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Folge 633 · 28. September 2026 · 1:08 Std.

Es gilt das gebrochene Wort

mit Daniel Spliethoff

Ein Labubu stellt gerade das Internet auf den Kopf – denn Muse ist in aller Munde. Aber WIESO?? Außerdem krallt sich Trump die “AI” und tauft sie um – und Peter Thiel kriegt einen Preis. Dann müssen wir über die Viewflation und YouTubes Verständnis von Werken sprechen – und vor allem über den Gedankenstrich. Es ist die Rehabilitation des Gedankenstriches!

➡️ Daniels Film über Peter Thiel: https://www.youtube.com/watch?v=VYJ0jAL8c2o

Kapitelmarken

KI-unterstützt

  1. Hallo Daniel!
  2. YouTube bringt A/B-Testing für Videos
  3. Viewflation: Mehr Aufrufe, gleiches Publikum
  4. Peter Thiel verstehen: Daniels Recherche
  5. Axel Springer Award für Peter Thiel
  6. Meta Connect: Muse AI und der KI-Anhänger Muse Charm
  7. Muse telefoniert, aber im Callcenter sitzen Menschen
  8. Superintelligence statt AI: Trump benennt KI um
  9. Rotes Telefon für KI zwischen Washington und Peking
  10. Doomer-PR und die Trainingspause bei OpenAI
  11. US-Regierung als Streithelferin für X gegen die DSA-Strafe
  12. Werbeverbot für den Musk-Film
  13. NPR-Podcast Wildcard: Spotify-Kommentare als Gruppenchat
  14. Nachhak
  15. Opus 5.5 ohne Gedankenstriche
  16. Palantir in Deutschland: Daniels Film

Transkript

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00:00 Gavin Karlmeier

Hallo Daniel. Hi Gevin. Bei mir ist Daniel Splithoff. Das erste Mal freue ich mich sehr. Ich werde im Laufe der Folge vielleicht mal erklären, warum das so besonders ist, dass du hier bist. Aber du bist in erster Linie Journalist bei RTL? Sagt man da dann auch RTL slash NTV oder sagt man nur RTL?

00:16 Daniel Spliethoff

Das sagt man. Es ist immer auch die Frage, wen man gerade anfragt und wo es vielleicht besser ist, RTL oder NTV zu sagen. Aber das sagen wir tatsächlich immer zusammen, weil beides gehört zusammen und beides wird auch immer zusammen gedacht. Umso mehr in Zeiten, wo man auch auf Aufpassen muss, dass die Synergien sitzen und dass man eine keine große Verschwendung macht in Zeiten abnehmender Zuschauerzeit und so.

00:35 Gavin Karlmeier

Man braucht die Brand muss dann immer mittragen. Ist mir nämlich aufgefallen, weil Nikolaus Blome war gestern im Presseclub und da stand die ganze Zeit drunter RTL slash NTV

00:43 Daniel Spliethoff

Ja, der ist überall, der saß neulich sogar am Doppelbass von Sport 1 und hat über Fußball erzählt. Also er ist omnipräsent.

00:49 Gavin Karlmeier

Ja, er war noch nicht hier, aber ich sag mal, Familienangehörige von ihm waren schon mal hier. Das war auch schön. Sag mir was. Wir haben eine tolle Woche vor uns, glaube ich. Ich habe mir angewöhnt, immer die Kalenderwoche dazu zu sagen. Wir haben Kalenderwoche 40 vor uns. Und die kann für die Leute, die heute vielleicht frei haben oder heute Abend noch nicht wissen, was sie sich angucken. Die können sich einen Film von mir angucken, ne?

01:11 Daniel Spliethoff

Das können sie gerne tun. Also ich habe vor kurzem recherchiert zu Petatiel und Palantir und. einen Film auf der YouTube-Seite von RTL Aktuell zusammengestellt, den kann man sich gerne mal angucken und sagen, was man so darüber denkt. Das ist ja eine, der glaube ich. Meistdiskutierten Personen vielleicht weltweit aktuell?

01:30 Gavin Karlmeier

Ich glaube, man sagt heute umstritten. Kontrovers. Das impliziert immer, dass er Fans hat. Und da bin ich mir bei Peter Thiel mittlerweile gar nicht mehr so doll sicher, weil ich das Gefühl habe, er hat irgendwie alle prellt. Wir reden gleich noch ein bisschen über Peter Thiel. Aber ich wollte dich dazu bringen, dass du auf YouTube verweist, weil ich möchte mit dir heute. . Vor allem zuerst über YouTube sprechen. Und für dich als jemand, der Filme macht und vom Fernsehen kommt und so, ist das eine Geschichte, wo ich die ganze Zeit schon darauf gebrannt habe, mit dir darüber zu sprechen. Und zwar Hat YouTube in der letzten Woche ihr großes Event gehabt, wo sie neue Features vorstellen und so? Und haben vor allem, also sie haben sechs Funktionen vorgestellt, die meisten sind nicht so interessant, dynamische Vorschaubilder und so. Also kannst du jetzt wie bei Netflix 10 verschiedene Teaser-Bilder da reinpacken und dann je nach Zielgruppe wird es unterschiedlichen Leuten ausgespielt. Alles nicht so schlimm. Interessant ist, dass sie AB-Testing für Videos einführen. Das heißt, du kannst jetzt deinen Film nochmal komplett umschneiden und dann kannst du das drei, vier, fünf Tage laufen lassen oder ich weiß gar nicht wie lang. Und dann siehst du, welche der beiden Versionen eine höhere Retention, also eine höhere Wiedergabezeit erreicht hat. Was ist dein Gefühl, als jemand, der Filme macht?

02:38 Daniel Spliethoff

Ich bin da ganz zwiegespann, weil auf der einen Seite mache ich mach Privatfernsehen. Das heißt also, wir sind natürlich davon abhängig, dass wir geguckt werden. Das finanziert uns am Ende und wir müssen natürlich schauen, dass wir auch Inhalte erstellen, die sich Leute gerne angucken. Ich habe bei dieser Sache aber irgendwie Ein schlechtes Gefühl, weil es so ein bisschen in die Richtung geht, gibt den Leuten halt einfach die Inhalte, die sie wollen. Und das finde ich nicht so ganz gut. Ich habe so ein bisschen gedacht an diese Szene aus The Interview, diesem Film damals, James Franco, der aus guten Gründen gecancelt ist, mittlerweile in weiten Bereichen, aber der sagte darin diesen satirischen Satz: die erste Regel des Journalismus lautet, gebt den Leuten, was sie wollen. Und das finde ich für journalistische Filme, also wenn sowas von Satire zur Realität wird, habe ich da durchaus ein komisches Gefühl bei.

03:28 Gavin Karlmeier

Ich würde aber noch nachschieben, es gibt noch eine zweite Regel, als jemand, der viel mit Zielgruppenanalysen und Datenanalyse gearbeitet hat. Vielleicht ist das die erste Regel, aber die zweite Regel ist, die Leute wissen aber nicht, was sie wollen.

03:40 Daniel Spliethoff

Auch das ist wahr. Auch da ist ja auch immer der Algorithmus jemand, der auch durchaus

03:45 Gavin Karlmeier

täuschen kann. Voll, und das wird halt dadurch jetzt noch schlimmer, weil du, also das macht so viele Fragen auf. Die erste Frage ist ja, wenn diese hochbeschworene Authentizität, die es ja nicht gibt, aber es gibt halt Nahbarkeit oder den Versuch, sich dem anzunähern, ähm Wenn du das aufrechterhalten möchtest, dann kannst du nicht mehr nur für die Zielgruppe optimieren. Gleichzeitig optimieren alle eh schon für die Umgebung und für den Algorithmus und für Reichweite und Sichtbarkeit und bla bla. Das heißt, du baust dir gleichzeitig noch eine Schere in den Kopf, weil du überlegst, wie kann ich denn jetzt hier noch mehr die Leute erreichen? Und das ist für den Inhalt, glaube ich, nie eine gute Mechanik. Punkt zwei. Das führt dazu, dass die Segmentierung von Publikum noch ärger wird, als sie eigentlich gerade schon ist. Also, wir haben jetzt schon das Problem, dass du eine andere TikTok-Timeline hast als ich, als jemand anders und so weiter. Das heißt, wir haben gar nicht mehr eine gemeinsame Öffentlichkeit und wissen vielleicht gar nicht mehr, worüber wir gerade so sprechen, weil wir haben nicht denselben Talk of the Town. Vielleicht ganz viele andere, die dieselbe Timeline haben, aber eben nicht mehr alle. Und jetzt sehen wir sogar noch, dasselbe Video denken wir, haben aber unterschiedliche Videos gesehen. Wir kommentieren diese Videos In der Annahme, dass die anderen Leute, die meinen Kommentar lesen, dasselbe Video gesehen haben. Und das stimmt dann ja auch nicht mehr. Das heißt, selbst die Kommentarspalte unter einem Video bezieht sich auf zwei unterschiedliche Videos und das ist irgendwie für niemanden gut.

05:06 Daniel Spliethoff

Ja, wir merken ja jetzt schon, dass wir häufig nicht mehr über dasselbe reden, wenn wir diskutieren, auch wenn wir streiten, was ich ja auch gut und wichtig finde, dass wir auch wieder vielleicht besser lernen zu streiten. Und wenn wir dann. . . Sowieso schon in einer anderen Welt leben und sich das dann darüber nochmal verstärkt, finde ich, ist ein Stück weit Wahnsinn, aber ich meine, Demokratieförderung steht hier vielleicht nicht ganz oben auf den Zetteln der der Tech-Bros, die dafür verantwortlich sind.

05:31 Gavin Karlmeier

Das kann man wohl befürchten. Also ich bin sehr gespannt, wie das angenommen wird, ob Leute das nutzen und vor allem, wie das auch gehackt wird. Weil da können ja auch zwei relativ diametral unterschiedliche Videos mit unterschiedlichen Aussagen hochgeladen werden. Und das wissen wir seit Cambridge Analytica und das wissen wir seit Wahlkämpfen. Das ist immer eine ganz schlechte Idee. Und wir wissen, die Leute machen alles mit solchen Features, um den Algorithmus zu gamen. Und auch das ist nicht besonders gut. Also ich finde, YouTube hat sich damit keinen großen Gefallen getan, aber who am I?

06:01 Daniel Spliethoff

Auch in Zeiten, in denen man ja mit künstlicher Intelligenz auch fortschreitend leichter Videos auch leicht verändern kann, in verschiedenen Varianten dann produzieren kann, abändern kann und das Das ist ja vielleicht ein zusätzlicher Sargnagel.

