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Folge 71 · 1. März 2023 · 29 Min.

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mit Dennis Horn

Steve Davis. Dieser Name steht nun als möglicher CEO von Twitter im Raum – aber wer ist das? Außerdem sprechen wir über Elon Musks Vermögen (na endlich!), seine Followerzahl (na endlich!) und über seine Pläne, einen twittereigenen AI-Chatbot entwickeln zu lassen (na… endlich?).

Transkript

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00:01 Intro

Haken dran, das Social Media Update der CT.

00:06 Gavin Karlmeier

Hallo Dennis. Grüß dich, Kevin.

00:08 Dennis Horn

Wie geht es dir?

00:09 Gavin Karlmeier

Du, mir geht's wundervoll. Ich sitze in meinem Bergbüro vor dem Sonnenuntergang. Es kann gar nicht schöner sein. Und dir?

00:21 Dennis Horn

Ja, ich kränkle leicht. Ich merke den körperlichen Verfall, die 34 nagt ja an mir und dementsprechend ist da einfach, es wird jetzt nur noch abgewirtschaftet, rausgeholt, was noch da ist. Die Kabel werden aus den Wänden gerissen. Ich fühle mich eigentlich wie Twitter.

00:37 Gavin Karlmeier

Ich dachte, zweimal 34 Episoden, die an dir nagen. Es ist einfach, es war eine harte Zeit bei uns bei mir.

00:44 Dennis Horn

Oh Gott, das ist stimmt wirklich. Das ist jetzt Folge 71. Muss man ja auch mal kurz. konstatieren. Ich möchte heute aber mit einer verrückten Meldung anfangen, und zwar Elon Musk ist kurz vor seinem Ziel.

00:55 Gavin Karlmeier

Wie kurz vor seinem Ziel?

00:57 Dennis Horn

Gavin, meinst du, etwa er hat es geschafft, Witter profitabel zu machen? Nein, Dennis. Nein. Elon Musk ist nur noch 3,5 Millionen Follower hinter Präsident Obama. Er hat die 130 Millionen Follower auf Twitter geknackt.

01:09 Gavin Karlmeier

Ja, das ist ja, wir wissen ja schon von beiden, der mehr Likes bekommen hat. Das sind Dinge, die sehr an ihm nageln. Herzlichen Glückwunsch, sagen wir da. Also bald. Bald sagen wir herzlichen Glückwunsch.

01:20 Dennis Horn

Aber das meinte er wahrscheinlich, dass Twitter jetzt auf der Straße des Erfolgs ist. Alles wird besser.

01:29 Gavin Karlmeier

So, jetzt, und weil es so aufwärts geht, gefühlt, er verspricht denen, die noch dort arbeiten. Significant Performance-Based Stock and Compensation Awards.

01:41 Dennis Horn

Ja, das ist doll, ne?

01:42 Gavin Karlmeier

Das ist doll. Also da wird jetzt reingebuttert. Wahrscheinlich, dass einfach die Leute, die noch da sind, wenigstens ein bisschen was arbeiten, wenn sie schon keinen Slack haben.

01:52 Dennis Horn

Ich finde die Leseart spannend, weil es wird so gesagt, dass das so erfolgsorientiert ist. Klar, das kalifornische oder amerikanische Modell ist ja auch immer verbunden mit Anteilen am Unternehmen. Tatsächlich führt das aber, glaube ich, hier zu was anderem, wenn du nämlich Teilhabe des sinkenden Schiffes bist. Also, wenn dir das auch gehört, diese Yacht, die da gerade untergeht, vielleicht fängst du dann ein bisschen schneller an, mit dem Eimer das Wasser rauszuschaufeln. Also der macht sie so ein bisschen, seine MitarbeiterInnen, so ein bisschen damit auch zu mitgefangenen, finde ich.

02:23 Gavin Karlmeier

Ja, gut, aber das waren sie ja mitunter auch vorher schon, ne? Also man hat ja so gemutmaßt, wer ist da geblieben, ne? Und wer. Braucht das auch. Da gab es ja eine ganze Reihe an Leuten, die bei Twitter beschäftigt sind, bei denen zum Beispiel die Visa dranhängen, dass sie überhaupt dort bleiben können. Das heißt, so ein bisschen so ein, wir sind hier Zwangsweise in einem Boot, leider, Gefühl, gab es vorher auch schon. So, und klar, das verstärkt er jetzt noch ein Stück weiter. So? Aber gute Laune.

