Folge 467 · 22. August 2025 · 1:14 Std.
Was auch immer notwendig ist, um Menschen zu überraschen
mit Max Mundhenke
Systemprompts everywhere. Wir schauen nochmal auf das “Handbuch” der Meta AI, aber auch auf die Anweisungen, die die verschiedenen Persönlichkeiten von Grok bekommen, um der digitale Zwilling von Elon Musk zu werden.
Außerdem sprechen wir über einen schrecklichen Fall in Frankreich, in dem ein Streamer ums Leben kam – und über Musks Partei. Aber soviel kann ich sagen: Keine Sorge, die wird wohl nicht kommen.
Transkript
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00:01 Intro
Haken dran, das Social Media Update der CT.
00:06 Gavin Karlmeier
Hallo Max. Hallo Gavin. Bei mir ist heute Max Mundhenke, selbstständiger KI-Berater. Ist das richtig? Kann man das so sagen?
00:14 Max Mundhenke
Das ist außerhalb Berlins, sage ich das. In Berlin sage ich Creative Technologist. Oh, finde ich auch gut. Oder AI Evangelist. Nee, das nicht. Nee, Evangelist, das klingt so kirchlich.
00:27 Gavin Karlmeier
Okay, aber ich freue mich, dass du hier bist, weil du, also ich freue mich immer, wenn Leute hierher kommen, die sich mit mehr mit dem KI-Bereich beschäftigen, weil wir kommen ja. traditionell, eigentlich aus dieser Social Media Welt, die zwar immer mit Machine Learning-Prozessen angereichert war, die Unternehmen werden aber immer mehr zu KI-Unternehmen und wir deswegen müssen auch immer mehr darüber sprechen. Ich habe sogar ein paar Geschichten gesammelt in den letzten Jahren. Tagen, um mit dir genau über die zu sprechen. Und freue mich, dass du hier bist und hoffe, dass ich mit dem echten Max spreche und nicht mit so einer 11 Labs-Synthetisierung deiner Stimme.
00:59 Max Mundhenke
Verdammt, ich wurde ertappt. Weißt du übrigens, wie man das rausfinden kann? Ich habe ja, im früheren Leben war ich ja mal Kommunikationsberater und habe viel Krisenkommunikation gemacht. Früher auch schon überlegt, wie kann man so mit Deepfakes umgehen. Wenn du halt irgendwie einen Zoom-Call hast und da sitzt dann jemand, der dir sagt, du musst irgendwie so mit XYZ überweisen und der sieht halt irgendwie aus wie, keine Ahnung, jemand aus deinem Finance-Board oder so. Und es ist ganz spannend, weil es da ganz viele Ansätze gibt. Und eine kleine Anekdote, auf die wir irgendwann da gekommen sind, ist, dass du sagst, na klar überweise ich dir die Summe, aber du musst mir vorher irgendwie die Quadratwurzel von 735 Milliarden, sonst was nennen. Und wenn sofort eine Antwort kommt, dann weißt du, du redest im Grunde nicht mit einem Menschen, weil Mensch würde sagen, was willst du von mir? Aber eine KI, für die ist das ja ein leichtes. Das heißt. Der Trend damals ging so dahin zu überlegen, wie kann man nicht verifizieren, dass es ein Mensch ist, sondern verifizieren, dass es eine KI ist.
01:50 Gavin Karlmeier
Ja, ich glaube, das wird aber irgendwann leider auch, also wenn ich jetzt, wenn du jetzt mit ChatGPT redest in der App, die macht ja auch Denkpausen und Ass und die wird wahrscheinlich auch irgendwann an den Punkt kommen. Wenn der Prompt clever getextet ist. dann wird sie dir darauf auch keine Antwort geben.
02:06 Max Mundhenke
Richtig.
02:07 Gavin Karlmeier
Geil. Ja, wir gehen rein mit einer. Du merkst, ich hadere ein bisschen reinzugehen, weil das Thema, mit dem wir heute starten, ist ein sehr düsteres. Aber auch das gehört zur Social Media Welt und es ging so ein bisschen durch die Medien am gestrigen Donnerstag und deswegen habe ich das mitgebracht Und zwar geht es um den Streamer Jean Portmaneauf. Jean Pormaneauf war, muss man leider sagen, ein französischer Livestreamer, der während eines Livestreams ums Leben gekommen ist. Und warum ich die Geschichte mitbringe, ist vor allem deswegen, weil er vor allem durch extreme Streamings aufgefallen ist. Er hat über Kik gestreamt. Eine Plattform, die so ähnlich ist wie Twitch, aber deutlich mehr Anteile an die CreatorInnen abgibt als Twitch, weswegen da viele hingehen, aber eben auch deutlich weniger Moderation vornimmt als Twitch. Also es ist quasi. Du kannst machen, was du willst, es wird wahrscheinlich online bleiben auf Kick. Und Jean Pomanof ist ein Pseudonym übrigens, der hatte sehr, sehr, sehr viele FollowerInnen, also fast, es ging an die Millionen. Und es ging darum, dass er sich mit anderen Streamern immer wieder verabredet hat, die ihm tatsächlich auch während der Livestreams massive Gewalt zugefügt haben. Er hat das immer wieder so dargestellt nach dem Motto, das ist so unser Humor, wir machen das hier gerne so. Und der letzte Livestream, und das war eben auch der letzte Livestream seines Lebens, ging knapp 300 Stunden und da ging es tatsächlich um so Extremsituationen, Müdigkeit, überwinden, immer wieder geweckt werden innerhalb von diesen zehn Tagen. Und wie er genau ums Leben gekommen ist, wissen wir nicht nur, dass er eben irgendwann leblos in diesem Stream zu sehen war. Und warum ich die Geschichte mitbringe, weil die mich tatsächlich sehr berührt hat, weil ich so dachte, Wir sind an einem Punkt angekommen und das ist ja längst nicht das erste Mal, dass sowas passiert und auch nicht das erste Mal, dass wir über sowas sprechen. Aber dennoch, wir reden immer wieder davor, junge Menschen vor sozialen Medien zu schützen. und übersehen dabei sehr häufig, dass es ganz viele Bereiche im Internet gibt und ich würde sagen, eine Livestreaming-Plattform ist auch eine Form von Social Media. Die denken wir aber nicht mit, wenn wir über Social Media Verbote für junge Menschen zum Beispiel sprechen oder über Einschränkungen, über Content-Moderation. Und die Schwierigkeit für solche Plattformen in Live-Situationen tatsächlich eine Moderation anzubieten. Twitch macht das relativ gut. muss man sagen. Also da passiert es sehr schnell, dass Leute auch während eines Livestreams gesperrt werden, weil sie Nacktheit präsentieren oder Urheberrechtsverstöße begehen oder was auch immer. Aber es ist eben nicht die einzige Plattform, auch nicht die einzige Plattform, die relevante Größen hat. Und diese Geschichte hat mich irgendwie mitgenommen und dachte, ich bringe sie mal mit, auch weil das eben in die Social Media Welt passt.
04:46 Max Mundhenke
Ja, es ist eine krasse Geschichte, als ich das gelesen hatte, habe ich sofort an die Neue Black Gut oder aktuelle Black Mirror Staffel gedacht, weil er die erste Folge, glaube ich, direkt in die Richtung geht, dass da einen den Ehemann irgendwie versucht, über Livestreaming-Plattformen Geld zu verdienen, indem er sich selbst verletzt. Und das nimmt auch immer stärkere, drastischere Züge an. Und da dachte ich, okay, die Abstände zwischen Black Mirror-Folgen und Realität werden deutlich geringer. Das ist Ist krass, das ist heftig. Ich muss sagen, ich wüsste nicht, also ich habe erstmal keine Vorstellung, wie das genau abgelaufen ist. Kannst du mich da mal abholen? Also der hat nicht alleine gestreamt, sondern mit anderen Leuten und die haben sich dann vor der Kamera irgendwie dann verprügelt und solche Sachen.
05:33 Gavin Karlmeier
Genau, das war so deren übliches Streaming-Modell, dass sie sich gegenseitig irgendwie verprügeln oder Auch wirklich, es gibt kursieren Videos, wie sie wirklich, du siehst massive Tritte beispielsweise. In dem Fall ging es ja aber eben darum, dass immer wenn er eingeschlafen ist, er irgendwie gewaltsam geweckt wurde. Den Moment selber, in dem irgendwas passiert ist, den sehen wir nicht oder den wissen wir nicht. Und wahrscheinlich wollen wir es auch nicht wissen, was am Ende passiert ist. Aber wir wissen eben, dass er irgendwann eben nicht mehr aufgewacht ist. Und als die beiden anderen Streamer, mit denen er das eben häufigerweise gemeinsam gemacht hat, das bemerkt haben, haben sie den Stream auch beendet, richtigerweise. Trotzdem muss man auch dazu sagen, dass da ja auch eine gewisse, wie soll ich sagen, so ein gefährliches, toxisches Umfeld entstanden ist, weil die eben sich immer mehr in diese Welt vertieft haben, in denen sie sich gewaltsam angehen und auch wenn sie es eben darstellen, als wir wollen, das am Ende so, hatte ich eher sofort Assoziationen zum Drachenlord, der eben auch am Ende in so einer in so einem Strudel gefangen war, auf der einen Seite nach dieser Aufmerksamkeit zu lechzen, die er irgendwie im Internet bekommen hat, auf der anderen Seite deswegen aber auch massive Schmerzen von außen zu ertragen, um eben diese Aufmerksamkeit zu bekommen.
06:48 Max Mundhenke
Tja, ich sag mal, wir können jetzt irgendwie gucken, ob wir das sozialpsychologisch vielleicht erklären wollen, wie sowas zustande kommt. Wir haben ja durch KI irgendwie, äh Quatsch, durch Social Media die Möglichkeit, extrem viel Reichweite in extrem kurzer Zeit zu bekommen. Gerade in einer In einer Zeit, in der, sage ich mal, Individualismus irgendwie zum Vorscheigen kommt oder sich Leute durch Individualität, durch vermeintliche Individualität im Grunde präsentieren können und damit Aufmerksamkeit bekommen. In der es aber auf der anderen Seite auch nicht mehr wirklich den Halt gibt, durch Kirche, Familie und so weiter ist ja alles erledigt, auch Wohnraum oder so. Wir sind ja nicht, wir wohnen ja alle nicht mehr in unseren Dörfern, wie das damals so der Fall war, sondern wir gehen in die weite Welt hinaus. Wir ziehen, glaube ich, im Schnitt irgendwie achtmal in unserem Leben um. Der Wert war, glaube ich, nie höher. Wir haben da irgendwie nicht mehr so die Sache. Und deshalb sucht man sich vielleicht sowas, um dann doch aufzufallen und irgendwie nochmal irgendwie zu sagen, guck mal, hier gibt es einen Anhaltspunkt und das. kann vielleicht Leute auch dazu verleiden, was jetzt in seinem Kopf vorgeht, warum man überhaupt sowas macht, keine Ahnung, ob das Sardismus ist, ob das vielleicht auch psychisch normal ist, da bin ich, glaube ich, kein Experte für, aber es ist schon, es ist schon heftig, dass man solche extremen Sachen dann
08:00 Gavin Karlmeier
Zunehmend beobachtet, würde ich behaupten. Ja, absolut. Also ich glaube, das spielt alles sicher eine Rolle, was du da benennst, aber eben auch die Art und Weise, wie Aufmerksamkeit mittlerweile zu der Währung geworden ist. Also, wie wir eben, wie du sagst, wir wollen nicht einfach irgendjemand. sein, sondern wir wollen als jemand wahrgenommen werden und dafür müssen wir etwas tun, um besonders zu sein. Und das ist, glaube ich, in, wenn du dir überlegst, also ich bin öfter in verschiedenen Städten, äh, in verschiedenen Städten umgezogen und mir ist genau das aufgefallen, dass zum Beispiel Der Grad der Art, wie man auffällt, in Berlin ja ein völlig anderer zum Beispiel ist als in Essen. Das liegt daran, dass eben der Standard viel höher ist, weil so viele Menschen dort leben. Es gibt diese Zahl. . Ehrlicherweise, ich bin mir nicht ganz sicher, ob sie stimmt, aber sie klingt so richtig, dass wir heute, wenn wir in einer Großstadt leben, so viele Menschen in unserem Leben sehen, wie du im Mittelalter in deinem ganzen Leben gesehen hättest. Und dass du deswegen natürlich auch einen anderen Standard hast in der Art und Weise, wie diese Aufmerksamkeit eben nicht nur funktioniert im Sinne von, was bringe ich auf, wie nutze ich meine Aufmerksamkeit, sondern wie schaffe ich es, dass andere Leute ihre Aufmerksamkeit für sich nutzen. Für mich nutzen. Das ist natürlich ein ganz großer, ganz großer Faktor dabei. Ja, absolut. Na gut, ich wollte es mal mitgebracht haben, aber wir müssen schon.
