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Folge 62 · 16. Februar 2023 · 14 Min.

Abmahnung vom Reichweitenkartellamt

mit Dennis Horn

Neues vom Chef, der seine Azubi verpflichtet, ihn beim Umzug zu helfen. Elon Musk hat ganz offenbar Entwickler aus dem Feierabend geholt, um mehr Reichweite als der US-Präsident zu erhalten. Dafür haben wir jetzt eine Deadline für die Suche nach einem neuen CEO und wissen auch, dass Cardi B keine Lust mehr auf Twitter Blue hat.

Transkript

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00:01 Intro

Haken dran, das Social Media Update der CT.

00:06 Gavin Karlmeier

Grüß dich, Gevin. Hallo Dennis. Na? Na, wo treibst du dich heute rum? Heute auf der B 59, Richtung Ehrenfeld.

00:14 Dennis Horn

Das ist schön. verkaufen jetzt auch so eine Haken dran Scratch Map und dann kann man wegkratzen, wo wir schon alles aufgenommen haben und irgendwann ist die Karte komplett weggescrubbelt und dann ergibt es einen Twitter-Vogel.

00:24 Gavin Karlmeier

Dann ergibt das einen Twittervogel, wie schön. Wusstest du, viele wissen nicht, dass der Twittervogel Larry heißt. Wegen Larry Bird? Das weiß ich nicht genau, aber bestimmt.

00:35 Dennis Horn

Wahrscheinlich nicht. Larry Bird ist ein ehemaliger Basketballspieler. Ich glaube nicht, dass er deswegen so heißt. Why not? Vielleicht auch doch. Ja, eben. Tja, das war es auch für heute. Danke, dass ich hier bin.

00:51 Gavin Karlmeier

Nee, aber muss man so sagen, viel länger wird es heute trotzdem nicht. Das ist so, ne?

00:54 Dennis Horn

Aber wir haben eine Meldung, die habt ihr, wenn ihr im Netz unterwegs wart, am gestrigen Mittwoch. Ihr seid nicht umhergekommen, die mitzubekommen, aber das macht es nicht weniger schön. Also, wir haben ja darüber gesprochen, dass der Algorithmus. . dazu umgemodet wurde, dass man vor allem Tweets von Elon Musk angezeigt bekommen hat, diesen um Algorithm, wie Elon Musk ihn nennt Und wir sind davon ausgegangen, dass das ein Fehler war, dass da irgendwo irgendein Schalter falsch umgelegt war, dass wir nur noch Elon Musk-Tweets angezeigt bekommen haben. Und ganz offenbar war das nicht, also nicht unbedingt nur ein Fehler.

01:29 Gavin Karlmeier

Ja, und zwar haben eine gewisse Menge von Leuten, da kommen wir gleich noch drauf zurück, bei Twitter, Entwicklerinnen und Entwickler, haben dafür gesorgt, dass Elon Musk Die höchstmögliche Reichweite erhält. So, dafür gibt es so einen Wert. Also da kann man im System den Wert der Verstärkung anlegen, den ein bestimmter Account im Algorithmus erhält. Und den haben die einfach bei Elon Musk pauschal bei dessen Profil pauschal auf 1000 gelegt Also es gibt, ich weiß gar nicht, wie das Maß ist, ob das sozusagen heißt, das ist jetzt eine tausendprozentige Verstärkung oder ob das Maß irgendwie ein anderes ist, aber auf jeden Fall sagen wir kurz, es ist hoch. Und wie viele Leute haben daran gearbeitet?