02:58 Dennis Horn

Auf der anderen Seite ist das, wie gesagt, kein unübliches Vorgehen, als so Incentive-Maßnahme, Anteile abzugeben. Oder zumindest Prämien auszuschütten, gewinnorientierte Prämien auszuschütten und so. Deswegen, ähm, ich würde das nicht zu hoch aufhängen, dass passiert eigentlich in solchen Unternehmen, ist das üblich. Aber Elon Musk kann trotzdem gut lachen, denn er ist seit dem gestrigen Dienstag, wenn ihr das hier hört, ist er wieder die reicheste Person der Welt.

03:25 Gavin Karlmeier

Ah, ist das so? Ja, er wurde zwischendurch überholt. Liegt es jetzt daran, dass sein Vermögen wieder steigt oder andere Leute Vermögen gefallen ist?

03:35 Dennis Horn

Es wird tatsächlich auf Den Erfolg von Tesla zurückgeführt, komischerweise nicht von Twitter, wird auf den Erfolg von Tesla zurückgeführt, aber so genau kann ich dir das nicht sagen. Also ich kann dir nur sagen, dass bislang das Berner Arno war. Den kennt man, weil der zum Beispiel Louis Vuitton, Moé, Hennessey, dem gehört das alles. Und der ist jetzt quasi dann leider wieder, ist arm dran, der arme Mann, der arme Franzose Bernard Arnaud. Niemand hat es so schwer wie er.

04:10 Gavin Karlmeier

Ich glaube, wir müssen da nirgendwo Mitleid haben. Wir bleiben nochmal kurz bei Twitter und seiner. Mitarbeiterschaft, jetzt also wir haben ja darüber gesprochen, dass Slackdown war Und Gira zusammen mit deinem fantastischen Vergleich, Jira ist Vitrello. Da sind aber ein paar Software-Engineers, haben da kurz in die Tastatur gebissen, glaube ich. Aber ich habe es doch verstanden.

04:39 Dennis Horn

Ich hatte dann eine Vorstellung. Ja, ich muss vielleicht dazu sagen, dass. Also aus meiner Trello-nutzenden Perspektive ist das so ähnlich. Ich muss da ein bisschen vorsichtig mit meinen Formulierungen sein, weil ich habe so, also jetzt gerade stehen locker sechs, sieben, acht Leute vor meiner Tür mit Fackeln. Und wollen diesen Punkt gerne klären.

05:00 Gavin Karlmeier

So, aber wir, also Gira, lassen wir jetzt mal außen vor.

05:04 Dennis Horn

Aber Slack.

05:06 Gavin Karlmeier

Slack ist zurück. Aber die ganzen alten Kanäle, in denen sich die Twitterbesatzung da unterhalten hat, die sind archiviert worden.

05:15 Dennis Horn

Total unüblich für so Wartungsarbeiten eigentlich, oder?

05:18 Gavin Karlmeier

Ja, absolut. Es sind 88. 188 Kanäle. Und es sei für die Support-Teams unmöglich geworden, die in irgendeiner Form zu managen. Das steht in einer internen E-Mail bei Twitter, berichtet Plattformer. Und am Ende heißt das natürlich nur wieder, wir haben zu wenig Leute, um sie zu managen. Und deswegen wird da jetzt schön archiviert. Und wir haben ja darüber gesprochen, es wird nicht einfach. Für die Leute bei Twitter. Es ist gut, dass sie dieses Kommunikationsmittel zurückhaben. Aber Slack war ja sozusagen das Archiv des institutionellen Wissens bei Twitter. Schade.

