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Folge 69 · 27. Februar 2023 · 40 Min.

Algorithm of the night

mit Dennis Horn

Twitter räumt auf: In dieser Woche soll der Algorithmus offengelegt werden – und wir warten schon jetzt auf die angekündigte Enttäuschung. Bevor es dazu aber kommt, schmeißt er seine Belegschaft aus Slack raus – oder direkt aus dem Unternehmen. Nach 69 Folgen könnte man meinen, es würde Ruhe einkehren, aber… naja.

Transkript

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00:01 Intro

Haken dran, das Social Media Update der CT.

00:06 Gavin Karlmeier

Grüß dich, Kevin. Hola, Dennis. Hola, hola, ¿qué tal? Live aus den Bergen vor Barcelona.

00:17 Dennis Horn

Du atmest die gleiche Luft, die Picasso geatmet hat gerade. Ist das so? Ich glaube, der hat auch in Figueras gelebt, wenn ich nicht alles durcheinander bringe. Vielleicht bringe ich auch doch. Ach nee, das Dali. Ha! Cyberdor Dali kommt aus Figueras. Vergiss, was ich gesagt habe.

00:36 Gavin Karlmeier

Aber Picasso ist Dali oder Picasso, Hauptsache Musiker.

00:41 Dennis Horn

Ja, Picasso kam aus Malaga. Dementsprechend, das ist doch ein Eckchen, dann nehmen wir halt Dali. So oder so, es bleibt abstrakt.

00:50 Gavin Karlmeier

Ja, also ich bin einfach übers Wochenende, ich sitze ja immer im Auto, wenn wir aufzeichnen. Und plötzlich war ich in Barcelona. Bin einfach sitzen geblieben, plötzlich war ich hier einfach durchgefahren.

00:59 Dennis Horn

Und dann haben wir auch noch vergessen, diese schöne 17-Stunden-Episode hochzuladen, wir Idioten.

01:06 Gavin Karlmeier

Das muten wir niemandem zu. So, wir sind in einer neuen Woche und es ist die Woche des open gesourcten Algorithmus. Elon Musk hat versprochen. Diese Woche wird es den Twitter Algorithmus als Open Source Version geben zum Nachgucken. Die große Transparenzinitiative. Wir sind uns nicht sicher, ob er das auch tatsächlich einhalten wird. Wenn, dann hört ihr es diese Woche hier bei uns. Und wenn nicht, dann hört ihr das auch hier bei uns. Weil, ähm, also ich fand das ganz spannend. Plattformer hat jetzt nochmal zusammengefasst. Was er noch so für nächste Woche angekündigt hat, in den vergangenen Monaten. Es war so die Funktion, die. einem mitteilen soll, ob man Shadow gebannt ist. Das waren Verbesserungen für die Suchfunktionen. Das war der Der Rat für die Content-Moderation oder die Möglichkeit für Videos Geld zu verlangen? Kommt alles nächste Woche. Also kam alles mal irgendwann nächste Woche.

02:13 Dennis Horn

Es ist die Woche für Twitter 4. 0. Ich bin sehr gespannt, weil Elon Musk hat ja angekündigt, dass diese Veröffentlichung des Source Codes, des Algorithmus, Enttäuschungen mit sich bringen wird. Und ich habe das Gefühl, das ist nicht die einzige Enttäuschung, die wir erleben werden mit diesen Ankündigungen. Das glaube ich auch.

02:32 Gavin Karlmeier

Was hat er noch gemacht übers Wochenende? Elon Musk hat getwittert, er hat alle Leute entblockt, außer Scammer. Und er würde anderen dazu raten, dasselbe zu tun. Negatives Feedback ist ein gutes Ding, ist eine gute Sache, hat er getwittert. Irgendjemand hat darauf, das habe ich noch im Kopf, als ich da mal so durchgegangen bin. Hat darauf geantwortet, ja, sag das denen, die du gefeuert hast, nachdem sie dir die Wahrheit gesagt haben. Und was hast du, du hast noch so ein Screenshot ausgegraben, irgendwie übers Wochenende, wenn man einen Account komplett neu anlegt und niemandem folgt und von niemandem gefolgt wird, dann werden dir, du bekommst ja so Empfehlungs-Notifications.

03:12 Dennis Horn

Also in der Vergangenheit hat man da so Sachen drin stehen gehabt, wie beispielsweise Die Zeit hat was getwittert oder ein Jan Böhmermann. Also so sehr große Accounts, die vermutlich, auf die sich viele Leute einigen können. Das hat sich inzwischen etwas geändert. Also dieser Screenshot hier von dieser Person, die niemandem folgt, hat fünf Benachrichtigungen von diesem Empfehlungsalgorithmus bekommen. Davon war einmal Mr. Beast dabei, das ist so der größte YouTuber international, und viermal Elon Musk. Naja. Es ist auch so, eine andere Person, Aaron Gallagher, hat darunter geschrieben, dass ihr in dem Who to follow, also als Empfehlung die der Leute, denen man so folgen sollte, auf einem neuen Account nur eine Person ist und zwar Elon Musk. Ich habe das Gefühl, so langsam sind die Algorithmusumstellungen wirklich tatsächlich nur noch Reichweitensteigerungen für den Twitter-Account von Elon Musk. Ist aber auch clever, wenn niemand mehr da ist, dann bleibt er immerhin glücklich.

