Twitter war down. Schon wieder. Und schon wieder wissen wir natürlich nicht, wieso. Und eigentlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis das nicht mehr berichtenswert ist, weil es eh ständig passiert. Wünschen, dass Twitter down ist, dürfen wir uns übrigens nicht mehr laut, weil das zur Accountsperrung führen dürfte – aber darüber sprechen wir heute etwas ausführlicher. Außerdem hat sich Dennis bei Bluesky, dem neuen Twitter von Jack Dorsey, reingemogelt und berichtet: More of the same!
Transkript
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00:01 Intro
Haken dran, das Social Media Update der CT.
00:05 Gavin Karlmeier
Hallo Dennis.
00:07 Dennis Horn
Grüß dich given.
00:08 Gavin Karlmeier
Woher wische ich dich?
00:12 Dennis Horn
Ich bin in Prag.
00:15 Gavin Karlmeier
Keine weiteren Fragen. Gut, fangen wir an.
00:16 Dennis Horn
Nein. Ich bin einfach, also eigentlich bin ich, seit es diesen Podcast gibt, Schon auf der Suche nach Carmen San Diego. Es zieht sich noch etwas.
00:28 Gavin Karlmeier
Scotland Yard Hakenbrenn Edition. Wo ist Mr. X?
00:33 Dennis Horn
Und das Problem ist, ich habe nur noch U-Bahn-Tickets. Also ich kann nur noch die ganz großen Sprünge machen und komme nicht mehr nach Hause.
00:40 Gavin Karlmeier
Wie lange fährt man mit der U-Bahn von Barcelona nach Prag? Kann das jemand für uns recherchieren? Wir werden das morgen beantworten.
00:47 Dennis Horn
Gut, lass uns loslegen.
00:49 Gavin Karlmeier
Lass uns loslegen. Und zwar möchte ich mit dir eigentlich, also ich muss laut Jenga rufen, Dennis.
00:56 Dennis Horn
Ja, ich habe auch. Mach mal, bitte. Django! Es war nicht besonders laut, aber in Ordnung. Ich habe es auch getrötet. Django habe ich getrötet. Also Twitter war down. und begrüßte uns mit der freundlichen Meldung willkommen bei Twitter, folgt doch mal jemandem um hier irgendwas zu sehen
01:16 Gavin Karlmeier
Der Satz war ja richtig geil, darf ich den mal vorlesen? Ich habe den hier. Dies ist der beste Ort, um das Geschehen auf der Welt zu verfolgen. Finde jetzt einige Personen und Themen und folge ihnen.
01:26 Dennis Horn
Das ist ganz großartig. Und ich habe, also bevor wir jetzt darüber sprechen, weiß man, was da los ist?
01:33 Gavin Karlmeier
Dreimal darfst du raten. Nein. Achso, nein, wir wissen es nicht.
01:39 Dennis Horn
Ja, ich dachte, bei dreimal darfst du raten, kann ja bei Twitter mittlerweile alles sein, aber ich habe jetzt. Also, ich habe so darüber nachgedacht, wo ist jetzt eigentlich der Ort, an dem man sich darüber unterhält, dass Twitter down ist? Da gibt es ja gar keinen mehr. Also es ist so auf so einer Meta-Ebene ganz verschreckend, so ein Moment, finde ich.
01:57 Gavin Karlmeier
Deswegen hast du auch dieses komische TikTok hochgeladen, gerade ich verstehe. Ja, es ist besonders. Also der Man ist weg davon, dass es gar nicht mehr erreichbar ist. Auch der Fail-Wail ist Geschichte. Aber es passieren einfach seltsame Dinge. Also man konnte Twitter über den Browser zum Beispiel nicht mehr aufrufen. Konnte aber Tweets schreiben und über Tweet-Deck beispielsweise konnte man dann sehen, was die anderen so geschrieben haben. Das hatte aber alles immer so null Likes, weil das eben niemand gesehen hat.