09:15 Max Mundhenke
Schön, gleich der Einstieg, Gavin.
09:18 Gavin Karlmeier
Ja, weißt du, es gab ja den Wunsch, dass wir versöhnlich enden. Und wenn ich ihr von Anfang an die Messlatte so tief hänge, dann ist Kann die letzte Nachricht an. Das klassische Haken-Dann-Meldung sein. Das ist ja dann quasi schon versöhnlich. Lass uns aber mal in der Welt der Aufmerksamkeit bleiben und wir kommen zu TikTok. Wir gehen mit TikTok rein, denn wir wissen ja, in den USA wird am 17. September, also jetzt in nicht mal mehr vier Wochen, mal wieder eine Frist ablaufen, dass das TikTok-Verbot greifen müsste, sollte sich kein Käufer finden. Und es sieht im Moment ehrlicherweise nicht ganz danach aus, als würde die chinesische Regierung einem Verkauf zustimmen. Das, was dahinter steckt, haben wir alles hier schon tausendmal seziert, interessant ist, dass das Weiße Haus Jetzt einen TikTok Account gestartet hat. Auf einer Plattform, die eigentlich in den USA verboten ist. Um da ist bislang nur ein Video hochgeladen worden. Auf diesem Video sieht man so die Erfolge von Donald Trump und theatralische Musik und Aussagen und wie man sich da Genauso wie du dir das vorstellst. Aber es ist natürlich schon eine sehr kuriose Art von Statement auf einer Plattform, gegen die es eigentlich ein Gesetz gibt. das eigentlich auch schon lange in Kraft getreten sein müsste, seit mittlerweile sieben Monaten, dass man einfach sagt, ja, wir publizieren darüber jetzt trotzdem. Es passt natürlich total zu der, wie soll ich sagen, Bigotterie des Donald Trump, das zu tun. Aber es ist schon bemerkenswert.
10:46 Max Mundhenke
Ja, es ist verrückt, weil er ursprünglich angefangen hat, damit auch in seiner ersten Amtszeit. Zeit hat er ja gesagt, dass es Sicherheitsbedenken gibt. Und die gab es damals ja auch. Es ging ja durch die Medien. Es gab ja so ein paar Berichte auch irgendwie, dass China oder die chinesische Regierung irgendwie auch Truppenbewegung an der indischen Grenze irgendwie nachvollziehen konnte, weil sich die Soldaten halt alle irgendwie die TikTok-App geholt haben und dass da wirklich massiv dann einfach auch Dinge nachvollzogen werden konnten, die eigentlich der Geheimhaltung unterliegen. Und er hat ja im Grunde gesagt, dass da dass da ein Riegel vorgeschoben werden muss. Und ich glaube, dann hat Biden das Ganze immer wieder verlängert, beziehungsweise hat dann auch gesagt, es muss verkauft werden, aber es wurde immer wieder verlängert und Trump jetzt hat natürlich dann auch wieder das Ganze aufgenommen und das als seine großartige Idee ausgegeben. Und ja, es ist, weißt du, es ist auf der einen Seite will man natürlich Geopolitik machen, auf der anderen Seite musst du ja auch deine WählerInnen erreichen, um Geopolitik machen zu machen. können und ich glaube TikTok ist einfach zu relevant um es zu lassen. Und auf der anderen Seite kann man aber auch sagen, es wollte ja niemand kaufen. Also es gab da ja irgendwie schon ein paar, die da im Rennen waren, glaube ich.
11:51 Gavin Karlmeier
Also ja, es gab viele, die abgesprungen sind, viele, die sich einfach nur wichtig getan haben. Aber es gibt schon ein Konsortium an Leuten, von denen man davon ausgibt, dass sie es gerne kaufen würden. Summe bislang unbekannt, wahrscheinlich sehr hoch, aber zumindest es geht ja nur um das Amerika-Geschäft von TikTok. Das Problem ist nur, dass dadurch, dass du ein chinesisches Unternehmen hier hast, oder zumindest ein Unternehmen, das auch in chinesischer Hand liegt, muss die chinesische Regierung dem Verkauf zustimmen ins Ausland. Und so wie Donald Trump. Bislang mit der chinesischen Regierung verhandelt hat, sieht das alles gerade nicht danach aus, als würde die chinesische Regierung sagen: Das ist aber eine prima Idee. .
12:28 Max Mundhenke
Ja, man darf gespannt sein, also es ist klar, dass er natürlich irgendwie Sachen hier sagt und dann was anderes macht. Das kennen wir ja schon. Das ist
12:37 Gavin Karlmeier
Was an dem Gesetz aber übrigens immer noch bemerkenswert ist, ist, dass das ja ein Bipartisan-Gesetz ist. Also eines, das sowohl von den RepublikanerInnen als auch von der DemokratInnen verabschiedet wurde. Das passiert nicht so sehr, sehr häufig. Also das ist schon vor allem bei so großen Dingen auf jeden Fall eine Notiz, die man mitnehmen muss. Ist unsere Überleitung in das nächste Thema. Denn dass, also wir wissen, dass Meta, dass Zuckerberg versucht, sein Unternehmen immer republikanerfreundlicher zu gestalten und sich immer mehr so in die Nähe. von Donald Trump zu schieben und auch immer mehr zu machen, um der Regierung zu gefallen. Tatsächlich gibt es aber eine Geschichte, die Meta getan hat, die oder die offenbar jetzt öffentlich wurde, dass Meta sie getan hat, die den Republikanern nicht so gut gefällt. Es geht um das Handbuch, das Meta AI nutzt oder die Meta AI Chatbots nutzen, um das ist das Regelwerk. Wir haben hier darüber gesprochen in der Folge vom Montag, glaube ich. haben wir darüber gesprochen, dass du rassistische Äußerungen zulässt, dass Sexualisierung in Kontakt mit Minderjährigen zugelassen wird, all diese Dinge. die wahnsinnig abartig sind, wenn du dir überlegst, dass sie sich ja jemand überlegt und aufgeschrieben haben muss. Und das sieht auch Josh Hawley so und das ist ein republikanischer Senator. der jetzt angekündigt hat, eine Untersuchung zu starten, ob die generativen KI-Produkte von Meta Kinder ausbeuten, täuschen oder schädigen Eben auf Grundlage dieses geleakten Handbuches. Es gibt andere RepublikanerInnen, wie zum Beispiel Senatorin Marcia Blackburn aus Tennessee, die diese Untersuchung auch jetzt schon unterstützen. Das heißt, die Leute, denen eigentlich Zuckerböcke fallen will, mit seiner ach so unvoken KI. Die sind jetzt offenbar darauf aufmerksam geworden, dass der Umgang mit Regeln in diesen Chatbots offenbar nicht so ist, wie man sich das vorstellt.
14:27 Max Mundhenke
Ja, das ist bitter. Und ich glaube, die müssen doch jetzt auch vor, die müssen doch, glaube ich, jetzt offenlegen, wer diese Dokumente abgesegnet hat intern, wie das alles zustande gekommen ist, oder?
14:38 Gavin Karlmeier
Genau, das ist der Plan. Geht es sogar noch weiter, der Senator Hawley fordert, dass jede Version dieser Dokumente veröffentlicht wird. Also Sowohl irgendwelche Entwürfe als auch irgendwelche Versionen, die dann an nächste Hierarchiestufen eskaliert wurden oder weitergegeben wurden, als auch die finalen Versionen, müssen alle oder sollen alle in dieser Untersuchung am Ende vorgelegt werden. Das ist zumindest die Forderung des Senators. Ob das so durchgeht und ob die Trump-Administration das so in Ordnung findet, dass jetzt da gegen die Regierung sozusagen oder anders gegen ein amerikanisches Unternehmen vorgegangen wird. Ist natürlich abzuwarten, aber Donald Trump ist dann auch so ein bisschen in einem moralischen Dilemma, weil der Schutz von Kindern ja auch immer wieder als Argumentation und Legitimation für Einschränkungen jeglicher Art auch verwendet wird. Das heißt, hier hat eigentlich dieser republikanische Senator Argumente auf seiner Seite, diese Untersuchung tatsächlich anzustoßen. Ja, definitiv.
15:39 Max Mundhenke
Ich bin gespannt, ob die überhaupt jemanden finden, der das durchgewunken hat. Am Ende ist es halt Big Tech, ne? Also die bauen erst. und dann wird getestet oder wird geguckt, was hat das eigentlich für Auswirkungen. Und es geht so schnell mit der Entwicklung, dass die glaube ich einfach. . Dinge raushauen, ohne dass da wirklich überhaupt das vorher wirklich mal abgesegnet wird, ob man da dann, sag ich mal, die Chefjuristin im Laden dann mal drauf gucken lässt oder überhaupt irgendwie mal PR-Leute, die dann auch überlegen, was könnte hier denn eine potenzielle Krise sein, die dann daraus entsteht Da gibt es, glaube ich, keine Zeit mehr für im Rennen um KI, ja, und dann werden solche Dokumente durchgewunken und das führt zu Skandalen. Das heißt Vielleicht wäre es hier auch einfach an der Zeit, das ist sowieso ja irgendwie so ein Take in Sachen KI, auf die Bremse zu treten und zu sagen, bevor wir irgendwelche neuen Tools rausgeben, bevor wir irgendwelche Briefings rausgeben, lasst uns die doch erstmal prüfen. Lasst uns doch erstmal gucken, was kann damit eigentlich passieren. Und das nicht am offenen Herzen testen quasi.
16:40 Gavin Karlmeier
Zumal OpenAI, das ja zumindest für sich selber auch vorgibt, das zu tun. militärischen Standards checken lässt und so, ob das passiert, we don't know. Bemerkenswert finde ich aber, dass Marsha Blackburn, diese Senatorin, die den Vorschlag der Untersuchung unterstützt, gesagt hat, dieser Bericht bestätigt, warum wir ein Gesetz zur Online-Sicherheit von Kindern verabschieden müssen. Und jetzt ist das interessante, was hier passiert. Donald Trump hat sozusagen die Leinen lang gelassen und hat gesagt, macht mal alle, wir wollen keine Regulation, alle sind frei, let's go. Und die Tech-Unternehmen haben sich gedacht, okay, let's go, wir machen einfach mal, was haben dabei aber so sehr den Bogen überspannt, dass das jetzt dazu führt, dass es Regulierungen gibt. Und ich will nicht sagen, dass hier Online-Sicherheit von Kindern Die einzige Art der Regulierung ist, die wir benötigen, beileibe nicht. Aber das zeigt halt, es gibt auch hier offenbar Grenzen. Und das ist vielleicht ja die gute Nachricht, die in dieser Geschichte dann am Ende drinsteckt.
17:38 Max Mundhenke
Ja, ich meine, Hauptsache Regulierung, egal mit welchem Argument, keine Ahnung, weiß ich jetzt nicht. Es ist natürlich so, dass man ja schon gucken muss, wenn man einfach einen Kinderschutz irgendwie einbaut, um die republikanische Wählerschaft zufriedenzustellen, ist es damit ja nicht ein Bruchteil der Probleme, die durch KI entstehen, irgendwie reguliert. Das heißt Ja, wenn es am Ende zu was Gutem führt, okay, ja, dann halte ich der Zweck vielleicht die Mittel, aber weiß ich nicht. Ja, wir bleiben dran auf jeden Fall.