04:13 Gavin Karlmeier

Ja, genau, und ich meine, mit einer Verstärkung der Reichweite von 1000 sickert das halt überall ein. So ist es. So, ich möchte gern zum Start in diese Woche mit dir über eine Beobachtung sprechen, die ich gemacht habe. Und ich weiß nicht, ob du sie teilst. Ich war am Wochenende nochmal so ein bisschen auf Twitter unterwegs, als ich so geguckt habe. Was ist gerade los? Haben wir vielleicht irgendwas verpasst, was wir noch auf unsere Liste nehmen müssen für heute? Und dann Ist mir aufgefallen, wer so alles den blauen Haken hat mittlerweile. Und also, wir sind ja hier mit so mehreren Thesen dran gegangen. Also, wir sind so mit der These dran gegangen, das zahlt keiner. Wir sind auch mal mit der These dran gegangen, das wird auch von Leuten ausgenutzt werden. Und wir haben Ende der vergangenen Woche ja auch die Meldungen gehabt, dass. Diverse Accounts, die russische Propaganda bei Twitter reingeben, sich einen blauen Haken ganz offenbar gesichert haben. Wir sind mit der These reingegangen, dass da auch viel Schindluder mitgetrieben wird, was so Fake-Accounts angeht. Auch das haben wir immer wieder erlebt. Wir haben selbst mit den mit den Leuten von Diesem satirischen Punica-Account geschrieben, den es nach wie vor gibt. So, und mein Eindruck war aber jetzt, als ich da reingeguckt habe, ich bin da immer wieder Accounts begegnet. die ich für seriös halte, die ich auch einsortieren würde in, da hätte ich niemals gedacht, dass die. Twitter Blue abonnieren würden und so weiter und so fort, die dann so einen blauen Haken haffen. Also da waren zum Beispiel so Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dabei. Da waren natürlich klar so IT-Leute dabei, die ich da immer wieder erlebt habe. Und Menschen, die in irgendeiner Form so sagen wir mal an dieser politischen Debatte bei Twitter Teilnehmen, die ich aber überhaupt nicht irgendwie so in dieser libertären Bubble, wo auch die Elon Musk-Fans zu finden sind, verorten würde. Und Mir ist das jetzt nicht selten aufgefallen. Also wirklich so bei, sagen wir mal, so Viertelstunde so durchscrollen durch Twitter, so drei, vier, fünf Accounts. Die mir da untergekommen sind, die Twitter Blue abonniert haben. Und ich weiß nicht, wie dein Eindruck ist, aber da hatte ich so ein bisschen so: okay, das ist krass, das hätte ich so nicht erwartet. Und das entspricht nicht so dieser Abgesangthese, die wir in unserem Trauermodus so hatten die letzten Monate hier Wie geht dir das?

06:57 Dennis Horn

Ich finde das spannend, aber ich glaube, da muss man auch dazu sagen, dass du schon eine andere Timeline auf Twitter hast als ich, nehme ich an. Weil meine Timeline auf Twitter ist sehr stark Entertainment geprägt. Also da sind sehr viele Leute, die sehr viel Quatsch machen. Also sehr viel mehr Punikas als WissenschaftlerInnen. Und wenn ich mir aber so angucke, wer so zum Beispiel meine Tweets liked, es gibt ja jetzt zumindest wenn man nicht ein unverändertes Twitter hat, so wie du. hat man ja den verifiziert Reiter auf der Notifications-Übersicht und kann genau sehen, wer hat eigentlich mit MineTweets interagiert, der oder die einen blauen Haken hat.

07:34 Gavin Karlmeier

Das ist aber ein Reiter, den man nur hat, wenn man selbst verifiziert ist, ne?

07:39 Dennis Horn

Ich glaube, das ist inzwischen nicht mehr der Fall. Und dann habe ich mir so angeguckt, wer ist denn da jetzt eigentlich bei, der mich überrascht? Weil da sind so Leute bei Die waren da schon immer bei, weil sie eben Legacy Blue sind, wie Elon Musk sie nennt. Da sind aber auch ein paar Leute bei, die ich in die, und ich habe genau geguckt, wer ist dabei, wer als abonniert hat. Und vor allem die, die ja da auffallen, sind die relativ kleinen Accounts, die Accounts, die relativ kryptische Namen haben, weil früher die verifizierten Accounts in der Regel Klarnamen-Accounts waren. Nicht immer, aber oft. Und die, die eben so Twitter Blue abonniert haben. Würde ich so in drei Kategorien einteilen. Zum einen die Kategorie Wichtigtour. Das tut vielen bestimmt Unrecht, aber wenn ich das ausführe, dann kannst du es bestimmt nachvollziehen. Da sind so Leute bei, die so ein bisschen, ich bin selber so an meinen Beruf gekommen, deswegen kann ich jetzt, glaube ich, relativ frei von der Leber weg erzählen, so aus der Kategorie Fake It Till You Make It, Leute, die so ein sehr. professionell anmutenden Account haben und davon erzählen, dass sie alles für Errungenschaften geleistet haben

08:53 Gavin Karlmeier

So wie wir beide, als wir Anfang 20 waren.