05:59 Dennis Horn

Also archiviert heißt ja erstmal nur, dass man da nichts mehr reinschreiben kann. Also ich glaube, dieses Gehirn ist noch da, dieses Wissen, man kann es nur nicht erweitern, aber vielleicht dauert da ist man eh erstmal jetzt einige Zeit damit beschäftigt, dieses Wissen sich wieder drauf zu schaffen. Ich verstehe die Aussage aber nicht, die Begründung, dass man sagt, das Support-Team müsste das managen. So funktioniert Slack ja nicht. Slack hat ja kein Community Management, das schaut, dass sich niemand der Mitarbeiter in einem Ton vergreift, sondern es ist eine unternehmensinterne Kommunikationsplattform. Und ich habe auch schon in unterschiedlichsten Konstellationen mit Slack gearbeitet und fast nie. interne Support-Teams gehabt, die sich um meine Kanäle gekümmert hätten. Also ich habe so ein bisschen das Gefühl, dass das ein sehr vorgeschobenes Argument ist. Und das Archivieren dieser Kanäle und dieses Einschränken der Anzahl der Kanäle, das ist so ein bisschen die Elon Musk'sche Art. der Gewerkschaftenzerschlagung. Also im Slack gab es ja durchaus Kanäle, in denen sich über Elon Musk ausgetauscht wurde, über den. . die Umwandlung des Unternehmens ausgetauscht wurde, in denen Leute sich lautstark und laut Hals auch mit einer Beleidigung teilweise auch aus dem Unternehmen verabschiedet haben und dann noch kurz das salutierende Emoji hinterher. Also ich glaube, man versucht da eine Art Team Spirit zu brechen, der bei diesem Unternehmen über Slack kultiviert wurde. Und das ist natürlich ganz bitter, weil das, was Twitter sich in den letzten Jahren aufgebaut hat, von den Dingen, die wir als NutzerInnen eben nicht gesehen haben, die verschwinden damit jetzt einfach. Also ganz traurig.

07:33 Gavin Karlmeier

Ja. Ich bin gerade einfach ganz traurig, deswegen sage ich nichts.

07:41 Dennis Horn

Traurig sind übrigens auch alle Menschen, die eine Tweetboard benutzt haben. Oh ja.

07:44 Gavin Karlmeier

Oh ja. Also, da gab es jetzt die Update-Meldung, die unver. Also da steht ja immer so, was an neuen Funktionen wurde nachgerüstet beim neuen Update dieser App. Das war also Da sind wir wirklich traurig.

07:59 Dennis Horn

Ja, das ist wirklich traurig. Weil in diesen Update-Nodes, in diesem Changelog steht nur Providing Information about TweetBot Shutdown. Und wenn du die App dann öffnest und du hast ja also einen Subscription-Service in der Regel dafür gehabt, das wäre ja eine App, die du auch bezahlen konntest. Abo-Modell. Und wenn du die App aber öffnest, steht da nur, im Januar 2023 hat Twitter unseren Zugang zum Twitter-Service heruntergefahren. Es tut uns sehr leid, aber wir sind nicht mehr länger in der Lage, Ihnen einen Zugang oder dir einen Zugang zu Twitter zu bieten. Hat dir Tweetbot gefallen? Du wirst Ivory lieben. Ivory ist unser neuer Mastodon-Client.

08:35 Gavin Karlmeier

Und ich kann sagen, Mastodon, also es ist so ein bisschen was los. Es macht Spaß. Ivory habe ich noch nicht ausgeschlossen. Ich nutze Metatext, auch eine App, die ich mag. Kann man machen. Kann man mal ausprobieren. Würde ich unterschreiben. Wir müssen eine weitere Zahl nachliefern. Wir haben ja über diese weitere Entlassungswelle bei Twitter gesprochen, also die vierte, nachdem eigentlich irgendwie die erste die letzte gewesen sein soll. Und da hieß es noch, mindestens 50 Leute sind jetzt nochmal rausgeflogen. Jetzt hören wir, es sind 200. Die da geflogen sind. Wir haben vor ein paar Folgen hier darüber gesprochen, dass da auch bekannte Namen darunter waren. Esther Crawford haben wir darüber gesprochen. Lia Calver übrigens. ähm und Martin Dick Kolper, ähm, also der Gründer von Revue. Und Da gibt es eine schöne, interessante Geschichte drumherum. Und zwar in der vergangenen Woche gab es bei Managerinnen und Managern von Twitter Anrufe. Auf dem Telefon von Steve Davis, der war lange vorher auch schon Mitarbeiter von Elon Musk, hat vor 20 Jahren, 2003, schon angefangen für SpaceX zu arbeiten. Und Steve Davis ist im Moment CEO der Boring Company. Das ist dieser Tunnelbohrer von Elon Musk. Die Erfindung der U-Bahn. Die Erfindung der U-Bahn in in neun Worten und hey they invented the U Bahn und Ähm Davis ist jetzt einer dieser, also ge kommt aus diesem Schlägertrupp. von Elon Musk, den er mitgebracht hat, weißt du? So, und Steve Davis hat jetzt die ganzen Manager bei Twitter angerufen, Managerin, und hat gefragt. Wer in Ihrem Team ist außergewöhnlich? Ihren eigenen Job verwetten? Und die haben erstmal so gedacht, da geht es jetzt nochmal um Prämien endlich. Da will Steve Davis ein bisschen was wissen, an wen Diese Aktienzuteilungen, von denen ich eben sprach, gehen sollen, ja, so leistungsstarke Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das ist aber nicht geschehen, sondern hier ging es offenbar nochmal um Entlassungen. Das war dann offenbar der wahre Grund für die Anrufe, ohne Vorwarnung, ohne den Managern zu sagen, worum es hier wirklich geht. Und am Ende haben wir ja gesagt, es ging so quer durchs Unternehmen, durch verschiedene Departments. Auch der Vertriebsleiter übrigens ist gefeuert worden von Twitter, Chris Rady. Und jetzt hört man, dass Steve Davis A Offenbar damit beauftragt war, nochmal die Kosten ordentlich zu senken. Und B dass wir uns den Namen Steve Davies vielleicht merken sollten, weil hier möglicherweise schon der nächste CEO von Twitter unterwegs ist. Und tätig ist.

