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Folge 74 · 6. März 2023 · 44 Min.

6 Spinner und eine Steuerfrage

mit Dennis Horn

Twitter zahlt nicht für seine technische Infrastruktur. Ist aber nicht so schlimm, denn Twitter zahlt ja auch nicht für seine Creators, obwohl DAS seit dem 6.2. angekündigt ist. Ist aber auch nicht so schlimm, Twitter hat ja auch den Quelltext seines Algorithmus nicht offengelegt, obwohl das letzte Woche hätte passieren müssen. Das ist aber auch nicht so schlimm, dafür hat Twitter ja jetzt bald die Coins, die… aber auch noch nicht wirklich da sind. Naja. Schöne Woche!

Transkript

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00:01 Intro

Haken dran, das Social Media Update der CT.

00:06 Gavin Karlmeier

Grüß dich Gavin. Guten Morgen, Dennis. Neue Woche, 74. Ausgabe von Haken dran. Das Twitter-Update mit Blue Sky Update mit Dennis Horn und Kevin Karlmeyer.

00:22 Dennis Horn

Oh, so förmlich waren wir noch nie.

00:24 Gavin Karlmeier

Nein, wir nähern uns ja auch in großen Schritten auf Episode 101 zu. Und deswegen habe ich gedacht, heute mal. Zur Feier des Tages. Wir werden erwachsen. Ja, absolut richtig. So, also, wir haben ein bisschen Service versprochen. Wie steht es eigentlich um die. Ongoing Ankündigungen, die Elon Musk so gemacht hat. Und er hat wieder eine neue gemacht.

00:52 Dennis Horn

Yes.

00:53 Gavin Karlmeier

Ja, und zwar geht es um die Möglichkeit auf individuelle DMs zu antworten, das habe ich nicht verstanden.

01:05 Dennis Horn

Ja, vor allem mit allen Emojis aber zu reagieren.

01:07 Gavin Karlmeier

Ah, darum geht es, okay. Also dass man auf DMs mit Allen möglichen Emojis, die die Tastatur so bereitstellt, reagiert und auch Verschlüsselung für die M's later this month, also noch im März. Und wo wir jetzt so eine Formulierung hören wie later this month. Erinnern wir uns an next week. Und dann kamen die Fragen darunter. Any updates on revenue sharing with creators? Any updates on the open source algorithm? Das hatte er für letzte Woche versprochen.

01:41 Dennis Horn

Wir haben das so ein bisschen angekündigt, ne? Das ist so eine self-fulfilling prophecy, weil wir haben letzte Woche Montag gesagt, das wird eine Woche der Enttäuschung. Und das ist genauso eingetreten. Also wenn jetzt, nee, man muss dazu sagen, wir haben jetzt gerade Sonntag tagsüber, wenn wir das ja aufnehmen, halb elf morgens. Und rein theoretisch, wobei in den USA die neue Woche schon begonnen, aber rein theoretisch, nach unserer Zeitrechnung, hätte er jetzt noch ungefähr 10 Stunden oder 14 Stunden, um diesen Algorithmus in den Quellcode offenzustellen. Ich glaube, das wird nicht passieren und ich habe so ein bisschen das Gefühl, dass das so das Schema ist, dass ich eigentlich durch das Övre von Elon Musk zieht, die leere Versprechung. Ich habe das Gefühl, das ist so sein USP. Also du frag doch mal, du kennst bestimmt Menschen in deinem Umfeld, die einen Tesla fahren. Und frag Sie doch mal, wie oft Ihnen schon versprochen wurde, dass der Autopilot in diesem Jahr ausgerollt wird. Fragen Sie doch mal, ob Sie schon irgendwas zwischen 7. 000 und 15. 000 Dollar dafür ausgegeben haben, dass sie ein Full-Self-Driving-Auto bekommen. Ähm, sie warten wahrscheinlich seit fünf, sechs, sieben Jahren, haben dafür, vielleicht sogar schon mehrfach, weil sie schon beim zweiten Tesla sind, einen fünfstelligen Betrag ausgegeben und dieses Versprechen wurde nie eingelöst. Und das zieht sich jetzt eben bis Twitter durch. Und auch wir haben hier immer noch, der Algorithmus ist immer noch nicht da. Naja.

02:53 Gavin Karlmeier

Naja, es überrascht uns nicht. Ich möchte allerdings korrigieren, dass Australien-Fans jetzt sagen werden: Nee, bei uns hat der neue Tag schon angefangen, in den USA aber nicht. Wir geben ihm sogar noch ein bisschen mehr Zeit, aber spätestens morgen wird hier Kassensturz gemacht.

03:09 Dennis Horn

Ja, endlich

03:10 Gavin Karlmeier

So, jetzt was ist passiert so übers Wochenende? Was hat Elon Musk so gemacht? Wir gucken mal auf seine anderen Engagements. Er ist ja CEO von Drölftzig Firmen und und Konstellationen. Jetzt war die der Investor Day bei Tesla. Und da, also die der Aktienkurs ging runter. Die Menschen waren ein wenig enttäuscht. Ich habe bei Twitter unter anderem gelesen: It's so clear. of Twitter is having a massive psychological effect on him. Also da gab es dann auch so Videoausschnitte, er wirkt wirklich müde Unzusammenhängende Antworten sagen die Menschen, keine Visionen. Und ein paar haben irgendwie, das ist so ein bisschen ging mir so ein bisschen die Erwartungshaltung wie bei so einer Apple-Keynote. Da muss er jetzt aber auch ein neues Modell vorstellen. Und diese Erwartungshaltung wurde enttäuscht. Ich weiß nicht, ob man mit diesem Erwartungsmanagement da immer so reingehen muss und so, aber Dass Twitter und das, was da gerade passiert, ganz offensichtlich was mit ihm macht, was sich auch auswirkt auf andere Unternehmen, die er führt, das sieht man wohl.

04:18 Dennis Horn

Ja, das hat glaube ich ganz viele Ebenen und Lesart, ne? Also ich glaube, es liegt auch daran, dass er hier das erste Mal so richtig in einen in ein abgeschlossenes, fertiges Unternehmen gekommen ist, die nicht alle gelernt haben, da haben wir ja ganz am Anfang auch schon mal drüber gesprochen, wie man mit dem Manager eigentlich, wie man den Manager managt, wie man also damit umgehen kann, einen CEO zu haben, der jetzt gewisse Verhaltensmuster zeigt, mit denen man irgendwie umgehen muss. Und ich offenbar nagt das an ihm, aber ich finde das auch immer super schwierig, auf Grundlage von so einem Video jetzt irgendwie ein psychologisches Profil zu erstellen, weil auf der anderen Seite. Vielleicht hat sein Kind auch Durchfall gehabt, er hat nicht geschlafen. Also, das am Ende, man weiß es nicht. Und ich würde jetzt nicht sofort Rückschlüsse auf Twitter. Ziehen und damit auf ein Persönlichkeitsprofil.

