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Folge 64 · 20. Februar 2023 · 27 Min.

Zwei-Klassen-Authentifizierung

mit Dennis Horn

Die Ankündigung, die 2-Faktor-Authentifizierung per SMS hinter die Paywall zu schieben, war am Wochenende ein großes Thema. Warum das aber vielleicht gar nicht so übel ist und wieso das Herz von Elon Musk Blau-Weiß schlägt, beantworten wir heute.

Transkript

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00:01 Intro

Haken dran, the Social Media Update der CT.

00:06 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Alaf. Hello. Ist das jetzt nicht die akkurate Antwort auf Alarv, glaube ich, genau.

00:13 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Das ist richtig. Das geht komplett daneben. Aber heute ist Rosenmontag und wir haben uns Herabgelassen an einem Feiertag. Hier ist es Feiertag. Es wird also in den Schulen ist es ein beweglicher Ferientag, der da draufgelegt wird. Und ich habe jetzt erfahren, die ganzen Unternehmen, die das wie ein Feiertag behandeln, die deklarieren dann immer den Rosenmontag als Betriebsausflug.

00:37 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Ah, das ist clever. Das war ja die bittigste Erkenntnis meiner, bevor wir jetzt hier ins Labern geraten, aber die bitteste Erkenntnis meiner Berufsausbildung war damals die Erkenntnis, dass Betriebsferien zunehmende Urlaubstage sind. Das hat mich damals total durch den Wind gebracht.

00:53 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Wer weiß, wie Elon Musk das jetzt bei Twitter handelt, aber da gibt es keinen Rosenmontag, solche Fragen muss er sich nicht stellen.

00:59 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Ich glaube, er würde auch nicht freigeben an Brauchtumstagen.

01:02 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Absolut, weil Brauchtum Ist old school. So wir Karneval ist nicht disruptiv. Ja, wir beginnen heute Mit einem meiner Lieblings-Tag-Themen, immer wenn ich irgendwo, weiß ich nicht, im Fernsehen sagen muss: schützt eure Accounts, legt euch gute Passwörter zu. Dann kommt auch noch der Zungenbrecher Zwei-Faktor-Authentifizierung hinterher, den ich dann sagen muss. Und damit beginnen wir heute, weil Twitter ist einer dieser großen Dienste, wo man sich die Zwei-Faktor-Authentifizierung Einstellen kann. Und wir beginnen damit, das erst nochmal zu erklären, weil tatsächlich nur 2,6% aller Twitter-NutzerInnen im vergangenen Jahr dieses System aktiviert haben. Nutzt du die Zwei-Faktor-Adentifizierung?

01:49 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Ja, ja, auf jeden Fall auch schon immer gefühlt. Und auch also ich benutze sie bei fast allen Angeboten, wo ich sie einstellen kann. Und ich bin tatsächlich erschüttert, 2,6 Prozent, also du bist ja nicht der Einzige, der das wirklich gebetsmühlenartig wiederholt, immer zu sagen, Leute, die Zwei-Faktor-Authentifizierung ist der einfachste Weg, seinen Account zu verpassen. vor Zugriffen von Fremden zu schützen, für Spams und Hacks und alles, was es so an Bedrohung für so einen Account gibt. Und offenbar sind die Leute trotzdem zu bequem, dass es irgendwie 98 Prozent, 97,5% nicht tun. Und ich wette, sie benutzen, davon, ich will gar nicht wissen, wie groß der Prozentteil derer ist. Die dasselbe Passwort für Twitter wie für einen Computer nutzen.

02:31 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Absolut. So. Also dieselben Leute, die nie ein Backup machen und dann rumheulen, wenn alle Fotos der vergangenen 20 Jahre weg sind, sind auch die, die nicht die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktiviert haben.

02:41 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

So sag ich's mal.

02:43 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Verschafft uns auch wieder ein paar Pluspunkte bei Mastodon in der Crowd. So, und bei Twitter gibt es mehrere Varianten, die Zwei-Faktor-Authentifizierung zu nutzen. Also nochmal kurz die Erklärung. Ich logge mich ein mit Nutzername, Passwort. Und dann muss ich noch einen zweiten Code eingeben, der mir nach dem Versuch mich einzuloggen aufs Handy geschickt wird, so grob gesagt. Und das ist sicher, weil Menschen, die dann mein Passwort kennen oder es knacken, und Passwort knacken ist heute sehr einfach und geht sehr schnell. Verhältnismäßig mit.

