Die EU prüft, wie groß der Einfluss auf eine mögliche Wahlmanipulation in Rumänien war – TikTok dagegen rudert gegen sein drohendes Verbot in den USA. UND: Wir reden mal eine ganze Folge nicht wirklich über Elon Musk. Auch mal schön.
Transkript
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00:01 Intro
Haken dran, das Social Media Update der CT.
00:06 Gavin Karlmeier
Hallo Thorsten. Hi Gavin. Heute ist bei mir Thorsten Beek. Du freust dich wahrscheinlich schon jetzt gerade, was ich sehe. Deswegen, ich mache es heute mal seriös. Thorsten Beek ist Chefredakteur der CT, Mitglied der Chefredaktion bei Heisemedien und Chefredakteur Haken dran.
00:23 Torsten Beeck
Es ist jedes Mal anders, sonst wird immer besser. Ja, vielen Dank. Siehst du die Stimmung? Chefredakteur, Schafredakteur, Chefredakteur, Schafredakteur. Chefredakteur Haken dran. Chefdexter Haken dran. Ja, Chefredakteur Haken dran ist aber tatsächlich auch meine Lieblingsrolle. Stimmt vor allen Dingen auch nur so halb. Ja, die Stimmung ist ganz gut. Wir liegen so in den letzten Zügen. Sehen schon so ein bisschen die Feiertage auf uns zukommen.
00:49 Gavin Karlmeier
Wo hast du die Vertrauensfrage Live-Ticker-Berichterstattung verfolgt gestern? Vorgestern.
00:56 Torsten Beeck
Ja, tatsächlich so halb irgendwie auf Social Media Kanälen. Ich glaube auf Blue Sky. Ich musste tatsächlich arbeiten. Und das Ergebnis der Veranstaltung war ja vergleichsweise vorhersehbar.
01:09 Gavin Karlmeier
Also ich war jetzt nicht ganz doll aufgeregt. Ich weiß, das sind jetzt kein Medienwatch-Podcast, aber die ganzen Push-Nachrichten, in der gesagt wurde Scholz verliert Vertrauensvotum, hat mich doch sehr wütend gemacht, weil das zwar faktisch richtig ist, aber auch Teil des Plans, ne? Ja.
01:23 Torsten Beeck
Warum frankt man das so? Ist tatsächlich vielleicht nicht gut in der Kürze, weil es nicht so klar ist für den geneigten Leser. Ja, ich weiß auch nicht. Also setzt es um oder setzt Plan um, ist im Zweifelsfall da die wahrscheinlich die bessere Formulierung auch. Oder wie geplant einfach unterschreiben. Oder wie geplant, genau. Ja, das ist die Verkürzung halt von Eilmeldungen. Das ist ja schon irgendwie, auf der einen Seite ist das schon so ein historischer Moment, weil Kanzler gar nicht so oft die Vertrauensfrage stellen. Ich glaube, irgendwie davor, das letzte Mal vor 20 Jahren oder so, Schröder.
02:00 Gavin Karlmeier
Entschuldigung, seit 1908. . Ich weiß auch nicht, oh Gott, da will ich mich jetzt nicht auf dem Fenster.
02:04 Torsten Beeck
Ja, ist auch egal. Auf jeden Fall kommt das gar nicht so. Na ja gut, kommt ja ungefähr hin. Insofern kann ich schon verstehen, dass da auch eine große Aufmerksamkeit drauf ist. Aber, und ich lasse das auch gerade noch so als Eilmeldung durchgehen. Ich habe aber auch in den letzten Tagen auch sowieso so viele Sachen geeilt gesehen, wo ich immer dachte, so, aber das ist doch. Das ist doch alles so wie geplant. Das habe ich doch gestern schon in der Tagesvorschau quasi gelesen. Dass das morgen passiert, das muss meinetwegen auch gar nicht geeilt werden.
02:33 Gavin Karlmeier
Was mich aber fasziniert hat im Spiegelticker, gab es eine Meldung, ich hatte so das Gefühl, da muss man irgendwie gerade mal Strecke machen, weil da stand drin, so als kleiner Exkurs wie Parlamentarier abschweifen. Wer die Zeiten im Plenarsaal von Bonn noch erinnert, hat die Bilder von mitunter intensiv eine aufgeblätterte Zeitung lesen der Abgeordneten vor Augen. Das ist längst und lange vorbei Geschichte. Heute gibt es unter anderem die viel praktischeren iPhones. Das sind aber auch so ein bisschen die älteren erinnern sich. Ja, wirklich.
03:03 Torsten Beeck
Ja. Gut, dass es jetzt auch die viel praktischeren iPhones. Da muss man nicht mehr demonstrativ wenn der politische Gegner spricht, Zeitung lesen. Genau.
03:15 Gavin Karlmeier
Naja, warum ich damit eingestiegen bin, ist, weil kurz bevor wir diese Aufnahme hier gestartet haben. Kam auch eine Eilmeldung, die die meisten Medien natürlich nicht gepusht haben, weil sie ein bisschen nisig ist, aber es ist eigentlich ein Haken dran-Breaking-Wert. Und zwar hat die EU nun eine Untersuchung von TikTok angekündigt, nicht die erste. Aber die Europäische Kommission schaut jetzt ganz genau hin, wie das eigentlich mit der annullierten Präsidentenwahl in Rumänien läuft. Es steht ja im Verdacht, dass TikTok und möglicherweise sogar russische Einflüsse über TikTok. . versucht haben, diese Wahl zu manipulieren oder sich in diese Wahl einzumischen. Und genau das wird jetzt sehr konkret geprüft und dabei wird eben auch geprüft, ob TikToks Empfehlungssysteme, also die Algorithmen, möglicherweise geholfen haben, hier eine Verzerrung der Wahl herbeizuführen. Und es wird eben auch geprüft, wie TikTok generell mit politischer Werbung und bezahlten politischen Inhalten umgehen möchte.
04:06 Torsten Beeck
Das ist doch eine gute Nachricht.
04:08 Gavin Karlmeier
Ja, sofern es denn dann tatsächlich zu Geldbußen kommt. Also das wird alles im Rahmen des DSA natürlich überprüft. Digital Services Act, Regulierungspaket, die Leute, die schon mal Haken angehört haben, haben das schon ein paar Mal erklärt bekommen von mir. Tatsächlich könnte die Kommission damit bis zu 6% des gesamten weltweiten Jahresumsatzes. von TikTok als Strafe erheben. . Dass das so kommt, wäre bislang ein Novum. Solche Dinge wurden bislang noch nicht erhoben, aber eine konkret, also ein Einfluss auf eine Wahl, was am Ende zu einer tatsächlichen Annullierung dieser Wahl geführt hat, das wäre ehrlicherweise einer der Anlässe, wo man solche Strafen dann auch mehr erheben könnte, sollte das denn so festgestellt werden.
04:47 Torsten Beeck
Ja, es sind ja auch nicht nur die Strafen, die im Raum stehen. Das löst ja erstmal aus, dass die Unternehmen unter Druck geraten und sich auch tatsächlich damit beschäftigen müssen. Also gehen wir mal davon aus, dass TikTok das nicht bewusst getan hat, sondern dass unfreundliche Akteure die Plattform und die Mechaniken der Plattform genutzt haben. um Propaganda zu verbreiten zum Beispiel, ohne dass TikTok da jetzt was für getan hat. Aber das heißt ja dann erstmal, wenn solche Untersuchungen dann auf den Plattformen stattfinden, Dass die Plattformen dann überhaupt erstmal Systeme entwickeln müssen, um das selbst zu erkennen in Zukunft. Und diesen Druck zu haben, dass das am Ende auch tatsächlich Geld kosten könnte und dass wir Die wollen ja auch nicht in der Aufmerksamkeit stehen. Die haben ja überhaupt keine Lust, unter solchen Prämissen und mit solchen Schlagzeilen in den Medien stattzufinden und irgendwelche EU-Forschungsaufträge irgendwie zu bekommen. Und Seitenweise irgendwelche Daten liefern zu müssen, beziehungsweise terabyteweise die wollen ja erstmal ihre Ruhe haben und Geld verdienen Sag ich jetzt mal einfach ganz banal. Und insofern löst das dann eben auch schon bei den Plattformen aus. Wir müssen uns damit beschäftigen. Das hat man ja zum Beispiel auch gesehen, als das ganze Thema Fake News und Hate Speech virulenter wurde und beispielsweise Facebook doch ganz stark investiert hat in das ganze Thema Fact-Checking und in allen möglichen Ländern Fact-Checker dafür bezahlt hat. Sich darum zu kümmern im Namen der Plattform. Das wäre vermutlich auch nicht passiert, wenn das nicht so ein großes Thema geworden wäre.
