Alle Episoden

Folge 81 · 14. März 2023 · 26 Min.

Die Fediversung des Abendlandes

mit Dennis Horn

Das Internet wird Fediverse – an allen Ecken und Enden gleichzeitig. Was gestern noch eine „besondere Nachricht“ war, ist heute nochmal etwas größer. Bevor aber alles nur noch Mastodon ist, haben wir auch noch das neue Tweetdeck getestet (prepare to be enttäuscht!) und es gibt News zu Koo. (Nicht das Tier!)

Transkript

Automatisch erstellt, kann Fehler enthalten. Zeitmarken springen im Player an die Stelle.

00:01 Intro

Haken dran, das Social Media Update der CT Grüß dich, Gevin.

00:07 Gavin Karlmeier

Hallo Dennis. Na, wie ist die Lage? Es nicht so umfangreich, ne?

00:13 Dennis Horn

Ne, es bleibt ruhig, das ist aber immer, wir erwähnen uns gerade, es sind oft Dienstagsepisoden, habe ich bemerkt. Und wir wähnen uns dann immer in so einer falschen Sicherheit, weil entweder in der Nacht zum Dienstag, kurz vor Veröffentlichung der Episode, oder dann so in dem Vormittag des Dienstags. knallt es uns alles um die Ohren. . Deswegen, heute wird es die kurze Gassi-Runde in Vorbereitung auf einen umfangreichen Mittwoch. So viel kann ich schon mal versprechen.

00:36 Gavin Karlmeier

Du siehst also ein Muster da drin.

00:38 Dennis Horn

Ich habe ein Muster erkannt. Ja, ich bin ja, ich sehe mich da im im Effizienzsteigenden Sinne. Nee, aber also Effizienz ist das gute Stichwort. Bei mir ist das passiert heute Morgen, also gestern morgen, wenn ihr das hört, am Montagmorgen, habe ich meinen Computer eingeschaltet. Und wie immer TweetTech geöffnet. Und weißt du, was dann passiert ist, Tennis? Du weißt es, weil ich hab's schon erzählt.

01:06 Gavin Karlmeier

Ja, also du, genau, ich weiß, was passiert ist. Du hast das neue Tweetek getestet im Anschluss und du warst not amused, sag ich mal.

01:16 Dennis Horn

Naja, vor allem, das war jetzt nicht so, dass ich mich dazu entschieden habe, mir einen Zugang zum neuen Tweetek zu. zu beschaffen oder mir irgendeinen Podcast, den ich gerne höre, in Whitecodes zugesteckt hat, sondern es war einfach da. Also ich habe es aufgemacht und es war einfach das neue Tweet-Deck. Und es ist gelinde gesagt eine Vollkatastrophe.

01:36 Gavin Karlmeier

Es ist eine Vollkatastrophe, absolut.

01:38 Dennis Horn

Ich bin nicht der Erste, der das beobachtet. Also es gibt einen Artikel von The Verge aus dem Juli 2021. Da wurde diese Tweeteg-Beta sozusagen schon auf den Servern installiert. Und die Schlagzeile, die Sie damals gewählt haben, war Twitter's New Better, TweetDeck is so bad, I'm ready to rage quit. Und so habe ich mich auch gefühlt. Also es fängt vorneweg an. Die Multi-Account-Funktion von TweetDeck Die auch immer noch in den Einstellungen von Twitter hinterlegt ist, wo du quasi für andere Accounts freigeschaltet werden kannst, die ist ersatzlos weggefallen. Es gibt eine Möglichkeit, sich mit mehreren Accounts einzuloggen im neuen Tweetec, dafür brauche ich aber deren Passwort, was die komplette Idee dieser Multi-User-Funktionalität von Tweetek komplett in den Gulli schmeißt.