03:19 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Zumal, wenn das ein Wort ist, ist es schlecht oder wenn das ein Passwort ist unter zehn Zeichen ist, hast du es ja in wenigen Sekunden geknackt.

03:26 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Also man macht sich gar keinen Begriff davon, wie schnell das heute tatsächlich möglich ist für moderne Systeme. Und das verhindert eben, dass Leute, die das Passwort knacken oder es besitzen. In meinen Account kommen. So, und jetzt gibt es mehrere Möglichkeiten bei Twitter, das abzusichern, was schon mal gut ist. Entweder per SMS oder per App. Das heißt, es gibt so Authentifizierungs-Apps, zum Beispiel den Google Authenticator.

03:51 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Die alle kostenlos sind übrigens.

03:53 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Alle kostenlos, da gehe ich dann rein und lese mir den Code daraus. Oder ganz modern und natürlich irgendwie am sichersten der Hardware-Schlüssel. Hast du sowas? Nein, ich wollte mir immer diesen Fido 2-Schlüssel von Google bestellen, aber der ist laufend ausverkauft. Also tatsächlich nutze ich die Authentifizierung per App in der Regel. Dort, wo es geht. Und war aber schon so drauf und dran, mir mal irgendwie so einen Hardware-Schlüssel zu besorgen. Aber das ist also. Klar, es ist das Sicherste, aber es ist überhaupt erstmals schon mal ultra viel sicherer, das überhaupt einzustellen.

04:31 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Zumal ganz kurz, diese Sache mit den Apps, also zum Beispiel, wenn du Nutzer von iOS-Geräten bist. Dann hast du in deiner iCloud Keychain, also diese Systematik, mit der du alle deine Passwörter verschlüsselt speichern kannst in der iCloud. Da drin ist auch so eine App integriert. Das heißt, du kannst in den gespeicherten Passwörtern schon den Code generieren lassen, sodass du nicht mal den Weg über eine andere App öffnen hast, wenn du dich mit dem iPhone einloggst, weil es direkt alles aus dieser verschlüsselten Keychain gezogen wird. Also auch das sind Möglichkeiten, die dann zwar nur so halb der zweite Faktor sind, die aber immer noch deutlich sicherer sind, weil du eben Zugriff zu deinen Geräten brauchst, als es gar nicht eingeschaltet zu haben.

05:12 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

So, und jetzt müssen wir heute speziell einen Blick auf die SMS als Weg, diesen Code zu empfangen, werfen, weil die SMS potenziell unsicher ist. Das liegt daran, dass sich diese Codes oder diese SMS abfangen lassen. Also man kann zu leicht Telefonnummern faken, zum Beispiel. Und natürlich ist am Ende, also deswegen ist das unter sicherheitsliebenden IT-Menschen, ich möchte nicht sagen verpönt, aber es wird immer darauf hingewiesen. SMS ist auch Potenziell so ein bisschen unsicher, aber natürlich noch immer x-mal sicherer als gar keine zweifachentifizierung.

05:51 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Und auch natürlich auch bequem die SMS. Ja. Aber sie ist halt genau, sie geht halt unverschlüsselt durch die Luft und du war dafür nicht gedacht, dass darüber sichere Daten geschickt werden.

06:01 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Genau, bequem und niedrigschwellig.

06:03 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Ja. Wie eine Postkarte.

06:05 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Und jetzt kommt Twitter ins Spiel und kündigt an. Dass die Zwei-Faktor-Authentifizierung per SMS in Zukunft nur noch für Twitter Blue NutzerInnen möglich sein wird. Deadline ist der 19. März 2023. Und wir hören jetzt erstmal rein, woran das liegt. Also, was ist die Begründung dafür? Natürlich ist es das Geld. Ja, also Elon Musk hat gesagt, das sind ausufernde Kosten. Er war in einem Twitter Space. unterwegs und hat da ein bisschen darüber gesprochen. Das kostet 60 Millionen US-Dollar pro Jahr. Und wir hören hier mal ein bisschen in seine Ausführungen rein, weil das ist sehr spannend.

06:45 Speaker 4

I'm like, what do you mean? What do you mean like there's sixty million dollars of of SMS text? Yeah, Twitter is paying telcos. Basically, there are telcos who are not being super honest out there in other parts of the world, who were basically gaming the system and and running like two-factor authentication SMS texts over and over again and just creating a zillion bot accounts to literally run up the tab so that Twitter would SMS text them and Twitter would just pay them millions of dollars.