06:16 Gavin Karlmeier

Das stimmt. Auf der anderen Seite könnte dein Arbeitgeber dann das Strafgericht direkt in drei Versionen bei Aids Internet hochladen. Ich schweige dazu mal. Da werden wir am Mittwoch noch drüber sprechen. Das haben wir heute nicht reingekriegt, aber auch da gibt es Entwicklungen. Ich würde kurz bei YouTube bleiben. Und zwar möchte ich mit dir über die sogenannte Viewflation sprechen. Das ist ein Begriff. Den hat der Creator Marcus Brown Lee geprägt, der mir sehr gut gefällt. Wir haben hier darüber gesprochen, dass bei YouTube die Aufrufzahlen sich verändern. Also, dass jetzt ab dem ersten angezeigten Frame bei YouTube einen Aufruf als Aufruf zählt. Was dazu führt, dass alle Videos viel mehr dargestellte Aufrufe haben. Das sind nicht die tatsächlichen Aufrufe, aber der Wert, der darunter steht, ist viel, viel höher. Und dieser Creator, der hat nämlich in seinem Podcast darüber gesprochen und er sagt, dass er innerhalb eines Monats 10 Millionen mehr Aufrufe erzielt hat, also vermeintliche Aufrufe, nur durch diese Veränderung. Und ihm ist vollkommen klar, weil er ist Tech-YouTuber und setzt sich mit diesen Themen auseinander, dass er sagt, dass es Bullshit ist natürlich. Aber er sagt auch, dass er andere Creator kennt, die sich bedanken für den erfolgreichsten Monat aller Zeiten, obwohl eigentlich ja nicht mehr Leute eingeschaltet haben, sondern die Art zu zählen sich verändert hat.

07:25 Daniel Spliethoff

Boah, also was sagt uns das am Ende auch über Monetarisierung von solchen Geschichten? Also das ist ja auch eine ganz große Frage. Wie finanziert man in Zukunft? Also in meinem Bereich jetzt beispielsweise. Bewegtbildjournalismus. Und wenn solche Zahlen dann einfach nicht mehr wahnsinnig belastbar sind, was macht das mit Werbepartnern und so weiter? Also das ist, finde ich, eine Riesenfrage und natürlich auch Richten viele Leute auch quasi holen sich ihre Kredibilität im Netz ja auch über solche Aufrufzahlen und das Ich weiß nicht.

07:57 Gavin Karlmeier

Naja, und vor allem so Werbepartner, die dann halt so native schalten, also so Werbungen, die du jetzt dann in einem Mutti-Video vorliest. Hey, schön, dass ihr dabei seid und hier ist mein Nahrungsergänzungsmittelmäßig. Die sind sehr häufig natürlich auch in Kontakt mit Unternehmen, die sich vielleicht nicht so gut auskennen, die man damit gut hinters Licht führen kann. Also ich kann hier schon mal erzählen, wir laden diesen Podcast ja auch bei YouTube hoch. Und das ist jetzt nicht der klassische YouTube-Content. Das geht eine Stunde. Das ist einfach nur zwei Leute, die reden. Das ist jetzt nicht so der übliche, also mal abgesehen von Ben Ungescriptet gibt es in Deutschland nicht so viele. Die damit große Reichweiten, glaube ich, aufbauen, weil das eigentlich primär ja ein Audio-Format war. Aber seit dieser Viewflation haben wir ungefähr die dreifache Aufrufzahl. Also die Videos, die ich hier hochlade, die sind. von ungefähr im Schnitt 300, 400 aufrufen auf über 1000 gesprungen. Und ich freue mich natürlich, dass die Zahl schöner aussieht, aber ich muss mich schon auch selber immer wieder daran erinnern, dass die gar nichts bedeuten.

08:50 Daniel Spliethoff

Ja, was mal wieder zeigen. Was ist Realität und was ist Zahl, die irgendwo im Netz auftaucht? Also das trägt da zusätzlich auch noch zu so einer. fehlenden Vertrauen auch, das zahlt auf so ein fehlendes Vertrauen ein, finde ich, in so Zahlen, die man da so dargeboten bekommt. Nicht gut.

09:09 Gavin Karlmeier

Ja.

09:09 Daniel Spliethoff

Nicht gut. Also ich glaube, es ist ja wirklich jemand, der so ein schlechtes Gefühl bei vielen. Ich weiß nicht, wie viele diesen Podcast sich angehört haben. Ich glaube, vom Deutschlandfunk kam der. damals, der, glaube ich, ganz viele Leute mich auch mit einem ganz, ganz schlechten Gefühl zurückgelassen hat damals. Und unser Ansatz bei RTL NTV. ist ja auch einfach nochmal, dass wir die Leute vielleicht nochmal woanders abholen als andere. Das vielleicht tun wir, starten mehr oder weniger bei Null und erklären erstmal, was ist das für ein Mensch, wo kommt der her, was hat der vor. Und das haben wir diesen Film versucht, den wir da gemacht haben. Und trotzdem bleibt am Ende so ein ungutes Gefühl. Ich habe mich unterhalten mit Ich würde sagen, so eine Art Universalgelehrten in Österreich, Wolfgang Pallaver, der vielleicht dem einen oder anderen was sagt.

09:58 Gavin Karlmeier

No name jokes an der Stelle.

10:01 Daniel Spliethoff

Ein fantastischer Name , einen tollen Nachmittag in Österreich gehabt, bei ihm und mit ihm gesprochen und der am Ende eigentlich sagte Es wäre eigentlich ganz gut, diesen Mann auch aus diesem Ungefähren und dem Grauen rauszuholen und mit dem ins Gespräch zu kommen, weil er vielleicht viel bessere Dinge für diese Welt tun kann, außer Autokraten unterstützen und Palantir gründen.

10:22 Gavin Karlmeier

Ja, das ist eine sehr wohlwollende Leserart, würde ich hier mal so behaupten, weil Peter Thiers. . Die beiden kennen sich gut. Ah ja. Achso, verstehe. Er ist ja durchaus jemand, der mit Zitaten von sich reden machte, die eher darauf abzielten, dass eigentlich die Demokratie das größte Problem der Menschheit ist, dass freier Zugang zu allem ein großes Problem der Menschheit ist. Den wir auch deswegen kennen, weil der überall auf der Welt seine Bunker hat und weil er mit Geld eigentlich alles unterstützt, was irgendwie Demokratie zersetzend ist und so. Aber das hat ein großes deutsches Medienunternehmen nicht davon abgehalten, Peter Thiel in eine Reihe zu stellen mit anderen großen Figuren unserer Zeit, also wie zum Beispiel Sam Altman, Mark Zuckerberg, Jeff Bezos, Elon Musk. Da sind auch fairerweise die BioNTech-Gründer Ugo Shahin und Eslem Töritci dabei, auch wo Lodomir Zelensky steht in dieser Reihe. Denn das ist die Reihe der PreisträgerInnen des Axel Springer Awards. Eine, ich zitiere die Wikipedia, eine jährlich vergebene Auszeichnung der Axelt Springer. SE. Der an Persönlichkeiten geht, die nach Ansicht des Vorstandes des Medienkonzerns außergewöhnlich innovativ sind. Und daher, also außergewöhnlich innovativ kann man Peter Thiel schon irgendwie unterstellen. Aber es fühlt sich für mich, und ich habe keinerlei Verbindung zum Axel Schwinger Verlag, fühlt sich für mich aber auch schon so ein bisschen eher wie ein Vorwand an, so Menschen wie eben die eben genannten. irgendwie nach Berlin zu kriegen und in dein Medienhaus auf eine Bühne zu setzen.

11:46 Daniel Spliethoff

Ja, das hat bei Herrn Maske ja auch schon funktioniert, der lief ja auch schon da in der Ecke durch die Gegend, Herr Döpfner, schmückt sich da durchaus damit, dass es halt Provokation ein Stück weit auf einem ganz, ganz hohen Niveau und ähm Man kann auch durchaus die Frage stellen, ob Medien und Journalisten überhaupt Preise vergeben sollten an Personen der Zeitgeschichte, ob das nicht eine Spur distanzlos ist. Aber das steht vielleicht nochmal auf einem anderen Blatt. Aber ich fand ganz spannend, wie das rezipiert wurde, der Auftritt, der dann von Peter Thiel kam in der Springer Zentrale. Es gab da große Proteste davor und im Grunde war die Erwartung, dass da so eine Art dunkler Lord des Rechtspopulismus auftaucht. Und ganz leicht nach Schwefel riecht, und als das alles dann so nicht so richtig eintrat und er so ein bisschen zurückruderte in seiner, in seinem Debattenbeitrag auf der Bühne neben neben Döpfner. schrieb der Spiegel, glaube ich, da war dann ganz früh die Luft raus. So schlimm ist er ja dann scheinbar gar nicht. Und das fand ich total interessant, weil ich gleichzeitig, also Thiel sagte ja. Das mit der Demokratie, also er soll ja gesagt haben, oder er hat in einem Aufsatz mal geschrieben, dass die Demokratie mit der Freiheit nicht kompatibel sei. Und hat er gesagt, dass sei. Ein Aufsatz gewesen, den er mal ebenso dahingeschrieben hätte und ganz so hätte er es ja auch nicht gemeint. Er meinte eigentlich nur viel zu viel Politik. Also keine Ahnung, wer von uns alles schon mal einen Aufsatz geschrieben hat, den veröffentlicht hat, gegengelesen hat und so. Das ist ein Satz, weiß nicht Rutscht sowas raus? Ich weiß

13:19 Gavin Karlmeier

nicht. Also eher nicht.

13:21 Daniel Spliethoff

Eher nein, da steckt schon ein Gedanke dahinter. Der ist jetzt vielleicht gar nicht so dieses klassische, ich kämpfe gegen die Demokratie. Ich habe bei dem eher das Gefühl, Demokratie ist so ein lästiges. Nebending, da schaut er ein bisschen drauf wie auf Ungeziefer, mit dem er nicht so besonders viel zu tun haben möchte. Mich ein Jahr nach diesem Aufsatz meiner bei einer Convention von Libertären gesagt, Demokratie, dass er glaubt und seine Gesinnungsgenossen glauben, dass sie mit ihren Inhalten niemals werden Wahlen gewinnen können. Und das ist ja auch, ehrlich gesagt, lässig ist dauernd Leute überzeugen zu müssen von dem, was man erreichen will. Und dass es viel leichter wäre, die Welt zu ändern durch Technologie. Und das ist das, was er und seine Gesinnungsgenossen nun seit mindestens 15, 20 Jahren relativ erfolgreich machen. Sie verändern unsere Welt. Durch Technologie, durch unsere Art und Weise, wie wir miteinander kommunizieren, über soziale Netzwerke, über die Algorithmen, die uns in Blasen immer mehr aufteilen. Und da finde ich ist es viel interessanter, darauf zu achten, wie sehr er auf Disruption setzt und nicht diese ewigen, meiner Meinung nach, völlig langweiligen und journalistisch faulen Wege zu gehen und die Leute immer sauber in links und rechts einzuteilen. Das ist für mich meiner Meinung nach nicht der Weg und das ist auch nicht der Weg, den Peter Thiel geht, sondern der Weg ist blanke Disruption, so viel es geht Move fast and break things. Also, ich meine, das ist, glaube ich, in diesem Podcast häufiger schon mal gefallen, dieser Satz. Und das ist das, was er auch mit Gesellschaft Tut, weil er in einer angeschlagenen Gesellschaft viel eher in der Lage ist, das durchzusetzen, was er möchte. Maximale Freiheit, möglichst wenig Steuern zahlen und maximale Blockbildung auf der Welt, wenig internationale Zusammenarbeit. Da speist sich auch der Grund raus, warum er solche Leute wie Jedi Vance und die Regierung Donald Trump unterstützt, obwohl er die. Für total blöd hält. Und das hat er auch gesagt bei der Springer -Veranstaltung. Hat er gesagt, sehr loyal, aber nicht besonders klug.

