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Folge 97 · 5. April 2023 · 20 Min.

Elon, der Hund & Twitter

mit Dennis Horn

Der blaue Vogel Larry ist ausgeflogen – Twitter ersetzt sein Logo durch Doge, einem Shiba Inu, der einerseits ein bisschen die Boomerigkeit von Elon Musk zeigt, andererseits aber auf einen Prozess aufmerksam machen, der am Ende für Elon Musk eine Zahlung von 285 MILLIARDEN Dollar bedeuten könnte.

Außerdem hat Marko Buschmann eine Nachricht für Twitter, die ebenfalls teuer werden kann. Alles steht also ganz im Zeichen des Verlusts.

Transkript

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00:01 Intro

Haken dran, das Social Media Update der CT.

00:06 Gavin Karlmeier

Grüß dich, Gavin. Hallo Dennis. Ausgabe 97.

00:12 Dennis Horn

Von Hundi dran, das Wuff-Wuff-Update.

00:16 Gavin Karlmeier

Und wir beginnen mit William Shatner, den wir nochmal kurz hier. Zitieren möchten, nach unserer langen Diskussion über die neue Form der Anzeige ist da jemand neu oder alt verifiziert? William Shatner schreibt bei Twitter, I can live with this. This is a good compromise, Elon Musk. My best bill.

00:38 Dennis Horn

Ja, man hat da offenbar eine Versöhnlichkeit hergestellt, plötzlich. Unerwartet.

00:44 Gavin Karlmeier

Wie man das so macht in der Sternenflotte. Warum nicht? Am Ende steht der Kompromiss, genau. So, und jetzt kümmern wir uns um die neuen Themen. Kurz nachdem wir dann aufgezeichnet hatten, kam die also. Also wie oft habe ich hier schon gesagt, ich habe das Gefühl, stärker kann man nicht mehr facepalmen. Und jetzt ist es schon wieder passiert. Und was ist passiert? Also, Nutzerinnen und Nutzer, die sich einloggen bei Twitter, bei mir ist es nach wie vor so, sehen jetzt statt des blauen Vogels, des Larys, wie er ja heißt. einen Hund. Übrigens nicht irgendeinen Hund. Ja, dazu kommen wir noch. Genau. Übrigens auch nicht einfach nur so einen Hund, sondern auch mit ein paar Pixelfehlern noch oben drin. Also das ist qualitativ noch nicht mal besonders gut, aber ohne Erklärung hat man diesen Vogel rausgenommen und hat einen Hund reingesetzt, ein Bild, das für eine recht umstrittene Digitalwährung steht, nämlich den Dogecoin.

01:47 Dennis Horn

Ja, tatsächlich nur im Browser bei mir. Also ich habe es nicht am Telefon. Ich weiß nicht, ob es anderen anders geht, aber bei mir ist es nur in der Desktop-Variante. Das ist bei mir auch so, ja. Und dieser Hund, das ist, also der Dogecoin ist ja eigentlich nur so die das jüngste Asset, das sich an diesem Hund arbeitet. Der ist eigentlich seit 100. 000 Jahren schon so ein Meme-Dog. Das ist ein Shiba-Inu, das ist eine japanische Hunde, da müssen wir jetzt nicht allzu sehen.

02:15 Gavin Karlmeier

Ja, doch, dazu würde ich gerne was sagen.

02:16 Dennis Horn

Ja, okay, gerne.

02:18 Gavin Karlmeier

Der stammt von Jagdhunden ab aus den bergigen Regionen am Japanischen Meer.

02:25 Dennis Horn

Das sind die Infos, warum man uns einfällt.

02:27 Gavin Karlmeier

Richtig, 1928 hat man die systematische Zucht begonnen, weil er drohte auszusterben. Und seit 1937, deswegen auf dem japanischen Markt einfach nochmal eine besondere Rolle Hat der Shiba Inu den Status des nationalen Naturdenkmals? Also in Japan nochmal nochmal ein biggeres Ding für uns einfach ein Meme. So kann man es vielleicht sagen.

02:51 Dennis Horn

Ja, ein Meme, und zwar, also wenn man den googelt, den Doge mit diesem Hundebild, das ist so, also 9Gag 2013, weiß ich. Da kommt das so her, da ist das groß geworden. Also, wir sprechen hier so ein bisschen über die Boomer-Interpretation eines modernen Memes.