18:11 Gavin Karlmeier
Ja, bitte. Du hast gerade gesagt, Probleme, die KI so mit sich bringen, da gibt es bei mir gerade noch eins. Und zwar, da haben wir ja viel hier auch darüber gesprochen, du hast das sicherlich auch begleitet, dass Mark Zuckerberg. . mit wirklich, der hat mit zwei Händen in seinen Geldkoffer gegriffen und damit irgendwelche KI-Experten beworfen. Zuletzt gab es hier ein Jobangebot, über das wir gesprochen haben, dass der das dass das Talent auch abgelehnt hat mit einem Jahresgehalt oder ich glaube drei Jahre in Höhe von einer Milliarde Dollar. Also wirklich massive Summen, um hier diesen Kampf um Talente irgendwie zu gewinnen. Die Leute, die aber den Aktienkurs analysieren und die Zahlen von Meta analysieren, die hatten Bauchschmerzen bekommen und haben diese Sorgen formuliert und haben gesagt, wir ver Fürchten, dass hier zu viel Geld ausgegeben wird im Wettlauf um KI-Spitzenkräfte. Was dazu geführt hat, dass bei Meta das ohnehin schon sehr problematische KI-Geschäft, also die sind ständig am Umstrukturieren und so weiter und so weiter, dass das jetzt erstmal statt. Also es gibt einen Einstellungsstopp im Bereich KI bei Meta und sie planen das komplette KI-Game bei Meta schon wieder neu zu strukturieren. Also wir hatten da vor einigen Wochen erst darüber gesprochen, dass dass die bislang einzige Abteilung für KI bei Meta aufgeteilt wird in eine, die sich um die bestehenden Produkte kümmern und eine, die sozusagen diese Superintelligenz irgendwie an den Start bringen soll. Das wird jetzt nochmal aufgeteilt, es wird jetzt vier Teams geben bei Meta, die sich um KI kümmern, nämlich eins, dass Superintelligenz entwickelt mit dem Namen TBD Lab. Ein zweites, das an bestehenden KI-Produkten arbeitet, ein dritten, ein drittes, das sich um Infrastruktur kümmert und ein viertes, dass sich mit Produkten und Forschungen mit längerem Zeithorizont beschäftigen wird. Also Fundamental Research soll es heißen. Das alles wird Meta Superintelligence Labs heißen. Also man versucht jetzt gerade sich irgendwie so vor den Analysten zu zeigen, nach dem Motto, wir strukturieren schon um und wir räumen jetzt hier auf, aber dass dieses mit Geldbündeln schmeißen, da jetzt schon sozusagen beendet ist an der Stelle und Zuckerberg sagt, na gut, dann lassen wir es lieber, wenn die Analysten berufen. Probleme kriegen, ist doch schon eine schöne Anekdote, finde ich.
20:19 Max Mundhenke
So wie ich es verstanden habe, ist ja das Problem eben, dass eben nicht mit Geldbündeln geworfen wurde, weil Meta hat ja nicht irgendwie, keine Ahnung, ein Tresor, wo da 200 Milliarden drin liegen, die sie dann einfach irgendwie den nächsten Talents geben können, sondern die kriegen natürlich Anteile oder halt Aktienoptionen oder irgendwas. Und ich glaube, ich meine gelesen zu haben, dass so Analysten gesagt haben, dass da das die Aktie verbessert wird und dass das nicht so gut ist. Und wenn man sich das mal anguckt, ich glaube der Aktienkurs von Meta ist in den letzten Tagen auch ziemlich gefallen, aber überall in Big Tech glaube ich, da ist gerade irgendwie, ich habe vorhin noch eine Push-Nachricht vom Handelsblatt, das ist wohl gerade irgendwie eine ganze Menge, das da ruhm war.
21:00 Gavin Karlmeier
Das ist der Udreißigste Satz, den du sagen kannst, ich hatte eine Push-Nachricht vom Handelsblatt. Ja.
21:05 Max Mundhenke
Ja, das stimmt. Aber ja, seitdem die auch ein bisschen was Relevantes zu KI machen, also alles, was nicht mit Aleph Alpha zu tun hat, ist oh, du bist Müller vielleicht schneiden. Nein, okay, kannst du relevant. Hier wird gar nicht mehr. Ja, okay, das ist das gar richtige Brawl. Ne, aber da ist gerade, da ist glaube ich gerade eine ganze Menge im Busch, aber zur Not kann die das glaube ich, ein bekannter Tech Analyst, der auch wieder hier zu Gast ist, besser erklären als ich, was da im Aktienmarkt los ist.
21:35 Gavin Karlmeier
Ja, ja, genau. Das mit den Aktienvergütungen spielt natürlich auch eine große Rolle. Also grundsätzlich gibt es eben die Sorge, dass man eben zu viel Geld ausgibt. Dafür, dass Leute von anderswo herkommen, um an KI zu arbeiten. Das Kernproblem ist halt, dass Zuckerberg selber mit der bestehenden Arbeit einfach nicht zufrieden ist. Also dass die letzte Version von Lama, das Modell von Meta, eben nicht den Ansprüchen genutzt. Genüge getan hat, die man an dieses Modell gelegt hätte. Es ist eine ziemlich typische Metageschichte eigentlich.
22:06 Max Mundhenke
Ja, man schmeißt einfach Geld drauf und hofft, dass sich das Problem dann irgendwie löst oder dass es irgendwie besser wird. Aber wird es halt nicht. Vielleicht ist das. Vielleicht ist das der Anfang vom Ende von diesem ganzen Hype, dass da wirklich für enorme Summen im Grunde Menschen geheiert werden, aber auch Infrastruktur, Projekte ausgebaut werden, noch mehr irgendwie Daten benötigt werden. Vielleicht ist das jetzt gerade so, also wenn es an den Aktienkurs geht, dann sind ja die Tech-Konzerne doch schon vor sich. Das ist das Einzige, womit du die irgendwie erreichen kannst. Das ist ja genau der Punkt.
22:39 Gavin Karlmeier
Ich habe noch eine kleine Meta-Anekdote, die eigentlich gar nicht zum Thema passt, aber die hat mir so gut gefallen. Und zwar geht es um einen Designer, einen, wie sagt man, ein User-Interface Designer, UX-Designer. Cemre Güngör heißt der türkische Name. Der hat eine Post eine Benachrichtigung auf Facebook bekommen, dass er doch seinem Facebook-Post einen coolen Hintergrund hinterlegen soll. Und wir alle kennen das, du machst einen Postbefehl und kannst dahinter so einen Farbverlauf hintersetzen. Und er schreibt, Facebook bietet mir ein Feature an für super awesome Textposts. Das ich 2016 innerhalb von sieben Wochen entwickelt habe. Interessanterweise sind die Hintergründe, die dort verwendet werden, immer noch dieselben PNG-Dateien, die ich auf meinem Laptop in der Sketch-App entwickelt habe, weil ich damals keine Designer belästigen wollte. Und ich finde das eine fantastische Geschichte.
23:28 Max Mundhenke
Ja, das ist ein Metat, das ist großartig. Das willst du am Paperlauch auch falsch machen. Ja, genau. Wenn es funktioniert, funktioniert es. Und das ist halt für mich immer so ein Konzern, ich weiß nicht, was ich von Zuckerberg halte. Es gibt ja durchaus Leute, die sagen ihm nach, er sei wirklich ein großartiger Innovator und sei als CEO auch richtig gut, weil er irgendwie auch das anpackt, was angepackt werden muss und so. Aber am Ende des Tages hat er ja nichts Innovatives gemacht. Also machen wir uns nichts vor. Alle Features von Meta sind irgendwie dazugekauft oder geklaut worden. So er schafft es ja nicht mal Twitter richtig zu klauen, mit mehr mit Threads. Also da fehlen ja auch noch grundlegende Möglichkeiten und dann verballert er ja Milliarden irgendwie in die in diese VR Geschichte, weil er weil er wirklich daran glaubt, dass wir demnächst unsere Meetings irgendwann mal alle im Kolosseum halten wollen, keine Ahnung. Also es ist Es ist wirklich so für mich einer, der so komplett an der Realität eigentlich vorbeilebt, um ehrlich zu sein. Und das zeigt sich irgendwie an diesen Features und an dem, ja, ich weiß nicht. Ich beschmeiß einfach alle mit Geld und dann funktioniert das irgendwie.
24:30 Gavin Karlmeier
Meine liebste Zuckerberg-Anekdote ist eigentlich, und die passt genau in dieses an der Realität vorbeileben, dass er. Also zum Hochzeitstag oder Jahrestag mit seiner Frau, die haben einen gemeinsamen Song, da haben wir hier schon mal drüber gesprochen und das ist Get Low von T-Pain. Und das ist deren Song. Und ähm voll, äh, stilvoll. Und damit die beiden ihren Jahrestag aber zusammen entsprechend zelebrieren, hat er den Song Get Low selber aufgenommen und veröffentlicht, gemeinsam mit T-Pain, dem Original-Rapper. Da siehst du eigentlich, wie weit man an der Realität vorbeileben kann.
25:10 Max Mundhenke
Geil, andere Leute kaufen Venedig. Ich kaufe mir T-Paint. Okay, das ist richtig nice. Ich habe auch eine Anekdote. Ich habe tatsächlich mal auf irgendeiner Lobbyveranstaltung mit jemandem. vom Meta gesprochen und hatte dann auch irgendwie das schon Jahre her und da habe ich das auch irgendwie kritisiert gesagt, glaubt ihr da wirklich dran, dass das irgendwie mit den Meetings so läuft? Und da sagte die, ja also wir im Büro machen das. Also wir nutzen wirklich halt irgendwie das Metaverse quasi in diese VR-Brillen, um dann auch Meetings abzuhälen. Und er hat gesagt, ihr seid wahrscheinlich das einzige Unternehmen, das das so macht. Und ich stelle mir seitdem immer vor, wie die Leute beim Meta arbeiten und die ganze Zeit mit diesen hässlichen Brillen rumlaufen und dann irgendwie sagen, ich bin hier irgendwie gerade. Vocation irgendwie auf Madagaskar oder so und laufen natürlich total abig, aber das Bild kriege ich nicht aus meinem Kopf. Ja, genau. Wir haben danach auch nicht mehr geredet, das fand sie nicht so witzig.
25:58 Gavin Karlmeier
Ich glaube auch, dass Meta das einzige Unternehmen war, das Facebook for Business wirklich eingesetzt hat. Also wenn irgendjemand was anderes dazu erzählen kann, bitte erzählt es mir. Weil Facebook for Business, ich fand das ja interessant, dachte aber andererseits, wer will das? Gut, Microsoft Teams hat inzwischen sehr viele der Funktionen von Facebook for Business übernommen. Aber auch da muss man ja fragen, wer will das
26:19 Max Mundhenke
Das Beste, wirklich das Beste daran, dass ich nicht mehr Social Media Management mache, ist, dass ich nichts mehr mit dem blöden Metaprodukt zu tun habe. Dieser Ads Manager hat mich regelmäßig unverstanden geworden. Ich glaube, es gibt kein Kein Performance Marketing Manager, Manager in dieser Welt, die sagen, damit arbeite ich gerne. Das ist einfach. Nee, oder? Das ist einfach Vollkatastrophe. Weißt du, solche Unternehmen können sich halten, die verdienen einfach extrem viel Geld. Das ist, finde ich, einfach absurd, weil das Produkt ist nicht gut. Also das Objektiv nicht gut. Aber naja, es funktioniert trotzdem, keine Ahnung. Ich lasse dich immer so weiter randen. Ja, was haben wir noch? Entschuldigung, lassen wir uns zum nächsten. Vielleicht haben wir noch ein völliges Problem.
27:00 Gavin Karlmeier
Alles gut, ich wollte mit dir, wir müssen jetzt zu XAI kommen. Wir bleiben bei Charakteren von Chatbots, denn vermutlich, um der Regierung zu gefallen und den Sorgen der Regierung und auch der Behörden entgegenzukommen, die die Leute mit Grog. Haben. Wir wissen ja, Grog, der Chatbot von XAI und damit auch eigentlich die digitale Kopie von Elon Musk, hat in den letzten Wochen eigentlich nur negative Schlagzeilen ausgelöst. Obwohl Grok ja technisch gesehen eigentlich ein wirklich tolles Produkt ist, so dass Aber eben, es ist halt nicht alltagstauglich, weil es den Holocaust leugnet, sich als Mekka, Hitler bezeichnet, rassistische Thesen reproduziert, Desinformationen verbreitet. You name it, also eigentlich alles davon. Und wie gesagt, um jetzt irgendwie so ein bisschen diesen Untersuchungen entgegenzukommen, vielleicht auch um ihre Regierungs. Deals zu sichern. Wir haben darüber gesprochen, dass das Pentagon, ich glaube, 200 Millionen Dollar für eine XAI-Lösung ausgeben wird. Nagelt mich nicht auf die Zahl fest. Ich glaube ungefähr so, wir haben darüber gesprochen, irgendwie sowas. Hat XAI jetzt die Persönlichkeiten veröffentlicht? Also es ist jetzt bekannt, was die Persönlichkeiten der verschiedenen Charaktere von Grog eigentlich als Systemprompt haben. Das Systemprompt, das kannst du wahrscheinlich besser erklären als ich. ist sozusagen das, mit dem du einem Chatbot den Charakter sozusagen verleihst und Grenzen setzt, oder?