11:55 Dennis Horn

Ja, und das finde ich ja spannend, dass ja jetzt das erste Mal so richtig ein Einnahme im Raum steht, der es werden könnte. Neben Sebastian Kurz, der ja mein Tipp war.

12:06 Gavin Karlmeier

Ja, da gab es ja noch eine Zeit, da haben wir noch Peter Thiel und so weiter in diesen ersten kruden und hitzigen Tagen. Und ja, was sagen wir dazu? Also wir haben Elon Musk ja mitunter auch eine politische Agenda zugeschrieben. Aber im Zweifelsfall gibt der der wirtschaftlichen natürlich doch irgendwie den Vorzug

12:33 Dennis Horn

Ja, ich finde das spannend, dass das so jemand ist, den er so sehr nah an sich ranlässt. Also der offenbar ja seit 2003, wie du gesagt hast, für ihn arbeitet. Also jemand, den er offenbar einschätzen kann. den er aber auch auf gar keinen Fall verlieren möchte. Also das, wir haben ja auch schon mal überlegt, welche Rolle dieser CEO eigentlich bekommt, ob das ein Sündenbock wird oder ob das eine Person wird, die Twitter irgendwie anders aufstellen soll oder also was quasi von ihm tatsächlich erwartet wird. Und wenn man jemanden holt, den man seit 20 Jahren sein Vertrauen schenkt, in verschiedensten Unternehmen und Rollen, dann kann man schon davon ausgehen, dass das jetzt zwar keine Person ist, die hier verbrannt werden soll, wohl aber auch keine Person ist, die jetzt Überraschungen für Elon Musk ins Unternehmen tragen würde, sondern er wird wohl sehr stark in seinem Sinne handeln. Und das ist dann doch irgendwie in gewisser Weise überraschend, also irgendwie aber gleichzeitig auch nicht.

13:30 Gavin Karlmeier

Ja, genau so. Und was ich eine spannende Frage finde, ist, wie Also in was für ein Fahrwassergerät Twitter, wenn er jetzt übernehmen würde? Also wie viel ruhiger wird es? Ja, also gar nicht mal die Frage, welche Entscheidungen trifft dieses Unternehmen, sondern würde sich damit die Unruhe erledigen? Ich meine, er ist ja schon lange mit an Bord und es ist ja so, dass SpaceX und Tesla Bei allem, was wir vor allem über Tesla ja auch schon besprochen haben, mit Elon Musk und seiner Art zu kommunizieren. Aber SpaceX und Tesla, die anderen Unternehmen, das sind ja schon welche die in wesentlich ruhigerem Fahrwasser so unterwegs sind.