02:21 Gavin Karlmeier

Ja und wenn du mit mehreren Accounts eingeloggt bist, kannst du nicht mehr alle Accounts aus dem Editor heraus anwählen und bedienen, sondern, also wenn ich das richtig gesehen habe, man muss es umschluss immer komplett zwischen verschiedenen Accounts hin und her schalten, so wie beim normalen Twitter auch. Das heißt, das einzige Plus, das TweetDeck jetzt noch hat. Sind die Spalten und die Möglichkeit der Sortierung innerhalb der Spalten.

02:52 Dennis Horn

Genau, nur das Problem mit diesen Spalten ist, während du bei TweetDeck 31 Tweets in einem Window sehen kannst. Sind es nur 20 Tweets oder 21 Tweets im neuen Tweet-Deck? Ich will sagen, die Tweets als solche nehmen so viel mehr Platz ein, dass du eigentlich keinerlei Effizienzsteigerungen mehr hast. Es sind einfach nur mehrere Spalten von twitter. com nebeneinander. Und das ist, sieht erstmal schrecklich aus, weil es total unübersichtlich ist. Es ist total, also ohne jede Logik, ohne jedes Raster sitzen irgendwo Symbole neben dem Mitteilungs. Überschrift ist eine Glocke, neben Startseite und Entdeckung, aber nicht. Alles ist bunt. Es macht mich rasend. Und natürlich, ich weiß, man muss sich auch den Veränderungen hingeben und Lust drauf haben. Ich habe richtig Bock auf Veränderungen. Aber das ist wirklich ein Schritt zurück. Das ist wirklich schlimm.

03:40 Gavin Karlmeier

Ja, und ich meine, wir haben oft genug hier im Podcast darüber gesprochen, was so Liebe zum Produkt ausmacht. was die User Experience angeht und das das Design, ja, so einer Oberfläche. Hier ist es aber tatsächlich ja nochmal eine andere Nummer, weil das einfach eine Profi-Software ist. Ich habe jetzt Irgendwann vor zwei, drei Wochenenden am Sonntagabend wieder als Tatort getwittert, also mit dem Tatort-Account und da hatte ich das im Einsatz. Das heißt, es kommt ja immer so zum Einsatz, wenn wir so größere Accounts bespielen und so monitoren müssen, was dann in dem Moment bei Twitter auch passiert und so. Und es ist wirklich, es war eine Vollkatastrophe. Und ich habe gedacht, also wenn das hier schon so ist, dann kann ich auch einfach twitter. com nutzen. Das bringt mir überhaupt nichts.

04:32 Dennis Horn

Genau, und dann bringt das Also dann bringt das halt gar nichts mehr.

04:35 Gavin Karlmeier

Ja, ja. Exakt so ist es. Und man hat noch die Möglichkeit, die Spalten so ein bisschen dünner zu machen Weißt du, dass die nicht ganz so breit sind?

04:42 Dennis Horn

Ja, aber dann wird der Text nicht kleiner, sondern nur früher umgebrochen.

04:46 Gavin Karlmeier

Genau, der Text wird nicht kleiner und es sind irgendwie Fehler drin, wenn du da eine neue, zumindest war das, ähm, In der Beta noch so, die ich dann davor ein paar Wochen ausprobiert habe. Wenn du dann eine neue Spalte dazu fügst, hat die wieder die alte Breite. Sondern wird wirklich so ein Kraut und drüben draus. Also ich fand es schrecklich. Wirklich schrecklich.

05:09 Dennis Horn

Ja, auf der anderen Seite muss man auch positive Seiten sehen. Ich sehe plötzlich auch bei Tweetek Werbung. Naja. Naja, dann müssen wir noch über etwas anderes sprechen. Wir haben ja gestern in der Montagsepisode etwas länger über Automatic gesprochen. Da gibt es Neuigkeiten. Also erstmal vorneweg, wir müssen mal kurz so ein bisschen sortieren, weil es gab offenbar Unklarheiten, was die Verteilung angeht, was genau jetzt. . Den Einstieg ins Fediverse plant, ob es sich um WordPress. com oder WordPress. org handelt, was genau zur Automatik gehört und so.