28:31 Max Mundhenke
Genau, das ist so ein bisschen das, die, die Der Maschinenraum, ja, wie soll ein Chatbot reagieren, wenn User etwas prompten im Grunde? Dann ist dieser Systemprompt, der legt fest. In welcher Sprache beispielsweise, in welchem Ton, ob er witzig sein soll, ob er nur in Hieroglyphen antworten soll. Geht alles im Grunde.
28:52 Gavin Karlmeier
Und Grok hat, wenn ich jetzt auf Grok. com gehe, hat er bei mir sechs verschiedene Persönlichkeiten. Die Persönlichkeiten heißen Flirt, hemmungsloser Comedian, treuer Freund, Hausaufgabenhelfer Dr. Grog und Therapeut. Und dass die letzten beiden problematisch sind, da brauchen wir, glaube ich, nicht mehr viel drüber zu sprechen. Aber die anderen sind auch ein bisschen. problematisch. Also zum Beispiel gibt es eben die, welche Figur ist es? Warte, ich sag's dir? Es gibt eine ausgefallene Persönlichkeit, die mir nicht angeboten wird, mit dem Namen. . Verrückter Verschwörungstheoretiker. Und der verrückte Verschwörungstheoretiker ist genau das, wie du glaubst. Im Systemprompt ist die Formulierung, du hast eine hebende und wilde Stimme. Du hast wilde Verschwörungstheoretiker. Theorien über alles und jeden, du verbringst viel Zeit auf 4chan, schaust dir InfoWars-Videos an und vertiefst dich in YouTube-Verschwörungsvideos. Du bist misstrauisch gegenüber allem und sagst extrem verrückte Dinge. Die meisten Leute würden dich als Verrückten bezeichnen, aber du bist fest davon überzeugt, dass du recht hast. Halte den Menschen bei Laune, indem du ihm Folgefragen stellst. Oh mein Gott. Was soll schief gehen?
30:02 Max Mundhenke
Puh, also grundsätzlich ist es nicht verkehrt, sag ich mal, im Systemprompt irgendwie eine Rolle zu definieren. Also, das macht man eigentlich immer. Es gibt da so Prompt-Frameworks für auch. Das bekannteste ist, glaube ich, Risen oder Ryzen und da steht am Anfang Das R steht für Rolle. Also du sagst, okay, du bist irgendwie ein nützlicher Assistent, du bist irgendwie ein Comedian oder du bist jemand, der, keine Ahnung. 27 Sprachen spricht, keine Ahnung, und solche Sachen. Und es macht schon durchaus Sinn, im Systemprom sowas zu definieren, wenn man halt vor allem dann eine Zielgruppe auch erreichen möchte. Ich baue ja selbst hin und wieder mal ein paar Bots und so. Und das Ist eigentlich gang und gäbe, aber ich finde es interessant, auf was hier die Wahl getroffen ist, weil das hat doch nichts mit Nützlichkeit zu tun, sondern ist doch eher so ein bisschen Entertainment, beziehungsweise halt. Einfach Quatsch.
30:52 Gavin Karlmeier
Ja, es passt vor allem, also es ist auch so ein bisschen Fanservice, glaube ich, weil viele Leute, die eben in diesem Ex-Kontext unterwegs sind. genau so sind. Und offenbar weiß XAI das, was so ein bisschen auch zu der Frage führt, wie zynisch ist man eigentlich dem eigenen Publikum gegenüber? wenn du die Leute, die du eigentlich hier auch pleasen willst, nicht nur offensichtlich, aber eben auch, wenn du die eben als, wenn du denen eine Figur gibst, die einfach nur als der wilde Verschwörungstheoretiker bezeichnet wird.
31:23 Max Mundhenke
Ja, weiß ich jetzt nicht, ob das eine gute, ein guter Use Case für KI ist, um ehrlich zu sein.
31:32 Gavin Karlmeier
Wahrscheinlich nicht, würde ich sagen.
31:35 Max Mundhenke
Also nicht für die Use Cases, die ich kenne, also da würde ich glaube ich jetzt vielleicht zum Spaß, wie gesagt, mal so ein Systempromp nutzen, aber Ich glaube, Grog, die wollen doch irgendwie jetzt auch die Nummer 1 KI-Versorger für die Regierung werden, oder?
31:51 Gavin Karlmeier
Wollen sie, aber die, wie gesagt, jetzt Pentagon hat mit vier oder fünf KI-Unternehmen solche Rahmenverträge abgeschlossen, dazu gehört eben auch OpenAI und Google. Also die sind nicht die einzigen, die da eine Position haben.
32:03 Max Mundhenke
Ja, aber das ist krass. Also ich finde es wirklich krass. Ich meine, ich bin ja immer mal wieder auch laut, wenn es so um europäische KI geht und so. Ich bin ja durchaus ein Befürworter dafür, dass wir Large Language Models auf, sag ich mal, einer europäischen Datenbasis, also unsere Kultur, irgendwie unsere Werte und so weiter, dass wir eine KI-Dame trainieren und uns nicht so auf die Amerikaner verlassen. Weil du da natürlich irgendwie, sag ich mal, Informationsfreiheit einschränken kannst. Wenn wir jetzt, äh, ich sag mal, es gibt, glaube ich, den der schwedische Premier, war das, glaube ich, der auch gesagt hat, er fragt ihn nur wieder mal Chat-GPT und so, wenn es um Entscheidungen geht. Irgendwas war der Million, nage ich mich nicht drauf fest, aber KI ist ja im Grunde, ob du jetzt KI, äh, also Chat-GPT aufmachst oder irgendwie einen Eine Führungsperson oder halt sogar einen Staatenlenker, wir haben ja alle erstmal das gleiche Modell. Und wenn dieses Modell so weit trainiert wurde, dass es gewisse Werte vertritt, die eigentlich nicht mit den Werten deines Kulturkreises übereinstimmen, Dann kann es da reiber reingehen. Dann wird es früher oder später zu Problemen führen. Und das ist nun mal so, wir haben US-amerikanische Modelle, die sind hauptsächlich mit den Trainingsdaten aus den USA auch trainiert worden. bedeutet, wir haben da immer irgendwie eine gewisse Bias drin. Und ich glaube, das ist zeigt sich jetzt mal wieder, wie problematisch das ist, wenn dann irgendwie ein verrückter Typ, Milliardär in einer Midlife-Crisis sagt, Oh ja, mein Bot soll mal den verrückten Verschwörungstheoretiker meme, vor allem weil unsere Erwartungen an KI natürlich irgendwie ganz andere sind. Wir wollen ja irgendwie relevante Antworten auf Fragen, also je nach Use Case wieder, aber in der Regel wollen wir ja KI produktiv nutzen.
33:45 Gavin Karlmeier
Und klar, es gibt so kulturelle Unterschiede und es gibt eben auch die Einschränkungen, dass du durch diese kulturellen Unterschiede möglicherweise auch unterschiedliche Herangehensweisen an solche Systeme hast, was zum Beispiel die Ermöglichung angeht, dass ein Milliardär sowas bauen kann und sowas vorgeben kann und so. Ich glaube, es gibt aber auch eben das große Problem, dass du in den USA durch diesen sogenannten Weibeschiff der letzten Monate, vielleicht fast Jahre, aber auf jeden Fall Monate, ja auch immer mehr Wettrennen feststellst, nicht nur ums Geld. Sondern auch um die Gunst des Präsidenten und der Regierung. Und wenn du dir überlegst, dass die dass der ganze Wahlkampf von Donald Trump immer auf Verbreiten von Verschwörungstheorien aufbaut, auf Lügen aufbaut, bis heute Leute berechtigte Zweifel an irgendwelchen Situationen haben, die Donald Trump erlebt hat und so. Wenn da alles darauf aufbaut, dann ist natürlich so etwas hier einzubauen nicht einfach nur ein kleiner Spaß, sondern eben am Ende demokratiegefährdend.
34:47 Max Mundhenke
Ja, 100 Prozent.
34:49 Gavin Karlmeier
Ja, also wir brauchen die europäische KI.
34:53 Max Mundhenke
Ja, bitte endlich. Das zumindest irgendwie europäische Large Language Models, die auch was taugen. Es gibt ja irgendwie da erste Versuche und so, aber es ist, ich hatte den Namen auch schon erwähnt, es ist halt alles irgendwie, ist halt leider irgendwie nicht nicht so brauchbar. Das muss man am Ende des Tages sagen. Ich versuche ja auch irgendwie KI-Systeme immer irgendwie mit Mistral oder so zu machen, erstmal irgendwie europäische Tools zu nutzen, europäische Large Language Models. Und das funktioniert in vielen Fällen, ja. Aber wenn du Use Cases hast, wo du einfach wirklich Power brauchst, weil du viel Daten hast, weil du irgendwie einen guten Output haben möchtest, weil es da wirklich auch auf Formulierungen ankommt, gerade in einer politischen Kommunikation, ist das so, ich brauche ja gerade irgendwie so ein So ein Tool, das auf alle Dokumente des Bundestags zugreifen kann, so Plenarsitzungsprotokolle reden, kleine Anträge und so. Einfach mal um zu gucken, was Leute dann damit machen, um ehrlich zu sein. Also das ist so ein Hobby. Und da komme ich nicht weiter, wenn ich irgendwie ein kleines europäisches Ding nehme. Da muss halt am Ende des Tages irgendwie ein amerikanisches Modell ran. Und das führt natürlich auch zu Problemen, ganz klar. Datenschutztechnisch und alles ist es halt schwierig. Du hast immer irgendwie Probleme, auch wenn die dann sagen, ja, nee, das wird nicht zum Training für neue Modelle verwendet, aber Es gibt ja Datenleaks ohne Ende, was KI angeht. Das ist alles irgendwie noch nicht so das Gelbe vom Ei, muss man sagen.
36:14 Gavin Karlmeier
Und solange es öffentlich einsehbare Daten sind, muss man sagen, sind sie wahrscheinlich sowieso schon in den Trainingsdaten. So, aber das wird natürlich in dem Moment problematisch, wo du eben nicht öffentlich einsehbare Dokumente des Bundestages verwendest, sondern mit Daten arbeitest, die unternehmensinterner sind zum Beispiel.
36:30 Max Mundhenke
Genau, absolut. Ich sag mal, aber nur weil die Teil des Trainings sind, heißt es nicht, dass die Antworten sich dann auch direkt drauf beziehen. Also man versucht eigentlich immer so ein Large Language Model hinter den Datensatz zu klemmen, dass man im Grunde dem Lush language Model sagt, hey, pass auf Du weißt das vermutlich auch schon, aber bezieh dich mal in deinen Antworten ganz gezielt auf diese Datensätze. So könnte man das ungefähr nicht technisch erklären. Und dann kriegst du halt dementsprechend auch genauere Ergebnisse.
36:56 Gavin Karlmeier
Aber hast du das Risiko, dass die Daten drin bleiben, ne?
36:58 Max Mundhenke
Ja, na klar. Das ist immer da.
37:02 Gavin Karlmeier
Der Vollständigkeit halber, es gibt auch die Grog-Person-Persönlichkeit mit dem Namen Komiker. Da steckt im Systemprompt drin, ich möchte, dass deine Antworten verdammt verrückt sind. Sei verdammt verrückt und verrückter auszubezeichnen. Denk dir verrückte Ideen aus. so was wie sich manchmal Dinge in den Arsch stecken, was auch immer notwendig ist, um den Menschen zu überraschen.
37:22 Max Mundhenke
Wow. Okay. Spannende Definition von Comedy und Überraschen. Ja, das klingt nach so Elon Musk-Marman zu sein.