08:55 Dennis Horn

Absolut, ganz genau. Also hundertprozentig. Weil je näher du dann da drauf schaust, desto mehr siehst du, okay, eigentlich ist die größte Errungenschaft, dieser Account hier. So so waren meine Anfänger auch, ich finde das auch gar nicht, gar nicht verwerflich, also es ist gar nicht wertend, aber Das sind Leute, die, glaube ich, dazu geneigt sind, sich einen blauen Haken zu kaufen, um ihrem Account eben nochmal eine gewisse Wertigkeit oder Wichtigkeit mitzugeben. Und ich glaube, von denen gibt es gar nicht so wenig, ehrlicherweise. Und das ist vermutlich auch das Publikum, die auch bei anderen blauen Haken zuschlagen würden. Also bei Instagram oder Facebook. Dann gibt es Accounts, die das witzig finden, sich einen blauen Harten zu holen. Also da sind wir in der Kategorie Punika. Also Accounts, die halt, die es halt witzig finden, dass sie verifiziert sind. Ich glaube, darum gibt es auch ein paar. Das sind aber vermutlich auch die ersten, die relativ schnell wieder los sind, wenn es dann früher oder später die Möglichkeit gibt, den zu verlieren. Und die dritte Kategorie sind halt tatsächlich Menschen, die aus irgendeinem Grund das für sich selber als Sinnvoll erachten, ihren Account zu verifizieren. Also, das sind dann eben die von dir genannten WissenschaftlerInnen, Journalistinnen, die vermutlich auch in den letzten Jahren vom Verifikationsprozess entweder übersehen wurden oder auch einfach lange nicht die Möglichkeit hatten, ihn anzustoßen. Auch das gab es ja. Und es gibt Elon Musk-Fans, die reagieren aber, glaube ich, wenig auf meine Tweets. Aber davon gibt es, glaube ich, auch einige, die einen blauen Haken haben. Also wenn du in die Kommentarspalten von Elon Musk schaust, da haben schon viele einen blauen Haken.

10:26 Gavin Karlmeier

Ja, total. Total. Da gebe ich dir recht. Und ich glaube, das beschreibst du richtig. Und es ist ja auch. Eigentlich bei diesem Angebot, das Twitter da macht, wenn das ausgefeilter wäre, also im Moment ist da ja, du bekommst Den blauen Haken und bald auch irgendwas noch zusätzlich. So, und wenn dieses Angebot ausgefeilter wäre, dann könnte man ja auch nicht mehr genau nachvollziehen. warum die Leute diesen blauen Haken haben. Vielleicht hat ihnen irgendwas anderes im Angebot von Twitter Blue dann irgendwie zugesagt. Das ist nichts, was man jetzt so vermuten könnte. Aber was ich ganz interessant fand War, dass ich halt bei der Menge an Leuten, die mir da so untergekommen sind, die diesen blauen Haken hatten, halt nicht mehr pauschal sagen kann, das ist ein Zeichen dafür, Dass diese Leute Elon Musk das Geld in den Rachen werfen und werfen wollen. Also das lässt sich halt nicht mehr so hochhalten. Was ja. Ja, es war immer so ein Gedanke, der mir ein bisschen geholfen hat, meine Trauer zu verarbeiten. Aber damit ist vorbei.

11:38 Dennis Horn

Ja, und ich glaube, ich habe da so eine kleine Erklärungsthese. Ich glaube, das liegt auch daran, dass nicht alle Menschen den Kauf von Elon Musk sofort derart politisieren und auch verteufeln oder so kritisch sehen, wie wir das von vornherein getan haben. Also es gibt ja durchaus auch Menschen, die die Plattform lieben, die die Leute lieben, mit denen sie da unterwegs sind. Und die sagen, wenn es hier eine Möglichkeit gibt, meine Nutzungserfahrung in irgendeiner Form auch zu verbessern oder zu beeinflussen, dann nehme ich das gerne in Anspruch. Und auch das finde ich tatsächlich auch legitim. Also man muss nicht alles immer überpolitisieren. Dafür gibt es ja dann Leute wie uns.

12:19 Gavin Karlmeier

Na gut. Also das als unsere Beobachtung. Und jetzt kommen wir mal zu den Dingen, die passiert sind. Und wir müssen beginnen mit der, wie ich finde, also immer wenn du denkst, es wird nicht mehr verrückter. dann wird es verrückter. Twitter zahlt seine Rechnungen nicht und das gilt unter anderem für zwei Stücke Software, die genutzt werden bei Twitter. Das eine ist Gira. Das ist so ein System, das Ja, wie kann man das umschreiben? Die oft im Software-Bereich dann auch eingesetzt wird.

12:56 Dennis Horn

So ein bisschen wie Trello oder Adana oder Monday oder sowas. Adana ist ein Kebab, ne?

13:06 Gavin Karlmeier

Adana habe ich gedacht, wäre für einen Vorentscheid im Eurovision Song Contest.

13:12 Dennis Horn

Adana heißt es. Also, es sind halt so Tools, die du halt so als zum Projektmanagement nutzt, wo man so Aufgaben kleinteilig verteilen kann und auch modular und so.

13:21 Gavin Karlmeier

Ja, also kennt nicht jeder, aber was noch mehr Leute kennen, ist Slack. Also Slack ist das Microsoft Teams für die coolen Legacy Teams eigentlich. Legacy Teams eigentlich gibt es schon viel länger. und ist nach wie vor ob es wohls obwohl es älter ist schlanker als teams von von microsoft Finde ich, also so geht alles schneller von der Hand. So, und das sind beides so Software, die man Für den Produktiveinsatz unglaublich gut gebrauchen kann. Und natürlich war sie auch bei Twitter im Einsatz und plötzlich bekam die Belegschaft von Twitter die Meldung angezeigt, die Server wären down. Bei Slack, also Slack stand besonders im Mittelpunkt dieser Berichterstattung, also die Server wären down. Und dann stellt sich heraus, das waren sie gar nicht. Also angeblich aufgrund routinemäßiger Wartungsarbeiten. Und ist das schon wieder das Mikrofon umgekippt? Nee, ist schon wieder. Als ich routinemäßige Wartungsarbeiten gesagt habe? Ja, vielleicht war das Absicht. So, also und dann hat ein Mitarbeiter von Slack dem Magazin The Virge gesagt So eine Meldung, die gibt es ja bei uns gar nicht, sondern das muss manuell abgeschaltet worden sein. Und zwar von Twitter selbst. So, also nochmal. Twitter selbst schaltet den Dienst ab, den die Entwicklerinnen und Entwickler oder überhaupt die Belegschaft, die noch vorhanden ist bei Twitter. braucht, um miteinander zu kommunizieren und sagt aber, das wären routinemäßige Wartungsarbeiten. Was ist da passiert?

