Freunde, wünscht sich aber 15 und das ist ein Problem, das nur KI lösen kann. Es gibt irgendwie eine Trendwende im Hause Meta und ich glaube, sie ist ein bisschen davon motiviert, dass die Trendwende vor allem auf der NutzerInnen-Seite stattgefunden hat. Denn Instagram hat jetzt angekündigt, dass reine KI-Accounts, die sich als Menschen ausgeben und nicht gekennzeichnet werden. Klammer auf, die Kennzeichnung von Accounts ist jetzt auch neu. Also man kann jetzt, es gab zuvor schon so eine kleine Roboter-Animation da, aber man kann sich jetzt eben als komplett KI-Creator in oder KI-generiertes Profil, so ist die Formulierung zu erkennen geben. Und wer das nicht tut, Der könnte damit rechnen, dass er sanktioniert wird, zum Beispiel durch eingeschränkte Reichweite. Also keine Videos mehr im Reels-Bereich, im Entdecken-Feed und keine Ausspielung für Nicht-FollowerInnen sollte man sich da quasi Hinwegsetzen.
10:13 Dirk von Gehlen
Ich finde es interessant, dass Sie zugeben, dass ihre Nutzer KI nicht mögen. Das hätte ich nicht gedacht.
10:19 Gavin Karlmeier
Sie sagen, Menschen möchten wissen, wann ein Profil eine KI generierte Person zeigt. Aber ja, du hast im Grunde recht. Ich finde das auch interessant, weil das so ein bisschen so ein kleines Beigeben ist vor der Community, vor den NutzerInnen. Im Vergleich des. Also vorher hat Meta die ganze Zeit daran gearbeitet, dass es möglichst kleine Trennlinien zwischen KI-generiertem Inhalt und menschlichem Inhalt gibt. Also zum Beispiel KI-generierte Inhalte. Lassen sich nach wie vor nicht so richtig gut als rein KI generiert kennzeichnen, sondern steht darüber KI-Info. Und das steht da auch, wenn du mit Photoshop den Himmel veränderst. Und jetzt eben dieser Schritt hier, weil sie offenbar das Gefühl haben, da gibt es eine Art Backlash.
11:06 Dirk von Gehlen
Auch dazu gibt es einen schönen Trend, wo junge Menschen sich filmen, wie Mam sie fragt, ob das KI-Inhalt ist. Kennst du das?
11:15 Gavin Karlmeier
Ja, im Prinzip ein.
11:16 Dirk von Gehlen
Ja, genau.
11:18 Gavin Karlmeier
Finde ich auch großartig, weil ich aber auch das Gefühl habe, dass also man sollte sich da gar nicht so drüber lustig machen. Weil genau diese Literacy, seinen Eltern mitzugeben und zu sagen, hier achte mal da drauf, achte mal da drauf, das ist ja das, was unsere Generation als Verantwortung mit sich trägt.
11:35 Dirk von Gehlen
Das ist ein Megasatz, super gelassen, ausgesprochen. Danke. Da ich ahne, dass wir später noch über Generationenkonflikte rund um Social Media reden, nehme ich das mal einfach als Motivation mit und drucke es mir auf ein T-Shirt.
11:46 Gavin Karlmeier
Bitte. Oder kommt dann auf die zweite Auflage hinten drauf? Degenerationverantwortung. Ich möchte mit dir über Polen sprechen. Und es gibt, also Meta hat angekündigt, dass Polen zu den ersten Ländern in Europa gehören wird, in denen ein verbessertes KI-generiertes System zur Bekämpfung betrügerischer Inhalte eingeführt wird. Was soll das bedeuten? Also, es soll bedeuten, dass Inhalte, aber auch Werbungen mit Hilfe von KI analysiert werden, ob es sich dabei um Betrug handelt, um diese dann ein diesen dann einzudämmen. Und der Zeitpunkt, der ist hochinteressant, denn erst letzte Woche hat Polen gegenüber der EU-Kommission gefordert, ein Bußgeld gegenüber Meta zu erheben in Höhe von 250 Millionen Euro. wegen betrügerischer Werbung. Jetzt wissen wir aus der Reuters Recherche, die übrigens Meta in diese Ankündigung selber nochmal zurückweist, muss an der Vollständigkeit halber dazu sagen, dass schätzungsweise 10% des weltweiten Jahresumsatzes von Meta durch Betrug eingenommen wird. Also durch Werbung, die Menschen, die nicht besonders viel Literacy haben, um bei dem Wort zu bleiben. darauf reinfallen, indem sie jemandem Geld überweisen, indem sie irgendwelche Produkte kaufen, die nicht wert sind und so weiter und so weiter.
13:04 Dirk von Gehlen
Es bezieht sich aber auf Werbung, oder? Es bezieht sich nicht, wir haben ja gerade über sozusagen klassische Accounts geredet. Die organische Postmann, hier geht es tatsächlich um werblich inne.
13:19 Gavin Karlmeier
Wobei Sie auch sagen, deswegen die Formulierung ist ein bisschen unscharf. Sie sagen, wir setzen bereits fortschrittliche KI-Systeme ein, die mehr Betrugsversuche stoppen, sowie eine größere Anzahl von Konten identifizieren und blockieren können, die sich als prominente oder andere Persönlichkeiten ausgeben dank dieser Technologie. Konnten wir die Nutzerbeschwerden um 80% reduzieren, bab bab bab bab bab. Und deswegen werden Sie jetzt in Polen diese Features einführen, um mehr betrügerische Inhalte zu identifizieren. Also das kann durchaus sein, dass es sich dabei nur um Werbung handelt, es kann aber sein, dass es sich dabei auch um Werbung handelt. Das finde ich nicht 100% klar.
13:56 Dirk von Gehlen
Ist interessant, dass es in dem Land ist, dass, also du hast es ja gerade, es kann eine Korrelation sein, es könnte aber auch im kausalen Zusammenhang sein.
14:05 Gavin Karlmeier
Das würde ich auch so beobachten. Ich finde interessant, dass da drin Meta, in diesem Text hat Meta etwas versteckt und wir haben Koffe Hollik, wir haben die Schattenredaktion und konnten deswegen recherchieren, dass Meta das wohl. . schon mal angekündigt hat, haben wir hier aber meines Erachtens nicht berichtet. Und zwar hat Metafor bis Ende 2026, das ist nicht mehr so richtig viel Zeit, 90 Prozent der weltweiten Werbeeinnahmen von verifizierten Werbetreibenden einnehmen wollen. Das wäre ein Anstieg gegenüber 70 Prozent im letzten Jahr, dass sie stärker auf Verifikationsprozesse von Werbetreibenden setzen. Und dass sie generell den Anteil betrügerischer Werbung eben massiv reduzieren wollen. Und das Interessante finde ich aber, wenn ich jetzt Werbung schalte bei Meta, dann schließe ich einen Vertrag mit Meta ab. Dass man nicht überlegt hat, ob man das nicht viel früher schon macht, das, was verifizierte Menschen sein müssen.
15:00 Dirk von Gehlen
Wobei ja auch verifizierte Menschen betrügen können, oder? Das ist. Ja, ja, aber gut, 10% ist dann doch viel.
15:11 Gavin Karlmeier
Das ist relativ viel, vor allem wenn man irgendwie einen zweistelligen Milliardenbetrag im Jahr einnimmt, dann ist es 10%.
15:16 Dirk von Gehlen
Genau, also 10% von einem sehr großen Kuchen sind auch ein sehr schönes Stück.
15:22 Gavin Karlmeier
Ja, macht immer noch Satz. Das macht immer noch Satz. Interessant ist aber, dass diese Anforderung an die EU-Kommission seitens Polen auf einer Untersuchung beruht, weil das Cybersicherheitsteam des Polnischen Nationalen Sicherheitsinstituts Die haben 122 Werbeanzeigen Meta gegenüber als betrügerisch gemeldet. Und Meta, und du musst sagen, also die Quelle des Cybersicherheitsteams des polnischen Nationalen Forschungsinstituts. Und Meta hat nur 13% davon entfernt. Und da denke ich mir, also was? Also selbst wenigstens da hätten sie ja dann so tun können, als hätten sie jetzt irgendwie was gelernt.
16:03 Dirk von Gehlen
Aber sie werden immer besser im Erkennen von Betrügereien. Das ist ja die Meldung, mit der wir angefangen haben.