05:42 Gavin Karlmeier

Ja, also erstmal vielleicht, ich hatte den Eindruck, dass die Kritik vor allem von Puristen kommt, die WordPress. com nicht so gerne mögen.

05:52 Dennis Horn

Ja, was ich übrigens nachvollziehen kann.

05:54 Gavin Karlmeier

Was ich auch nachvollziehen kann, weil das die Ja, die Kommerzialisierung eines Open-Source-Produktes ist. So, ja. Also es gibt einen Unterschied zwischen der WordPress-Software Und dem Angebot WordPress. com. Das haben wir in der Tat gestern nicht so deutlich gesagt. Mein Eindruck war, das ist den Leuten auch bewusst und klar. Aber wir können es hier nochmal kurz aufblättern. WordPress. com Ist das Angebot, ähm, bei dem ich, also das ist sozusagen so ein Hoster, ja, wo ich meine Website online stellen kann wie es verschiedene so Hoster gibt und wo dann WordPress die Software ist, mit der ich diese Website über WordPress. com betreibe.

06:36 Dennis Horn

Und um es noch ein bisschen verwirrender zu machen Wurde beides von Matt Meilenweg gegründet.

06:43 Gavin Karlmeier

WordPress. org, da gibt es die Software WordPress, zum freien Download, die ich mir auch auf meinem Server installieren kann. Also, das ist erstmal der Unterschied zwischen diesen beiden. Diesen beiden Angeboten. So und jetzt gibt es ein Plugin, mit dem sich, das ist das, was wir gestern besprochen hatten, das eigene Blog Anbinden lässt ans Fiddiverse. Genau. So, und wenn sich jetzt Automatic mit WordPress. com dafür einsetzt, dass dieses Plugin dort fest eingebunden wird, dann heißt das nicht, dass alle WordPress-Blocks automatisch eingebunden sind, weil diese Zahlen, so rund die Hälfte der Seiten im Netz, läuft unter WordPress. Die betrifft natürlich nicht allein WordPress. com, sondern die WordPress-Installationen insgesamt

07:33 Dennis Horn

Genau.

07:36 Gavin Karlmeier

Sondern, und das ist das, was ich gestern dann auch noch gesagt habe: potenziell jedes WordPress-Blog, das sich natürlich dann dieses Plugin gönnt, Wäre damit auch eine mögliche Instanz mit dem Server, auf dem es liegt.

07:52 Dennis Horn

Genau, und das ist der Sachstand der Episode von gestern. Und jetzt aber, was seitdem passiert. Und zwar wurde nun bekannt, dass Automatic dieses Plugin nicht nur featured für WordPress, Sondern dieses Plugin in seiner Gänze kauft und den Entwicklers, äh, Entwickler, den Entwicklers, okay, den mag ich sehr.

08:12 Gavin Karlmeier

Ich finde, so kann man auch gendern, oder?

08:15 Dennis Horn

Das ist jetzt die nächste Westennest. Den Entwickler Matthias Pfefferle Der wird direkt eingestellt, und damit gehört dieses Plugin nun fest in die in die Themenwelt von Automatic. Und damit, und das ist jetzt meine These, werden wir auf kurz oder lang vermutlich eine feste Integration in WordPress. Erleben, die sich vermutlich nicht nur auf WordPress. com, sondern dann wiederum auch in WordPress. org niederschlagen wird. Es gibt mehrere Beispiele, wo das in der Vergangenheit passiert ist. Also der sogenannte Gutenberg. Das ist ein sogenannter What You See is What You Get Editor. Also ein Bearbeitungstool, wo ich mit Formatierungen arbeiten kann und direkt sehe, wie das auch auf meiner Webseite, auf der Frontseite sozusagen aussehen wird. Und Della eigentlich auch ein eigenständiges Tool, das irgendwann von Automatic gekauft und vollständig in WordPress integriert wurde. Und zwar nicht nur in WordPress. com Sondern auch in die herunterladbare Variante, die halt frei und open source ist, aber an dessen Entwicklung Automatic immer noch beteiligt ist. Das gleiche gilt für Gravatar, dieses Tool, mit dem du quasi bei allen Seiten, bei der du dich mit deiner E-Mail-Adresse einloggst oder kommentierst, automatisch einen Avatar bekommst. das du auf einer festen Webseite dahinter hinterlegst. Das gleiche gilt für Jetpack, ein fest installiertes Plugin, das früher von externen EntwicklerInnen herausgegeben wurde, wurde irgendwann von Automatic übernommen, gekauft und fest in WordPress integriert. Also ich erkenne eine gewisse Linie und damit ist auch, wenn wir gestern vielleicht etwas unscharf waren, eigentlich all das eingetreten, was wir gestern damit schon gesagt haben, nämlich Vermutlich werden wir erleben, dass dieser direkte Fediverse Andockpunkt aus WordPress, egal ob selbst Gehostet oder bei WordPress. com gehostet, fester Bestandteil dieser Software werden wird. Und das finde ich doch dann wirklich nochmal einen Tacken größer, als wir es gestern schon vermutet haben.