15:14 Dennis Horn

Vor allem, um noch einen draufzusetzen, halt ja, also einem Team, das ja selber an einer, also in der im Silicon Valley sitzt, das selber mit Technik zu tun hat. Also Leute, die alle in der Lage wären zu googeln, ob ein Server tatsächlich down ist. Also das ist das ist, du führst ja nicht irgendwelche Leute, das ist ja nicht so, wenn du einem Kind sagst, du, nee, nee, das gibt jetzt, das Fernsehen ist aus jetzt, es gibt kein Fernsehen mehr. Und das Kind muss das glauben, weil es das nicht überprüfen kann. Sondern tatsächlich alles Leute, die ja wirklich sehr ähm belehrt sind, was dieses Thema angeht Aber was ist denn passiert, Dennis? Löse es auf.

15:56 Gavin Karlmeier

Ja, was ist passiert? Also, meine Lesart ist jetzt, man mutmaßt ja auch immer noch so ein bisschen, ne? So, also erstmal vielleicht nochmal, um noch kurz bei der Geschichte zu bleiben. Das führte natürlich dazu, dass die Belegschaft von Twitter erstmal nach Hause gegangen ist. Oder nicht weitergearbeitet. Sie haben einfach einen Tag lang nicht gearbeitet. Sie können nicht kommunizieren. So. Und interessant, vielleicht noch so für den Hintergrund, dass Slack Und all das, was in Slack zu finden war, im Grunde auch ein Baustein war. Oder ist bei Twitter für das institutionelle Wissen, über das wir schon häufiger gesprochen haben? Also da sind ja jetzt sehr viele Leute gegangen, aber was ist, wenn man irgendwie einen Fehler im Code entdeckt? Irgendein Fehler generell auftaucht und man fragt sich, was müssen wir jetzt machen oder ein Problem so darüber hinaus, dann hat man oft, das hat dann eine Twitter-Mitarbeiterin, ein Twitter-Mitarbeiter auf Blind, das ist so eine anonyme Plattformen, wo man sich äußern kann, geschrieben. Also in 99 Prozent aller Fälle hat man dann bei Slack irgendwie die Antwort gefunden. So, und auch das wurde denen jetzt genommen. So, nachdem da irgendwie diese Massenentlassungen durchgegangen sind. Und auch dazu kommen wir später nochmal. Also das noch so zur Wertigkeit von Slack. Also es geht da nicht allein um die Kommunikation in der Belegschaft, sondern es geht auch darum, auf irgendwelche Dinge zu stoßen noch. So Und jetzt, was ist passiert? Achso, du wolltest noch was sagen.

17:31 Dennis Horn

Nee, ich wollte nur sagen, dass diese Entlassungen natürlich damit auch in einem Zusammenhang stehen könnten, weil der Slack-Kanal in den vergangenen Entlassungen ja ganz oft auch zu so einem Zusammenkunftsort geworden ist. Das ist spannend, dass du diesen Zusammenhang da aufstellst, weil wäre mir nicht gekommen, aber das stimmt natürlich. Dass wenn du verhinderst, dass die Leute sich zusammenraufen, dass sie natürlich auch über solche Themen eben weniger miteinander sprechen können. Was in dem Artikel stand, was ja also als These im Raum steht, was passiert ist, wir haben es ja gerade schon gesagt, so ein bisschen Da wird einfach die Rechnung mal wieder nicht bezahlt. Und vielleicht hat Slack einfach mal gesagt, na gut, also dann war es das jetzt und hat den Stecker gezogen.

18:14 Gavin Karlmeier

Ja, und es gibt noch eine andere Lesart und eine andere Erklärung, nämlich dass das, also Elon Musk setzt bei Tesla zum Beispiel auf eine andere Software zur Kommunikation. Und dass er hier mit dieser Abschaltung testen wollte, ob es auch ohne geht. Mal so einen Tag lang. Oh Gott. Also, auch das ist eine Lesart. Naja.

18:36 Dennis Horn

So ein bisschen nach dem Motto, hm, was macht denn dieses Kabel hier? Und einfach mal rausziehen. Ich finde halt diese, dieses, die Belegschaft anzulügen. Das erinnert mich tatsächlich an so ein ganz zerrüttetes Eltern-Kind-Verhältnis, so nach dem Motto, wirklich, es gibt jetzt kein Fernsehen mehr, das Fernsehen ist aus. belüge jetzt mein Kind. Dieses Jahr fällt Weihnachten aus, wenn man kein Geld hat für Geschenke. Also das ist so diese dieser Vibe, der da so mitschwingt, und Der ist doch ein harter, also nicht der erste und vor allem nicht der Schlimmste, aber das ist doch ein harter Bruch gegenüber der Unternehmenskultur, die Twitter ja eigentlich früher mal ausgezeichnet hat, als alte Twitter in der Pre-Mask-Ära. Und finde, dass das jetzt so, also seine eigenen MitarbeiterInnen für dumm zu verkaufen, ist halt wirklich so ein, eigentlich ein Tabubruch, finde ich. Dass das, also das, äh, das geht halt nicht. Wenn du, selbst wenn du als Unternehmen sagst, wir können uns das nicht mehr leisten oder wir wollen das nicht mehr leisten oder einfach auch zu sagen, wir glauben nicht, dass ihr das braucht. Das wären ja alles sinnvollere Erklärungsansätze, als zu sagen, ja, wir haben hier Wartungsarbeiten. Sorry. Also, ich finde, diese Art und Weise, wie da mit den eigenen Leuten umgegangen wird, ist halt nicht mehr zumutbar.