16:08 Gavin Karlmeier
Das ist die, die Sie erzählen. Also wir bleiben sehr gespannt und wir können davon ausgehen, dass Reuters da auch früher oder später neue Zahlen nachlegen werden. Es ist jetzt nächsten Monat ein Jahr her, dass die Recherche von Reuters kam. Die übrigens einen Pulitzer preis bekommen hat. Das muss man auch nochmal sagen. Also es ist jetzt nicht so. Meta selber sagt ja, wie gesagt, dass sie diese Recherchen da zurückweisen und dass sie irgendwie nicht auf Wahrheit fußen. Ich kann gleich mal das Zitat raussuchen. Sie sagen, sie ist unzutreffend. Die aktuelle Kampagne gegen Meta ist unzutreffend und stützt sich aus Daten aus unzuverlässigen Reutersberichten. Naja, das lassen wir mal so stehen. So, es gibt noch eine kleine Geschichte zu dem Vergleich, über den wir, der begleitet uns irgendwie die ganze Zeit. Aber das ist super interessant, weil ich habe hier in der Folge vom letzten Freitag, da habe ich diesen Vergleich so ein bisschen auseinandergenommen, verschiedene Stimmen gehört. Und eine Stimme war von Mike Masnik. Mike Masnik ist ein amerikanischer Blogger. der auch sehr gut in den Themen Section 230, First Amendment, Verfassungszusätze ist. Und der hatte die Sorge geäußert, dass die Maßnahmen, die Meta jetzt ergreift, und zwar freiwilliger Basis, um eben diesen großen Gerichtsprozess seitens der 29 Bundesstaaten irgendwie beilegen zu können. dass diese Maßnahmen seitens der Bundesstaaten niemals hätten angeordnet werden können, weil sie ein Verstoß gegen den ersten Verfassungszusatz, nämlich der Redefreiheit hätten darstellen können. Und jetzt gibt es einen Text von Jeff Kosev. Jeff Kosev ist Professor an der University of Minnesota. Und zwar an der Law School dort. Das heißt, wenn sich jemand mit der amerikanischen Verfassung auskennt, dann ist er wahrscheinlich Relativ weit vorne mit dabei. Und der hat einen Text geschrieben und hat sich mit genau solchen Themen auseinandergesetzt. Und er hat eine ähnliche Sorge. Er spricht hier von einem Begriff, den ich gelernt habe, und zwar Jawboning. Kanntest du das?
17:58 Dirk von Gehlen
Nein, kannte ich auch nicht. Danke für den Hinweis und die Recherche. Ich habe es mit großer Freude gelesen.
18:04 Gavin Karlmeier
Also Jawborning bezeichnet den Versuch seitens der Politik. den Versuch von Machthabern oder Behörden, Unternehmen, Gewerkschaften oder die Öffentlichkeit durch öffentliche Appelle verbale Druckmittel oder verdeckte Drohungen zu einem bestimmten Verhalten zu drängen. Und das ist etwas, das er jetzt hier verwendet. Weil er sagt, der Versuch, die Meinungsfreiheit einzuschränken, den sieht er hier schon vorliegen. Und er teilt auch die Einschätzung Messniks, auch wenn er Messniks selber nicht zitiert, weil er ist. Professor, der zitiert nicht, der schreibt. Zum einen nicht ein Blogger. Eben, wirklich. Der zitiert nur echte Menschen. Der sagt, die Auswirkungen des Abkommens auf anonyme Meinungsäußerung werfen verfassungsrechtliche Bedenken auf, da der Oberste Gerichtshof seit Jahren und Jahrzehnten vertritt. . . Dass der erste Verfassungszusatz das Recht schützt, sich zu äußern, ohne dabei seinen Namen preiszugeben. Worum geht es hier? Um die Verifikationspflicht. Und da sind wir ja eigentlich wieder in unserem Thema der Social Media Verbote oder auch generell von Mindestalter im Internet. Weil eben diese, zumindest in den USA, diese Einschränkung, dass du dich eben nicht anonym bewegen kannst, schon eine Einschränkung des ersten Verfassungszusatz wäre. Und das ist natürlich interessant, weil diesen Punkt kannst du natürlich auch nicht aussäbeln dadurch, dass Meta diese Entscheidung freiwillig trifft.
19:26 Dirk von Gehlen
Ja. Also der Deutsche Ethikrat hat in Bezug auf diese Altersangaben von, der warnt davor, dass da Zensurinfrastruktur aufgebaut wird. Und dass das unter dem guten Vorwand, das Jawborning, also der sozusagen Druck unter dem guten Vorwand aufgebaut wird. Kinder und Jugendliche zu schützen, hier ist ja sozusagen die Situation ähnlich, und man dann aber diesen Vorwand nutzt, um ähm etwas sehr viel Negativeres durchzusetzen. Ich finde das super interessant. Ich kannte sowohl den Begriff nicht, als auch diese konkrete Veröffentlichung von ihm. Wir sehen was Vergleichbares, da ist es nicht, ist die Gesetzlage ein bisschen anders, dass es auch in Frankreich die tollen Pläne, die. . Es ist europarechtlich sowieso nochmal ganz fragwürdig, ob Frankreich es überhaupt alleine umsetzen könnte. Aber dass auch dort eine rechtliche Prüfung zu dem Ergebnis gekommen ist, dass es mit den Grundrechten in Frankreich auch nicht so einfach umzusetzen ist. wie Politikerinnen und Politiker es dort angekündigt haben. Ich finde das eine interessante Entwicklung, die wir da gerade sehen, weil es ja so eine, also bei den Hakis wird das sozusagen so fein auseinandergenommen. In der allgemeinen, ich interessiere mich nur so Mittel für Internetberichterstattung, heißt es halt, Facebook habe da irgendwie groß verloren und müsse jetzt Geld bezahlen. So, wer weiß, womöglich gewinnt am Ende der, den man eigentlich sozusagen zu einer Reglementierung zwingen wollte. Am Ende viel mehr, weil man sich damit nicht so detailliert beschäftigen möchte.
21:04 Gavin Karlmeier
Ja, hundertprozentig. Frankreich übrigens super interessant, denn in Frankreich hätte das Social Media Verbot für Minderjährige ja am gestrigen Dienstag in Kraft treten müssen. Und das wurde ja in letzter Minute gestoppt, haben wir hier drüber gesprochen. Und wie du schon sagst, also Macrons Partei hat im letzten Wahlkampf massiv damit Wahlkampf gemacht, dass sie gesagt haben, wir bringen dieses Verbot. In Deutschland warten wir jetzt quasi noch auf die letzten Unterlagen, die dann irgendwie das Familienministerium vorlegt, um dann zu sagen, na ganz so einfach ist es dann doch nicht. Weil wir wissen, der wissenschaftliche Dienst hat das Gleiche gesagt. Und aus Europa haben wir auch immer noch keinen konkreten Vorschlag vorliegen, außer den Text, den der Ursula von der Leyen ganz stolz präsentiert hat.
21:43 Dirk von Gehlen
Naja, und wir haben dieses Allgemeine, wir erzeugen eine Stimmung, es ist alles schlimm und wir fokussieren uns halt auch total auf die großen Plattformen, statt uns mal der Frage zu widmen, Könnten wir nicht mit der ganzen Energie zum Beispiel alternative Plattformen fördern? Ich finde die Diskussion total dringend und total notwendig. Aber hier wird halt sozusagen suggeriert, es gäbe eine einfache Lösung, die wird allen so vor die Nase gehalten, dann laufen alle in diese Richtung und dann stellt man fest, oh, das geht ja so gar nicht. Oder halt zu einem Preis, den ich für sehr viel gefährlicher halte als ein bisschen Doom Scrolling, nämlich die Infrastruktur mit einer Zensurmechanismus zu versehen. Finde ich keine so gute Lösung. Aber wird halt leider von Menschen gemacht, die halt sich in Social Media halt auch nicht bewegen, Oder so viele andere Möglichkeiten haben, ihre Meinungen zu äußern, dass sie nicht darauf angewiesen sind, anonym sich im Internet zu äußern.
22:40 Gavin Karlmeier
Das ist definitiv richtig. Und es muss aber eigentlich für alle Leute, die irgendwie digitale Infrastruktur nutzen, muss es ja eine absolute rote Flagge sein, wenn Menschen von solchen Alterssicherungssystemen, Verifikationssystemen, Systemen, was auch immer sprechen. Weil allein die Vorstellung, dass du nicht einfach in einen Elektrofachmarkt gehen, dir einen Computer kaufen und ins Internet gehen kannst, ohne dafür deinen Personalausweis zu zücken, das ist ja gruselig. Also, dass du am Ende leichter an ein 14 cm langes Messer kommst als an einen Computer oder einen Internetort, das will mir nicht in den Kopf.
23:19 Dirk von Gehlen
Naja, es wird halt immer durch, also der Druck, der erzeugt wird, der kommt immer über ein vermeintlich positives Ziel. Also wir wollen mit einer Klarnamenpflicht die Diskussionskultur verbessern. Das klingt ja jetzt erstmal gut, da hat ja jemand was ein gutes Ziel, das die Klarnamenpflicht in gar keiner Weise zu einer verbesserten Diskussionskultur führt. sieht man ja bei Menschen, die unter Klarnamen verfassungsfeindlichen Schwachsinn auf Facebook posten. Also die Annahme, dass eine Klarnamenpflicht zu irgendeiner Verbesserung führen würde, kann man ja eigentlich nur treffen wenn man die letzten zehn Jahre überall war, aber sicher nicht in Social Media. Das heißt, das ist sozusagen, man verwendet einen Vorwand, um etwas zu machen. Und ich habe in den Diskussionen mittlerweile festgestellt. Schlimmerweise merken die Leute das gar nicht, dass sie sozusagen vor einen Karren gespannt werden, der am Ende was ganz anderes dabei rausholt. Als das, wofür sie sich engagieren. Also sie engagieren sich für bessere Diskussionskultur und haben auf einmal einen Unterdrückungsmechanismus implementiert. Und das ist halt schade, wenn man sich da so reinrennen lässt.