02:29 Dennis Horn
Na gut, also auch da ist glaube ich zwischen Atlanta und irgendwo wieder Synchronisierungsfehler, weil Portland und Atlanta wieder einen Synchronisierungsfehler aufgetreten. Also nichts, was uns überrascht hat, aber doch so schön, dass wir damit heute mal beginnen wollten.
02:47 Gavin Karlmeier
Ich finde es schön, was der Gatze Tör dazu geschrieben hat. Er hat nämlich geschrieben, ich habe keine Timeline mehr, ich sehe gar keine Tweets. Elon Helsing. entsprechen das Twitter-Erlebnis, um ein Vielfaches zu verbessern. True that. So ist es. Apropos Erfahrung verbessern. Es gibt neue Richtlinien. darüber, was man so äußern darf auf Twitter. Wir wissen, Twitter ist eine Plattform, die für absolute Redefreiheit steht und dementsprechend ist es ganz wichtig, dass es Richtlinien gibt, was man nicht sagen darf Und es ist natürlich ein bisschen zynisch, aber es ist richtig, dass es solche Richtlinien gibt. Es ist nur irritierend, dass die halt mit Worten wie Nulltoleranzansatz formuliert werden, wenn Twitter ja eigentlich mal übernommen wurde von Elon Musk, um Content-Moderation komplett unnötig zu machen. Also wir sind wieder an dem Punkt, den wir in Folge. . zwei wahrscheinlich schon besprochen haben. Früher oder später wird Elon Musk merken, dass die Idee, die wir früher mal hatten, von einem moderierten Twitter, dass das der einzige Weg ist, damit umzugehen.
03:46 Dennis Horn
Ja, und also was ist da jetzt genau passiert? Es gibt neue Richtlinien inhaltlich.
03:51 Gavin Karlmeier
Ja, das Inhaltliche ist fast zu viel gesagt, also richtig viel verändert hat sich eigentlich nicht. Aber Twitter Safety hat da einen längeren Thread zugeschrieben und da stehen so Sachen drin wie, wir haben ein paar Änderungen an unseren Policies, an unseren Richtlinien zum Thema Violent Content, also gewalttätigen Inhalten oder Inhalten mit Gewaltbezug vorgenommen. Heute haben wir offiziell diese Richtlinien zu Gewaltreden eingeführt, die gewalttätige Drohungen schadens wünschen, also Wishes of Harm. Gewaltverherrlichung und Anstiftung zu Gewalt verbieten. Wir verfolgen dabei eine Nulltoleranzregel im Bereich gewalttätige Äußerung und werden in den meisten Fällen In den meisten Fällen jedes Konto sperren, das gegen diese Richtlinie verstößt, was schon das erste Abwenden von dem Nulltoleranzsatz ist.
04:39 Dennis Horn
Und also da ist jetzt meine erste Frage ist jetzt, was ist der Unterschied zu vorher und zu der Zeit, die er so falsch fand?
04:45 Gavin Karlmeier
Das kann ich dir nicht so richtig sagen. Es ist einmal neu formuliert. Also, also richtig viel hat sich nicht geändert. Es wird aber gesagt, bei weniger schwerwiegenden Verstößen können wir sie auffordern, den Inhalt zu löschen, bevor sie wieder auf Ihr Konto zugreifen können. Das ist nicht neu. Also, das ist eine Sache, die gibt es schon länger. Es gibt auch Screenshots von Menschen, die zum Beispiel, als es diese große Blockwelle gegen JournalistInnen gab. die einen Tweet über Elon Musk oder seinen Standort oder die Berichterstattung über jemanden, der seinen Standort veröffentlicht hat, löschen mussten, bevor sie in ihren Account reingekommen sind. Das heißt, diese Mechanik, die dem zugrunde liegt, Die wurde jetzt nicht neu entwickelt, das ist keine wirkliche Veränderung.
