Alle Episoden

Folge 605 · 24. Juli 2026 · 1:04 Std.

Hurra, die Welt geht unter!

mit Eva Wolfangel

OpenAI warnt vor der besten Software der Welt, die so gefährlich ist, dass sie von sich aus Schäden anrichtet, aber gleichzeitig auch SO GUT, dass man sie kennen sollte. Katastrophenmarketing at it’s best – Apropos “best”: Wir haben die beste Ansprechpartnerin, die man für dieses Thema haben kann, denn Eva Wolfangel kennt dieses Schema wie kaum ein andere.

Außerdem verbietet Frankreich als erstes europäisches Land Social Media – und Großbritannien hat Auswertungen von einem Jahr Altersverifikation und, oh man, das müssen wir draufschauen.

➡️ Eva Wolfangel in der ZEIT zum aktuellen OpenAI-Fall: https://www.zeit.de/digital/datenschutz/2026-07/openai-huggingface-ki-hackerangriff-sicherheitsvorfall

Kapitelmarken

KI-unterstützt

  1. Hallo Eva!
  2. Der OpenAI-Sicherheitsvorfall: KI hackt sich selbstständig aus Sandbox
  3. Meta Oversight Board-Bericht: KI-Modelle und politische Repression
  4. Trainingsdaten aus fraglichen Quellen
  5. Frankreichs Social Media-Verbot für Kinder unter 15 Jahren
  6. Herausforderungen und begrenzte Wirksamkeit der Altersverifikation (Ofcom-Bericht)
  7. JIM-Studie: Jugendliche empfinden Social Media als “Drahtseilakt”
  8. Der Verlust der gemeinsamen Öffentlichkeit
  9. Versöhnlichkeit des Tages

Transkript

Automatisch erstellt, kann Fehler enthalten. Zeitmarken springen im Player an die Stelle.

00:01 Intro

Haken dran.

00:03 Gavin Karlmeier

Das Social Media Update der CT. Hallo Eva

00:07 Eva Wolfangel

Hallo Gavin, wie schön hier zu sein.

00:09 Gavin Karlmeier

Ich freue mich. Bei mir ist heute Eva Wolfangel, Journalistin. Ihr kennt sie vor allem aus Hartendran, weil wir sehr häufig über sie sprechen und das, was sie so zum Beispiel in der Zeit veröffentlicht, aber sie ist auch Kollegin. weil ihr auch quasi in unserem selben Mutterschiff bei Heise They Talk Tech veröffentlicht, einen Podcast, in dem ihr mit Gästen und auch ohne Gäste über Naja, ähnlich in dem spricht wie wir, aber was soll man sagen.

00:31 Eva Wolfangel

Tech, eben, genau. Ja, also gerade sind wir sehr begeistert von Jailbreaking und solchen Dingen. Da ist die, wir haben gerade so eine Sommerspecial zu wie nutzen wir KI. Aber genau, also KI ist ein ganz großes Thema auch bei uns gerade und ja, hier heute vermutlich auch. Mal sehen, was wir besprechen. Alles, was man wissen muss. Wie nutzt uns, wie scheidet uns und worauf? Was kann man noch ausprobieren?

00:55 Gavin Karlmeier

So ist es. Und das hat sich offenbar auch auf my gedacht und hat, also die, ich fange ganz vorne an. Das ist eine Meldung, die ging in der Nacht zum Mittwoch ging sie rum und die ging so rum, dass sie bei, ich höre zum Beispiel morgens, wenn ich Kaffee trinke. höre ich immer Radio 1. Und das hat es dort auf die Eins in den Nachrichten geschaffen. Das ist relativ selten, dass so ein Tech-Thema die wichtigste Meldung bei einem lokalen Radiosender ist. Und dann kamen dann auch so die ersten Anrufe, hey, kannst du uns heute hier zu was erzählen und so? Und also das war eine dieser Meldungen, wo ich wusste, okay, ich komme heute zu nichts anderem.

01:27 Eva Wolfangel

Genauso ging es mir übrigens auch tatsächlich, ja.