24:23 Gavin Karlmeier
Vor allem die Frage ist ja, also es gibt ja nur zwei Optionen. Also entweder man baut diesen Unterdrückungsmechanismus ein, weil man es nicht besser weiß oder weil man es weiß. Und beide Optionen sind, möchte ich, also das sind dann nicht die Gesetzgeber, die ich gerne in der Demokratie haben möchte. Also weißt du, selbst wenn du es nicht besser weißt, baust du eine Technologie ein, die Menschen, die das besser wissen, irgendwann ausnutzen werden, wenn sie die Gelegenheit dazu haben. Und es ist immer und immer und immer diese dieses gute, vorgeschobene Argument ist ja immer der Kinderschutz. Ob es die Chatkontrolle ist, ob es die komplette Internetkontrolle ist, ob es die Ob es hier das Social Media Verbot ist. Es geht ja immer nur, kann denn nicht irgendwann jemand mal an die Kinder denken? Und wir wissen von Überwachung, von kompletter Überwachung, dass das eben nicht immer nur für schwere Verbrechen genutzt wird, sondern eben auch für Kleinstdelikte.
25:16 Dirk von Gehlen
Und das Schöne ist ja, wenn sich jemand tatsächlich für die Interessen der nächsten Generation engagieren würde, dann könnte man ja zum Beispiel mehr in Infrastruktur in Schulen investieren. Man könnte jungen Menschen den Zugang zu Therapieplätzen erleichtern. Man könnte ihnen die Durchlässigkeit im Bildungssystem erhöhen. Man könnte eine Menge tun, wenn man sich so engagiert für die nächste Generation. Man nutzt halt diese Feigenblatt-Politik, um zu sagen, ja, also als erstes müssen wir ihnen das mal verbieten. Dann werden wir ihnen das mit der Wehrpflicht aufdrücken und dann wundern wir uns, dass sie sozusagen nicht mehr ganz so zufrieden sind. Also ich weiß nicht, ob ihr hier, ich habe die. . . Folge nicht gehört, ob ihr über Indien und diese Cockroach-Bewegung schon gesprochen habt. Sozusagen eine Gen-Z-Widerstandsbewegung gegen die, da gab es ein Riesenproblem mit nicht anerkannten Prüfungen und so. Und die haben halt sehr aufbegehrt. Und was dahinter steckt, ist, dass sie mit dem etablierten System ihrer Eltern immer schwerer klarkommen, weil es da sozusagen einen klaren Bruch gibt. Und wir sehen das ja leider auch in Deutschland, dass sich sozusagen das engagieren für die Interessen junger Menschen. Ich glaube, dass sich das lohnen würde. In dem schon erwähnten Buch schreibe ich davon, dass ich glaube, dass es so etwas wie ein Allyship für die nächste Generation braucht. Weil sie in Diskussionen halt einfach leider nicht so vorkommen, wie sie vorkommen müssten, weil die Diskussion ganz oft von denen geführt wird, die halt eine sehr, sehr große Macht haben, weil sie heute halt noch wählen.
26:41 Gavin Karlmeier
Ja, und das. Also was ich so interessant finde, ist ja, dass junge Menschen ja am Ende Wahlentscheidungen treffen, die für sie mit demselben Gewicht in der Stimme. . deutlich länger von Bedeutung sind als für die Menschen, die am Ende dann die Entscheidung treffen. Kinder an die Macht, oder?
27:00 Dirk von Gehlen
Also, fände ich sehr schön. Ich will noch einen Gedanken ergänzen, den ihr vielleicht auch hier schon mal hattet. Aiden Walker heißt der Mann, der so Netzkultur in hochformatigen Videos postet. Und der hat vor ein paar Wochen, als die Briten das Social Media Verbot beschlossen haben, einen wahnsinnig schönen Rent gepostet. Ich habe den extra auf Deutsch übersetzt, weil ich den, weil der mich so so gut gepackt hat, weil er nämlich da drin sagt, dass, ähm, also kann man in den Shownotes in meinem Blog verlinken, weil er nämlich sagt, dass. . D'un, ich zitiere mal wörtlich, die Freiheit im 21. Jahrhundert wird nicht nur von organisierten, rechtsextremen Autoritären bedroht, sondern auch von unorganisierten, unfähigen Gemäßigten, die keine Ahnung haben, was sie tun. Und das bezieht sich jetzt nicht auf Deutschland, aber es bezieht sich auf den Diskurs, und das fand ich gerade, ich habe es währenddessen rausgesucht, um es vorzulesen, ich fand es sehr passend zu dem, was du gerade gesagt hast.
27:59 Gavin Karlmeier
Und um da jetzt, du hast eben diesen Running-Gag-Klanam-Pflicht rausgekramt, den ja Merz schon mal gefordert hat und alle anderen und Daniel Günther und so. Und da ist es jetzt wieder aufgetaucht in Frau Cebrosius Gersdorf. die ist, glaube ich, hinlänglich bekannt. Die hat gesagt, Social Media soziale Netzwerke sind erstmal ein großer Demokratiegewinn, weil sich dort jeder massenwirksam äußern kann. Aber ein großes Problem ist die Anonymität im Netz. Also selbst sie sagt genau das.
28:29 Dirk von Gehlen
Ja. Ich glaube, das ist tatsächlich. Also ich will da niemandem jetzt auch so einen harten Vorwurf machen, aber es ist eine, es ist in dem Leben von den Menschen, die das Zumeist propagieren, spielt Social Media nie eine aktive Rolle. Also, das ist so wie eine nicht aktiv gesprochene Sprache. Und ich glaube, es könnte von einem Wert sein. Wenn sie, bevor sie sowas, wenn sie irgendwie in den Straßenverkehr eingreifen, tatsächlich mal Auto gefahren wären. Das spielt, glaube ich, schon eine gewisse Rolle. Und dann ist es ja die Frage von entweder man weiß es oder man tut es wieder besseren Wissens, wie du es gerade schon sehr schön gesagt hast. Ich fand das auch schockierend. Ich wusste gerade, ich hatte gerade vergessen, es war Brusius Gerstorf, die das. die gerne ihren Namen überall lesen möchte, damit wir alle im Klarnamen wissen, dass sie das kommentiert hat.
29:26 Gavin Karlmeier
Ich bin ja auch, also ich bin ja gar nicht dagegen, dass es Zum Beispiel Initiativen gibt, Netzwerke, meinetwegen, in denen du dich nur in Klarnamen bewegen kannst. Kannst du ja alles machen. Ich habe ein Problem damit, wenn das die wenn es die Möglichkeit nicht mehr gibt, sich anonym zu bewegen. Also da muss ich vielleicht ein bisschen autobiografisch werden. Aber guck mal, wir kommen aus einer Stadt, die hat 170. 000 Einwohner und jeder kennt dort jeden. Und dass wir beide haben hundertprozentig gemeinsame Kontakte, die uns beide kennen. Und ich glaube, alle Menschen des kleineren Orten. . Kommen kennen das auch, dass es manchmal Tage gibt, an denen man dann einfach keine Lust hat, sich in der Fußgängerzone aufzuhalten, weil man weiß, man rennt jemandem in den Arm. Man braucht also manchmal die Möglichkeit, in der Masse zu verschwimmen, um irgendwie was anderes zu erleben. Und genau die gleiche Möglichkeit möchte ich auch im Internet haben. Ich möchte auch im Internet die Möglichkeit haben, einfach mal mich so treiben zu lassen, ohne dass alle Leute sofort sehen, ach guck mal, was der Gavin da schon wieder geliked, geteilt, was auch immer gemacht hat.
30:25 Dirk von Gehlen
Ich benutze in dem Buch die Gegenteilmethode, um zu illustrieren, dass der Staat sich aus manchen Sachen einfach raushalten sollte. Mir kam nämlich der Gedanke, wenn wir alle so überzeugt davon sind, dass der Staat Social Media verbieten soll für alle Kinder und Jugendliche, also sozusagen über die Erziehungspflicht der Eltern drüber geht. Dann könnte man es ja auch umdrehen und sagen, damit Deutschland Anschluss hält, machen wir verpflichtende Social Media-Nutzung für alle Jugendlichen zwischen 14 und 18 in Deutschland. Also wir müssen einen Anschluss halten an den internationalen Wettbewerb, das ist dem Bundeskanzler ja wichtig. Verpflichtende Social Media-Nutzung. Und wenn dein Kind das nicht nachweist, dann kommt eine staatliche Behörde, das Ordnungsamt oder vielleicht sogar eine Polizeidienststelle vorbei. klingelt und kontrolliert, ob du deinen Sohn, deine Tochter auch wirklich angemeldet hast.
31:12 Gavin Karlmeier
Und wenn man sich das zu Ende denkt, kommt man zu dem Punkt, kurz den Gedanken zu Ende.
31:16 Dirk von Gehlen
Dass es irgendwie übergriffig ist. Und dann kommen garantiert Leute, die auf Artikel 6 des Grundgesetzes hinweisen, in dem nämlich feststeht, dass die Eltern zuvorderst, ist die Formulierung, das Recht und die Pflicht haben, ihre Kinder zu erziehen. Und wenn das bei einer Verpflichtung uns auffällt, dann sollte uns das auch beim Verbot auffallen. Ich finde, es gibt ganz viele Dinge, die man tun kann und regeln kann und an Schulen regeln kann. Und die man unbedingt auch regeln muss. Aber der Staat soll sich da verdammt nochmal raushalten, weil der Staat wird es irgendwann auch für andere Dinge nutzen. Und dann geht es nicht mehr nur darum, dass man sagt, ah, wir schützen die in dem Alter, sondern dann fängt man halt an Was auch immer für sich für einen Zensurmechanismus auszudenken. Und dann ist es halt schon da. Und die Daten liegen dann schon komischerweise bei Facebook und Meta und die haben die dann schon. So, deswegen finde ich das gefährlich. Das sollte man nicht tun.