05:06 Gavin Karlmeier

Ich spürte ein bisschen Empathie in dieser Antwort gerade. Aber also Ich ja, sehe ich, allerdings würde ich auch sagen, die Zahl der müden Auftritte mehrt sich. Und vielleicht wird irgendwann ein Ding draus, wenn es an der Zahl genug sind.

05:24 Dennis Horn

Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass er keine Schlafräume im Twitter-HQ einrichten darf.

05:27 Gavin Karlmeier

Ja, absolut, absolut. Dann wird es besser laufen. Ein paar Hotelzimmer wieder reinsetzen. Also er führt ja nicht nur Tesla. Ich glaube, die anderen Unternehmen sind ja zum Teil auch bekannt. SpaceX wahrscheinlich direkt dahinter. Er ist in OpenAI investiert, das uns Chat GPT beschert hat.

05:49 Dennis Horn

Oder war.

05:50 Gavin Karlmeier

Oder war, er war in OpenAI investiert.

05:52 Dennis Horn

Genau.

05:53 Gavin Karlmeier

Ja. Und The Boring Company, diese Tunnelbohrer, die haben wir schon, haben wir schon drüber gesprochen. Und dann ist er noch In Neuralink. Das ist ein Neurotechnologieunternehmen, 2016 gegründet worden, vor sieben Jahren von ihm und acht weiteren Investoren. Und Neuralink möchte ein Gerät zur Kommunikation entwickeln zwischen dem Gehirn und dem Computer. Also ein Brain Computer Interface. Was passiert da jetzt? Auch nicht so gut.

06:27 Dennis Horn

Nee, um das erstmal in so einen Kontext zu stellen, also die probieren natürlich viel rum. Und um so ein Gehirn-Computerinterface. Zu testen, brauchst du natürlich erstmal ein Gehirn und es gibt oft mal relativ wenig Freiwillige aus den eigenen Reihen, weswegen sie sich Tiere suchen. Und in den letzten Jahren, also in den letzten vier Jahren, wurden 1500 Tiere allein dadurch durch falsche Tests getötet. Und teilweise auch, weil die Tests falsch eingesetzt wurden, also die Implantate falsch eingesetzt wurden in den falschen Wirbel zum Beispiel. Aber das Unternehmen strahlt jetzt im Moment nicht unbedingt die größte Zuverlässigkeit aus. Und gleichzeitig hat er aber oder hat Neural Link einen Antrag gestellt, um diese Brainchips endlich in Menschen testen zu dürfen. Und die Regulationsbehörden in den USA, die haben das jetzt abgelehnt, überraschenderweise. Also, die das wird jetzt erstmal nicht kommen, dieser Test in Menschen, und vermutlich ist das auch ehrlicherweise besser so

07:21 Gavin Karlmeier

Würde ich auch so sagen.

07:23 Dennis Horn

Ja, das geht dann schnell in den Bereich des Unmoralischen, diese Tests durchzuführen. Also die Zahlen sprechen jetzt gerade auf jeden Fall nicht die Sprache, dass man sagen kann, wir sind jetzt so weit, das mal an Menschen auszuprobieren.

07:33 Gavin Karlmeier

Also wir haken damit den kurzen Blick auf das umgebende Feld ab, das Elon Musk sonst noch beschäftigt, nachts während der zwei Stunden, die er sonst noch übrig hat. Und kommen jetzt zurück zu Twitter. Twitter hat seine Rechnungen nicht bezahlt bei Amazon. Genauer gesagt bei der Amazon-Tochter AWS, Amazon Web Services.

07:56 Dennis Horn

Ich finde das gut, dass man das erstmal so sagt, als hätten Die einfach ein paar Bücher bestellt und nicht bezahlen.

08:01 Gavin Karlmeier

Über wie funktioniert gutes Management?

08:06 Dennis Horn

Social Media für Dummies.

08:09 Gavin Karlmeier

So, auch Amazon hat ein Tochterunternehmen AWS, das sagen wir mal, einen gehörigen Teil der Infrastruktur des Internets stellt. Da liegen nämlich sehr viele Anwendungen. Online-Dienste und so weiter. Auf diesen Servern von Amazon hat den Vorteil, glaube ich, so für die Anbieter, die da sind, das skaliert dann auch super mit. Man muss sich um solche Fragen nicht irgendwie kümmern. Alles in der Cloud. So und jetzt hat Twitter deren Rechnungen nicht bezahlt, obwohl es auch noch mindestens siebzig Millionen dort hat im im Fünfjahresvertrag und und Als Shortfall? Was heißt Shortfall? Das muss ich mit den Sinn.

08:55 Dennis Horn

Ich glaube, das ist so, wenn ich das richtig verstanden habe, ein Zahlungsrückstand. Ein Fehlbetrag.

09:02 Gavin Karlmeier

Ja, also der muss auch noch bezahlt werden. Und jetzt hat Twitter versucht, mit Amazon neu zu verhandeln. So, und was macht Amazon? So, da wird jetzt so ein schöner Kreislaub drauf. Amazon sagt, ja, ist ja schön, dass ihr eure Rechnungen nicht zahlt. Wir werben dann auch bei euch weniger.

09:23 Dennis Horn

Ja, also in kleineren Märkten wie Deutschland hätte man wahrscheinlich von vornherein so einen Deal gefunden, ihr macht ein bisschen Werbung, dafür nehmen wir ein bisschen eure Server und wir reden nicht drüber. Das ist aber in so einer größten Dimension, glaube ich, nicht so richtig möglich. Plus auch zu sagen, also wir schulden euch noch 70 Millionen Dollar, aber vielleicht können wir nochmal darüber sprechen, ob wir nicht insgesamt weniger bezahlen, ist auch nicht die beste Verhandlungsposition, muss man dazu sagen.

09:44 Gavin Karlmeier

Ja, also ich mag, wie the Information, das Beschreibt im Artikel darüber, Elon Musk stößt bei seinem unerbittlichen Bestreben, die Kosten bei Twitter zu senken, auf ein Hindernis. Einige der Anbieter, die Twitter auspresst, um Geld zu sparen, sind auch seine Werbekunden. Fantastisch. Also Amazon hat gedroht damit, ne? Also es ist jetzt noch nicht so weit, dass sie sagen, okay, wird jetzt wirklich runtergefahren, die Werbung. Bei Twitter aber, Twitter hat sich wohl monatelang geweigert, seine Rechnungen eben für die Cloud zu begleichen. Worauf setzt Elon Musk da eigentlich? Auf die Hoffnung, dass alle das irgendwie mitmachen? Oder was passiert jetzt, wenn Amazon dann einfach mal den Saft abdreht und dann Twitter wegkommt?

