Nehmen wir den Einfluss auf unseren Wahl aus dem Ausland zu sehr auf die leichte Schulter? Und: Musk rasiert weiter die US-Amerikanische Demokratie und bekommt zum Lohn womöglich einen 400 Millionen Dollar-Deal für Tesla.
➡️ Die New York Times über Regierungsverfahren gegen Musk und seinen Einfluss auf die betreffenden Behörden: https://www.nytimes.com/2025/02/11/us/politics/elon-musk-companies-conflicts.html
➡️ Evas Podcast “Frauen und Technik”: https://frauen-technik.podigee.io
Transkript
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00:01 Intro
Haken dran.
00:03 Gavin Karlmeier
Das Social Media Update der CT. Hallo Eva.
00:07 Eva Wolfangel
Hey, hallo.
00:08 Gavin Karlmeier
Bei mir ist heute Eva Wolfangel, Journalistin, Kulturwissenschaftlerin, steht in ihrem Wikipedia-Eintrag. Dazu gibt es auch eine Geschichte, aber die erzähle ich ein andermal. Und zu deinem Wikipedia-Artikel.
00:18 Eva Wolfangel
Zu dieser Bezeichnung als Wissenschaftlerin. Ganz im Ernst, die hat irgendjemand da reingeschrieben. Ich freue mich sehr. Wirklich danke, danke für diese Menschen, die da solche Artikel schreiben. Aber ich bin ja keine Wissenschaftlerin, ich habe das halt mal studiert. Ich versuche es seither loszukriegen, aber ähm Gut, meine Menschen haben sogar schon auf meine Aufrufe hinders versucht, aus Wikipedia rauszukriegen, aber es wurde wieder reingeschrieben mit dem Argument, sie hat das studiert, also isst sie das auch.
00:40 Gavin Karlmeier
Ja, und unterschätze die Hakis nicht. Alle, die das hier hören, wir nehmen uns dem an. Wir sind eine kleine Außer parlamentarische Opposition im Internet, wir kümmern uns darum, dass dieser Begriff da verschwindet.
00:53 Eva Wolfangel
Vielen Dank. Also ich bin keine Wissenschaftlerin, ich bin tatsächlich einfach Journalistin, Speakerin, all sowas. Ich habe das Studio die Podcasterin, genau immer mehr, aber eigentlich wirklich keine Wissenschaftlerin.
01:03 Gavin Karlmeier
Also vorneweg dein Podcast, du hast offenbar mehrere, aber dein Podcast, warum wie wir zueinander gefunden haben, heißt Frauen und Technik, der eben auch im Heise Verlag erscheint wie wir. Das ist aber nicht der einzige Grund, warum du hier bist, sondern auch, weil du einfach zu sehr vielen sehr spannenden Themen recherchiert hast, wie zum Beispiel zu der Frage, wie gut sind wir eigentlich mit Blick auf die Bundestagswahl, die in Weil jetzt haben wir Freitag, den 14. , in neun Tagen stattfinden wird. Oh Gott, oh Gott, oh Gott. Oh wow. Okay. In neun Tagen stattfinden wird. Wie sind wir da eigentlich vorbereitet, was mögliche Wahlmanipulationen aus Russland beispielsweise betreffen könnte?
01:38 Eva Wolfangel
Ja, genau, damit beschäftigt mich seit Wochen. Ich war, ich habe diese Theorie gehabt, dass Russland diese neue Strategien des hybriden Kriegs ausprobiert, unter anderem in Moldau, Republik Moldau, ein ganz kleines Land, eingequetscht zwischen Rumänien und der Ukraine. Und Russland hat da einen großen Besitzanspruch drauf. Und tatsächlich, und daraufhin bin ich dorthin gereist, vor ein paar Wochen, habe geschaut, wie ist es dort eigentlich mit dem hybriden Krieg, was kann denn da so auf uns zukommen? Und ich bin echt ziemlich alarmiert zurückgekommen, weil sowohl in Moldau als auch in Rumänien bin ich auf dem Weg. vorbeigekommen bin, die Leute uns gewarnt haben und gesagt haben, Deutschland nimmt den Einfluss Russlands nicht ernst genug und wir sollten mehr tun, sonst wird es ein böses Erwachen geben. Und das gab es an dem Tag, an dem ich in Rumänien ankam, gab es das nämlich dort. Als die Präsidentschaftswahl ausgezählt war und so ein rechtsextremer, bis dahin weitgehend unbekannter Kandidat plötzlich die Mehrheit hatte Und alle haben sich gefragt, wo kommt der jetzt her? Und der kam von TikTok. Also der hatte Wahlkampf wohl nur auf TikTok gemacht und wurde dabei, wie dann so nach und nach rauskam, eben auch von russischen, von wohl von einer russischen Marketingagentur unterstützt, von bezahlten InfluencerInnen, die seine Posts eben gezielt befördert haben, amplified haben und so hat er dann wie aus dem Nichts eben die meisten Stimmen bekommen. Und die Wahl ist ja inzwischen annulliert worden. Also das Verfassungsgericht hat gesagt, nee, also das war jetzt tatsächlich Zu stark beeinflusst von Russland. Und ja, wie gesagt, die in Rumänien und vor allem auch, die Leute in Moldau haben mir gesagt Sie sehen, dass Russland Deutschland jetzt in den Blick nimmt und dass unser Wahlkampf da mitten im Zentrum steht. Und wir würden das nicht ernst genug nehmen.
03:24 Gavin Karlmeier
Werbung Moderne Arbeit findet heute überwiegend im Browser statt, doch die Sicherheitsmaßnahmen halten damit oft nicht Schritt. Browser werden zunehmend zu einem zentralen Angriffspunkt. Dort, wo Phishing, Schatten-IT und Datenlegs innerhalb von SARS-Anwendungen und Live-Sitzungen auftreten. Nordlayer hat deshalb den Nordlayer Browser entwickelt. Er vereint Transparenz, Kontrolle und Sicherheit direkt in den Arbeitsablauf, schützt ihre Unternehmensdaten und standardisiert die Sicherheit in Web-Apps, ohne zusätzlichen Aufwand für IT-Teams. Mehr Info auf nordlayer. com Was können wir tun? Also wie ist so deine Einschätzung? Wo befinden wir uns jetzt gerade? Neun Tage vor der Wahl? Was a Wahlkampfmanipulation durch Kampagnen auf TikTok angeht in Deutschland und b generell Einfluss Von, naja, ich sag's mal ganz vorsichtig, weil wir schauen ja hier zwar, haben uns diese Wahl in Rumänien natürlich auch angeschaut im Podcast, haben aber natürlich auch sehr, sehr engmarschig verfolgt, wie sich die Wahl in den USA verhalten hat und wie sich vor allem die USA seitdem verhalten haben. Das heißt, ausländische Manipulation muss ja nicht nur durch Russland beispielsweise passieren.
04:33 Eva Wolfangel
Genau, wir sehen es ja auch, also Elon Musk ist ja auch kräftig dabei, also und überhaupt nicht versteckt, sondern ganz offen hier in den Wahlkampf einzugreifen für die AfD Werbung zu machen. TikTok scheint jetzt tatsächlich, aber ich traue mich schon kaum sowas zu sagen, scheint nicht so groß zu sein in Einflussnahme, zumindest aus Russland. Aber wie gesagt, das hat man in Rumänien auch gedacht, also schwer zu sagen. Ich sehe es natürlich, wo man es permanent sieht, ist natürlich auf X, also nicht nur Elon Musk, sondern eben auch Russland nutzt da die Lücken aus, die da sind, also dass man da ja offenbar tun darf, was man will. Und das kommt ja auf anderen Plattformen jetzt auch, dass weniger eingegriffen wird auf In Bezug auf in authentische Aktivitäten. Und ja, die große Frage ist, also auf X sehe ich tatsächlich recht viele, das glaube ich, das haben wahrscheinlich gerade alle so. Posts wie da, die News sind beunruhigend, aber ein Glück weiß ich jetzt Bescheid, fast jeder dritte Tweet, den ich sehe, ist irgendwie sowas. Und so eine Desinfo, es geht gerade ganz oft auf dem Bild, es ist ganz oft Sarah Wagenknecht, aber es gibt auch ganz, ganz viel gegen die Grünen, gegen die CDU. Es gab ganz viele Versuche, die zu diskreditieren, mit irgendwie bis hin zu Missbrauchsvorwürfen, gefälschte Videos, also ein Zeug. Und die große Frage ist natürlich, wie viel erreichen die damit? Also sind wir Deutschen dafür anfällig Oder erkennen das alles, dass das halt gefaked ist, so dass es Falschmeldungen sind.