15:26 Gavin Karlmeier

Oh Gott. Ja, und das ist genau die Figur, die man sich dann da eben eingeladen hat. Man muss ja auch dazu sagen, ich finde, dass generell diese Erscheinung von Peter Thiel jetzt am vergangenen Wochenende in Berlin So interessant, weil er in dem Zusammenhang des Auftrittes auch ein Interview mit der Welt und der Bild natürlich gegeben hat den großen Medienmarken des Axelspringer Verlages. In der Bild hat er so ein bisschen das gesagt, was man eigentlich von ihm erwarten möchte, also um ihn dann doch etwas zu entdämonisieren. Also er sagt Zum Beispiel, er versteht schon, warum junge Menschen die Linke wählen, Oton, weil man die Probleme der jungen Menschen ernst nehmen muss. Und es gibt ein Problem in Berlin mit zu hohen Mieten. Es wäre ja gar nicht möglich, dort Häuser zu bauen. Oder er hat ein Problem mit der AfD plötzlich, was auch bemerkenswert ist, und zwar. . sagte die AfD, liegt sowohl bei der Ukraine als auch bei China als auch bei Israel falsch und ich glaube, man kann nicht bei allen dreien falsch liegen. Also das sind alles so Dinge, die man eigentlich nicht erwartet hätte von einem Peter Thiel Der sich jetzt aber eben hier so total bürgerlich und nahegibt. Und ich weiß nicht genau, was seine Mission ist, was er tut, aber man muss auch dazu sagen, dass er hier einen Preis eines Medienhauses. Entgegennimmt, während er gleichzeitig erst im letzten Jahr eine Plattform namens Objection gegründet hatte. Ein Tool, mit dem Journalismus sozusagen an den Pranger gestellt werden soll. Es soll mit Hilfe von KI und Menschen, die sich sozusagen falsch dargestellt fühlen. möglich sein, JournalistInnen direkt anzugreifen und damit das mittelalterliche System der Gerichte zu ersetzen. Das ist seine Formulierung oder sein Pitch dafür gewesen. Das passt ja alles nicht zusammen und alles zeichnet eher das Bild eines Menschen, der Interesse hat, die Gesellschaft von innen vollständig zu setzen. zersetzen. Und dementsprechend verstehe ich seinen Auftritt in diesem Zusammenhang nicht ganz, außer dass er vielleicht sich denkt, Matthias Döpfner könnte für ihn nochmal interessant werden.

17:16 Daniel Spliethoff

Ja, mit Sicherheit, also die Springergruppe spielt eine große Rolle in den USA, versuchen da Einfluss auszubauen. Es ist ja auch interessant, dass Politico USA sich durchaus gewandt hat gegen diesen Preis und sich auch öffentlich dahingehend geäußert hat und gesagt hat, dass sie das überhaupt nicht gut finden, dass so eine Figur entsprechend auftaucht in den Springer-Medien und dann so einen Preis bekommt, weil das ja nun mal einfach Unterstützung ausdrückt. Das gab ja auch reichlich Lobeshöhnen da in diese Richtung Richtung Peter Thiel. Und ich würde aber da auch nochmal darauf eingehen, also dass er sagt, er versteht, dass Linke gewählt wird, auch Die Linkspartei natürlich, ich will das gar nicht gleichsetzen. Linkspartei und AfD sollte man nie gleichsetzen, das wäre falsch. Aber auch die Linke hat ein disruptives Element in der Politik und sagt, sie wollen Dinge. vollständig anders machen und nach das zahlt am Ende auf seiner Agenda ein. Er findet erstmal Disruption. Gut, das ist das, was ein Stück weit vorweg geht.

18:09 Gavin Karlmeier

Zerstörung eigentlich als Motiv. Ja. Toll. So ist es. Ja, dem gibt man doch gerne so einen Preis. Ich finde übrigens ganz, also ich will da gar nicht, ich will mich gar nicht auf solche Kleinigkeiten irgendwie konzentrieren, weil alles, was er tut, viel schlimmer ist. Aber Peter Thielen macht auch einen, ich finde, ungesunden Eindruck. Also er hat auf keinem Foto eine gute Figur gemacht.

18:30 Daniel Spliethoff

Ich glaube auch, weil er öffentlich, ich glaube immer, wenn er öffentlich auftritt, das mag er einfach nicht. Das ist nicht sein Ding. Öffentlich reden und solche Außer ja sein. sein CEO von Palantir mit dabei gehabt, Alex Scarp, der vor Ort war bei der Preisverleihung. Und

18:44 Gavin Karlmeier

Selfie hat Ulf Porsche hat gemacht.

18:46 Daniel Spliethoff

Fantastisch. Er sollte oder er hat eine Rede gehalten, hätte er das persönlich tun können, hat er aber nicht gemacht, er hat lieber eine Videobotschaft. Vorgetragen. Das heißt, er sitzt da und guckt sich seine eigene Videobotschaft an, während er vor Ort ist. Leute, die nicht gerne öffentlich auftreten, das mögen sie nicht wirklich. Die agieren lieber im Hintergrund, das ist ja auch bei Tiel immer schon so gewesen, auch im Gegensatz zu Elon Musk. Das heißt, ich kann mir einfach vorstellen, wenn eine Öffentlichkeit ist, dann geht es ihm nicht so super gut. Und das sieht man ihn dann möglicherweise an.

19:17 Gavin Karlmeier

Ich finde auch die Lesart finde ich in Ordnung. Kommen wir zu Disruption, weil welches Unternehmen ja Disruption eigentlich total im Vordergrund hat. Ich spreche nachher nochmal kurz über deinen Film, weil ich glaube, da steckt noch so viel drin. Aber wir haben auch leider sehr viele Themen heute. Also, ich finde es ganz interessant, was in der letzten Woche passiert ist. Und fairerweise muss ich dazu sagen, wir haben ja jetzt hier die letzte Episode am Dienstag aufgenommen, weil die Folge mit Chanjo vom Freitag schon am Montag aufgenommen wurde. Das heißt ein bisschen was passiert in den letzten Tagen. Und es ist sehr interessant, wie sich das Bild von Meta als AI-Player gewandelt hat. Ich springe ein bisschen im Thema, wenn es genehm ist. Aber Meta hat ja mit Museai ein Tool vorgestellt, das so eine Art Agent sein soll. So ein bisschen wie Open Claw, über das wir hier auch schon mal gesprochen haben. Eigentlich so ein Tagesbegleiter, mit dem du sprechen kannst, aber eben nicht technisch, sondern in Form eines kleinen plüschigen Äffens oder ich weiß gar nicht, Bärchens, was soll das sein für ein Tier?

20:15 Daniel Spliethoff

Irgendwie sowas, auf jeden Fall ist es plüschig.

20:16 Gavin Karlmeier

Genau, etwas blüschiges. Die Figur hat sogar einen Namen, ich habe aber leider vergessen, wie heißt es Das sieht Jeff oder so. Ich werde es gleich nachreichen. Ja, ja, irgendwie so. Ich werde es gleich nachreichen, aber irgendjemand hat auch geschrieben, ich habe da sehr viel drüber gelesen. Das sah ja aus wie ein Labubu. Ich finde auch das ist eine sehr gute Beschreibung. Auf jeden Fall fanden letzte Woche die sogenannte Meta Connect statt. Das ist die Konferenz von Meta, bei der Sie vorstellen, was sie sich so alles ausgedacht haben. Und sie haben Muse nochmal mit sehr vielen Features angereichert und vor allem aber auf der Bühne ein kleines Gerät vorgestellt, ein Gadget, das sogenannte Muse. Charm. Und mit diesem Gerät sollst du sozusagen sprechen können, das soll an deinem Schlüsselanhänger hängen und ein dauerhafter KI-Begleiter sein und dich sozusagen dauerhaft Unterstützen mit allem, was eine Rolle spielt. Und es ist interessant, wie eben Muse auf Platz 1 der App Store-Charts in den USA ist. Wir können es hier noch nicht benutzen. JP Morgan die Prognose ausgesprochen hat, dass die Muse AI app App mehr NutzerInnen anlocken könnte nach ihrer Prognose als ChatGPT. Könnte man mal gucken, wie viele Anteile eigentlich JP Morgan an Meta hat. Und dass sie eben das kleine Muse-Viech auch oben rechts in die Instagram-App jetzt in den USA setzen, dass es dauerhaft sichtbar ist, dass überall dieser Agent dich begleiten und beobachten soll und du das Gefühl haben sollst, ich bin nie wieder alleine im Internet.

21:37 Daniel Spliethoff

Oh Mann. Also ich persönlich finde ja, es gibt das sowieso so einen, manchmal habe ich das Gefühl, so einen infertilen Wunsch danach Diese KI, dieses etwas Gruselige, so ein bisschen zu vermenschlichen und so ein bisschen in unsere Welt zu holen. Das gibt es ja fast überall. Ich glaube auch da wieder Spiegel. glaube ich vor zwei Wochen einen Titel gehabt, in der so eine KI-Figur probiert hat, aus einem Gefängnis auszubrechen. Und da hat man jetzt wieder so ein Fall, wo so eine KI zusammen plüschigen Hätte ein kleines Tierchen gemacht wird und zum ständigen Begleiter, wo ich mich auffrage, ob das so sinnig ist, dass da so eine so eine Begleitung, so eine dauerhafte Begleitung stattfinden und so wie ich oder so wie wir alle sozialen Medien kennengelernt haben, die eigentlich vor allem dafür so da sind, uns in uns selbst zu bestätigen und wir dann jetzt auch noch einen Begleiter haben. der möglicherweise Ähnliches weiterhin tun wird. Weiß ich nicht, ob das auf Sicht eine kluge Sache ist und uns gesellschaftlich weiterbringt.

22:32 Gavin Karlmeier

Aus Marketingperspektive ist das aber natürlich irgendwie smart, weil Open Claw wahnsinnig technisch. Ich glaube, viele der NutzerInnen, die jetzt sich Muse anschauen, hätten das niemals angefasst, einfach weil das sich so. . komplex anfühlt. Und Muse eben mit dem gleichen Feature oder dem gleichen USP oder so, natürlich total convenient ist. Also du kannst in WhatsApp-Mews schreiben oder du hast die eigene App, mit der du Kontakt aufnehmen kannst, kannst sagen, hier Mach dieses, mach jenes für mich im Internet, kaufe es für mich ein, Klammer auf, außer bei Amazon, weil Amazon jetzt schon angekündigt hat, Muse auszusperren, weil sie doch ganz gerne die Werbeeinnahmen selber hätten und die NutzerInnen gerne selber zum Checkout begleiten würden. Klammer zu, aber PayPal zum Beispiel arbeitet mit Muse zusammen und du kannst eigentlich, eigentlich leben sie, wir kümmern uns um die Details, so ein bisschen das Versprechen, das sie damit geben. Aber eben total easy, zumindest von außen. Und das blickt natürlich auch wahnsinnig viele Gefahren, weil das jetzt dazu führen wird, dass Menschen plötzlich Dinge in die Hände einer KI geben, ohne sich vor einmal überlegt zu haben, was das möglicherweise für Konsequenzen haben könnte.