05:20 Dennis Horn
Nee, und die war auch schon Teil der Mechanik vor Elon Musk. Genau. Auch da sind Leute ja dann zum Teil aus ihren Konten erstmal ausgesperrt worden, bis sie dann einzelne Tweets gelöscht haben.
05:31 Gavin Karlmeier
Ich würde aber gerne kurz in diese Policy mal rein, die ist relativ ausführlich. Wenn du da auf den Link klickst, dann ist halt für jeden dieser Punkte, den ich gerade vorgelesen habe. ist das so ein bisschen ausgeführt, was man also machen darf, dass du zum Beispiel nicht an und den Tod, Krankheiten, tragische Ereignisse oder körperliche, schädliche Folgen wünschen darfst. Soweit, so klar alles. Es steht zum Beispiel drin, dass verboten ist Dog Whistling, also das Verwenden von verschlüsselter Sprache, die zur Gewalt aufrufen, zu verwenden. Das finde ich erstaunlich, weil das passiert, glaube ich, gerade auf Twitter relativ viel. Es steht aber auch drin, dass du also hier steht hyperbolische Äußerung. Damit beziehe ich mich auf eine Übersetzung von stadtbremerhaven. de, Kaschis Blog. Hyperbolische, also übertreibende oder einvernehmliche Äußerungen unter Freunden, dass du die weiterhin verwenden darfst, auch wenn sie gewalttätig sind. Das heißt, wenn ich dir schreibe. . Jetzt kommen wir her, damit ich dir auf die Schnauze hauen kann und du schreibst darunter lol, dann ist das okay, weil das ein einvernehmlicher Kontext ist.
06:32 Dennis Horn
Aber nur ab dem Moment, ab dem ich LOL drunter geschrieben habe.
06:36 Gavin Karlmeier
So richtig steht es nicht, aber es muss halt klar erkennbar sein, dass es nicht ein missbräuchlicher Kontext ist.
06:44 Dennis Horn
Wie soll denn, also bleib mal kurz da stehen.
06:47 Gavin Karlmeier
Ja, bitte.
06:47 Dennis Horn
Wie soll man ohne dass Menschen Content-ModeratorInnen da reingucken? Wie soll man das denn moderieren können? Also das ist doch genau das, also so wie jetzt diese Policy dann formuliert und aufbereitet ist, auch das Verbot gerade
07:02 Speaker 3
Das Verbot von Dog Whistling auch.
07:05 Dennis Horn
Das ist ja genau der Grenzbereich, in dem KI, auf die Elon Musk jetzt eigentlich setzt, es nicht erkennen kann. Weil wir doch hier mit Ironie Mit Vertauschungen, mit all dem Spielen, was KI nicht erkennen kann, sondern nur Menschen im Kontext, die dann aber ja in der Content-Moderation auch in der Regel kennen wir von Facebook nach wie vor zu wenig Zeit haben, diesen Kontext komplett zu erfassen, um hier richtige Löschentscheidungen treffen zu können. Das ist ja irre, das funktioniert ja überhaupt nicht.
07:42 Gavin Karlmeier
Ich würde sogar noch weitergehen und sagen, nicht mal Menschen können, also das ist ja die Idee von Duck Whistling, ne? Dass nicht mal Menschen das so richtig identifizieren können. Vermutlich nicht mal viele. Aufgeklärte Menschen, viele aware Menschen, sind nicht in der Lage, Doc-Wristling zu identifizieren. Das sehen wir ständig. Dementsprechend finde ich, das ganz, also, das sind halt alles so schwammige Formulierungen, die am Ende dazu führen, dass man sagen kann, naja, es ist Verboten. Also man baut sich da so Hintertüren ein, die aber eigentlich nicht wirklich zu Konsequenzen führen können, wenn da nicht extrem viele Menschen sitzen, die da moderieren. Und im Moment ist der Trend eher Gegen Null, anstatt zu mehr Content-Moderation.