06:02 Gavin Karlmeier
Vor allem, wenn wir uns überlegen, dass ja zur Europawahl beispielsweise noch die AfD mit Maximilian Kra als Spitzenkandidaten die wirklich mit Abstand meisten Impressionen aller politischen Parteien vor der Europawahl erzielt haben, ist natürlich die Frage total berechtigt. Auch sie mal ein bisschen umzudrehen und zu sagen, wissen wir Deutschen generell, also alle in Deutschland eigentlich, was da so vor sich geht, und das muss gar nicht nur Manipulation aus dem Ausland sein, sondern es kann ja einfach auch nur ein geschickter Umgang mit solchen Plattformen sein, die durch algorithmisch Ausspielung der Inhalte soll manche politischen Positionen einfach stärker befördern als andere. Da habe ich mit Dennis in der letzten Folge ja schon drüber gesprochen. Oder sind es teilweise auch Bubble-Phänomene, dass wir einfach nur das Gefühl haben, wir sind relativ gut aufgestellt gerade und dann kommt das große Erwachen nächste Woche.
06:52 Eva Wolfangel
Ja, ich meine, so war es ja ein bisschen bei der US-Wahl, wo eigentlich, glaube ich, aus unserer Bubble viele gedacht haben, naja, das reicht nicht für Trump und dann war es halt so eindeutig. Zum zweiten Mal eben sogar. Ja, genau. Zum zweiten Mal, genau. Und es ist wohl schon auch so in Rumänien, diese TikTok-Geschichte, alles was ich gehört habe von JournalistInnen unter anderem aus Rumänien, ist schon auch so, dass eben dieser Kandidat sehr gut darin war oder auch seine UnterstützerInnen eben den Algorithmus entsprechend auszunutzen. Genau, von daher ist natürlich das auch immer eine große Frage und ähnliches hört man von der AfD auf verschiedenen sozialen Medien. Was anderes, was mir echt. Größere Sorge bereitet ist so dieser hybride Ansatz, den Russland neuerdings fährt. Und das ist davor wurde ich in Moldau gewarnt. Also, diese Mischung aus klar reine Falschmeldungen auf Social Media, die ziemlich gut so durchschauen sind, jetzt wie dieses, so Gott, die Nachrichten sind erschütternd, ein Glück weiß ich sie jetzt. So, die sind ja total platt und plump. Aber eben auch Im realen Leben Dinge zu verändern. Also beispielsweise in Moldau haben die in großem Stil Agenten gekauft. Man sagt so Wegwerfagenten auch dazu. Und da gibt es eben inzwischen auch Nachweise, dass die auch in Europa unterwegs sind. Also Russland wirbt irgendwie jungen Männern, meistens Männer an, die Anschläge planen, Dinge kaputt machen, Demos machen, Graffiti Sprain, Sprüche, politische Sprüche und so weiter und bezahlt die dafür. Und in Moldau haben sie ganz, ganz viel davon auch wirklich nachgewiesen, auch die Geldfläche. Und da habe ich einen Eindruck, sind wir hier nicht so hinterher oder dann wird es nicht so ernst genommen. Und dann gab es ja letzte Woche diese Meldung von diesen mit Bauschaum verklebten Auspuffrohren.
08:24 Gavin Karlmeier
Das war ja genauso eine Aktion.
08:25 Eva Wolfangel
Junge Männer wurden angeworben von Russland, wie man nachweisen konnte, die dann Bauschaum in Auspuffrohre, und zwar auch in viele, also im großem Stil in Deutschland, gesprüht haben und dann immer so einen kleinen Kleber in die Windschutzscheibe, wo Robert Hart, Haberg drauf zu sehen war und da stand dann sei grüner, glaube ich, sei grüner, genau. Und dann hat die Bild-Zeitung ja ganz groß getitelt und das, glaube ich, ist die Gefahr. von wegen Klimakleber machen alles kaputt, also sinngemäß, ich weiß gar nicht, wie genau die Schlagzeile lautst, aber sowas. Hat eben ganz klar gesagt, das sind die Klimakaoten, diese linksgrün versiften und die Grünen und bla. Und hat eben so suggeriert Die wollen uns alles kaputt machen und unsere Autos wegnehmen, was auch immer so. Und dann kam eben letzte Woche raus, dass es eben Russland war und eben nicht keine KlimaschützerInnen. Und solche Strategien könnte ich mir schon vorstellen, sind erfolgreicher, weil die Frage ist ja schon, in welchen Köpfen der Bild-Zeitungsleser und Leserin, die diese Schlagzeile damals gesehen haben und sich super aufgeregt haben, wahrscheinlich über die Klima- und Umweltschutzbewegung und die Grünen, in welchen Köpfen ist jetzt auch das Aktuelle angekommen, dass es doch nicht so war und bleibt dann nicht auch hängen? Wir haben echt ein Problem mit den Umweltschützern. Und das ist eine Strategie, die relativ oder neuer ist von Russland, eben nicht mehr nur aufs Internet zu setzen, sondern auch diese Sabotagegeschichten im realen Leben zu begehen. Oder auch Cyberangriffe ist auch ganz verbreitet. Die inzwischen gar nicht mehr, oft gar nicht mehr total ausgefeilt sind, sondern eher so Didos-Attacken, kleinere, wenig aufwendige Cyberattacken, aber dann eine riesige Kampagne drumherum zu stricken, die eben zeigt, Deutschland ist schwach, Europa ist schwach, die können sich gar nicht wehren.
09:55 Gavin Karlmeier
Ja, das habe ich bei diesem Bauschaumbeispiel, das du irgendwann hat, auch gedacht. Also da gab es, das war ja jetzt nicht eine Geschichte, bei denen 10. 000 Autos irgendwie betroffen waren, sondern es war ja ein relativ kleiner Teil. Und diese Geschichten haben sie aber trotzdem in die Zeitungen geschafft und sind trotzdem relativ schnell irgendwie in die Öffentlichkeit gekommen. Das heißt, das Perfide an dieser Strategie, dieser Wahlmanipulation oder der. Naja, am Ende einfach eine Veränderung der öffentlichen Meinung oder der Versuch der Veränderung der öffentlichen Meinung ist ja, dass man nicht darauf zielt, tatsächlich im Kleinen etwas auszulösen, sondern dass man darauf zielt, dass. das im Großen etwas auslöst. . Eigentlich genauso wie, ähm, und da kommen wir doch nochmal auf Musk zu sprechen, was Elon Musk mit Alice Weidel ja gemacht hat. Also dass er diesen Live-Space durchgeführt hat, dieses. Gespräch mit ihr. Dieser Space war eigentlich völlig wurscht. Es war egal, was dort stattgefunden hat. Wenn es nachher ein bisschen Berichterstattung gab, darüber, why not, schadet seinen Interessen ja nicht. Aber das Ziel war ja, dass im Vornerein darüber gesprochen wird, dass das stattfindet. Einfach nur der Versuch, irgendwie sich in die Medien zu hacken darüber.
10:56 Eva Wolfangel
Und das hat ja, ich meine, damit war er richtig erfolgreich, ne? Also das ist ja so eine Strategie, die man auch kennt, ne? Von anderen, die sagen, irgendwie. Hauptsache Berichterstattung, ob positive oder negativ, ist uns erstmal egal. Also Hauptsache alle reden von mir. Und das hat natürlich gut geklappt bei dem Gespräch.
11:11 Gavin Karlmeier
Das ist jetzt ein bisschen gut. Trotzdem ab.
11:13 Eva Wolfangel
Ja, du bist überleiten zu Maske. Trotzdem spannende Frage, aber tatsächlich, ob dieses Gespräch jetzt der Alten. genutzt hat oder nicht. Weil mein Eindruck danach, also ich habe es mir angehört und dachte irgendwie, okay, ich habe es mir viel, viel schlimmer vorgestellt und ich hatte das Gefühl, eigentlich hat Alice Weidel sich dabei selbst diskreditiert und das ganze Gespräch war Und auch, was ich gesehen habe an Reaktionen, natürlich, das ist auch algorithmisch gefiltert, ja, auf Ex. Und das wollte ich jetzt aber auch von AfD-Leuten an Reaktionen gesehen habe, ist, dass viele gesagt haben, ähm. Das ist keine Kanzlerkandidatin, ja die. Also dadurch, da hat es vielleicht auch noch so eine Spaltung innerhalb der AfD angefangen
11:50 Gavin Karlmeier
Das ist auf jeden Fall auf Bubble geprägt, weil gleichzeitig hat Alice Weidel und die AfD massiv dadurch profitiert, was Reichweite auf Ex zum Beispiel angeht und damit möglichst. Möglicherweise neue Zielgruppen erschlossen, die sie möglicherweise vorher nicht gewählt hätten. Möglicherweise ist natürlich eine Hypothese.
12:06 Eva Wolfangel
Also gibt es da Zahlen dazu? Das finde ich immer so spannend, ne? Dieses, was erreichen die eigentlich tatsächlich mit solchen Sachen?