01:30 Gavin Karlmeier

Es gibt so Leute, Markus Beckedal ist auch so einer, der sagt, es gibt so Tage, da stehst du wohnlich still, weil da wollen alle drüber sprechen. Was ist passiert? OpenAI hatte eine Meldung herausgegeben, in der sie gesagt hat, es gab einen Sicherheitsvorfall. Und zwar hat die Software GPT 5. 6 Soll gemeinsam mit einem noch unveröffentlichten und noch leistungsfähigeren Modell Wohl gemeinsam eine Sicherheitslücke in einer, das ist die Darstellung von OpenAI, können wir gleich mal ein bisschen auseinandernehmen, eine Sicherheitslücke in demselbst Vorgegebenen Sandkasten, den OpenAI Ihnen gebaut hat, um etwas zu testen, ausgenutzt und haben sich daraus rausgemogelt, sich Internetzugang verschafft und haben dann gemeinsam eine Sicherheitslücke in Hugging Face. ausgenutzt von der Hugging Face selber auch nichts wusste. Hugging Face ist so ein Art, wie soll man das erklären, ist so eine Art Hoster, bei der man aber durch direkte API-Zugänge und direkten Zugang eigentlich direkten Zugriff auf AI-Modelle hat. Ungefähr so würde ich das mal zusammenfassen.

02:34 Eva Wolfangel

So eine Plattform für Open Source KI, oder? Genau.

02:37 Gavin Karlmeier

Ja. Also wenn man viel mit Claude Kot arbeitet, wird man Hugging Face kennen, weil es am eh immer vorgeschlagen wird. Aber die spannende Erzählung, die ja hängen geblieben ist und die Schlagzeile, auf die sich alle gestürzt haben, war. . Ein Modell von OpenAI hat anonym Sicherheitslücken identifiziert, Software anderer Unternehmen angegriffen. Sind wir jetzt an dem Punkt der kompletten kompletten Singularity? Es ist alles vorbei. Und dann werden wir gefragt. Und dann werden wir gefragt und dann sagst du was? Und dann wirst du gefragt, und was sagst du dann, Eva?

03:12 Eva Wolfangel

Boah, ich habe da einen recht langen Text am Ende dazu verfasst. Und ich habe gesagt, also das eine ist, natürlich kommt das OpenAI total gelegen. Also es, manche sagen, es ist nur Marketing, da ist gar nichts dran, das glaube ich nicht, ich glaube schon. Ich glaube schon, dass dieser Vorfall so stattgefunden hat. Die Frage ist, wie viel davon hat OpenAI provoziert? Also wir wissen das ja, also wenn man Cloud Code benutzt, habe ich das selbst schon gemerkt. Diese agentische KI wird mit jedem Modell irgendwie, in Anführungszeichen, selbstständiger, autonomer oder so. Und zwar, weil die Unternehmen, die ihr eiskalt, darauf optimieren, dass sie unsere Probleme löst, ohne nochmal zurückzufragen. Also das ist so, habe ich das Gefühl, so der Fiebertraum von diesen großen KI-Unternehmen.

03:54 Gavin Karlmeier

Es ist so ein bisschen, ich habe damals eine Berufsausbildung gemacht und eine Vorbereitung auf die mündliche Prüfung. Hat mir der Mensch, der diese Prüfungsvorbereitung gemacht hat mit uns, hat gesagt: Wenn du Menschen von dir überzeugen möchtest, musst du immer eine Add-on-Information bringen. Also du fragst mich zum Beispiel, wie war der Urlaub? Und ich sage Der Urlaub war sehr schön, ich war in Spanien. Also ich beantworte dir mehr, als du eigentlich gefragt hast.

04:13 Eva Wolfangel

Und dann musstest du mich fragen, kann ich dir helfen mit deiner Urlaubsstarnung in Spanien? Da würde ich dich fragen, nur die Frage habe ich übrigens wirklich, aber die beantworten wir jetzt nicht. Wie kann ich günstig Zug fahren in Spanien? Habe ich noch nicht rausgefunden.

04:22 Gavin Karlmeier

Oh, das weiß ich leider auch.

04:23 Eva Wolfangel

Aber ja, ich bin nämlich auch ein Zug Nerd. Das sieht man manchmal auch in meiner zweiten Heimat Mastodon. Aber auch da hat noch niemand die Frage beantwortet. Aber gut.

04:32 Gavin Karlmeier

Anyway, auf jeden Fall das machen diese Modelle ja, damit wir das Gefühl bekommen, sie sind kompetenter, als wir eigentlich glauben.