06:23 Gavin Karlmeier
Insofern gute Sache. TikTok selber weiß die Vorwürfe aber von sich. Und sagt, ich zitiere hier T online, wir haben die Integrität unserer Plattform bei über 150 Wahlen auf der ganzen Welt geschützt. Wir akzeptieren keine bezahlte politische Werbung. Wir entfernen proaktiv Inhalte, die gegen unsere Richtlinien zu Fehlinformation, Belästigung und Hassreden verstoßen. Das ist, was TikTok selber sagt, aber offenbar ist es wohl tatsächlich der Fall. dass sagt es zumindest der oberste Verteidigungsrat in Rumänien selber, dass Giorgescu, also der pro-russische rechtsradikale Kandidat bei der Präsidentschaftswahl, dass der von TikTok nie als Politiker identifiziert wurde und damit seine Inhalte entsprechend auch nicht stärker überprüft wurden oder eben seine Authentizität dort.
07:06 Torsten Beeck
Ja, also ich glaube, die Aussage von TikTok, die kann man einfach glauben. Und trotzdem kann es halt richtig sein, dass die Mechaniken der Plattform, so wie sie gebaut sind, ausgenutzt worden sind. Das war ja schon immer so. Das ist ja auch nicht, das machen ja auch Social Media Manager, die gucken halt, wie was funktioniert auf der Plattform und wie kann ich diese Mechaniken nutzen, um Sichtbarkeit für meine Inhalte zu bekommen. Und das kann man natürlich auch ausnutzen und das wird natürlich auch ausgenutzt für Propagandazwecke und all das, was man vielleicht da nicht auf der Plattform haben will. Und diese Aussage von TikTok, so wir haben die wir schützen die Integrität, das ist natürlich erstmal so eine sehr allgemeine Aussage. Die war, also würde mich halt schon mal interessieren, wie viel rumänisch sprechende Mitarbeiter dann zum Beispiel sich um die Plattform und die Integrität der Plattformen dann wohl in diesem Land kümmern. Ich würde jetzt einfach mal annehmen, das sind jetzt gar nicht so viele. Da wird viel Automatisierung laufen, da wird viel KI-Erkennung laufen und vieles davon funktioniert vielleicht auch, aber möglicherweise gar nicht so gut, wie man denkt.
08:22 Gavin Karlmeier
So ist das, ja. Wir bleiben ein bisschen bei TikTok, denn gleichzeitig reden wir ja auch immer noch über das drohende Verbot in den USA. Da gibt es jetzt auch ein paar Meldungen. Zum einen hat TikTok jetzt den Obersten Gerichtshof, den Supreme Court, aufgefordert. Die Prüfung des Verbotes auf mögliche Sprechverbote anzuwenden, also zu sagen, hey Supreme Court, könnte es nicht sein, dass dieses Verbot ein Verstoß gegen den ersten Verfassungszusatz sein könnte? Und sie fordern, dass die Durchsetzung des Gesetzes untersagt wird, bis alle Rechtsmittel erschöpft sind, also bis zum Beispiel überprüft wurde Dass es nicht Petitionen dagegen gibt oder entsprechende Sachprüfungen noch rechtzeitig eingereicht werden. Das heißt, ganz konkret ist TikTok zum Supreme Court gegangen und hat gesagt, ey. Sagt mal jetzt stopp, damit das Gesetz nicht weiterverfolgt wird, bis wir bei euch durchverhandelt wurden. Sowas ähnliches hatten sie ja eine Instanz darunter schon probiert, das hatte das Gericht dort abgeschrieben. Interessant ist aber, dass TikTok jetzt eben nicht zum Supreme Court geht und erstmal das Gesetz abschaffen möchte, sondern den Supreme Court bittet, das Gesetz aufzuschieben, bis der Supreme Court sich mit dem eigentlichen Fall auseinandergesetzt hat.
09:30 Torsten Beeck
Ja, die werden schon ein paar ganz gute Anwälte sich in die USA geholt haben und überlegen jetzt, wie sie möglichst irgendwie aufschieben, verzögern und ihre Probleme irgendwie vielleicht auch noch lösen können. Ja, finde ich nachvollziehbar, aber wird man halt sehen, was da jetzt wirklich bei rauskommt.
09:49 Gavin Karlmeier
Ja, was Sie wahrscheinlich vor allem wollen, ist den Montag abzuwarten, denn am kommenden Montag, kurz vor Weihnachten trifft sich Chao Chu, das ist der CEO von TikTok, mit Donald Trump. Die beiden werden ein Gespräch haben und hier gibt es eine Aufreihung. Tim Cook, Jeff Bezos, Sunda Pichai, Mark Zuckerberg Elon Musk natürlich, das sind alles Leute, mit denen sich Donald Trump schon getroffen hat. Jetzt eben auch mit dem TikTok-CEO, was natürlich pikant ist, weil wir alle wissen, dass Donald Trump möglicherweise sich irgendwie noch was überlegen könnte, um dieses Gesetz zu kippen, das ja einen Tag vor seiner Amtseinführung in Kraft tritt. Und Donald Trump hat am gestern also am Montag vorgestern bei einer Pressekonferenz in Florida so z
10:34 Torsten Beeck
Das ist ja traumhaft. Das Zitat hatte ich noch nicht gesehen. Ja, ach, der wird im Zweifelsfall alles tun, was ihm auch auf den Plattformen nützt. und wird man halt sehen, ne, also die ich kann das momentan überhaupt nicht einschätzen wie mit diesen Plattformen umgegangen wird und wie so die Haltung von Trump ist, der ja witzigerweise nun auch Betreiber einer solchen Plattform ist.
11:00 Gavin Karlmeier
Also mit seiner Tut Social Und der auch selber schon mal dieses Verbot übrigens versucht hat, voranzutreiben während seiner letzten Amtszeit.
11:08 Torsten Beeck
Genau, also das steht ja schon sehr, sehr lange im Raum. Und ich glaube, da ist momentan irgendwie alles möglich. Und es wird ja munter gespendet auch von den anderen Social Networks oder beziehungsweise zumindest deren Hauptanteilseignern, da werden wir mal sehen, was da jetzt bei rauskommt. Ich glaube, da ist momentan aber alles offen.
11:30 Gavin Karlmeier
Das ist leider so, obwohl, das haben wir hier ja auch in den letzten Folgen, wir schauen ja ja die ganze Zeit sehr engmaschig drauf gerade. Und in der letzten Folge hatte das. Moritz Meyer auch nochmal gesagt, die Gesetzeslage ist eigentlich hieb und stichfest gegen TikTok. . Das Einzige, was diese hieb- und stichfeste Gesetzeslage jetzt eben aushebeln kann, ist jemand, der hieb und stichfeste Gesetze einfach nicht anerkennt. Präsident Trump.
11:50 Torsten Beeck
Genau, der muss es im Zweifelsfall unterschreiben. Der kann es natürlich auch rückgängig machen und irgendwie verhindern, dass das halt durchgesetzt wird. Wie gesetzt ja, also es ist wirklich gerade ganz schwer einzuschätzen, die Das Gesetz als solches liest sich da relativ klar, das stimmt. Aber was mit dem Gesetz wird, was nach dem Amtsantritt von Donald Trump. . Insgesamt passiert in den USA, ich sag mal, also man darf vorsichtig gespannt sein. Ja, das kann man wohl so sagen. Ja, also ich meine, da kann ja wirklich alles passieren gerade. Also momentan finde ich, sieht es ganz schlimm aus. Also wenn man so das Kabinett sich anguckt und so die Die Äußerungen, ähm, also nicht nur seine Äußerungen, sondern alles, was so in seinem Umfeld gerade passiert. Ich finde es alles sehr, sehr beunruhigend. Ich fürchte, die sind einfach einen Tick besser vorbereitet als beim letzten Mal und versuchen deutlich schneller auch irgendwie Traktion in zu bekommen, um Veränderungen anzustoßen, die in ihrem Sinne sind. Ich glaube, da kann man von ausgehen, ja.