08:20 Dennis Horn
Also, das heißt, wir haben hier eine Policy, die im Grunde wertlos ist, weil sie durch Die Umsetzung oder nicht vorhandene Umsetzung und eine nicht vorhandene Möglichkeit der Umsetzung im Grunde direkt ausgehöhlt wird.
08:33 Gavin Karlmeier
Ja, richtig. Die aber zu einem völlig willkürlichen Zeitpunkt kommt. Also es gibt da noch eine Formulierung drin, die ich besonders finde, die Business Insider auch nochmal hervorgetan hat mit einem extra Artikel. Die Formulierung besagt nämlich, also es ist verboten. Wish, hope, or express desire. Also, ich darf dir etwas nicht wünschen, hoffen, dass es passiert, oder die, den, den Wunsch danach formulieren, dass andere Menschen sterben. Krankheiten haben, es tragische Vorfälle gibt oder, und dann kommen wir nämlich zu dem, wie ich finde, spannendsten Teil. Oder dass dasselbe zu deiner, zur Infrastruktur, der Infrastruktur passiert. Also ich darf nicht einer Gebäuden Häusern und infrastrukturellen Dingen, die dazu notwendig sind, den täglichen zivilen oder geschäftlichen Aktivitäten nachzubauen zu kommen, auch keinen Schaden wünschen. Das heißt, wenn ich dir schreibe, Dennis, ich hoffe, der Bus, mit dem du morgen früh zur Arbeit fährst, hat einen Platten, verstoß dich schon gegen die Policy. Wenn du mir aber schreibst, du Arsch, lol, dann geht's wieder.
09:38 Dennis Horn
Ja, und ich dürfte auch nicht schreiben, ich hoffe, dass der Jenga-Turm endlich trinkt.
09:43 Gavin Karlmeier
So ist es. Also ich finde, das ist eine ganz komische Formulierung, diese Einschränkung der Infrastruktur. Und der letzte Satz in diesem Business Insider-Artikel, der ist auch der, den ich da am spannendsten finde. Es ist unklar, was diese Veränderung in dieser Policy ausgelöst hat. Da muss irgendwas vorgefallen sein. Ansonsten würde man nicht in solches, in so ein Klein-Klein einsteigen. Oder wir sind einfach wieder in einem völlig willkürlichen Micromanagement und zünden mal wieder Nebelkerzen. Auch das kann man natürlich nicht ausschließen.
10:11 Dennis Horn
Vielleicht wechseln wir einfach alle zu einer anderen Plattform. Du meinst zu LO? Nein, ich meine zu Blue Sky Gavin. Dennis, was ist denn Blue Sky? Oh, Blue Sky ist das neue Konkurrenzangebot von Jack Dorsey. Weißt du, wer Jack Dorsey ist? Wer ist denn Jack Dorsey, Dennis? Sag es mir. Er hat vor vielen Jahren Twitter gegründet. Ich mag, wie wir uns die Überleitungen hier hin und her schieben. Großartig. Jack Dorsey, Gründer von Twitter, von dem man ja jahrelang gesagt hat, das ist der Mann, dem man zutraut. diesen Dienst Twitter, diese Plattform Twitter mit großer Zuverlässigkeit vor die Wand zu fahren, was er geschafft hat durch den Verkauf an Elon Musk. Der hat ein neues Twitter gegründet und ich sage das so deutlich, weil, also ich habe einen Zugang, das ist jetzt frisch veröffentlicht, und ich Ich muss dir erst mal erzählen, wie ich da reingekommen bin.
11:11 Gavin Karlmeier
Mach das mal bitte.
11:15 Dennis Horn
Das ist schon das Schönste an allem. Also, Blue Sky ist so, wie man das heute so macht, Invite-Only. Ja, also man braucht eine Einladung, um reinzukommen. Und jetzt, ich kenne Jack Dorsey nicht persönlich. Ich bin ihm, glaube ich, auf einem D-Mex-Go, stand ich mal neben ihm, aber das hat nicht gereicht, um
11:33 Gavin Karlmeier
Um eine Tasse zugeschickt zu kriegen.