03:05 Gavin Karlmeier

Deswegen springt Elon Musk auch so darauf an. Irgendwann gab es eine Unterhaltung, die er geführt hat mit einem anderen Nutzer auf Twitter, noch lange bevor er. da in Amt und Würden war und da hat dann oder was danach? Weiß ich nicht, also er hat eine Unterhaltung geführt, ähm vielleicht braucht es irgendeine neue Plattform Dann sagt der andere Nutzer, ja, kauf die doch und dann machst du den Doge als Logo. Und jetzt hat er diese alte Unterhaltung nochmal getwittert als Screenshot und hat einfach drunter geschrieben: as promised, geliefert. Ja, cooler Typ, cooler Boomer-Typ.

03:38 Dennis Horn

Wow, so much wow.

03:42 Gavin Karlmeier

So und er hat sich öfter abgearbeitet am Doge und am Dogecoin. In Tweets auch auf Twitter, als er, wie gesagt, noch nicht Eigentümer war dieses Unternehmens und es ist dann immer wieder passiert. Dass der Kurs dieser Digitalwährung, die ja selbst an sich auch nur als Witz gedacht war, ursprünglich, und sich dann so gemausert hat in eine auf die dann doch mehr Menschen angesprungen sind und da investiert haben. Und es ist dann regelmäßig passiert, dass er mit seinen Tweets über den Dogecoin Den Kurs hat hoch und runter springen lassen. Und viel zitiert wird jetzt nach dieser Logo-Änderung Das Frühjahr 2021, vor zwei Jahren, da hat er den Kurs mit seinen Äußerungen für kurze Zeit über 60 Cent getrieben. Und es gibt eine Investorenklage, die auch ziemlich aktuell ist gegen Elon Musk, weil der Kurs erst hoch ging, dann wieder ordentlich runter. Und ein Investor hat Musk verklagt mit dem Vorwurf, da war er wohl Teil eines illegalen Schneeballsystems, bei dem man dann den Dosecoin-Preis erstmal, wie gesagt, ordentlich hochgetrieben hat und dann wieder hat abstürzen lassen. Und die Anwälte von Elon Musk haben jetzt vergangene Woche am Freitag beantragt, diese Klage abzuweisen. Und gesagt, das ist einfach ein legitimes Investitionsobjekt der Dogecoin, Gesamtwert von rund 10 Milliarden Dollar Menschen investieren und müssten sich ja eigentlich der Gefahren bei so einem Investment und der Volatilität bewusst sein. Das war so ein bisschen die Argumentationslinie. Und vielleicht noch. Zum Vergleich, also Gesamtwert 10 Milliarden Dollar, der Bitcoin kommt auf rund 500 Milliarden Dollar. Das ist natürlich viel größer, aber der Dogecoin ist nicht nichts. Das ist ein Wert und der Markt für Kryptowährung ist insgesamt 1,2 Billionen Dollar groß.

05:45 Dennis Horn

Ja, also um da noch mal ein bisschen was anzu mehr anzudicken. Es gab diese Geschichte, dass Tesla angefangen hat, dass du Zubehöre bei Tesla und auch bei SpaceX Dinge kaufen konntest, die du mit dem Dogecoin bezahlen konntest. Das war so im Mai 2021. Und das war der Moment, wenn man sich den Dogecoin auf der Krypto-Börse eurer Wahl anschaut. Ihr habt bestimmt alle eine, die ihr gerne nutzt. Dann siehst du, wenn du den Zeitraum mal vergrößerst, dass es da auch tatsächlich am 6. Mai diese absolute Spitze gab, wo der halt bei fast 60 Cent gelegen hat, oder hier 55 zumindest bei dieser Ansicht. Und Da jetzt mal zu überlegen, ist das eigentlich Marktmanipulation, finde ich eigentlich einen ganz spannenden Impuls, den man auch nochmal ein bisschen größer ziehen kann, weil wir Ähnliches mit dem Bitcoin erlebt haben. Tesla hat angekündigt, dass man. Teslas Tesla Tesli Tesli Tesli Tesla E mitcoins bezahlen können Was zu einem absoluten Boom geführt hat. Ich glaube, wenn ich recht informiert bin, der größte Bitcoin-Boom oder die höchste Wertsteigung, die der Bitcoin je erlebt hat und von dem er sich auch bis heute nicht so richtig erholt hat. Und das war genau auch in diesem Moment und hatte direkt was mit Elon Musk und und seinen Äußerungen zu tun. Und als er dann wieder angekündigt hat, dass Tesla diese Währung nun nicht mehr akzeptiert, ist der Kurs auch wieder nach unten gestürzt. Und man kann da, Schneeball-System, weiß ich, kann ich gar nicht einschätzen, aber. Von Marktmanipulation sprechen, finde ich da gar nicht verwerflich, ehrlicherweise.