32:04 Gavin Karlmeier
Ja. Und
32:05 Dirk von Gehlen
Also ich hatte dich aber überredet.
32:07 Gavin Karlmeier
Nee, ich will noch der Vollständigkeit halber danach dranhängen, dass das natürlich nicht bedeutet, dass wir wirklich fordern, dass alle jungen Menschen die ganze Zeit im Internet rumhängen. Sondern dass es eher darum geht, die Orte, die digitalen Orte zu sichereren Plätzen zu machen. Ich glaube, das ist das Wichtige. Es gibt jetzt aber eine Studie, und da bin ich mal gespannt, was du sagst. Nee, eine Umfrage, Entschuldigung, der Technikerkrankenkasse unter 12- bis 17-Jährigen Die sagt, 47 Prozent der Befragten wünschen sich, dass soziale Medien erst ab einem bestimmten Alter genutzt werden dürfen. Im Durchschnitt nennen sie 14 Jahre als ihrer Meinung nach passende Altersgrenze. Klammer auf, man darf Instagram heute schon erst nach RGBs ab 13 nutzen, Klammer zu. Weitere 8% gehen noch weiter. Sie sind dafür, dass Kinder und Jugendliche soziale Medien grundsätzlich nicht nutzen dürfen. 55% sprechen sich zumindest teilweise für ein Verbot aus. 39% lehnen solche Einschränkungen dagegen ab. Die Schlagzeilen, die daraus dann gemacht werden, ist knapp die Hälfte der Jugendlichen für eine Altersgrenze. Man könnte auch sagen, knapp die Hälfte der Jugendlichen gegen eine Altersgrenze.
33:04 Dirk von Gehlen
Es gibt in der Umfrage noch eine andere Zahl, die mir nämlich aufgefallen ist, die aber in dem Papier. . das die Techniker dann als PDF, als Studie rausgegeben hat, taucht die gar nicht mehr auf. Und diese Zahl lautet, 80% der befragten Kinder und Jugendliche sagen, dass ihnen Social Media gut bis sehr gut tut. Und ich habe diese Zahl rausgenommen, auf LinkedIn gepostet und hatte sofort zwei Leute, die da drunter geschrieben haben, Alkoholiker sagen auch, dass ihnen Alkohol gut tut Dann hatte ich eine längere Diskussion über Alkoholismus, weil ich glaube, nach dem, was ich über Alkoholismus weiß, dass Alkoholiker nichts mehr hassen als Alkohol. Und dass dieser Vergleich da halt leider total falsch ist. Das ist aber nun mein eigenes Social Media Erlebnis. Der entscheidende Punkt ist, warum framen wir das nicht? Diese Generation von jungen Menschen hat etwas, wo sie sich zu 80% einig sind, dass es ihnen gut bis sehr gut tut. Das könnte ja auch die Meldung sein. Endlich mal was, was jungen Menschen Spaß macht. Sie sind bereit, sich dafür zu engagieren, sie kriegen da ja ihre Nachrichten. Nee, wir framen das über. Es gibt einen kleinen Anteil, der Probleme damit hat und die Hälfte ist für ein Verbot, so in welchen Abstufungen auch immer. Das ist so, als sei das irgendwie schon für alle Menschen klar, dass Social Media ein total toxisches, gefährliches Umfeld ist. Dass das was total Tolles sein kann, dass da irre tolle und coole Kultur darauskommt und dass diese Vernetzung mensglücklicher macht Das darf man fast nicht mehr sagen, weil man dann so als, naja, du bist ja Lobbyist von irgendwas gehandelt wird. Ich finde es verwunderlich, dass diese tollen 80%, die ich da drin gelesen habe, die tauchen fast gar nicht auf. Ja, beantwortet ist deine Frage, weil du gerade gefragt hast, wie ich dazu stehe.
34:41 Gavin Karlmeier
Ich weiß nicht mehr, was ich gefragt habe, aber ja, fühlt sich beantwortet an. Aber ich fühle mich beantwortet. Aber das Ding ist ja Wir lieben das Internet ja und deswegen hassen wir es so sehr. Also deswegen stören wir uns an so vielen Dingen und deswegen sagen wir ja auch, deswegen mache ich diesen Podcast hier und spreche über all die Dinge, die schlimm sind. Weil was man liebt, das will man ja auch irgendwie schützen und verbessern und so. Ich weiß nicht, ob ich so weit gehen würde und sagen würde, ich liebe Social Media, wie es jetzt gerade ist. Aber die Effekte, die Social Media auf mein Leben hat und hatte, die sind halt wichtig für mich. Und ich glaube, so geht es halt vielen Menschen. Du hast total recht.
35:23 Dirk von Gehlen
Der Begriff Liebe ist natürlich sehr groß und ich würde das auch deswegen dir voll anschließen. Weil es ja sofort interpretiert wird, als sei man einverstanden mit dem Status quo. Und das bin ich natürlich nicht. Also dass man dass wir Social Media Plattformen benutzen, die eigentlich den Kern des Internets entkernt haben, nämlich dass man verlinken kann. Dass man, Cory Doctor stellt es sehr zentral, die Interoperabilität, die ist ja einfach zerstört worden. Also dieses berühmte Bild, das du früher deine MySpace-Freunde alle mit zu Facebook nehmen konntest, also das Netzwerk Und dass das komischerweise jetzt von Facebook aus nicht mehr geht, du weißt, ich bin großer Freund des Kopierens. Das ist so wie: wir pflanzen einen Apfelsamen ein, dann wächst ein Apfelbaum, dann habe ich wieder einen Apfel, dann kann ich wieder einen neuen Apfel. Ernten. Und Facebook hat einfach gesagt, nee, mit unseren Samen kann man das nur einmal ernten und dann ist es weg. So Die haben halt die Idee von digitaler Vernetzung und von Kopieren um ihren eigentlichen Zauber beraubt und sagen, dieser Wallet garden, das ist das Internet. Das stimmt aber nicht, das ist halt ein Geschäftsmodell, das Sie uns sozusagen als Internet verkaufen. Deswegen Haben wir, glaube ich, hier auch schon mal drüber gesprochen. Doctor spricht davon, dass die Wirtschaftsregion, die als erstes das Jailbreaken vom App Store erlaubt, wahrscheinlich die prosperierendste Region sein wird. Weil sie auf einmal aus diesem verschlossenen Raum ein digital vernetztes und auch durch Konkurrenz belebtes. . Umfeld bauen wird. Finde ich eine super interessante These, weil sie eigentlich sagt, wir haben das Internet noch nicht mal im Ansatz verstanden.
37:00 Gavin Karlmeier
Ja, ich verstehe die These, aber. Geil, wie wir uns jetzt schon wieder hier so im Kopf und Kranken quatschen. Also ich verstehe seine These total. Ich habe nur leider die Gegenthese. Ja, voll gut. Weil ich also ich glaube, dass in einer Welt, in der Menschen Sich davon begeistern lassen, dass das so ist, dass das zutreffen würde. Jetzt haben wir aber in der EU die Realität, dass Apple zum Beispiel andere App Stores zulassen muss. Und frag doch mal 100 Menschen, die du morgen auf der Straße siehst, wie viele von denen einen alternativen App Store auf dem Telefon haben. Wenn du einen einzigen findest, bekaufe ich dir ein neues Handy. Also ich glaube nicht, dass das passieren wird. Weil einfach die einzige, also Das Interesse, die Begeisterung, natürlich wird das von Apple klein gehalten, aber wenn wir ein grundsätzliches, intrinsisches Interesse hätten, diese Übermacht der App Stores zu überwinden, dann hätten wir schon jetzt die Möglichkeiten. Es gibt aber diesen Schmerzpunkt noch nicht.
37:59 Dirk von Gehlen
Das stimmt. Und es ist natürlich auch zu bequem. Ich vergleiche das immer mit dem Aufkommen der Bio-Supermarktbewegung und dem Bio-Essen. Da war es halt auch super, super. Wie sagen die jungen Hackis cringe, am Anfang sich sozusagen barfuß in so ein Reformhaus zu begeben, um sein Müsli zu kaufen? Heute ist ich, ich hoffe, dass es stimmt, aber ich habe mal gelesen, der größte Biomarkt ist Aldi deutschlandweit, weil es einfach sozusagen bequemer geworden ist und weil ein Bewusstsein dafür entstanden ist. Und ich habe die große Hoffnung, dass das geschehen kann, wenn wir der nächsten Generation das nicht verbieten, sondern gemeinsam Medienkompetenz trainieren. Wenn wir es verbieten, entsteht da natürlich gar nichts.
38:45 Gavin Karlmeier
Jetzt müssen wir aber auch mal sagen, also du hast ein Buch geschrieben Dieses Buch könnt ihr euch kaufen, wenn ihr möchtet. Siehst du, ich kann das gut mit der Werbung. Das Buch heißt Social Media verbieten, verboten, Ausrufezeichen, und ihr findet, und das ist toll, das haben wir nämlich möglich gemacht. Ihr findet einen Link in den Shownotes, mit dem ihr Rabatt kriegt.
