Twitter war schon wieder down. Wir haben neulich die Frage gestellt, wie lange das eigentlich noch eine Meldung wert ist und mittlerweile stellen wir fest: Die Einschläge kommen näher. Passt das Bild JENGA-Turm überhaupt noch oder sind wir mittlerweile eher beim Kartenhaus angelangt?
Übrigens: In dieser Episode haben wir 3 Invite-Codes für Bluesky versteckt!
Transkript
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00:01 Intro
Haken dran, das Social Media Update der CT.
00:05 Gavin Karlmeier
Hallo Dennis. Grüß dich, Kevin. Und, wo treibst du dich rum? Ich weiß es nicht.
00:13 Dennis Horn
Ich habe es ja gestern angekündigt. Ich bin in Luxemburg.
00:15 Gavin Karlmeier
Unser Luxemburg-Korrespondent Dennis Horn.
00:18 Dennis Horn
Ich war heute Mittag auch mit waschechten Luxemburger in Essen. Und ohne dass ich danach gefragt hätte, sagte einer, ob die anderen es schon gemerkt hätten, Twitter Blue wäre jetzt auch da. Also ich kann, wirklich, ich kann aus dem Gespräch heraus bestätigen, Es ist geschehen, ich habe es nochmal nachrecherchiert, es stimmt tatsächlich. Und bevor wir heute so zum großen Thema des Tages kommen, ich sag mal so. Hashtag Jenga müssen wir ein paar Hashtag Jenga again müssen wir ein paar Dinge, sagen wir mal, aufbereiten, die hier noch so liegen. Also, vielleicht fängst du mal an, weil du hast du eine Überraschung mitgebracht, etwa heute?
01:02 Gavin Karlmeier
Ich habe heute. Oh, Dennis, dein Überraschungssinn scheint heute besonders feingeistig zu sein. Ja. Aber da kommen wir zum Ende der Folge zu. Ich sag mal so, es wird sich für alle Zuhörenden lohnen. Versprochen.
01:17 Dennis Horn
Das so mysteriös bleibst du, ja.
01:20 Gavin Karlmeier
Ja, es wird sich lohnen, versprochen. Wir kommen dann nachher zu. Na gut. Ich habe aber noch was anderes mitgebracht, wo du gerade Twitter Blue gesagt hast, haben wir ja in der Folge gestern eine Frage aufgeworfen und die Jura-Bubble gebeten, darauf zu reagieren. Nämlich sieht es wie folgt aus, wenn ich Twitter Blue abschließen möchte, dann wird mir ja in dem Angebot der Betrag 8 Euro im Monat, wenn ich die monatliche Bezahlung auswähle. wird mir das gemacht, dieses Angebot. Und wenn ich dann da draufklicke und in den Zahlprozess eingehe, dann sehe ich, dass auf diese 8 Euro noch 1,52 Euro Mehrwertsteuer kommen. Und wir haben uns die Frage gestellt, ist es eigentlich soweit rechtlich sauber, die Mehrwertsteuer im Anschluss erst auf den angebotenen Preis aufzuschlagen? Und da hat der Haus- und Hofanwalt von Haken dran, Chan Jo Jun, Bezug genommen. Und ich würde seine Antwort einfach mal vorlesen. Und dann können wir das ja nochmal kurz reflektieren. Und zwar schreibt er Betrachten wir hier zwei unterschiedliche Rechtsfragen. Es besteht die Verpflichtung, einem Endverbraucher bei Werbung den Endpreis anzuzeigen. Dieser Verstoß gegen die Preis-Angabenverordnung könnte durch einen Mitbewerber oder eine Verbraucherzentrale nicht aber durch den Verbraucher selbst geltend gemacht werden. Die zweite von dir aufgeworfene Frage ist, zu welchen Bedingungen der Vertrag zustande kommt. Hier muss man beachten, welche Willenserklärung abgegeben wird und ob der Kunde zum Zeitpunkt der maßgeblichen Willenserklärung den Nettopreis oder den Bruttopreis akzeptiert hat. Und er hat noch ergänzt hinterher, bemerkenswert und komplett unwirksam ist übrigens die Gestaltung der Preiserhöhung. Twitter kann jeden beliebigen Preis aufrufen und der Kunde hat kein Widerrufsrecht und kann auch nicht verlangen. Dass der Vertrag zu alten Bedingungen weitergeführt wird. Nutzt er den Dienst weiter, gelten die neuen Preise angeblich. Ansonsten darf er nicht mehr zugreifen. Diese Gestaltung ist von Gerichten schon mehrfach verboten worden, zuletzt bei den Banken, die dadurch eine ausdrückliche Erklärung vor zwei Jahren von allen Kunden einholen mussten. Also es betrifft zum Beispiel die Erhöhung im Vergleich zum alten Twitter Blue-Preis oder die Tatsache, dass der aktuelle Twitter Blue-Preis ja als Angebot angekündigt wird, also dass es jetzt gerade 8 Euro im Monat kostet. Okay, aber ich wollte nur sagen, gehen wir also vor allem auf die beiden Antworten auf unsere Frage ein. Ist es so, dass es. Und zwar in dem Moment, wo ich meine Kaufabsicht kundtue und den Vertrag eingehe, mir der finale Betrag angezeigt wird. . Das heißt, nach diesem Vertrag. . Über Hinsicht dieser Vertragsschließung sind sie rechtlich wohl sauber. Aber Mitbewerber könnten durchaus diese Preisangabenverordnung, diesen Verstoß gegen die Preisangabenverordnung, mal prüfen lassen. Oder die gute alte Verbraucherzentrale. Oder die gute alte Verbraucherzentrale. Vielleicht nehmen wir da mal Kontakt auf und fragen mal nach, ob das nicht vielleicht schon passiert ist.