10:15 Gavin Karlmeier

Ja, das ist so. Und damit auch nochmal so der Punkt, den wir gestern schon angesprochen haben, das ist auch nach wie vor potenziell größer als all das, was Instagram da gerade plant. an Anbindungen. Das ja, glaube ich, wird eins der Themen auch weiter in diesem Jahr sein.

10:36 Dennis Horn

Na, was ich vor allem spannend finde, ist, dass du über diese Achsen, die du jetzt gerade hast, also das bestehende Fatty Wars mit der Mastodon-Community, plus die Welt, die Meta aufmacht, also die Community, die Meta ins Fatty US treibt, plus eben diese WordPress-Welt, die Leute, die darüber ins Fatty West kommen und eben auch über Tumblr kommen. und nochmal eine ganz neue Gruppe an Leuten, hast du so viele Flecken auf der Landkarte, die plötzlich gefedivorst werden, dass das da bald einfach kein dran vorbei mehr geben wird. Also ich habe das Gefühl, dass das sich eigentlich gar nicht, dass es spielt gar nicht so eine Rolle, was jetzt der größere Impact am Ende ist, sondern in der Summe wird das bedeuten. Dass selbst Leute, die mit all dem gar nichts zu tun haben wollen oder gar nichts zu tun haben, Punkt, die sich damit nicht auseinandersetzen möchten, dass die früher oder später, ob sie es wissen oder nicht, ob sie es wollen oder nicht, auch in Kontakt mit dem Fediverse kommen werden. Und das ist schon riesig, ne?

11:33 Gavin Karlmeier

Das ist riesig, wobei ich auch nochmal sagen würde: die Frage ist für mich trotzdem, wie sehr diese Anbieter es schaffen und das sich vor allem bei Meta. Das Fediverse zu beeinflussen. Also, das ist ja nicht so, als würde hier diese Plattformen und diese Anbindung jetzt all diese Anbieter erwischen. Es ist vielleicht auch der Wunsch, dahinter das Fediverse so in seinem eigenen Sinne zu beeinflussen. Das sehe ich natürlich jetzt mehr bei Meta als bei WordPress, aber Das finde ich ist auch nochmal eine Spannung, die da drin steckt.

12:13 Dennis Horn

Ja, das wird natürlich eine Wechselwirkung geben und das wird auch Einflüsse darauf haben, wie wir die Plattformen Und das Feddyworth als Ganzes ja auch selber begreifen und wahrnehmen. Es wird auch Stilblüten treiben. Also so wie wir jetzt gerade erleben, dass es Blogwellen gegen Menschen gibt, die Twitter Blue abonniert haben, wird es sicherlich auch Bewegungen gegen. die da von Meta geben, die sich eben im Fediverse breitmachen oder die wir dann bei Mastodon erleben. Das wird es bestimmt alles geben, aber das würde ich erstmal, ich blende das mal so für mich tatsächlich bewusst ein bisschen aus, weil ich jetzt nämlich erstmal Freue, dass da so viel passiert, gerade alles gleichzeitig.