23:36 Daniel Spliethoff

Ja, alles Mögliche, auch an persönlichen Informationen, an Emotionen. Ich weiß nicht, ob das dahin gehört. Also ich sage jetzt immer, ich weiß nicht, ich meine damit nein, auf gar keinen Fall hinsichtlich. Also , das gehört da nicht hin. Das sind Dinge, die man einem anderen Menschen im Idealfall erzählen kann und sollte und nicht irgendein plüschigen Vieh ist aus dem Internet. Plus, das ist ja erneut etwas, was unsere Bildschirmzeit. eher in die Höhe treiben wird. Ja, noch mehr von unserer freien Zeit, die wir neben der Arbeit haben, bitte nicht irgendwie da zu verbringen, sondern mit einem Gespräch mit einem realen Menschen. Ich kann da ehrlich gesagt immer nur so ein bisschen gesellschaftlich argumentieren. Technisch fehlt mir da so ein bisschen die Information und die Tiefe, aber das ist etwas, womit ich mich auf gar keinen Fall wohl fühle.

24:23 Gavin Karlmeier

Überhaupt nicht, vor allem weil es jetzt schon Geschichten gibt und das Feature gibt es ja noch nicht so lange von incorporated. com zum Beispiel. Da hat jemand das so testweise auf sein Telefon installiert und auf sein Mac Mini installiert und gebeten, eine Biografie. über diese Person zu schreiben. Und hat Muse erstmal gesagt, ja, ich weiß gar nichts. Und dann hat die Journalistin oder der Journalist, ich habe den Namen gerade nicht hier, gesagt, ja, dann öffne doch meinen Browser und guck dich doch mal um Und was dann aber dabei rauskam, ist, dass Muse offenbar auch die Privatnachrichten des Nutzers einfach vom Computer gelesen hat, weil es eben Zugriff auf das Dateisystem bekommen hat. Und da, weil das ist halt alles, fühlt sich nicht so richtig, richtig gut an, ehrlicherweise. Und von allen Unternehmen, die so einen Agenten anbieten, ist Meta ja auch wirklich das Unternehmen, das sich Am meisten damit verdient gemacht hat, den Status zu haben, dass man ihn nicht vertrauen sollte.

25:18 Daniel Spliethoff

Also auf gar keinen Fall. Du hast Cambridge-Anytiker schon erwähnt. Das gehört nicht in diese Hände und ich gehe aber trotzdem davon aus, dass das total convenient sein wird. Das ist ja im Grunde immer das Verkaufsargument. Und dass es unterhaltsam sein wird, dass es gut gemacht sein wird, dass es funktioniert und dann wird es genutzt. Also da würde ich sagen, das wird passieren.

25:40 Gavin Karlmeier

Ja, und man merkt auch jetzt schon, wie Meta an einen Punktstöß, an dem ganz viele ähnliche Modelle und Ideen gestoßen sind. Wir erinnern uns, ich mache mal eine kleine Zeitreise. Es gab mal ein deutsches Startup mit dem Namen Go Butler. Ich weiß nicht, ob du dich daran erinnerst. Die waren so ähnlich wie Muse, aber halt als Menschen. Also da gab es so eine Art Center, den konntest du einen SMS schreiben und hast gesagt, hey, buch mir mal einen Flug nach. Antalya. Und dann wurden dir drei Flüge angeboten, dann hast du da deine Daten hingeschickt und die haben alles für dich gemacht. Das ist also deren Geschäftsmodell, dass sie eher Partnerschaft mit den Fluggesellschaften eingegangen sind, du nichts dafür zahlen musstest. Und Es gibt offenbar Dinge, bei denen es noch Menschen braucht. Tatsächlich hat Meta nämlich auf der Meta Connect auch vorgestellt, man kann jetzt nicht nur mit dem Muse-Maskottchen Videocalls führen, also kann man auch sagen, hey Muse, was geht ab? Und Muse sagt dann, yay. Du hast 34 ungelesen SMS, ich hab mich mal gekümmert mäßig. Sondern dass es jetzt auch die Möglichkeit gibt, dass Muse für dich Telefonate führt. Also du kannst sagen, hey Muse, kannst du mir nicht ein Restaurant reservieren? Heute Abend einen Tisch in einem Restaurant. Oder ein Frisörtermin. Und dann sagt Muse, ja, ich kümmere mich, dann ruft Muse für dich an und macht für dich diesen Termin. Klingt eigentlich zu schön, um wahr zu sein. Ist es offensichtlich auch, denn intern hat Meta schon angekündigt, dass sie dafür ein eigenes Layer mit menschlichen Personen hinzugefügt hatten. haben, die dafür in einem Callcenter diese Telefonate für ihre NutzerInnen ausführen. Das heißt, Muse macht das halt mitnichten als KI und automatisch. sondern da sitzen einfach Menschen, die das für dich machen. Und dann wird es halt wirklich skurril, wenn du halt nicht, wenn das Versprechen eines KI-Agenten dann einlösbar ist, Dass manche Dinge dann doch von Menschen durchgeführt werden, die wahrscheinlich leider und auch das ist die Realität extrem schlecht dafür bezahlt werden.

27:27 Daniel Spliethoff

Es klingt irrsinnig umständlich. Also, ich habe gerade als wo angefangen, es zu erzählen, habe ich nur gedacht. Löst das irgendwann so den Moment aus, dass du Früher war das ja so, keine Ahnung, wenn Facebook ausgespuckt hat, wer an dem Tag Geburtstag hat, dann hat man irrsinnig viele Nachrichten über Facebook bekommen mit Glückwünschen. Kommt das dann über so eine KI dann auch, dass du quasi. . gar nicht mehr weiß, hat mir da jemand eigentlich zum Geburtstag gratuliert oder war das die KI, die das übernommen hat, weil da irgendwie ein Dauerauftrag hinterlegt war?

27:51 Gavin Karlmeier

Ja, und die nächste Antwort wird dann darauf ja sein, dass auch der Friseur oder das Restaurant auch mit meinetwegen Muse arbeitet. Und niemand mehr mit niemandem spricht, sondern es eben alles nur noch völlig automatisiert wird. Und dann sind wir in dieser Utopie oder eher Dystopie, die Apple aufgemalt hat, der Kellner steht vor dir und sagt die Tipps des Tages, aber zu schnell. Und dann statt dass du fragst, können sie das wiederholen. Guckt er auf seine Uhr und lässt es sich zusammenfassen, weil es einfach convenient ist, nicht mehr miteinander zu sprechen.

28:19 Daniel Spliethoff

Ja, ja, ja. Und die No-Show-Rate an Restaurants wird weiter nach oben klettern.

28:24 Gavin Karlmeier

Auch das ist richtig, ja. Im Doppelgänger-Podcast hatten sie die These, dass das möglicherweise in Zusammenhang mit diesen Ausbrüchen der künstlichen Intelligenzmodelle natürlich auch passieren könnte, wenn du jetzt einen Agenten bittest. Für dich doch bitte einen extrem bequemen Platz oder ein ruhiges Plätzchen in einem Restaurant klarzumachen, dass sie einfach unter 20 Namen alle Tische reservieren, die in so einem Restaurant sind, damit du eben deine Ruhe dort hast. Also auch sowas ist natürlich möglich, je nachdem, wie du den Auftrag stellst.

28:54 Daniel Spliethoff

Ja, Wahnsinn. Also ich weiß nicht, ob ich einen Rücksichtnahmealgorithmus irgendwie mit einbauen kann, aber bezweifle ich. Der hemmt am Ende doch nur.

29:04 Gavin Karlmeier

Ehrlicherweise, ja. Aber ich musste dann an dieser, ich musste daran denken, ich hab. nicht oft in meinem Leben Dinge bei Reddit gepostet, aber ich bin großer Fan von Shower Thoughts, den Duschgedanken. Das sind so kuriose Gedanken, wo man das liest und sich immer denkt, yo, stimmt eigentlich. Und da hatte ich die Idee, du kannst dir mehr Platz auf Konzerten erkaufen, indem du einfach mehr Tickets kaufst.

29:27 Daniel Spliethoff

Ja Ja, natürlich. Also, ich weiß nicht, vielleicht ist die Oasis-Tour gar nicht ausverkauft. Wer weiß das denn?

29:34 Gavin Karlmeier

Also, ich will nicht drüber reden, aber ich sehe mich alleine in einem Stadion nächstes Jahr. Wobei das bei diesen Preisen wirklich unrealistisch ist.

29:45 Daniel Spliethoff

Ich habe zugeschlagen.

29:46 Gavin Karlmeier

Ich auch. Auf jeden Fall gibt es noch die Geschichte, dass gerade Leute es geschafft haben, von Muse das komplette Dateisystem ausgespielt zu kriegen, indem sie einfach danach gefragt haben. Und das wurde so ein bisschen hochgejazzed in Blogs und alle gesagt: Oh mein Gott, sie geben das Weiter und so. David Singleton, David Singleton von Meta 's Super Intelligence Labs. Vielleicht benennen die sich jetzt wiederum dann in Artificial Intelligence Labs. Um. Sprechen wir gleich drüber. Die haben gesagt, dass es Absicht ist, weil es extra eine Secure VM gibt, also eine Virtual Machine, die dir sozusagen deine Daten dann auch am Ende preisgeben sollen. Also sie sagen, das ist Absicht. Ob das tatsächlich so ist oder ob das einfach eine sehr geschickte Art und Weise, sich aus der Geschichte rauszureden ist, wissen, werden wir vielleicht niemals erfahren. Aber Meta hat sich bislang nicht eingeräumt, dass es ein Fehler sein könnte.

30:38 Daniel Spliethoff

Ja, also habe ich offen gestanden, relativ wenig drüber gelesen diese Woche. Deswegen würde ich mir mal einen Kommentar spannen und etwas Ungewöhnliches sagen, nämlich keine Ahnung. So

30:48 Gavin Karlmeier

der Vollständigkeit halber zum Metaconnect, es wird jetzt Sonnenbrillen ohne Kameras von Ihnen geben und es wird sehr sleek VR Glasses geben, also so Virtual Reality Brillen, die sehr klein und handlich sind. Und sie haben angekündigt, dass Private Processing gibt, damit jede Verarbeitung von Dingen, die mit den Brillen produziert werden, also Chats , oder Videomaterial tatsächlich von Meta selber nicht einsehbar sein könnten. Auch da muss man dazu sagen, ich sehe es erst, ich glaube es erst, wenn ich es sehe, aber erstmal. Wenn Meta hier zum drüber nachdenken animiert wird, ist das, glaube ich, insgesamt eigentlich keine schlechte Nachricht.

31:24 Daniel Spliethoff

Ja, klingt zumindest so.

31:26 Gavin Karlmeier

Ja, voll. Und jetzt kannst du dir aussuchen, ob wir weiter über Meta sprechen oder ob wir über die Superintelligen sprechen.

31:36 Daniel Spliethoff

Also ich halte mich da komplett an dich. Ich finde Superintelligence, weil ich ungefähr weiß, worauf es hinauslaufen wird, klingt auf jeden Fall spannend. Von dem Menschen, der dieses Wort geprägt hat.