04:08 Dennis Horn
Ja, das finde ich gut. Und der dritte Punkt, der, also, wenn ich das jetzt so richtig verstanden habe, ist, dass nach seiner Einschätzung die AGB in der Form unwirksam sind. Okay. Gut. Haben wir das auch abgehakt.
04:23 Gavin Karlmeier
Schön, ne? Vielen Dank an der Stelle auf jeden Fall an die Jurabubble.
04:27 Dennis Horn
Merci. Ich hab, genau, wir haben mehrfach die Rückmeldungen dazu bekommen, auch an alle anderen, die uns geschrieben haben. Vielen lieben Dank. Und jetzt Jenga! Juhu! Heute haben die Links nicht funktioniert. Und wenn man, also wenn man auf einen dieser Links geklickt hat in Twitter, weil irgendjemand einen Link gepostet hat, kam man auf eine Also eine Art Code, Fehlermeldungscode. Your current API Plan does not include access to this endpoint.
05:05 Gavin Karlmeier
Ja, teilweise auch bei Bildern und bei TweetDeck auch, ne?
05:09 Dennis Horn
Ja, also genau, es gab eine Reihe von TweetDeck-Nutzern, andere nicht, aber eine ganze Reihe von Von TweetTech-Nutzerinnen und Nutzern, die genau dieselbe Fehlermeldung auch beim Aufruf eines First-Party-Clients hier an der Stelle bekommen haben. Es läuft richtig rund. Und ja, was war der Grund? Wir wissen es nicht so ganz. Also es gibt zwei Statements, einmal von Twitter selbst, vom Unternehmen. Die schreiben, es kann sein, dass einige Teile von Twitter nicht wie erwartet funktionieren. Wir haben eine interne Änderung vorgenommen. die einige unbeabsichtigte Folgen hatte. Interne Änderungen, die einige unbeabsichtigte Folgen hatte, habe ich euch gedacht, sprechen die von Elon Musk. Wahrscheinlich meinen die was anderes. Und wir arbeiten jetzt daran und werden ein Update veröffentlichen, sobald das Problem behoben ist, dass es mittlerweile geschehen, also das läuft schon alles wieder. Und Elon Musk selbst sagt, das war eine Änderung an der API, die dann massive Auswirkungen hatte. Und dann schiebt er es darauf, dass der Code-Stack, also Stack, ist sozusagen die Sammlung an Code, die bei Twitter im Hintergrund im Einsatz ist. extrem brüchig sei und das ohne guten Grund. Und er sagt, das wird am Ende einfach einmal einen kompletten Rewrite benötigen. Also der Code muss einmal komplett neu programmiert werden von Twitter.
06:37 Gavin Karlmeier
Also ein Komplettabriss und Neubau der kompletten, äh, der kompletten Immobilie am Ende.
06:44 Dennis Horn
Ja, also wir können mal darüber vielleicht spekulieren, ob es wirklich überhaupt so ist, ja, oder ob nicht seine Maßnahmen und sein Feuern des institutionellen Wissens von Twitter nicht überhaupt dazu geführt haben, dass ihm das jetzt brüchig erscheint. Das wissen wir auch nicht. Also Casey Newton vom Platformer. Hat dieses Statement von Twitter ein bisschen hochgenommen. Hat bei Mastodon geschrieben, some parts of Twitter may be may not be working as expected right now. We fired sixta people and stopped paying the AWS Bill.