07:16 Gavin Karlmeier

Ja, also der Vorwurf liegt nahe. Bei dieser Investorenklage Sagen die Investoren, dass Elon Musk den Kurs des Dogecoin innerhalb von zwei Jahren absichtlich um mehr als 36. 000 Prozent in die Höhe getrieben haben soll? Um ihn dann abstürzen zu lassen. Es gibt ja für beide Richtungen, sowohl nach oben als auch nach unten, so Investitionsmöglichkeiten, mit denen man dann daran verdienen kann. Und Dadurch sagen die Investoren, sind dann auf Kosten anderer Leute, die in den Dogecoin investiert haben, Gewinne in Milliardenhöhe erzielt worden. Die Schadensersatzsumme. Um die es in diesem Prozess geht, liegt bei 258 Milliarden Dollar. Das ist so das Dreifache des geschätzten Rückgangs, dieses Marktwerts. Und jetzt liegt eben bei diesem Logo-Wechsel auch wieder der Verdacht nahe betreibt. Elon Musk hier mit der Plattform, die er sich gekauft hat, Marktmanipulation. Der Dogecoin-Kreiskurs ist seit langem im Keller. Es gibt dem Kryptomarkt ja insgesamt nicht so gut. Und jetzt ist der Kurs aber nach diesem Logo-Wechsel zeitweise nochmal gestiegen, um rund ein Fünftel. Und auch danach insgesamt hat ein Dogecoin aber weiter nur so rund zehn US-Cent. Gekostet. Und du hast erwähnt, das waren mal kurzzeitig über 60 tatsächlich im Frühjahr 2021. Also nicht mehr das Level, das es mal hatte, aber eben diese Vermutung, ist das hier Marktmanipulation gewesen?

08:59 Dennis Horn

Um das nochmal einzuordnen, 258 Milliarden US-Dollar, wenn es dazu kommen sollte, läge das knapp 56 Milliarden US. Dollar über seinem Vermögen, das wird so auf ungefähr 202 Milliarden geschätzt. Das würde bedeuten, dass er, das fühlt sich zwar so an, als sagt man so, naja, ist ja auch nur ein Viertel seines Vermögens mehr, als er dann zahlen müsste. Naja, er müsste dann aber irgendwie relativ schnell eben an über 50 Milliarden US-Dollar zusätzlich kommen, um diesen Betrag zu zahlen. Das ist vermutlich nicht realistisch, dass er diese Summe als Strafe zahlen muss. Aber man kann es sich ja mal zumindest kurz vorstellen. Vielleicht abends vorm Einschlafen.

09:36 Gavin Karlmeier

Casey Newton, einer der Journalisten, die wir hier öfter zitieren vom Plattformer Newsletter. Klang relativ erbost wegen dieser Doge-Logo-Geschichte. Ich meine, darüber diskutieren, wie unseriös so eine Nummer schon wieder ist, ich. Als Unternehmen so zu verhalten oder als Eigentümer so etwas da durchdrucken drücken zu können, wie diesen Logo-Wechsel. So banal das jetzt irgendwie wirkt, ja. Aber Casey Newton

10:03 Speaker 4

War auf der Zinne, möchte ich sagen.

10:06 Gavin Karlmeier

Und stellt sich vor allem nochmal die Frage: Was muss man sich da eigentlich noch angucken? Dass Twitter-NutzerInnen dann mal bereit sein werden zu gehen. Das heißt, es gibt einfach keine Form der Bestrafung, des Punishments, also der der Schmerzen, vielleicht kann man sagen, die Twitter-Nutzerinnen und Nutzer nicht zu verkraften bereit sind. Und diese Trägheit prangert er an. Er regt sich so über Leute auf, deren einziger Beruf es ist, den ganzen Tag auf Twitter über Elon herzuziehen, letzten Endes. Dient das oder führt das alles aber nur dazu, Twitter weiter zu stützen und diese ganzen Witze, schreibt er, gehen auch auf die Kappe der Nutzerinnen und Nutzer.

10:47 Dennis Horn

Ja, das ist komplett so. Also ich würde zustimmen. Ganz gut, um das irgendwie nochmal so auch zu Zusammenzukriegen, warum wir jetzt da dieses Logo eigentlich sehen. Das ist ziemlich genau zu dem Zeitpunkt passiert, als Reuters diese Einmeldung eben veröffentlicht hat über den Prozess. der Elon Musk offenbar da jetzt bevorsteht. Und ich finde allein diese Entscheidung auch zu sagen, wir nehmen das jetzt mal als Anlass zur Provokation und im Zweifel auch als Anlass, vielleicht nochmal so ein bisschen am Wert zu spielen, einfach um zu zeigen. welche Macht er hat. Wenn das wirklich der tatsächlich einzige Grund ist, Provokation und Machtdemonstration, dann ist das auch schon nicht mehr als Geschmacklosigkeit abzutun, sondern es ist halt einfach. Mal wieder das Verhalten eines Elfjährigen im Körper eines 51-Jährigen. So.