31:47 Gavin Karlmeier

Also der Vollständigkeit halber bringen wir es direkt mit rein. Wir sind ja kein KI-Podcast, aber wir sind einer, der auf die gesellschaftlichen Auswirkungen von Technologie schaut, im größten Sinne. Und es ist sehr interessant, dass Donald Trump in der letzten Woche auf der UN Vollversammlung angekündigt hat, dass der Begriff Artificial Intelligence nicht mehr auftauchen soll, also auch in allen US Gesetzestexten. Text und offiziellen Texten wird der Begriff AI nicht mehr stehen und nicht mehr Artificial Intelligence, sondern Superintelligence oder SI. Das geht schon so weit, dass der, der Deputy Assistant to President Trump, Sebastian Gorka, dass der im Wirklich sehr, sehr regierungsfreundlichen, rechtskonservativen, wenn nicht sogar weit darüber hinaus befindlichen Nachrichtenmedium Newsmax im Interview war. Und ich will dir nur mal die ersten 15 Sekunden des Interviews vorspielen. Weil ich finde, dass dieses Gespräch, also wir hören den Moderator, den Anchorman von Newsmax und wir hören den Menschen von der US-Regierung. Und wie gesagt, Newsmax, die stehen nicht im Verdacht, besonders regierungskritisch zu sein. Aber ihm wird so über den Mund gefahren. Ich spiele es kurz ab. Oh, warte, das war die falsche Ausgabe. Moment. Hast du noch einen Moment? Ja klar.

33:02 Speaker 3

Last thing on that then. And nobody really can beat America in the long run. This AI race.

33:12 Speaker 4

Sorry, sorry, sorry, sorry, sorry.

33:20 Gavin Karlmeier

Also ihm wird da sozusagen direkt über den Mund gefahren, weil er den falschen Begriff benutzt. Das erinnert natürlich total stark an den Gulf of America und Lake America, was er nicht alles schon umbenannt hat. Und jetzt will er eben KI umbenennen.

33:37 Daniel Spliethoff

Er benennt Realität um und meint damit, Realität tatsächlich zu verändern. Das ist ja einfach Teil der Erzählung von Donald Trump von Tag 1 seines politischen Engagements vor über zehn Jahren. Im Grunde ging es damit los, dass er einfach Dass er einfach die Realität umbenannt hat und also Fake News und so weiter. Also er hat, er bestimmt, was Realität ist. Und da zahlt das jetzt natürlich auch drauf ein, Superintelligence, um das natürlich auch positiv zu branden. Das ist ein Verkaufer, ist ein Verkäufer. Das war ja mal jetzt ein Verkäufer seiner selbst und Verkäufer auch von Worten. Das hat er immer getan und das tut er jetzt da eben auch. Und er hat ja schon gesagt, diese. S I glaub wir sagen ein Verweitert einfacher Leiter bei KI wird.

34:22 Gavin Karlmeier

KI sagen wir hier.

34:23 Daniel Spliethoff

KI sagen wir hier. wird ungebremst oder muss ungebremst weitergehen, um das Rennen gegen China zu gewinnen und zwar unreguliert. Und wohin das führen kann, da sprechen ja diverse diverse Netzphilosophen sehr, sehr viel darüber, was das bedeuten kann, eine unregulierte KI weiter schalten und walten zu lassen, wie sie möchte.

34:47 Gavin Karlmeier

Das Interessante ist übrigens sogar, dass laut, wer hat es geschrieben, laut Heise, achso, liebe Grüße ans Mutterschiff, Präsident Xi wohl auch bereit wäre, den Begriff Superintelligenz zu übernehmen. Und das wiederum wird dann doch interessant, weil sich so ein bisschen die Frage stellt, warum tun sie das? Und also man muss dazu sagen, vermutlich ist der Begriff superintelligen Ein bisschen präziser als künstliche Intelligenz, weil künstliche Intelligenz die Nachahmung menschlicher Intelligenz unterstellt, während wir wissen, dass viele dieser Maschinen in einzelnen Bereichen Ja, eben, also vielleicht ist auch der Begriff Intelligenz da schon irreführend, aber das können wir an anderen Stellen fortführen. In einigen Teilen schneller sind als Menschen , Dinge schneller zusammenfassen können als Menschen. Ob sie es besser machen oder nicht, kommt, glaube ich, auf den Themenbereich an, aber Es gibt eben durchaus Bereiche, in den KI einem, also SI, weiß auch nicht, in manchen Bereichen den Menschen möglicherweise schon überlegen ist, ob es jetzt bessere Ergebnisse sind in einem gesellschaftlichen oder zwischenmenschlichen Kontext. Das ist eine andere Frage. Aber darüber zu sprechen, ob der Begriff künstliche Intelligenz überhaupt zielführend ist und Punkt zwei, ob das vielleicht auch eine Antwort darauf sein könnte, dass es wirklich ein ganz bemerkenswert großen Teil von Menschen gibt, die einen großen Zorn und einfach Hass auf KI oder AI haben, dass es vielleicht ein bisschen hilft, das hier so zu verschleiern. I don't know. Ich würde diese Gedanken auf jeden Fall mal mitnehmen.

36:12 Daniel Spliethoff

Ja, auf jeden Fall. Ich meine, es lohnt sich ohnehin über sowas nachzudenken. Selbst wenn es an Donald Trump sagt, ich finde, es ist wichtig, da zumindest diesen Raum zu geben. Und wie gesagt, ein großer Wortjongleur. Das sei ja, ob man es gut findet oder nicht.

36:27 Gavin Karlmeier

Das schön, mit wem er diese Worte jetzt auch schon lädt, ist sogar Präsident Ski, denn die beiden werden, wie Heise schreiben, das finde ich eine tolle Formulierung, eine Art rotes Telefon bekommen für KI, S-I-A-I Jetzt passiert folgendes: Jetzt verlieren alle diese Begriffe an Bedeutung. Für Zwischenfälle in diesen Bereichen. Also, es wird jetzt dazu führen, es wird ein monatliches Forum, Dialogforum geben, ein Transpazifisches. Und eben eine Art direkten Draht, sodass man drüben anrufen kann und sagen kann, hier, sorry, hier ist was passiert oder hey, ist euch da was passiert? Finde ich schon interessant.

37:01 Daniel Spliethoff

Ich meine, es ist natürlich eine komplette Duplizität der Ereignisse aus dem Kalten Krieg. Exakt das hat man gemacht, als man feststellte, welche zerstörerische Macht Atomwaffen hatten. In dem Moment war klar, wir müssen ihm einen direkten Draht schaffen. Das sind jetzt diese beiden, die das miteinander ausdiskutieren, zumindest für den Moment. Aber grundsätzlich würde ich mal sagen, ist das eine sehr, sehr gute Idee, wenn zwei Nationen, die über ein zumindest extrem, ein kraftvolles Ding, was auch als Waffe eingesetzt werden könnte, zukünftig zumindest, dass die einen direkten Draht zueinander haben, klingt erstmal nicht so falsch.

37:38 Gavin Karlmeier

Ja, ja , möglicherweise. Das hast du selbst wirklich gesagt. Ich bin mir da nicht ganz so sicher, ob das irgendwie. . . was ändern wird, weil, also da telefonieren dann zwei Leute, die erstmal keine Ahnung von dem Thema haben, die dann aber sich gegenseitig bislang auch nicht besonders grün waren , Die auch vor allem Entscheidungen treffen im Inland, um es dem anderen schwer zu machen. Also wir wissen, dass die ganzen KI-Konzerne sich irgendwie dafür einsetzen, dass es Regulierung gibt. Ob das jetzt wie das motiviert ist, kann man auch anders diskutieren und so. Und dass der Präsident aber sich dagegen einsetzt. Übrigens, 17 Regierungschefs, darunter auch Deutschland, haben sich jetzt dafür eingesetzt, dass es diese Regulierung tatsächlich gibt. Und ich halte das ja auch gar nicht für falsch, dass man Leute außerhalb dieser Unternehmen auf diese Sachen draufschauen lässt, wenn sie denn so mächtig sind. Auch das kann man mal diskutieren. Aber die Motivation und die öffentliche Erzählung, wie das Ganze vorangetrieben wird in den letzten Monaten , führt doch am Ende eher dazu, dass man eher so denkt, oh mein Gott, das ist alles so mega gefährlich, ich will das ausprobieren. Und das ist, glaube ich, mit Atombomben ein bisschen anders.

38:51 Daniel Spliethoff

Ja, aber wir haben diese Katastrophe noch nicht erlebt. Also ich würde es noch nicht vergleichen, weil ich meine, am Ende des Zweiten Weltkriegs hatten wir diese Direkten Auswirkungen einer Atombombe gesehen und gespürt. Und sehen und spüren tut man die KIA-Stand jetzt nicht.

39:07 Gavin Karlmeier

Aber

39:08 Daniel Spliethoff

man wartet darauf, wenn es irgendwann eine Form von Terroranschlag mit einer künstlichen Intelligenz auf eine auf kritische Infrastruktur gibt , was ja Relativ wahrscheinlich ist, dass es zumindest versucht wird von diversen Playern auf dieser Welt, dann bekommt das eine Spürbarkeit. Und in dem Moment. . Erlischt vielleicht, oder hoffentlich ehrlich gesagt, ähnlich wie es damals bei den Atombomben war, die Lust daran, das ausprobieren zu wollen, weil man weiß, welche Folgen das haben kann. Und wenn man feststellt, das ist potenziell selbstzerstörerisch und zwar nicht auf ein Land begrenzt, sondern auf die Menschen auf diesem Planeten und ehrlich gesagt alles, was sonst noch so lebt. dann dann finde ich, könnte das einen Effekt haben. Aber vielleicht, das klingt jetzt irgendwie sehr, sehr pessimistisch, aber vielleicht müsste man das dann mal irgendwann irgendwo erleben, um zu wissen. was wem man sich da hingibt, möglicherweise.

40:03 Gavin Karlmeier

Möglicherweise, vielleicht will man es dann aber auch nicht. Gerne nein. Also wenn der eine Bio der eine Bio-Virus entwickelt wurde, dann. Haben wir halt, glaube ich, auch ein Problem. Wobei ich mich halt auch gar nicht an dieses Fearmongering dranhängen möchte und sagen möchte, ist alles zu krass gefährlich und so. Weil das hilft uns allen auch nicht. Interessant finde ich aber, dass das ja alles losgetreten ist, die derzeitige Diskussion. von dem Mitarbeiter Jacob Coxon, der Anthropic verlassen hat. Wir haben das hier mit Gregor Schmalzried auseinandergenommen. Und da gibt es jetzt die Berichterstattung, die ich interessant finde. Dass Jacob Coxson diese Erzählung von wir werden alle bis Ende des Jahrzehnts ausgelöscht sein, zu 10 Prozent fairerweise, dass die eben nicht einfach so nur von ihm in die Welt gesetzt wurde. Sondern dass er sich dabei Hilfe geholt hat, um diese Erzählung in die Welt zu setzen. Und zwar von DEY Ideas and Influence. Und das ist eine Agentur, die als Duma Agency oder Duma PR gilt. Also sie arbeiten genauso zusammen zum Beispiel mit , wie heißt er? Das habe ich mir extra Elisa Judkowski. Das ist einer der Autoren des Buches. If anyone builds it, everyone dies. In dem quasi diese düsteren Szenarien einmal aufgezeichnet oder aufgezeigt wurden. Und das kann man natürlich verurteilen. Man kann aber auch sagen, na gut, vielleicht hat er sich einfach jemand gesucht, um seiner Stimme und seiner echten Sorge Kraft zu verleihen. Vielleicht wollte er aber auch einfach diese Geschichte größer inszenieren und erzählen, um darauf zu schauen. Also beides ist natürlich möglich. Wobei ich Gregor auch glaube, dass, wenn er das sagt, wenn er mit Menschen aus diesen Unternehmen spricht. Dass die durchaus eine aufrichtige Sorge vor dieser Technologie haben.