11:35 Dennis Horn
Um eine Tasse zugeschickt zu kriegen, die musste ich mir aus dem Berliner Twitter-Büro so zocken. Und es hat auch nicht für einen Invite-Code zu Blue Sky gereicht. So, und jetzt, ähm, Wollte ich das aber natürlich ausprobieren, aber das ist wirklich noch so in diesem Kreis der, sagen wir mal, ersten 100 Leute, die da irgendwie mitentwickeln. Also die meisten Leute, die da drin sind. und vorgeschlagen werden, wem könntest du denn mal folgen? Da steht in der Bio drin irgendwie Product Management at Blue Sky. Oder so. Also die, ähm Sind lauter Bluesguyer oder wie auch immer die sich dort nennen, die haben ja Tweeps, hießen sie ja bei Twitter, keine Ahnung, wie sie heißen. Und dann Blues und Also dann habe ich so gedacht, wie kommt man da rein? Also du hast dann auch so ein Registrierungsmenü, da muss man dann auch direkt den Code eingeben und wenn man den nicht eingibt. Dann gar keine Chance. So. Und dann habe ich da erstmal willkürlich alles Mögliche eingegeben. Also ich habe da Blue Sky eingegeben, Klapautius, Rosebud, Rosenkohl. Ich habe alles versucht. So, und dann bin ich in den TechCrunch-Artikel gegangen, der berichtet vom Start von Blue Sky und der Veröffentlichung dieser App. Und im TechCrunch-Artikel war doch tatsächlich ein Screenshot drin, der einen dieser Codes zeigt. Und der hat funktioniert
13:03 Gavin Karlmeier
Ich finde das so großartig, weil das ist so eine so eine Geschichte, wie man sie von eBay Kleinanzeigen kennt, wenn jemand einen Spiegel verkauft und man darauf noch irgendwie den nackten Unterkörper des Fotografierenden sieht.
13:16 Dennis Horn
Ja, also wirklich, es hat funktioniert. Wir haben es ausprobiert dann für dich. Hat leider nicht mehr funktioniert für dich. Schade. Schade. Aber ich bin drin. Und es ist tatsächlich, es ist eins zu eins, und ich mein's ganz ehrlich, eins zu eins wie die Twitter-App Du hast rechts unten diesen blauen Kreis mit einem Plus, um was Neues zu posten. Du hast ein Profil, du hast dieselben Möglichkeiten, was zu liken, zu antworten. Es ist eins Zu 1 Twitter mit einem Unterschied in dieses System ist was Dezentrales rangezogen. Also du merkst, wenn du dir da anlegst, dann bist du auf dem zentralen Server. Von Blue Sky. Ich gehe da gerade mal rein, um zu gucken, wie der hieß, ob das noch so ist oder ob Elon Musk. Ja. Ich heiße jetzt at horn. bsky. social. Und so sind die Nutzernamen dann aufge Aufgebaut und das erinnert mich dann wiederum ja ganz exakt an Mastodon, wie die zentrale Mastodon. Social Instanz. Und so scheint mir das hier auch zu sein. Ich weiß nicht, wie man hier jetzt aktuell, und das scheint mir noch nicht so weit zu sein, eigene Instanzen anlegen kann und wie das hier reingezogen wird, weil sehr viel mehr als das, was ich gerade gesagt habe, es gibt hier Search, Home, Notifications, Profile und Settings. Und das war es schon. Also das ist im Moment die wirklich komplett flache Version eines Twitters. Mit dem Gefühl, da könnte noch was Dezentrales reingeschoben werden.