37:37 Gavin Karlmeier
Genau, da wollte ich hin. Meine These ist, die hat Elon Musk alle selbst geschrieben, die Prompts.
37:45 Max Mundhenke
Oder ein Angestellter von ihm, der einfach ihm nach dem Mund reden will und sagen will, ah, das ist. das passt doch, das gefällt dem Chef. Da mache ich mal irgendwas, irgendwas mit Arschhumor mache ich sagen. Dürfen wir eigentlich sowas wie Arsch sagen. Du hast vorhin schon Hitler gesagt und so. Weil ich habe, ich habe jetzt einen Begriff gelernt, das ist die nächste Ü30-Aussage übrigens, und zwar Algo Speak. Also Algo Speak, ja, war mir gar nicht bewusst.
38:07 Gavin Karlmeier
Also dass man zum Beispiel Corn sagt statt Pornografie.
38:09 Max Mundhenke
Ja, oder solche, dass man Sterne reinsetzt oder so. Ich habe am Anfang, als das so losging, habe ich immer gesagt, okay, Leadspeak ist zurück. So 1337. Ich weiß nicht, ob du das noch kennst. Ja, okay, klar, Entschuldigung, du bist ja auch im Internet geboren, ich vergesse das sonst mal. Aber dass du halt, das war ja eigentlich so eine Erfindung damals um Spam Filter auszutricksen. Also wenn du irgendwie Viagra-Werbung verschickt hast oder so, dann hat der Spamfilter Viagra als Zeichenfolge erkannt und hat das Ding aussortiert und dann hast ja statt dem i eine 1 gemacht oder so. Ah, eine 4. Oder so genau und dann kam der Spam-Filter da schon nicht mehr hinterher. Und das waren so ja die ersten, die ersten Sachen dann auch mit Scammern und so weiter und wie man, wie Scammer sich das dann ja ursprünglich dann gedacht haben, um Filter auszutricksen. Und jetzt finde ich spannend, dass ich, ich habe das selbst beim ZTF gesehen. Selbst ZTF-Instagram-Beiträge nutzen mittlerweile Algospeak, wo ich mir denke, okay, das ist irgendwie krass. Ich meine Auf der einen Seite verstehe ich, ihr wollt irgendwie Reichweite und so weiter, aber auf der anderen Seite, sag ich mal, sich für den Algorithmus, sag ich mal, das Wording entsprechend zu verändern. finde ich schon ein bisschen heftig. Und ich finde es irgendwie bedenklich, dass da jetzt sogar Newsseiten drauf ansprechen.
39:23 Gavin Karlmeier
Ja, ich finde, es gibt da eine Grenze, was das angeht. Und zwar im gesprochenen Wort finde ich es auch albern. Also da finde ich es nachvollziehbar, wenn du irgendwelche Begriffe, von denen du weißt, der Algorithmus fängt sie auf und sammelt, sortiert dich aus. Also wie immer in Social Media musst du überlegen, wie kompromissbereit bin ich, wie viel mache ich. um dem Algorithmus zu gefallen oder wie sehr bleibe ich bei dem, was meine Ursprungsidee war und irgendwo in der Mitte findet man sich. Das ist, glaube ich, Distribution. Aber die Wörter dann zum Beispiel kurz zu muten, damit der Algorithmus das Wort nicht erkennt. Why not? Finde ich legitim, um family-friendly zu sein. Sein, wenn du aber anfängst, als ähm Klaus Kleber von Korn zu sprechen, würde ich auch sagen. Also jetzt wird es langsam albern. Ich habe das beobachtet, interessanterweise bei meinem lieben Freund Flo Gregorzik, der auch schon häufiger hier. im Podcast zu Gast ist, der macht für den WDR ein TikTok-Format mit dem Namen Planet Politics, in dem er politische Zusammenhänge versucht Kurz zu erklären. Und da ist es so, dass in den Untertiteln solche Wörter eben auch stark für Algo speaked werden. Also, und da reden wir über Wörter wie Taliban, Anschlag, Waffe, Terror, all diese Begriffe. Einfach um eben nicht gefangen zu werden oder eingeschränkt zu werden in der Sichtbarkeit. Ich kann das eine Spur weit verstehen, als jemand, der so auch Inhalte im Internet erstellt.
40:40 Max Mundhenke
Ich glaube ehrlich gesagt, das ist Quatsch, das ist für den Algorithmus. Also Ich meine, okay, wir trauen den Seiten zu oder den Anbietern, dass sie halt Milliarden von Posts jeden Tag im Grunde automatisiert scannen nach Wörtern wie Sex oder, keine Ahnung, irgendwas. Aber wir trauen ihnen nicht zu, dass sie aus SEGS irgendwie den Kontext finden, um dann zu wissen, okay, es geht eh drum. Das finde ich irgendwie so ein bisschen. Kritisch auf der anderen Seite, wie gesagt, so als Social Media Mensch, der ja irgendwie auch AB-Tests und so kennt, gibt es ja keinen Beweis dafür, dass du wirklich dadurch an Reichweite verlierst, weil du einfach, es ist gar nicht möglich, irgendwie eine Studie anzustellen, zu sagen, okay, ich habe jetzt Sex ausgeschrieben und ich habe einen Post mit SEGS gemacht und der mit SEGS ging viel, viel besser. Also ich glaube, um ehrlich zu sein. Das ist eine Urban Legend. . Ich kann es mir nicht vorstellen. Das ist vielleicht family-friendly. Okay, verstehe ich, dass man so gewisse Begriffe dann irgendwie umschreibt oder anders schreibt. Also okay. Aber selbst da können auch Kinder, glaube ich, sich den Kontext erschließen. Deshalb, ich glaube tatsächlich, das ist so eine so eine urbane Legende, die irgendwie weitergetragen wird, weil wir das sehen, denken. Oh, wenn die das machen, dann muss das muss da was dran sein. Aber es erschließt sich mir nicht irgendwie, warum wir dann sagen, nö, die Plattformen können das machen. tatsächlich, aber die sind zu blöd, um zu erkennen, dass ich mit S-E-G-S irgendwie was über das Sexschrei. Hä? Aber ja, okay.
42:02 Gavin Karlmeier
Ja, den Punkt gebe ich dir. Das ist legitim. Und leider ist aber genau das, was du sagst. In Social Media kannst du auch nicht AB testen, wenn du über For You-Pages veröffentlichst, weil diese Geschichte von wegen, ich habe hier diesen Farbfilter benutzt, dasselbe Video nochmal hochgeladen und dreimal so viele Views bekommen. Ja, das war Glück. Zufall, ja, Zufall. Es gibt einfach Zufälle.
42:21 Max Mundhenke
Da waren mehr Leute irgendwie am Smartphone oder so. Vielleicht war das Wetter schlecht. Das heißt, mehr Leute hängen bei Social Media rum. Keine Ahnung. Es gibt so viele Variablen. Das also wissenschaftlich analysieren kann man das, glaube ich, nicht. Richtig.
42:33 Gavin Karlmeier
Und es gibt halt auch wirklich extrem viele urbane Mythen. Also, wenn ich mir überlege, dass ich immer noch sehr, sehr, sehr große Seiten sehe, die sagen, speichere diesen Post ab, weil uns das Algorithmisch so viel bringt. Oder die Erzählung von, wenn du einmal bei Meta Werbung geschaltet hast, kannst du keine organische Reichweite mehr aufbauen. die sich wahnsinnig hartnäckig hält, egal in welches Unternehmen ich komme, alle gehen davon aus, dass das gesetzt ist. Und ich sage, es gibt gar keine Anhaltspunkte für diese These.
42:59 Max Mundhenke
Genauso wie poste unbedingt zwischen sieben und acht Uhr oder so. Wenn das alle machen würden, dann wärst du doch richtig clever, wenn du es eben nicht machst, weil du der Einzige bist, der außerhalb dieser Zeit auspostet und deshalb der Einzige bist, der im Vieh zu sehen ist. Also ich glaube Ich habe immer gedacht, okay, das ist, als Online-Marketing Mainstream geworden ist. Da gab es einfach Leute, die hatten einfach nicht genug Kreativität, das auf den Punkt zu bringen, was sie sagen wollten. Ja, oder konnten es nicht ansprechend formulieren. Und deshalb hat man sich solche Sachen überlegt, um sich irgendwie wichtig zu tun. Das ist so meine fiese. Ja, es ist noch schlimmer, glaube ich.
43:31 Gavin Karlmeier
In einer Welt, in der die Wahrheit aus dem Satz besteht, wir wissen es nicht. Also wenn alles unbekannt ist oder vieles unbekannt ist, unser Job als Social Media ManagerInnen ist es, Fehler zu vermeiden, weil es gibt nicht das Versprechen für Viralität. Es gibt aber so ein paar Dinge, die du machen kannst, die. Eher Viralität ermöglichen als andere. Wenn das die Welt ist, dann ist jeder, der sagt, ich kenne aber die Wahrheit, natürlich interessant.
43:56 Max Mundhenke
Ja, definitiv. Und genau was du gerade sagtest, es gibt ja altbewährte Methoden. Ich kann ein Beispiel nennen, weil ich ja mal eine Viralkampagne mache, damals mit der Bielefett-Verschwörung. Kann ich mal ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern, wenn wir die Minute haben. Wir haben auch drei. Okay, aber wir kennen ja alle, glaube ich, irgendwie die blöde Verschwörungstheorie da Bielefeld gibt es nicht und so. Und ich habe damals in einer Marketingagentur in Bielefeld gearbeitet und da kam dann die die Stadt Bielefeld mit einem RFP. Also die wollten halt irgendwie Pitches einsammeln zu Ideen, wie man Bielefeld als Stadtmarke. . bekannter machen kann überregional. So und da ging es ans Ziel irgendwie um die medizinische Fakultät, die gebaut werden sollte und so weiter. Und dann bin ich mit der Idee herangetreten, habe gesagt, hey, pass auf. Wir machen das so, wir machen eine Viralkampagne. Und zwar machen wir es so, dass wir sagen, diejenigen, die beweisen können, dass Bielefeld als Stadt nicht existiert, bekommen eine Million Euro. So, und wenn ihr damit offiziell als Stadt rausgeht, dann habt ihr eine große Wahrscheinlichkeit, dass es eine coole Idee ist, dass es erstmal geteilt wird. Aber am Ende kann man Viralkampagne nicht planen. Und was ich gemacht habe dann, ist gesagt, wir können aber die Wahrscheinlichkeit erhöhen. Wenn wir bei Twitter, als es doch relevant war, wenn wir da irgendwie eine Top Ten Landwir besser auf Platz 1 oder den Hashtags dann. können wir davon ausgehen, dass es so einen Spill-Over-Effekt gibt, andere Medien darüber berichten und so weiter. . Aber auf diese Eins zu kommen, ist halt wirklich ein Ding, ist ein Glücksspiel. Und wir können die Wahrscheinlichkeit erhöhen. Das heißt, wir haben einen Kalender genommen, haben gesagt, okay, wann sind die Sitzungswochen des Bundestags, die streisen war raus, wann ist Hurrikansaison, wann ist die Wahrscheinlichkeit für Anschläge groß oder wie auch immer, ja. Und haben im Grunde immer Tage rausgesprochen oder Sportevents, weil die landen ja sonst eh immer irgendwie auf der Eins. Und dann gab es wirklich ein kleines Zeitfenster, wo du gesehen hast: okay, da ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch. Dass der erste Platz nicht belegt ist. An dem Tag hätte ein Vulkan ausbrechen können. Irgendeinen Anschlag hätte passieren, irgendwas, ne? Und dann hätten wir verloren und für den Für den Fall, falls wir untergehen in irgendeiner anderen viralen relevanteren Nachricht und dieses Sommerloch nicht nutzen, haben wir tatsächlich eine Plakatwand in Berlin gebucht. Eine einzige, da gab es wirklich dann ein großes Plakat, auch irgendwie mit der Bielefeld-Million. Damit wir die Option hatten, einen Tag später nochmal rauszugehen. Aber es war dann nicht notwendig, weil das Ding tatsächlich von der New York Post bis nach Sydney in allen möglichen Zeitungen war und Bielefeld durchaus überregional bekannt gemacht hat für keine Ahnung, was das Kampagnenbudget war Darf ich das überhaupt? Alles war eher 30. 030. 035. 000 Euro oder so. Medienäquivalenzvolumen war wirklich fernab, jenseits von gut und böse. Das war eine ganz coole Sache. Und so funktioniert Viralkampagnenplan, ja. Ob du da jetzt Sex oder SEG schreibst, ist vollkommen egal, wenn deine Idee fliegt. Ich glaube, ich habe letztes Mal schon gerantet, als ich zu Gast war über so diese neuen Marketing-Methoden. Aber egal, ich könnte das den ganzen Tagen, ich glaube, hin und wieder macht das auch Sinn, ja, du sagst richtig irgendwie familienfreundlich und so, aber ich glaube, da liegen wirklich viele urbanen Legenden zugrunde und man darf ruhig auch kreativ sein und dann um Viertel nach sieben posten. Obwohl das irgendwie in einschlägigen Ratgebern dann verboten scheint. Ja, nächstes Thema, Kevin.