10:27 Dennis Horn

Ich finde das wirklich richtig überraschend, ehrlicherweise, auf zwei Ebenen. Ebene 1. Das ist so eine wahnsinnig dämliche Idee. Zu sagen, also wir haben da unseres, also um das nochmal zu verstehen, Amazon Web Services ist jetzt nicht einfach nur ein Dienstleister, sondern das sind die Server, auf denen Twitter liegt. Das heißt, wenn wir auf twitter. com gehen, dann gehen wir eigentlich auf einen Amazon-Server. Und da auf die Idee zu kommen, zu sagen, wir zahlen dafür einfach mal nicht, ist so wahnsinnig naiv, weil von jetzt auf gleich, wenn die abstellen, dann ist halt jede Einnahme weg. Jeder Nutzer ist weg. Alle kommen nicht mehr auf ihre auf ihre auf twitter. com. Und vermutlich liegen da auch interne Prozesse, mit auf denen das Team arbeitet auf diesen Servern. Das heißt, das nicht zu bezahlen, ist ungefähr so, wie wenn du einen eine Kfz-Werkstatt bist und du zahlst halt nicht deine Miete für die. Ach, das macht Twitter ja auch nicht. Es gibt keinen Vergleich, der dem nahe kommt, weil einfach Twitter nichts bezahlt. Und wir haben ja anfangs gesagt, dass dass so die Wette ist, zu sagen, wir zögern das auf einen Moment raus, wo mehr Geld da ist. Inzwischen ist es aber einfach nur noch als fahrlässig zu bezeichnen, oder es Die zweite Ebene, die mich so stark überrascht, ist, dass das alle mitmachen. Dass die Vermieter nicht Twitter komplett vor die Tür setzen. Also, wir haben das aus Singapur gehört, aber in San Francisco ist das noch nicht passiert im Hauptbüro. Und dass Amazon aber auch nicht sagt, okay, wir stellen jetzt einfach mal hier, das ist ja ein Klick wahrscheinlich, dann läuft die IP ins Leere, also der twitter. com läuft auf eine leere IP, es gibt eine Fehlermeldung und gut ist. Also es wäre ja wirklich ein sehr kurzer, man kann sehr schnell kurzen Prozess machen. Und dass Amazon sich das gefallen lässt und sagt, naja, 70 Millionen, was ist das schon, finde ich tatsächlich überraschend. Also eigentlich sitzt Twitter an allen Seiten am kürzeren Hebel. Und spielt aber die ganze Zeit mit einem Pokerface und deswegen fallen alle drauf ein. Ich bin überrascht.

12:18 Gavin Karlmeier

Vor ein paar Jahren hat ein BBC-Reporter, ähm, Elon Musk, in einem Interview mal nach Jeff Bezos gefragt. dem Chef von Amazon und Elon Musk hat gesagt, Jeff Who. Und die, also die beiden haben auch eine Geschichte einer längeren Fehde über sich. Auf der einen Seite SpaceX, das wir eben genannt hatten, auch von Elon Musk, Auf der anderen Seite Blue Origin.

12:42 Dennis Horn

Nicht zu verwechseln mit Blue Skies.

12:44 Gavin Karlmeier

Nicht zu verwechseln mit Blue Skies. Das ist das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk und dann gab es so einen Wer führt gerade die reichsten Liste von Forbes an und so weiter. Die beiden sind sich nicht immer ganz grün, blue. Also so, und das ging dann ein bisschen hin und her. Und ich frage mich manchmal. was das noch so als Rolle dabei spielt, wobei ja, also das würde ich mich ja vielleicht eher trauen, wenn man eine gute Beziehung hätte zu Jeff Bezos, weil dann wäre irgendwie, könnte man mal schneller zum Telefonhörer greifen.

13:18 Dennis Horn

Ja, genau. Also ich verstehe auch nicht, wer in der Rolle da. Also in dem Kampf kann sich keine Seite auf mich verlassen, muss ich sagen.

13:29 Gavin Karlmeier

An anderer Stelle wird investiert, zum Beispiel, wobei wir wissen auch nicht, wie viel Geld er bekommt, in Igor Babuschkin. Igor Babuschkin soll bei Twitter an einem Konkurrenten für ChatGPT arbeiten. Und woher kommt Igor Babuschkin? Er kommt von Deep Mind und OpenAI. Ja, und das ist spannend, ne? Ist also sozusagen von beiden Konkurrenten. Deep Mind ist so die. Sprachmodellentwicklung bei Google und OpenAI steckt hinter Chat-GPT und er soll jetzt als Senior Director of Engineering bei Twitter arbeiten, um einen, ja, offenbar, Chat-GPT-Konkurrenten. Wir haben Letzte Woche darüber gesprochen, dass Elon Musk obvious geantwortet hat, als Antwort auf einen Tweet, ob Twitter nicht Chat-GPT-Konkurrenten aufbauen könnte. Ja, das soll er jetzt tun bei Twitter.

14:26 Dennis Horn

Ja, ist so spannend, dass ausgerechnet ist. Also klar, wo sollen die Leute auch sonst herkommen, als vom direkten Konkurrenten? Also ich glaube, der haben Der Markt an Menschen, die sich mit der Entwicklung von solchen Sprachassistenzsystemen auskennen, der ist jetzt überschaubar, nehme ich an. Aber trotzdem auch irgendwie überraschend, dass die ganze Zeit so brutal gegen OpenAI geschossen wird und der Konkurrent dann jetzt quasi direkt von dort abgezogen wird. Oder zumindest mit dem kleinen Schlenker über Google Steep mind. Ich finde es spannend irgendwie. Aber ich bin auch gespannt, wie das wird, weil er war jetzt, er war zwar Senior Staff Research Engineer bei Deep Mind. Aber der war jetzt auch nicht zwangsläufig irgendwie CEO oder auf einer Management-Ebene. Das heißt, da wird jetzt jemand ziemlich weit nach oben katapultiert auf der Karriereleiter, um hier eine ziemlich verantwortungsvolle Position zu übernehmen.

15:16 Gavin Karlmeier

Und noch ein zweiter Kollege, ein weiterer Software-Engineer, der bei DeepMind gearbeitet hat. Vorher bei Google war Solutions Engineer aus London. Ist Manuel Kreuß und wird der neue Senior Director of Software Engineering Twitter. Noch einer. Also Ja, wir werden sehen, was überhaupt daraus wird und widmen uns jetzt dem Werbegeschäft.

15:45 Dennis Horn

Na endlich.

15:46 Gavin Karlmeier

Also da gibt es eine neue Werbeform, die begeistert dich sehr.