02:23 Dennis Horn

80. 80 Menschen. Und das war ja, wir wissen das, das war ja rund um den Super Bowl, das war das Wochenende. Und diese ganzen Leute, das war jetzt nicht so, dass die nicht da eh, wir wissen ja, Twitter ist personaldeckenmäßig ein bisschen dünn ausgestattet inzwischen. Und wir wissen, dass es offenbar jetzt nicht so war, dass da Leute gesessen haben, sich gelangweilt haben und gedacht haben, wie kriegen wir unseren Chef glücklich, sondern das war ein bisschen anders. Und zwar. . Ja, erzähl. Ja, okay. Ich erzähle das einfach mal. Und zwar war das wie folgt. Also es ging eine Mail rum von einem Menschen, der Entwickler ist. Und in dieser Mail stand so drin, hey Leute, es ist wichtig, alle Leute, die gerade Entwicklungskapazitäten haben, auch alle Leute im Feierabend, haben diese Push-Nachricht bei Slack bekommen. Wir brauchen euch alle. Wir müssen dafür sorgen, dass also der Chef ist böse, weil seine Tweets weniger Reichweite haben als die von Joe Biden. Das ist kein Scheiß. Also der kam auf Elon Musk ins Büro und hat gesagt, ey Leute, der US-Präsident hat mehr Views als ich. Es kann ja nicht sein, ändert das. Und der Mensch, der diese Nachricht an alle rausgeschickt hat, das war jetzt nicht irgendein Entwickler, der eh Zeit hatte oder irgendwie so ein. Führungsposition hatte. . Nee, der Mensch hat einen bekannten Nachnamen, nämlich der heißt mit Nachnamen Musk. Das ist nämlich der Cousin von Elon Musk und der sitzt im Entwicklerteam von Twitter. Und der wurde quasi vorgeschickt nach dem Motto, hier, kümmere dich doch mal bitte. Kümmere dich doch mal bitte, dass man mich gerade nicht sieht. Hol doch mal alle deine Kollegen und Kolleginnen aus dem Feierabend und aus dem Wochenende. Lieber Cousin, und kümmere dich drum. Und dann kamen diese 80 Leute alle ins Büro und haben sich dafür gekümmert, äh, darum gekümmert, dass die Tweets von Elon Musk wieder oben standen.

04:26 Gavin Karlmeier

Und zwar alle. Dafür ist dann Zeit. Also, wie findest du das? Ich werde natürlich gleich hingehen und das Ganze mal wieder auf den ernsten Boden holen. Diese Geschichte, aber du bist ja der Witzbold von uns beiden. Der Gaukler.

04:44 Dennis Horn

Ja, so habe ich gehört, ne? Ja, ja, das Problem ist, die Leute, die dann aus dem Feierabend kommen, das ist natürlich ein Riesenproblem. Also die kommen, weil die. wissen, ihr Job hängt immer am seidenen Faden und wenn der Chef ein persönliches Anliegen hat und ein emotionales Anliegen vor allem, dann kommen wir besser mal dahin und kümmern uns. Und wenn der Cousin des Chefs schreibt, Du kannst mir sagen, was du willst, egal wie geeignet der für den Job ist, der hängt mit an diesem Machtapparat und dieser Angst. die das ausstrahlt. Das ist, also hier wird, das ist so ein bisschen so, wie wenn der Chef von einem Unternehmen, die quasi Fenster bauen, seine Azubis am Wochenende beim Umzug helfen lässt. Ungefähr so ist es. Weil das ist ein persönliches Interesse des Chefs, das ist ja nicht wirklich im Interesse der Plattform. Und das ist eigentlich das Machtausnutzung am Ende. Also nicht nur auf zwischenmenschlicher Ebene, sondern natürlich auch auf Plattformene, weil die Manipulation von Reichweiten, das ist eigentlich, wäre das ein Fall fürs Kartell an, würde ich mal sagen. Aber wir sind ja nicht in der EU.

05:50 Gavin Karlmeier

Ja, fürs US-Reichweitenkartellamt. Genau. So, also ich denke darüber auf der Plattformene nach. Und jetzt mal Sog, also er kommt da rein und lässt die Twitter-Files veröffentlichen, mit denen er argumentiert zu zeigen wie Twitter unter der alten Führung zensiert habe. Über diesen Begriff der Zensur haben wir ja schon oft gesprochen, aber eben Inhalte willkürlich eingeschränkt habe. So. Und jetzt geht er hin, Oder sein Cousin und lässt die eigenen Reichweiten um den oder um diesen Wert tausend verstärken. Im Algorithmus. So. In dem Moment, in dem er das macht, in dem dieser eine Account dasteht, ist das jetzt eine zu steile These zu sagen, senkt er ja willkürlich die Reichweiten aller anderen?

06:52 Dennis Horn

Das stimmt, das ist aber, glaube ich, nicht sein primäres Ziel.