07:14 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Also, der Vorwurf ist Telekommunikationsunternehmen, und er sagt nochmal ganz speziell, außerhalb von Nordamerika. Also er wollte sich nicht mit denen anlegen, jetzt mit dieser Aussage, die da im Land unterwegs sind. Telekommunikationsunternehmen, 390 weltweit, hätten Bot-Accounts genutzt. Um damit die Zwei-Faktor-Authentifizierung per SMS zu pushen. Ja, also diese Unternehmen gehen hin, legen Bot-Accounts an, sagte Elon Musk, und locken sich da dauernd ein, damit sie selbst möglichst viele SMS verschicken. Die sie dann Twitter in Rechnung stellen können.

07:50 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Also, das kann man natürlich überhaupt nicht überprüfen, diese Aussage. Für mich klingt das wahnsinnig umständlich, um verhältnismäßig wenig Geld zu generieren. Also ich will Elon Musk nicht das Lügen unterwestellen, aber es klingt jetzt nicht zwangsläufig nach der plausibelsten Erklärung.

08:12 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Ja, so, also das ist erstmal die Begründung, die er hier hervorzieht. So, jetzt geht Twitter also diesen Weg. Deadline ist der 19. März, also in einem Monat. Und jetzt nochmal kurz wichtig, weil manche Artikel darüber anders wirken. Das bedeutet jetzt nicht, dass NutzerInnen, die kein Twitter Blue abonnieren, auf die Zwei-Faktor-Authentifizierung verzichten müssen. Die können wechseln zu einer Authenticator-App Die gibt es für iOS und Android. Und diese Umstellung geht auch schnell. Also da geht man in die Einstellung, klickt die andere Variante an, scannt dann mit dieser Authenticator-App einen QR-Code ab und schon sind die beiden gematcht, Twitter und Und diese App, aber die SMS-Variante, die wandert jetzt eben hinter die Paywall.

09:04 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Das ist irgendwie geil, ne? Also der unsichere zweite Faktor, bitte nur, wenn du dafür Geld bezahlst. Ich finde das nicht nachvollziehbar, weil wenn die Theorie auch stimmt, dass du als Telekommunikationsunternehmen dir damit ja selber Geld generieren kannst, dann werden diese acht Dollar wahrscheinlich auch nicht das Problem sein. Also oder habe ich einen Denkfehler?

09:26 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Ne, also ich finde das völlig, also diese ganze Geschichte führt nur zu der Frage Habe ich einen Denkfehler, die ich mir da immer wieder Was soll das? Also Also es ist doch, Elon Musk selbst wirbt jetzt auch damit, zu sagen, dann stellt doch halt auf irgendwie eine App um oder so, das ist auch die sicherere Variante. Warum geht man dann nicht hin und schafft die SMS-Authentifizierung komplett ab?

09:51 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Genau mein Gedanke. Also ich verstehe, dass ich auch. Ja, also es ist ja auch völlig plausibel zu sagen, das ist viel zu teuer, völlig unsicher. Und es gibt eine kostenlose Variante, die euch nichts kostet und uns nichts kostet. Das wäre ja für alle Parteien nachvollziehbar, zumal wir hier, wie gesagt, von zweieinhalb Prozent der Twitter-NutzerInnen sprechen. Also totale Nische. Also verstehe ich auch nicht, warum man das hinter die Paywall schiebt. Vielleicht gibt es irgendwelche Seilschaften mit nordamerikanischen Telekommunikationsunternehmen, die man nicht einfach so aufkündigen kann.