15:49 Dennis Horn

Ja, ich finde das toll. Und zwar gibt es eine Serie, die heißt Succession. Ich bin wirklich der Falscheste, um über Serien zu schweren, aber es gibt diese Serie Succession. Wir nehmen das jetzt einfach mal als gegeben hin. Und wenn du in den USA lebst und Hashtag Succession in deinen Tweet setzt, dann wird unter deinem Tweet automatisch der aktuelle Trailer dieser Serie eingefügt. Und ich finde, das ist eine Werbeform, die ist spannend, die ist aufregend und die ist ein bisschen aufregender als, hey, wenn du eine Liste anlegst, die Succession heißt, dann wird dir auch Tweets zur Serie angedeutet. gezeigt, sondern das ist wirklich eine clevere, moderne Idee, wie man das verquicken kann. Wir überlegen, also wenn wir uns, wir erinnern uns, alle spannenden Werbeformen bei Twitter haben sich darauf begrenzt, dass wenn du. Hashtag Apple Keynote eingegeben hast, dass der hinter ein grüner Apfel angezeigt wurde oder wenn du Like geklickt hast, dass da kurz eine neue Animation zu sehen war. . . Und das ist jetzt aber eine neue Art der Werbung, die ich irgendwie interessant finde und die mir aber zeigt, dass wird offenbar nicht nur auf der Ebene, wie wir sonst immer feststellen und unterstellen, gearbeitet, wie können wir noch mehr Geld rausholen, sondern tatsächlich auch kreative Ideen irgendwie noch umgesetzt werden. Kann natürlich sein, dass die Idee schon seit Jahren in der Schublade lag. Das können wir wie immer nicht ausschließen. Aber ich finde das eine nette neue Werbevariante, ehrlicherweise.

17:04 Gavin Karlmeier

Aber ist das so geil, wenn ich irgendwas eintippe als Tweet und eine Vorstellung davon habe, was ich da veröffentlichen möchte, wenn mir da einfach Inhalt beigemischt wird?

17:14 Dennis Horn

Also das ist ja ein Hashtag mit einem Wort, also wie oft wirst du über Nachfolgeregelungen twittern. Also das funktioniert natürlich nicht.

17:22 Gavin Karlmeier

Zum Beispiel über die Nachfolgeregelung bei Twitter, mein Lieber.

17:25 Dennis Horn

Steckt Succession. Also es funktioniert natürlich nur mit sehr konkreten Suchbegriffen, ne? Also mit dem Stell dir vor, du nimmst Hashtag Tatort und darunter ist immer ein Link zur Mediathek, um den Film zu sehen. So ungefähr muss man sich das ja vorstellen. Und das finde ich irgendwie eine spannende Art. das miteinander zu verzahlen. Es glaubt natürlich nicht, dass du Hashtag Köln kaperst und wenn du nach Hashtag Köln suchst, dann wird da die neue Single der Höhner angezeigt. Das würde glaube ich nicht funktionieren.

17:54 Gavin Karlmeier

Unfall in Hashtag Köln. Und dann die neue Single der Höhner.

17:58 Dennis Horn

Da sind wir dabei.

17:59 Gavin Karlmeier

So, dann hatten wir ja die Geschichte, dass Twitter jetzt Cannabis-Werbung erlaubt. Und wir sagen mal so, die Brands sind bereit, sich da umzutun. und ähm Werbung zu schalten. Das scheint jetzt ins Rollen zu kommen, sagen wir mal so. Letzten Monat hatte Twitter da seine Werberichtlinien. aktualisiert, um das zumindest in den Staaten zuzulassen, wo Cannabis in den USA auch legal ist. Twitter hatte gesagt Wir relaxen unsere Ad Policy. What else? What else? So und was gibt es jetzt? Also zum Beispiel, also so CBD-Marken, ne? Also irgendwelche, die eine angereicherte Getränkemarke. herstellen. Eine Marihuana-Apotheke ist dabei, die Werbung auf Twitter schalten will. In Denver eine CBD-Distillery So, also da geht es jetzt ab.

19:03 Dennis Horn

Ja, die ersten CBD-Connoisseure, ähm, ne, wir sind Sommeliere, die ersten CBD-Sommeliere sind bereit. sich auf Twitter breit zu machen.

19:10 Gavin Karlmeier

Ja, also das nur als sagen wir mal Service.

19:15 Dennis Horn

Also wenn es genau, wenn ihr ein Cannabis-Unternehmen habt, jetzt schlägt eure Stunde. Genau.

19:24 Gavin Karlmeier

Ich glaube, es sind sehr viele der Hörer hier mit Cannabis-Unternehmen im Rucksack. Dann ein Blick auf die Zahlen. Jeden Monat ereilen uns nochmal die aktuellen Zahlen, was den Umsatz und den Gewinn. Angeht. Twitter hat ja vor kurzem auch die erste Zinszahlung geleistet an die Banken. Da hatten wir drüber gesprochen. Und die Umsatz- und Gewinnzahlen, also Umsatz und bereinigter Gewinn Sind im Dezember gefallen um etwa 40 Prozent.

19:56 Dennis Horn

Das ist ja so spannend, weil also bisher sprechen wir immer nur darüber, wie alles runterfällt, alle Gewinne einbrechen und die Einnahmen runtergehen und so. Aber diese 40%, die ja auch mal schon mal 30% oder 60% waren, ist das ja in absoluten Zahlen eine immer kleinere Zahl. Also irgendwann ist das nur noch ein mikroskopisch kleiner Anteil, weil halt die Gesamtzahl immer Massiv kleiner wird. Also dementsprechend ist vielleicht der Verlust um 40% auch eine relativ stabile Einheit und wir reden hier nicht über 80%. Sondern es sind nur 40 Prozent. Ich versuche es irgendwie schönzureden gerade. Im geistigen Sudan.

20:32 Gavin Karlmeier

Ja, ich merke das schon. Wir müssen mal gucken, wo kommt jetzt das Geld her. Ich meine, wir haben eben darüber gesprochen, wann passiert was und all die Ankündigungen. Jetzt gibt es Spekulationen, dass der Start der Twitter Coins und der Monetarisierung durch Creator doch eher wieder bevorsteht. Weil nämlich der Coin-Code in der neuen iOS-Version von Twitter landen soll.

21:03 Dennis Horn

Also wir haben das schon, das ist das Verrückt. Also wir können es nicht sehen. Es ist aber schon wie so eine Vorbauleistung, wenn du irgendwie am U-Bahnhof stehst und difragst, warum sind hier sechs Gleise bei einer Linie. Die anderen Gleise liegen schon, damit man irgendwann da mal eine andere Bahn drüber schieben kann. Und so haben wir jetzt neue Gleise in unserer Twitter-App auf dem iPhone, wenn wir ein iPhone haben. Und ich finde, das ist immerhin die Antwort auf dieses, wann passiert das endlich, Elon Musk? Ich könnte mir vorstellen, dass das erstmal nicht so super erfolgreich startet. Wäre so mein erstes Gefühl. Und ich könnte mir auch vorstellen, dass das relativ lange dauert, bis das nach Europa kommt.

21:37 Gavin Karlmeier

Ja, kann ich mir auch vorstellen. Und ich finde man also was ist die Creator-Definition Bei Twitter überhaupt? Also, das finde ich ja noch so eine interessante Frage.