06:55 Gavin Karlmeier

Nein, natürlich ist es nicht sein Ziel, aber er macht das. Ja, das passt. Und natürlich geht er hier auch jetzt nicht gezielt einzelne Accounts an, aber er ist angetreten. Mit dem Motto Gleiches Recht für alle so und hier werden nicht mehr einzelne in irgendeiner Form angegangen oder willkürlich behandelt, sagen wir mal. Das ist ja das, was sich durch seine gesamte Kommunikation vermittelt hat. Und weil Sein Ego, damit jetzt nicht klarkommt, macht er genau das Total, 100%.

07:30 Dennis Horn

Vor allem, weil ja die Geschichte ja damit anfing, dass er mich nicht gesehen wird. Also man könnte ja verstehen, wenn ihr sagt, ich bin CEO hier, ich habe eine unglaubliche Reichweite und meine Tweets haben keine Reichweite. Irgendwas stimmt da nicht. Das ist ja nicht der Ursprung, das ist vielleicht sein Narrativ, aber der Ursprung ist hier ja wirklich ein Ego-Problem. Der Präsident hat mehr Views als ich, ändert das. Und dann wird es tatsächlich problematisch, pathologisch nicht überraschend, weil dieses, hey, alle sind gleich bis zum Moment, wo ich ein bisschen weniger gleich sein muss oder genauso gleich sein muss. Also das passt natürlich in das Bild eines Multimilliardärs, in seinem Verhalten. Aber von dem ursprünglichen Ziel ist ja nichts mehr übrig. Und das steht auch in diesem Text bei Platformer, die haben diese Geschichte recherchiert. Und der letzte Satz in diesem Text ist von einem namentlich nicht genannten Entwickler, der sagt, ich glaube, wir sind weit über den Punkt hinaus zu glauben, dass er, also Elon Musk, tatsächlich möchte, was für jeden hier am besten ist. Richtig. Und das ist doch eine so bittere Erkenntnis, wenn du weißt, okay, hier geht es nicht mehr darum, dass wir hier alle eine gute Zeit haben. Wenn du das erkennen musst für deinen Chef, dann ist das Ding vom Team Spirit her eh am Arsch. Wahnsinn. Wirklich Wahnsinn. Der hat übrigens auch, das finde ich ganz gut, das passt auch, er hat gesprochen, Elon Musk, und zwar auf dem World Government Summit. Und ich bin mir nicht ganz sicher, ob das Vorhaben, die Plattform Twitter weiter weg von den Regierungen zu bringen. ob das damit be ob das damit anfängt, wenn man von vornherein sich auf einen auf einen Vortrag einladen lässt, der World Government Summit heißt. Da saßen so Leute wie zum Beispiel Barack Obama war dabei. Das fand statt in Dubai und da hat er geredet. Das meiste, was er da erzählt hat, ist für uns alles nichts Neues, warum er Twitter gekauft hat, weil er das Gefühl hatte, da geraten Dinge aus dem Gleichgewicht oder so Aber spannend ist eine Sache, die er da gesagt hat, nämlich dass die CEO-Suche weitergeht und er vorhat bis zum Ende des Jahres. Ein CEO für Twitter gefunden zu haben.

09:46 Gavin Karlmeier

Ja. Wir glauben es natürlich erst, wenn es wirklich passiert. Grundsätzlich finde ich es dazu zu sagen, es ist interessant, da jetzt mal eine Deadline für zu haben. So, und ich meine, das sind jetzt noch zehn Monate, bis es dann irgendwie auch bekannt werden müsste. Ich bin hyper gespannt. Weil bis dahin müsste er ja sozusagen auch all das, was er gerade macht, entweder zu einem gewissen Abschluss gebracht haben. Um eine Übergabe zu gewährleisten? Oder er übergibt Twitter einfach mit einem kompletten Chaos an neuen CEO. Und ich kann mir alles vorstellen, ist das Schlimme.

10:28 Dennis Horn

Ich kann mir das auch vorstellen. Ich bin aber überrascht, dass es noch so lange dauert. Nicht, weil ich denke. Findest du das lange? Okay. Ja, und zwar aus einem Grund. Meine These, eine der Thesen, die ich hatte, war ja, dass der CEO so ein bisschen auch als Sündenbock herhalten muss. Also als jemand, der so, der jetzt das Chaos abbekommt und dann fängt es erst an, wirklich problematisch und schwierig zu werden. Und dann gibt es ein Schuldigen. Und das ist ja offenbar nicht der Fall, sondern es ist ja tatsächlich so, dass er vorhat, Twitter zumindest auf finanziell sichere Beine zu stellen, um es dann in andere Hände zu übergeben.