10:25 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Ja, oder ich nenne dir jetzt zwei mögliche Varianten, warum das so sein könnte. Es könnte auch sein, dass er diese Bot-Account-Geschichte nur erfindet, aber die Der Gedanke, das ist uns zu teuer, natürlich schon irgendwie da ist, weil er jetzt an jeder Ecke und an jedem Ende sparen muss. Also schiebt er das hinter die Paywall, damit die Kosten gedeckt sind, sind. Das wäre die eine Erklärung, die ich so hätte, die irgendwie nahe liegt, aber diesen ganzen Schmu damit Bottecons, naja, so. Und die andere Variante ist, man kann nochmal ein bisschen hinter die Zahlen gucken. Also diese 2,6% aller NutzerInnen, die bei Twitter die 2-Faktor authentifizieren. Nutzen, das war die Zahl, die im Transparenzbericht 2022 stand. Die teilen sich nochmal auf. Drei Viertel von denen, also rund fünfundsiebzig Prozent, haben bisher den Weg über die SMS genutzt. Die meisten anderen über eine App und nur ein Prozent setzen einen physischen Schlüssel ein Krass, ja. So. Und ich habe ja eben gesagt, die SMS ist der niedrigschwelligste Weg, irgendwie, das so zu machen. So, und wenn der so niedrigschwellig ist, dass viele Leute sagen: Ja, so ist es halt bequem und jetzt nochmal eine App, das ist mir zu heavy. Dann legt er ja schon eine Funktion, die, wenn auch nur ein kleiner Teil der NutzerInnen, aber die eben schätzen hinter die Paywall. So, und das wäre meine zweite Variante der Erklärung.

11:58 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Ja, ich verstehe das, aber die impliziert ja die These, dass Menschen Twitter Blue abschließen weil sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung per SMS nutzen wollen. Und die würde ich nicht mitgehen, glaube ich. Weil du, also wenn ich jetzt so ein der Normalnutzer wäre, Dann wäre die jetzige Entscheidung, das hinter die Paywall zu schieben, würde für mich eher den Schluss aufmachen, dass ich sage, naja, dann schalte ich sie entweder ab. oder ich gehe halt tatsächlich den Weg über die App, anstatt dass ich tatsächlich jetzt 8 Dollar dafür bezahle, um SMS empfangen zu können.

12:33 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Ja, ich habe einfach gedacht, er versucht gerade einfach alle möglichen Pluspunkte zu sammeln für.

12:39 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Das ist auch schlüssig und das passt uns in die Erzählung. Aber ich glaube auch, dass das sein Grund sein könnte, aber ich halte ihn nicht für besonders klug.

12:48 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Ja, das unbenommen. Also, wenn ich jetzt das Positive aus Sicherheitsgründen darin sehen möchte, dann würde ich sagen, super. Jetzt bleiben wir alle beim kostenlosen Twitter und wechseln endlich auf Die App-Lösung für die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Wenn ihr das hier hört und zu den anderen 97,4% gehört, screw you.

13:07 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Do it.

13:08 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Now. So. Haben wir das Thema beendet? Ich würde gerne noch eine kurze andere Geschichte, weil wir gerade bei Kostensenkungen sind, aufrufen, nämlich Indien. Zwei von drei, also in Indien gibt es drei Twitter-Büros Niederlassungen und zwei von drei werden jetzt auch geschlossen und die MitarbeiterInnen angewiesen, von zu Hause aus zu arbeiten. Also nochmal ein bisschen Kostensenkung.

13:35 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Das Unternehmen, das im Managementwechsel damit Schlagzeilen gemacht hat, zu sagen Kein Remote Work mehr, alles muss in Präsenz gehen. Macht dir zwei Bewusstsein, um die Leute ins Homeoffice zu schicken.

13:48 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Ja, das ist Indien ist ja weit weg. Da ist es ja offenbar egal. Also es gab mehr als 200 MitarbeiterInnen in Indien und mehr als 90 Prozent davon wurden gekümmert. Also sind dann, wenn ich richtig gerechnet habe, noch rund 20 übrig. Und geschlossen wird in Neu-Delhi und in Mumbai. Also dort, wo die Politik sitzt und dort, wo die Finanzen sitzen, es gibt einen dritten Ort, nämlich Bengaluru. Das ist eine Technologiemetropole. wo hauptsächlich Ingenieure arbeiten, da bleibt das Büro offen. So, den Rest gucken wir uns weiter an, wenn da noch mehr passiert. So, jetzt haben wir noch ein anderes Ding aus der vergangenen Woche. Du erinnerst dich an den Versuch, den Algorithmus so zu frisieren, dass Elon Musks Tweets die höchste Reichweite erzielen.

14:39 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Ich erinnere mich dunkel, ja.