12:48 Gavin Karlmeier

Ja, ich stimme dir zu.

12:49 Dennis Horn

Cool. Dann eine andere Kleinigkeit. Also wir haben mal über Kuh gesprochen. Erinnerst du dich an Kuh?

12:58 Gavin Karlmeier

K-O-O-G.

13:01 Dennis Horn

Das ist eines dieser kleinen Twitter-Clones. Das ist hier nicht so super erfolgreich. Es ist ein indisches soziales Netzwerk. Da hat es auch schon einige NutzerInnen, aber hier bei uns kriegen wir Q noch nicht so richtig mit. Und was Q aber jetzt einführt, ist ein Chat-GPT-Funktion in dem Editor, also dort, wo wo du deine, ich denke, Kuhs schreibst. Also deine Tweets bei Kuh. Und du kannst quasi, wenn du in diesen Editor gehst, dann steht da Tell me what you want and I'll help. Und dann steht da so, write me a romantic poem oder write me a motivational quote. Also du kannst quasi Q jetzt bitten für dich. die Denkarbeit zu übernehmen, direkt in dieser Bearbeitungsfunktion. Und normalerweise wäre das ja eigentlich fast gar keine Meldung wert. Ich finde es aber so spannend, weil bei Twitter dieser Sturm gegen Chat-GPT, also Bei Twitter meine ich natürlich nur bei Elon Musk, dieser Sturm gegen JetGPT so groß ist, dass da jetzt eigene Entwicklungsteams darauf angesetzt werden, eine eigene Copycat zu entwickeln. Während er übrigens stenkert gegen Meta, die eine Copycat gegen Twitter entwickeln wollen. Und das finde ich aber irgendwie trotzdem spannend und süß, dass es so dieser ganz kleine Player, dieser kleine David sich hier dann so platziert und sagt, also wir haben ja ChatGPT.

14:27 Gavin Karlmeier

Spannend und süß. Ja, schön, schön. Also ich habe ein bisschen gelacht, als ich das gehört habe, weil ich so dachte, also wie viele Zeichen hat man bei Q zur Verfügung? Weißt du das? Das habe ich jetzt nicht auf der Kette. Aber das ist ja, also das variiert. Ja, alles, also wir haben bei 400, na siehst du. Ich wollte gerade sagen, das variiert ja jetzt aktuell alles zwischen 256 und 500. So, von Blue Sky hoch bis Mastodon. Und also Also wir wissen ja jetzt aus den vergangenen Wochen, wo viele mit diesen Tools rumexperimentiert haben, dass es so eine Art neues Berufsbild gibt für Leute, die besonders gute Ergebnisse aus so KI-Generatoren herausholen wollen, nämlich das Berufsbild des sogenannten Prompt Engineers.

15:14 Dennis Horn

Hast du davon schon gehört? Nee, tatsächlich nicht.

15:17 Gavin Karlmeier

Okay, also ist es so, die Ergebnisse werden besser. Je mehr Input du da reingibst und je konkreter du den Prompt gestaltest, mit dem du diesen KI-Generator bedienst.

15:30 Dennis Horn

Oh, da kann ich doch ganz kurz, wenn ich da was reinschmeißen darf, habe ich nicht ein ganz, ganz tolles Video gesehen. Ich bin ja ein Das wissen die wenigsten über mich. Ich bin ja ein totaler, also ich verbringe mehr Zeit mit YouTube als mit vielen anderen Dingen in meinem Leben. Und es gibt ein ganz tolles Video von Tom Scott. der ein Video gemacht hat, das heißt, I tried using AI, it scared me. Tom Scott, eigentlich Softwareentwickler gewesen, reist inzwischen um die Welt, aber ist im Herzen Mathematiker und Softwareentwickler. Und der hat ein ganz, ganz tolles Video, genau über das, was du gerade erzählst, gemacht, in dem er halt angefangen hat. die AI ein Skript schreiben zu lassen. Und das hat er immer, wie er hat quasi mit der AI in den Dialog getreten und hat gesagt, hier, warum hast du das gemacht? Können wir das nochmal anpassen? Hier gibt es einen Fehler in der Dokumentation. Und die KI hat ihn halt jedes Mal verstanden. Und ganz, ganz tolles Video.