12:54 Gavin Karlmeier
Du hast gerade Tech Tech-Menschen genannt, die schon Geld gespendet haben. Dazu gehört ja auch Jeff Bezos, der eine Million Dollar gespendet hat. Jetzt hat Amazon angekündigt, dass sie die Inauguration, also die Amtseinführung von Donald Trump. auch auf Prime Video komplett streamen werden und der Wert dieser Aktion wird ebenfalls auf rund eine Million Dollar geschätzt. Also man stellt sich da ziemlich nah an Donald Trump heran.
13:17 Torsten Beeck
Ja, also wir haben da glaube ich letztes Mal schon von gesprochen. Es ist wirklich so, es ist natürlich total ekelhaft und rückgratlos ohne Ende. Auf der anderen Seite haben die halt alle Angst vor einem um sich schlagenden Donald Trump, der im Zweifelsfall sehr persönlich beleidigt sein kann. Und die denken halt an ihr Business und deshalb spenden Bezos und Zuckerberg und wer da alles so nochmal irgendwie eine Million scheint ja so die das Eintrittslevel irgendwie zu sein.
13:53 Gavin Karlmeier
Schön ist das nicht, aber es ist halt Business. Ja, so ist das. Es gibt ja eine Möglichkeit, dieses TikTok-Verbot noch aufzuhalten, nämlich wenn das verkauft wird an ein amerikanisches Unternehmen. Und es gibt jetzt einen, der ein ganz konkretes Angebot gemacht hat, und zwar Frank McCord. Das ist ein Milliardär, der sein Geld vor allem mit Immobilien verdient hat. Und der hat ein 20 Milliarden Dollar Angebot abgegeben. Er möchte TikTok ohne dessen Algorithmus kaufen und der hat ein Interview der Wiatt gegeben und hat gesagt, er möchte TikTok Zum einen retten, zum anderen möchte er aber sein eigenes Projekt mit dem Namen Liberty Initiative, die Freiheitsinitiative, stärken, indem es darum geht, Lösungen, die Menschen helfen, die Kontrolle über ihr digitales Leben zurückzuerlangen. indem sie Mitspracherecht Wahlmöglichkeiten und einen Anteil an einem besseren Internet wiedererlangen schaffen. Das heißt, Frank McCord möchte offenbar TikTok kaufen, um daraus ein gutes Netzwerk zu machen.
14:47 Torsten Beeck
Ja, also ich glaube, also das klingt ja so ein bisschen so, als würde man sich einfach nur die Namensrechte und die Nutzer der Plattform irgendwie so sichern. Ich glaube, Man unterschätzt dabei, wie schnell die Nutzer auch wieder weg sind. Also, wenn der, in dem Moment, wo ich nicht mehr das Gefühl habe, ich bekomme da die ganze Zeit Inhalte, die mir Spaß machen, und das kann TikTok ja wahnsinnig gut. Das ist ja wirklich das, was TikTok, also wo man, wenn man das erste Mal TikTok irgendwie sich angeguckt hat und gedacht hat, okay, der Algorithmus, in Anführungsstrichen, kennt mich seit drei Minuten und ich kriege die ganze Zeit irgendwie immer mehr Videos, die ich irgendwie unterhaltsam, interessant, lustig finde. Das ist ja schon, das können die ja schon ganz gut. Wenn man jetzt einfach nur sagt, naja, wir nehmen jetzt quasi die Hülle und die Nutzer und schrauben da irgendwas anderes dran, dann sind die halt auch schneller weg, als man, glaube ich, gucken kann. Gut, Musk hat das mit Twitter ja auch gemacht. Ja, nee, nicht ganz. Also, der hat ja schon die ganze Plattform mit allen Inhalten übernommen, hat dann am Algorithmus rumgeschraubt. Und also wenn man das jetzt so richtig sieht und auch so die größeren Untersuchungen sich anguckt, was so Traffic und sowas angeht, hat führt jetzt ja nicht zu großem Wachstum, sagen wir mal so.
16:05 Gavin Karlmeier
Ja, das ist wahr.
16:07 Torsten Beeck
Das ist ja auch, also das ist ja auch ein Phänomen, das wird ja nicht von heute auf morgen passieren. Die meisten werden das vielleicht erstmal gar nicht merken. Das sind ja auch Dinge, die unterschwellig funktionieren.
16:16 Gavin Karlmeier
Also erst weiß ich nicht,
16:18 Torsten Beeck
Erst habe ich jeden Tag eine Stunde irgendwie daran gesessen und Inhalte gefunden, die mich interessiert haben, und irgendwann sind es vielleicht nur noch fünf Minuten und irgendwann nutze ich es halt nicht mehr. Das passiert halt nicht von heute auf morgen, aber das Wird schon irgendwie einen Einfluss darauf haben. Also, das ist schon ein sehr, sehr, sehr gut gemachter Empfehlungsalgorithmus.
16:38 Gavin Karlmeier
Apropos Einfluss. Sollte TikTok in den USA verboten werden, wir haben mir letztes Mal fälschlicherweise behauptet, würde das nur dazu führen, dass die App nicht mehr in den App-Stores ist und das durch so langsam ausklässern würde. Es gibt noch einen anderen Effekt und zwar dürfte TikTok nicht mehr mit Oracle zusammenarbeiten. Oracle ist allerdings das Unternehmen, das die Server für TikTok zur Verfügung stellt. Ähm, also Oracle hat selber in seinem Jahresbericht auch geschrieben, dass ein mögliches US-Verbot das Geschäft von Oracle nachhaltig negativ beeinflussen würde. Es wird geschätzt, dass so zwischen 480 und 800 Millionen Dollar an Geld von TikTok zu Oracle geht. Das heißt, man könnte wohl auch überlegen, dass Oracle da tatsächlich ein großes Problem mit hätte, wenn TikTok nicht mehr nutzbar ist. Und es würde eben bedeuten. Dass du von jetzt auf gleich TikTok nicht mehr nutzen könntest, weil es eben keinen Zugriff mehr auf die Daten gibt.
17:26 Torsten Beeck
Ja, aber also ja, verstehe ich. Ich würde vermuten, in meiner Naivität, dass TikTok da einen Plan B hat. und Serverkapazitäten sind heutzutage ja vergleichsweise einfach anschaffbar. Und ich glaube, Oracle hat irgendwie so einen Jahresumsatz. der so irgendwo so im 50 Milliarden Bereich liegt, da tut denen das schon weh, so einen großen Kunden zu verlieren. Aber es ist jetzt auch nicht so, dass die morgen pleite sind deswegen. Ja, das ist. Und man sieht es ja so ein bisschen an den, zum Beispiel an Huawei, die keinen Zugang mehr zu der Android-Plattform haben. Das hat dazu geführt, dass die in bestimmten Ländern einfach keine attraktiven Produkte in dem Bereich mehr haben, aber gleichzeitig auch dazu geführt, dass die ein eigenes Betriebssystem entwickelt haben. Und dann eben eigene Infrastrukturen aufgebaut haben, was denen jetzt wiederum im Heimatmarkt in China wahnsinnig hilft. Ich bin bei diesen ganzen Sachen immer so ein bisschen skeptisch, ob man sich wirklich sich damit einen Gefallen tut. Also ich sag mal, Mann im Sinne von die Amerikaner, die versuchen irgendwie sich abzuschirmen gegenüber anderen Märkten, aber gleichzeitig natürlich auch gerade in China so eine Bewegung in Gang setzen, wo man sagt, naja gut, wir können gar nicht mehr uns darauf verlassen, dass wir bestimmte Dienste, bestimmte Services, die weltweit, keine Ahnung, sowas wie SAP. nutzen sehr, sehr viele Unternehmen. Wir können uns nicht darauf verlassen, da Zugriff drauf zu haben, weil wir werden gegebenenfalls durch irgendwelche Sanktionen von sowas abgeschnitten. Also müssen wir es selber entwickeln. Was dann zu so einer gewissen Verlangsamung führt, aber was dann eben auch dazu führt, dass gegebenenfalls dann Konkurrenzprodukte auf den Markt kommen, die auch ganz gut sind.
19:15 Gavin Karlmeier
Ja, also sofern das jetzt nicht aus, ach ich will den Satz gar nicht zu Ende bringen. Das wird zu hermisch. Du hast natürlich recht. Also man befördert damit eigentlich nur eine Unabhängigkeit von den amerikanischen Unternehmen. die eigentlich ja eher profitieren sollten von so einem möglichen Verbot. Ja. Ja. Und noch eine letzte Meldung zum Thema TikTok, was da hat jemand zu geschrieben, das spricht Bände. Threads, glaube ich, gepostet. Und zwar kannst du jetzt bei TikTok in den USA ohne Ankündigung, also es gibt keine Benachrichung darüber, aber du kannst alle Inhalte, die dort veröffentlicht wurden, nun ohne Wasserzeichen herunterladen. Ähm, das heißt, TikTok bereitet sich schon so ein bisschen darauf vor, dass die Leute, die dort Inhalte veröffentlicht haben, zu verlieren und die jetzt aber nicht sozusagen als Gegner irgendwie nochmal einen mitzugeben und zu sagen, hier aber dafür ist es schön geb. gebrandet und alles, sondern nach dem Motto, hier ladet euch alles runter, ihr werdet es brauchen.