14:41 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Faktor 1000, sein Cousin hatte das in Gang gebracht. Darüber haben wir letzte Woche gesprochen. Elon Musk hat jetzt Stellung bezogen. Dreimal. Einmal hat er geschrieben, dass seine Tweets frisiert wurden, sei falsch. Da hätte es nur einen Fehler gegeben, der kurz mal dazu geführt hätte, dass Replies dieselbe. Prominenz hat er geschrieben bekommen hätten, wie Erstweets. Aber das habe sich jetzt erledigt und wenn man sich mal die Likes und Views seiner Tweets über die letzten sechs Monate angucken würde, dann würde das auch zeigen, dass es alles nicht so stimmen könne. Ich so, hä? Sechs Monate? Der hat das doch jetzt erst letzte Woche eingestellt. Klar Zeigen die Zahlen das dann nicht so. Also, na ja. So, und dann das zweite. Ähm Da sagt er auch nochmal, Leute, also er fängt an, den Tweet mit Note. Doppelpunkt. Wenn viele Leute, denen ihr folgt, auch mir folgen, dann ist es natürlich höchstwahrscheinlich. Das ist der Algorithmus meine Tweets. Was ist da? Bist du umgekippt? Ich bin kurz umgefragt. Ist schon irgendwie Karneval, ne?

15:55 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Ja, ja, hier ist gerade neben mir so eine Konfettikanone geplatzt. Ist alles in Ordnung.

15:58 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Ah, okay. So. Ich versuche zurück zum Thema zu kommen. Ich dachte, du wolltest einen Tusch spielen nach seinem Tweet. Also er sagt, es ist höchstwahrscheinlich, dass der Algorithmus dann natürlich auch meine Tweets empfiehlt. Das ist nicht super sophisticated. Und in den kommenden Monaten werde man die Möglichkeit anbieten, den Algorithmus zu justieren für sich selbst. um näher an das ranzukommen, was an selbst auch interessiert und erfüllt.

16:31 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Das klingt für mich übrigens komplett nach einer dieser Ankündigungen, die nie umgesetzt sind.

16:34 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Ja, ja, ja, voll. Eigentlich meint er in ein paar Monaten werden die euch nicht mehr daran erinnern, was ich hier getwittert habe. das irgendwann wieder.

16:41 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Das ist aus der Kategorie. Weißt du noch, wie uns versprochen wurde mit der mit der Veröffentlichung der ersten Twitter-Files, dass wir uns versprochen wurde, dass wir schauen können, wie unsere Profile behandelt werden und ob wir, welchen Status wir haben und ob wir vielleicht irgendwo Shadowband sind und so.

16:57 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Ja, oder dass man bei den Twitter-Files auch irgendwann den Zeitraum nach der Twitter-Übernahme durch Elon Musk betrachten werde.

17:05 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Stimmt.

17:06 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Passiert nicht. So, und die dritte Geschichte, die Elon Musk schreibt, ist: Die Quelle, also berichtet hatte ja Platformer. Das ist dieser Newsletter von Casey Newton, Text-Journalist, und Zoe Schiffer, seiner Kollegin. Und Elon Musk schreibt, dass die Quelle des Fake-Artikels von Platformer ein verärgerter Mitarbeiter sei. Der sich seit Monaten schon in bezahlter Freistellung befand, schon einen Job bei Google angenommen hätte und das Bedürfnis verspürte, auf dem Weg nach draußen den Brunnen zu vergiften. Und Twitter werde rechtliche Schritte gegen ihn einleiten. Casey Newton hat darauf geantwortet, this is completely false. We stand by our reporting

17:50 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Ja. Das fängt gerade erst an. Was ich aber ganz großartig daran finde, ist, dass Elon Musk hier einen ehemaligen Mitarbeiter vor den Bus wirft. Auf Grundlage einer Tätigkeit, einer einer, also etwas, was er getan hat, was er ja die ganze Zeit tut mit den Twitter-Files, nämlich Dinge erzählen, die nicht an die Öffentlichkeit sollen oder sollten, die nicht dafür gedacht waren, die im Zweifel vielleicht auch In diesem Kontext so überhaupt nicht funktionieren als Veröffentlichung. Und diese Transparenz, die hier eigentlich ja immer wieder gepredigt wurde, in der Sache Twitter-Files und auch in der Ankündigung damit leben zu müssen, wenn solche Sachen veröffentlicht werden. Das endet alles genau an diesem Punkt, wo es halt gegen ihn persönlich geht, weil es geht ja ja nur um sein Ego in der Geschichte.