19:50 Gavin Karlmeier

Ja, entweder geht man so mit ihnen um oder man entlässt sie. Am 21. November 2022, vor vier Monaten, Vor drei Monaten, vor drei Monaten hat Elon Musk gesagt, die Entlassungen sind beendet. Jetzt hat es die mittlerweile mindestens vierte Entlassungsrunde gegeben. Am Samstag sind eine ganze Reihe weiterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benachrichtigt worden. Und es hat wohl alle Abteilungen betroffen. Also die Anzeigenabteilung ist dabei, die Infrastrukturtechnik auch. Jetzt wird geschätzt, dass Twitter weniger als 2000 MitarbeiterInnen noch hat. Es waren 7500. Als Elon Musk das Unternehmen übernommen hat. Und jetzt wohl nochmal so über 50 auf jeden Fall. Software Engineering war auch betroffen und eine Reihe von Überraschungen auch. Also da waren wohl Zoe Schiffer vom Plattformer Newsletter hat das Geschrieben Hardcore Mask Loyalisten auch dabei. Darüber soll wohl noch berichtet werden. Und dann sind da zwei Namen noch in diesen Entlassungen aufgetaucht. Die auch uns beide sehr gewundert haben. Das eine ist ein Name, den wir zuletzt erst hier im Podcast hatten, nämlich Esther Crawford.

21:15 Dennis Horn

Ja.

21:16 Gavin Karlmeier

Twitter Payments-Chefin, ne?

21:17 Dennis Horn

Das ist eine Riesenüberraschung, weil Esther Crawford ist die Person, über die wir hier schon super oft gesprochen haben, die so in diesen Sturmnebel, der da so aufgezogen ist, als Elon Musk quasi das ganze Unternehmen auf den Kopf gestellt hat, die sich so schnell nach vorne schnell nach vorne gemogelt hat. Also die hat damals schon im alten Twitter dieses diesen OnlyFans Klone entwickelt, der dann aber ja nicht gesch nicht gestartet ist, hat eine hat diesen Mega-Aufstieg dann erlebt, wurde dann relativ schnell eben zur Chief Executive of Twitter Payments sollte diese ganze Bezahlgeschichte entwickeln und war eben auch die Person, die damals dieses Foto gepostet hat, wie sie im Büro liegt und schläft. und dazu geschrieben hat, also die, um die Deadlines zu erreichen, Sleep Where You Work. Dass die jetzt in diesen Entlassungen drin hängt, ist tatsächlich sehr überraschend, weil sie so ein bisschen Die als so die Hoffnung galt von Elon Musk. Spannend.

22:20 Gavin Karlmeier

Ich bin sehr spannend, was die Hintergründe sind. Liegt ja nahe, dass dann da irgendwas nicht so In seinem Sinne gelaufen ist bisher, was Twitter Payments angeht. Da warten wir mal noch, was uns da erreicht, um jetzt nicht ins Spekulieren zu geraten. Einen anderen Namen, der uns auf dieser Liste aufge Ist der Gründer von Revue, der Newsletter-Plattform, die Twitter 2021 noch gekauft hatte, Martin de Kuyper, hat auch getwittert, dass am Samstag er plötzlich keinen Zugang mehr hat. zu Twitter hatte. Da habe ich überlegt, wie überraschend das ist, weil ich meine, Twitter hat ja Revue auch dicht gemacht mittlerweile, seit einer ganzen Weile schon. als eigenständigen und an Twitter aber irgendwie angedocten Newsletter-Dienst. Also warum hätte er überhaupt noch da sein sollen? Aber auch Der Name ist uns nochmal aufgefallen auf der Liste, tatsächlich.

23:17 Dennis Horn

Ja, tatsächlich, aber eine total bemerkenswerte Personalie, weil wir ja hier schon öfter darüber gesprochen haben, dass Elon Musk so ein bisschen mit dieser ganzen Substack Bubble Flirtet. Das ist ja auch ein Newsletter-Dienst, der aber viel größer ist und viel vernetzter funktioniert. Und das ja gemutmaßt wurde, hey, möchte er jetzt eigentlich in so eine Richtung eher schielen? möchte er eine Art zweites Substack aufbauen und offenbar hat er da gerade entweder kein Interesse dran oder glaubt, dass das mit ihm, dem, dem Gründer dieses Newsletter-Dienstes, halt nicht möglich ist Aber trotzdem spannend in jedem. Also ganz irritierend und es fühlt sich so ein bisschen für mich an. Ich will jetzt nicht nochmal diesen Bild bemühen. Aber da werden jetzt gerade Leute entfernt, die so nah aus dem Inner Circle von Elon Musk stammen, dass wir eigentlich eher das Gefühl hatten, das wären die Leute, die man sich genauer anschauen muss in Zukunft. Wenn die jetzt auch noch gehen, dann lässt das eigentlich tief blicken in die Welt von Twitter, finde ich. Super interessant, ja.

24:21 Gavin Karlmeier

Und damit sind wir bei der tieferen Technik angekommen. Gucken nochmal so ein bisschen, was tut sich Bei den Funktionen aktuell, es sind Screenshots nochmal aufgetaucht, dass Twitter weiterarbeitet, an einem Video-Chat-Feature, so für die Umgebung der Direktnachrichten. Da freust du dich.