20:08 Torsten Beeck
Ja, wenn das der Gedanke ist Den Gedanken kennen wir nicht. Naja, könnte man denken, vielleicht haben sie es, also das war ja, dieses TikTok-Wasserzeichen war ja was, womit sie vor allen Dingen die Instagram wahnsinnig genervt haben. Und also das war wahrscheinlich auch eine sehr, sehr smarte Kampagne, das eigene Markenlogo sehr, sehr oft auf anderen Plattformen.
20:33 Gavin Karlmeier
ausgespielt zu bekommen und zwar kostenlos dazu.
20:37 Torsten Beeck
Vielleicht brauchen sie es so einfach nicht mehr.
20:39 Gavin Karlmeier
Ja, könnte sein. Und dann muss ich mit dir ein bisschen über Blue Sky sprechen. Und zwar gibt es zum einen eine Analyse von Leon Kassens. Das ist ein Wissenschaftler und Forscher, der schaut sich so Datenwissenschaft an, das ist sein Job, maschinelles Lernen. Und der hat eine Analyse veröffentlicht. Die Mimikama auch aufgegriffen hat, in der es darum geht, dass Blue Sky offenbar im deutschsprachigen Raum ein ernsthaftes Botproblem bekommt, wie sie schreiben. Sie haben eine Analyse, in der Sie extrem viele Accounts gesehen haben, die so Namen haben wie Anna Wagner, Julian Schneider, Felix Schneider, Leonard Fischer Leonie Schuster und die haben alle so Bios, die alle gleich aufgebaut sind. Also da ist dann immer erst ein Emoji, das zu dem passt, was dahinter steht. Also zum Beispiel eine Palette und daneben steht kreativ Kopf Dann hast du eine Pipe, also so einen, wie sagt man, einen senkrechten Strich von oben nach unten, dann hast du ein Mikrofon und dann eben steht ein Musikproduzent, Pipe, ein Globus, Weltenbummler und dahinter immer so ein schlauer Spruch. So ist wie immer bereit, neue Melodien zu entdecken, steht bei Leonard Fischer. oder lebe jeden Tag, als wäre es der letzte, steht bei Felix Wagner, solche Sachen. Und offenbar sind das alles Accounts, die niemandem gehören, die aber in gro im großen Stile unter große Postings drunter kommentieren und zwar solche Sätze wie eine starke Aussage, die sowohl Aufmerksamkeit erregt als auch Challenge bringt. Diskurs ist wichtig. Oder bittere Worte von Greta Thünberg, aber das zeigt, wie hitzig die Diskussion zurzeit ist. Also, dass diese Bots einfach offenbar KI generiert, genau darauf schauen, was die. was irgendwie gerade zum Inhalt passt, um irgendetwas Inhaltsleeres dahinter zu posten, um damit ein größeres Netzwerk einen Reichweite aufzubauen bei Blue Sky. Das ist natürlich ein Problem, wenn du so ein Netzwerk hast, das verhältnismäßig offen ist, dass du eben auch Einfallstore generierst. Interessant ist aber, dass diese Accounts alle auf einer eigenen Domain liegen, die also selbst gehostet ist. Sind und zwar haben sie immer Punkt VanillaSky, Punkt Click als im Handle dahinter stehen. Das heißt, es gibt ja offenbar ein relativ offenes Loch, was so Bot-Accounts angeht, und Blue Sky selber hat darauf auch noch nicht reagiert.
22:40 Torsten Beeck
Das ist ja erstmal ganz nett, dass sie das alles auf einer Domain machen.
22:43 Gavin Karlmeier
Ja, schnell wegräumen.
22:44 Torsten Beeck
Da ist es ein bisschen einfacher. Ich musste bei dem Namen eben denken an Pizza für Jonas Wagner. Da bist du wahrscheinlich zu Jung. Ja, das kenne ich nicht. Das ist ein BP-Werbespot, so irgendwie aus den Neunziger Jahren, wo jemand eine Pizza ausliefert. Egal.
22:59 Gavin Karlmeier
Wir haben schon mal hier zusammen alte Werbespots geguckt, weißt du?
23:01 Torsten Beeck
Ja, ja, das machen wir jetzt aber nicht. Das ist nämlich tatsächlich das Schlimmste, was man in einem Podcast machen kann. die Leute sich hinsetzen und Videos gucken. Ich finde das erstmal, das zeigt ja am Ende erstmal die. Das ist ja noch verhältnismäßig simpel. Man sieht irgendwie, man hat so Standardnamen. Das sind ja alles so Namen, die es ja auch gibt, aber die natürlich in dem Moment, wo man sie nebeneinander stellt, auch so in dieser Struktur. Also ich finde, die sind einzeln jetzt nicht so super auffällig. Also, wenn man einen davon sieht, dann würde man wahrscheinlich sagen. Aber die rapide Entwicklung. Im KI-Bereich, also ob es jetzt Chat-GPT ist oder Bildgeneratoren, die macht es ja einfach möglich, dass man einigermaßen überzeugende Fact-Profile erstellt. Die sind halt zu gut gerade, vielleicht sogar, und zu strukturiert. Aber tatsächlich schwierig und das wird wahrscheinlich Ganz, ganz viele technische Maßnahmen geben müssen, sowas zu erkennen und solche Systematiken zu erkennen und gleichzeitig wahrscheinlich auch immer mehr weiterhin Medienkompetenz und Aufklärung brauchen. weil das schon gar nicht so, also für, ich sag mal, den durchschnittlichen Nutzer vermutlich nicht so einfach ist, solche gefälschten Identitäten und solche Fake-Accounts überhaupt zu erkennen und So wahnsinnig viele Tools bisher, um irgendwie Nutzer anders zu verifizieren, gibt es halt eben auch noch nicht Und ja, die alle Social Media Plattformen stehen irgendwie immer wieder vor dieser Frage, wie geht man damit um? Also der DM Porno Spam bei Insta oder solche Dinge, das taucht ja immer mal wieder auf. Und mit generativer KI werden die einfach so viel besser. Dass es halt einfach schwieriger wird. Also ich habe in letzter Zeit wahnsinnig viele E-Mails bekommen, die Scam sind, die aber. So gut und persönlich sind, dass da Informationen drinstehen, die korrekt sind und die offensichtlich individualisiert auf mein Profil sind. dass es echt schwieriger wird, das zu erkennen. Ich glaube auch. Also dass das wird wird in dem Moment, wo die Rechenleistung kein Problem mehr ist und man einfach sagen kann, ich habe einen Nutzer, ich kenne den Namen und ich kenne die E-Mail-Adresse und ich kann einfach eine KI beauftragen, such dir aus dem Netz irgendwie Informationen zu dem Und wenn du nicht gerade irgendwie Sam Smith heißt, dann also ne zu meinem Namen gibt es irgendwie im Zweifelsfall zwei Leute und da findet die KI schon auch ein paar Infos. Und das war schon eine Mail, die hätte auch durchaus irgendwie von einer Person geschrieben worden sein. Und es wird schwieriger.
25:52 Gavin Karlmeier
Und es wird auch für die Plattform schwieriger, das zu erkennen. Ich stimme dazu. Also ich finde, dass wir das hier feststellen, dass wir darüber sprechen, zeigt ja, dass wir da noch nicht sind, wo die KI hingeht. Das zeigt aber, auf welchem Weg sie gerade ist. Also diese nicht die KI selber, sondern die Leute, die sie halt missbräuchlich benutzen und die halt versuchen, sich daraus irgendwie Profit zu generieren. Also es muss ja gar kein müssen gar keine politischen Akteure sein, die hier versuchen, irgendwie Bluesky zu untergraben, sondern es könnten ja auch einfach Leute sein, die irgendwelche werblichen Interessen haben oder einfach mal was ausprobieren. Es kann ja auch sein, dass es irgendwann rauskommt, dass hier ist eine Analyse von irgendeinem Whatever, so in einem wissenschaftliches Institut oder so, die hier einen Versuch starten, das ist ja alles nicht auszuschließen. Aber es zeigt halt, wie mit welchen Schritten Leute gerade vorgehen und welche Ideen Menschen auch haben. Hier ist das sehr leicht zu identifizieren, glaube ich, durch dieses. andere durch diesen anderen Handle, weil die eben alle auf dieser anderen Domain liegen, aber du wirst alles automatisieren können. Du brauchst ja nur einen Account-Namen, der ähnlich ist. wie bluesky. social. Du brauchst irgendwie eine bisschen cleverere Namensgebung, ein bisschen schlauere Antworten darauf und dann fällt das gar nicht mehr auf.