21:50 Dennis Horn

Ja, das finde ich auch spannend. Also es gibt ja durchaus die Möglichkeit, professionelle Profile zu machen. Ich könnte mir aber vorstellen, dass das nicht die Linie ist, die läuft. In der alten Welt wäre das sowas wie ab 10. 000 FollowerInnen gewesen. Auch denkbar. Vielleicht wird es auch einfach alle, die Twitter Blue nutzen. Auch das? Keine Ahnung. Also ich weiß auch nicht, wie hier Creator definiert wird. Sind wir Creator? Wir createn.

22:15 Gavin Karlmeier

Wir createn täglich. Wir sind Daily Creator.

22:18 Dennis Horn

Weekdaily, muss man dazu sagen, sonst werden wir wieder korrigiert.

22:22 Gavin Karlmeier

Wegen der Gewerkschaft. So, und dann haben wir noch, also ich habe ein paar Kleinigkeiten hier noch auf der Liste, die würde ich durchgehen. Wir haben Post bekommen. Vielleicht interessant für den Podcast. Ich wollte eben seit Monaten mal wieder eine Privatnachricht an jemanden schicken und mein Account wurde beim beim Absenden sofort gesperrt, wegen verdächtiger Aktivitäten. Ich musste dann meine Telefonnummer eingeben. Also mit Betonung auf musste, was ich vorher nie getan hatte, um wieder Zugriff zu haben. Und danach konnte ich auch die Nachricht normal absenden, davon habe ich noch nie gehört. Und frage mich, ob das ein technischer Fehler ist oder ob auch andere Personen das Problem haben. Das müssten wir mal als Frage hier in die Runde geben.

23:05 Dennis Horn

Ja, schreibt uns das super gerne. Ihr könnt uns entweder bei T- Twitter schreiben, da am besten mir, Dennis ist da ein bisschen inaktiv oder bei Mastodon am besten Dennis, da bin ich ein bisschen inaktiv.

23:13 Gavin Karlmeier

Oder bei Bluesrein.

23:14 Dennis Horn

Oder bei Bluesreim.

23:15 Gavin Karlmeier

Da sind wir beide ein bisschen inaktiv.

23:17 Dennis Horn

Schreibt uns auf jeden Fall, ihr werdet uns finden. Ich bin da auch gespannt, also das kann ja verschiedene Möglichkeiten haben. Entweder ist das jetzt eine sehr aggressive Art, an die Telefonnummern der NutzerInnen zu kommen. Jetzt, wo man die Zwei Faktor Authentifizierung über die Handynummer ja nicht mehr hat, braucht man die Nummern die Handy.

23:35 Gavin Karlmeier

Das wäre übrigens meine erste Wette. Dass es eine aggressive Art ist, an die Daten der Nutzerinnen und Nutzer zu kommen.

23:42 Dennis Horn

Ansonsten kann es auch sein, dass sich irgendwo eine Algorithmus verschluckt und viele Sachen einfach als gefährdend einstuft, die es nicht sind. Auch das wäre jetzt keine Neuigkeit in Social Media. Also das Erlebt man durchaus öfter. Ich hatte früher, also vor Ewigkeiten schon das Problem, dass wenn ich mit einer gewissen Domain, die ich jetzt nicht nenne Twitter-Accounts erstellt habe und da manchmal beruflich dazu in die Verlinkenheit kommt, das zu tun, dass die fast immer als gefährdend eingestuft und sofort gesperrt wurden. Also in dem Moment der Registrierung wurde gesagt, dein Account ist gesperrt, bitte mit Handynummer freischell Und das ist schon einige Jahre her, diese Beobachtung. Also das muss nicht zwangsläufig eine neue Entwicklung sein, aber manchmal sind da die Schrauben einfach ein bisschen doll angezogen.

24:27 Gavin Karlmeier

Damit sind wir aber mitten im Jenga-Game wieder. Jason Miller hat bei Mastodon ein fantastisches Gift gepostet, wie sein seine Twitter, sein Twitter-Profil sich aufbaut. Kannst du das mal bitte beschreiben? Du bist immer mehr so der Kino im Kopf.

24:46 Dennis Horn

Ja, also man muss sich das hier vor, also folgt vorstellen. Ihr habt den Browser vor euch, da passiert folgendes Twitter lädt. Und es lädt nicht gleichzeitig, also es lädt ja nicht alles gleichzeitig, sondern sehr modular. Zuerst habt ihr den Apfel, wollte ich gerade sagen. Weiß ich mehr. Nee, also zuerst hast du den Vogel, dann hast du diesen Spinner in der Mitte, dieses kleine, sich füllende Kreischen, das das Laden symbolisiert. Dann hast du links oben das Profilbild von Jason Miller, das sich zuerst lädt. Dann hast du da drunter die Timeline, die sich mit so einem kleinen Spinner lädt, dann hast du oben rechts einen Spinner, wo die Suchleiste einfach nur kommt. Spinner ist dieses Ladekreis hier. Darunter hast du einen Spinner, der sich gar nicht zu Ende fühlt hier. Ich glaube, da sind die Trendings zu sehen, wenn ich das richtig relevante Person, was dir gefallen könnte. Also so Empfehlungen. Darunter ist ein Spinner für die Trends für dich. Also die Tweets, die gerade trending sind. Und er selber schreibt, also das Laden von Twitter besteht für ihn jetzt gerade aus sechs Spinnern, wie er geschrieben hat.

25:50 Gavin Karlmeier

Ich mochte sehr, was er noch danach, da hat er noch ein Posting hinterhergeschickt. Das sind Speedholts. Das fand ich sehr schön. Also, dann gibt es noch Mike Lee Williams. Der hat eine Textnachricht SMS von Twitter bekommen.

26:07 Dennis Horn

Ja, das ist toll, ne?

26:08 Gavin Karlmeier

Mike Lee Williams kennen wir nicht, aber wichtig zu wissen ist, dass er bis Oktober Bei Twitter gearbeitet hat und es einen Service gibt, an dem er nie gearbeitet hat. Und er hat aus dem Twitter-System einen Alert zu diesem Service bekommen.

26:30 Dennis Horn

Wir brauchen das nicht vorlesen, was da steht. Das ist Strato-Monitoring, also ist so ein Serverfehler offenbar, dass die Named Entity Recognition Retweet critical ist. Also, wir wissen nicht genau, was bedeutet, aber es ist so geil, du verlässt ein Unternehmen und genau ein halbes Jahr später kriegst du von einem Dienst, mit dem du nie zu tun hattest, eine SMS, dass es nicht funktioniert. Okay.

26:55 Gavin Karlmeier

Gut zu wissen. Noch ein paar mehr Dinge funktionieren nicht.

26:59 Dennis Horn

Richtig. Das ist aber auch ein weiterer Beweis dafür, dass unsere Handynummer nicht zwangsläufig gut aufgehoben ist bei Twitter.