12:11 Gavin Karlmeier
Es gibt Zahlen, die habe ich jetzt nicht vorbereitet, aber es gibt Zahlen dazu, dass der Account massiv groß gewachsen ist durch diesen Space. Und dass Alice Weidel seitdem zu den Accounts gehört, die dir vorgeschlagen werden, wenn du dich neu auf Ex registrierst. Was sicherlich nicht. . nur daran liegt, sondern auch am generellen Verschieben des Diskurses auf X und dem Wunsch des Algorithmuses, solche Accounts zu befördern und dass diese Accounts eben stärker polarisieren. Aber eben auch dadurch, dass dieser Account so stark gewachsen ist innerhalb weniger Stunden durch diesen Space.
12:44 Eva Wolfangel
Ja, ja gut, ich meine klar, uns ist natürlich auch der Trotz von Elon Musk, der uns allen zeigen will. dass wir ihm hier nicht vorschreiben können.
12:53 Gavin Karlmeier
Jetzt habe ich vorhin so eine mehrteilige Frage gestellt, aber die eigentliche Frage, die hängen geblieben ist, ist, was können wir denn jetzt noch tun die letzten neun Tage vor der Wahl?
13:00 Eva Wolfangel
Genau, die Frage ist überhaupt, was ist eine sinnvolle Reaktion drauf? Da habe ich mich ein bisschen umgehört jetzt auch in Deutschland, habe beim Auswärtigen Amt nachgefragt und beim BSI, wenn es um Cyberangriffe geht. Und mein Eindruck ist, tendenziell bei den offiziellen Stellen. Bei den Behörden ist so ein bisschen die Ansicht, don't feed the trolls, also reagiert da einfach besser gar nicht drauf. Die Claudia Plattner von BSI hat mich auch mehrmals gewarnt oder gebeten, also gewarnt davor, Meldungen über vermeintliche Cyberangriffe wirklich gut zu prüfen, weil es gab schon einen Angriff auf den es eben nicht gab, der aber groß berichtet worden ist in vielen Medien, der angeblich von einem vermusischen Geheimnis oder von russischen Hackern begangen worden ist und sie sagt, diesen Angriff gab es einfach gar nicht. Also das heißt, möglicherweise sparen die sie so inzwischen die Cyberangriffe selbst, sondern machen nur noch das Marketing, veröffentlichen irgendwelche Daten, die sie irgendwo gefunden haben und ja, wenn es eben genug JournalistInnen gibt, wie uns vielleicht auch, die sagen, wir finden sowas immer interessant und berichtenswert, dann laufen wir Gefahr, dass wir quasi dieses Marketing für Russland machen. So ist so ein bisschen ihre Bitte, dass immer, also da wirklich Dinge gut zu überprüfen. Klar, das machen wir in der Regel ja auch, ne? Aber ich dachte schon auch, klar, das geht auch schnell, dass irgendjemand findet im Darknet irgendeinen Lied. Das sieht nach offiziellen Daten aus. Dann kommt dazu die Meldung von irgendwo, Social Media, oh, das war ein russischer Hacker, das war der Geheimdienst und fertig ist die Geschichte, da muss man wirklich aufpassen. Und so ähnlich. ist im Prinzip auch die Ansicht im Auswärtigen Amt, dass man viele von diesen Gerüchten, die jetzt also vor allem auf Ex groß laufen, mit irgendwie bis hin zu Missbrauchsvorwürfen gegen deutsche PolitikerInnen, dass man viele von denen einfach ignorieren sollte, um ihnen eben nicht noch mehr. Reichweite zu verschaffen. Und die sagen auch, die denken, dass wir Deutschen eben resilient sind, dass wir eine starke Demokratie haben, dass die Menschen ja nicht, also ja Sehr spannend, Julia Sminova hat mir gesagt von Cimas, das ist so eine NGO, die sich mit Desinformation beschäftigt. Die hat mir gesagt, wir müssen aufpassen, dass wir eben nicht Dieses Bild übernehmen, was Russland ja auch uns versucht mitzugeben mit diesen Kampagnen, dass alle Menschen manipulierbar seien, also alle Menschen Marionetten seien. So ist ja ein bisschen das Bild von Russland, wenn sie solche Kampagnen, vor allem diese so ein bisschen platteren Desinformationskampagnen, fahren ein Glauben dir ja, dass sie damit uns alle oder viele überzeugen können. Die offiziellen Stellen und eben auch andere Fachleute warnen davor, dieses Bild zu übernehmen und zu glauben, dass es so einfach ist. Uns Deutsche zu beeinflussen. Und ob es so ist, ja, ich meine, das werden wir dann sehen.
15:29 Gavin Karlmeier
Jetzt hast du aber eben gleichzeitig auch gesagt, du hast das Gefühl, wir nehmen das zu sehr auf die leichte Schulter. Ich weiß nicht, ob das eine wortwörtliche Formulierung war, aber wie ich das so rausgelesen habe. Ähm, wenn wir auf der einen Seite sagen, naja, vielleicht berichten wir einfach ein bisschen weniger über solche Geschichten, wenn wir uns nicht hundertprozentig sicher sind, ein bisschen f müssen uns ein bisschen vorsichtiger bewegen, gibt es denn irgendetwas, wie wir uns besser fein könnten jetzt vor der nächsten Woche?
15:50 Eva Wolfangel
Also ich glaube tatsächlich halt sehr genau schauen, woher welche Infos kommen. Also klar, Dinge, Fakten checken. Ja, also wir als JournalistInnen. Und schon auch gucken, ist das jetzt was, wessen Interessen dient es hier oder ja, nee, genau, ich glaube, da muss man auch aufpassen, weil unser Job natürlich als JournalistInnen ist jetzt auch nicht die in unserem Podcast habe ich gesagt, die Regierungssprecher zu sein, die nur darüber sprechen, was, also die nur, also deren Job ist, die Demokratie zu schützen, klar ist es auch unser Job, aber ich glaube, wir dürfen natürlich, wir müssen natürlich weiterhin kritisch sein. Und das glaube ich, muss man sich Das ist eine feine Linie, die wir da gerade gehen müssen. Ja, ich glaube, wir müssen natürlich gucken, dass wir nicht solchen Fehlinformationen aufsitzen, wie mit diesem Cyberangriff auf Destatis. Und da sind wirklich viele, da haben wirklich viele mitgemacht. Gleichzeitig finde ich schon, ist es richtig, auch zu berichten. Und das haben die in Molda müder gesagt, wir müssen drüber sprechen, über die Strategie Russlands. was die hier machen. Wir müssen das öffentlich machen. Und ich bin, seither, seit ich in Moldau war, schwanke ich so ein bisschen hin und her. Aber ich bin jetzt wieder ein bisschen mehr auf der Seite zu sagen, ich glaube, wir sollten mehr darüber sprechen. Also vor allem seit diese Sache mit diesen Auspuffbronnen in dem Bauschauen passiert ist, weil mir da so klar geworden ist, dass eben diese Strategie ist, zum Beispiel, weil die Bild-Zeitung es aufgegriffen hat. halt doch auch aufgegangen ist. Und dann, glaube ich, ist es gut, wenn wir auch darüber sprechen und sagen, hey, das versuchen die gerade. Die versuchen uns als Marionetten darzustellen. Die haben dieses Menschenbild. Also wenn die Behörden hier sagen, wir sind resilient, dann seid auch resilient, ja, auch so ein bisschen an die Leute gerichtet, die vielleicht auf die Bild-Zeitung oder auf solche Berichte dann. . dann reinfallen.
17:29 Gavin Karlmeier
Und ich glaube, es ist ein schmaler Grad, und jetzt kriegst du doch meine Überleitung, ist ein schmaler Grad zwischen Resilienz, also wir sind lassen uns nicht aus der Ruhe bringen oder lassen uns nicht in unserem Demokratieverständnis stören auf der einen Seite und auf der anderen Seite aber nicht abzustumpfen gegenüber Nachrichten zum Beispiel. Wenn wir jetzt zum Beispiel anschauen, was in den USA passiert, seit drei Wochen bewegt sich der Staat mit großen Schritten in einen Faschismus oder zumindest weg von der Demokratie. Wenn du dir das anschaust, darf man nicht müde werden, also zumindest wir als JournalistInnen nicht, nicht müde werden, weiterhin darüber zu berichten. Es ist natürlich sehr einfach zu sagen. Ich gucke mir gar nicht mehr an, was da kommt, aber in dem Moment lässt du halt Unrecht walten, einfach weil du selber zu müde oder zu begeistern. Quem bist oder vielleicht auch es satt bist, es leid bist, dich weiter damit auseinanderzusetzen. Und das ist, glaube ich, eine riesengroße Gefahr in der Berichterstattung dazu.
18:24 Eva Wolfangel
Ja, also viele haben ja auch noch das Gefühl, dass USA ist so weit weg und so. Und ich glaube schon, dass wir da gut hingucken müssen, ja, um klar zu haben, dass wir sowas hier. . mit Glück noch verhindern können und auch sollten. Und ja, also und da finde ich, kann man auch sehen, wie schnell es halt geht, wie schnell es schief gehen kann, dass ja jemand den wir vielleicht auch nicht ernst genug genommen haben in der Vergangenheit, in kurzer Zeit total viel kaputt macht. Und selbst wenn er dann in vier Jahren oder wann abgewählt wird, ist die Frage, was bis dahin nicht alles schon kaputt gegangen ist einfach.