16:14 Gavin Karlmeier

Genau, so und die Kunst besteht jetzt darin, das nicht im Dialog zu klären, sondern sogar durch den ersten Prompt, indem du genau weißt, was die KI mir ausspuckt, das ist alles ein bisschen generisch, wenn ich das nicht irgendwie näher beschreibe. So, und dann gehört, wenn du jetzt über ChatGPT zum Beispiel sprichst, dann gehört er einfach an, wie viele Zeichen möchtest du haben? Welchen Fokus Soll der Text genau haben und so weiter und so fort. Und du es gibt jetzt auch schon so Galerien zum Beispiel für die Bilder, die mit Stable Diffusion oder DALI und so erstellt wurden. Also auch KI-Generatoren, aber eben für Bildinhalte. Und in diesen Bildgalerien siehst du auch, wie lang die Prompts mittlerweile sind. Und was möchte ich denn, und jetzt komme ich zu meinem Punkt, was möchte ich denn mit einem Kurznachrichtendienst Indem ich für coole, äh, für coole Kuhs einen Prompt eingeben muss, der länger ist. Also, deswegen hat mich das so ein bisschen amüsiert.

17:14 Dennis Horn

Ja, du hast, was du meinst. Auf der anderen Seite impliziert das ja, dass du versuchst mit ChatGPT mit einer KI innovative Gedanken entwickeln zu lassen. Und da gibt es, glaube ich, bisher gar nicht so super viele Beispiele für.

17:31 Gavin Karlmeier

Nee, nee, nee, also du wirst dich halt irgendwann totlaufen, weil also die, was Q da angibt, so als Beispiele, was man da eingeben kann, so write me a romantic poem oder write me a motivational quote oder so. Da weißt du ganz genau, dass sich das irgendwann dann nach so fünfmalen wiederholt sich, dass dann kannst du das für irgendwelche Facebook-Text-Tafeln nutzen am Ende, glaube ich.

17:55 Dennis Horn

Oder für Shitposting. Gut. Called me a shit post.

18:00 Gavin Karlmeier

Und dann rüber zu Twitter damit.

18:02 Dennis Horn

Eigentlich ist das ja die elaborierte Variante von, ich drücke bei meinen Siri Wortvorschlägen immer wieder auf die Mitte, bis 160 Zeilen voll sind.

18:10 Gavin Karlmeier

Genau so.

18:12 Dennis Horn

Noch eine kleine Geschichte, fast eher eine düstere. Ich will das hier nicht, dass wir zu viel Spaß haben, Dennis. Und zwar folgendes. Wir erinnern uns an die große Amnestie. Elon Musk hat hundertetausende Accounts aus der Blockade zurückgeholt, die eigentlich gesperrt waren, die wieder erlaubt sind. Und es gab eine ganze Reihe von Accounts mexikanischer Drogenkartelle. Und solche Drogenbanden. Die wurden alle zwischen 2012 und 2015 gesperrt, berichtet BuzzFeed News. Und die wurden jetzt wieder reaktiviert, sind wieder da und posten die ganze Zeit irgendwelche gory Images, also Gewaltdarstellungen oder auch. irgendwelche blutigen Bilder, rekrutieren darüber neue Mitglieder und drohen anderen Drogenbanden und führen quasi den Drogenkrieg jetzt via Twitter, weil einfach niemand mehr ist, der Content moderiert oder auch ehrlicherweise niemand mehr ist, der sich dafür interessiert gerade. Und ich möchte, dass ihr vor allem der Vollständigkeit halber mal erzählt wissen, weil diese Geschichten, die passieren ja immer noch Dutzend. Fach. Und das darf aber nicht zur Normalität werden, dass wir sowas einfach hinnehmen, dass das passiert.