24:36 Dennis Horn

drauf, ja?

24:39 Gavin Karlmeier

Niemand hat je so freudig auf das Video-Chat-Feature bei Twitter reagiert wie du.

24:43 Dennis Horn

Ja, ich weiß noch nicht so ganz genau, was ich damit soll, aber Ich möchte, eigentlich ist mein großes Ziel ja, dass ich mit jeder App auf meinem Telefon einen Video-Chat führen kann. Und allzu viele fehlen dann nicht mehr. Deswegen freue ich mich, wenn Twitter da jetzt endlich nachzieht.

24:59 Gavin Karlmeier

Ja. Bald auch in irgendwelchen Spielen und im dB im Deutsche Bahn Navigator.

25:11 Dennis Horn

So.

25:12 Gavin Karlmeier

Dann Die Twitter Spaces, also die Clubhouse-Funktion von Twitter, sozusagen, da sind die Untertitel verschwunden. Also, es gibt unter Android wohl immer noch den Ach nee, es gibt den Hinweis unter iOS, dass man den Untertitel einschalten kann über diese drei Punkte, wenn man in einem Twitter Space sich gerade aufhält und zuschaut. Und dann klickt man auf diese drei Punkte und die Option ist aber gar nicht mehr da. Und auf Android ist die Option zum Einschalten vorhanden. Aber sie funktioniert nicht. So. Und das ist natürlich eine Schwierigkeit für alle, die Twitter barrierefrei nutzen möchten, also gerade für Hörgeschädigte oder Personen, die irgendwie einer Unterhaltung gerade folgen wollen, aber den Ton nicht hören können, kann ja super nützlich sein. Aber die sind wohl schon in Version 9. 4 der Twitter-App entfernt worden. Das war im Januar. Da hat es wohl schon eine Weile angeblich nicht mehr funktioniert und es ist nicht bekannt warum, aber man geht auch hier davon aus. Dass Elon Musk die Kosten senkt und deswegen auch an der Barrierefreiheit nochmal wieder was weggenommen hat.

26:45 Dennis Horn

Ja, das ist halt eine absolut nicht nachvollziehbare Entscheidung, weil gerade diese Welt der Barrierefreiheit oder die Fragen der Barrierefreiheit, die stellen sich den Plattformen ja eh. In allen Orten. Dass Twitter jetzt anfängt daran rumzuschrauben, an Sachen, die längst entwickelt sind, weil man vielleicht ein bisschen Serverkapazität spart. Und das wird ja also ich bin kein Entwickler, aber. Ich könnte mir vorstellen, dass wenn eine Audio-Chat-Funktion, bei der 5000 Menschen zuhören können und quasi jeder sich einschalten kann, dass das Umwandeln des gesprochenen Wortes im Text nicht das Ressourcenintensivste an diesem ganzen Prozess ist. Dass das abgeschaltet wird, wirkt für mich eher wie so eine, naja, das ist eine absolute ignorante Entscheidung nach dem Motto, ich brauche das nicht, weg damit. Stattdessen entwickeln wir Coins, stattdessen entwickeln wir ein Video-Chat-Feature. Also ich kann das nicht nachvollziehen, wie man anfängt ausgerechnet an solchen vor allem ausentwickelten Punkten an ausentwickelten Tools rumzudoktern, um zu sagen, wir wollen jetzt einfach hier, wir schränken die Barrierefreiheit ein. Das ist Ich verstehe das nicht, ehrlicherweise.

27:55 Gavin Karlmeier

Und am Ende bleibt dann irgendwie von Twitter ein Gerüst übrig.

27:59 Dennis Horn

Ja.

28:01 Gavin Karlmeier

Das als Dienst dann auch irgendwie überhaupt keinen Charme mehr hat.

28:06 Dennis Horn

Richtig.

28:09 Gavin Karlmeier

So, dann letzter Punkt, was die Funktionen angeht. Twitter hat die erste Code-Änderung angenommen. Für die Community-Nodes aus der Nutzerschaft. So, das ist jetzt, also das ist auf so einer Meta-Ebene. Dass wir da kurz drüber sprechen müssen, was das eigentlich bedeutet. Also die Community-Notes sind die, wo Nutzerinnen und Nutzer Fact-Checking betreiben können. Und das wird dann an den Tweet angehängt. Ein System, das durchaus eher positiv gesehen wird von vielen. Also am Anfang haben wir so gesagt, what could possibly go wrong? Und das ist natürlich auch nicht ausgeschlossen, das haben wir letzte Woche ja noch drüber gesprochen, die Policies da irgendwann mal so verdreht werden, dass es nicht mehr gut funktioniert, aber auf jeden Fall ist das diese diese Fact-Checking-Unternehmen von Twitter Unternehmungen. Deren Code ist öffentlich verfügbar, und da kann man Änderungen vorschlagen. Und genau das ist jetzt eben das erste Mal passiert, eine Kleinigkeit. Und zwar geht es da um Die Beschreibung, warum Nutzerinnen und Nutzer eine bestimmte Notiz, eine Community Note, hilfreich fanden oder nicht. Eine kleine Verbesserung in diesem In dieser Umgebung, das wurde jetzt angenommen und Twitter wirkt dafür, macht doch hier noch weiter. Also an der Stelle haben wir die Transparenz, die wir uns eigentlich wünschen. So kann man das sagen.