18:56 Gavin Karlmeier
Naja, vor allem, weil du mit Elon Musk ja einen Schattenpräsidenten hast, der nicht gewählt ist, der aber gerade wahnsinnig viel Veränderung in den USA mit. sich bringt oder auslöst oder der eben sehr viel da reintrampelt und trampelt. Haha. Und die Frage so ein bisschen ist, ob wir in vier Jahren, wenn wir möglicherweise trumplos sind, sollte er bis dahin nicht die Verfassung abgeschafft haben, ob wir damit dann auch Elon Musk los sind oder ob das ein Konstrukt ist, das gekommen ist, um zu bleiben Das kann man leider gar nicht absehen bislang, genauso wie wir aber auch vor vier Jahren nicht absehen konnten, dass wir uns jetzt an diesem Punkt befinden. Elon Musk hat jedenfalls, und jetzt biegen wir ab in die erste Meldung von heute, Elon Musk hat jedenfalls seine erste Pressekonferenz gegeben. Und für die, die das nicht gesehen haben, das war von einem Saturday Night Live Sketch quasi nicht zu unterscheiden, diese Situation. Denn Elon Musk stand mit seinem vierjährigen Sohn, dessen Name unaussprechlich ist, der unaussprechliche Sohn im Oval Office, er stand neben im Oval Office neben einem sitzenden Donald Trump, der so simuliert hat, Präsidentschaftsarbeiten zu leisten, also er hat so ein bisschen rumunterschrieben und so und Elon Musk stand daneben, völlig verloren im Raum. Und hat halt ab und zu mal den Sohn auf den Arm genommen und dabei aber die Fragen der Presse beantwortet. Und das aber mit einer mit einer Abge. . wie wir sie eigentlich ja nur erwarten, in dem Zusammenhang. Denn es ging tatsächlich um die Arbeit des Doge, dieser Einrichtung, die eigentlich zur Regierungseffizienz geschaffen wurde, die aber inzwischen eigentlich eine Art Schlägertrupp ist, die vor allem die Interessen von Donald Trump und vor allem die Interessen von Elon Musk auf Regierungsebene durchdrücken möchte. Er sagte zwar in der Pressekonferenz, alle unsere Aktionen sind maximal transparent und er spricht sich täglich mit Trump ab und jedes Vorgehen gescheher auf Geheiß des Präsidenten, so schreibt es der Spieler. Aber diese maximale Transparenz, die hört schon in dem Moment auf, wenn man sich zum Beispiel anschaut, was denn auf der Webseite, auf die er verwiesen hat, Doge. gov, die wir außerhalb der USA gar nicht öffnen können übrigens.
20:58 Eva Wolfangel
Ähm auch da ist schon die Transparenz übrigens da endet sich schon wir sind ja nicht mit gemeint Uns betrifft das alles nicht.
21:06 Gavin Karlmeier
Aber es gibt gar keine Information, keine Details darüber, welche Programme tatsächlich gekürzt werden oder wo das wo eben, so schreibt es der Spiegel, das Gremium Zugang hat. Das heißt, eigentlich gibt es diese Transparenz nicht, sondern es gibt so eine Scheintransparenz, die dann eben, und da sind wir tatsächlich bei der vierten Gewalt, eher durch den Journalismus hergestellt wird, die eben sehr, sehr Kleinteilig recherchieren gerade, um eben nicht zu verpassen, was da gerade alles passiert.
21:29 Eva Wolfangel
Und ich glaube, man muss nochmal auf, also ich finde, fand dieses Bild, Elon Musk mit seinem Sohn, Der saß ihm auf den Schultern ja teilweise. Also ich glaube, das ist durchaus Absicht. Das ist nicht so, dass der nur gerade keine Betreuung hat für sein Kind, sondern das ist so dieses Ich stelle mich hier so als der Rebell dar, der so hemsärmlich, aber mit lauter guten, pragmatischen Vorschlägen jetzt in die Politik kommt und die Bürokratie zurechtstutzt, damit wieder mehr Geld für die Menschen da ist. Und ich glaube schon, dass dieses Bild total bewusst Von ihm so gewählt und auch komponiert ist, dass er so, genau, ich bin der Mann, der so im Leben steht. Und das ist, das ist schon eine Gefahr, die von Elon Musk ausgeht, dass er ein unglaublich gutes Gefühl dafür hat, auch solche solche Bilder zu transportieren und sich so hinzustellen, als der, ich bin derjenige, der jetzt dem Volk hilft, der den einfachen Menschen hilft, der dafür sorgt. Es gab auch halt auch so ein Meme, war das er oder Trump so ein Meme gepostet? So zwei Gläser mit Geld, in einem ist ganz wenig drin, Geld für, weiß nicht, Überflutung, Überflutungsopfer und das andere war irgendwie ganz voll mit Kleingeld, Geld für Gender Comics in Peru oder sowas. Und das er sagt: Das will ich jetzt alles ändern Und ich glaube echt, dass diese ganzen Memes und Symbole wahnsinnig viel Reichweite erzielen und eben auch wirken, ohne dass man groß lesen oder zuhören muss. Das sind einfach so ganz platte Platte Bilder und Memes, die die Leute aber erreicht. Und das ist, glaube ich, eher eine Gefahr. Wenn du fragst, kriegen wir Elon Musk wieder los Da kann man echt nur hoffen, dass die Menschen irgendwann aufwachen und das auch sowas kritisch hinterfragen und sehen, dass sie manipuliert werden, auch mit sowas.
23:00 Gavin Karlmeier
Ja, natürlich, weil das ja auch größtenteils Lügen sind, die er verbreitet. Also Diese Geschichte dieses Memes lässt zum Beispiel außen vor, dass die Behörde gerade daran ist, die Krebsforschung in den USA massiv einzudämmen. einfach Gelder, Fördermittel zu streichen für eben die Wissenschaft im Gesundheitsbereich. Oder die Entwicklungshilfe in ganz vielen Ländern eigentlich quasi von der USA gar keine Gelder mehr bekommen. Die Behörde, die dafür zuständig war, USAID. Die hat irgendwie von 10. 000 Mitarbeitenden inzwischen über 9000 verloren oder wird sie verlieren. Das heißt, das, was Elon Musk hier macht, ist halt wirklich mit der großen Schere die Dinge abzuschneiden, die nicht in das Weltbild der Isolationspolitik. passen, die Donald Trump in der ersten Amtszeit schon ein bisschen vorgezeichnet hat. Hier jetzt aber gerade innerhalb von nicht mal einem Monat, die er jetzt im Amt ist, direkt auf Kurs bringt.
23:49 Eva Wolfangel
Und alle, die da widersprechen, werden sofort, wird sofort unterstellt, ihr profitiert ja auch. Also USA, das kriegt man ganz systematisch. Medien, New York Times, wenn die Artikel schreiben, wird immer sofort unterstellt. Ihr werdet auch von denen bezahlt.
24:00 Gavin Karlmeier
Ihr Zeit online passiert das auch.
24:03 Eva Wolfangel
Und es stimmt nicht und das ist, aber das kommt wahrscheinlich schon gar nicht mehr an bei den Leuten. Die sehen darin diese große Verschwörungstheorie, ihr stützt euch alle gegenseitig. Die Geschichten gibt es ja hier auch, das behauptet die AfD auch. Demonstranten werden alle von der Regierung bezahlt und so. Und man kommt ja nicht dagegen an. Die Leute glauben, die wollen das glauben.
24:17 Gavin Karlmeier
Die glauben so Verschwörungstheorien.
24:19 Eva Wolfangel
Und das finde ich gruselig, weil man wirklich nicht mehr, ja, man kann, also widersprechen funktioniert nicht, weil das einfach nicht gesehen und gehört wird.
24:25 Gavin Karlmeier
Ja, entweder du bist, also die Wahrheit schreibt der Sieger oder so, lautet doch dieser Satz. Geschichte wird von den Gewinnern geschrieben, so ist der Satz. Und das bedeutet hier aber auch, dass man einfach so lange versucht, Unwahrheiten zu verbreiten, bis sich niemand mehr erinnert, was eigentlich richtig war und was nicht. Und das ist, glaube ich, ich will es jetzt nicht ganz groß werden lassen, auch weil ich das hier, glaube ich, schon öfter im Podcast gesagt habe, aber ehrlicherweise halte ich das für das größte Problem und die größte Gefährdung unseres Miteinanders dieser Zeit. dass Menschen auf den Trichter gekommen sind. Und das fängt auch im deutschen Wahlkampf, gibt es dafür wahnsinnig viele Beispiele. Sowohl Lindner als auch Merz nutzen dieses Instrument, der ich Behaupte jetzt einfach mal was und am Ende kann sich entweder keiner mehr daran erinnern, was wirklich stimmt, oder aber es ist so egal, weil die Leute eh nur meine Desinformation kriegen. Lüge mitkriegen und nicht die Wahrheit. Also im Fall von Lindner haben wir in der letzten Folge auch darüber gesprochen, dass Lindner behauptet hat, er wäre von vornherein gegen den Atomausstieg gewesen, obwohl er im Parlament dafür gestimmt hatte.