41:43 Daniel Spliethoff

Ich glaube auch, dafür sind es auch zu viele Leute, die sich immer wieder dahingehend äußern. Und das ist ja auch Amod Day, der gesagt hat. Ich mache mir da Sorgen, wir brauchen eine Form von Regulierung und wenn solche Leute quasi nach staatlichem Eingriff rufen dann mag das auf der einen Seite sicherlich natürlich Richtung Selbstmarketing gehen, aber auf der anderen Seite glaube ich schon, dass da was dahinter steckt, dass man sich wünscht, dass da vielleicht ein Raster vorgegeben wird, in dem man sich entwickelt und in dem man weiterentwickelt.

42:13 Gavin Karlmeier

Ich will nur einmal noch den Gegengedanken mit anbieten, weil das stimmt alles, was du sagst. Auf der anderen Seite, wenn ich jetzt hier einen. Ich baue mir selber einen Roboter und der schießt alle zehn Minuten einfach im ganzen Magazin leer. Dann würde ich mir natürlich auch wünschen, dass der Staat dazu kommt, damit ich am Ende nicht alleine dafür verantwortlich bin, dass es hier einfach so schief gegangen ist.

42:32 Daniel Spliethoff

Ja, na klar, es ist völlig absurd, dass Leute, die etwas gebaut haben, dann sagen: Oh, hoch Aber auch da wieder Parallelität zur Atomwaffe, also den Gedanken hatten die Leute auch, die das entwickelt haben damals. Und dachte mir, was haben wir denn hier gemacht? Ich will das gar nicht, das ist nicht eins zu eins, weißt du? Aber das ist natürlich trotzdem ein Stück weit Interessant, dass Menschen immer wieder ausprobieren wollen, soweit es irgendwie geht, und diesen Forschergeist haben und dann irgendwann feststellen, ab einem gewissen Punkt, wo sie mal vom Schreibtisch nach oben gucken, huch, was habe ich den da gemacht. Und an dem Punkt scheinen wir vielleicht gerade zu sein.

43:13 Gavin Karlmeier

Ja, ich will nur immer wieder dazu sagen, dass alle diese Beteiligten auch immer ein eigenes Interesse an der Erzählung haben. So, also auch das spielt hier, glaube ich, schon mit rein. Zum Beispiel in die Meldung, dass OpenAI das Training seiner leistungsfähigen Modelle jetzt unterbricht, um Sicherheitsüberprüfungen durchzuführen. Auch das ist natürlich eine tolle Erzählung, wenn man das jetzt hier so sagt. Auf der anderen Seite, also da gibt es zwei Beweggründe, die man Ihnen unterstellen könnte. Auf der einen Seite ist es wirklich zu krass, und Sie wollen erst Regulierung, bevor es weitergeht. Kann man verstehen. Auf der anderen Seite gibt es kaum eine bessere Möglichkeit, Donald Trump und die Regierung zum Bewegen, zu zwingen, als zu sagen: Also, wir machen jetzt erstmal gar nichts, wenn du gegen China gewinnen willst, mach doch, aber nicht mit uns. Also auch das kann natürlich ein Beweggrund sein, den man da reinlesen könnte.

43:58 Daniel Spliethoff

Und es hilft natürlich sehr, dass sehr, sehr viele Leute inklusive mir ganz wenig Ahnung von der Thematik haben.

44:04 Gavin Karlmeier

Ich glaube, das hilft tatsächlich sehr. Auf jeden Fall. Weil wenn du dir Umfragen anschaust, sagen die Leute alle, das ist alles zu gefährlich und Wahnsinn und schlimm und Hilfe. Ja, funktioniert. Wir kommen weg von KI, SSI, wie auch immer wir es nennen wollen, und kommen zu naja, so was anderem, wir kommen zu Elon Musk. Und jetzt hattest du vorhin Peter Thiel angesprochen, ich hatte Elon Musk schon genannt, Elon Musk seines Zeichens, Träger des Axel Springer Awards Aber eben auch Chef von X und SpaceX und XAI und wie sie nicht alle heißen. Und wir wissen, dass eine der DSA -Klagen, da haben wir ja am Freitag mit John-Ji-Yun auch schon drüber gesprochen, Die jemals oder Strafen jemals verhängt wurden, gegen Ex verhängt wurden. Also ehrlicherweise die Einzige, die nicht nach China ging. Übrigens, kleines Nachhaken, es ging dabei nicht nur um die blauen Haken, wie ich das dort dargestellt habe, sondern auch um Datenzugang von China. Für Forschende und die Transparenz ihrer Ad Library. Die anderen beiden waren übrigens AliExpress und Temu. Ich habe letzte Woche noch Shein mit reingeschmissen, die sonst natürlich nicht. Kleine Nachhakung an der Stelle. Aber Wir wissen, dass X ein Problem mit dieser BSA -Strafe hat und deswegen Klage dagegen eingereicht hat. Jetzt hat sich jemand an diese Klage herangehangen und zwar. . . Die US-Regierung. Die US-Regierung tritt jetzt mit vor Gericht auf an der Seite von X, um genauso gegen diese Strafe gegen das amerikanische Unternehmen zu verhindern. Oder vorzugehen, so ist der Satz richtig. Bedeutet? Also, das bedeutet, ich finde es total interessant, weil wir ja ganz viele Hakis, die sich hier in unserem Kosmos bewegen und wir haben ein Discord. Auf www. hakenkrann. org über 2300 Leute. Alle reden dauerhaft über diese Themen hier und haben alle viel eine Ahnung, wie zum Beispiel Herr Ackerbau. Und Herr Ackerbau hat geschrieben: in den USA ist es üblich, dass alle möglichen Organisationen unterstützende Schriftstücke An Obergerichte als sogenannte Amicus kurier schicken.

46:10 Daniel Spliethoff

Ich habe ein Latino, ich kann überhaupt keinen Latein

46:12 Gavin Karlmeier

Okay, Amikus Kurie, vielleicht ist es auch Griechisch. Auf jeden Fall, in Europa ist das unüblich , weil es nicht weil alles, was nicht von Verfahrensparteien kommt. Nicht in die Entscheidungsfindung mit einfließt, aber man kann beim Europäischen Gerichtshof beantragen, dass sogenannte Streithelfer zugelassen werden. Das würde ein unmittelbares und gegenwärtiges Interesse zwar voraussetzen. Aber es funktioniert, obwohl es bislang keinen Fall gab, bei dem ein Drittstaat sich als Streithelfer hat beiladen lassen. Und in der Literatur findet man dazu auch nichts, schreibt Herr Ackerbau, was also unglaubliche Recherche. Es ist aber, es passt natürlich in die Erzählung der US-Regierung, sich so schützend vor die US-amerikanischen Unternehmen zu stellen, wenn es um die, wie sie es selber nennen, Zensur oder wie wir es nennen, Gesetze Europas geht.

47:00 Daniel Spliethoff

Ja, ja, absolut. Wir erleben ja den Furrohr von Donald Trump jedes Mal, wenn gegen Meta vorgegangen wird in Europa und wenn diese Milliardenstrafen ausgesprochen werden. Das ist wie ein Angriff auf Amerika in einem Land, in dem Unternehmen so dicht mit dran sind an der Regierung und wenn das in vielen Fällen ja auch miteinander verschmelzt, ich meine Herr Mask war in Teilen nun mal Teil dieser Regierung, was ja auch völlig, völlig absurd ist, ehrlich gesagt. Und

47:27 Gavin Karlmeier

das vergisst man schnell, aber das.

47:28 Daniel Spliethoff

Das vergisst man schnell. Diese, diese völlig. Wilden Wochen zu Beginn dieser Präsidentschaft, in der dieser Mann da mit dabei sein durfte und wie es auch endete und das irgendwie wieder zurückfindet, trotz der vielen Beleidigungen, die da von links nach rechts geflogen sind und umgekehrt. Finde ich das interessant, wie sehr da Interessen eines Unternehmens Hand in Hand mit denen einer Regierung gehen. Und auch da wäre ich sehr, sehr froh, wenn wir es in Europa und Deutschland möglichst lange schaffen. Solche Zustände uns erspart bleiben, weil Gemeinwohl am Ende dann doch eher darunter leidet.

48:01 Gavin Karlmeier

Das ist so. Man vergisst ja nicht nur, dass er in der Politik war, sondern man vergisst auch ganz viele andere Sachen. Über Elon Musk. Und damit das nicht so bleibt, gibt es ja jetzt einen Film, über den wir schon hier so ein bisschen gesprochen haben. Der Film heißt Musk und soll am 9. Oktober in den USA in die Kinos kommen. Ob er nach Europa kommt, ist bislang noch unklar, weil die Verleiher sich noch nicht dazu geäußert haben. Und es scheint, dass Elon Musk der Mann, der sagt, dass ihm Free Speech am wichtigsten ist und Free Speech. . auch bedeutet, Leute, die nicht seiner Meinung sind, hören zu können und zu erdulden, verhindert alles, um diesen Film irgendwie öffentlich werden zu lassen. Also er hat schon angekündigt, dass du auf Ex nicht dafür werben kannst. Und dass auch das Unternehmen, das diesen Film bewerben wollte, Blicker Street, generell nicht mehr auf Ex werben darf. Wahnsinn ist. Und er hat es offenbar auch geschafft, dass zumindest kurzzeitig YouTube, TikTok, Facebook und Instagram, also die Metaunternehmen auch noch, zunächst entschieden haben, dass dieser Film dort nicht beworben werden darf. Was unter vielen Gesichtspunkten sehr interessant ist, weil Punkt 1, wir wissen, dass Meta immer sagt, sie seien nicht in der Lage, Werbung zu überprüfen, sie kriegen es nicht in den Griff, gewisse Inhalte aus der Werbung fernzuhalten. Wir wissen, dass 10% der Einnahmen, die Meta macht, mit betrügerischer Werbung gemacht werden. Heißt also hier in dem Fall ging das alles ganz gut. Es wird berichtet, dass die Unternehmen, die versucht haben, den Film zu bewerben. auf diesen Plattformen gesagt wurde, dass es sich um politische Werbung handelt und Werbung wegen politischer Inhalte generell abgelehnt wird. Interessanterweise hat die Berichterstattung, die amerikanischen Medien haben da viel drüber gesprochen und The Hollywood Reporter hat da sehr genau drauf geschaut. Jetzt dazu geführt, dass zwei Unternehmen, nämlich YouTube und Meta, bekannt gegeben haben, dass sie die Werbung nun doch zulassen werden, sodass man dort doch nun Anzeigen schalten kann. Ob die dann am Ende auch Menschen sehen, ist natürlich steht auf einem anderen Blatt. Aber die Unternehmen haben sich damit jetzt erstmal so ein bisschen aus der Öffentlichkeit rausgenommen.

50:03 Daniel Spliethoff

Ist das nicht Strizend-Effekt? Also im allerbesten Sinne, also wenn man da so ein Gewese drum macht, zusätzlich Bass zu erzeugen für so einen Film. Also ich kann mir gut vorstellen, dass das diesem Film im Zweifel eher helfen kann.

50:18 Gavin Karlmeier

Möglicherweise. Ja, möglicherweise ist das so.