19:22 Gavin Karlmeier

Ja, also es ist ein weiteres Beispiel in einer traurigen, langen Reihe, ne? Solcher Fälle, die wir jetzt erlebt haben. Es hat ja angefangen. mit all den Accounts so von Rechtsextremen auch in den USA, die gesperrt wurden und da jetzt wieder reingelassen wurden. Und ich erinnere mich noch an den Fall. Von einem, dessen Namen ich gerade vergessen habe, der dann direkt wieder losgelegt hat.

19:45 Dennis Horn

Ja, ja.

19:46 Gavin Karlmeier

Mit mit was war das Holokost-Leugnung?

19:49 Dennis Horn

Ich weiß es nicht mehr.

19:51 Gavin Karlmeier

Und dann auch trotzdem direkt wieder gesperrt werden musste. Und das skaliert natürlich nicht. Nick Fuentes, genau. Das skaliert natürlich nicht. Diese Geschichte, weil das, was Elon Musk sich da an Content Moderation versprochen hat, ja auf KI basierte. Es sind keine Leute da, die die Content Moderation machen. Geschweige denn diese KI beaufsichtigen können und auf diese Fälle jetzt einstellen können. Also, das ist tatsächlich ziemlich böse, was da geschieht.

20:22 Dennis Horn

Mhm. Und jetzt, wo du das so sagst, vielleicht auch noch ein kleiner Gedanke dazu. Wir wissen ja, es gibt ja diese Zahl, wie teuer ein ChatGPT Befehl ist sozusagen, also die Verarbeitung davon. Und die spannende Frage, wenn alle diese Tweets durch so einen Algorithmus am Ende durchgehakt werden, der so eine Qualität erreicht, damit es halt irgendwann in der Lage ist, tatsächlich Naja, zumindest menschähnliche Contentmoderation durchzuführen. Bleibt tatsächlich die Frage, ob das wirklich günstiger ist, als echte Menschen dafür zu bezahlen.

20:49 Gavin Karlmeier

Ja, in der Tat. Ich habe jetzt vor ein paar Wochen für einen Film, den ich gedreht habe über künstliche Intelligenz, mit einer Professorin gesprochen. Die so die Auswirkungen auf die Umwelt untersucht. Und die hat das so in, also hat so einen Vergleich gezogen, dass das Training eines durchschnittlichen Machine Learning-Modells So viel kostet wie, und jetzt weiß ich leider die Zahl der Autos nicht mehr, es ist ein paar Wochen her, aber wie so eine Reihe von Autos über ihre gesamte Lebenszeit Zeit. Also die stoßen ähnlich viel CO2 aus. Ach krass. Also sowohl der Stromverbrauch für das Machine Learning, für das Training dieses Modells. Als auch die Autos. Also, das war ein ziemlich krasser Vergleich. Und jetzt kannst du, also sie sagt, das ist so ein normales, durchschnittliches, also eher kleines Machine Learning Modell. Und jetzt kannst du natürlich hochrechnen welchen Energieverbrauch und welchen CO2-Ausstoß das hat, wenn du diese großen Modelle da anlegst. Und damit meine ich jetzt nicht sowas wie GPT-3 oder jetzt GPT-4, das ja jetzt bald rauskommt. Sondern eben solche Machine Learning-Modelle für große Konzerne, wie Twitter einer ist. Also, das ist auch einfach in der Energiebilanz Ziemlich schwierig.

22:17 Dennis Horn

Ganz, ganz skurril. Und ich habe noch eine Kleinigkeit zum Schluss, damit wir doch wieder etwas entspannt. In den Dienstag schreiben können.

22:26 Gavin Karlmeier

Ich dachte schon, du wolltest mit den Drogenkartellen aufhören.