25:22 Eva Wolfangel
Ja, und das wird so oft von Leuten richtiggestellt, aber die kommen einfach nicht durch damit. Also die Menschen, die ihm glauben wollen, die kriegen das wahrscheinlich gar nicht mehr mit. Also diese krasse Polarisierung, ich glaube, das hätten wir. wahrscheinlich noch vor einem Jahr nicht gedacht, dass es so krass kommen würde. Dass wir nicht mehr miteinander reden können.
25:45 Gavin Karlmeier
Und dass wir überhaupt darüber sprechen, dass es verschiedene Wahrheiten gibt, ist ja auch eine Entwicklung der Welt.
25:49 Eva Wolfangel
Genau, abgesehen davon sollte es eigentlich genau gibt keine alternativen Fakten. Es gibt nicht zu allem auch eine andere, ist gerne eine andere Meinung, aber es gibt nicht zu allem auch eine andere Wahrheit.
26:00 Gavin Karlmeier
Genau, ja. Also Musk hat auf jeden Fall in der Pressekonferenz noch gesagt, wir arbeiten schnell und werden Fehler machen, aber diese Fehler werden wir auch beheben, was auch immer er damit meint. Und während der Pressekonferenz, ich habe ja gerade gesagt, saß Trump am Tisch und hat Präsident gespielt. Er hat aber währenddessen offenbar ein Dekret unterschrieben, während er da saß, in dem Doge mehr Macht bekommt, um über Neueinstellungen von MitarbeiterInnen in Bundesbehörden mitzuerken entscheiden zu können und damit auch den Personalabbau bei Bundesbehörden mit prägen zu dürfen. Das heißt, sie haben jetzt auch das Recht, sie sind jetzt sozusagen gleichzeitig Human Resources für die Regierungsbehörden der USA.
26:37 Eva Wolfangel
Und da muss man doch aber schon gucken, ob das alles rechtlich so geht, oder? Also, dass jetzt Elon Musk, der ja nicht gewählt ist, so viel Macht bekommt, in Bezug auf Dinge, die ja teilweise seine eigenen wirtschaftlichen Interessen betreffen. Also das Da schlagern wir manchmal schon die Ohren über die Schwester.
26:51 Gavin Karlmeier
Ja, dann halt mal die Ohren fest, weil das geht nämlich jetzt direkt so weiter. Also zum Moment der Vereidigung von Donald Trump liefen 32 Untersuchungen von elf Bundesbehörden gegen Elon Musk und seine Unternehmen. Also da gab es Untersuchungen von wegen, ob es irgendwelche Rechtsverstöße bei SpaceX gibt, ob es Verstöße gegen das Luftfahrtsrecht durch SpaceX gibt. Gibt, ob es irgendwelche Rechtsverstöße bei Tesla gibt, irgendwelche Untersuchungen bei Neuralink, ob da Verstöße gegen das Menschenrecht vorliegen und so weiter und so weiter. Also wie gesagt, 32 Untersuchungen. Die meisten dieser Fälle sind inzwischen abgeschlossen. Oder die Behörden sind schließungsbedroht durch Doge. Das heißt, Musk nutzt hier direkte direkt Sein. Es gibt eine ganz tolle Grafik in der New York Times. Ich werde euch den, wenn ich nicht vergesse, den Link in die Shownotes packen. Es gibt eine tolle Grafik, die eben alle diese Ministerien in Zusammenhang der Untersuchungen stellt und dann auch direkt direkt zeigt, wie eben diese Untersuchungen genau aussehen und ausgegangen sind. Und da muss man sagen, diese, also das Maske vielleicht nicht zwangsläufig Interessenskonflikte damit auslöst, dass er sich selber Regierungsaufträge zuschustert. Übrigens auch, sprechen wir gleich drüber. Aber auch dadurch, dass Musk hier durch seine Arbeit möglicherweise einfach sein Unternehmen aus der Schusslinie der Regulierung nimmt. Einfach indem er ganz grundsätzlich Regulierung in den USA wegräumt. Das sind so die nächsten Schritte, die wir da gerade beobachten.
28:24 Eva Wolfangel
Es gab ja auch Meldungen, die die Beamten, die ermittelt haben rund um den Sturm auf das Kapitol, dass die auch persönliche Probleme bekommen haben oder direkt entlassen wurden oder also.
28:34 Gavin Karlmeier
Genau, der Sicherheitschef wurde des Finanzministeriums beispielsweise wurde einfach beurlaubt
28:39 Eva Wolfangel
Krass, oder? Da sieht man, wie wenig nachhaltig oder wie schlecht sich Gesetze halten oder eine Verfassung hält, auf die man sich eigentlich glaubt. verlassen zu können, wie schnell das geht, dass alles nicht mehr gilt, dass die Demokratie einfach abgeschafft wird.
28:58 Gavin Karlmeier
Und ich finde, was man daran aber auch merkt, ist wie, ich versuche es jetzt mal ganz positiv zu drehen und nicht so dystopisch wie alles immer so, es zeigt aber auch wie stabil die letzten Jahre, Jahrzehnte in vielen Ländern auf der Welt nur deswegen funktioniert haben, weil alle sich auf die gleichen Werte verständigt haben. Also auch, wenn wir in ganz vielen Bereichen wahnsinnige inhaltliche Konflikte und Unterschiede festgestellt haben. Und das fängt ja an mit B was weiß ich. Also die Entscheidung darüber, ob wir ob Deutschland sich das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg an einem Angriffskrieg beteiligt, ähm in dem in der Afghanistan-Debatte. kurz nach 9-11, zeigt ja, dass du dass wir totale inhaltliche Differenzen hatten, aber niemand auf die Idee gekommen ist. das Verteidigungsministerium zu stürmen, zum Beispiel. Das ist ja nicht passiert. Es gab so einen Putsch nicht. Und jetzt gerade siehst du, dass dieser Putsch aber möglicherweise vielleicht sogar erfolgreich gewesen wäre, sogar in Deutschland, was sie nicht für möglich gehalten hätten.
29:59 Eva Wolfangel
Und das haben die Leute in Molda übrigens auch gesagt. Ihr seid zu sehr gewöhnt daran, dass alles entspannt ist. Also ihr habt euch zu sehr entspannt. Ihr könnt euch gar nicht mehr vorstellen, dass ihr euch wehren müsst. Und es ja, stimmt. Das ist, glaube ich, wirklich so. Klar. Wir hatten jetzt einfach sehr, sehr lange keine großen Kriege und Krisen, in die wir direkt involviert waren. Und das, ja, man kann sich, es fühlt sich so ein bisschen anders, wenn sowas nie kommt, und jetzt auf einmal steht es An allen Seiten vor der Tür. Und wir sind nicht in Verteidigung. Also wir sind einfach nicht in dem, sag mal, in the mood, wir haben das das Gefühl nicht, dass das passieren kann, dass wir uns Dass wir angegriffen werden. Also auch viele Leute glauben das ja auch nicht. Dass der hybride Krieg auch gegen uns gefahren wird. Ganz viele Leute sagen, ah ja, komm, Russland hat doch nichts mit uns vor. Weil man halt sich das, ja, weil es so nicht im Kopf drin ist und auch nicht in dem Gefühl. dass wir im Fokus stehen könnten. Aber ja, ich das tun wir.
30:53 Gavin Karlmeier
Ja, das ist so. Jetzt habe ich gerade von Interessenskonflikten gesprochen und gesagt, naja, aber nicht nur für seine eigenen Unternehmen. Naja, die Trump-Regierung plant offenbar gepanzerte Cybertrucks im Wert von 400 Millionen Dollars. kaufen. Es gab eine Beschaffungsprognose, so ist die Deep L-Übersetzung des Begriffes. Es ging so ein bisschen um den Budgetplan. Was möchte das Außenministerium anschaffen in diesem Jahr? Und zunächst stand da gepanzerte Tesla, das wurde dann später klammheimlich um 21. 12 Uhr heimlich geändert zu gepanzerte Elektrofahrzeuge. weil in Berichten darüber schon gesprochen wurde. Aber wahrscheinlich wird es eben Cybertrucks, gepanzerte Cybertrucks im Wert von 400 Millionen Dollar geben. Wo man sich ein bisschen die Frage stellt, wofür soll das sinnvoll sein, sich diese Cybertrucks anzuschaffen? Weil die, also das Ding rostet bei Regen. Ich bin mir nicht so sicher, ob eine Panzerung am Ende da das größte Problem des Autos wirklich löst.