50:23 Daniel Spliethoff

Aber natürlich ist es Wahnsinn. Also natürlich ist es Wahnsinn, da entsprechend gegen vorzugehen, vor allem für jemanden, der sich auf diese Art und Weise damit brüstet, dass überhaupt keine Einschränkung von freier Rede. Erfolgt Wasser.

50:34 Gavin Karlmeier

Ja, genau. Also Elon Musk hat, also das genau, diese, diese, diese, für mich ist das ja okay. wenn du dich nicht damit brüstest, der Redefreiheitsgott zu sein. Und das macht Elon Musk ja die ganze Zeit. Und er hat jetzt schon den Regisseur des Filmes unterstellt, er hätte null Integrität und bezeichnet ihn als schrecklichen Menschen. Also dieses nicht auszuhalten, dass jemand über dich spricht, wenn das nicht von dir autorisiert ist und nicht von dir freigegeben ist Für jemanden, der aber eigentlich immer wieder von Ego profitiert hat. Ich finde, das alles sind eigentlich Indizien dafür, dass dieser Film A extrem sehenswert ist und dass B sehr viele Dinge darin einfach tatsächlich der Realität entsprechen.

51:13 Daniel Spliethoff

Ja, also getretene Runde, und wie dann gebellt wird. Also ich kann mir das sehr gut vorstellen. Also ich schaue es mir sehr gerne an. Bin da hochgradig gespannt. Finde aber auch, dass diese Dieser Impuls, ich möchte jeden Teil meiner Kommunikation im Griff haben und das möglichst wenig nach außen geben. Ist sicherlich bei einem Mask in einem extremen Format da, aber das beobachtet man ja auch in sämtlichen anderen Bereichen jede Partei, die irgendwie mittlerweile einen eigenen Newsroom. Das geht ja bis hin zu Fußballvereinen, die vollkommen klären wollen, wer wird mit wem wie sprechen. Und ich glaube schon, dass das bei ganz vielen Bereichen von Menschen, die sich für sehr, sehr mächtig halten. eine Anspruchshaltung mittlerweile ist, dass man 100 % der Berichterstattung kontrollieren möchte und dass alles, was sich davon wegbewegt, ein Angriff auf oder als Angriff verstanden wird. Und das halte ich auch für extrem bedenklich. Also wir haben das gerade erlebt, kurzer Ausflug in ganz anderen Bereich, aber im Fußball, Jürgen Klopp, der neue Bundestrainer, der hat ein Furrohr entwickelt auf alles an Berichterstattung, was ihm nicht genehm ist. Und das ist sicherlich nicht auf demselben Niveau wie bei einem Elon Musk. Das ist was ganz noch anders. Aber es ist das gleiche, der gleiche Versuch, hundertprozentig von dem zu kontrollieren, was an Berichterstattung über einen erfolgt.

52:39 Gavin Karlmeier

Und äh Nicht gut. Nein, das ist überhaupt nicht gut. Gerade für uns beide, die eben journalistisch arbeiten, stellt das ja auch eine totale Herausforderung in der Berichterstattung dar. Also Ich zum Beispiel lasse aus Prinzip, zumindest hier was Hagen dann angeht, aber ehrlicherweise prinzipiell, ich mache Autorisierung von Interviews eigentlich nicht mit. Für die, die das nicht kennen, ist es relativ üblich, dass so Hochkaräter sich jede Antwort und in der Regel sogar auch die Fragen nochmal zeigen lassen, bevor es veröffentlicht wird, um zu gucken, ob dieses Interview so geführt wurde, wie es in ihrem Interesse ist. Und sehr häufig passiert es nämlich bei diesen Autorisierungen, dass die sehr interessanten und pikanten Stellen dann vom Management oder von der Presseagentur oder wer auch immer noch mit drin hängt, eben rausgestrichen werden, um eben eine saubere, aalglatte Berichterstattung zu erlauben und ermöglichen. Und das ist eben am Ende kein Journalismus mehr, sondern zumindest hier gilt immer das gesprochene Wort. Wir schneiden eigentlich gar nichts. Manchmal passiert es, dass Gäste zu mir nachher sagen, Ah, ich habe da vielleicht so einen Witz gemacht, der war ein bisschen drüber, können wir den rausnehmen. Und dann bin ich natürlich auch versöhnlich und sage, ja, das kriegen wir schon hin, weil das ja nichts verändert. Aber wenn du mir jetzt nachher sagst: Kannst du vielleicht alles rausnehmen, was ich über Elon Musk gesagt habe, weil ich würde gerne vielleicht für ihn arbeiten, dann würde ich sagen, dass du es halt gesagt. Sorry, weil das ist am Ende meine Definition von Journalismus. Und man muss eben diese Echtheit der Momente danach aushalten. Und wenn du das nicht möchtest, dann gib halt das Interview nicht.

54:06 Daniel Spliethoff

Am Abend, als die Bundesregierung den neuen Tankrabatt verkündet hat, hat der Bundeskanzler das über ein Reel auf Instagram und anderen sozialen Medien getan, ohne Möglichkeit entsprechend nachzufragen am selben Abend. Also keinen. Keine Presseeinladung rausgegeben, sondern der Kanzler im Kanzleramt auf Instagram. Selbe Richtung.

54:25 Gavin Karlmeier

Ja, wo ist da der Unterschied? Jetzt können wir ein ganz großes Fass aufmachen. Also wir haben eine Diskussion, die habe ich neulich geführt am Rande einer Konferenz. Wo ist da der Unterschied zum Staatsfunk, wenn der Bundeskanzler selber Videos hochlädt?

54:39 Daniel Spliethoff

Exakt, das ist es. Also, in dem Moment ist das dann sich abkoppeln von kritischen Nachfragen, und ich glaube, da kann man sich sehr sicher sein, bei dem Thema wären kritische Fragen gekommen. Wollte man in dem Abend aber nicht. So kurz vor der Landtagswahl.

54:56 Gavin Karlmeier

Komisch. Kurz nach der Landtagswahl hatte dann ja auch eine Rede gehalten, die keiner verstanden hat.

55:02 Daniel Spliethoff

Und auch das ohne Nachfragen zuzulassen. Raus, rein und raus.

55:06 Gavin Karlmeier

Ähm ja, das ist also was so die Pressefreiheit und ihren Status angeht, alles keine besonders gute Entwicklung. Auf der anderen Seite, ich verstehe, warum man sagt, es ist wie Staatsfunk. Trotzdem befürworte ich das eher, wenn auch Regierungsfiguren selber kommunizieren. Bitte kein Fernseher, wie Donald Trump, der jetzt einen Fernsehsender gestartet hat, Trump TV. Das ist dann nochmal eine andere Spur, weil es einen journalistischen Anstrich bekommt. Wenn aber Bundeskanzler etwas auf Instagram hochlädt, dann kann ich relativ schnell verstehen, wer jetzt der Absender dieses Inhaltes ist.

55:39 Daniel Spliethoff

Ohne Zweifel. Also ich finde das auch völlig in Ordnung, auch wie das dort gemacht wird. Es gibt auch sehr gut geführte Instagram Accounts von Regierungsmitgliedern. Wadefohl als Außenminister immer ein sehr gutes Beispiel, die es wirklich gut machen. Ich finde das auch total in Ordnung. Ist halt die Frage, wann zu welchem Zeitpunkt nutzt du das, für welches Communique? Und beim Tankrabatt hätte ich mir was anderes gewünscht.

56:03 Gavin Karlmeier

Ich glaube, das würden viele Leute unterschreiben. Beim Tankrabeit hätten sie sich was anderes gewünscht.

56:08 Daniel Spliethoff

Ja, sowieso.

56:09 Gavin Karlmeier

Apropos Staatsfunk. Es gab ja so ein paar Medien, die damals von X als Government Funded oder State Media wie sagt man belabelt wurden. Eines von denen war NPR und zwar, weil ich glaube, wie viel war das? 1% des Haushalts von NPR aus Staatsgeldern kommen, die de facto keinen inhaltlichen Einfluss darauf haben. Es ist ein unabhängiges Medium. Es ist nur eine Randgeschichte, ich brauchte nur eine Brücke, um zu NPR zu kommen. NPR hat nämlich einen Podcast, also mehrere natürlich, weil sie sind Radiosender, aber einer dieser Podcasts, der heißt Wildcard. Und darum soll es eigentlich gar nicht gehen, aber das Team von Wildcard hat etwas Spannendes beobachtet, berichtet Ira Glass bei This American Life, einem Podcast der New York Times, glaube ich, oder? Ja. Bin unsicher. Auf jeden Fall Araglass, eine der Podcast-Legenden. Absolut. Und der spricht nämlich darüber, dass da etwas aufgefallen ist, und zwar, dass unter den Podcast-Episoden von Wildcard auf Spotify extrem viele Kommentare sind, die nichts mit der Episode zu tun haben. Und das Team dieses Podcasts hat erstmal gedacht, das wären Bots, die einfach das spammen. bis sie herausgefunden haben, was da tatsächlich hintersteckt, weil Hannah Chin, das ist eine Produzentin dieses Teams und eine Gen Z Angehöriger, also eine junge Person, die hat sich das angeguckt und hat sich gedacht: Nee, nee, das sind keine Bots, das sind offenbar junge Menschen, die hier. miteinander kommunizieren, die bei sozialen Netzwerken wegen ihres Alters möglicherweise gesperrt sind und deswegen die Kommentarspalte dieses Podcasts Als Gruppenchat ausnutzen, weil Spotify eben nicht gesperrt wird durch die Eltern. NPR sowieso nicht gesperrt wird als seriös , so eine Art Deutschlandfunk. Und deswegen nutzen sie eben diese Kommentarspalte.

58:00 Daniel Spliethoff

Wahnsinn. Also wie finden die das? Gibt es irgendwo einen Algorithmus, der dafür sorgt, okay, wir treffen uns, ist das so, wie man früher gesagt hat, wir treffen uns am Parkplatz oder wir treffen uns auf dem Spielplatz? Und jetzt trifft man sich in der Kommentarspalte von NPR?

58:13 Gavin Karlmeier

Ira Glass hat eines der Kinder aufgespürt und gefragt. Und die Antwort war: wir haben einfach nach Podcasts gesucht, bei denen es nicht so viele Kommentare gab.

58:22 Daniel Spliethoff

Oh nein. Stell dir vor, das sagen sie über dich. Oh Mann.

58:27 Gavin Karlmeier

Oh sad. Ich finde das interessant, ich finde das aber eine ganz gute Geschichte über die Frage, was würde eigentlich ein Social Media Verbot bringen? Ein Social Media-Verbot würde bringen, dass ganz viele Schauplätze plötzlich Zweckentfremdet würden.

58:38 Daniel Spliethoff

Ja, ja. Also völlig nachvollziehbar. Leute finden Wege, das war immer so. Was weiß ich, wenn Alkohol und Kippen verboten wurden, dann hat man ja trotzdem unter 18 im Zweifel Wege gefunden.