14:21 Dennis Horn

Ich finde das spannend, diese Frage, weil das glaube ich genau die Die Frage ist, was der CEO, also nicht, was hat eigentlich Elon Musk mit einem ECEO vor, sondern was hat der CEO eigentlich mit Twitter vor? Oder die Frage, wofür brauchen wir diesen CEO? In der Vergangenheit wurde ja immer wieder so, zumindest im Narrativ von Elon Musk erzählt, Twitter soll ein selbstverwaltetes Unternehmen sein, das eine Infrastruktur zur Verfügung stellt und der Rest läuft quasi für sich selber. Wenn du in diesem Duktus bleiben würdest, dann müsste das eine völlig neutrale, dann müsste das sozusagen der Joachim Gauk des Silicon Valley werden. um Geschäftsführer zu werden, also jemand, der keine Aktien in irgendetwas hat und aus total altruistischen Gründen dieses Unternehmen inhaltlich nach vorne schieben möchte. Diese Personalie, Steve Davis, wäre nichts davon, sondern wäre tatsächlich jemand, der so ein bisschen die ausführende Hand von dem weiterhin existierenden Besitzer Elon Musk wäre. Und dementsprechend kann ich mir nicht vorstellen, dass es allzu ruhig werden könnte, sondern ich glaube, es würde sich nahezu nichts ändern, außer dass er vielleicht, also Elon Musk selber, nicht mehr irgendwelche Funktionsneuerungen verkünden müsste. Aber selbst da bin ich mir nicht mal sicher, ob er das tatsächlich könnte, ob er Dinge aus Hand geben kann.

15:29 Gavin Karlmeier

Da würde ich eine andere Wette eingehen. Also ich könnte mir vorstellen, dass bei derselben Art von Entscheidungen, die getroffen werden, Jemand anderes, der dafür sorgt, dass Elon Musk ein wenig wegrückt vom Produkt Twitter, sagen wir mal so in der täglichen Kommunikation. Dass der durchaus da Ruhe reinbringen könnte. Und also im Grunde braucht Elon Musk ein CEO, der Twitter vor dessen Eigentümer schützt.

15:58 Dennis Horn

100 Prozent. Ich würde dir komplett zustimmen. Die goldene Frage dabei ist nur, lässt Elon Musk das wirklich zu?

16:07 Gavin Karlmeier

Und das sehe ich gerade nicht. Na, ich verstehe. Ja, also das werden wir sehen. Ich habe gerade mal überlegt, wie würde ich damit umgehen. Wie würde ich damit umgehen jetzt als Nutzer, wenn jemand anderes da wäre und das in ruhigere Fahrwasser bringen würde? Dann würde ich schon sagen. Ich denke nochmal darüber nach, wenn zumindest das, was da jetzt passiert, in irgendeiner Form einschätzbar ist und vorhersehbar. Dann fällt es mir leichter, darüber nachzudenken, nutze ich es wieder oder nicht. Also wenn sozusagen dieses Volatile aufhört, jeden Tag eine andere Entscheidung und eine Sau, die durchs Dorf getrieben wird vom CEO und Man hat eine große Unsicherheit, wird diese Funktion morgen überhaupt noch da sein? Also die groben Pflöcke, die da eingerahmt werden, die können vielleicht sogar in dieselbe Richtung gehen, aber Die ich suche da gerade so ein Wort für, das fällt mir nicht ein. Also die Vorhersehbarkeit, die Verlässlichkeit, ja. Selbst wenn ich mit der Richtung, die da eingeschlagen wird, nicht einverstanden bin, aber dass ich zumindest verlässlich die Plattform einschätzen kann. Und ich kann mir schon vorstellen, dass ein anderer CEO sowas Ganz unabhängig von der Frage, in welche Richtung sich das bewegt, aber deutlich besser machen würde als Elon Musk.

17:37 Dennis Horn

Ich kann mir das auch vorstellen. Dafür müsste aber eben tatsächlich Elon Musk bereit sein, ein bisschen runterzufahren. Bleibt spannend. Also man müsste eigentlich mal jetzt mit jemandem sprechen, der in den letzten Jahren die Boring Company beobachtet hat, wie Steve Davis denn da eigentlich walten und schalten konnte. wie mächtig er dort war und wie viel Elon Musk tatsächlich noch im Unternehmen gesteckt hat.

18:02 Gavin Karlmeier

Hat aber niemand beobachtet, weil es boring ist.