27:03 Torsten Beeck
Ja, ja. Und auch tatsächlich eben nicht so perfekt strukturierte Profile, sondern so ein bisschen zufälligere, auch mal Groß- und Kleinschreibung mal durcheinander gebracht und all das.
27:12 Gavin Karlmeier
Das kann man ja alles da reinkriegen.
27:14 Torsten Beeck
Und insofern, das wird eine große Herausforderung in den nächsten Jahren werden. Ob noch herauszufinden, spricht man gerade mit einem echten Menschen. Witzigerweise sieht man das ja durchaus auch positiv auf der anderen Seite, wenn es zum Beispiel um Kundenservice geht. Also da gibt es ja durchaus Unternehmen, die sagen, hey, wir haben hier eine Avatar-Lösung, die übernimmt die Kommunikation mit deinem Kunden und die schläft nicht, beschwert sich nicht und kennt alle deine internen Prozesse und kann den Kunden viel schneller helfen als das. Jedes Callcenter kann. Das findet man ja erstmal zumindest gar nicht ganz doof. Und das kann man halt in alle Richtungen nutzen. Also generative KI wird halt, ich meine Chat-GPT gibt es jetzt seit zwei Jahren. Mal gucken, was in zwei Jahren so ist, was es so für Möglichkeiten gibt. Und ich glaube, das wird eine ganz zentrale Herausforderung in den nächsten Jahren. Videos zu erkennen, die generiert sind oder manipuliert sind. Es wird halt einfach In der Masse viel einfacher. Spam ist halt nicht mehr eine Mail, die ich an zwei Millionen random E-Mail-Adressen schicke, die ich zufällig irgendwo bekommen habe, sondern man kann halt eben inzwischen einfach individuellen Spam auf die Person im Zweifelsfall zuschneidern. Das ist schon, äh, das wird schon spannend. Hundertprozentig.
28:33 Gavin Karlmeier
Ich bin ja auch gespannt, und es ändert ja, also zum einen nähert es uns dieser These, an die ich Unter großem Gelächter bei der Republika, die ich es ja noch aufgestellt habe, dass irgendwann nur noch Bots mit Bots reden werden. Ja, das ist meine Hoffnung, ehrlich gesagt. Also, meine Hoffnung ist, dass es gut mehr damit zu tun hat.
28:48 Torsten Beeck
Nee, dass es im Grunde gut in Outlook integriert ist. Und dass die gesamte Bürokommunikation eigentlich nur noch von Bots erledigt wird und ich irgendwie einmal am Tag so eine Zusammenfassung bekomme, was dann so entschieden wurde. Das wären wir eigentlich am liebsten. Und dann könnte ich auch wieder arbeiten.
29:04 Gavin Karlmeier
Und zum anderen, glaube ich, aber macht das eine neue Diskussion wieder auf, die wir ja auch schon ein paar Mal hatten, aus anderen Gründen allerdings. Nämlich die Frage der, wie verifiziere ich mich eigentlich in sozialen Netzwerken und dann bist du nämlich doch gar nicht mehr so weit weg von Kleinnahmenpflicht oder Passverifikation um dich als echten Menschen zu auszuweisen. Weil wenn alle alle Accounts im Zweifel Computer sein könnten, dann werden Leute, glaube ich, irgendwann ein Bedürfnis danach haben, soziale Netzwerke zu haben, die nachweislich botfrei sind.
29:33 Torsten Beeck
Ja, also das ist ja ohnehin echt ein interessantes Spannungsfeld. Also diese Möglichkeit, sich frei im Internet zu bewegen, gleichzeitig aber zum Beispiel auch Jugendschutz durchsetzen zu wollen. Oder eben auch verifizieren zu können, dass man eben nicht mit einer KI oder irgendeinem Avatar kommuniziert. Das wird sicherlich in den nächsten Jahren immer mal wieder aufpoppen. Das haben wir ja schon in den letzten 15 Jahren immer mal wieder gesehen. Und auch so diese Ausweispflicht für Internetzugang und so, das sowas kommt ja auch gerne immer mal wieder. Ich finde das tatsächlich auch gerade so in dem Zuge Pornofilter für Jugendliche. Das ist ein total sinnvolles. wichtiges Anliegen ist, junge Menschen vor Inhalten zu schützen, die potenziell schädlich für sie sind. Und wo man auch in jedem anderen Umfeld sagen würde, ja, das ist nicht geeignet für Zwölfjährige. Und trotzdem bleibt halt diese Zugangsbeschränkung eine zentrale Herausforderung, weil man zwangsläufig in irgendeiner Weise Anonymität Oder zumindest die Chance, auch frei und auch in einem Rahmen kommunizieren zu können, wo ich mich nicht kontrolliert fühle und wo auch nicht staatliche Akteure darauf zugreifen können, mich bewegen kann. Spätestens dann, wenn man eben nicht in einem Land lebt wie der Bundesrepublik, wo man zumindest davon ausgehen kann, dass es da Kontrollen und staatliche Aufsicht auch Menschen gibt, die wiederum die staatliche Aufsicht beaufsichtigen. wird halt so eine Zugangsbeschränkung durch zum Beispiel so eine Art Perso-Pflicht fürs Internet nochmal auf ein ganz anderes Level gehoben. Ich glaube das auch.
31:20 Gavin Karlmeier
Es gibt so viele Probleme, die das mit sich bringt. Aber der ganze Netzaktivismus der letzten 20 Jahre ist ja darauf aufgebaut, das verhindern zu wollen. Und gleichzeitig fürchte ich halt, dass diese Entwicklung halt im Zweifel dazu führen kann, dass Menschen das aber möchten. Und das ist natürlich auch ein Riesenproblem Weil, wenn du nicht mehr anonym im Internet unterwegs sein kannst, dann nimmt das im Zweifel auch, und wie gesagt, das gilt jetzt gar nicht so sehr für Deutschland, aber für andere Länder, bedeutet das im Zweifel auch, dass du vielleicht Dinge auch nicht mehr so sagen kannst, wie du sie sonst gesagt hättest. Also die meisten WhistleblowerInnen und Leaks der letzten Jahre wären dann halt einfach nicht passiert.
31:55 Torsten Beeck
Ja, und dann hast du wirklich so ein Szenario, wie du so in Science-Fiction-Film irgendwie siehst, wo Leute versuchen, irgendwo noch ein freies Terminal zu bekommen, wo man sich nicht authentifizieren muss. Das ist nicht so komplett abwegig.
32:09 Gavin Karlmeier
Ja, und aber auch nicht so schön. Jedenfalls eins der Probleme, das Blusker ja auch immer hatte, ist ja die Art und Weise, wie man sich selber als echt nachweisen kann oder ausweisen kann. Eine Möglichkeit ist es ja, sein Handle über seine eigene Domain einzurichten. Dass du jetzt at thorstenbeg. de heißt zum Beispiel bei at thorstenbeek. com, Entschuldigung. Und das Problem war aber, dass dadurch dann at thorstenbeek. bsky. social jahr wieder frei geworden wäre, obwohl das die Default-Benennung wäre. Sprich, alle Leute den Namen, der so strukturiert und aufgebaut ist. wie alle anderen, im Zweifel trotzdem auch als echt anerkannt hätten. Das Problem haben sie jetzt gelöst, denn wenn du jetzt dein Handle in eine Domain umwandelst, wird dein alter Handle weiterhin gesperrt bleiben, sodass du ihn nicht mehr neu registrieren kannst.