27:05 Gavin Karlmeier

Ja, absolut, absolut. Wir bleiben noch ein bisschen im Jenga-Game bezogen auf die Content-Moderation, aber jetzt. Gar nicht so auf die auf die große Ähm. Ja, Funktionsvielfalt, mit der wir bei Twitter zu tun haben. Da gab es nochmal eine kleine Geschichte, nämlich Elon Musk. Der die ganze Zeit Dilbert verteidigt. Die Geschichte habe ich nicht mitbekommen, das musst du erzählen. Also Dilbert kennst du auf jeden Fall.

27:37 Dennis Horn

Der Zeichner ist Scott Adams. Und Dilbert ist so eine Figur, die so das Büroleben irgendwie, so ein bisschen im Garfield-Stil, das Büroleben konterkarieren soll. Und es ist so, dass Scott Williams, der das zeichnet, sich in den letzten Monaten und Jahren in Videos immer wieder stark rassistisch geäußert hat. Ähm, und eigentlich also Äußerungen vertritt, die man so nicht mehr hinnehmen kann und wo man sagen muss, das geht nicht mehr. Das geht so weit, dass deutsche Medien inzwischen auch Dilbert gar nicht mehr lizenzieren und drucken. Also es gab mehrere deutsche Medien, die Dilbert auch in den Zeitungen hatten, in der Tageszeitung. Zeitung beispielsweise, die das jetzt nicht mehr machen, eben auf Grundlage eines Comics, der in sich auch schon super rassistisch war. Also, ich will den Inhalt nicht wiedergeben, wenn ihr euch damit auseinandersetzen wollt, googelt das, ihr werdet es finden. Und in dem Zusammenhang ist dann auch jemandem aufgefallen, dass in Dilbert in den letzten 40, 50 Jahren, ich weiß gar nicht, wie lange der es gemacht hat, 100 Jahren, nee, 35 Jahre alt er dieses Comic. diesen Comic gemalt, und zwar täglich, dass es insgesamt nur zwei Comic-Strips gab, in denen überhaupt Menschen mit schwarzer Haut zu sehen waren und einer davon eben mindestens Rassismus anleihen hatte und der andere klar rassistisch ist. Und das hat dazu geführt, dass es einen großen Aufschrei auf Twitter gab, viele Medien und Lizenznehmer gesagt haben, wir wollen das nicht mehr, wir canceln Dilbert. Und Elon Musk dann angefangen hat, Dilbert eben zu verteidigen, das Comic, und gesagt hat, das sei Rassismus gegen Weiße, wenn man hier Dilbert cancelt. Das ist interessant, weil das ungefähr zeitgleich passiert ist, wie ein rassistischer Account. Ich werde den Namen jetzt nicht nennen, weil dann findet ihr einen Inhalt, aber diesen Account, über den wir hier auch schon gesprochen haben. der auch lange gesperrt war, der wieder da ist, ein Video hochgeladen hat, in dem in St. Louis ein Obdachloser erschossen wird. Also ein Video, wo du quasi Tatsächlich einen Mord siehst. Und das ist beides innerhalb von wenigen Tagen passiert und ich habe das Gefühl, dass diese Content-Moderation-Geschichte komplett gerade allen über die Ohren wächst. Dass man nicht mehr das. Es gibt keine Es gibt keine Leitplanken mehr. Du hast auf der einen Seite diese neue Richtlinie, die sagt, dass gewalttätige Äußerungen, auch gegen Infrastruktur, zu einer Accountssperre führen können. Auf der anderen Seite hast du diese beiden Beispiele, über die wir gerade genannt haben, die stattfinden. Und ich bin da, hab so das Gefühl, wir haben da einen Punkt erreicht, wo man sich eigentlich Als Mensch, der zum Beispiel einer marginalisierten Gruppe angehört oder einer politisch unterdrückten Gruppe angehört, dass du da bei Twitter einfach keinen Safe Space mehr hast.

30:13 Gavin Karlmeier

Wir haben es so kommen sehen, ne? Also das war ja eine unserer ersten Wetten, die wir hier so eingegangen sind im Podcast, dass genau das passieren wird. Und dass Content-Moderation im Grunde für diese Amtszeit von Elon Musk ein zentrales Thema werden wird, mit dem er es da einfach zu tun bekommt. Und ich würde sagen, das sind jetzt so die Anzeichen dafür. Es bleibt so ein wenig der ganz starke Aufschrei aus. Ich würde aber nicht sagen, dass wir den noch bekommen, weil. Wir ja im Grunde nur darauf warten, dass solche Fragen dann auch in Zusammenhängen auftauchen, die noch harschere Konsequenzen haben für Demokratie und Gesellschaft. Und so wie das eben Zum Teil bei dem war, was Donald Trump dort so angestellt hat in den vergangenen Jahren und deswegen er dann am Ende auch gesperrt wurde, inhaltlich zu Recht vom Zustandekommen problematisch. Aber diese üblichen Content-Moderationsdiskussionen, das würde, also ich würde jetzt diese Geschichte als Vor. Also als denn? Vorzeichen, Vorboten dieser Debatte sehen, die uns da zwingend auch wieder erwarten wird.

31:34 Dennis Horn

Ja, auf jeden Fall. Und also die Frage ist tatsächlich, wie groß wird der Aufschrei oder sind wir inzwischen sogar an einem Punkt, wo wir das so als zu erwartbar hinnehmen, was ich eine ganz schreckliche Entwicklung fände. Weil du glaubst, ich glaube, man muss laut bleiben bei solchen Unrechttaten, die passieren

31:53 Gavin Karlmeier

Ja, absolut. Und ich also ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es so leise bleibt. Also da wird uns ja noch der Digital Services Act erwarten. Dadurch wird es automatisch auch nochmal auf einer politischen Ebene ein Thema und wenn sie dagegen verstoßen. Muss das ja geahndet werden, sonst nimmt niemand dieses Papier ernst. Also, ich glaube, das wird noch ein Thema werden.

32:15 Dennis Horn

Ja, ich finde, da fällt vor allem so ein bisschen das wie sagt man das Schwert über Elon Musk. Ich glaube, das sagt man so nicht, aber egal. was dieses ganze Geschwafel von Rechtschaffenheit angeht und wir halten uns überall ein geltendes Recht und geltendes Recht steht über allem, das er ja immer wieder als Argument anführt. Und wir waren ja zwischenzeitlich versucht, ihm das sogar zu glauben und daraus irgendwie so ein Profil zu erstellen, in dem das eine sinnvolle These ist. Da in diesem Moment wird sich das tatsächlich zeigen, ob das so ist, ob Elon Musk rechtschaffend chaotisch ist oder ob er das nur als Vorwand genutzt hat, um gewisse Entscheidungen zu rechtfertigen, die er vielleicht auch im Nachhinein selber gar nicht mehr verstanden hat. Absolut.