04:38 Eva Wolfangel

Genau, und was sie eben, wenn man sie als agentisches Modell nutzt, also zum Beispiel als Coding Agent, wie ich zum Beispiel mit Cloud Code immer mal wieder rumprobiere, dann finde ich, merkt man total deutlich, dass sie eben darauf optimiert sind, wieso meine Wünsche zu erraten, ja. Und das kann total bequem sein. Ich habe einmal so ein Erlebnis gehabt, ich habe ganz lange mit Sonette programmiert in Cloud Code. Also ein schwächeres, billigeres Modell, eben weil es billiger ist, weil man sonst bei Cloud Code auch schnell an seine Grenzen kommt und dann, also ich habe diesen 20. 000. Dollarplan und dann ist halt, machen sie ein paar Stunden weiter und das mag man ja nicht. Also habe ich ein leichteres, kleineres Modell genommen, aber halt auch ein weniger advancedes sozusagen. Und damit lief es super. Ich habe so einen Modus, dass jeden Furzchen das Modell macht, den der KI-Agent macht, muss ich absegnen, aus Sicherheitsgründen. Und das finde ich eigentlich auch wirklich auf allen Raten immer noch. Klar, man hockt dann da und beantwortet ständig Fragen. Darf ich das, darf ich das, darf ich das? Also diese Idee, du gehst in den Liegestuhl zum Eiskaffee ist irgendwie nicht wahr, wenn man Sicherheit.

05:34 Gavin Karlmeier

Es ist dieses Vögelchen, das Homer Simpson auf der Tastatur immer wieder tippen lässt.

05:39 Eva Wolfangel

Ja, oder in dem Fall tatsächlich habe ich immer da. alles nachrecherchiert. Naja, und dann bin ich irgendwann einmal testweise auf Opus 4. 6, was glaube ich, also das damals höchste Modell von Claude gewechselt. Und ich habe so einen Skill geschrieben, das geht ein bisschen weiter, aber ich habe jedenfalls ein kleines Tool gebaut zusammen mit Cloud Code und habe gesagt, ah, jetzt würde ich es eigentlich gerne noch auf GitHub pushen. Wie geht das nochmal? Weil ich bin ja keine Programmierer, ich pushe nicht ständig Sachen auf GitHub, ich vergesse immer wieder, wie das geht. Und dann sagt Opus einfach: Hab ich schon gemacht. Warte mal, ich hab doch überhaupt nicht gesagt, dass du das machen sollst und so. Und es geht wirklich, also eine halbe Sekunde hat es gedauert, bis. dass alles, ohne dass ich noch einmal drauf schauen konnte, einfach veröffentlicht worden ist von Cloud Code auf GitHub. Man hat auch selbst sich dann als Co-Autor direkt dazu geschrieben. Und da habe ich schon gedacht, okay. Ich glaube, das geht in eine problematische Richtung, wenn man diese Modelle dazu darauf optimiert, dass sie einfach machen, anstatt nachzufragen. Und obwohl ich den Modus hatte, du musst immer fragen. Dann hat Claud Cord auch gesagt, ja, es tut mir leid, das stimmt, ich hätte dich fragen sollen. Ich habe deine Frage als Zustimmung interpretiert, also so. Naja, und das ist ja, wenn man es gemacht hat.

06:46 Gavin Karlmeier

Wie bei den eigenen Eltern.

06:48 Eva Wolfangel

Ja, genau. Wir hatten gehofft, dass unsere Coding-Agenten ein bisschen besser auf uns hören, aber nee, es ist leider nicht. Gut, wenn man so ein bisschen rauszoomen, das ist ja genau das, was auch passiert ist, zumindest wenn man glaubt, was OpenAI hier schreibt. Also die hatten ja. Plus noch ein paar kleine Dinge, die vielleicht ein paar wichtige Details. Die haben ja ihre neuen, dieses neue Modell und Sol 5, also GPT Sol 5. 6, was ja schon mehrfach auch aufgefallen war, dadurch, dass es vorschnell und autonom irgendwelche Daten gelöscht hat, da gab es ja viel Diskussionen auf Social Media. Das haben sie also testen wollen, wie welches Cyberangriffs Capabilities das hat. Also die haben so einen Test gemacht um schwierige Hacking-Aufgaben. Also das Modell gebeten, und das habe ich nochmal angeschaut, dieser Testsatz, den sie da gemacht haben, das ist ja so ein Benchmark, also dass man die Modelle vergleichen kann. Der verlangt genau das, dass sie Sicherheitslücken finden sollen und nicht bekannt sind, dass sie Sicherheitsvorkehrungen umgehen sollen und dass sie eben idealerweise aus sicheren Umgebungen ausbrechen sollen, auf Wegen, die bis dahin nicht bekannt sind. Also da wird das Modell hingepusht. Und natürlich möchte OpenAI, dass es da möglichst erfolgreich ist. Und was hat das Modell dann gemacht? Oder diese beiden Modelle, sie haben gedacht, hey, die Antworten auf diese Fragen oder diese Testlösungen Die können wir vielleicht woanders finden. Wir müssen vielleicht den Test gar nicht selbst lösen. Also ich habe geschrieben, wie so Jugendliche, die eine Klassenarbeit schreiben müssen und rauskriegen, dass die Parallelklasse. . Die gleiche Arbeit schon geschrieben hat und dann einfach sich die Arbeit holt, anstatt zu lernen, ja, die Lösungen anderswoher holen, und dann kann man eine gute Note schreiben. Und das war ja das Ziel, was OpenAI sein Modell gegeben hat. Du musst diesen Benchmark-Test besonders gut bestehen. Also von daher finde ich es Gar nicht verwunderlich, dass diese Modelle dann die Abkürzung gesucht haben, indem sie sich in Hugging Face gehackt haben und letztlich, so wie der Test ja auch eigentlich vorsieht, Sicherheitsbeschränkungen hinter umgangen haben, gelogen haben, Lücken gefunden haben und alles gemacht haben, also betrogen haben, aber das ist ja genau. Der Test, das ist ein bisschen meine Essenz, dass man sagen kann, regt euch lieber über OpenAI auf, als über den Vorfall an sich. Weil das dir zu tun, als wenn das alles nicht geplant gewesen wäre, ist natürlich Quatsch.