32:57 Torsten Beeck
Okay, das ist cool. Ich glaube, das ist tatsächlich, das ist tatsächlich eine ganz gute, ganz gute Funktionalität. Das ist übrigens auch einer der Gründe, warum ich zum Beispiel noch einen X-Account habe, mal abgesehen davon, dass ich irgendwie als Journalist da schon auch noch Zugang auf die Pflege Auf der Plattform haben möchte. Aber tatsächlich seinen Handle aufzugeben, heißt halt auch, es freizumachen für jemanden, der es übernimmt. Und das ist schon auch durchaus, sehe ich auch durchaus als Problem für Medienhäuser zum Beispiel, die manchmal auch mit großer Ankündigung diese Plattform verlassen. Was es relativ leicht macht, dann zu sagen, achso, ja, die sind da jetzt weg, da nehme ich mir mal das Logo von denen und mache den Account wieder auf. Und das ist definitiv ein Problem.
33:41 Gavin Karlmeier
Ja, hundertprozentig. Und es gibt noch ein anderes Problem, das alle großen Netzwerke haben, was bei Blueska aber jetzt gerade ein Dilemma wird, nämlich die Frage der Content-Moderation. Wie geht man eigentlich mit. Menschen um, die möglicherweise Zugkraft haben könnten oder Suckkraft, ich weiß gar nicht, was geht beides wahrscheinlich, ne? Auf jeden Fall, die Einfluss haben könnten darauf, wer sich da noch so registriert. Denn Jessie Single hat sich jetzt bei Blueske registriert. Jesse Single ist ein Creator, Journalist, hat schon auch für große namhafte Medien veröffentlicht, gilt als eher liberal. Hat aber durchaus transfeindliche Äußerungen schon getätigt und gilt deswegen als jemand, der durchaus als einflussreich im Bereich der Transfeindlichkeit gilt. Der soll zwar krumm, aber ihr versteht, was ich da sagen möchte. Und der hat sich nun vor zwölf Tagen bei Blueske registriert und damit auch Leute motiviert, sich eben auch bei Blueska zu registrieren, die seinem Welt Und es gibt viele, also Jesse Single gilt jetzt schon als der am meisten blockierte Blue Sky-Nutzer. Also die meisten Leute haben den so sozusagen aus ihrer Timeline bereits ausgeblendet. Aber die Community bei BlueSky, so schreibt es zumindest TechCrunch, wer auch immer die Community ist, aber es gibt wohl einige Stimmen von Nutzerinnen und Nutzern, die fordern, dass Blue Sky hier überprüft, ob ob dieser Account mit seinen Inhalten, die dort veröffentlicht werden, ob der gedepletformt werden sollte. Das ist zumindest das, was TechCrunch sagt, und formuliert deswegen als Schlagzeile, Blue Sky steht am Scheideweg. Ich Das ist, glaube ich, eine sehr offene Diskussion. Und auch ganz schön hochgehängt, ehrlich gesagt. Eventuell ja. Aber die Frage, die dem zugrunde liegt, ist natürlich für ein Netzwerk, das sich selber als zumindest dezentral framed, wie dezentral das tatsächlich ist, haben wir hier schon ein paar Mal. diskutiert, aber zumindest als dezentral und offen framed tatsächlich ein Dilemma, weil die Frage ist, wie weit möchte ein Netzwerk hier darauf achten, welche Inhalte dort veröffentlicht werden und welche nicht.
35:38 Torsten Beeck
Naja, das ist glaube ich, wenn so eine Plattform entsteht, also diese individuelle Kontrolle durch Blocklisten und diese Dinge, das bedeutet ja so Freiheit für die Nutzer. Aber auch Verantwortung für die Nutzer und dann stellt sich natürlich die Frage, braucht man da so ein zentrales Moderationssystem? Das ist ja so ein bisschen das, was. In der, ich weiß gar nicht, vor zehn Jahren oder so, Facebook auch passiert ist. Weil Facebook sich, glaube ich, selber eher als Infrastruktur gesehen hat und gesagt hat, naja, gut, also wir haben mit den Inhalten hier gar nichts zu tun. Wir stellen hier eine Technologie. zur Verfügung. Und wenn du irgendjemanden nicht magst, dann kannst du ihn blocken, dann kannst du ihn löschen, du kannst ihn auch melden, dann überprüfen wir das so nach unseren Guidelines. Aber wir machen da jetzt aktiv nichts. Das hat ja auch einige Jahre ganz gut funktioniert, bis es dann halt irgendwie nicht mehr funktioniert hat. Und das ist natürlich so, wenn so eine Plattform, ich weiß nicht, Blue Sky hat jetzt irgendwie die 25 Millionen Nutzergrenze überschritten, das ist ja trotzdem noch winzig. Verhältnismäßig. Und es hat natürlich auch eine bestimmte Klientel angezogen, viele Leute, die irgendwie Ex nicht mehr haben wollten, ausgründen und die dann bei Blue Sky gelandet sind. Das ist natürlich eine verhältnismäßig homogene Gruppe. Und in dem Moment, wo da Wachstum drauf kommt, kommen natürlich auch andere, für die diese Plattformen interessant sind. Ich weiß nicht, also ich kann jetzt zu diesem Person Jesse Single jetzt gar nicht so wahnsinnig viel sagen. Ich will mich da jetzt auch nicht, so will ich jetzt auch nicht so eine Arschbombe ins Fettnäpfchen machen. Aber manchmal muss man halt auch vielleicht blöde Meinungen aushalten. Ich weiß nicht, ob der jetzt so ein krasser Menschenfeind ist und man irgendwie sagen muss, okay, das geht halt gar nicht auf der Plattform. Aber man kann halt, also ich weiß nicht, inwieweit der jetzt irgendwie wirklich gegen Nutzungsbedingungen oder sowas verstoßen könnte. Aber das wird die Plattform natürlich, indem Wachstum bedeutet auch Wachstum in alle Richtungen. Und das wird, da muss man sich als Plattform dann zu verhalten, wie man damit umgeht. Wahrscheinlich wird es nicht reichen, einfach nur zu sagen, naja, ihr könnt die Leute ja blocken und irgendwie könnt ihr auch so Blocklisten anlegen. Perspektivisch werden die schon auch sich selbst ein gewisses Framework geben müssen, was sie auf der Plattform zulassen wollen.
37:56 Gavin Karlmeier
Und offenbar ist das jetzt einer der ersten großen Punkte, die genau diese Frage aufwerfen für Blue Sky. Also du kannst ja eigentlich diese beiden großen Schwulen so zusammenfassen, entweder du sagst, wir. geben diesen, so schreibt es auch TechCrunch ungefähr, wir geben den Leuten eben keine Plattform, die beispielsweise menschenfeindliche Inhalte verbreiten oder Desinformationen verbreiten. . Oder du sagst, wir schränken die Reichweite dieser Leute ein, wie Ex das ja zum Beispiel auch macht. Freedom of speech is not freedom of reach. Ob das bei Exit so umgesetzt wird oder nicht, steht auf einem anderen Blatt, aber. . So ist zumindest die theoretische Logline der eigenen Content-Moderation dort. .
38:31 Torsten Beeck
Ja, aber dafür brauchst du ja zumindest eine Guideline, die auch durchgesetzt wird und auch irgendwie eine Instanz, die entscheidet. Das ist jetzt nicht mehr eine Arschloch-Meinung, sondern das ist jetzt tatsächlich was, wo man aktiv werden muss, um die Leute. Also irgendwie deplatforming zu machen oder tatsächlich oder Reichweite irgendwie runterzudrehen oder so. Der braucht ja dann irgendeine Beurteilung. Und das hat sich ja jetzt mal rein, also auf allen anderen Plattformen als verhältnismäßig schwieriges Unterfangen herausgestellt, weil zumindest in dem Bereich, wo du falsch positive Treffer hast, immer mal wieder Leute auch zum Beispiel quasi unsicher. Auf den Plattformen geworden sind, zum Beispiel, weil sie etwas kommentiert haben, was in irgendeiner Weise möglicherweise zum Beispiel menschenfeindlich war. Und die es gar nicht positiv kommentiert haben, sondern negativ kommentiert haben und darauf hingewiesen haben und dann selber zum Beispiel irgendwie so von Shadowbands oder so betroffen waren. Aus der Nummer kommt man halt nicht raus. Dafür braucht man Personal, dafür braucht man Technologie, das kostet Geld. Und das ist erstmal für die Plattformen immer nur ein Kostenfaktor. Und das wird nur dann passieren, wenn der Druck groß genug ist, dass die Plattform zum einen reguliert wird in irgendeiner Weise, und aber auch, dass man irgendwie als Plattformbetreiber ein eigenes Interesse daran hat, Eine, ja, wie sagt man das? Eine Umgebung zu schaffen, in der Leute miteinander diskutieren wollen, miteinander sich austauschen wollen und eben nicht irgendwann dahin kommen, dass man das Gefühl hat. Wenn ich hier irgendwas schreibe, dann kriege ich darunter gleich 100 Kommentare, wo Leute mich irgendwie anpöbeln. Das ist ja so ein bisschen das Gefühl, dass die Leute bei Ex haben. Und das ist, das kommt mit der Größe und das wird schwierig. Insbesondere, und das ist natürlich noch bei Blue Sky auch noch so ein Thema, die haben jetzt ja nicht so ein ganz klares Erlösmodell zurzeit. Das heißt, wenn du Moderation willst, die müssen ja auch bezahlt werden. Ja. Das ist so.