14:49 Gavin Karlmeier
Mhm. Also, wir haben da tatsächlich schon mal drüber gesprochen Es ging da damals, also schon super, super lange her, irgendwann Ende letzten Jahres, indem es nämlich genau darum ging, was da eigentlich gerade entwickelt wird und dass das doch sehr mastodon ähnlich ist. Also als wir diese Vorstellungen runtergerattert haben, könnte man sagen, all das trifft auch auf Mastodon zu, nur dass es eben nicht mit Mastodon harmoniert. Und das Spannende daran ist, dass es dieses AT-Protokoll Das ist das Protokoll, das er nutzt. Und in fast jeder Formulierung, auch in der Wikipedia für Blue Sky, steht nochmal ganz klar, the Protocol is not using blockchain technology. Ich weiß nicht, ob man sich damit abgrenzen möchte, um zu zeigen, wir springen wirklich nicht auf den Hype auf oder um zu zeigen, wir machen ja einfach mal was eigenes, warum auch immer. Also es ist so ein bisschen. So ein bisschen das eigene Mastodon mit der Frage danach, wofür brauchen wir das, wenn wir Mastodon doch schon haben? Außer die Tatsache, dass der Imject Dorse hintersteckt.
15:44 Dennis Horn
Ich würde. . widersprechen. Also wir haben hier diese dieses dezentrale drin und dieses Punkt B Sky, Punkt Social erinnert sehr an Mastodon, aber ich finde es ist ein ganz wesentlicher Unterschied Weil du bisher mit dieser App einen zentralen Einstiegspunkt hast und sich bisher dieses Dezentrale nur findet über deinen Nutzernamen. Und was du nicht hast im Moment, ist diese Vielzahl verschiedener möglicher Einstiegspunkte in dieses Angebot und diese Verworrenheit, die bei Mastodon noch so damit einhergeht. Also auf mich wirkt das gerade so, als würde man versuchen, sich weniger von diesem etwas trockenen technischen Mastodon-Ansatz dieser ganzen dezentralen Lösung zu nähern, sondern eher aus so einem zentralistischen Ansatz, wie man den bei Twitter hat. in den man dann im zweiten Schritt so etwas dezentrales reinzieht. Aber der Einstiegspunkt ist einer und macht es den Leuten einfacher. So wirkt es im Moment auf mich. Wo ich noch nicht wahrnehme, dass es irgendwo anders Instanzen gibt für Blue Sky. Ich finde das klug. Sondern nur diese App so. Und genau, das finde ich klug. weil das jetzt zumindest in diesem sehr frühen Zustand gerade auf mich so wirkt, als würde man die Herausforderungen oder die Probleme, die im Moment so bei Mastodon unterwegs sind, damit umgehen.
17:22 Gavin Karlmeier
Ja. Ich finde das auch klug. Ich finde aber auch spannend, dass es so, du hast mir ja zwei, drei Screenshot. Wahrscheinlich darfst du du mir nach AGBs gar kein Screenshot schicken, ne?
17:30 Dennis Horn
Ich habe ja auch gar keine geschickt.
17:31 Gavin Karlmeier
Nee, nee, du hast mir nur erzählt, wie es aussieht. Und ich finde, es sieht in deinen Erzählungen. Sieht es so doll nach Twitter aus, dass ich genau, also ich habe das Gefühl, das ist natürlich ein sehr strategischer Move, ne? Die Entscheidung zu sagen, wir machen, wollen zwar auf diesem dezentralen Zug mitfahren, sind aber auf der anderen Seite so nutzerInnenfreundlich, dass es Dass es einfach zu bedienen ist, einfach reinzukommen ist, einfach für Leute, die von Twitter kommen. Und das ist der eine Schuss, den Dorsey da überhaupt hat, dieser eine Versuch zu sagen, wenn wir das jetzt hier starten Muss das den Leuten, die einen Pain point bei Twitter identifizieren, sofort den Anlass bieten zu sagen, sie kommen jetzt hier rüber. Also ich habe das Gefühl, da wird total mit solchen gelernten Hype-Mechaniken gerade gespielt. Also auf der einen Seite more of the same, aber in besser. Also du hast quasi dieses Dezentrale, was die Leute bei Mastodon loben, aber in einfach. Du hast dieses Einfache von Twitter, aber in nicht Twitter. Auf der anderen Seite hast du diese Invite-only-Registrierungsverfahren, die bei Clubhouse dazu geführt haben, dass alle unbedingt rein wollten und alle gewartet haben. Also es ist so ein bisschen diese künstliche Verknappung, die ja dazu führt, dass du sofort Bock hast, da mitzuspielen.