18:43 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Und jetzt steht aber die Geschichte, was hier passiert ist, natürlich weiter im Raum. Also Elon Musk hätte hier am Algorithmus drehen lassen. Wer ist. Der Gegner, der Elon Musk jetzt am gefährlichsten werden könnte. Was meinst du?

18:59 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Ich glaube, der größte Gegner, den Elon Musk ja hat, ist er selber.

19:03 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Ja. Ich sage aber die Landesmedienanstalten der Bundesländer in Deutschland. Die bayerische Landeszentrale für Neue Medien, BLM, prüft jetzt Ob diese offenbar vorgesehene oder schon erfolgende Manipulation des Algorithmus durch einen, Zitat, Reichweitenbooster Gegen den deutschen Medienstaatsvertrag verstößt. Also sie will da jetzt ein bisschen untersuchen. Sie ist für Regulierung zuständig. Ob hier die Vermittlungsfunktion eines Intermediärs verletzt wurde. Intermediäre sind soziale Medien, also die durchleiten sozusagen. Und der BLM-Präsident heißt Thorsten Schmiege. Der sagt, in einem solchen Fall greift der Medienstaatsvertrag mit dem Diskriminierungsverbot, das verhindern soll, dass bestimmte journalistisch redaktionelle Inhalte in ihrer Wahrnehmbarkeit herabgestuft oder priorisiert werden. Da haben wir ja schon drüber gesprochen. Ist das, wenn da jetzt priorisiert wird, kann man dann daraus schließen, dass auch anderes herabgestuft wird?

20:16 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Wird. Genau, das schenkt er ja mit dran.

20:18 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Genau. Er sagt halt, Twitter hat gerade für die politische Kommunikation eben eine enorme Bedeutung. Jetzt gibt es eine erste Sondierung. Und dann will die BLM entscheiden, ob sie ein offizielles Aufsichtsverfahren der Medienanstalten wegen Diskriminierung nach <unk> 94 Medienstaatsvertrag einleitet. Und wenn sie einen Verstoß gegen die Bestimmungen feststellen Klammer auf, im Jahr 2029 wahrscheinlich, Klammer zu. Sind laut Paragraf 109 Abhilfemaßnahmen, wie, Zitat Insbesondere Beanstandung oder Untersagung, Sperrung, Rücknahme und Widerruf vorgesehen.

20:57 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Wie übersetzen wir das? Also, was sind die Folgen? Wie viele Zähne hat dieser Tiger deutsche Landesmedienanstalt?

21:04 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Ich würde sagen, es ist ein 97-jähriger. Tiger, der seit diversen Jahren sich in Kieferchirurgischer Behandlung befindet, weil so viel nicht mehr da ist Also, es gibt ja in der Datenschutzgrundverordnung Geldstrafen, die darin vorgesehen sind, von bis zu 4% des Jahresumsatzes. Sowas steht im Medienstaatsvertrag zum Beispiel nicht. So, und dann, ähm, wer hat nachgefragt? Heise? Heise Online? Da hat dann eine Sprecherin der BLM gesagt, dass Twitter wenn ein Verstoß festgestellt wird, gegen 94 Medienstaatsvertrag, eine finanzielle Buße drohen könnte von bis zu 500. 000 Euro.

21:49 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Okay, aber das ist ja schon, lass mich kurz rechnen, ein Dreißigstel Telekommunikationsunternehmen betrug immerhin.

22:00 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Also

22:01 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Und ein Dreihundertstel der und nicht mal ein Dreißigtausendstel der monatlichen Zinszahlungen Ich glaube, das wäre nicht besonders gefährlich, diese 500. 000 Euro.

22:14 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Also da hätte man in einem Land, vielleicht in Deutschland Die Zwei-Faktor-Authentifizierung für weiter betreiben können. Einfach. So, dann wäre das alles nicht passiert. Am Ende wissen wir, dass ja vielleicht der Digital Services Act das noch bessere Schwert wäre, um gegen Twitter vorzugehen. Kurze Ergänzung: also, wir haben darüber gesprochen. Wird Twitter als sehr große Online-Plattform und Suchmaschine eingestuft? Da sagen ExpertInnen wie Markus Beckedahl von Netzpolitik. org, der hat uns dann geschrieben, nachdem wir das letzte Mal auch drüber gesprochen haben. Chance steht Hälfte, Hälfte. Diese sehr große Online-Plattform, das ist erfüllt unter anderem, wenn die im Monat von mehr als 45 Millionen Menschen genutzt werden. Und jetzt haben wir den Transparenzbericht von Twitter, darin ist die Rede von 59,8 Millionen aktiven, eingelockten NutzerInnen. Also, wir bleiben da weiter gespannt, was die Entscheidung angeht. Jetzt haben wir noch so ein bisschen Kleinkram. Den wir aufkehren können. Ja, bitte. Über dieses Wochenende. Der For You-Feed heißt bei einigen in der iOS-App jetzt wieder top.