40:32 Gavin Karlmeier
Also wir schauen da weiter drauf. Ich glaube auch, dass Blue Sky früher oder später da zumindest zumindest eine klare Policy festlegen muss und sich irgendwie positionieren muss und darüber dann aber daran auch gemessen werden muss zukünftig. Ich glaube, bei dem Fall, über den wir jetzt hier sprechen, der könnte auch so verhallen, aber das wird natürlich nicht der letzte Fall seiner Art bleiben.
40:56 Torsten Beeck
Nö, ich mit Zweifelsfall legt Donald Trump sich deinen Account an. Genau. Also dann muss man da sich ja auch irgendwie zu verhalten. Da gab es dann, gab es ja auch lange genug Diskussionen darüber, ob der auf den Plattformen sein darf. Irgendwann haben sie ihn dann rausgeschmissen, aber eigentlich schon. Nachdem seine Präsidentschaft zu Ende war, weil man sich dann irgendwie getraut hat, quasi. Aber warum sollte der nicht ein Team haben, das sagt: So, wir gehen dahin, wo irgendwie viele Nutzer sind? Und dann geht man halt auf TikTok und dann sagt man sich, naja, hier ist so eine Uprising-Plattform, da legen wir mal einen Account an. Kann man nicht komplett ausschließen. Oder ein bisschen Werbung zu machen für Truth Social. Ja, also Donald Trump ist jetzt vielleicht so die prominenteste Maximalausprägung, aber da gibt es ja auch alles noch dazwischen. Ja, so ist das.
41:46 Gavin Karlmeier
Ein anderes Netzwerk, das ein bisschen gerade in der Kritik steht, ist vielleicht falsch, aber das sich ein bisschen Ärger eingehandelt hat von Neub, also von dem Verein um Max Schrems herum, None of your Business, die ja sehr, sehr klar Datenschutzrichtlinien lesen und sich dann darum kümmern, dass soziale Netzwerke, die gegen diese eigenen Datenschutzbedingungen oder die Richtlinien, die eben gesetzlich geltend sind, verstoßen.
42:17 Torsten Beeck
Nee, ich hab das irgendwann mal ausprobiert, aber ich bin da wahrscheinlich so 30 Jahre zu alt für. Glaubst du die Leute auf Bereal sind alle fünf? Ja. Das ist ganz süß von dir. Nee, aber also tatsächlich, Plattformen funktionieren ja immer dann, wenn du auch andere Leute erkennst, die auf der Plattform sind. Und ich glaube, so meine Be Real Freundesliste bestand so aus drei bis fünf Leuten Ich vereine das schon. Ja, ja, auf jeden Fall. Aber ich finde es eine ganz interessante Plattform, auch eine ganz lustige Plattform. Aber die eigentliche Wahrheit ist, mein Leben ist so langweilig, dass ich da sowieso nur jeden Tag das gleiche Foto machen kann, wie ich irgendwo am Schreibtisch sitze. Insofern hat sie mich dann nicht so gekriegt.
43:04 Gavin Karlmeier
Wenn man, dann hast du sie wahrscheinlich auch in den letzten Monaten nicht aufgemacht, denn die haben eine neue Richtlinie bei Beer Hill angekündigt, der man zustimmen muss. Das heißt, man öffnet die App. Und wird erstmal gefragt, ob man zustimmt, dass das eigene Nutzen getrackt wird, um dementsprechend persönlichere Werbungen anzuzeigen. Und darunter steht Ja oder Nein. Und wenn du Ja drückst, dann wird das genauso auch für immer akzeptiert, für immer in dein Profil gebrannt und du stimmst ihm zu. Wenn du allerdings Nein drückst, bekommst du die gleiche Frage wieder und wieder und wieder. Jeder Tag. Ja, das sind Dark Patterns und diese Dark Patterns sind jetzt ein Anlass für Neub gewesen, eine Beschwerde gegen die französische Datenschutzbehörde CNIL einzubringen, um eben dieses Drängen zur Einwilligung der NutzerInnen eben zu verhindern. Und darüber wird jetzt die Datenschutzbehörde in Frankreich sich erstmal überlegen müssen, wie sie damit vorgehen wollen
43:56 Torsten Beeck
Ja, das sind ja so Mechaniken, da tut sich ja auch im Grunde genommen keiner einen Gefallen mit. Also ich verstehe auch schon, dass man das macht. Ich verstehe auch, dass die Geld verdienen müssen. Und ich verstehe sogar auch, dass man vielleicht nach ein paar Wochen oder Monaten nochmal nachfragt und vielleicht auch erklärt, warum man das macht. Aber es ist natürlich ultra nervig. Und es führt natürlich dazu, dass die Leute irgendwann sagen, ey, bevor ich mir dieses Scheiß. Meldung noch einmal angucke, stimme ich dem lieber zu. Ich fürchte, was die dabei unterschätzen, ist, dass Leute auch einfach dann sagen, dann nutze ich halt die Plattform nicht mehr. Aber wie groß glaubst du, ist der Prozenteil? Ah, wahrscheinlich klein. Wahrscheinlich viel kleiner, als man denkt. Ja, die gleichen Mechaniken hat man ja auch so mit Cookie-Abfragen und so.
44:40 Gavin Karlmeier
Das ist ja auch nicht so super zielführend. So ist das. Und 23 Millionen Menschen benutzen jeden Tag B-Real. Also, das ist jetzt nicht ganz klein. Also, das nutzen am Tag ungefähr so viele Menschen, wie überhaupt bei Bluescale registriert sind. Da sieht man, wie groß B Real tatsächlich noch ist.
44:55 Torsten Beeck
Ja, ich meine, das Witzige dabei ist halt tatsächlich auch, da sieht man auch, wie man solche Nischen total unterschätzt. Das ist ja eine Plattform, also ich habe, weiß ich nicht, wann ich das letzte Mal irgendwie was von BBL gelesen gehört habe oder auf der Plattform selber war. Das gilt ja auch für so Plattformen wie Snapchat zum Beispiel, die ja auch immer noch riesengroß sind, die aber so unter dem Radar fliegen, weil irgendwie gerade nicht so on vogue und nicht so spannend. 23 Millionen Daily Actives. Ich meine, das ist halt immer noch ganz ordentlich.
45:28 Gavin Karlmeier
Die haben ja auch eine ganz gute Strategie, die Leute täglich in die Plattform zu holen.
45:31 Torsten Beeck
Ja, ja, absolut. Ja, und das ist ja auch ganz unterhaltsam. Ich glaube, das ist halt wie keine andere Plattform eine super Möglichkeit. Also die Plattform, die einfach extrem Spaß macht, wenn du erstmal die ersten 20 Leute da kennst.
45:45 Gavin Karlmeier
Ja. Schickt mir eine Anfrage, ich benutze es aber leider nicht.
45:49 Torsten Beeck
Ja, nee, ich habe gerade überlegt, ich glaube, man authentifiziert sich da über seine Handynummer.
45:54 Gavin Karlmeier
Ah, das kann sein.
45:55 Torsten Beeck
Und die habe ich irgendwie mal gewechselt. Vor einiger Zeit. Ich weiß gar nicht, ob ich mich da noch mit dem Account, den ich da mal angelegt habe, überhaupt noch anmelden kann. Der wird da wahrscheinlich für alle Zeiten vor sich hin rotten. Ich dachte, du sagst jetzt, und an die erinnere ich mich leider nicht, an meine neue Handynummer. Naja, meine neue, ne, also meine neue, ja, so schämhaft, aber die alte weiß ich jetzt gar nicht, wie ich da noch drauf Zugriff bekomme.
46:15 Gavin Karlmeier
Wahrscheinlich gar nicht. Ich bin gestern in ein Parkhaus gefahren, an dem bei der Einfahrt stand, Ihr Kennzeichen ist der Parkschein. Merken Sie sich Ihr Kennzeichen. Das kriege ich vielleicht gerade noch hin.