07:23 Gavin Karlmeier
Ja, das um klar, dieser Amazon Link, den kann man dann natürlich auch mal erwägen, ob da vielleicht schon die ersten Server vielleicht einfach nicht mehr erreichbar ist waren. Aber diese Fehlermeldung zeigt ja vor allem, dass offenbar der Weg über die API-Schnittstelle, den sie selber zugemacht haben, auch von ihren eigenen Softwaren, ist das der Plural, ich glaube ja, genutzt wurde. was halt ein Fehler ist, der so nicht passieren darf einfach. Also vor allem bei einer Plattform von der Größe ist das wahnsinnig wahnsinnig unprofessionell. fast schon lächerlich, dass so ein Fehler halt in der Größenordnung passiert auf einer Plattform, die auch von uns regelmäßig auch als kritische Infrastruktur bezeichnet wird, ist halt unglaublich.
08:09 Dennis Horn
Übrigens hatte Mastodon heute auch den halben Tag Fehler 503. Was ist eigentlich Fehler 503? Also da habe ich mich jetzt den Tag aber nicht. Also die 503-Fehlermeldung wird angezeigt, wenn der Server den aktuellen Aufruf momentan nicht verarbeiten kann. Ja, auch überlastet. So und jetzt hat die sich auch dazu geäußert und führen das zurück auf eine massive D-Dos-Attacke.
08:38 Gavin Karlmeier
Oha
08:39 Dennis Horn
Die es da heute gegeben habe. Kurz einen Moment habe ich überlegt, ist es schon D-Dos, wenn Twitter nicht funktioniert und alle dann in dem Moment zum Mastodon gehen? Müssen wir DDoS erklären? Ich krieg schon wieder Ärger. Also DDoS ist sozusagen die digitale Sitzblockade. Also naja, Sitzen ist ja, nee, es wird ordentlich gefeuert. Und zwar werden die Server eines Dienstes, den man auf diese Art und Weise lahmlegen möchte, in die Knie gezwungen durch einen Haufen Unsinnige Anfragen. So kann man das vielleicht sagen.
09:18 Gavin Karlmeier
Ich stelle mir das immer so ein bisschen so vor, wie die Straßenbahn, die zum Fußballstadion fährt, beim Derby, und die dann nicht fährt, weil sie zu voll ist. Weil halt alle gleichzeitig rein wollen. Ja. Nur dass es halt orchestriert ist.
09:30 Dennis Horn
Ja, so passt es doch. So, und es gibt keine Mastodon-Bahn nebenan, die fährt. Also hat man ein Problem an der Stelle. Genau. So. Der Zustand, den wir gerade für Twitter beschrieben haben. Hashtag Jenga hat natürlich einen Hintergrund und es gibt einen enorm interessanten Bericht Der BBC, den wir euch empfehlen möchten. Er ist sehr lang. Er geht sehr in die Tiefe. Die BBC hat mit Twitter-Insidern gesprochen, wie sie es selbst nennen. Und wir können hier nur so ein bisschen an der Oberfläche kratzen, aber selbst das ist alles erschreckend genug. Im Grunde deckt die BBC da ein wenig den internen, kaputten Zustand von Twitter auf. Die haben unter anderem mit einer Person gesprochen, die das, da habe ich gedacht, das ist also, als würde Gavin Karlmeyer ein Bild zeichnen. Erzählt diese Person Twitter, ist gerade wie ein Gebäude, in dem alle Teile brennen. Wenn man es von außen betrachtet, sieht die Fassade gut aus, aber ich kann sehen, dass nichts mehr funktioniert. Alle Rohrleitungen sind kaputt, alle Wasserhähne, alles. Das hättest du doch gerade da genauso erfinden können.
10:44 Gavin Karlmeier
Ja, dann würde ich unterschreiben, hätte ich so sagen können.