18:05 Dennis Horn

Tatsächlich finde ich das spannend, weil im Umgangsschluss könnte das ja auch schon die Antwort sein. Da redet niemand, inklusive Elon Musk, so richtig drüber, was das Unternehmen jetzt gerade so macht, weil SpaceX und Tesla doch die prestigeträchtigeren Unternehmen sind und wahrscheinlich auch die, die ihn als Als Head und auch eher als Interim-CEO zumindest stärker binden. Also, ich kann mir durchaus vorstellen, dass Elon Musk bereit wäre, sich da weiter runterzunehmen und vielleicht deswegen genau jemanden dahin zu setzen. der bei dem er weiß, da kann er sich drauf verlassen. Also vielleicht stimmt eine Wette.

18:39 Gavin Karlmeier

Wir müssen bis Ende des Jahres. Einmal Kassensturz machen, ne? Was die Wetten angeht, weil das ist die Deadline, bis zu der ein neuer CEO ja installiert sein soll.

18:48 Dennis Horn

Und Deadlines, das wissen wir, am heutigen Mittwoch sind wichtig, denn der angekündigte angekündigte Quellcode des Algorithmus ist Immer noch nicht da. Der Counter läuft.

19:00 Gavin Karlmeier

So, dann würde ich gerne mit dir noch auf den Jengarturm gucken. Ja, bitte. Da wackelt wieder ein bisschen vom Jenga-Turm. Ich habe jetzt mehrere Tweets gesehen, die sich darüber beschweren, dass Menschen, die sie geblockt haben, Jetzt doch deren Tweets sehen. Also das heißt, ich würde dich jetzt blocken bei Twitter und dann twitter ich was. Und du siehst meine Tweets trotzdem.

19:27 Dennis Horn

Genau, und das ist nämlich die spannende Mechanik. Das ist nicht so. Das haben Leute auch berichtet gleichzeitig. Also es gibt Leute, die blockieren, ich würde dich blockieren und sehe deine Tweets nicht. So ist es gedacht. Das funktioniert teilweise nicht. Also es gibt Leute, die sehen dann trotzdem deine Tweets, obwohl sie dich blockiert haben. Und das, was du sagst, ist eigentlich noch viel schlimmer. Du blockierst mich und ich sehe deine Tweets trotzdem, was eigentlich der einer der wichtigsten Hebel des Blockierens ist, wenn du nicht willst, dass ich mitkriege, was du twitterst, dann blockierst du mich. Das ist natürlich bei Twitter immer so ein bisschen hinfälliger als in anderen sozialen Netzwerken, weil es offen ist und ich ein privates Browserfenster öffnen muss, um diese Tweets von dir trotzdem zu lesen. Aber grundsätzlich ist ja das die Idee, dass du quasi verhinderst, dass ich deine Inhalt sehe. Ja, bitte, am Anfang hat man gedacht, das war auch so eine Elon Musk-Ego-Nummer wieder, weil man das tatsächlich mit dessen Account ausprobiert hat.

20:21 Gavin Karlmeier

Also da gab es wieder jemanden, der irgendwie einen leeren Account hatte oder nee, nee, diesmal war es ein Follow-Account, ein ganz normaler, alltäglicher. Hat Elon Musk geblockt und bekam nun trotzdem dessen Tweets angezeigt. Und da war so ein bisschen wieder der Verdacht im Raum, aha, die tausendfache Reichweitenverstärkung. Sieh an, wozu sie noch so führt Aber tatsächlich haben wir das jetzt von einer Reihe von Nutzerinnen und Nutzern gesehen und gehört und ich glaube, wir haben beide Jenga gerufen.

20:51 Dennis Horn

Das ist jetzt das Neue. Das neue Jumanji ist Schenka.

20:56 Gavin Karlmeier

Genau so. Ja, also es ist ein Sicherheitsrisiko, ne? Total.

21:01 Dennis Horn

Kann man nicht anders sagen. Naja, vor allem macht es die Plattform weniger zuverlässig. Also Das sind so die grundlegendsten Mechaniken eines sozialen Netzwerkes. Ich, also ich Twitter ist, ich abonniere jemanden, ich sehe seine Inhalte, ich blockiere jemanden, ich sehe seine Inhalte nicht. Und Punkt 1 funktioniert schon nicht mehr so richtig, wie wir wissen. Also der Folge Ich-Feed besteht inzwischen längst auch aus Tweets von Menschen, denen man nicht folgt und auch nicht aus allen Tweets der Menschen, denen man folgt. Und Punkt zwei funktioniert jetzt offenbar auch schon nicht mehr. Und da ist der Jengeraturm schon, also eine Seite des Jenga-Turms ist schon auf dem Weg nach unten, fühlt sich zumindest so an, weil halt die einfachsten Versprechen von Twitter nicht mehr funktionieren.