11:01 Gavin Karlmeier

Ja, das ist ein Argument. Ich würde mal sagen, ohne dieses Argument finde ich ein Ja eigentlich dann doch konkret knackig. Wenn man mal in so Prozessen denkt, die in solchen Organisationen, wie schnell das geht oder nicht. Ja, okay. Guter Punkt.

11:18 Dennis Horn

Und ich bin immer noch in erwartungsvoller Freude. was für ein Mensch das wird, wo der herkommt, ob das ein Mensch ist, der eher politisch vorbelastet ist, ob das ein Mensch ist, der aus den Twitter reinkommt oder ob das jemand ist, den er bei Twitter, bei Tesla oder SpaceX sowieso schon groß gezogen und auf Spur gebracht hat, sozusagen. Das kann ich gerade alles nicht einschätzen. Wir haben ja Ende letzten Jahres mal so rumgescherzt, hey, vielleicht wird Sebastian kurz. Auch der ist noch nicht vom Tisch, würde ich behaupten.

11:49 Gavin Karlmeier

Dann haben wir über Peter Thiel nachgedacht, über solche Figuren. Da waren ein paar Namen, die ja also diese Suche kann echt noch ein bisschen interessant werden.

12:01 Dennis Horn

Ich glaube auch. Was auch spannend ist, mashable. com haben eine Recherche, die an einem Punkt leider hinkt, das muss man direkt dazu sagen. Und zwar geht es darum, dass Twitter Blue offenbar weniger Subscriber, also AbonnentInnen hat, als angenommen. Und die Headline, die hinkt ein bisschen, weil sie nicht genau mit Zahlen um die Ecke kommen, sondern sie sagen, wir haben aber eine andere Zahl und zwar wie viele Leute inzwischen nicht mehr bei Twitter Blue abonniert sind. Und sie sprechen hier von 26. 319 Nutzer, die sich entweder unsubscribed haben oder vom bezahlten Twitter Blue Plan entfernt worden wurden. Und da sind so Leute bei wie KDB Da sind Leute bei wie Anthony Scaramucci, der war der Sprecher des Weißen Hauses, oder ein NBC-Host. Und da haben wir ja auch schon drüber gesprochen, diese, diese, das Interesse. vor allem sich so mit einer neuen Sache mal zu beschäftigen, das mal testweise abzuschließen und dann wegzugehen. Ähm Und das scheint ja tatsächlich hier der Fall zu sein, dass Leute das mal getestet haben und verschwinden. Und das Stütter Blue-Modell in seiner Niedrigpreisigkeit von nur 8 Dollar im Monat funktioniert nur, wenn das viele Leute konsistent machen.

13:19 Gavin Karlmeier

Das ist auf Masse angelegt, absolut.

13:21 Dennis Horn

Ja, und so funktioniert es nicht. Vor allem, weil diese Zahl 26. 319 NutzerInnen. Das war letzte Woche nur. Also nur innerhalb der letzten Woche haben sich 26. 319 Leute abgemeldet. Das heißt, tatsächlich wissen wir nicht, wie viele Leute AbonnentInnen sind, aber diese. Diese erzählten 290. 000, die wir vor ein paar Wochen hier hatten, das ist wahrscheinlich eine Gesamtzahl der Leute, die irgendwann mal gekommen sind, aber vielleicht auch schon wieder weg.

13:46 Gavin Karlmeier

Ja, vielleicht gibt es da die Hoffnung, so wie wir es erzählt haben, dass dieser technische Trick funktioniert. Einmal kurz anmelden und blauen Haken trotzdem behalten.

13:55 Dennis Horn

Wir werden es sehen. Liebe Grüße an Sebastian an der Stelle, der das auf Twitter erzählt hatte. Ja, ist so. Und damit sind wir auch schon durch für heute. Das ist völlig okay für mich.

14:07 Speaker 4

Für mich auch. Bis morgen, Dennis. Bis morgen. Bis morgen.