10:46 Dennis Horn
So, also die BBC hat mit Menschen gesprochen, die von den Entlassungen unter anderem betroffen sind. Ich glaube aber nicht nur und hat einen Einblick bekommen, wie wenig Twitter überhaupt noch in der Lage ist, Mit den Problemen umzugehen, mit denen eine Plattform umgehen muss, also die Nutzerinnen und Nutzer zu schützen vor Tollen, vor staatlich koordinierter Desinformationen. ähm vor sexueller Ausbeutung von Kindern und ähm die haben Oder schauen auf Daten und Aussagen auch, die eben untermauern, dass der Hass unter der Führung von Elon Musk floriert. dass Trolle ermutigt werden, Belästigungen zunehmen, die Zahl der Konten steigt mit frauenfeindlichen und beleidigenden Profilen. Und die BBC hat unter anderem mit der früheren Leiterin gesprochen der Abteilung für Content Design, deren Team hat unter anderem so Nudge-Buttons entwickelt. Also Das sind so Hinweise, die Nutzerinnen und Nutzer bekommen, wenn man sagt, vielleicht möchtest du das lieber nochmal überdenken. Also ich glaube, der klassischste Nudge-Button kennen wir alle, nämlich wenn man einen Tweet hat mit einem Link drin. Und du klickst direkt auf Retweet, ohne den Link vorher einmal angeklickt zu haben. Dann gibt es so einen Hinweis. Möchtest du das wirklich teilen? Es ist eine gute Frage, ob das jetzt gerade überhaupt noch da ist, das weiß ich nicht. Ich habe Twitter lange in der Form nicht mehr benutzt. Ja, so. Und es gibt interne Untersuchungen von Twitter, dass solche Sicherheitsmaßnahmen wirklich für etwas gesorgt haben. Dass zum Beispiel Nudge Buttons dafür gesorgt haben, dass das Trolling um 60% gefallen ist. Und die haben dann gemeinsam mit der BBC einen Test gemacht. Und die frühere Leiterin dieser Abteilung für Content Design hat einen Tweet vorgeschlagen, von dem sie sagt: Das müsste eigentlich ganz klar ein Nudsch auslösen. Und zwar lautete dieser Tweet, ich zitiere, Twitter-Mitarbeiter sind faule Verlierer, springt von der Golden Gate Bridge und sterbt. So, das war der Text. Dann hat die BBC-Autorin diesen Tweet auf einem privaten Profil geteilt, als Antwort auf einen ihrer eigenen Tweets von ihrem richtigen Profil. Und es gab keinen Nudge. So, also da kam nichts. Die haben noch einen anderen Tweet ausprobiert, da gab es einen, aber Es war schon auffällig, also dieser Nudge, dieser Hinweisbutton hätte anschlagen müssen, wenn man jemandem den Tod wünscht und das scheint nicht so zu funktionieren, wie es um wie es geplant war. Und die BBC führt in diesem Bericht eine ganze Reihe von Punkten auf, die nicht mehr funktionieren. Ich gebe mal gerade ein paar von denen durch. Und es zeigt einfach so krass das Bild, wie kaputt dort unter der Oberfläche mittlerweile einfach alles ist. Also Die Strafverfolgungsbehörden werden, wenn es um sexuelle Ausbeutung von Kindern auf Twitter geht, nicht hinreichend informiert. gezielte Belästigungskampagnen, die darauf abzielen, die freie Meinungsäußerung einzuschränken, und ausländische Beeinflussungskampagnen, die vorher von Twitter täglich entfernt wurden. werden wohl laut einem kürzlich gefeuerten Mitarbeiter unentdeckt bleiben. Es gibt Daten, die zeigen, dass die frauenfeindliche Hetze seit der Übernahme zugenommen hat. Es ist ein Anstieg Von 69 Prozent gab neuer Konten, die frauenfeindlichen und beleidigenden Profilen folgen. Überlebende von Vergewaltigungen sind zum Teil von Accounts ins Visier genommen worden. Die seit der Übernahme durch Elon Musk auch aktiver geworden sind. Also, das ist einfach eine ganze Liste, die in diesem BBC-Artikel Auch nochmal aufgeführt wird, wirklich erschreckend in dieser in dieser Zusammenstellung. Und Elon Musk selbst Rennt wohl mit, und das wird auch in diesem BBC-Artikel kurz genannt, mit Bodyguards durch die Zentrale von Twitter den ganzen Tag, die ihn selbst auf Toilette begleiten. weil er paranoid ist, dass irgendjemand im Unternehmen ausflippen könnte und Was schreiben sie, Stage-Coup, also einen Putz veranstalten könnte.
15:53 Gavin Karlmeier
Ja, das musst du dir mal vorstellen. Also es sind Verhältnisse, wie man sie gerade eher so überliefert kriegt aus dem Kreml. Aber wir sprechen hier immer noch über ein privatwirtschaftlich geführtes Unternehmen, nicht in der Größe eines Staates. geführt von einem Menschen, der sehr viel Geld hat und sich da in eine Paranoia, aber auch in eine Willkür ja reingesteigert hat. Das das ganze System auch gar nicht mehr funktional ist. Also der ganze Aufbau, der auch aus gesellschaftlich notwendigen Gründen. sich so entwickelt hat über die Jahre, historisch gewachsen ist, Notwendigkeiten hervorgebracht hat, wie dass du Schutzmechanismen hast, die, naja, Menschen den Tod wünschen eben verhindern sollen. Die funktionieren alle nicht mehr. Es ist einfach, ich finde das Jenga-Bild ist inzwischen fast schon zu schwach. Es ist einfach, es stürzt einfach an allen Ecken und enden einfach gerade ein und in sich zusammen. Und ich bin tatsächlich. dann doch überrascht, mit was für einer Zerstörungskraft wir das gerade beobachten müssen. Und ich es fällt mir total schwer zu überlegen, in welche Richtung sich das weiterentwickeln wird in den nächsten Tagen und Wochen.