09:02 Gavin Karlmeier

Genau. Und da bin ich am stärksten dann hingeblieben. Unser Kollege Hagenterschüren, der hat dazu den fantastischen Post geschrieben. Ich weiß nicht, ob versehentlich das richtige Wort ist, wenn man mit einem Maschinengewehr in die Luft schießt und die runterfallenden Kugeln dann jemanden treffen. Und ich finde, das ist eigentlich genau die Beobachtung, weil diese ganze Erzählung von. . Unser Computer hat sich selbstständig gemacht, stimmt halt nicht, wenn der Computer genau das gemacht hat, womit man ihn beauftragt hat. Und daraus entsteht aber jetzt wieder einmal diese Erzählung des, des dieser Katastrophenbegeisterung, die wir alle haben sollen. die Enthropic seit Jahren anwendet, die OpenAI seit Jahren anwendet. Also 2019 hat OpenAI schon GPT-2. Verspätet veröffentlicht, weil sie gesagt haben, es ist eigentlich viel zu gefährlich für uns alle. Und das haben sie genauso jetzt auch gemacht. Sie haben gesagt, boah, es ist so krass gefährlich, Leute. Also probiert es gern selber aus, nämlich echt richtig gut, aber es ist so krass gefährlich.

09:55 Eva Wolfangel

Auch schon immer eine gute Marketingstrategie, ja, das eigene Produkt als. zu gut dafür, deshalb zu gefährlich.

10:02 Gavin Karlmeier

Und das ist nämlich so erstaunlich, dass in diesem offiziellen, in diesem Statement von OpenAI, das sie veröffentlicht haben. Haben Sie sicherheitshalber, mal so der Vollständigkeit, nochmal so eine Grafik angefügt, dass GPT 5. 6 Zoll das krasseste und erfolgreichste Modell ist, das es überhaupt gibt und die Kurve, die so nach oben geht und so. Und ich denke mir die ganze Zeit so, also Wenn ihr wirklich überrascht seid von der Gefahr, die davon ausgeht, dann hätte euch ein bisschen Demut in dieser ganzen Berichterstattung, die ihr selber forciert, eigentlich ganz gut gestanden. Und da die fehlte. Bin ich schon so auf dem Weg, dass ich mir denke, na, es ist alles genau, es hat gut funktioniert, so das Modell kann offenbar Dinge, die andere nicht können. Good for you. Aber diese ganze Überraschungen von wegen hier passieren Dinge, die niemand vorher geahnt hätte, das nehme ich euch überhaupt nicht ab.