46:50 Gavin Karlmeier
Wir haben noch News. Zwei kleine KI-Meldungen, vielleicht sogar drei und dann müssen wir noch kurz politisch werden und wir sind auch schon viel zu lang, aber wir schaffen das. Wenn du bei Grog Wir bleiben noch kurz bei Grog. Eigentlich waren wir bei Grog, wir erinnern uns. Wenn du bei Grog einen Chat hast und mit dem Chatbot dich unterhalten hast und dann auf den Teilen-Button klickst. dann wird ein Link generiert. Und das ist bei vielen dieser KI-Chatbot-Tools so. Bei Grog allerdings wird ein Link generiert, der sofort von Google indiziert werden kann, auch von Bing und DuckDuckGo. Bedeutet, du findest jetzt schon 370. 000 Nutzerkonversationen, wenn du nach Grog-Gesprächen gezielt suchst. Das konnte jetzt genau so nachgewiesen werden. Und du findest da tatsächlich sehr interessante Dinge. Zum Beispiel findest du ein Gespräch, Zufallsfund, von dem britischen Journalisten Andrew Clifford, der Grog genutzt hat, um Titelseiten von Zeitungen zusammenzufassen. Und die dann auf seiner Website entsprechend verwendet hat, diese Vorschläge. Du findest aber auch Menschen, die gesucht haben, wie man Fentanyl herstellt oder Metamphetamin herstellt. Du findest Max ist kurz aufgestanden und macht das Fenster zu. Ich erzähle einfach weiter. Du findest Informationen darüber, wie man chemische Waffen herstellt, Massenvernichtungswaffen. Das sind die Sachen, die die Leute dort eingegeben haben, wonach sie gesucht haben. Offenbar nicht im Wissen darüber, dass in dem Moment, als Sie diesen Chat mit jemandem teilen wollten, ihn sofort in die Öffentlichkeit gestellt haben. Wir haben darüber gesprochen, damals schon mal, dass OpenAI ein ähnliches Feature getestet hat, bei dem du immerhin einen Hinweis darüber bekommen hast, dass dieser Link dann öffentlich auffindbar ist. Und wir haben da, glaube ich, über. . Nach Erinnerung um die 5. 000 Fälle gesprochen damals. Bei Grog reden wir, wie gesagt, über 370. 000 Fälle und du findest auch keinen Hinweis darauf, dass es passiert. Und als OpenAI damals diesen entsprechenden Skandal hatte hat Elon Musk sich noch darüber lustig gemacht und dazu geschrieben, Drog for the Win. Und jetzt muss man sagen, naja, vielleicht doch nicht so richtig for the win.
48:53 Max Mundhenke
Nee, teilt nichts in KI, was ihr nicht auch irgendwie öffentlich teilen würdet. Also ich glaube, es ist so simpel und wer es bei OpenAI damals nicht gelernt hat, hat es jetzt vielleicht bei Grog gelernt. Also Der Umgang mit Technologie ist einfach, weißt du, Menschen hauen da rein, was auch immer sie wollen, ohne sich Gedanken darüber zu machen, was es bedeutet. Dabei Dabei ist es so einfach, weißt du, ich habe ja mit dir gemeinsam, dass ich auch hin und wieder mal an Schulen irgendwie über Medien sprechen kann.
49:21 Gavin Karlmeier
Habe ich ja auch schon mal erzählt von.
49:23 Max Mundhenke
Ja, hast du schon mal erzählt, glaube ich. Und da sage ich auch immer, so Leute, okay, klar nutzt ihr KI. So jeder Schüler, jede Schülerin nutzt KI, um Hausaufgaben zu machen. Das ist so ab der fünften Klasse eigentlich State of the Art. Aber weißt du, du kannst den Leuten dann halt den, vor allem in den Kids dann irgendwie nicht erklären von wegen, ja, nutzt es einfach nicht, sondern denkst selbst, sondern Das erste, was du eigentlich machst, ist, ey, wenn auf so einem Arbeitsblatt, das ihr bekommt, wenn da euer Name draufsteht oder der Name der Schule oder irgendwie Adresse nur so, knickt das einfach um, bevor ihr ein Foto hochladet. Das ist wirklich eine Arbeit von einer Sekunde, aber es ist einfach. Das sind Informationen, die braucht die KI nicht. Das ist Datenminimalismus, was du eigentlich immer machst. Und solche Aufklärung ist, glaube ich, dann durchaus relevant. Wenn man einen Schritt weitergeht, kann man dann natürlich sagen, erklär mir nicht die Lösung, sondern wie ich zur Lösung komme. Aber anderes Thema. Genau, aber genau, ne, gibt man soll nichts in KI reingehen, was irgendwie auf persönliche Datenrückschlüsse zulässt.
50:14 Gavin Karlmeier
Trotzdem muss man dazu sagen, es war haltend für die NutzerInnen nicht ersichtlich, dass sie einen Chat sofort der Öffentlichkeit preisgeben und ihnen auch googelbar machen, in dem Moment, wo sie ihn einfach nur geteilt haben mit einer Person zum Beispiel. Und das ist ein ziemlich heftiger, ziemlich heftige Privatsphäre-Einschränkung. Ist ein Fail. Ja, ist ein Fail. Wir machen ein L auf die Stirn, aber es gibt jetzt schon erste Diskussionen auf unserer Lieblingsplattform LinkedIn. Dass Leute anfangen, gezielt Chats mit Grog über Unternehmen zu führen, um diese dann zu teilen und damit dann Sichtbarkeit in den Google-Suchen zu erstellen, um den Wiedererkennungswert und die Bekanntheit von Unternehmen und Produkten zu steigern. Weil es eben mehr Ergebnisse bei Google gibt und damit Google auch die Wichtigkeit dieser Produkte oder Marken eben entsprechend wichtiger einstuft Ja, kannst du ja hacken.
51:03 Max Mundhenke
Also, ich meine, am Ende, wenn du Sichtbarkeit bei Google bist, musst du ja eigentlich nur bei Reddit aktiv sein, weil Reddit ja, glaube ich, gerade so irgendwie Kugels Lieblingstool ist. Ja, ich weiß nicht, ob ich das so nutzen würde, aber Ja, wenn LinkedIn das sagt, du Let's go, let's go all LinkedIn. Ja. Ich habe letztes Mal, als ich hier war, gleich noch gesagt, ich hänge gerade viel bei LinkedIn rum, weil da sei ja noch richtig was zu holen. Und das hast du da so kritisiert, hast du so ein bisschen abfällig bemerkt, ach so hast du einen Blick auf Social Media und so. Vielleicht kann ich da was richtig stellen. Und zwar einfach weil LinkedIn-Posts alle gleich sind. Es ist halt nichts an Kreativität oder irgendwie an Besonderheit da. Es ist halt immer irgendwie die gleiche, ich feiere mich selbst für einen neuen Job. Der Müll oder so, ich habe irgendwie diese drei Sachen aus irgendeinem Schicksalsschlag gelernt für mein Business und so. Es ist halt immer austauschbarer Quatsch. Und deshalb finde ich es so geil, weil du. Bei LinkedIn irgendwie da, du kannst halt mit einfachen Sachen noch relativ cool Leute beeindrucken. . Das finde ich so spaßig, weißt du, weil die kommen. . Ja, ist es, aber es ist so. Die Leute sind da total ernst, so das ist hier die Büroplattform und ich erzähle hier nichts, was ich nicht irgendwie an irgendwie. . in einem Businessmeeting auch sagen würde, auch wenn du da mal rauskommst, wenn du da irgendwann mal freischnauzt und mal so ein paar Sachen raushaust, dann funktioniert das recht gut. Gut, und es ist sehr, sehr spannend, die Reaktion zu betrachten. Und ich muss sagen, das hat sich im letzten Jahr nicht verändert, Gevin. Ich sage immer noch, LinkedIn ist irgendwie eine super Schöne. spannende Plattform, aber auch weil, ich glaube, einfach Mangel an spannenden Plattformen gerade haben.
52:37 Gavin Karlmeier
Aber für dich als KI-Typ ja auch die einfachste Plattform, bei der du Inhalte einfach komplett KI generiert hochladen kannst, ohne dass es auffällt.
52:44 Max Mundhenke
100 Pro, richtig, macht ja eh jeder.
52:47 Gavin Karlmeier
Und das Interessante ist, dass es jetzt eine Studie gibt der Karls-Universität in Prag. Die haben Forscher so Texte generieren lassen und zwar Beschreibungen von Produkten und haben die Menschen gezeigt, welche sie besser finden, und haben dann von Hand geschrieben, also menschlich geschriebene Texte genommen. Und auch diese Texte gemeinsam von der KI abstimmen lassen, welche sie am besten finden. Und das Ergebnis war, dass in den meisten Fällen die KI sich für die KI-generierte Variante entschieden hat. Die Menschen allerdings nicht. Die Menschen haben sich eher für die menschengeschriebene Variante entschieden. Das Ergebnis, also ich habe auch Zahlen, die kann ich gleich noch nachreichen, aber das Ergebnis, was da so drin steckt, schreiben die Autoren der Studie, und das finde ich eine sehr interessante Beobachtung. LLMs verwenden Bewertungskriterien, die nicht auf von uns selbst als objektiv empfundenen Qualitätssignalen wahrgenommen werden. Also wir selber haben einen anderen Qualitätsanspruch an einen Text. Als eine Maschine, die einen Text entsprechend ausliest. Und das finde ich einen ganz interessanten Unterschied.
53:51 Max Mundhenke
Also, ich muss sagen, ich denke mir sehr oft bei menschlich geschriebenen Texten: Boah, hättest du mal KI schreiben lassen? Also das Das geht bei mir in die andere Richtung. Aber klar, wenn du einer KI sagst, sie soll menschlich schreiben, dann schreibt sie das, was sie für am wahrscheinlichsten menschlich hält. Und wenn du dann bewerten lässt, wird die KI vermutlich auch genau das wieder auch als besonders menschlich oder als guten Text. Definieren. Das ist, glaube ich, die Erwartung, die dann irgendwie auseinander geht. Und die KI, die entweder nicht genug Input oder Kontextwissen hatte, um entsprechend was zu bauen, was wirklich für Menschen interessant klingt. Aber natürlich von sich selbst davon ausgeht, dass sie alles richtig gemacht hat. Hat sie ja auch im Grunde, ne? Also kann man ja.
54:32 Gavin Karlmeier
Also ich zitiere mal ein bisschen von Heise hier. Also es wurden Produktbeschreibungen, wissenschaftliche Texte und Filmzusammenfassungen geschrieben. Bei Produktbeschreibungen hat die KI selber sich in 89% der Fälle für KI verfasste Texte entschieden, Menschen nur zu 36 Prozent, was wirklich ein massiver Unterschied ist. Und bedeutet aber vor allem im nächsten Schritt, dass, also mal angenommen, du bewirbst dich bei einem Unternehmen. Und die machen die Auswahl der Bewerbungen mit KI. Bedeutet also, wenn du deine Bewerbung von Hand schreibst. Ziehst du den Kürzeren als gegenüber denen, die ihre Bewerbungen mit KI geschrieben haben, weil die Maschinen den Maschinen gefallen wollen und es eigentlich überhaupt gar keine menschlichen menschlichen Auswahlkriterien mehr gibt in diesem Zusammenhang?