39:06 Dirk von Gehlen
Für das Buch nicht, weil in Deutschland haben wir Buchpreisbindung, aber wir machen zu dem Buch einen Workshop-Abend. Weil dieses Buch eben diese These vom Medienmenü auf, also ich sage nicht nur ich verbiete das Social Media Verbot, sondern ich versuche auch eine. . eine konstruktive Lösung zu entwickeln, wie man gut mit Social Media umgehen lernen kann, egal welches Alter man hat. Und wer das mit mir gemeinsam an einem Abend virtuell probieren möchte, kann einen Kurs buchen. Und da gibt es mit einem Code 10% Rabatt. Und ich bin total froh, weil ich jetzt bin ich in Social Media angekommen. Ich habe einen Rabattcode in einem Podcast gesagt.
39:46 Gavin Karlmeier
Aber der Rabattcode ist leider nicht Haki20 oder so.
39:50 Dirk von Gehlen
Nee, doch, aber er ist doch so ähnlich. Ist eigentlich Haken 10 oder so? Haken nur! Okay, das heißt, wir müssen uns fürs nächste Mal uns noch einen neuen Rabattcode ausdenken.
40:00 Gavin Karlmeier
Exakt.
40:02 Dirk von Gehlen
Der Steiger kommt 100 oder so.
40:05 Gavin Karlmeier
Das müssen wir auch noch erklären, übrigens, wenn du nächste Mal da bist, zehnte Episode, singen wir zusammen das Steigerlied. Dieses Versprechen haben wir, das werden wir einlösen.
40:12 Dirk von Gehlen
Haben wir das schon gesagt? Ja, das haben wir, glaube ich, schon angedeutet. Wir müssen noch sagen, das hört man dann. Ich komme dafür, nämlich ins Ruhrgebiet, damit wir. keine Latenz haben im Gesang, sondern beide ins gleiche Mikro singen können. Weil wir eine gemeinsame Podiumsdiskussion im Ruhrgebiet haben. Darf man das hier auch sagen? Und da gibt es sogar den super Rabattcode Kostenfrei, first come, first surf, in einer Schule in Essen Werden.
40:42 Gavin Karlmeier
Genau.
40:43 Dirk von Gehlen
Für alle Nicht-Ruhrgebietsmenschen, Werden ist ein Stadtteil von Essen im Süden.
40:48 Gavin Karlmeier
Und was so einer.
40:49 Dirk von Gehlen
Da treffen wir uns.
40:49 Gavin Karlmeier
Und was so einer. Also für die, die das nicht kennen. Essen werden ist so ein bisschen wie Berlin, wie heißt das die da hier mit dem See und so?
40:58 Dirk von Gehlen
Ja, Gründen oder Grünwald in Grunewald in Berlin, Grünwald in München, wobei Grünwald ist, glaube ich, ein eigene Gemeinde gehört, glaube ich, nicht zu München, aber ja, es ist schon sehr nobel, man erwartet es nicht im Ruhrgebiet. Der Baldeneysee ist in München.
41:14 Gavin Karlmeier
Der ist in Bredeney.
41:16 Dirk von Gehlen
Oh, ja, ja.
41:18 Gavin Karlmeier
Oder in Heisingen. Nein, nein, ich glaube, es ist sogar Heisingen streng genau. Egal, wollen wir die Leute jetzt nicht mit geografischen, das werden wir dann, also wir packen auch einen Link zu dieser Veranstaltung in den Show-Not, 22. September, kostet keinen Eintritt und man kann uns beide besuchen. sozusagen. So, jetzt müssen wir aber noch ein bisschen, wir haben noch ein bisschen hier Stoffe. Ja, ja. Ist nicht schlimm. Auf jeden Fall mussten wir ja hier einmal unterbringen. Möchtest du weitermachen mit Google? Möchtest du weitermachen mit OpenAI oder wollen wir über andere Sachen sprechen?
41:50 Dirk von Gehlen
Oh, lass uns über andere Sachen zuerst sprechen. Das klingt ja. Nein, bitte, es ist dein Podcast, du sagst, worüber du sprechen willst.
41:59 Gavin Karlmeier
Dann lass uns kurz über X sprechen. Du hast es nicht anders gewollt. Nikita Bier, der war ja der Produktchef von X. Und der hat es ja verlassen. Und jetzt fragen sich Leute ja manchmal, was macht der denn dann jetzt? Das wurde denn jetzt aus Nikita Bier. Und das Spannende ist, das kann man ihn selber fragen, wenn man möchte. Und zwar kann man bei Nikita Bier eine Sitzung und man kriegt ein Beratungsgespräch per Teams Call für 15. 000 Dollar für 30 Minuten. Ist teurer als ein Abendessen mit Jens Spahn, es ist unglaublich. Also man muss Gründer eines Startups mit Risikokapitalfinanzierung sein, das ist die Voraussetzung. Und dann gibt es eine Beratung mit Nikita Bier, der dir dann erklärt, wie man es besser und richtig macht. Man muss dazu sagen, Nikita Bier war, bevor er bei X war. War er bereits Seriengründer? Also er hat mehrere Startups gegründet. Das heißt, er wird schon wissen, was man da erzählt. Aber es ist interessant, weil das im Rahmen einer Plattform stattfindet mit dem Namen Intro. die solche Videoberatungen vermitteln. Da kann man eben nicht nur mit Nikita Bier sprechen, man kann auch mit Alexis O'Hannion sprechen. Mitbegründer von Reddit, Andrew Chen, ein Partner bei Andreasen Horowitz. Also, du kannst dir durchaus Hochgeräte dir in deinen Zoom-Call holen. Es ist so ein bisschen wie diese Cameo-Video-Grüße, die man machen konnte. Nur interaktiv und sauteuer.
43:28 Dirk von Gehlen
Diese Geburtstagsgrüße habe ich jetzt nicht assoziiert. Ich habe irgendwie ein totales Mitleid mit Leuten, die das machen. Also die da jetzt das Geld zusammenkratzen für so einen 30-Minuten-Call. Irgendwie habe ich so ein Mitleidsgefühl gerade.
43:44 Gavin Karlmeier
Also, verstehst du, was ich meine?
43:46 Dirk von Gehlen
Das ist so. Die tun mir leid.
43:49 Gavin Karlmeier
Ja, irgendwie verstehe ich das. Auf der anderen Seite kann das natürlich auch schon eine Tür öffnen, weil wenn du ihn jetzt von deiner Idee begeisterst dann kann das natürlich dazu führen, dass er das vielleicht ganz toll findet und dir das Geld quasi in Form eines Investments zurückgibt oder so, weißt du?
44:06 Dirk von Gehlen
Ja, ich würde gerne. .
44:07 Gavin Karlmeier
Das ist zumindest das Versprechen. Ich glaube, das wird nicht passieren.
44:10 Dirk von Gehlen
Ja. Theoretisch, wenn das denn so wäre. . . Aber ich finde es irgendwie, also sagen wir mal so, ich habe das Geld nicht, aber selbst wenn ich es hätte, würde ich es glaube ich. Wüsste ich eine Menge Dinge, die man stattdessen machen kann. Die auf jeden Fall auch bessere Laune vermitteln. Also, ich finde daran alles so. Ich glaube, das Problem ist dieser Starstruck-Ding. Also Ich glaube einfach, also egal, ich bin in so einem komischen Emo-Loch. Lass uns was anderes machen. Ja, weil ich habe gerade so ein schlimmes. Ich habe so ein Fremdcharmgefühl, das man zum Beispiel hat, wenn man bei RTL 2 so Frauentausch oder so sieht und sich denkt: Boah, eigentlich tun mir die Leute voll leid, die da vorgeführt werden. Und dieses Gefühl habe ich, falls sich da jemand auf dieser Plattform Wenn 15. 000 Euro oder Dollar so ein Call bucht, irgendwie denke ich mir, boah, der arme Mensch, der tut mir irgendwie leid. Sorry, wenn ich so emotional werde.
45:16 Gavin Karlmeier
Nee, ich finde das süß. Ich kann das irgendwie verstehen. Danke. Genau Okay, dann kommen wir nach Europa, weil wir haben ein bisschen EU-Kram und das sind ja die Themen, da haben wir ja die ganz großen Emotionen. Aber die haben wir heute möglicherweise tatsächlich drin. Zum einen gilt Chat-GPT. Seit jetzt, ich glaube, zu meiner Kenntnis nach ist das unverzüglich, gilt ChatGPT im Rahmen der EU, das DSA, des Digital Services Act, als Als Very Large Online Search Engine, also als besonders große Suchmaschine und unterliegt damit den strengeren Regeln des DSA. Also wir wissen, es gibt den DSA und den DMA. Der Digital Services Act und der Digital Markets Act, es gibt auch noch den Digital Fairness Act, theoretisch, aber damit will ich euch nicht langweilen. Der Digital Markets Act ist dazu da, den Wettbewerb zu regulieren, dass die Unternehmen untereinander sich nicht in die Quere kommen und vor allem den Markteintritt. für neue nicht erschweren, da gibt es die Gatekeeper und dann gibt es den DSA, den Digital Services Act, oder wie die Tage schon einmal schreibt, das digitale Dienstegesetz. Und im DSA geht es darum, uns NutzerInnen vor den Plattformen zu schützen. Und das gilt erstmal für alle Plattformen. Es gibt aber eben welche, die dort einen Sonderstatus haben. Und das sind die sogenannten Very large online Platforms. Das sind die Plattformen, die mehr als 45 Millionen aktive NutzerInnen innerhalb der EU haben und deswegen besonderen Regeln unterliegen. Also dass zum Beispiel. Meta und TikTok und weitere, über die sprechen wir übrigens gleich auch noch, dass die ihre NutzerInnenzahlen öffentlich melden müssen, dass die melden müssen, wie ihre Moderationsaktivitäten aussehen. dass es ein paar Richtlinien hinsichtlich des Meldeverfahrens gibt und so weiter. Und es gibt eben auch die Kategorie Very Large Search Engine, das ist sozusagen der Flop für Suchmaschinen. Und in dieser Kategorie ist jetzt auch neuerdings Chat-GPT gelandet. Das haben sie angekündigt. Hat die EU-Kommission angekündigt, weil Sie sagen, Chat-GPT hat mehr als 160 Millionen monatliche aktive NutzerInnen in der EU. Und da stellt sich natürlich schon so ein bisschen die Frage, warum er es jetzt, warum ist es eine Search Engine, warum gibt es keine eigene Kategorie für Chatbots? Aber egal, es gibt jetzt erstmal strengere Regeln und damit liegt ChatGPT in derselben Schublade wie YouTube, Googles Suche oder Temu.