11:35 Gavin Karlmeier

Und damit machen wir unter dieses Wahnsinnsthema einen Strich für heute. Zwei haben wir noch. Das eine beschäftigt sich mit den Direktnachrichten. Und mit einer Frage, nämlich ob Twitter die Sichtbarkeit von Tweets einschränkt, die Begriffe beinhalten zur Beschreibung der Geschlechtsidentität und der sexuellen Orientierung. Also da gibt es die Beobachtung, wenn bestimmte Begriffe in einem Tweet vorkommen, so Begriffe wie schwul, transgender, queer. Dann führt das dazu, dass von diesem Tweet keine Vorschau mehr angezeigt wird in den Direktnachrichten, sondern nur die reine URL. Und bei anderen Begriffen erscheint weiter eine Vorschau. Und Business Insider hat es getestet, die US-amerikanische Version, die sich nur Insider nennt. Und hat Tweets genommen, in denen sie zum Beispiel geschrieben haben: das hier ist ein Test-Tweet, in dem das Wort schwul vorkommt. Und das haben sie mit verschiedenen Begriffen dann eben gemacht. Und in den Tweets, die die Begriffe enthielten: trans, transgender, schwul, lesbisch, queer, bisexuell. Intersexuell sind tatsächlich die Nachrichten nur als URL-Link erschienen und nicht in einem Vorschauformat. Und die einzige Ausnahme war das Wort Bisexualität. Das dann als Tweet-Vorschau angezeigt wurde. Und in dem Rahmen hat Insider dann das noch so ein bisschen erweitert, hat einen Tweet noch genommen, der das Wort Waffen enthielt, einen, der das Wort Drogen enthielt. Waffen erschienen als URL, ähnlich wie die Begriffe zu Geschlechtsidentitäten und zur sexuellen Orientierung. Und Drogen wurde als Vorschau-Nachricht angezeigt. Twitter hat wie immer nicht darauf reagiert, auch nicht bestätigt oder dementiert, ob dieser Fehler absichtlich existiert. Aber Elon Musk hat sich selbst ja schon einmal, sagen wir mal, kontrovers geäußert, was Transgender-Themen angeht. 2020 hat er getwittert: Pronomen sind scheiße, später auch wieder gelöscht. Und in diesem Kontext wird diese Frage jetzt natürlich gesehen.

14:03 Dennis Horn

Ja, also ich bin leider nicht überrascht. Das ist eine Geschichte, die wir ja von TikTok auch schon so ähnlich erlebt haben. dass dort Kommentare schlechter oder weniger stark angezeigt werden, wenn sie ähnliche Begriffe beinhalten. Ich glaube, wir sehen hier gerade den ersten Schritt der ultimativen Automatisierung von Moderation. dass die am Ende dazu führt, dass jeder Begriff, der sogar nur im entferntesten irgendwie als familienunfreundlich verstanden werden könnte, dazu führt, dass nichts mehr durchkommt. Und das ist, ähm, also das kann nur schlechte Folgen haben.

14:41 Gavin Karlmeier

Das kann nicht gut sein. Und interessant wird es halt, um da mal so einen Schritt von Zurückzumachen und so sich das ganze Bild anzuschauen. Interessant wird es halt, wenn diese Moderation, diese automatisierte Moderation eine Einfachheit hat Wie der Empfehlungsalgorithmus. Also, und da meine ich jetzt interessant durchaus ironisch. Also So funktioniert es natürlich nicht. Wenn man automatisch moderieren lassen möchte, dann müssen die Systeme, die diese Texte untersuchen, wesentlich ausgefeilter sein. Klammer auf. Man siehe, was ChatGPT heute zum Beispiel leistet, Klammer zu. Aber die Einfachheit der Systeme, die wir jetzt bei Twitter sehen, zum Beispiel im Algorithmus, die kommt damit natürlich nicht klar, denn dann sind wir aus der Auf dem Level von Sperrbegriffen, ja, die so nicht in Ordnung sind, die werden auf eine Liste gesetzt, das wird rausgenommen und der Kontext wird nicht betrachtet. Und das ist natürlich äußerst schwierig, wobei man dann gleichzeitig weitergehen kann. fragen kann, wenn Begriffe wie Transgender, Schwul, Lesbisch, Queer, was für ein Kontext soll denn da nicht in Ordnung sein? Also das Schwierig.