32:52 Gavin Karlmeier

So, jetzt gucken wir, was bringt sein Wirken an anderer Stelle. Wir haben über die Drittanbieter gesprochen, die leider jetzt alle sterben. Twitterfic. Das aus Tweetbot versucht sich jetzt mit Ivory, einem Client für Mastodon, um da irgendwie weiterzukommen und das Geschäftsmodell zu retten. Und jetzt müssen die Entwicklerinnen und Entwickler dieser Apps im Grunde über Nacht die ganzen Abo-Rückerstattungen schultern, weil Leute die Apps eingekauft haben. Das waren ja Bezahl-Apps. Und dafür Geld ausgegeben haben für einen Dienst, den sie jetzt nicht mehr nutzen können. Weil halt der Dienst dahinter, nämlich Twitter, die Schnittstelle. Gecuttet hat. Und die hoffen wohl, dass die Abonnenten eine Rückerstattung ablehnen. Also ganz interessant bei Twitteric zum Beispiel, wenn man Da jetzt durch diese durch dieses Menü geht, dann führt Twitter erstmal auf, wie lange man das Abo hatte. Und wie viele Tage man sich jetzt noch entscheiden kann. Und die erste Option, die dann aufgeführt wird, ist, ich bin zufrieden mit dem, was ich von Tritorific bekommen habe. Und ich möchte im Moment keine Rückerstattung haben. Ja, also das heißt, die Hoffnung ist, dass man da jetzt nicht So ein großes Problem bekommt finanzieller Natur, dass alle noch das Geld zurückhaben wollen für eine Entscheidung, für die man selbst nichts kann.

34:31 Dennis Horn

Ja, du merkst, wie denen da das Wasser zum Hals steht, dass sie solche Methoden anwenden müssen. Also es sind ja Methoden, die kennen wir von Facebook, wenn du dich bei Facebook löscht. dann wird oder wurde dir zumindest ganz lange, ich habe es seit einigen Monaten nicht probiert, aber früher war das in der Regel so, wenn du dein Account, dein Konto löschen wolltest bei Facebook, dass du dann so eine so eine Wall Aus den Profilbildern deiner FreundInnen angezeigt wurde und darunter steht, diese Menschen werden dich vermissen. Also, dass wirklich mit einer so wahnsinnig, ja, fast schon unmoralisch emotionalen Methode versucht wird, dich dazu halten mit einer Pistole auf der Brust. Und wenn diese Eltern jetzt dazu greifen müssen, dann siehst du, wie denen eigentlich gerade wirklich das Wasser bis zum Halt steht. Und das, ich finde, das ist eine ganz schwierige, spannende Diskussion. Weil auf der einen Seite muss man sagen, naja, that's life, ihr seid eine App, dessen Geschäftsmodell auf einer API-Schnittstelle basiert, die nicht eure ist. So, das ist wie wenn du jetzt irgendwie einen, ich komme immer mit so wilden Vergleichen, aber angenommen, du hast eine super spannende, tolle, bequeme Sitzpolsterung. Für eine Straßenbahn gebaut und die Straßenbahn ändert ihre Sitze, dann ist es dein Problem, dass dein Geschäftsmodell auf diesen Straßenbahnsitzen basiert hat. Und Und so ist das halt ein bisschen, ne? Also es ist halt, das ist, glaube ich, leider der Kapitalismus, der dazu schlägt. Und wenn du es nicht geschafft hast, dein Geschäftsmodell auf eigene Beine zu stellen, sondern dich auf andere verlassen musstest. Dann hast du halt, gehst du dieses Risiko ein. Auf der anderen Seite ist ja die Art und Weise, wie damit umgegangen wurde, dass das so ein bis zwei Wochen im Voraus angekündigt wurde und so. halt auch nicht sauber. Also wenn wir in einem anderen Modell wären, dann würde ich sagen, bräuchten wir jetzt ja eigentlich eine Art Rettungsschirm für diese EntwicklerInnen.

36:10 Gavin Karlmeier

Ja, genau so ist es. Und ich würde auch sagen, also mir geht der Eindruck, den ich habe davon, der geht bei mir. nicht in so eine Richtung, so Methoden wie bei Facebook. Ich finde das eigentlich hier sehr freundlich formuliert. So nach dem Motto, wir sitzen hier in einem Boot. Ihr habt das Pech, dass ihr das nicht mehr nutzen könnt. Die Entscheidung lag bei Twitter. Wir haben jetzt das Pech mit dem Geld. Und es fährt zu sagen, ihr habt das hier lange genutzt. Vielleicht können wir so übereinkommen, dass ihr das zumindest nicht rückerstattet haben wollt. Ich finde, in der Lage, in der Facebook ja nie war, so irgendwie auch legitim.

36:53 Dennis Horn

Ja, total. Man erkennt die Not da drin, hundertprozentig.

36:57 Gavin Karlmeier

So, dann haben wir noch ein paar Rollout News. Na endlich wieder.

37:03 Dennis Horn

Es gibt Neuigkeiten.

37:04 Gavin Karlmeier

Wir fangen an bei Community Notes. Twitter schreibt: We continue to expand Community Notes globally. Coming soon, Japan. And the first group of Spanish speaking countries. As always, we're paying close attention to ensure notes are helpful to people from different points of view around the world. Übrigens finde ich ja, dass so wie das Community Notes Team kommuniziert und vorangeht, ohne dass es hier große Probleme zu geben scheint. Das finde ich ja doch interessant, so in den vergangenen Wochen. Also das scheint mir der im Moment vertrauenswürdigste Zug Teil und das vertrauenswürdigste Team von Twitter zu sein. Geht dir das auch so? Auch bei dieser Ankündigung?

37:50 Dennis Horn

Ja, und weißt du, woran das liegt? Woran liegt das? Da werden nie über Eier gesprochen, die noch nicht gelickt sind. Also wird immer gesagt, hier, das wird fertig, da ist es viel Spaß. Und das Das ist genau der absolute Gegensatz zu dem, wie Elon Musk kommuniziert. Der sagt, hier, das machen wir nächste Woche und übernächste Woche habt ihr das und nächsten Monat gibt es dieses Feature und euer Tesla kann jetzt auch von alleine fahren. Es gibt keine leeren Versprechungen, weil es keine Versprechungen gibt.

38:13 Gavin Karlmeier

Also man möchte fast schon sagen, es ist seriös.

38:15 Dennis Horn

Es ist eine normale Unternehmenskommunikation.

38:19 Gavin Karlmeier

Im Gegensatz zu Twitter Blue. Ja So, auch hier wieder die Frage. Am 3. Februar, das ist jetzt ein Monat her, hat Elon Musk gesagt, Twitter wird Werbeeinnahmen teilen mit Creatern, die Twitter Blue abonniert haben. Und zwar Starting Today. Und The Word schreibt, wir haben aber niemanden gefunden, der überhaupt jemals Geld bekommen hat aus diesem Modell.