55:21 Max Mundhenke
Ja, das ist natürlich problematisch dahingehend, dass nicht jeder Zugang zu KI hat. Also das ist ein Ungleichgewicht. Auf der anderen Seite. Weiß ich nicht, also gerade wenn man so an das Agentic Web denkt, dass dann irgendwie Bots für uns in Zukunft einkaufen, Flügebuch und so weiter, ich glaube da ja wirklich nicht dran, aber ist ja irgendwie gerade, LinkedIn sagt, dass das passieren wird. dann ist es ja eigentlich gar nicht schlecht, alles von KI generieren zu lassen, weil du im Zweifel weißt, der Bot kauft eher deins als das, was ein Mensch geschrieben hat. Von daher kann man das ja auch wieder hacken. Nee, äh, es ist problematisch, ganz klar. Aber der AI-Act in Europa ist ja relativ deutlich, was das angeht, irgendwie, wenn man KI zu Bewerbungsunterlagen und irgendwie HR-Entscheidungen nutzt, dann muss es da entsprechende Dokumentationspflichten geben, du hast Auflagen, du brauchst Human in the Loop und so weiter. Also es ist Alles, was man so Schlechtes über den AI-Act sagt, okay, ja, aber das ist eine gute Regulierung am Ende des Tages. Also muss ich wirklich sagen, das sind viele KI-BeraterInnen in meinem Umfeld ähnlich. weil doch so grundlegende Dinge eigentlich echt gut festgeschrieben sind. Und das sind zum Beispiel solche High-Risiko- oder High-Risk-Systeme, die einfach mit Auflagen verbunden sind, vor allem wenn es sich um personenbezogene Daten oder BewerberInnen-Daten handelt.
56:36 Gavin Karlmeier
Spannend. Ach, irgendwann setze ich mich mal bei dir in so ein Gespräch. Wenn du ein wichtiges Kundengespräch hast, setze ich mich mal bei dir in den Raum. Du kannst mein Kunde werden, jederzeit gewinnen. Ja, Kunde klingt immer teuer.
56:48 Max Mundhenke
Ist es auch.
56:49 Gavin Karlmeier
Muss ich ja direkt mal sagen. Ich mache den guten Preis. Ich habe den Wunsch bekommen, dass wir Elon Musk Geschichten ans Ende setzen, die nicht konkret mit Social Media zu tun haben. Und da sind wir jetzt an dem Punkt. Deswegen Vorwarnung, wir reden jetzt über Elon Musk. Und zwar geht es jetzt konkret um die America Party. Elon Musk hatte ja vor einiger Zeit mal angekündigt, dass er eine dritte Partei gründen möchte. Eine eigene Partei, mit der er sich sozusagen. . auf die Seite der BürgerInnen stellen will, wie man das halt so macht als Multimilliardär oder als reichster Mensch der Welt, der politisch in ganz schwierigen Gefilden unterwegs ist, vorsichtig formuliert. Jedenfalls berichtet das Wall Street Journal jetzt, dass diese Pläne für eine Parteigründung von Elon Musk erstmal auf Eis gelegt wurden. Und zwar aus zwei Gründen. Erstens möchte er sich stärker auf seine Unternehmen konzentrieren. Ach was. Und zweitens hat Musk Sorge, dass dann die Gründung einer Partei seine Beziehung zu JD Vance beschädigen könnte. Was deswegen interessant ist, weil JD Vance natürlich der Kandidat wäre, wenn Donald Trump nicht nochmal als Präsident kandidieren sollte. Oder auch Deswegen, weil JD Vance als Zögling von Peter Thiel durchaus jemand ist, der in diesem ganzen Konglomerat um die Superreichen, die versuchen, den Staat umzubauen in den USA, eine relativ relevante Rolle spielt. Und das möchte sich Elon Musk offenbar nicht verscherzen.
58:12 Max Mundhenke
Ja, er braucht mehr Zeit für sein Unternehmen, klar. Also wahrscheinlich hat irgendwie die Aktionäre gesagt, er braucht mehr Zeit. Aber weißt du. Als ich mich selbstständig gemacht habe, dachte ich auch, okay, vor einem Jahr jetzt. Wir sind ziemlich genau ein Jahr selbstständig. Da habe ich gedacht, okay, schaffe ich das zeitlich und so ist es nicht irgendwie echt anstrengend und so. Und am Ende des Heils, ja, ist es. Aber damals habe ich mir gesagt. Es gibt Leute wie Elon Musk, die sind so CEO von fünf Firmen, die alle Milliardenschwer sind. So schwer kann das nicht sein. Wenn ich so ein Fünftel der Arbeitszeit habe, easy. Nein, aber Spaß beiseite. Ähm, ich glaube tatsächlich ja. Das hat natürlich damit zu tun, dass seine Unternehmer, seine Aufsichtsräte irgendwie gesagt haben, du kannst jetzt kein Politiker werden. Auf der anderen Seite kann man natürlich auch sagen, er hat so ein bisschen, ist auf Tuchfühlung gegangen, hat mal geguckt, wie kommt denn das so an, wenn ich jetzt eine Partei gründe. Wie viele Leute würden denn aus dem Stand mich wählen, wenn ich das ankündige? Und als er gemerkt hat, oh. Er wird vermutlich keinen politisch großen Einfluss haben oder sein Einfluss wird nicht größer als er jetzt ohnehin, schon durch die Connection zu JD Vance und der ganzen Gang aus dem Silicon Valley ist. . Hat er vermutlich gesagt, okay, das machen wir nicht mehr. Auf der anderen Seite weiß man das bei ihm nicht. In den USA sind die Leute, die da gerade am Drücke sind, sind alles Impulskontrollgestörte Vollidioten. Man muss es leider so sagen. Das heißt, keine Ahnung, was er sich dabei gedacht hat. Lass uns gerne zur nächsten Nachricht gehen, bevor ich mich heute aufrege. Sehr gerne. Ich rente heute viel, habe ich das Gefühl. Rente ich zu viel? Nein, das ist emotifier. Eigentlich echt so ein friedliebender Mensch. Aber das ist ein emotifall. Ja, ich habe Emotionen.
59:39 Gavin Karlmeier
Emotionen drin, das Haken drin-Update. Und zwar bleiben wir aber kurz bei Elon Musk, denn wir haben über eine Klage gesprochen, schon vor einiger Zeit. Elon Musk hat ja, als er noch nicht sich mit Trump überworfen hat und eine eigene Partei gründen wollte, hat der ja den America PAC gegründet. Ein PAC, ein Super PAC, ist ein Zusammenschluss in den USA, der ja so ein Vehikel ist, weil die Finanzierung von Parteien nicht so ohne weiteres möglich ist. Du kannst aber einen Verein in der Mitte unterstützen, der dann Wahlwerbungen zugunsten eines politischen Akteurs schalten kann. Und das war dieser America-Pack. Und der wurde ihm zur Unterstützung von Donald Trump eingesetzt und Elon Musk hat da sehr viel Geld reingesetzt und hat da auch so Dinge gemacht, die nicht nur unter der Lupe als Wahlmanipulation verstehbar waren, wie zum Beispiel Geld auszuschütten an alle Leute, die eine Wahlabsicht für Donald Trump bekunden. Und zwar in Form von einer Direktzahlung und eines Gewinnspiels in Millionenhöhe. Du konntest eine Million Dollar gewinnen, wenn du dich bereit erklärst. damit oder das zu verkünden, dass du Donald Trump wählen wirst. Viele dieser Gelder wurden allerdings niemals bezahlt. Der America Pack hat Versprechen abgegeben, die nicht gehalten wurden. Das heißt, es ist nicht nur so, dass man hier hinnimmt, als Elon Musk als Wahlmanipulator zu gelten, sondern man macht es auch noch richtig perfide, man verarscht nicht nur die Demokratie. Sondern verarscht auch noch die wenigen, die eigentlich mit dir gemeinsam die Demokratie verarschen wollten. Und ja, genau das ist hier passiert. Jetzt hat ein Gericht entschieden, ein US-Bundesgericht. dass diese Klage gegen Elon Musk derer, die ihn jetzt verklagen, weil sie das Geld nun haben wollen, weil sie sich öffentlich bereit erklärt haben, Donald Trump zu wählen, Dass diese Klage zugelassen wird, das heißt, da wird jetzt ein Verfahren starten und Elon Musk muss sich da vor Gericht verantworten oder seine Anwälte jedenfalls. Elon Musk hatte ursprünglich versucht, diese Klage, also hat eine Abweisung gegen diese Klage eingereicht, weil er erklärt hat, dass es gar keine Lotterie gewesen ist am Ende, die da stattgefunden hat. Und die Empfänger der Millionsumme ausgewählt wurden, um sich das Geld zu. . verdienen, wie er sagt. Das ist eine sehr interessante Formulierung, weil mehrfach davon gesprochen wurde, dass dieses Geld verlost wird. Naja, auf jeden Fall wird diese Klage jetzt vor Gericht kommen. Ja, surprise.
01:01:53 Max Mundhenke
Also ich meine, es ist ja gleich bekannt, dass gerade Tesla irgendwie auch nicht so zahlungswillig ist bei Auftraggebern, wenn mich nicht alles täuscht. Also es gibt ja immer mal wieder Berichte über geplattet. Und so und wirklich Existenzen, die auch zugrunde gegangen sind, weil Tesla im Grunde nicht bezahlt hat, also seine Dienstleister nicht bezahlt hat. Das passt natürlich zu Mask. Passt nicht zu dem, wie er sich nach außen hingibt, als Mann des Volkes und so, aber Das ist halt amerikanische Politik gerade. Das ist die Realität, leider Gottes.
01:02:21 Gavin Karlmeier
Ja, und das zieht sich ja durch. Also als Musk Twitter gekauft hat, haben die erstmal aufgehört, ihre ganzen Rechnungen zu betreiben. Zahlen für Cloud-Dienstleister und Mieten und so. Und SpaceX, das zeigt eine New York Times Recherche jetzt. Scheint wohl In den USA kaum Steuern zu zahlen. Was interessant ist, weil SpaceX vor allem davon lebt, Bundesaufträge zu bekommen. Also SpaceX ist eins der wertvollsten privaten Unternehmen der Welt. SpaceX wird nicht an der Börse gehandelt, aber ist eben eines der wertvollsten privaten Unternehmen der Welt und macht mit 84% seines Umsatzes über Bundesaufträge. Das war zumindest im Jahr 2020 so, eine Zahl, die wir vorher nicht kannten, schreibt die New York Times. Wir können davon ausgehen, dass sie vermutlich nicht kleiner geworden ist, vor allem nicht durch die Zusammenhänge mit Donald Trump. Bedeutet also, 84% der Gelder, die in SpaceX fließen, sind Steuermittel am Ende, aber 0% der Steuermittel kommen von SpaceX. Und das machen sie, weil es in den USA eine Ausnahmeregelung gibt. dass du, wenn du große Investitionen oder Verluste in der Vergangenheit erlitten hast, dass du diese auch zukünftig mit deinen Einnahmen verrechnen kannst. Also Beispiel, du warst ja im deutschen Steuerrecht auch so. Wenn du, keine Ahnung, 100 Euro verdienst, aber 200 Euro betrieblich ausgegeben hast, musst du keine Steuern nachzahlen, weil du mehr Steuerlast weniger Steuerlast generiert hast, als du gehabt hättest, vorsichtig formuliert. Ich weiß nicht, ob die Zahlen so stimmen, weil progressives Steuermodell, aber ungefähr so erklärt. In den USA kannst du diese Verluste über mehrere Jahre austragen und SpaceX hat natürlich ein sehr, sehr, sehr teures Investitionsgeschäft gehabt, weil sie eben einfach extrem, also eine Rakete bauen ist ein bisschen was anderes als ein Holzhaus. So, also das ist halt relativ teuer. Und damit verteilen sie das eben über diese Jahre und müssen deswegen keine Steuern zahlen. Das tun sie auch nicht. Also tatsächlich hat 2021 SpaceX Einkommensteuern in Höhe von 483. 000 US-Dollar gezahlt an ausländische Regierungen und 78. 000 US-Dollar an staatliche Einkommensteuern. Das ist quasi gar nichts. Und das Interessante ist aber, dass sie das nutzen, um AktionärInnen anzulocken, denn sie haben in ihrem Schreiben, das AktionärInnen bekommen, das eine gewisse Geheimhaltungsstufe hat, schreiben sie, dass SpaceX davon ausgeht, keine Steuern zu bezahlen.