15:54 Dennis Horn

Ja, man macht es sich da einfach extrem einfach, indem man eben mit solchen Sperrbegriffen arbeitet. Und das zeigt so ein bisschen ehrlicherweise die Eindimensionalität, mit der Elon Musk glaubt, diese Plattform hier Verstehen zu können. Also, wir haben ja schon mal darüber gesprochen, dass auch Werbung anders angezeigt werden soll, eben nicht mehr auf Grundlage von tatsächlichen Interessen, sondern beispielsweise nach Suchbegriffen. Das ist ja genau der Schritt weg von einer klugen, algorithmischen Verstehensmechanik, wie man begreifen kann, was Menschen eigentlich tatsächlich bewogen hat, einen Tweet zu schreiben, zu liken, zu suchen. Sondern wirklich sich nur noch auf die reine Textebene zu bewegen und zu sagen: Wenn du das Wort Krieg suchst, dann interessierst du dich vielleicht auch für Werbung von Rheinmetall. Und das macht es natürlich sehr, sehr primitiv. Wie das System dann am Ende ankommt bei uns.

16:46 Gavin Karlmeier

Am Ende muss man gleichzeitig noch sagen, wir wissen nicht, ob das hier gewollt ist. Also theoretisch besteht noch die Möglichkeit, dass das im Rahmen dieser ganzen Synchronisations- und Code-Probleme und Vorschauprobleme Auch stattfindet, die wir in den vergangenen Wochen erlebt haben. Wir haben ja selbst gemerkt, wir schicken uns hier immer die Twitter-Links per iMessage hin und her. Und da wurde auch jetzt eine ganze Weile lang keine Vorschau angezeigt. Also Ist das vielleicht auch das Problem, wir wissen es nicht, ganz einfach, weil sich Twitter nicht äußert und nicht äußern kann, weil es ist ja niemand da, der sich äußern kann.

17:25 Dennis Horn

Ja, es stimmt natürlich. Aber solche, also bei anderen Plattformen würde man ja auch so Thesen aufstellen können, wie zum Beispiel, liegt das womöglich daran, dass solche Begriffe häufiger Opfer von so Meldekaskaden werden, wo einfach viele, viele Leute Tweets melden, in denen solche Begriffe eben auftauchen, weil sie zum Beispiel sich transfeindlich im Internet bewegen. Ich würde bei Twitter aber tatsächlich inzwischen fast immer zur naheliegendsten Erklärung übergehen. Und das ist eine traurige Veränderung, aber eine Veränderung, die ich so für mich gut vereinbaren kann.

18:02 Gavin Karlmeier

Als letzten Punkt haben wir noch die deutsche Justiz. Und wir haben uns schon öfter gefragt, was passiert da jetzt möglicherweise? Und Marco Buschmann, der Bundesjustizminister, twittert: Das Bundesamt für Justiz hat ein Bußgeldverfahren gegen Twitter eingeleitet. Dem Amt liegen hinreichend Anhaltspunkte dafür vor, dass Twitter gegen die gesetzliche Pflicht zum Umgang mit Beschwerden über rechtswidrige Inhalte verstoßen hat. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Plattformen dürfen es nicht einfach hinnehmen, wenn ihre Dienste zur Verbreitung strafbarer Inhalte missbraucht werden.

18:41 Dennis Horn

Ja, das ist ein Ding, ne? Also wir haben öfter schon davon gesprochen, dass es offenbar Deals gibt, die Twitter von gewissen Verpflichtungen ausnehmen. dass jetzt hier ein Bußgeldverfahren eingeleitet wird, das ist ja, klingt erstmal, ist eine sehr formelle Bezeichnung von es ist soweit Twitter jetzt es reicht, das maßesvoll. Und das war Zeit, dass das passiert. Da sind wir uns alle einig. Also, wenn du einen Tweet meldest, passiert erstmal lange gar nichts, dann vermutlich immer noch nichts. Und das scheint hier auch im Bundesamt für Justiz endlich angekommen zu sein.

19:19 Gavin Karlmeier

Exakt, so ist das. Und darauf warten wir, neben dem Blick auf, wie werden hier Inhalte freigegeben, moderiert, durch den Algorithmus geleitet, bevorzugt oder nicht bevorzugt. Das ist dann ein Verfahren, das eher bei den Landesmedienanstalten liegt und bei der Medienaufsicht. Gespannt sind wir So, und das war's für heute, nicht wahr?

19:40 Dennis Horn

Das war's schon für heute.

19:41 Gavin Karlmeier

Bis morgen. Ich glaube, der Hund ist morgen weg übrigens.

19:44 Speaker 4

Bis morgen.