22:29 Dennis Horn

Ja, es wäre ein bisschen düster, ne? Ne, es gibt wieder ein Tweet von Andrea Conway. Das ist eine Designerin bei Twitter, über die wir hier schon öfter gesprochen haben. und die viele ihre Arbeitsprozesse transparent macht. Aus irgendeinem Grund wurde sie noch nicht entlassen, sondern darf immer noch darüber sprechen, was sie für Gedanken hat, was sie so für Ideen auch mit der Community teilen möchte oder welche Ideen die Community auch für sie haben. Also wir haben vor einigen Tagen erst über die neue Navigation gesprochen, die sie zum Beispiel auch veröffentlicht hat. Und jetzt ist sie dabei, es wird offenbar an einer Funktion gearbeitet. die den Namen Why You're Seeing This Tweet heißt. Also du kannst quasi bei einem Tweet sehen, warum du einen Tweet in deiner 4U-Timeline angezeigt bekommst. Hier in diesem Beispiel ist dann zum Beispiel you follow account XY who liked this oder you've liked recent tweets with similar content. Also du hast Tweets geliked, die so ähnlich sind wie dieser hier. Und ich habe erst gedacht, na das ist ja eine tolle Idee, dass ich jetzt verstehe, warum es das gibt. Und dann habe ich aber gedacht, warum brauche ich das bei TikTok eigentlich nicht? Weil ich bei TikTok verstehe, warum mir Inhalte angezeigt werden. Also ich glaube, dieses Feature hier ist eine Art Notwehr, weil die For You-Page, und da haben wir ja auch schon hier öfter drüber gesprochen, eigentlich nicht in der Lage ist, genau zu verstehen, welche Inhalte mir interessant für mich wären oder mir angezeigt werden müssten, weil ich damit interagiere, sondern weil es sich noch sehr beliebig anfühlt. Und die Reaktion darauf von Twitter ist jetzt nicht, wir schränken den Algorithmus etwas ein und konzentrieren uns zum Beispiel auf Accounts, die Menschen gefallen, denen ich folge, sondern stattdessen wird mir einfach angezeigt, warum mir dieser Tweet angezeigt wird, was nicht dazu führt, dass meine Nutzungserfahrung besser wird, sondern dass ich sie zumindest eher nachvollziehen kann.

24:10 Gavin Karlmeier

Also jetzt erstmal bei TikTok verstehst du es direkt, weil es so ganz klassische Typen von Videos sind. Also du siehst schon das Thema sehe ich öfter oder den O-Ton, der dahinter steckt, den Sound sehe ich öfter. Okay, das kann ich nachvollziehen. Also ich finde, also erstmal fragte ich mich, ob das was Andrea Conway da Zeigt als Erklärung, ob das die Geschichte ist, die Elon Musk meinte, über die wir jetzt vor kurzem mal gesprochen haben, wir machen den Algorithmus transparent.

24:41 Dennis Horn

Das wäre so traurig, wenn es das ist.

24:44 Gavin Karlmeier

Ja, also ich meine jetzt nicht diese Open-Source-Geschichte, sondern einfach diese Transparentmachung. Auch das war ja immer so ein Versprechen. Wir zeigen an, warum ihr was seht und so. Und genau, das ist traurig, wenn es das ist, weil ich finde, diese Erklärungen, wie du sie gerade zitiert hast, die sind ja ziemlich dürftig. Total. Also das ist ja nicht das, was was wir brauchen als Transparenzinitiative.

25:14 Dennis Horn

Naja, vor allem auch erklärt das ja überhaupt nicht, wie der Algorithmus funktioniert. Oder aber, und das wäre noch bitterer Es erklärt ziemlich genau, wie der Algorithmus funktioniert und das erklärt dann plötzlich auch, warum die ForU-Page eigentlich so beliebig ist, weil es einfach nicht diese zweite, dritte, vierte Ebene gibt, die versucht, mich zu verstehen. Beides nicht so richtig gute Antworten für Twitter. Richtig. Aber vielleicht haben wir morgen welche.

25:40 Speaker 4

Bis morgen. Bis morgen.