47:37 Dirk von Gehlen
Und wissen die Hackis, dass ich diese Meldung auch von dir parallel schon mal geschickt habe? bekommen habe und lesen kann, darf ich das sagen?
47:47 Gavin Karlmeier
Ja, ja, die wissen, dass es ein extrem umfangreiches Themenpapier gibt. Genau.
47:52 Dirk von Gehlen
Ja, aber auch, dass ich die kenne, sozusagen. Weil damit ist ChatGPT so groß wie Reddit, äh größer als Reddit und Roblox zusammen, gell? Weil das steht da. Reddit ist 160.
48:09 Gavin Karlmeier
Also ich kann ja zumindest sagen, dass Roblox und Reddit auch neuerdings als Very Large Online-Plattformen gelten. Also auch die rutschen jetzt neu in diesen Regelkatalog.
48:18 Dirk von Gehlen
Und da steht, dass Reddit 57,2 Millionen Nutzer in der EU hat und Roblox 46,6 Millionen EU-Bürger.
48:27 Gavin Karlmeier
Das heißt, mehr Leute nutzen im Monat aktiv ChatGPT als Reddit und Roblox zusammen.
48:32 Dirk von Gehlen
Zusammen, ja.
48:33 Gavin Karlmeier
Ja.
48:34 Dirk von Gehlen
Krass.
48:38 Gavin Karlmeier
Ich finde es schön, dass du sagst, hey, ich kenne das Papier ja, aber auch krass. Ja. Was wollte ich denn sagen? Dirk, du bringst dich heute raus. Du hast heute so eine Energie. Du hast schon wahrscheinlich den ganzen Tag Promo gemacht für dein Buch.
48:56 Dirk von Gehlen
Ja, ich halte die ganze Zeit mein Buch in irgendwelche Kamera. Nein, ich bin, dich hat rausgebracht, dass ich so. .
49:03 Gavin Karlmeier
hätte ja zwei Sozialcham für Nutzer. Aber egal. Auf jeden Fall ist es interessant, weil damit ChatGPT eben auch diese Meldeverfahren öffentlich machen muss. und stärkere Melderichtlinien braucht, also sich mehr Regeln unterwerfen muss. Sie müssen jetzt selber eine Risikoeinschätzung abgeben, um festzulegen oder um der EU die Möglichkeit zu geben, festzustellen, ob OpenAI genug tut. um Risiken zu minimieren und zu verhindern. Und es gelten jetzt hier auch die Trusted-Flagger-Mechanismen. Also es gibt solche ausgewählten Hinweisgeber. In Deutschland ist es zum Beispiel Bundesnetzagentur, aber es gibt auch andere, bei denen du sozusagen eine Meldung einreichen kannst, die dann innerhalb von 48 Stunden beantwortet werden muss. Also da sind jetzt schon ein paar Regeln, für die OpenAI möglicherweise die eine oder andere Stelle schaffen muss, würde ich mal sagen. Und gut ist es.
49:55 Dirk von Gehlen
Also interessant, ja.
49:56 Gavin Karlmeier
Also notwendig auf jeden Fall. Mich würde mal interessieren, warum, ob das. Also wir wissen ja, dass Claude eigentlich in seiner Größe eigentlich nah an OpenAI dran ist, wenn nicht sogar überholt hat. Sie machen zumindest mehr Geld ob die hier gar nicht beobachtet wurden. Oder was ist mit Gemini? Auch die tauchen hier auf dieser Liste gar nicht auf. Also das finde ich schon interessant, vor allem weil Gemini ja jetzt eigentlich direkt. . Oh, ich muss übrigens sagen. Habe ich das schon gesagt? Ich weiß nicht. Ich habe jetzt neuerdings auch die KI-Übersicht in der Google-Suche. Ich war der letzte Morikaner, der das nicht hatte. Und habe das hier im Podcast erzählt und zack, drei Tage später war es da. Und im Discord hat ein Haki die These aufgestellt, dass das jemand von Google gehört hat und sich eingesetzt hat. Wenn das so ist, ich bin nicht böse, gib mir nur einen Hinweis, lieber Google-Jana.
50:45 Dirk von Gehlen
Also, falls Needs Buckelbeck das hört und Ukulele spielen möchte, sich melden, falls es jemand von Google hört. Ich glaube Google. Gemini fällt aber eh darunter. Also ich hatte den Gedanken auch gerade, weil es ja Teil von, also wenn irgendwas eine Flosse ist, dann jawohl Google, oder? Also eine Very Large Online Search Engine. Also da ist Gemini jetzt einfach ein bisschen.
51:10 Gavin Karlmeier
Ja. Aber der eigene KI-Bereich von Google. Weiß ich nicht. Wenn wir nachhaken, hört ihr am Freitag hier bei Haken dran. Und dann möchte ich da aber noch kurz beim Thema EU bleiben. Und zwar, jetzt muss ich hier doch scrollen, na toll. Ich dachte, du redest mehr, tut mir leid.
51:27 Dirk von Gehlen
Ist nachhaken eigentlich eine feste Rubrik, den Haken dran?
51:30 Gavin Karlmeier
Ja, hier wird nachgehakt. Das ist das Housekeeping. Also ich habe zum Beispiel das Nachhak, ich habe gleich noch einen Nachhak für heute, damit du mal live dabei sein kannst, wenn nachgehakt wird. Ja, ja, danke. Also, was aber eben auf diese Very Large Online-Platforms zukommt. . Ist eben die Meldepflicht der NutzerInnen zahlen. Und das haben jetzt die Metaplattformen und TikTok auch getan. Und deswegen wissen wir, dass Instagram weiterhin schneller wächst als Facebook in der EU. Aber auch, dass Facebook stagniert. Also, dass bei Facebook im Moment nicht weiter gewachsen wird, sogar ein bisschen rückläufig ist im Moment. Das ist schon interessant, weil Facebook eigentlich zwar langsamer immer gewachsen ist, aber doch zumindest immer noch mit gewachsen ist. Und das ist jetzt eben nicht mehr so. Man geht davon aus, dass Instagram innerhalb des nächsten Jahres die 300 Millionen NutzerInnen in der EU überschreiten wird. Threads übrigens kommt auf 41 Millionen NutzerInnen in der EU. Das heißt, noch 4 Millionen und auch für die gelten diese Melderichtlinien und dann wird es noch einfacher, seine gesperrten Accounts. zurückzubekommen. Zinki Zinki, liebe Meta-Leute. Und was in diesem Bericht auch drin steht, ist ja, wie gesagt, deren Risikomanagement oder der Umgang mit Inhaltsmoderation. Die Zahlen gehen zurück. Also im März waren es noch 7700 ModeratorInnen, jetzt sind es nur noch 5900. Wir wissen aber auch, dass Meta stärker auf KI-gestützte Assistenz setzt, was diese Content-Moderation angeht. Aber Meta sagt auch, es gibt einen Anstieg der Meldungen zu terroristischen Inhalten auf Instagram um 38 Prozent im Vergleich zur zweiten Jahreshälfte. 2025 und ein Anstieg der Meldungen zu Inhalten, die sexuellen Missbrauch von Kindern darstellen. Bei Meta gibt es einen Rück, äh, bei Facebook, Entschuldigung. gibt es einen Rückgang der Meldungen, sowohl im Bereich Hassrede als auch im Bereich Spam, als auch im Bereich Mobbing, Belästigung und Material zur Ausbeutung von Kindern.
53:23 Dirk von Gehlen
Mir kommt es total bekannt vor. Ich habe das Gefühl, dass wir schon mal genau zu diesen Selbsteinschätzungen und so gesprochen haben.