18:41 Dennis Horn
Ja, muss ich nur auf der anderen Seite, also erstmal, ich finde den Punkt gut, den du machst, dass das im Grunde Jack Dorseys einziger Schuss ist. Und wenn ich also wenn ich betrunken wäre und würde diese App öffnen, ich würde überhaupt keinen Unterschied erkennen. Also da musste wirklich so wie wie wenn man irgendwie Spam-Mails von Betrügern entlarvt. Diese detektivischen Kenntnisse braucht man, um hier zu erkennen, dass es nicht Twitter ist. Das finde ich super interessant. Aber ich weiß gleichzeitig nicht, ob er am Ende damit nicht einem Irrtum aufläuft, weil Yeah, so yet another social network war ja noch nie die Lösung. Du brauchst es ja immer etwas, was für die Menschen auch was löst. Und da weiß ich nicht, ob sozusagen Blue Sky Abstand genug hat, sowohl zu Twitter als auch zu Mastodon, um wirklich relevant zu wachsen. Ja, das ist ein guter Punkt.
19:36 Gavin Karlmeier
Da bin ich mir unsicher. Und ich finde, dass das Design also von diesem Logo und so dieser dieses Wolkenfoto, weißt du, woran mich das erinnert? Windows fünfundneunzig. So is es. What do you want to do today? Ansonsten haben wir noch zwei Kleinigkeiten und äh Punkt. Der Satz hat kein natürliches Ende. Zwei Kleinigkeiten auf der Liste. Zum einen wird Twitter 200. 000 Quadratmeter in New York City von eigenen Büroflächen untervermieten.
20:16 Dennis Horn
Ja, um Geld reinzubekommen, weil es nicht mehr gebraucht wird.
20:20 Gavin Karlmeier
Ja, ja.
20:21 Dennis Horn
Logische Konsequenz? Oder gibt es noch was Schönes an der Geschichte? Nee.
20:24 Gavin Karlmeier
Ich habe nichts Schönes identifiziert. Ja, es ist einfach, wie es ist. Ich bin gespannt, ob da ein Hotel reingeht. Und Twitter hat angefangen, Werbung in Listen auszurollen. Also wenn man eine Liste bei Twitter hat, könnte es sein, dass dir da Werbung angezeigt wird, die Lustigerweise kontextuell nicht zu dir passt, sondern zur Liste. Das heißt, sie orientiert sich an den Wörtern, die in deiner, äh, die, wie deine Liste benannt ist, was so Accounts da drin sind. Ich finde das geschickt, Ich finde das clever. Ich glaube, das ist für Werbetreibende klug. Auf der anderen Seite weiß ich nicht, ob ich als Nutzer davon wirklich was habe. Also wenn ich eine Liste erstelle, die sich zum Beispiel mit dem. Ukraine-Krieg auseinandersetzt. . Das ist immer mein Beispiel für Listen gewesen, weil ich da Listen extrem exzessiv benutzt habe. Die Werbung, die mir da angezeigt worden wäre, hätte wahrscheinlich bei mir nicht zu einem Kauferlebnis geführt. Demnach will ich sagen, ich bin mir nicht so sicher, ob das tatsächlich der richtige Ansatz ist. Wir sind da wieder in diesem Konflikt, wie nutzen Menschen Suchmaschinen, wie nutzen Menschen Social Media. Und wo macht Werbung eigentlich so richtig Sinn? Im Fernsehen ist das Werbeumfeld total sinnvoll. Während einer Sportveranstaltung mache ich Werbung für Chips und Bier und Cola und die Leute wissen, okay, ich gucke gerade Sport, ich will jetzt auch Chips. Perfekt. Bei Twitter ist es, glaube ich, nicht zwangsläufig so, zumal die Plattform ja auch Dinge über mich weiß. Und ja, das mal so der Vollständigkeit halber hier platziert.