58:53 Gavin Karlmeier

Fass? Das kann ich nicht bestätigen. Und dann habe ich noch ganz einen Nachhaken und eine ganz kleine Anekdote und dann möchte ich mit dir auch nochmal über deinen Film sprechen. Ich habe hier in der Folge mit dir von Gehen, letzte Woche Mittwoch, habe ich eine Liste von, ich wurde darauf sehr wütend von dem hakenden Hörer Andreas hingewiesen. Liebe Grüße Andreas. Dass ich hier über, ich habe so über Bobo Siebenschläfer gesprochen und ich habe über Pepper Wutz gesprochen und ich habe über die erfolgreichste Kinderliedsängerin Deutschlands gesprochen und ich nannte sie Susanne Sommerland. Die heißt natürlich Simone Sommerland. Und der Zorn von Andreas, der mir das mitgeteilt hat, der lässt sich nicht in Worte fassen. Also es tut mir leid, sie heißt natürlich Simone. Und das andere ist, auch interessant, gesellschaftlich interessant, auch das wird, glaube ich, darüber wird zu sprechen sein. In der letzten Woche hat Anthropic das neue KI-Modell Opus 5. 5 vorgestellt. Und dieses Modell benutzt keine M-Dashes mehr, also nicht mehr die Gedankenstriche. Es gibt so eine Statistik, die Beta Gostev gepostet hat. Dass die Anzahl der M-Dashes pro 1000 Wörtern bei Fable 5 bei 16 lag, bei Opus 5 bei 15, bei Fable 5. 1 bei 11 und bei Opus 5. 5 bei 0,8. Das heißt, der Gedankenstrich als KI-Indikator hat ausgedient. Ha.

01:00:20 Daniel Spliethoff

Also gilt ja auch für journalistisch Schreibende, dass die sich immer, statt einen Doppelpunkt einfach zu nehmen, auf einen Gedankenstrich zu beziehen, damit man gebildet aussieht, wenn man schreibt.

01:00:32 Gavin Karlmeier

Ich mache das immer, habe aber damit aufgehört, weil ich Angst habe, dass Leute glauben, dass wäre KI generiert.

01:00:38 Daniel Spliethoff

Das wohnt ab jetzt mietfrei in meinem Hinterkopf bei jedem Text.

01:00:41 Gavin Karlmeier

Es geht jetzt wieder. Es ist zurück. Der Gedanken stricht

01:00:44 Daniel Spliethoff

zurück. Yes!

01:00:46 Gavin Karlmeier

So, Daniel, wer würde ich jetzt erleben, wenn ich mir jetzt deinen Film angucke?

01:00:52 Daniel Spliethoff

Wenn du dir diesen Film anguckst, also ich glaube wirklich, dass der Angang ist im Grunde der Versuch dieser Person, Peter Thiel und seinem Unternehmen Palanti einfach mal ein bisschen von Grund auf Nahezukommen und diese Debatte in einer gewissen Unaufgeregter zu führen, diesen Mann-Peter-Tiel kennenzulernen und aus diesem Links-Rechtsschema so ein bisschen rauszuholen und mit im Grunde zu verhandeln, was will der Migrant? Und Wollen wir uns als Deutschland davon abhängig machen? Ich weiß, das wird hier ja auch im Podcast immer wieder diskutiert, die Unabhängigkeit von amerikanischer Software oder die derzeit noch gegebene große Abhängigkeit davon. Und da fand ich es total spannend. Ich bin am München gefahren, habe mich da mit einem grünen Landtagsabgeordneten Benjamin A. Jay zusammengesetzt für uns unterhalten. darüber, wie er sich denn fühlt, dass Palantiertechnik aus dem Hause Thiel in Bayern eingesetzt wird. Das wird ja dort nochmal anders gemacht, als das in den USA gemacht wird. Da wird Gotham die Technologie von Palantir. genutzt zum Beispiel, um Eis der Einwanderungsbehörde die Arbeit leichter zu machen, Menschen aufzuspüren mit ganz, ganz kruden Methoden, die einem echt so ein bisschen die Die Gänsehauer drauf und runter treiben. Und in Deutschland kommt das in einer anderen Variante in Ländern zum Einsatz. Das gehört auch Hessen zum Beispiel dazu und NRW. Und im Grunde wissen alle Eigentlich wollen wir eine europäische Alternative. Nur den Mut, da das nach vorne zu treiben, der ist aktuell zumindest noch nicht da. Also Herbert Reul, Innenminister NRW, stellt sich hin und sagt, ja, wir schreiben gerade neu aus und Die Technik, die da ist, müsste aber das können, was Pallanti oder Gotham can. Und das ist derzeit scheinbar noch nicht der Fall, deswegen arbeiten alle ja auch noch. damit und Benjamin R. J. hat mir gesagt, er ist sich völlig sicher und er hofft, dass das das kann oder dass wir in Deutschland das auch können. Aber beispielsweise müsste man SAP vielleicht einfach mal diesen Auftrag geben, weil von selbst werden sie es nicht machen. Man müsste diesen Auftrag geben, man müsste die Mittel zur Verfügung stellen und dann sagen, macht mal. Und es werden ja die Babysteps gerade gegangen in diese Richtung, mehr Unabhängigkeit von amerikanischer Software, aber wir sind da scheinbar noch ein ganzes Stück weit von entfernt, selbst wenn man will. Man ist sich quasi der Gefahr bewusst und kann aktuell scheinbar Noch nicht viel dagegen unternehmen.

01:03:13 Gavin Karlmeier

Aber ist es nicht eigentlich so? Also, ja, ich verstehe die Argumentation, aber auf der anderen Seite, man sagt ja auch nicht, wir haben jetzt hier ein Auto gebaut, also jedes fünfte fängt leider einmal am Tag an zu brennen. Aber wir haben halt noch kein besseres, also lassen wir es zu. Weißt du, also warum sagen wir dann nicht, die Software ist ein Sicherheitsrisiko für uns, weil wir unsere Daten abgeben, weil damit Systeme trainiert werden, weil wir uns damit durchsichtig machen. Und zwar für Leute, die möglicherweise eher an der Abschaffung unseres bestehenden Systems interessiert sein könnten. Warum sagen wir dann, naja, aber so wichtig ist uns jetzt diese Möglichkeit, mit Gotham Menschen aufzuspüren oder Verbrechen herauszufinden, bevor sie begangen werden, wie wir aus Bayern wissen. Vor allem kleine Verbrechen, Kleinstkriminalität und eben nicht die großen Verbrechen, für die es ja eigentlich mal angeschafft und herbeidiskutiert wurde , das ist mir ein absolutes Rätsel.

01:04:03 Daniel Spliethoff

Hessen sagt, man habe einen Terroranschlag verhindert mit Hilfe dieser Technik. Das lässt sich aber kaum nachprüfen. Das ist so ein bisschen Prophylaxe-Paradox und man kann das schwer überprüfen. Und vor allem, weil das halt alles mehr oder weniger unter Verschluss gehalten wird. Und ich sehe das auch so. Also de facto würde ich sagen. Solange diese Technik nicht diesen einen wirklich so gewaltigen Vorsprung und so unverzichtbar ist, und das scheint ja nicht zwingend der Fall zu sein, dann lässt man es eben noch weg. Aber da scheint es derzeit keinen Wunsch nachzugeben, weil vielleicht auch, sag ich mal, dass die Karotte vor der Nase derartig verlockend für viele Innenministerinnen und Innenminister ist, dass man sagt Das Risiko gehe ich ein. Und vielleicht auch, dass diese Bedrohung, die dadurch entsteht, gar nicht so bei 100% klar ist. Auch wenn man ja merkt, also so ein bisschen Unwohlsein ist dabei. Weil zum Beispiel diese dieses System Gotham oder Vera, wie es in Bayern heißt, wird ja abgeschlossen vom Internet genutzt. Also die greifen quasi nur auf Daten zu, die dort entsprechend hinzugefügt werden. Das läuft gerade noch in einem Nukleus, der geschlossen ist. Das heißt also, so ein bisschen Misstrauen ist ja da. Man weiß, was man sich da reinholt, oder zumindest hat man eine Ahnung. Aber trotzdem. Sehe ich es wie du, ne? Also diese Situation, sich so eine Technik reinzuholen, wenn man nicht weiß, was, was, was tut die dir möglicherweise auf lange Sicht an? Schwierig.

01:05:38 Gavin Karlmeier

Naja, vor allem, weil das ja im Zweifel ja auch dazu führt, wie wir aus Großbritannien zum Beispiel wissen, mit deren Nummern-Schilderkennungen, wie wir aus den USA, schon angesprochen wissen, dass es ja auch mal so ganz per se einfach ein schlechtes Gefühl ist, dass erstmal jeder unter Generalverdacht gestellt wird. Alles wird erstmal überprüft. In jedem Moment kann jedes Datum, das du irgendwo herbeitragen kann. Beiträgs dazu geführt werden, Rückschlüsse auf alle anderen zu erfahren und dich halt sofort zu analysieren. Und wenn du halt die Dystopie zu Ende machen willst, musst du ja am Ende nur noch an so einer Flock-Kamera in den USA vorbeifahren. Da wird die Wie viele stehen da? Eine fünfstellige Anzahl, glaube ich, mittlerweile. Da wird das Nummernschild erkannt. Theoretisch in der perfekten Dystopie kann dann geguckt werden, warte mal, hat der vielleicht möglicherweise gerade. . Klar nach Schulden, dann müssen wir dem auch mal hinterher, weil er zahlt die seit Jahren nicht. Also, ich will jetzt hier nicht so das Düstere aufmalen. Ich will auch kein Fear-Mongering machen. Ich will nur sagen, ich möchte nicht das Gefühl haben, dass ich dauerhaft überall unter den Augen der Öffentlichkeit oder zumindest einer Teilöffentlichkeit stehe, die mich überprüft.

01:06:45 Daniel Spliethoff

Ja, nachvollziehbarer Gedanke. Ich glaube, bei vielen Innenministerinnen und Innenministern sitzt dann vielleicht so ein Stück weit die Angst. Dann passiert möglicherweise irgendwas und man sagt: Na, vielleicht hätten wir es da verhindern können, wenn wir diese Technik nur eingesetzt hätten. Und ich glaube auch so rum denkt da mancher Politiker und ist da im Grunde im vorauseilenden Gehorsam an die Pressemitteilung am Denken, die dann in irgendeiner Zukunft kommen würde.

01:07:09 Gavin Karlmeier

Ja, aber ich also ich hätte gerne lieber einen Innenminister, der kein Helikopter-Daddy

01:07:13 Daniel Spliethoff

ist. Ja. Würde ich dir als Privatperson zustimmen.

01:07:18 Gavin Karlmeier

Danke. Ich packe den Film in die Shownotes, ihr könnt euch den anschauen. Ich danke dir, dass du hier warst. Ich hoffe, du kommst nochmal wieder, weil es war super angenehm mit dir. Es war ganz schön.

01:07:25 Daniel Spliethoff

Kann ich nur zurückgeben. Großer Spaß. Auch für mich jetzt als nicht 100%iger Techie kann ich sagen. Richtig cool. Ich hatte viel Spaß.

01:07:33 Gavin Karlmeier

Vielen, vielen Dank dir. Ich wünsche allen, die bis hierhin zugehört haben, einen ganz wundervollen Wochenstart in KW 40. Krass, dass wir schon die 40. Woche haben. In zwölf Wochen ist das Jahr vorbei. Egal. Wir hören uns wieder am Mittwoch. Dann mit Dennis Horn. Passt auf euch auf, macht's gut und bis dann. Ciao.

01:07:49 Speaker 4

Tschüss.