53:31 Gavin Karlmeier
Oh, du lässt es nicht kommentieren. Okay, dann kann ich noch hinterher schieben, dass auch TikTok eine Meldung abgegeben hat. Bei TikTok, TikTok wächst auch weiterhin, in der EU auch nicht so mega doll überraschend, aber in der EU sind es 189 Millionen NutzerInnen. In Großbritannien übrigens sind es 30 Millionen NutzerInnen, in den USA sind es 200 Millionen NutzerInnen. Also gar nicht so ein viel größerer Markt. Ich erinnere daran, dass Wolfram Weimar den TikTok-Deal auch in der EU durchführen wollte. Langsam wird es. vielleicht teuer. Und auch hier geht die Anzahl der ModeratorInnen zurück. Hier haben wir als Vergleichszeitraum allerdings 2000. 24? Stimmt das überhaupt, was ich sage?
54:11 Dirk von Gehlen
Ja.
54:12 Gavin Karlmeier
Ja
54:14 Dirk von Gehlen
Das Moderationsteam seit 2024 deutlich verkleinert.
54:17 Gavin Karlmeier
Ja, 2024 waren es noch 6. 354 ModeratorInnen. Jetzt sind es noch 3. 700, also ein bisschen mehr als die Hälfte. Ich habe nicht so ein großes Vertrauen in KI-Moderation, als dass ich das für eine gute Nachricht halten würde. Ist mein Bauchgefühl.
54:35 Dirk von Gehlen
Das ist das eine. Ich finde das zweite noch interessant. Seit in der ersten Jahreshälfte 2026 ist TikTok um 9 Millionen EU-Nutzer gewachsen in dieser Meldung. Ist das zweimal Österreich von der Größe her? Nein.
54:50 Gavin Karlmeier
Du hast ein Buch geschrieben, ich weiß sowas nicht.
54:54 Dirk von Gehlen
Aber nicht über Österreich.
54:55 Gavin Karlmeier
Neun Millionen ist Österreich, also einmal Österreich.
54:57 Dirk von Gehlen
Einmal Österreich, okay. Das hast du jetzt einfach durch Nachdenken rausgefunden, krass.
55:02 Gavin Karlmeier
Ja, ich habe kurz überlegt.
55:08 Dirk von Gehlen
Das ist ein Satz, den niemand mehr der nächsten Generation glaubt. Nur so, man guckt so nach unten und sagt, ich habe kurz überlegt. Das gefällt mir, das ist super.
55:19 Gavin Karlmeier
TikTok sagt aber, und ich habe da gesagt, ich habe kein großes Vertrauen in die KI-Moderation, 94% der Löschungen erfolgten automatisiert und ohne menschliche Überprüfung. 104 Millionen Uploads insgesamt, die entfernt wurden. Okay, da hast du keine weiteren Emotionen.
55:38 Dirk von Gehlen
Ich ja.
55:40 Gavin Karlmeier
Übrigens, weil ich gerade über den KI-Modus gesprochen habe, ist jetzt die spannende Frage, hast du denn schon? Ich nutze es nicht, ich kann es nicht einschätzen. Mich würde es aber interessieren, weil OpenAI hatte ja angekündigt, dass ChatGPT Werbung in Europa einführt. Hast du das schon gesehen?
55:54 Dirk von Gehlen
Nein, ich habe noch keine Werbung in Chat-GPT gesehen. Könnt ihr das mal bitte kommentieren?
55:59 Gavin Karlmeier
Liebe Hakis.
56:00 Dirk von Gehlen
Also mein Verhalten Nein, wenn ihr Werbung seht, dann bitte genau wie das graue Herz kommentieren, oder?
56:10 Gavin Karlmeier
Ja, würde ich so sagen. Und dann habe ich einen kleinen Nachhak und zwar geht es um den Teleprompter Operator von Donald Trump. Wir haben über ihn berichtet, dass er. Geile Geschichte auch, dass er mit Prediction Markets Geld verdient hat, weil er ja Trumps reden kannte, bevor sie gehalten wurden. Und dass das rausgekommen ist und der wird jetzt wohl nicht ins Gefängnis kommen, sondern muss eine Strafe von 172. 000 Dollar zahlen, um sich quasi da rauszubringen. Das ist doch. Krass.
56:42 Dirk von Gehlen
Ja. Diese Prediction Market Nummer und Trump ist nochmal, wäre ja ein eigenes. Also, wenn Trump nicht so viel Anmist machen würde, wäre allein das ja mal ein super interessantes. wie man mit Wissen und Wissensvorsprung Geld machen kann.
56:56 Gavin Karlmeier
Das wäre ja ein eigenes Podcast sozusagen.
56:59 Dirk von Gehlen
Eigener Podcast, das stimmt.
57:01 Gavin Karlmeier
Prediction drin, das Trump-Update. Ja. Aber apropos Trump und Google und um das alles zusammenzuführen, Trump hat ja bekanntermaßen den Lake Ontario umbenannt. Während er es bei Apple Maps Stand jetzt in den USA immer noch Lake Ontario heißt Heißt der in den USA bei Google Maps jetzt schon Lake America? Also, Google hat sozusagen für Google Maps direkt diese Anweisung übernommen und ich habe da so ein bisschen Also die Leute sind natürlich wahnsinnig wütend und das kann man verstehen. Aber gleichzeitig denke ich mir: Naja, gut, wenn das halt jetzt der staatliche Titel ist, das kann man scheiße finden und man kann das laut kritisieren, aber wenn du eine akkurate Karte darstellen willst, Willst du da ein politisches Exempel statuieren oder bildest du halt eine Karte? Aber ich hab da so ein bisschen, ich bin da so ein bisschen hin und her gerissen, weißt du?
57:51 Dirk von Gehlen
Was ich noch fragen wollte, weißt du, wie es in Kanada ist? Wie nennt Apple Star? Da heißt es auch immer, wie die Kanadias nennen.
57:57 Gavin Karlmeier
Da heißt es auch immer noch Legendario, ja.
58:00 Dirk von Gehlen
Ja. Naja, man möchte ja schon, dass das so ist, wie es halt auch korrekt in dem Land angegeben ist. Also das Problem ist ja nicht, was Google abbildet, sondern das, was die Regierung in Amerika macht. Nämlich, Achtung, ich nehme beide Hände voll Sand und werfe sie euch in die Augen und alle reden über, wie ein See heißt und keiner redet mehr darüber Dass der Irankrieg unfassbares menschliches Leid gebracht hat und halt überhaupt nichts von dem funktioniert hat, was angesagt wurde. Damit kann man halt sehr schön Nebelkerzen zünden. Und dann diskutiert man halt darüber, wie Google das abbildet. Ich bin da aber eher bei dir. Ich wünsche mir nicht, dass Google die politisch opportune Beschreibung eines Straßennamens wählt, sondern. . der, der halt da auch dann ist, ne? Und wenn das halt so ist, dann finde ich, sollten die das schon so tun.
58:51 Gavin Karlmeier
Ja, aber auf der anderen Seite könnte Google hier ja auch mal ein bisschen cool sein, wie Apple, und einfach sagen, ja, wir haben es halt noch nicht umgesetzt.
59:00 Dirk von Gehlen
Die Frage ist, wann man das umsetzt. Also ist das in staatlichen Dingen auch schon Ist das in Schulbüchern und solche Sachen? Man könnte das tatsächlich rauszögern, aber das, wenn es so ist, mich interessiert mich nicht die politische Meinung des Kartenchefs von. . Google Maps, sondern da möchte ich ja schon, dass ich dann auch diesen Ort finde, oder?
59:24 Gavin Karlmeier
Ja, die Frage ist, ob man diese politische Entscheidung des Präsidenten akzeptiert oder nicht. Und da ist nämlich genau dieses Dilemma.
59:31 Dirk von Gehlen
Genau. Aber das dazu muss ich gestehen, dass ich in dieser in dieser Nebelkerzendiskussion nicht tief genug drin will. Ist es denn schon die also hat Trump das jetzt Per Order angekündigt oder ist es tatsächlich irgendwie okay. Das heißt, es ist noch nicht final, es kann noch auch sich wieder ändern.
59:47 Gavin Karlmeier
Theoretisch kann es immer verändert werden. Ja, wie mit dem Golf of der Golf von Mexiko, der jetzt Golf of America heißt in den USA. Es ist ein bisschen ein Dilemma, ehrlicherweise, weil klar verstehe ich, was du sagst. Auf der anderen Seite muss man so eine Willkür dann einfach so mitmachen. Ich bin da so ein bisschen, es sind die Bakel.
01:00:15 Dirk von Gehlen
Aber gleichzeitig will man das ja trotzdem abbilden, oder? Also nehmen wir mal ein, jetzt ist, ich glaube Nordkorea nicht, gibt es keine Google Maps auf Zeichen. Schlechtes Beispiel. Ja, aber weißt du, es ist ja nicht, wenn sich ein Land dazu entscheidet.
01:00:38 Gavin Karlmeier
Ja, siehst du, es ist gar nicht so einfach.
01:00:43 Dirk von Gehlen
Ja, ja, ja. Du hast nicht an einem Punkt, wo. .
01:00:52 Gavin Karlmeier
Dann machen wir jetzt eine Abbiegung in einen Bereich, in dem es einfache Lösungen gibt. Ja. Oh, Funktionen und Emotionen. Und ich fange mal unten in meiner Liste an, weil sich da wirklich, habe ich letztes Mal schon gesagt, ein bisschen was ansammelt. Bei X, wir fangen mit X an, weil das die Plattform ist, bei der du gerade schon so dolle Emotionen hattest. Bei X werden Retweets jetzt nicht mehr auf dem Profil des Menschen gezeigt, sondern in einem separaten Tab, so wie es bei Threads der Fall ist.