21:43 Gavin Karlmeier

Ja, sorry, ich war gerade, ich habe mich in den Bildern verirrt. Wer mit dem Sengaturm nach oben fährt, fährt mit ihm auch wieder nach unten. Im Gengarto.

21:57 Dennis Horn

Die ganze Hand voller Asse, aber die Welt spielt Schach, habe ich irgendwann mal aufgesehen.

22:02 Gavin Karlmeier

Aber es ist wie Schach nur ohne Würfel.

22:04 Dennis Horn

Richtig.

22:04 Gavin Karlmeier

So, und jetzt habe ich noch diese eine Meldung hier, die hat mit Twitter selbst direkt nichts zu tun, aber ich habe so einen fantastischen Tweet dazu gefunden, den ich nur noch vorlesen. Möchte, nee, du hast den gefunden, aber ich lese ihn dir trotzdem vor. Elon Musk ist wie so alle gerade, beeindruckt von ChatGPT. Vielleicht auch negativ beeindruckt, weil Microsoft das, was bei OpenAI jetzt passiert mit ChatGPT, sehr viel mehr Sehr viel mehr verwertet für seine eigenen Dienste, als Elon Musk das gerade irgendwie tut und tun kann. Also Chat-GPT landet ja jetzt in Bing. Und wird damit jetzt auch in Windows 11 direkt aufgenommen, so in diese in diese Taskleiste und so weiter. Und Elon Musk, das berichtet die Information, möchte jetzt ein High-Profile-Chatbot. Als Konkurrenz zu ChatGPT an den Start bringen, obwohl er selbst ja auch bei OpenAI investiert ist. Und der Tweet Finde ich sehr lustig. Wenn er den bei Twitter dann einsetzt, ist es ein Chatbot, der auf alles immer nur Interesting oder Looking Into It antwortet. Dann muss er das selbst nicht mehr machen.

23:17 Dennis Horn

Ja, ich glaube, da steckt noch eine zweite Ebene drin selber in diesem Thema. Also abgesehen von der Ebene, alle brauchen jetzt gerade irgendeinen KI-Ansatz. Also egal welche App ich öffne, mir wird gerade versprochen, dass es jetzt ein KI-Bot gibt, der die Inhalte für mich da reinschreibt und die Apps durchgeht.

23:34 Gavin Karlmeier

Ich bin ja ganz glücklich darüber, dass das jetzt alles Thema ist, weil dann reden wir nicht mehr über das Web 3.

23:40 Dennis Horn

Ja, also ich glaube, der nächste Schritt ist, dass Web 3. 0 redet über sich selber. Ich weiß auch nicht. Also ich würde dieses OpenAI Elon Musk, ähm, dieses Konfliktfeld nochmal ganz kurz aufmachen. Ich hab, also zum einen sieht das Ganze danach aus, als wäre Elon Musk schon nicht mehr in OpenAI. sondern als hätte er seine Aktivität dort zurückgefahren und vielleicht auch sein Geld daraus geholt, das wissen wir natürlich nicht genau, aber wir wissen, dass er da nicht mehr drin hängt. Und zum anderen macht er ganz schön Stimmung gegen Chat-GPT auf seinem Twitter-Account in den letzten Tagen, weil er ChatGPT als Vogue-AI wahrnimmt. Er nimmt dafür immer wieder so Screenshots. wo in dem Chat-GPT sich zum Beispiel unterschiedlich gegenüber weißen und schwarzen Menschen äußert. Und das nimmt er als Anlass dafür, dass es die Voke AI ist und so. Ich will das gar nicht vertiefen, weil da kommst du nicht mehr raus. Wenn wir damit jetzt anfangen, erinnert das hier die längste Folge wieder. Spannend finde ich aber, dass er da jetzt ankündigt, einen Gegenentwurf drauf zu setzen, so wie er auch in seiner eigenen Darstellung gesagt hat, dass er Twitter gekauft hat. weil ihm die Sperre dieses Satire-Accounts, der diese transfeindlichen Witze damals veröffentlicht hat, dass das ihm quasi damals das Zünglein an der Waage war, um Twitter zu kaufen. Und ich finde das spannend, weil er sich da irgendwie auch in einer gewissen Weise politisch in Stellung bringt, dass er sich als den Gegenentwurf zum Voken Positioniert, dass er irgendwie so als gar nicht mal so der Libertäre jetzt gerade politisch ist, sondern vielmehr so der Arg-Konservative eigentlich in seiner Darstellung, der ähm Naja, der eben gegen diese ganzen Entwicklungen von inklusiver Sprache, gegen Entwicklung von Barrierefreiheit zum Beispiel sich ja auch schon betätigt. gegen die Entwicklung von Awareness gegenüber Suizidhinweisen bei Twitter. Also diese ganzen Entwicklungen der letzten Monate sind alle immer so ein Gegentrend zum wir passen aufeinander auf. Und dass er jetzt dieses Chat-GPT als Vogue AI framed und jetzt einen Gegenentwurf dazu an den Start bringt. Gibt ihm natürlich noch mehr Applaus. Also ich habe schon das Gefühl, dass er da eigentlich eher gerade so ein bisschen Fanservice für seine für seine Fan-Boys und Girls macht. Größtenteils Boys ehrlicherweise. Und also das ist irgendwie spannend und gefährlich, weil sich das so anfühlt, als würde er gerade so den Kult um sich selber versuchen zu verstehen, neu zu framen und größer machen dadurch. Und wenn man jetzt so ganz dystopisch in die Zukunft blicken möchte, könnte man sagen, das ist natürlich die perfekte Grundlage, um in 8, 12, 16 Jahren sich als US-Präsident aufstellen zu lassen.