46:26 Torsten Beeck
Aber soll ich dir ganz ehrlich was sagen? Ich hab vor, das habe ich vor einer Woche gemacht und habe erstmal ein Foto von meinem Kennzeichen gemacht, damit ich an dem Automaten das weiß. Thorsten, was ist denn los? Kennst du deine Handynummer nicht? Dein Kennzeichen nicht? Doch, meine Handynummer kenne ich, aber die alte nicht mehr und mein Kennzeichen, also ja. Da gucke ich gar nicht so oft drauf. Also, ich habe schon aus Sicherheitsgründen nochmal ein Foto gemacht.
46:51 Gavin Karlmeier
Ich bin beeindruckt. Na, dann hängt das Schild da nur für dich an diesem Parkhaus in der Kölnstadt. Und eine Meldung, ich habe noch zweieinhalb Meldungen. Zum einen, Telegram hat nun angekündigt, dass sie im Jahr 2024 Und jetzt halte ich fest, 15,5, 15,5 Millionen Gruppen und Kanäle entfernt haben, weil in ihnen Aufrufe zur Gewalt, die Verbreitung von Material zu Kindesmissbrauch oder Handel mit illegalen Waren stattgefunden haben. 15,5 Millionen Gruppen. Das ist ganz stabil. Das ist krass, ne?
47:25 Torsten Beeck
Und das ist wahrscheinlich auch nur die Spitze des Eisbergs.
47:27 Gavin Karlmeier
Ja, klar. Also die Gruppen, in denen ich so drin bin, wurden nicht gesperrt. Nein. Da bin ich ja beruhigt. Nein, aber Sie sagen selber, dass diese Inhalte vor allem mit KI-Moderationswerkzeugen überprüft wurden. Äh, das heißt, da ist jetzt wahrscheinlich nicht so ein großes Content-Management-Team, Content-Moderationsteam.
47:44 Torsten Beeck
Aber da sind wahrscheinlich wirklich nur so die ganz krassen, so baut man eine Bombe. Ja, genau. Und weiß ich auch nicht, so ziehst du in den Heiligen Krieg für Anfänger. Stattgefunden hat, da wird wahrscheinlich noch so allerlei rumschwören, was nicht ganz so einfach aufzuspüren ist. Mhm, fürchte ich auch.
48:01 Gavin Karlmeier
Aber also Krasse Zahl auf jeden Fall. Man muss dazu sagen, bei Telegram, wir können die Zahl nicht überprüfen. Das ist die, die sie selber kommunizieren. Aber auf der anderen Seite haben sie jetzt aus PR-Gründen jetzt auch nicht so richtig viel davon, wenn sie da eine sehr, sehr große Zahl nennen. Das stimmt. Ja. Und dann gibt es, das ist ja hier so ein bisschen so ein Haken-Dan-Klassiker, Krieg ja, ich bin ja in dem Verteiler, ich bin ja offenbar der letzte Mensch, der noch ein MindVZ-Profil hat. Und ich habe eine Mail bekommen, vielleicht hilft es dir auch. dass der Serverumzug bei Mind4ZZ erfolgreich abgeschlossen wurde und dass man, wenn man jetzt einen, wenn man Mind4Z nicht aufrufen kann, dass man dann einmal kurz den Browser-Cache leeren soll.
48:37 Torsten Beeck
Das klingt hochprofessionell. Und ich stelle mir auch so ein bisschen vor, dass sie auf so einen NAS zu Hause umgezogen sind und das einfach hinter so eine Fritzbox geklemmt haben, weil der Traffic jetzt auch relativ überschaubar sein kann. Dürfte. Ja, also ich verstehe mich da aber auch. Ich bin du. Was machst du da? Hast du da so eine Gruppe und chattest da mit dir selbst und geruschelst dich selbst?
49:01 Gavin Karlmeier
Ich poste jeden Tag so, was ich erlebe und so. Cool.
49:06 Torsten Beeck
Ich dachte, dafür hast du, hast du, naja, egal.
49:08 Gavin Karlmeier
Ich dachte, dafür hast du diesen Podcast. Den Discord habe ich dafür. Oh, Discord auch, ja. Leute, schickt mir eine Anfrage auf. Ich habe doch noch eine letzte Meldung, die ist so ein Tweet von Musk, den ich mitbringe offenbar, erwägt Elon Musk, weil jemand anders ihm das vorgeschlagen hat. Genauso wie die Abschaffung der Sommerzeit. Die Überlegung, eine E-Mail-Adresse Einzurichten für Nutzerinnen und Nutzer. Also jeder kann dann eine E-Mail-Adresse einrichten und kann dann gleichzeitig das DM-Postfach als E-Mail-Eingang benutzen. X-Mail soll das Feature heißen.
49:43 Torsten Beeck
Ja, ich ja, das kann man machen. Also, ich weiß nicht, ich bin mir jetzt nicht sicher, ob E-Mail noch echt so ein Ding ist. Irgendwie braucht jeder eine E-Mail-Adresse, aber benutzt sie nicht.
49:57 Gavin Karlmeier
Boah, ich kriege lustig viele E-Mails am Tag.
49:59 Torsten Beeck
Ja, also privat kriege ich eigentlich nur so Versandbestätigungen. Und irgendwo hast du ja privat, habe ich auch nix. Und Newsweise. Also beruflich nutze ich das halt auch natürlich und bekomme natürlich auch viele Mails und schreibe auch Fünf bis acht am Tag. Aber jetzt, dass ich auf die Idee kommen würde, jetzt irgendwie meinen E-Mail-Provider privat irgendwie zu wechseln oder überhaupt eine E-Mail-Adresse anzulegen. Ich habe halt irgendwie eine Gmail-Adresse, die ist 15 Jahre alt und die wird wahrscheinlich auch noch 15 Jahre älter werden. Aber an die erinnerst du dich schon noch? Dunkel, ja. Ich habe sie aufgeschrieben. Ich habe so eine Visitenkarte, da steht die drauf. Kann ich immer nachgucken.
50:35 Gavin Karlmeier
Perfekt. Ja, und sonst habe ich nur noch das kleine Housekeeping, dass das Telefon, das man sich kauft, um es nachher wegzuschmeißen, dass das Burnerphone heißt. Das ist mir nämlich in der letzten Folge nicht eingefallen.
50:44 Torsten Beeck
Das hätte ich dir sagen können.
50:46 Gavin Karlmeier
Hätte ich mich mal gefragt. Ich sag mal so, ungefähr 60 Menschen in Social Media konnten mir das auch sagen. Was hast du denn gesagt, wie das wohl heißen könnte?
50:52 Torsten Beeck
Ich habe gesagt, mir fällt es nicht ein. Ich glaube, Deutsch wird das in Serien gerne als Wegwerfandy bezeichnet. Ja, so habe ich es, glaube ich, umschrieben. Das ist aber auch ein bisschen komisch. Das Lustige ist ja vor allen Dingen auch, dass es das in Europa gar nicht gibt. Also, es gibt ja keine anonymen Sims. Stimmt. Das ist ja so ein US-Ding. Mal irgendwie irgendwas. Anonym machen zu können und da muss es ja gar nicht illegal für sein. Aber das ist in, ich weiß gar nicht, in der EU, glaube ich, eher schwierig.
51:27 Gavin Karlmeier
Ich glaube schon, du musst immer dich ja mit Ausweis und so registrieren. Genau, selbst wenn du dir beantwortet All die Talk eine Karte holen willst, musst du dich da einmal kurz nachlesen im Ausschuss.
51:35 Torsten Beeck
Und deshalb also ja, Burnerphone in Deutschland gibt es nicht. Okay.
51:41 Gavin Karlmeier
Was es aber gibt, ist, dass wir beide uns nächsten Monat widersprechen. Im neuen Jahr. Thorsten, vielen Dank, dass du heute da warst. Ich wünsche dir ganz wundervolle Feiertage. E guten Rutsch. Und wir hören uns. Also Haken drin geht weiter am Freitag, übermorgen. Und wir beide hören uns dann bald wieder. Übermorgen ist übrigens Dennis da.
51:57 Torsten Beeck
Ja, herzliche Grüße. Richtig aus, danke. Und ja, schöne Feiertage, dann, wenn sie für dich irgendwann auch anfangen. Und dann sehen wir uns nächstes Jahr. So machen wir das. Danke dir. Bis bald. Ciao.