17:06 Dennis Horn
Ja, ja, in der Tat. Und vielleicht um noch mal kurz einen Schlenker zurückzuschlagen zu zum Jenga-Tag, den wir heute erlebt haben. Jetzt gerade kommt die neue Ausgabe des Platformer Newsletters von Casey Newton in diesen Minuten. Wir zeichnen auf am Montagabend um 22 Uhr. Und Plattformer schreibt, wie diese ganze Geschichte zustande gekommen ist. Und das ist vielleicht nochmal spannend, darauf zu gucken. Also Was wir heute erlebt haben, dieser Ausfall der Links, ist zurückzuführen auf die API-Änderungen, die Twitter zuletzt durchgeführt hat. Also Twitter hat ja Anfang Februar angekündigt, diesen freien Zugang zur API Nicht mehr zu unterstützen. Damit sind dann auch so dritte Anbieter-Clients gestorben wie Tutorific, Tweetbot. Wir haben gestern in der Episode auch nochmal darüber gesprochen, auch der Zugang für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Wurde eingeschränkt und es soll jetzt eben eine neue kostenpflichtige API geben. Ähm so, und jetzt ist es so, dass ähm Ein einzelner Ingenieur die Schuld daran trägt, was dort jetzt geschehen ist. Jetzt muss ich mal kurz hier lesen. Der war der Einzige, der damit befasst war, die Stabilität und die Verlässlichkeit hier zu sichern. So. Und weil der einen Fehler gemacht hat Eine schlechte Konfigurationsänderung, wie es heißt, hat ja im Grunde die komplette Twitter-API zerstört, schreibt Platforma. Und das hatte dann kaskadenartige Auswirkungen innerhalb des Unternehmens, hat einen Großteil der internen Tools. unter öffentlichen API zum Absturz gebracht. Und die Techniker haben wohl in ihren internen Kanälen bei Twitter so Dinge geschrieben zwischen Mist Und Twitter ist down, das ganze Ding. Und Elon Musk ist wohl sehr wütend geworden, schreibt Platformer. Das haben wir ja auch schon gelesen im Tweet eben. Da muss er alles nochmal neu programmiert werden. Also naja.
19:48 Gavin Karlmeier
Vielleicht braucht er jemanden, also er hat ja jemanden bei Tesla, der über seine ganzen Tweets nochmal drüber schaut, aus rechtlichen Gründen. Vielleicht braucht ihr auch nochmal jemanden, der mal so einen kurzen Emo-Check macht, ob da ein bisschen zu viel Gefühle gerade in dem Tweet drin sind oder ob das die gebotene Sachlichkeit hat. Es würde vielleicht tatsächlich ein bisschen was verhindern. Ich finde es spannend, dass hier eine Formulierung in diesem Plattformer-Text drin ist, wo gesagt wird, es gibt so viele Tech-Debt, also so viele Tech-Schulden. die wir vom alten Twitter übernommen haben, dass wenn du eine Veränderung durchführst, alles auseinanderfällt. Damit wird ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin von Twitter zitiert. Und das ist schon, also der, dieser, das Bild des Jenger Turms, ich habe gerade schon gesagt, das hinkt so ein bisschen, weil beim Djangaturm jede Etage immerhin auf drei Pfeilern sitzt. Hier haben wir eher so ein kleines. . . Eher so ein Kartenhaus eigentlich, wo du, also auch ein total überstrapaziertes Bild, aber eher so ein Kartenhaus, wo du, egal welche Karte du rausziehst, alles fällt auseinander. Und das ist doch. Heute nochmal ganz deutlich, also wenn ihr das hört gestern nochmal ganz klar deutlich geworden, das ist einfach kein zuverlässiges Unternehmen mehr.
21:00 Dennis Horn
Ich finde schön, wie Casey Newton in diesem Newsletter endet. Das würde ich gerne einmal kurz vorlesen. Also er nimmt nochmal Bezug darauf. Also. Ein einziger Entwickler ist mit einem Großprojekt betraut worden, also einem Projekt, das mit mehreren, miteinander verbundenen, kritischen Systemen verbunden ist. Auf die sowohl Nutzer als auch Mitarbeiter angewiesen sind. Und weil nur wenige sachkundige Mitarbeiter zur Verfügung standen, um den Dienst wiederherzustellen, brauchte Twitter den ganzen Vormittag, um das Problem zu beheben. Das passiert, wenn man 90 Prozent des Unternehmens entlässt. Sagt einer dieser Mitarbeiter. Und dann zitiert er noch, also im Twitter Hauptquartier, war die Stimmung trotzdem fast heiter. Und zitiert dann einen We're Laughing All the Way Down.