26:32 Gavin Karlmeier

Diese Theorie gab es ja häufiger schon mal. Ich hatte gerade noch so einen ganz anderen Gedanken. Müssen wir irgendwann hier im Podcast mal darüber sprechen? Ob diese Moves, die er da gerade so macht, also mit Twitter, dann vielleicht auch mit so einem Chatbot Ob es da einen größeren Gedanken dahinter gibt. Also vielleicht auch unabhängig von der Präsidentschaft. einen Gedanken, den digitalen Raum zu formen oder umzuformen. Den Gedanken hatte ich da gerade. Weiß ich noch nicht, aber gerade kam mir das so, als du davon erzählt hast.

27:12 Dennis Horn

Ja, vor allem wenn man dann überlegt, dass er auch aus Twitter diese Super-Ad machen möchte, die alles. kann und die auch Payment macht und diese chinesische Vorbilder irgendwie, die ja nur Vorbilder sind, wie er nochmal klargestellt hat, die man natürlich nicht kopieren kann, bedienen möchte. . Dass er gleichzeitig eine selbstfahrende Flotte von Millionen Autos auf alle Straßen der Welt irgendwie bringen möchte. Man könnte, wenn man jetzt daraus einen Film schreiben möchte, könnte man das, glaube ich, sehr gut Man gerät da aber schnell auch in einem Bereich vom sehr vagen, verschwörerischen, ehrlicherweise. Naja, also er kann zum Beispiel jetzt gerade nicht mal US-Präsident werden, er ist nicht in den USA geboren und so. Also das müsste schon noch einige Sachen passieren. Aber ich will ja nur sagen, das passt irgendwie doch schon in ein Bild, diese, dieser Kampf gegen Chat-GPT gerade.

28:05 Gavin Karlmeier

Interessant darüber nachzudenken.

28:07 Dennis Horn

Ja, nehmen wir mal mit. Und dazu eine kleine Randnotiz: Mark Zuckerberg hat angekündigt, dass ein neues Team bei Meta an AI-Produkten für Instagram und WhatsApp arbeitet. Es ist das neue Ding.

28:22 Gavin Karlmeier

Es ist das neue Ding und vielleicht das neue Schlachtfeld, auf das sich jetzt alle stürzen.

28:26 Dennis Horn

Vor 15 Jahren brauchte jeder ein iPhone, vor zehn Jahren brauchte oder vor fünf Jahren brauchte jeder einen Podcast. Und jetzt braucht jeder ein Chatbot.

28:32 Gavin Karlmeier

Wir sind noch beim Podcast. Ja, wir sind rückschrittlich, Dennis.

28:37 Dennis Horn

Wir lesen uns morgen in unserem Chatbot.

28:39 Gavin Karlmeier

Ja, bis morgen. Bis morgen.