01:01:24 Dirk von Gehlen
Ja. Okay, das reicht mir als Emotion für Ex.
01:01:28 Gavin Karlmeier
Dann bei Instagram gibt es jetzt offenbar eine neue Werbeform. Es hat Loyaldo in den Hakenland-Discord auf www. hakenland. org geschrieben, fairerweise schon vor sechs Wochen. Also vielleicht haben das alle schon gesehen, aber wie gesagt, es hat sich ein bisschen was angesammelt. Und zwar kannst du jetzt einen Livestream, der läuft, bewerben, so dass er für NutzerInnen in den Storys angezeigt wird und er startet, wenn du nach links swipest. Also wenn du quasi weiter wischen möchtest, nee, wenn du weiter klicken willst, auf der rechten Seite, landest du im Livestream. So ein bisschen wie bei TikTok mit den Livestreams.
01:02:00 Dirk von Gehlen
Ja, ja. Ich will zu der ersten Emotion noch sagen, ich bin tatsächlich totaler Social Media Fan und ich vermeide nur Ex, wo es geht, deswegen hatte ich dazu keine Emotionen.
01:02:11 Gavin Karlmeier
Das ist okay.
01:02:13 Dirk von Gehlen
Dieses Reintricksen von Usern, die eigentlich was anderes wollen und durch eine kontraintuitive Bewegung dann doch da sind, lehne ich ab. Kann ich das hier mal so deutlich sagen?
01:02:28 Gavin Karlmeier
Dann gibt es jetzt Usernotes bei Spotify. Du kannst also einen Song jetzt mit einer Notiz markieren und dann steht unter dem Song gilt auch für geteilte Playlisten. Übrigens, also angenommen, wir beide haben eine Playlist. zusammen, dann kann ich da eine Note runterschreiben und drunter schreiben, hier das ist ein Song, bei dem muss ich immer an dich denken und dann siehst du das in der Playlist auch.
01:02:48 Dirk von Gehlen
Welcher Song wäre das?
01:02:51 Gavin Karlmeier
Mülheim-Ruhe von den Lokalmatadoren.
01:02:54 Dirk von Gehlen
Oh, ja, ja, oder? Von Sonderschule, auf eine große bekannte Mühelammer Band.
01:03:00 Gavin Karlmeier
Oder es gibt Reisbaby von Helge Schneider.
01:03:04 Dirk von Gehlen
Ja, interessant. Da habe ich eine andere Emotion als gelegentlicher Läufer. Habt ihr hier über Spotify Running und so schon geredet? Also wie du mit ihr quasi Trainings Du kannst dir Musik zu Trainingsläufen zusammenstellen lassen. Also der Herzschlag und der Beat in den Songs wird dann. . Soll sozusagen korrespondieren und du kannst dann so Intervalltrainings und so damit machen und das ist echt ein interessanter Next Level. Also
01:03:35 Gavin Karlmeier
Ist Spotify ein Unternehmen, dem man seine Gesundheitsdaten zur Verfügung stellen möchte, frage ich mich.
01:03:39 Dirk von Gehlen
Ja, du stellst ihnen nicht die Gesundheitsdaten zur Verfügung, sondern du sagst eigentlich, ich möchte diese Intervalle laufen, bitte mach mir dazu eine Playlist. Und dann spielt dir dein Spotify Running Dings halt aus, dass du vier Minuten einen langsameren bieten und dann einen schnelleren hast und so. Ob man die Daten, die damit generiert werden, so teilen möchte, anderes Thema, wobei du kannst es dir auch einfach anhören, weil Spotify ja nicht misst, ob du wirklich dabei gelaufen bist, sondern du planst es nur damit. Das fand ich nur interessant. Ich überlege gerade, ob ich außer bei den genannten Songs das verwenden will, in einer geteilten Playlist jemanden das zu flaggen. Irgendwie finde ich es aber in interessanten. Also dafür, dass Spotify mal begonnen hat mit einem Social Graph ganz am Anfang, finde ich, ist das ein interessantes Phänomen. Da muss ich nochmal drüber nachdenken. Das führt mich Zu einer nachdenklichen Emotion.
01:04:36 Gavin Karlmeier
Das ist okay. Apropos Dart mit Spotify teilen, es gibt jetzt Spotify Kit. Kennst du schon Kit? Kit ist ein Produktionsassistent, sagen sie selber. Es gibt dafür das Tool Spotify Studio, das du auf deinem Rechner installierst. Und dann bekommt es Zugriff zu deinem Kalender, deinem Posteingang, deinen Lesezeichen, alles, was du möchtest. Das wandeln Sie dann in Audio um und sagen, dein morgendliches Briefing ist schon damit vor deinem Kaffee fertig.
01:05:02 Dirk von Gehlen
Ja. Hieß das Auto von Michael Knight? Aber ist es deswegen so genannt? Also kurz pop historisch einzugehen. Okay.
01:05:14 Gavin Karlmeier
Das kann ich dir leider nicht sehen. Wir haken das nach. Und dann habe ich noch eine letzte Funktion. Das ist eine App, die hatten wir hier noch gar nicht. Und zwar Doctorlib. Kennst du Dr. Lib?
01:05:29 Dirk von Gehlen
Ja klar, das ist diese Social Media Funktion für Leute, die keine Arzttermine kriegen, weil sie nämlich ständig sagt, der Bundeskanzler krank ist. Wir brauchen Dr. Lib in Deutschland gar nicht mehr, wenn sich alle an Friedrich Merz halten würden. Ist es wirklich nötig? Wir müssen Friedrich Merz Wut auf Dr. Lib rechten. Das braucht man nicht.
01:05:46 Gavin Karlmeier
Du, wir können einfach die bürgerliche Wut auf Dr. Lib rechten, und zwar wegen dieser Funktion. Helfen Sie uns, Dr. Libs KI-basierte Dienste für Sprechstunden zu verbessern. Wir möchten Audioaufzeichnungen der Arzt-PatientInnen-Gespräche verwenden, die erstellt werden, wenn Ihre Ärztin, Ihr Arzt. . den KI-Sprechstundenassistent bei ihrer Behandlung einsetzt. Diese Aufnahmen enthalten Stimmen und Gesundheitsdaten und werden verarbeitet, ohne dass sie direkt identifizierbar sind. werden für Forschungszwecke verwendet. Heißt also, Dr. Lib trainiert jetzt eine eigene KI, damit die Ärzte, zu denen sie die Termine vermitteln, irgendwann gar nicht mehr nötig sind.
01:06:19 Dirk von Gehlen
Ja, oder was auch immer. Also, ob die Ärzte ersetzen, das weiß ich gar nicht. Aber sie, also die Kunden von Dr. Lib sind halt die Ärzte erstmal. Also die zahlen ja sozusagen. Und Du gibst ihnen eine vermeintliche Erleichterung. Also das, was ich weiß, ist, dass dieses Arztbriefe schreiben und so weiter alles total anstrengend ist. Wenn du es mit einer KI machen lässt, dann Sparst du damit vielleicht Zeit? Wofür das nachher genutzt wird, ist halt die nächste Frage, aber wir sprachen gerade darüber, ob wir Gesundheitsdaten mit Spotify teilen wollen. Mit Dr. Lib ist natürlich auch eine spannende Frage.
01:06:53 Gavin Karlmeier
Ja, also ich weiß das nicht so ganz genau. Was ich aber weiß, ist direkt, dass du in zwei Wochen schon wieder. . bei Haken dann bist und wir dann in einem Raum sitzen. Leute, wenn ihr Lust habt, kommt zu unserer kleinen Podiumsdiskussion vorbei. Wir beide sind jetzt, wie ihr vielleicht heute schon gemerkt habt, jetzt. . nicht so ganz verfeindet, was dieses Thema angeht, aber es wird glaube ich trotzdem ein spaßiger, launiger Abend. Außerdem freue ich mich, mal ein paar Hackis hier nach Essen einzuladen. Also in meiner Heimatstadt.
01:07:17 Dirk von Gehlen
Ich freue mich auch. Und ich verspreche, es gibt den ganzen Abend Licht, weil bei mir ist es hier zu dunkel geworden. Ich weiß gar nicht, kann man mich überhaupt noch erkennen.
01:07:23 Gavin Karlmeier
Klar und deutlich.
01:07:25 Dirk von Gehlen
Okay.
01:07:26 Gavin Karlmeier
So, das war ein wilder Ritt durch viele Themen, Dirk.
01:07:28 Dirk von Gehlen
Danke, dass du da warst. Mega, Alter Krass, ich dachte wir hätten noch viel mehr, ich bin da so, ich dachte jetzt, ich habe mich so vorbereitet und so.
01:07:34 Gavin Karlmeier
Ah, okay, aber gut, dann haben wir noch
01:07:37 Dirk von Gehlen
Ja, ja, ja, ja. Es muss ja noch was für den nächsten Gast übrig sein.
01:07:41 Gavin Karlmeier
Exakt, Elisabeth Laurent steht am Alltag da. Wenn ich richtig. Ja, Elisabeth Lorange ist am Freitag da. Mit der werden wir dann gemeinsam hier alles andere noch so wegräumen, was noch so ansteht. Ich wünsche euch eine tolle Restwoche, passt auf euch auf und bis bald. Danke, Dirk. Tschüss. Vielen Dank. Danke. Ciao, ciao.