31:46 Eva Wolfangel
Sieht halt schön martialisch aus, oder?
31:48 Gavin Karlmeier
Das ist auch so ein bisschen das Muskelnzeigen. Das ist die maskuline Energie, die Zuckerberg ja auch bei Meta wieder einführen möchte. Also da sehen wir, dass hier offenbar keinen, also Musk schafft diese Autos natürlich nicht selber an im Namen des Außenministeriums Aber ohne die Nähe von Musk zur Regierung hätte es diesen Deal vermutlich so nicht gegeben.
32:08 Eva Wolfangel
Ja, okay, von daher soviel zum Thema Eigeninteressen.
32:12 Gavin Karlmeier
Genau. Gleichzeitig greift das Doge-Ministerium unter Maske und jetzt biegen wir so ein bisschen in die Welt Ex und Social Media endlich ein, nach 33 Minuten. Ja, das stimmt. Die Verbraucherschutzbehörde wird gerade von Doge untersucht und gleichzeitig werden da Leute entlassen. Also auch dort gibt es jetzt schon. diese diese E-Mails, die Menschen eben dazu auffordern, eine Abfindung anzunehmen, zu gehen. Gleichzeitig hat Elon Musk getwittert, CFPB RIP, also CFPB, das ist diese Verbraucherschutzbehörde in USA, ich habe mir leider nicht aufgeschrieben, wofür das steht Reiche ich gleich nach. Consumer Financial Protection Bureau. Also das ist eben die Verbraucherschutzbehörde und RIP RSMPs. Und das hat er deswegen geschrieben, nicht etwa, weil das Doge-Team da jetzt gerade eine riesengroße Quelle der Geldverschwendungen zum Versiegen gebracht hat, sondern weil diese Behörde, diese Verbraucherschutzbehörde in den USA Gleichzeitig die Behörde war, die verhindert hat, dass X-Money, der Zahlddienst von X, einfach so an den Staat gehen konnte. Das ist nämlich gleichzeitig die Plattform, die hier große Konflikte und Probleme gesehen hat, die Finanzprodukte am Ende auch erlaubt. Das ist nämlich die Aufsichtsbehörde, die am Ende dafür verantwortlich gewesen wäre, dass er ihnen hätte Rechenschaft ablegen müssen. Und die werden jetzt gerade so ausgehöhlt und entkernt, dass am Ende gegen X-Money niemand mehr im Weg steht, gegen das Bezahlsystem von Ex unter Mask.
33:45 Eva Wolfangel
Das ist ein bisschen wie Kindergarten, ne? Also, das ist doch wirklich lächerlich. Also diese Tweets sind doch lächerlich, ne? So ein bisschen wie Edge, ich zeig's dir. Aber es geht halt um ganz große Sachen und das passiert einfach trotzdem.
33:58 Gavin Karlmeier
Naja, du musst dir das, um das mal ein bisschen haptischer zu machen, stell dir vor, Boeing als Flugzeughersteller stellt fest, dass ihre Flugzeuge nicht mehr zugelassen werden, weil es in der Vergangenheit zu vielen Konflikten gekommen ist. Und dann geht der Chef von Boeing über den Umweg der Regierung in die Luftfahrtbehörde und entlässt dort alle Menschen, damit einfach Boeing nicht mehr reguliert werden kann. Dann ist das Problem gelöst.
34:21 Eva Wolfangel
Öffentlich Edge.
34:22 Gavin Karlmeier
Ja, genau.
34:23 Eva Wolfangel
Jetzt habe ich euch los. Also es wird ja nicht mal versteckt, ne? Diese Interessen, die da mit reinspielen.
34:29 Gavin Karlmeier
Überhaupt nicht. Es ist völlig offensichtlich, was da gerade passiert. Und das Hat ja wirklich mit, also du kannst das nicht mehr Demokratie nennen, was dort passiert, weil es einfach überhaupt gar keine Systeme mehr gibt, die aufpassen, dass man fair miteinander umgeht. Das ist einfach katastrophal.
34:48 Eva Wolfangel
Ja. Aber hast du nicht gerade am Anfang gesagt, du willst was positiv drehen? Naja, jetzt sind wir doch wieder ganz tief wieder in der Scheiße gelandet.
34:56 Gavin Karlmeier
Eva, du bist ja neu hier in der Haken-Familie. Das ist immer so.
35:00 Eva Wolfangel
Ich bin sonst immer die, die am Ende wieder Kulturpersonen. Mistisch endet, aber vielleicht steigern wir uns da gegenseitig gerade ein bisschen hoch. Die Realität ist so, wollte ich auch gerade sagen. Es ist einfach nicht schön gerade.
35:14 Gavin Karlmeier
Ja, übrigens gibt es zu XMoney ein paar Details jetzt und zwar wird jeder Nutzer und jede Nutzerin einen QR-Code bekommen, damit man sich gegenseitig scannen und direkt Geld schicken kann. Das ist übrigens ein Feature, das bei PayPal auch gibt. Ich weiß nicht, ob du das schon mal genutzt hast. Ich glaube die meisten Leute nicht.
35:27 Eva Wolfangel
Ich tippe immer einfach die E-Mail-Adresse ein, aber das geht manchmal schief.
35:31 Gavin Karlmeier
Ja, ich habe auch schon mal einem alten Mitschüler, den ich noch so über Facebook kannte, das war so ist auch schon über zehn Jahre her, ein Handy ab gekauft, dass er so bei Facebook war auch jemand ein Handy und ich habe meiner damaligen Freundin damals eine Freude machen wollen, habe sein Handy gekauft. Und dann habe ich den Punkt bei der E-Mail-Adresse vergessen von ihm und er hatte jetzt einen Namen, den es durchaus häufiger gibt. Und habe einer fremden Person einen relativ hohen Betrag überwiesen, nämlich schon einen Betrag für so ein Smartphone halt, und hatte dann das Glück, dass diese Person mir das zurückgeschickt hat, weil sie gemerkt hat, dass das falsch ist.
36:01 Eva Wolfangel
Ja, weil nämlich wenn du es nicht tust, also wenn es zumindest wenn es als Freunde und nicht als Geschäft läuft, dann sagt Paypal, nicht unser Problem, kümmere dich selbst drum.
36:11 Gavin Karlmeier
Ja, und gleichzeitig sieht das Ganze nach aus, als würde X Money auch Support für Mastercard und American Express bald bringen. Sie haben ja schon die Zusammenarbeit mit Visa angekündigt und sie arbeiten mit dem digitalen Verifikationsdienst Socure. für Identitätschecks. Also dafür, dass man sich quasi mit seinem Personalausweis oder seinem Reisepass dort auch als echter Mensch ausweisen kann. Was soll schief gehen? Hey, Elon Musk, nimm meinen Pass.
36:38 Eva Wolfangel
Ja, stimmt, ist eigentlich ein ganz guter Trick. Ich meine, er wird behaupten, er muss es tun, weil geht ja neue Customer-Geschichten und so weiter. Und das ist Kryptowährung einfach.
36:47 Gavin Karlmeier
Nö, das ist eine normale Bezahlung. Also du kannst ja auch normal. Das ist gar nicht Kryptowagen. So, Apple macht jetzt wieder Werbung auf X. Das ist so der nächste Punkt, wo wir jetzt sagen müssen, jetzt haben wir Apple vielleicht auch doch ein bisschen verloren. Sie hatten 2023 im November in der großen Welle, in der Elon Musk den Werbetreibenden gesagt hat, sie sollen sich doch zum Teufel scheren in unserer jugendfreien Übersetzung. Haben sie in dem Zusammenhang, genau wie Disney, die ja auch traditionell eine gemeinsame Geschichte mit Apple haben, haben sie sich entschieden, nicht mehr auf Ex zu werben. Das haben sie jetzt wieder aufgenommen und schalten wieder im größeren Stil Werbung auf X.
37:26 Eva Wolfangel
So wie alle Tech-Größen umgekippt sind. Also das ist übrigens auch etwas, was mich wirklich negativ beeindruckt hat. Wie gesagt, mit beeindruckt bis wo positiv konnotiert. Aber ja, also. wie schnell das geht, dass die alle sagen, okay, super, wir wollten da auch schon lange Trump als Präsident und wir wollten das auch schon lange, und hier gibt es ganz viel Geld von uns. . Also ich, ja, also, dass da niemand Mir fällt gerade gar kein jugendfreies Wort ein. Egal.