21:51 Gavin Karlmeier
Das ist schön, wenn du dir so einen Galgenhumor bewahren kannst und wenn du das Gefühl hast, okay, naja, was willst du machen? Was kann man denn machen?
21:58 Dennis Horn
Nur noch das hilft. So ist es. Zwei Kleinigkeiten aus der Funktionsbude. Wir haben über die Verschlüsselung von Direktnachrichten gesprochen. Andrea Conway hat jetzt einen Screenshot gepostet, wie das dann aussehen wird. Alles irgendwie erwartbar. Also wenn die Verschlüsselung aktiviert ist, steht dann In diesem Twitter-Chat drin, Nachrichten und Anrufe sind mit Ende-zu-End-Verschlüsselung gesichert. Kennen wir schon so ein bisschen von WhatsApp, ne? Da ist es ja genauso, dieser laufende Hinweis. Und was aber Bald möglich sein wird, wird in Twitter-Chats auf andere konkrete Nachrichten zu antworten. Weißt du also, dass nicht alles so normal im Chatverlauf bleibt, sondern du kannst dich zu einer bestimmten Nachricht, die da irgendwo im Chat steckt, nochmal speziell äußern. Das kennt man ja auch aus anderen Chatumgebungen.
22:50 Gavin Karlmeier
Ich wollte gerade sagen, also das ist der Weg dazu, dass sich jede App am Ende tatsächlich gleich anfühlt, weil ich dann in WhatsApp und Telegram und iMessage dieselben Funktionen habe wie im Direktnachrichtenchat bei Twitter. Nur dass ich bei iMessage auch davon ausgehen kann, dass ich jederzeit diese Nachricht verschicken kann.
23:08 Dennis Horn
Genau so. So, und dann haben wir, also was ist das denn hier? Dieser Screenshot Live-Videos, die man mal aufgezeichnet hat über Twitter, also so Periscope und so, werden entfernt.
23:24 Gavin Karlmeier
Ja, das geht gerade rum. Wir entfernen zuvor aufgezeichnete Live-Videos. Wir wissen nicht so genau, was es damit auf sich hat, außer dass halt diese Aufzeichnung bald verschwinden und sie ja jetzt gebeten werden, die nochmal herunterzuladen. Meine These ist, da werden die Server freigeräumt, da wird Platz gemacht für das angekündigte Twitter Blue Feature in Full HD und Überlänge Videos hochladen zu können. Und eben einfach um die um die Festplatten leer zu machen, um ein bisschen Platz zu schaffen, um Geld zu sparen. Das ist so meine Lesart. Also ich kann mir keine andere vorstellen, ehrlicherweise.
24:02 Dennis Horn
Das ist doch auch so, wie wenn ich irgendwie auf meiner kleinen 1-Terabyte-Festplatte nochmal irgendwie schnell alte Videosche, damit ich mir nicht eine zusätzliche Externe für 40 Euro kaufen muss.
24:12 Gavin Karlmeier
Genau so habe ich das auch gelesen, ja.
24:15 Dennis Horn
Na gut. Gut. Kurzer Blick noch in die Türkei. Die türkische Wettbewerbsbehörde belegt Twitter mit einer Geldstrafe in Höhe von 0,1% der Bruttoeinnahmen im Jahr 2022 in der Türkei. Also das, was Twitter in der Türkei im Jahr 2022 an Brutto-Einnahmen hatte, darauf 0,1%, weil die Übernahme des Unternehmens durch Elon Musk keine Genehmigung der türkischen Wettbewerbsbehörde hatte.
24:53 Gavin Karlmeier
Ja, ich finde, das ist also das ist wahrscheinlich jetzt ein bisschen wenig Twitter-abhängig, sondern eine ganz grundsätzliche Kapitalismus und Globalisierungsbeobachtungen, dass das halt so Blüten und äh und Beobachtungen und Veränderungen sind, die man, äh, die man natürlich nicht auf dem Schirm hat und die dann aber so überall sprießen können. Wenn du ein multinationales Unternehmen hast, das auf äh an vielen Orten der Welt irgendwie agieren möchte und operieren möchte, dann musst du dich halt überall auch dort an die Geflogenheiten halten.
25:23 Dennis Horn
Ja, und dann kommt plötzlich, und du hast keine Ahnung vom Silicon Valley. Dass du es plötzlich mit Herrn Schmidt von der Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen zu tun bekommst oder so. Liebe Grüße. Liebe Grüße. So, und jetzt. Kommen wir zur Überraschung, die du mitgebracht hast.
25:41 Gavin Karlmeier
Ja.
25:42 Dennis Horn
Was mag das denn sein?