21:48 Dennis Horn
Also, ähm, erstmal Twitter, also auf der einen Seite sie sieht man ja gerade im Netz, dass diese krasse Profilbildung, wie wir sie die letzten zwei Jahrzehnte erlebt haben, so geprägt von Facebook, dass die ja nicht mehr funktioniert. Also da gibt es ja diverse Riegel, die vorgeschoben werden. Einmal regulatorisch durch die Europäische Union zum Beispiel, hier im Markt, auf der anderen Seite durch Apple. Also die haben ja auch dafür gesorgt, dass Facebook da nicht mehr so viel machen kann. Und dann gehört ja noch dazu, dass Twitter selbst Ja, nie solche Profile hatte. Weil worüber sollen die sich ergeben, außer durch die Texte, die wir da irgendwie eingeben? Also das war ja natürlich nie so ausgefeilt Wie das irgendwie bei Facebook möglich ist. Deswegen so aus der Gesamtgemengelage klar, dass man eher Werbungen wieder so klassisch platziert wie Man das ganz früh bei Google auch mal gemacht hat. Nicht anhand der Leute, die sich das angucken, sondern auch anhand der umgebenden Inhalte. Also finde ich logisch. Aber ich frage mich immer diese Listen. Wie viele nutzen das denn eigentlich? Also, wir sind JournalistInnen und müssen irgendwie darauf achten, gezielt auch zu recherchieren in so einer Form.
23:03 Speaker 3
Ich frage mich manchmal, ob das nicht so ein
23:05 Dennis Horn
Ich meine, er trommelt ja jetzt auch dafür und sagt dann, wie toll Listen sind und so, was für mich ja auch irgendwie so ein Zeichen ist, dass das vielleicht gar nicht so sehr, also Ist das jetzt wirklich das, womit diese Plattform Geld verdienen wird? Ich glaube nicht.
23:18 Gavin Karlmeier
Ich glaube das auch nicht. Ich würde nur an einem Punkt widersprechen, nämlich die Profilbildung. Also. Wenn Sie es richtig machen, wissen Sie ja zumindest, auf welche Links ich klicke. Sie wissen, mit welchen Tweets ich interagiere. Also das würde ja schon eigentlich reichen, um zu wissen, welche Werbung für mich tendenziell interessant ist.
23:32 Dennis Horn
Ja, nicht, dass das gar nicht stattfindet, aber es ist natürlich eine völlig andere. Qualität, Tiefe und Menge von Datenpunkten, die Facebook oder Google hatten.
23:41 Gavin Karlmeier
Auf jeden Fall, 100%.
23:47 Dennis Horn
wo die Kontaktpunkte, an denen sie was über mich erfahren, ja auch ganz andere sind, qualitativ.
23:54 Gavin Karlmeier
Ja, definitiv. Würde ich dir komplett zuschlimmen. Ich bin damit am Ende. Auch menschlich.
24:02 Dennis Horn
Auch menschlich, ne? Dann müssen wir morgen weitermachen.
24:04 Gavin Karlmeier
Bis morgen, Dennis. Dann aus, von wo hören wir uns morgen?
24:07 Dennis Horn
Koala Lumkur? Vielleicht einfach mal von zu Hause aus. Na dee, das dann bin ich nicht zu Hause. Na, da bin ich gespannt. Bis morgen. Bis morgen.