29:48 Dennis Horn

Das kann man so sagen. Ich finde das tatsächlich eine sehr spannende News, weil auf der einen Seite werden EntwicklerInnen entlassen, auf der anderen Seite wird quasi die Community empowered. mehr mitzuentwickeln. Das kann man so zusammenfassen, dass hier offenbar in eine Welt sich geträumt wird, in der Twitter eigentlich tatsächlich nur noch die Infrastruktur ist. Und alles daran von der Entwicklung bis zur Moderation völlig in der Hand der Community liegt. Das wäre schön, wenn man das mal so bis zum Ende durchdenkt, wenn das funktionieren würde, die vollständige Demokratisierung und so. solange das Ganze dann eben nicht in der Hand eines einzelnen Multimilliardären liegt, sondern dann tatsächlich in öffentlicher Hand ist. Also So von der Utopie, die dem zugrunde liegt, finde ich das eine sehr charmante Entwicklung. Dadurch, dass aber eben da jetzt ein Elon Musk hintersteckt, fühlt sich das gleichzeitig auch ein bisschen so an, als wäre das auch eine Kostengeschichte zu sagen. Hey, wollt ihr nicht mal gucken, ob ihr noch Fehler findet, weil wir haben da leider keine Leute mehr für.

30:51 Gavin Karlmeier

Ja, am Ende, genau, wie du sagst, bleibt das natürlich ein. Ein rundes Ding, wenn auf Unternehmensseite trotzdem genug Leute sitzen, die das richtig facilitaten.

31:04 Dennis Horn

Ja, genau. Oder das eben, ne? Also solange das Unternehmen das wirklich nur als Art korrektiv nutzt, nett. Oder eben die totale Full-Circle-Entscheidung in die andere Richtung zu sagen Wir haben gar keine EntwicklerInnen mehr und wir haben auch sonst überhaupt niemanden mehr, sondern ihr macht alles, es gehört euch, Twitter gehört der Gesellschaft, auch das wäre ja eine Entscheidung. Alles, was dazwischen liegt, wird diesen Beigeschmack nicht loswerden.

31:31 Gavin Karlmeier

So, damit machen wir auch das zu. Ich habe zwei Themen noch. Das eine ist WPP. Das war die erste Agentur, die öffentlich vorgeschlagen hat. Na, seid mal ein bisschen Nee, war nicht die erste, aber war eine von denen, die im November öffentlich vorgeschlagen hatte. Seid mal ein bisschen vorsichtig hier, liebe Werbetreibende, mit euren Investitionen bei Twitter, weil Brand Safety. Vielleicht legt ihr mal lieber eine Pause ein. Und jetzt ist es die erste, die vorgeschlagen hat, das wieder zu überdenken. Oton, Twitter scheint in den letzten Monaten viel stabiler zu sein. Als es vielleicht gegen Ende des letzten Jahres der Fall war, ich glaube, die Kunden wollen sich überlegen, wie sie wieder auf Twitter zurückkommen können. Interessant.

32:26 Dennis Horn

Also WPP schafft es auf jeden Fall damit, ihrem Ruf als Werbeagentur recht zu werden, weil jetzt reden wir über WPP. Zum zweiten Mal in diesem Podcast, in dem es nicht um Werbeagenturen geht. Ich finde das in der Tat auch interessant. Ich glaube, das deckt sich so ein bisschen mit deiner Beobachtung, was die Twitter Blue-AbonnentInnen angeht. Dieses, es ist eigentlich gerade alles noch gar nicht so schlimm, wie wir gedacht haben. Die Leute sind ja noch da. Auf der anderen Seite haben wir ja hier mit dir jemanden sitzen, der tatsächlich noch nicht considerert, wie man zurückkommt, wenn ich das richtig einschätze, oder?

33:02 Gavin Karlmeier

Ja, also ich frage mich, ob es hier einen Unterschied gibt zwischen Wie zuverlässig ist die Plattform für die Nutzerinnen und Nutzer, also so auf der Endkundenseite, der Jenga-Turm. Wie wir oft sagen. Und für die Werbetreibenden, die ja nochmal so eigene Menüs und so ein eigenes Portal haben, in das die reingehen, um das zu bedienen und so. Und du erinnerst dich, wie wir letztes Jahr darüber gesprochen haben, als wir uns Fragten so Brand Safety, was heißt denn das eigentlich konkret? Wovor fürchten die sich und so weiter? Und wo wir diesen Fall hatten, dieses Werbetrabenden, der gesagt hat, ich investiere hier, sechs, siebenstellige Summen. Und jetzt merken wir aber, wie unser Menü, in das wir immer gehen, total unzuverlässig ist. Und irgendwie. schon pausierte Werbung plötzlich doch wieder angezeigt wird und Twitter dafür Geld kassiert und wir werfen hier Geld in den Orkus raus, so geht das nicht. So, und das war auch, also das ist nicht so Brand Safety im Sinne von, in welchem inhaltlichen Umfeld tauchen meine Werbeanzeigen auf? Sondern das ist einfach die knallharte handwerkliche Seite. Also in dem Moment, in dem du Anzeigen schalten möchtest, wie gut funktioniert das? So, und das musste Twitter natürlich dringend in den Griff bekommen. Wir haben da jetzt die letzten Wochen auch nicht mehr so viel gehört, ne? Dass es da irgendwie Probleme gegeben hätte. Und deswegen frage ich mich Ob auch die Werbetreibenden hier nicht so einen etwas eingeengten Blick haben, nämlich die reine handwerkliche Seite des Werbung treibens. So, und dass jetzt eine Bewertung eben für diese Seite ist und gar nicht so dementsprechend, was wir hier so regelmäßig diskutieren.