01:04:38 Max Mundhenke
Ja, das ist klassischer Fall von Corporate Welfare. Also dieses so, wir finanzieren uns durch Steuergelder, geben aber nichts zurück. Das gibt es in Europa ja auch, dank diverser Steueroasen und so weiter. Also ja, Ich meine, was will man dazu sagen? Es ist halt vielleicht ein bisschen diesem neuen Rennen zum Mars geschuldet, dass man irgendwie unter Trump wieder so Symbole braucht oder so, dass man das auch alles durchgehen lässt. Keine Ahnung, ob das Folgen haben wird. Und ich glaube, er kommt damit durch, wie mit allem. Also, ich habe aufgehört, daran zu glauben, dass da irgendwann mal Gerechtigkeit herrscht.
01:05:13 Gavin Karlmeier
Ja, vor allem, man muss dazu sagen, SpaceX bricht nicht das Gesetz, sondern nutzt eine Steuerlücke und dass gerade in den USA superreiche solche Steuerlücken ja quasi präsentiert kriegen, ist auch keine Neuigkeit. Aber exakt das, was sie hier nutzen, ist eigentlich eben für kleine Startups vorgesehen und für Unternehmen. die eben tatsächlich Verluste machen und auch über längere Zeit Verluste gemacht haben, um sozusagen hier eine Anschubsfinanzierung mitzugeben. Es ist nicht geeignet für Unternehmen, die einen Wert von Ich weiß gar nicht, wie viele Milliarden Dollar es sind. Ich habe es irgendwo in diesem Text, glaube ich, gesehen. Eine unglaubliche Anzahl an Geld.
01:05:46 Max Mundhenke
Ja, vor allem wird sich daran nichts ändern. Also das Gesetz könnte man ja ändern, ja, dass es eben dann eben nur bis zu einer gewissen Grenze möglich ist, aber das wird nicht passieren, weil einfach durch durch die Kohle im Hintergrund, durch den Lobby-Einfluss, durch die Zugänge zur Politik, da natürlich niemals ein Gesetz kommen wird, was dann irgendwie dagegen ist. Also das Ja, wie gesagt, ich glaube nicht, dass sich irgendwas ändert daran.
01:06:07 Gavin Karlmeier
350 Milliarden US-Dollar ist es wert. Das ist krass. Und dazu gibt es auch noch einen spannenden, kleinen weiteren Teil dieser Recherche, denn die New York Times hat das erste Mal durch diese Dokumente auch Namen von InvestorInnen in SpaceX gelesen, die bislang nicht bekannt waren. Dazu gehören so ein paar AI-Holdings und Investmentunternehmen, die nicht so überraschend sind. Dazu gehört aber auch ein Unternehmen mit dem Namen Excalbions. Und das ist ein Unternehmen, in dem auch Chris Anderson steckt, der Leiter und Unternehmer hinter TED-Talks. Elon Musk hat auch schon häufiger TED-Talks gehalten. Ob da jetzt eine konkrete Verbindung besteht, müsste man mutmaßen. Ist aber vielleicht ganz interessant zu wissen. Und die letzte Meldung des Tages ist eine, die wieder ein bisschen was mit Social Media zu tun hat, es bleibt aber politisch. Und zwar ist es jetzt festgeschrieben und wird auch so durchgeführt, dass Personen, die sich um eine Aufenthalts- oder Arbeitserlaubnis in den USA werben, auch auf Anti-Amerikanismus in ihren sozialen Medien überprüft werden. Bedeutet also, wenn du dich anti-amerikanisch bei Instagram geäußert hast. und was das genau bedeutet, können wir gleich auch nochmal drüber sprechen. Könnte es sein, dass du nicht einreisen darfst oder gar kein Visum erst bekommst. Die Formulierung ist Ob Antragsteller in antiamerikanische oder terroristische Organisation verwickelt waren bedeutet also ganz konkret Vorsicht bei dem, was ihr postet, wenn ihr vorhabt, in die USA zu reisen. Denn das interessante ist, die aktualisierte Richtlinie hat keine Definition des Begriffes Anti-Amerikanismus. sondern es wird einfach nur als Worthülse verwendet. Und die tatsächliche Definitionshoheit liegt am Ende damit mal wieder bei der Trump-Regierung und damit in der vollkommenen Willkür. Es gab Ankündigungen von J. D. Vance schon vor einiger Zeit, dass Leute, die sich anti-amerikanisch im Sinne von Free Speech geäußert haben, dass denen die Einreise verwehrt werden könnte. Bedeutet also, europäische PolitikerInnen, die sich für den DSA stark gemacht haben und damit amerikanische Tech-Unternehmen regulieren wollten, könnten möglicherweise eine Anreise gehindert werden. Möglicherweise aber auch ein Gavin Kalmeyer, der mit einem Hagen-Tran-Podcast genau über solche Dinge berichtet.
01:08:17 Max Mundhenke
Same. Das ist so, das ist der Grund, weshalb ich irgendwie nie Urlaub in der Türkei gemacht habe, weil ich mich damals irgendwie bei Twitter relativ stark gegen Erdogan auch ausgesprochen habe und es dann irgendwann natürlich entsprechende auch prominente Fälle gab, die an einer Einreise gehindert wurden. Meine Freundin hat Verwandtschaft in der Türkei und wäre fantastisch, da mal Urlaubs zu machen, aber du, um ehrlich zu sein, habe ich zu viel Schiss davor und ich glaube, dass es In den USA läuft es ja auch drauf hinaus. Also ich würde jetzt auch auf Teufel komm raus nicht unbedingt in den USA wollen, ohnehin nicht, weil ähm die politische Situation alles mir einfach zuwider ist, aber wenn ich befürchte, in abschiebehaft zu kommen oder einfach gehindert werde bei der Einreise, würde ich sagen, es ist maximal unattraktiv, irgendwie hinzureisen. Aber Geschichte wiederholt sich, ne? Es gab ja in den USA schon mal Glaube ich, so diese Verfolgung von Andersdenkenden. Also es ist ja in dem Zusammenhang immer von McCarthy, glaube ich, die Rede.
01:09:11 Gavin Karlmeier
Genau, also es gibt die Geschichte, den sogenannten McCarthyism. Und da wurde in den 50er Jahren von Behörden Personen verfolgt in den USA, die sich als Red Scare, die als Red Scare tituliert wurden. Also Linke. Menschen, die sich irgendwie mit Kommunismus sympathisiert haben oder eben sich entsprechend geäußert haben in der Öffentlichkeit. Vermeintlich. Vermeintlich, ja, ja.
01:09:37 Max Mundhenke
Man muss ja historisch sehen. Das war ja in den 50er Jahren und gerade als so die Weltwirtschaftskrise in den 30ern viele Demokratien in Europa ja auch, sag ich mal, die gekostet hat, war ja dann irgendwie Italien und Deutschland als bekannte Beispiel, aber war ja überall eigentlich. Es sind ja viele liberal denkende Antifaschisten Antifaschistinnen in die USA emigriert, weil die USA durch den New Deal und so weiter relativ stabil waren. Das heißt, im Grunde gab es schon einen Zustrom von Antifaschismus, muss man irgendwie sagen. Und dieser McCarthy Der hat ja, der war ja irgendwie auch Verschwörungstheoretiker ohne Ende, hat auch gelogen, war Republikaner damals und hat sich da ziemlich aufgespielt. Auch ich glaube, Alkoholismus war auch verfallen, wenn ich mich recht ins Ende. Also war ein wirklich durchdringiger Typ. Und der hat dann irgendwie gesagt, er hätte irgendwie Listen von Leuten, die im Grunde die Regierung unterwandern und wichtige Schnittstellen Und das ist ganz spannend, weil ja der Punkt sich nach dem Krieg gedreht hatte, dass es erst die Anti-Hitler-Kom, äh, der, die, den, diese Anti-Hitler. Zusammenhalt den USA in den USA gab oder bei den Alliierten überhaupt. Und danach brauchte man offenbar, zumindest ist das so ein bisschen die soziologische Erklärung vielleicht. braucht man irgendwie ein neues Feindbild. Und der Kalte Krieg stand dann eben vor der Tür und dann war Antikommunismus, das hat relativ gut verfangen in der Gesellschaft. Und es gibt ja. ganz bekannte Opfer auch. Ich glaube, Thomas Mann, der da als als Emigrant irgendwie, sei mal, verdächtigt wurde, sogar Charlie Chaplin, der sich ja im Grunde über Hitler lustig gemacht hat, wurde dann plötzlich irgendwie an der Einreise gehindert und so. Aber das ist eine ganz, äh, eigentlich eine ganz düstere Geschichte, ne, die nicht lange gedauert hat, muss man sagen, aber die eigentlich so das freie Amerika, damals richtig auf die Probe gestellt hat und Finde ich schon krass, dass da jetzt Parallelen zugezogen werden. Aber ja, so ist es, wie damals die Willkür geherrscht hat, ist auch dieser Begriff des Anti-Amerikanismus total willkürlich. Also das ist ja Reicht es aus, wenn du in Social Media irgendwie mal Kritik geäußert hast, vielleicht auch berechtigte Kritik oder darf man sich dann am Ende aussuchen, wen man reinlässt und wen nicht? Und ich glaube, es ist eher Letzteres, dass du die Regierung versucht, darauf Einfluss zu nehmen unter so fadenscheinigen Gesetzen. Das ist super schwierig.
01:11:47 Gavin Karlmeier
Und da liegt der Schluss schon nahe, dass man sagen muss, also wenn damals das freie USA in Gefahr war, dann sind wir eigentlich in einem ähnlichen Punkt gerade. Ja, absolut. Wir enden doch nicht versöhnlich.
01:12:01 Max Mundhenke
Nee, wir enden doch nicht versöhnlich, Gavin. Es ist, aber ja, die Weltlage lässt, glaube ich, gerade lässt doch gerade wirklich nicht zu. Es sind keine guten Zeiten.
01:12:10 Gavin Karlmeier
Aber alles wird bestimmt wieder gut. Die gute Nachricht ist ja, Max, jetzt ist erstmal Wochenende, jetzt kann man sich mal zwei, drei Tage nicht damit beschäftigen. Jetzt kann man mal das Handy weglegen, die Push-Nachrichten ausmachen, mal den Mond anmachen, nicht stören. Und das Wochenende genießen. Vielen Dank, dass du da warst, lieber Max. Es war wieder mal wunderschön. Ich mag das mit dir so in die. in diese Nachrichten einzutauchen und dann so zu gucken, was sonst so an Geschichten aufpoppen aus unseren gemeinsamen Vergangenheiten auch. Das ist ja das Schöne, ich habe dich ja in der letzten Folge schon angekündigt als mein alter Twitter-Kompagnon. Also, du bist einer der Gäste, die ich am längsten kenne, glaube ich.
01:12:48 Max Mundhenke
Ja, cool. Du kannst mich ja auch mal häufiger einladen. Alles gut. Ja, das mache ich. Das mache ich.
01:12:56 Gavin Karlmeier
Letztes Mal war es im Oktober hier.
01:12:57 Max Mundhenke
Ja, das ist schon eine Weile her. Nee, pass auf. Wenn es passt, wenn du viel KI-Themen hast, immer gerne. Ich erzähle auch gern, ich bedanke mich für die Zeit. Wir haben, glaube ich, maßlos überzogen. Ich hoffe, es wurde nicht zu langweilig und so, aber ich hatte sehr viel Spaß mit dir.
01:13:10 Gavin Karlmeier
Vielen Dank. Übrigens nächste Woche, Mittwoch ist ein Kollege von dir hier, nämlich der Gregor Schmalzried, der war auch schon ewig nicht mehr hier. Und am Montag ist Franziska Blum hier. Also wir haben viel vor uns kommende Woche. Ich freue mich sehr drauf, aber auch ich brauche jetzt erstmal Wochenende. Danke euch fürs Zuhören. Habt ein schönes Wochenende. Kommt in Discord www. hakenrenn. org, da steppt der Bär. Nein, da ist wirklich schön. Da gucke ich auch am Wochenende rein.
01:13:37 Speaker 4
Über 30 die Zat noch zum Ende von Gavin. Danke. Tschüss.