37:54 Gavin Karlmeier
Ich weiß, was du meinst. Und noch eine Kleinigkeit habe ich noch zu X, und zwar ein kleines Housekeeping. Wir erinnern uns, ich muss kurz ausholen, dass Meta das Gerichtsverfahren wegen des Deep Platformings von Donald Trump dieses Gerichtsverfahren mit einem außergerichtlichen Vergleich beenden konnte, weil also Donald Trump hatte ja geklagt, dass die Sperrung seiner Accounts nicht rechtens gewesen sei. Es gab einen außergerichtlichen Vergleich, bei der Meta die Summe von 25 Millionen Dollar an Donald Trump gezahlt hat, damit alles wieder gut ist. Und wir haben hier im Detail, ich glaube mit Lorenz Meyer, darüber gesprochen, dass diese Summe eigentlich nur ein Fliegenschiss ist, nichts wert. Ähm, also vor allem für alle Beteiligten wirklich eine mikrokleine Summe, die aber so ein bisschen zeigt, wie Donald Trump tickt, dass er auf jeden Fall als Gewinner aus so einer Nummer rausgehen möchte. Wir haben auch erfahren, dass das Verfahren gegen Ex ebenfalls eingestellt wird. Und jetzt wissen wir, dass auch Ex 10 Millionen Dollar an Donald Trump zahlen wird, um dieses Verfahren einzustellen. Völlig unklar, warum diese Summe hier fallen muss. Wahrscheinlich, damit es irgendwie am Ende ein auch da dieses gesichtswachende Gefühl bei Donald Trump gibt, ah, ich habe Stänen gezeigt, auch wenn Ex fest in der Hand von eigentlich seinem mittlerweile besten Freund Elon Musk liegt.
39:05 Eva Wolfangel
Ja, aber es ist, glaube ich, wirklich dieses Gesichtswahn, was du sagst. Da geht es nicht real um das Geld oder um was real passiert, sondern einfach nur darum, ums Recht haben, um gut dazustehen am Ende.
39:17 Gavin Karlmeier
Ja, genau. Naja, du merkst es, gute Laune. Kommen wir zu Meta.
39:24 Eva Wolfangel
Jetzt wird es bestimmt besser.
39:26 Gavin Karlmeier
Meta hatte ja eine große Entlassungsfälle angekündigt, hat ja am vergangenen Montag. 3600 Menschen, also 5%. Prozent der Belegschaft entlassen. Angeblich waren das alles Menschen, die Low-PerformerInnen waren, also Menschen, die nicht die Leistung gebracht haben, die das Unternehmen von ihnen erwartet. Ich habe in der Folge von Mittwoch die These aufgestellt, dass das vermutlich, also vom Zeitpunkt her, dass ich dann An einen Zufall glaube ich und dass es mit Sicherheit auch Leute gibt, die jetzt gerade entlassen werden, die sagen: Naja, vielleicht stört sich aber auch das Unternehmen, wie es jetzt aufgestellt ist, an meiner politischen Haltung und daran, dass ich sie laut Kultur Und habe auch die These aufgestellt, früher oder später werden die Ersten anfangen, darüber Blogartikel zu schreiben. Und das hat Kayla Curry zum Beispiel jetzt gemacht. Die hat den Bereich Product Content Operations Dort hat sie gearbeitet und sie hat geschrieben, dass sie irritiert ist bei LinkedIn, dass sie wegen schlechter Leistungen entlassen wurde, nachdem sie in ihrer letzten Halbjahresbeurteilung. . alle Erwartungen übertroffen hat und schreibt gleichzeitig dazu: vielleicht habe ich mich auch etwas zu lautstark zu Wort gemeldet, als im Zuge unserer Umstellung auf Inhalte für junge Erwachsene, Sicherheitsverkehrungen zum Schutz von LGBTQ Plus NutzerInnen aufgehoben wurden. Also unsere These scheint hier zumindest in diesem Einzelfall schon mal aufzugehen. Es gibt jetzt auch ein Subreddit, und nein, den gibt es schon länger, aber es gibt ein Subreddit, auf dem viele Meta-Entlassene gerade irgendwie ihre Geschichten erzählen. Layoffs heißt, Der, wo man auch solche Geschichten irgendwie so ein bisschen sammeln kann. Also, offenbar sieht es danach aus, dass die Menschen eben nicht nur wegen ihrer nicht erfüllten Leistungserwartungen entlassen wurden.
41:01 Eva Wolfangel
Wow, oh je, ja.
41:03 Gavin Karlmeier
Mhm. Es geht länger. Gute Lande bei Memeta.
41:06 Eva Wolfangel
Ich hoffe, du hast jetzt noch wirklich was noch was Netteres in deinem Zettel.
41:09 Gavin Karlmeier
Ne, ich habe noch eine Meta-Geschichte. Nämlich die Datenschutzteams haben jetzt, verlieren jetzt die Befugnis. Produkte zu verzögern, wenn sie Sorgen haben, weil Meta selber sagt, das sei eine übermäßige Risikoabwägung, die wir hier so nicht mehr benötigen. Und deswegen werden Datenschutzentscheidungen sind jetzt nicht mehr so fatal oder so kritisch, dass sie die Einführung eines Produktes verzögern können.
41:32 Eva Wolfangel
Achso, ja, das ist ja bewährte Manier bei vielen Tech-Konzernen Sicherheit und Datenschutz erstmal hinten anzustellen, erstmal raus damit und Kann man ja hinterher vielleicht noch fixen und wenn da was schief geht, dabei ist auch nicht so schlimm. Ja, das trifft durchaus meinen Geschmack im Kulturpessimismus.
41:50 Gavin Karlmeier
Und ich habe noch eine kleine kulturpessimistische Geschichte. Und zwar scheint Disney die Warnhinweise vor klassischen Filmen wie Dumbo oder Peter Pan. die im Moment angezeigt werden, wenn Filme aufgrund ihres Alters rassistische Stereotype zum Beispiel reproduzieren dass sie die entweder ausblenden, weglassen oder etwas herunterspielen möchten. Also so, dass diese Infotafeln eben nicht mehr dieses Gewicht haben, das sie jetzt gerade haben. Also auch Disney schließt sich da in dieses Lied, wie gesagt, mit ein.
42:22 Eva Wolfangel
Darf es alles nicht mehr geben, ja.
42:24 Gavin Karlmeier
Das ist alles vogue und gefährlich, wenn wir Menschen einfach nur Kontext liefern wollen. Tja, gute Laune.
42:33 Eva Wolfangel
Ähm dieses Metathema jeweils auch nicht, gefällt mir nicht.
42:39 Gavin Karlmeier
Naja, dann habe ich noch eine kleine Geschichte, die ich ehrlicherweise schon seit ein paar Wochen mit mir rumschleppe und zu der wir ja irgendwie noch nicht gekommen sind, aber heute haben wir dazu was und zwar hat das sächsische Kultusministerium und die sächsische Staatskanzlei sich geäußert zu der Frage. wie man eigentlich dazu steht, dass in Australien für Menschen unter 16 soziale Medien verboten werden. In Sachsen sagt man, das steht nicht auf dem Plan, dieses wird so erstmal kommen sondern man baut auf die umfassende Kompetenzentwicklung, dass Kinder und Jugendliche souverän mit den Gegebenheiten umgehen lernen. So schreibt es zumindest die DPA. Ähm, ja, ich finde, das ist ein spannendes Thema, weil wir hier immer wieder darüber sprechen. Und jetzt schließt sich auch der Kreis wieder zum Anfang unseres Gesprächs, glaube ich, nämlich Medienkompetenz und wie bringen wir den jüngsten Teilen unserer Gesellschaft eigentlich den Umgang mit solchen sozialen Medien bei und wie gehen wir damit um. Weil ich die Diskussion darüber, ob wir junge Menschen, ob wir es schaffen, jungen Menschen so etwas beizubringen, wirklich hinkriegen. Oder ob wir nicht einsehen müssen, dass zum Beispiel, naja, stell dir vor Zigaretten könntest du überall kaufen, ob das schon reichen würde, Kindern zu sagen, ey, die sind übrigens gefährlich.
43:48 Eva Wolfangel
Also ich weiß ja, dass in unserer Community diese Idee von Verbote für bestimmte Dinge, für Jugendliche oder Kinder irgendwie ziemlich. . Out ist. . Also ich krieg da immer nur eigentlich das Gegenteil zu hören. Das Problem sind nicht Smartphones, das Problem ist nicht Social Media. Aber ich muss sagen, nach vielen Recherchen und auch durchaus persönlichen Erfahrungen mit Kindern, Jugendlichen und Social Media und auch mit mir und Social Media. Kann ich dem durchaus was abgewinnen in der Überlegung zu sagen, dass das könnte das Einzige sein, was wirklich hilft? Weil das ja schon so ist, dass das Einzige, was soziale Medien wollen, ist, und das ist ja vielfach belegt, ja, ist unsere Aufmerksamkeit zu belegen und zu besetzen. Und die haben ganze Forschungsabteilungen, auch das ist ja vielfach belegt, die sich nur damit beschäftigen, wie man das am besten bewerkstelligt, um das einzubauen in ihre Produkte. Und das ist ja auch super erfolgreich. Wir alle hängen, glaube ich, regelmäßig irgendwo in sozialen Medien und auf einmal ist Stunde rum und man fragt sich, was heißt, ich wollte nur ganz kurz gucken. Und natürlich trifft das Kinder und Jugendliche viel, viel mehr. Und da kann man durchaus in die Hirnforschung gucken, und das habe ich mal gemacht, als ich am MIT in so einem Fellowship war, die das, ja, da gibt es einfach sehr, sehr stabile und auch schon alte Erkenntnisse aus der Hirnforschung, die eben zeigt, warum das so ist. schwieriger ist, sich zu wehren für Jüngere, ja. Also das geht durchaus lange im Leben.