38:45 Dennis Horn

Also dass man so, also theoretisch gibt es die Möglichkeit, es gibt nur leider noch keine Creator, für die das möglich ist. Ach schade. Das ist so ein Taschenspielertrick, sagt man, glaube ich. Ja, ich bin gespannt, ob das noch kommt. Also wenn die Twitter Coins jetzt kommen, vielleicht wird das auch alles so. Das ist ja das Spannende, diese ganzen Ankündigungen sind ja immer so vage. Also wenn gesagt wird, wir teilen unseren Revenue. Dann ist ja ja noch überhaupt nicht gesagt, mit wem, wie viel, wie. Das sind ja alles Fragen, die überhaupt nicht beantwortet sind, sondern die Formulierung, die Ankündigung löst Bilder in unseren Köpfen aus. Wir haben eine Vorstellung davon und glauben, das ist dann so. Aber de facto wissen wir nichts. Und das zieht sich wie ein roter Faden durch diese ganzen leeren Ankündigungen, diese ganzen Versprechen, wo immer gesagt wird, also ja der. Der algorithmische Source-Code wird geöffnet bald. So, und dann wartest du und dann wird sogar noch so beschwigt und gesagt, naja, stellt euch darauf ein, dass ihr enttäuscht werdet. Ich habe das Gefühl, das ist so der Move von Elon Musk, diese Versprechen immer so vage zu halten, dass man sich zwar vorstellen kann, was er meint, wenn es aber nicht eintritt, er immer noch am Ende recht behalten hat.

39:51 Gavin Karlmeier

Mark Zuckerberg macht das ja immer schlauer. Also so ein großer Teil der Debatte um Meta hat ja auch immer damit zu tun, dass er Ankündigungen macht. wie irgendwann mal was funktionieren soll, insbesondere so in Richtung der Content-Moderation. Da gehen wir mit KI ran, wir brauchen aber noch ein paar Jahre Zeit, solche Dinge. Aber er sagt eben ein paar Jahre. Ja, nicht nähzt. Da erinnert sich dann niemand mehr dran. Ja, es ist tatsächlich so. So, und dann, also jetzt brauchen wir Hilfe von jemandem aus dem Steuerrecht. Was ist das? Bei Twitter Blue in Österreich zum Beispiel, ja, dann kriegst du das angeboten und dann wird gesagt, okay, du kannst hier jährlich abschließen, zwölf Prozent sparen, 7 Dollar im Monat, nee, Euro im Monat, 7 Euro im Monat und jährlich kostet das dann 84 Euro. Oder du machst hier ein monatliches Abo, dann zahlst du 8 Euro im Monat. Dann kriegst du insgesamt pro Jahr 96 Euro abgebucht. So, und dann sage ich, alles klar, ich nehme diese Was nehmen wir mal, wir nehmen diese 7, ne, 8 Euro. So, da klickst du dann drauf, ich möchte monatlich bezahlen, 8 Euro.

41:01 Dennis Horn

Ja, ich mach das mal parallel mit.

41:02 Gavin Karlmeier

Machst du mal parallel für Deutschland. Und wenn du jetzt in Österreich eine Mehrwertsteuer von 20 Prozent Und wenn du dann auf die Bezahlseite kommst, steht da alles klar, jetzt abonnieren für 9,60 Euro Also da haben sich die 8 Euro plötzlich auf 9,60 Euro erhöht, weil im Anschluss erst noch die Mehrwertsteuer draufgeschlagen wird. Wir haben schon mal kurz darüber gesprochen hier im Podcast. Dass Twitter in dem Angebot die Mehrwertsteuer nicht ausweist. Aber es ist nicht nur so, dass die nicht ausgewiesen wird, sondern es ist auch so, dass die in den. 8 Euro gar nicht enthalten ist, sondern die wird noch oben draufgeschlagen, ganz am Ende des Bezahlvorgangs. Und ich erinnere mich daran, dass das irgendwann mal Thema war, dass das doch nicht erlaubt ist. Ist das in Deutschland genauso? Du hast gerade gesagt Du machst es parallel.

41:49 Dennis Horn

Ja, das ist hier in Deutschland ganz genauso. Und da steht dann auch VAT, 19 Prozent, 1,52 Euro und heute fällige Gesamtsumme, 9,52 Euro. Also das Teil des Angebotes ist ja die Mehrwertsteuer hier nicht. Und wir haben die These, wir sind keine Rechtsexperten, deswegen dürfen wir ja auch keine Einschätzung dazu abgeben, aber wir haben die These, dass die Mehrwertsteuer in einem Angebot enthalten sein muss. So.

42:15 Gavin Karlmeier

Wer von den Rechtsanwalts und RechtsanwältenhörerInnen unter unseren Der Satz, den fange ich nochmal an. Wer aus der Jurabubble, aber schon mit der Fähigkeit, jetzt auch direkt zu klagen, macht das mit uns. Bitte meldet euch bei uns. Ja, das ist gut. Oder? Auch als Werbegeschichte für unseren Podcast einfach mal, dass wir selbst mal klagen.

42:40 Dennis Horn

Ja, das ist toll. Ja, das ist gut. Dann reden die Leute über uns. Ich kann übrigens lustigerweise hier in dem Abschlussprozess, ne? Also ich will jetzt hier niemanden zum Betrug anstiften. Aber wenn ich jetzt hier bei Land oder Region, ich muss ja nur meine Kreditkarte und meine E-Mail-Adresse angeben zum Abschluss. Wenn ich hier bei Land oder Region jetzt zum Beispiel nicht Deutschland stehen habe, sondern Curacau, ne, kann ich einfach auswählen, dann würde ich keine Mehrwertsteuer zahlen. Ach. Aber das ist nur eine Beobachtung. Das wäre ja falsch, ich wohne da ja nicht.

43:09 Gavin Karlmeier

Gut. So, jetzt letzter noch.

43:12 Dennis Horn

Rollout von Twitter Blue.

43:14 Gavin Karlmeier

Es geht weiter in 20 weiteren Ländern, nämlich Niederlande. Polen, Irland, Belgien, Sweden, Rumänien, Tschechien, Finnland, Dänemark, Griechenland, Österreich Ungarn, Bulgarien, Litauen, Slowakei, Lettland, Slowenien, Estland, Kroatien, Malta Malta, Zypern und in Luxemburg Und ich würde vorschlagen, auch einfach als Recherche, ich melde mich morgen von dort aus Luxemburg.

43:46 Dennis Horn

Ich dachte aus all diesen Ländern. Vielleicht haben wir so eine AfD gibt es ja die sogenannte Korrikette, wo man immer so weitergibt: wie steht Polen dazu? Irland dazu, vielleicht kriegen wir das hin, dass sich aus jedem dieser Länder jemand meldet. Aber wir sind nur zu zweit, Dennis, ne?

44:01 Gavin Karlmeier

Und dort hört uns bisher niemand. Also, ich fange mal mit Luxemburg an.

44:06 Dennis Horn

Ja, okay, dann hören wir uns morgen aus Luxemburg. Ich freue mich.

44:08 Gavin Karlmeier

Bis morgen.

44:09 Dennis Horn

Bis morgen.