23:25 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Und ich glaube ja, das ist einfach ein Fehler.

23:28 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Glaube ich auch, da ist das alte Alte wieder nochmal hervorgekommen. Also, das ist der Jenga-Turm.

23:35 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Ich hätte gerne so unten rechts, klein, in hellgrau, eingeblendet, welche Version ich gerade von Twitter nutze. Ja. Weil ich habe das Gefühl, das ändert sich ja mit jedem Reload ändert sich das.

23:46 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Ja. Auch hier, Jane Wong, über die wir auch schon mehrfach gesprochen haben, diese Reverse-Engineerin aus Hongkong, hatte einen Tweet, der mehr als 500 Likes hatte. Und dann plötzlich auf gut 200 Likes gefallen ist. Hat Elon Musk gesagt, da war die Synchronisation zwischen unseren Data Centern in Portland und Atlanta dran schuld, die nicht richtig funktioniert hat.

24:13 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Da haben wir jetzt endlich mal Namen für eine Problematik, die wir ja schon öfter hier festgestellt und unterstellt haben. Also es ist ja genau diese These, die wir öfter schon hatten, dass die Server dann nicht mehr so gut miteinander sprechen, wie sie sollten. Und das wissen wir jetzt offenbar, haben wir jetzt belegt. Genau.

24:29 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Und dann haben wir noch Breitnige. Das ist ein Mastodon-Account und ein Blog. Und da haben wir ein Posting gefunden, dass der Twitter-Account der BVB-Fanabteilung von Twitter gelöscht wurde. Und die Begründung ist Dass dieser Account, als er erstellt wurde, erst 13 Jahre alt war. Und das ist aus Jugendschutzgründen nicht zulässig. Also er, nicht der Account, sondern die BVB-Fanabteilung, weil er ist 13 Jahre alt. Jugendschutz geht nicht. 13 Jahre mit Twitter kannst du nicht machen. Und dann gab es, also hat man eingewandt, dass das hier natürlich keine natürliche Person ist. Auch Nachweise über die mittlerweile oder längst schon gegebene Volljährigkeit der Account-Betreuer Twitter hat einfach nicht reagiert.

25:22 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Nein, natürlich nicht.

25:22 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Also merkt euch, wenn ihr irgendwie einen Verein habt oder so und der ist keine 13 Jahre alt, bitte nicht bei Twitter anmelden. Der Verein muss älter sein, damit er auch bei Twitter sein darf. Sonst geht es wegen Jugendschutz. Ist nicht in Ordnung.

25:36 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Ich glaube, Elon Musk ist Schalker. Ich kann es mir nicht anders erklären.

25:43 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Ja, vermutlich.

25:45 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Okay, vermutlich. Und dann gab es noch eine kleine Beobachtung von diesem Wochenende. Und zwar sind offenbar am Samstagabend die Notifications bei einigen ausgefallen, also man konnte die nicht mehr neu laden. Und irgendwann. Quartz wieder funktioniert, eine Stunde später, zwei Stunden später, aber die Benachrichtigungen, die in dem Zeitraum dazwischen stattgefunden haben, wurden nicht nachgereicht. Das heißt, es gibt so eine Art Nirvana Eine tote Stunde, wo Dinge passiert sind, von denen niemand weiß, ob sie wirklich passiert sind. Wenn ich einen Tweet like und niemand da ist, der es sieht, wurde dieser Tweet tatsächlich geliked.

26:18 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Wir wissen es nicht.

26:19 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Wir werden es nie erfahren. Gut, wir gehen jetzt wieder zu Hakenranwagen fährt gleich los.

26:26 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Der Hakenranwagen fährt gleich durch den Ort und es läuft Peter Maffei. Und wir werden laut mitsingen weiterhin.

26:33 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Ich wollte nie erwachsen sein, damit.

26:35 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)

Und wünschen euch allen einen schönen Rosenmontag. Bis morgen.

26:38 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)

Bis morgen.