25:45 Gavin Karlmeier
Ah, nee, also folgendes. Wir haben ja, wir sind ja, wir sehen uns unsere Community verpflichtet. Und uns haben in den letzten Tagen mehrere Nachrichten erreicht und Anfragen, ob wir irgendwie Blue Sky in Whitecodes locker machen können. Und das Problem ist, Blue Sky. . bietet es nicht an, Invitecodes zu generieren als Nutzer oder Nutzerinnen, sondern die kommen erstmal nur vom Team und werden kontrolliert gestreut. Einfach um die Plattform wahrscheinlich auch ein bisschen spannend zu halten, ehrlicherweise. Jetzt ist es aber so, dass ich mit jemandem kurz gesprochen habe, nicht Jack Dorsey, aber jemandem, der mit Blues Sky zu tun hat.
26:24 Dennis Horn
Jack Dorsey hat übrigens bei Blues Sky nur 800 Follower. Das ist noch Das ist noch so ein Zustand, mit dem kann man noch anbändeln da.
26:31 Gavin Karlmeier
Ja, anwendeln, man kann ihn auch noch überholen, wenn man es richtig macht. Aber ich wissen ja von Elon Musk. Das mögen die manchmal nicht, so wenn man die überholt in Reichweite. Achso, wir können übrigens ganz kurz hier an der Stelle auch noch einschieben, dass wir jetzt wissen, warum es Bluesguy heißt, richtig?
26:47 Dennis Horn
Ah ja, natürlich. Also es gibt einen Grund dafür. Der Plan war, also Blue Sky war mal ein Projekt, das Jack Dorsey noch während seiner Zeit als CEO von Twitter so angegangen ist. Und er hatte mal gesagt, eigentlich müsste es ein offenes Protokoll geben für so soziale Netzwerke, auf das dann auch Twitter vielleicht irgendwann mal aufsetzt. Und Blue Sky heißt Blue Sky, weil Der Vogel dann aus dem Käfig raus und frei fliegen kann.
27:22 Gavin Karlmeier
Das ist toll, ne? Ist das nicht poetisch? Ja, das ist so ein Bild, das mir gefällt. Wie sollte es anders sein? Natürlich. Naja, auf jeden Fall. Ist es so, dass es noch nicht viele Menschen aus Deutschland oder aus deutschsprachigem Raum bei Bluesky gibt? Und mir ist zu Ohren gekommen dass man das dort gerne ändern würde. Und dementsprechend haben wir jetzt die Möglichkeit, drei Invite-Codes hier zu streuen. Wir lesen die erstmal hier exklusiv im Podcast vor.
27:50 Dennis Horn
Und heißt drei Invartcodes, dass 15 Leute von euch da jetzt rein können?
27:54 Gavin Karlmeier
Jeder Code ist fünfmal einlösbar. Das heißt, wenn der erste Code nicht funktioniert, dann nehmt einfach den zweiten oder den dritten. Und ja, das ist, was ich dazu sagen kann. Ich lese dir jetzt vor, ist ein bisschen ungeil, sowas im Podcast vorzulesen, aber. Was sollen wir machen? Was sollen wir machen? Also die Codes fangen alle gleich an mit B Sky BSKY. social minus. Also alle Codes fangen an mit bsky. social minus. Dann haben wir den ersten, das ist OHEA5, also Otto Heinrich, Emil Anton 5, bsky. social minus OHEA5 Dann haben wir LY X HI und NEH AO Also wenn ihr unbedingt zu Blue Sky wollt, werdet ihr das auch hier aus dem Podcast rausziehen können.
28:51 Dennis Horn
Ich bin mega gespannt, wann die, also erstmal finde ich, ähm Respekt, wie du das gemacht hast, als als Fan und Retro Retro-Konnasseur alter Hörfunksendungen. Hätten wir vorher sagen müssen, Stift und Zettel bereitlegen. Aber bei Podcasts kann man ja, das wissen wir auch, gut zurückspulen. Und ich also gut gemacht. Ich bin sehr gespannt. wie viel Uhr es sein wird, bis die ersten schreiben hin, die Codes funktionieren, alle nicht.
29:24 Gavin Karlmeier
Leute, also wenn die alle drei nicht mehr gehen, dann seid so gut und schreibt uns. Ich habe das Gefühl, ich habe da einen warmen Draht. Also da kann man bestimmt nochmal was machen.
29:34 Dennis Horn
In Kleinstarbeit ziehen wir die Leute jetzt zu Blue Sky.
29:37 Gavin Karlmeier
Wir sind das. Wir sind quasi das deutsche Blue Sky. Ja, dann sind wir die Gatekeeper.