45:12 Gavin Karlmeier
Ja ehrlich, versuch doch mal an einem, also um das ganz haptisch zu machen, versuch mal einem Menschen, sehr jungen Menschen, einem Kind unter Ich sag mal acht, ein Geheimnis anzuvertrauen und sagen, behalt das aber für dich. Da siehst du ja, wie das so mit der Impulskontrolle bei jungen Menschen aussieht.
45:25 Eva Wolfangel
Genau, und tatsächlich, Impulskontrolle ist erst ausgereift. Ich glaube, das geht ehrlich gesagt bis Mitte 20 gut, solange kann man natürlich keine Verbote aussprechen.
45:34 Gavin Karlmeier
Manche lernen es nie.
45:37 Eva Wolfangel
Das stimmt, muss man auch sagen. Aber der Schnitt ist ab irgendwie Mitte 20 deutlich vernünftiger als mit 15. Ja, und deswegen, glaube ich, ist das durchaus keine so dumme Idee. Weil man muss ja auch, ganz ehrlich sagen, so wahnsinnig wertvoll sind die sozialen Medien jetzt auch nicht. Was ich mitkriege von Kindern und Jugendlichen im persönlichen Umfeld ist, wenn die das, wenn man mal durchgesetzt hat, irgendwie, dass das nicht das To-Go-Ding ist. Dann fangen die tatsächlich an, ja, sich auf Newsseiten zu informieren und oder Podcasts, News-Podcasts zu hören und sagen: ach so, da gibt es ja die ganzen Infos. Das ist, Social Media braucht man, glaube ich, nicht, um ein gutes Leben als Jugendlicher zu führen. Aber es gibt eben sehr, sehr viele Probleme, die soziale Medien mit sich bringen. Von daher und und dann dazu kommt natürlich erst diese Idee, wir machen einfach Medienkompetenz, das ist ja eine schöne Idee, aber es wird halt, es passiert ja nicht, ne? Es passiert nicht in dem Maße.
46:34 Gavin Karlmeier
Ich mache ja so. Da habe ich hier schon sehr, sehr, sehr häufig. Ich glaube, es steht auf jedem Haken dran, Bingo, ist das ein Ding, aber ich gebe so Medienkompetenz-Workshops für 9. Klassen. Ah, du bist das. Und ich bin das.
46:44 Eva Wolfangel
Bist du ausgebucht, oder?
46:46 Gavin Karlmeier
Leider nicht, das ist nämlich das Ärgerliche. Aber ich habe mal den Satz gehört und an den muss ich sehr oft denken, dass der Lehrer, also es gibt laut Lehrplan die Pflicht, einen Medientag im Jahr zu machen für Klassen, immerhin. So, das reicht natürlich vorne und überhaupt nicht. Ein Tag im Jahr, ja. Aber ein Lehrer, der dann zu mir gesagt hat, ihr wisst ja, letztes Jahr waren wir im Bergbaumuseum am Medientag, heute machen wir mal wirklich was zu Medien. So ist das.
47:10 Eva Wolfangel
Einmal im Schülerleben sozusagen hat man diesen Tag dann wirklich.
47:13 Gavin Karlmeier
Ja, und das, ich halte es, ich bin der Erste, der sagt, wir brauchen ein Schulfach zu. Medienumgang. Du kannst das nicht interdisziplinär. Ich glaube, da bin ich nicht ganz auf der gleichen Seite wie andere, die das fordern, aber du kannst das nicht interdisziplinär in allen Fächern so ein bisschen einstreuen. Ich glaube, dass du musst explizit über Medienumgang sprechen.
47:34 Eva Wolfangel
Ja, und man muss natürlich auch die Lehrenden dazu befähigen. Ich meine, das ist das andere, was ich oft mitkriege, dass halt auch in der Schule wirklich viel so Ja, guck doch mal auf YouTube und dann schauen die auf YouTube und schauen erstmal die ganze Werbung und passen dann abzuschalten und dann geht ja so Autoplay einfach weiter und dann schauen die einen großbuchstabigen YouTube-Titel nach dem anderen und kommen halt davon nicht weg. Und also genau, und also solange das so läuft, sogar im Unterricht in der Schule, ist mein Vertrauen da durchaus gering, dass man das einfach so nebenbei Mittel lösen kann, ja.
48:05 Gavin Karlmeier
Also gleichzeitig muss ich aber auch dazu sagen, und das will ich auch nicht unter den Tisch fallen lassen, Ohne die Sozialisation durch das Internet, das natürlich noch anders ausgesehen hat, als ich jung war, aber trotzdem, wäre ich heute ein völlig anderer Mensch in allen Belangen meines Lebens. Also sowohl beruflich als auch popkulturell interessierte. geschmacklich, auch Wesenszüge, die ich mir sicherlich angeeignet habe durch irgendwelche Vorbilder, die ich nur durchs Internet entdeckt habe und so. Also ich glaube, man darf das Internet auch nicht verteufeln, man darf auch Social Media nicht verteufeln, aber wir brauchen Antworten darauf, dass wir gerade keine Antworten haben, wie wir mit jungen Menschen und Social Media umgehen.
48:41 Eva Wolfangel
Es geht ja auch nicht um ein Internetverbot, natürlich nicht. Aber ich glaube, wie du sagst, Social Media hat sich stark verändert, das Internet hat sich stark verändert. Ja, also eben und ich sehe es. Also schau dir mal so eine Playlist an oder so ein Browserverlauf von einem 14-, 15-Jährigen, der mit einem YouTube-Film angeschaut hat, angefangen hat. Also das ist eben nicht so die freie Information, ich schaue mir hier irgendwelche Nischensachen. An und finde neue Freunde, die meine speziellen Nischeninteressen teilen, sondern das ist ja großbuchstabige Titel und totaler, totaler Unsinn, ja.
49:12 Gavin Karlmeier
Auch das ist ja gar nicht das Problem. Also, ne? Also ne, ich will ja schon sagen, natürlich ist es auch okay, wenn du dir Als junger Mensch andere Sachen anschaust, die Frage ist nur, wie kontrolliert bist du dabei noch glauben? Aber wir werden das Problem heute nicht lösen können Wenn ihr aber mehr von Eva hören wollt, hört euch Frauen und Technik an. So heißt ihr Podcast Gemeinamt CHI.
49:29 Eva Wolfangel
So heißt er noch. Wir suchen ein bisschen einen neuen Namen, falls jemand eine Idee hat.
49:32 Gavin Karlmeier
Auch das kriegen die Hackys auch.
49:35 Eva Wolfangel
Genau, bitte neue Namensvorschläge. Wir haben sogar einen Preis ausgelobt.
49:38 Gavin Karlmeier
Was ist der Preis?
49:39 Eva Wolfangel
Eine handschignierte Tasse von uns mit dem neuen Logo und dem neuen Titel drauf.
49:44 Gavin Karlmeier
Moment, ihr habt Tassen?
49:45 Eva Wolfangel
Noch nicht.
49:45 Gavin Karlmeier
Noch haben wir den neuen Titel und das neue Logo. Ich habe noch keine Tassen.
49:49 Eva Wolfangel
Ja, Tassen sind doch eine super Sache.
49:52 Gavin Karlmeier
Bis. Liebe Eva, vielen Dank, dass du da warst. Wenn ihr euch zu dieser Folge austauschen könnt, macht das sehr gerne im Hakenran-Discord auf hakendran. org. Das ist der Ort im Mittelnet, an dem ich mich zumindest am wohlsten fühle. Und ich glaube, über 1400 Leute inzwischen auch. Also es ist wirklich sehr schön dort. Und wir hören uns hier wieder am Montag. Und bis dahin wünsche ich euch ein schönes Wochenende, lasst euch von den News nicht ärgern und liebe Eva, es war sehr schön, dass du heute da warst.
50:17 Eva Wolfangel
Vielen Dank und bitte kommt wieder. Vielen Dank, hat mir auch Spaß gemacht. Ich komme wieder trotz der schlechten Laune, die du hier verbreitest.
50:23 Gavin Karlmeier
Hallo, hallo, hallo.
50:24 Eva Wolfangel
Da fühle ich mich ja ganz wohl.
50:25 Gavin Karlmeier
Danke dir.
50:26 Eva Wolfangel
Ja, cool. Bis bald. Mach's gut. Ciao. Ciao.