34:48 Dennis Horn

Ja, das könnte eine zutreffende Beobachtung sein. Ich weiß noch nicht, ob die inhaltliche Brandsafety im Moment nicht auch wieder ein bisschen stabiler geworden ist. Einfach. Weil es, ähm, also wir reden viel seltener über seltsame Konstellationen von Werbeanzeigen, das kann natürlich daran liegen, dass die familienfreundlichen Werbetreibenden natürlich ein bisschen runtergegangen sind. Also die ganzen Automobilkonzerne sind weg, die ganzen großen Fast-Food-Ketten sind im Moment nicht da, zumindest nicht in Deutschland. Also, vielleicht liegt es einfach daran, dass wir viel mehr ungewöhnliche Werbung angezeigt kriegen auf Twitter. Ich kann das erstmal nicht so richtig einschätzen, wie ich das beurteilen soll, wenn ich das Ganze aber aus rein inhaltlicher Perspektive und dem, allein, was wir heute in dieser Episode besprochen haben. würde ich auch die grundsätzliche Stabilität der Plattform Twitter noch nicht als gerettet bezeichnen können. Also ich bin mir da auch nicht so sicher. Auch das beobachten. Ich wollte nur sagen, wenn es tatsächlich nur darum geht, kann ich jetzt eine Werbung schalten, die dann auch wirklich so viele Leute angezeigt kriegen, wie ich dafür bezahlt habe. Also wenn das die Bar ist, über die wir sprechen. Dann mag es sein, dass es da besser geworden ist. Das würde mir aber als Unternehmen das über Budgets in Millionenhöhe verfügt, dann vielleicht nicht reichen.

36:04 Gavin Karlmeier

Eigentlich noch nicht reichen. Ja. Wir beobachten das weiter und freuen uns auf Den dritten Auftritt der gut arbeitenden Werbeagentur hier bei unserem Podcast. So, der letzte Punkt: die Frau von Elon Musk. Elon Musk, was sag ich? Die Frau von Edward Snowden nackt bei Twitter. So, was

36:28 Dennis Horn

Dennis der besten Horn.

36:34 Gavin Karlmeier

Also, sie hatten Foto gepostet. Und dann wurde ihr Twitter-Account eine Woche lang gesperrt. So, wie sieht dieses Foto aus? Sie ist komplett nackt, hält aber vor sich Und damit vor alle Teile, die irgendwie nach US-amerikanischer Moral irgendwie problematisch sind. Und unter Nippelverbot fallen, hält sich vor allem alles ein Baby, nämlich ihr Baby, mit dem Rücken zur Kamera, so dass am Ende im Grunde einfach nichts zu sehen ist, was irgendwie

37:11 Dennis Horn

Problematisch wäre.

37:13 Gavin Karlmeier

Und trotzdem wurde ihr Account eine Woche lang gesperrt. Sie hat dagegen Einspruch erhoben. Edward Snowden hat Twitter Support gemenset in einem seiner Tweets und Elon Musk genauso. Bei allen keine Reaktion.

37:33 Dennis Horn

Wer soll auch reagieren?

37:35 Gavin Karlmeier

Ja, wer soll auch reagieren? Und wer hat diese Entscheidung getroffen, wenn nicht natürlich eine KI? Die wahrscheinlich einfach auf die Menge der Hautfarbe in einem Bild achtet oder keine Ahnung, was da passiert, aber Edward Snowden Twittert sehr richtig, Instagram und so weiter haben keine Probleme mit demselben Bild. Man kann Pornos auf Twitter veröffentlichen, aber kein Baby? Schlecht.

38:05 Dennis Horn

Das ist richtig. Und ich man müsste das eigentlich mal testen. Man müsste jetzt eigentlich mal Bilder nehmen, die vielleicht sogar von einer KI generiert sind, die eben. . Nackte Menschen zeigen, auf denen aber eben die erwähnten problematischen, also in Anführungsstrichen problematischen Zonen eben nicht zu sehen sind, auf denen du keine Nippel siehst, keine Geschlechtsorgane siehst. . Und schaust einfach mal, wie reagiert denn eigentlich dieser automatische Content-Haken? Also ich könnte mir vorstellen, dass dieses Bild, das besprochene Bild von seiner Frau. Dass das durchaus Menschen gemeldet haben, weil Leute aber alles immer melden. Und meine These ist ja, dass inzwischen die Content-Moderation so klein geworden ist oder so dünn besetzt ist. dass eigentlich alle, die so Content-Moderation bei Twitter machen, nur noch anschlagen, wenn eine gewisse Menge an Meldevolumen aufgeschlagen ist. Dementsprechend, glaube ich, könnte man das relativ schnell testen, indem man es reproduziert. Und vermutlich wäre das Ergebnis, du wirst gesperrt, wenn einfach nur gewisse Faktoren zusammenkommen. KI meldet, Haut plus 15 Menschen haben es gemeldet, dann weg damit.

39:13 Gavin Karlmeier

Das Meldevolumen war ja auch unsere These letzte Woche bei ZDF Frontal, super? Okay. Hoffen wir, dass niemand diese Folge meldet. Ich habe übrigens unsere Amazon, äh, nee, nicht Amazon, Apple Podcast-Kritiken gelesen. Ja, da sind tolle Sachen bei, ne? Da sind tolle Sachen bei, wir würden zu häufig gendern.

39:34 Dennis Horn

Ja, das kann man nicht hören, hat jemand geschrieben, weil wir gendern.

39:37 Gavin Karlmeier

Kann man nicht hören. Und wir kennen uns auch nicht aus. Und ich freue mich sehr, mich morgen auch wieder nicht mit dir auszukennen.

39:46 Dennis Horn

Ja, da freue ich mich auch sehr drauf. Mangelnde Einschätzungsfähigkeit haben wir, Dennis. Bis morgen. Bis morgen