29:42 Dennis Horn
Um den Menschen mal zu zeigen, wie ein Produkt mit Liebe gestaltet wird, da habe ich Ärger bekommen. Ich habe das letztens gesagt, bei Lusky gefällt mir, dass da so viel Liebe zum Produkt hintersteckt. Da war aber, also ich würde das bei Mastodon einfach aufgrund der Größe noch nicht Shitstorm nennen. Aber es war was los.
30:00 Gavin Karlmeier
Ja, wir können das kurz thematisieren, weil der Punkt war ja sogar, also ich würde den sogar gelten lassen Weil der Vorwurf war ja, naja, Mastodon ist mehr als das, was du siehst. Es ist die Idee. Und es gibt Drittanbieter-Plattformen und Drittanbieter-Apps. Und es gibt so viele Möglichkeiten, Mastodon zu nutzen. Und das mag alles stimmen. Aber wir versuchen ja immer den Blickwinkel, was ist denn so der Erstkontakt, was ist denn mit den Leuten, die gerade dahin kommen, so wie die Leute auch Twitter nutzen. Wenn sie zu Twitter gehen und twitter. com benutzen, was sie dann als erstes sehen. Und da muss man in der Tat sagen, Mastodon ist Noch ein bisschen sperrig einfach. Das ist, glaube ich, das, was wir eigentlich sagen wollten. Das stimmt aber alles, dass Drittplattformen hier und Dritt-Apps das Ganze natürlich ein bisschen einfacher, angenehmer und auch optisch schöner gestalten.
30:48 Dennis Horn
Das ist richtig. Und genau das, was du beschreibst, ist natürlich der Punkt. Und dann werden uns jetzt wieder Leute entgegenhalten, das ist ja nicht die Idee von Mastodon. Dass da einer sitzt, der da irgendwie die Obhut hat und so. Das ist auch alles richtig. Aber was wir mit Liebe zum Produkt meinen, hat nicht allein damit zu tun, Und das habe ich dann auch immer wieder so gelesen. Das ist einfach ein Missverständnis. Liebe zum Produkt heißt nicht, dass ich alle möglichen Funktionen zur Verfügung habe, sondern dass das eine gesamte Stimmigkeit hat. Und eine Smoothheit, so in all den Ausprägungen, die ich bei Blue Sky schon sehr wahrnehme und bei Mastodon in der Breite nicht so. Das hat natürlich auch damit zu tun, dass wenn ich so einen Einstiegspunkt habe bei Mastodon, es gibt all diese Clients und so weiter. Aber der Einstiegspunkt, der mir bei Mastodon zur Verfügung steht, nimmt mich nicht an die Hand.
31:53 Gavin Karlmeier
Ja, das ist so. Und das trotzdem auch, ich finde die Idee von Mastodon natürlich deutlich angenehmer als jetzt zum nächsten zum nächsten Jack Dorsey-Netzwerk rüberzuwandern. Also die das ist schon klar, dass Blue Sky jetzt nicht die magische Antwort auf die Probleme ist, die Twitter mit Sicherheit nicht nur Elon Musk zu verdanken hat, sondern auch der Art und Weise, wie das Unternehmen in den letzten Jahren dahin gebracht wurde, wo es jetzt ist. Gar keine Frage. Ja, ne, sag mal.
32:22 Dennis Horn
Ja, also viele dieser Antworten liegen eher in Mastodon als in einer weiteren Plattform. Und ich habe ein großes Herz dafür. Aber ich finde, man kann ja auch immer mal real diskutieren darüber, wo hier die Herausforderungen sind. Und nicht mit diesem mit dieser Linux-User-Haltung Leute abkanzeln, die mal was Kritisches sagen.
32:50 Gavin Karlmeier
Das ist mein Punkt. Ja, ja, ich weiß voll, was du meinst. Also mir geht es ja auch so. Ich warte ja nur darauf. Da haben wir ja, glaube ich, schon mal drüber gesprochen, aber ich warte ja nur auf diesen Moment. wo sich irgendein komplett usability orientiertes Unternehmen ein Herz fasst und eben eine Plattform für Mastodon vielleicht sogar mit angeschlossener Instanz schafft, die sofort so einfach zugänglich und so einfach verständlich ist, dass ich das allen schicken kann, die frustriert von Twitter sind und sofort das Gefühl haben, sie fühlen sich da gut aufgehoben. Das fehlt mir gerade noch. Und wenn das da ist, dann ist es ja auch, dann ist das die Antwort.
33:28 Dennis Horn
Also, wenn ihr hier in diesem Podcast nochmal Sticheleien hört oder wahrnehmt, dann nur, weil wir diese Plattform lieben. Können wir das so sagen?
33:38 Gavin Karlmeier
Ja, ich glaube, ja. Ja. Ja, das schon.
33:42 Speaker 4
Bis morgen. Bis morgen.