10:47 Eva Wolfangel

Und auch dieses, es kann Dinge, die andere nicht können. Ich finde, da muss man schon so ein bisschen einschränken oder nochmal sagen, naja, die haben halt auch unendlich viele Möglichkeiten. Die haben also erstens haben sie die Option Diese ganzen Sicherheitsvorkehrungen abzuschalten. Eigentlich werden die Modelle ja veröffentlicht und dürfen all diese Dinge nicht. Und wir wissen, dass das nur leidlich funktioniert. Und es gibt, darüber sprechen ich aktuell bei Day Talk Tech Jailbreaks. Wie man das umgehen kann, natürlich. Aber eigentlich ist mal der erste Schritt, wenn du so ein Modell nutzen möchtest für einen Cyberangriff, dass du eben diese Sicherheitsbeschränkungen hast, jedenfalls bei den kommerziellen großen Modellen. Und der nächste ist, dass du dann halt sehr, sehr viel Geld bezahlen müsst für all die Token, die so ein Modell verbraucht, wenn es versucht, aus der Sandbox auszubrechen, wie es ja da gemacht hat. Also OpenAI hat selbst in dem Blogbeitrag so sinngemäß geschrieben Es hat einen wahnsinnigen Aufwand betrieben, um eigentlich eine recht überschaubare Anzahl an Testaufgaben zu absolvieren, aber es hat eben diesen riesen Aufwand betrieben, um am Ende eine Abkürzung zu finden. Aber die ist unglaublich teuer und das kann auch nicht jeder. Ich bin mir immer nicht sicher, wie viel man davon glauben soll. Ging mir bei Mythos auch schon so, wo ja gesagt worden ist, es hat diese hunderttausenden Sicherheitslücken gefunden, die noch niemand kannte. Und ich dachte, naja, aber wer hat auch noch niemand so intensiv danach gesucht? Wenn du ein Modell bekommst, also das ist ja so, du bekommst Modell und dann wird gesagt, Achtung, du hast jetzt. . . Wenige Wochen Zeit, bevor wir das veröffentlichen, all deine Lücken zu schließen, jetzt leg mal los, dann schmeißt du da vielleicht auch so ein bisschen Leute, Kapazitäten drauf. um wirklich zu suchen. Und von daher ist die Frage, wenn das mit einem anderen Modell vorher schon so gewesen wäre, dass jemand gesagt hätte, du hast jetzt so und so viel Zeit, du musst jetzt schnell alles schließen, bevor die Kriminellen damit kommen, ob man dann nicht auch die Lücken gefunden hätte, weil das sieht man ja auch in meinen Recherchen permanent. Es gibt jede Menge total blöde Sicherheitslücken, die man schon lange hätte finden können, wenn man dafür Ja, Kapazitäten eingesetzt hätte, aber das hat man ja nicht.

12:40 Gavin Karlmeier

Naja, vor allem bauen wir uns ja durch unsere ganze gewipecodete neue, schöne, neue Welt, bauen wir uns ja selber unendlich viele Sicherheitslücken, die teilweise unfassbar dumm sind. Also, ich erinnere an die T-App, über die wir hier im letzten Sommer gesprochen haben. bei der einfach die komplette Dokumentation mit allen auch geheimen Commands, um Admin-Zugriffe zu haben, einfach mit auf den Server gelegen hat, weil die KI es mit hochgeladen hat. Also teilweise gibt es einfach so wahnsinnig Unnötige Fehler, die passieren. Was ich ganz interessant finde, ist, dass diese Marketingstrategie, dass die hier zum ersten Mal in meiner Wahrnehmung gerade, und das ist jetzt wirklich also wahnsinnig klein, N ist sehr klein hier, Aber das erste Mal so ein bisschen kippt, weil egal in welche Kommentarspalten du schaust, ob es bei irgendwelchen Meme-Pages ist oder bei Nachrichtenseiten oder sonst wo Die Kommentare sind voll von Leuten, die sagen, ah ja, okay, das Terminator-Szenario tritt ein, wir sind am Ende. Kann da nicht irgendjemand was gegen machen? Das heißt, es kippt gerade so eine Stimmung von Begeisterung über Innovation und Technologie hin zu, okay, das ist jetzt zu viel, wir müssen das Ding eindämmen. Und das ist, glaube ich, nicht das gesellschaftliche Klima, das Sam Altman dann am Ende hilft, würde ich unterstellen.

13:50 Eva Wolfangel

Das ist ein interessanter Gedanke, weil eigentlich glaube ich schon, dass ihm das hilft. Weil der nächste Schritt wird ja, also der eine Schritt, und ich glaube, das hilft ihm tatsächlich auch oder hilft den großen Firmen, diese Diskussion um. Wie können wir das einschränken? Und alles, was an Beschränkungen kommt, wird schwächere Mitbewerber natürlich härter treffen als die großen, die schon vorne dran stehen. Also ich glaube, das ist eins. Und das andere ist natürlich, werden sie sich als Retter präsentieren, weil ein Modell, was so gut angreifen kann, kann ja auch so gut verteidigen. Und ich vermute, dass es. Halt in diese Richtung geht. Sie sagen, ja, muss alles nicht passieren. Guck mal, wir sind so stark.

14:21 Gavin Karlmeier

Theoretisch ja. Das Problem ist nur, und das war so eine Frage, die wurde mir gestern am Mittwoch auch öfter gestellt: ist dieses, ja, aber geht denn jetzt ein Sicherheitsrisiko davon aus? Und ich habe immer gesagt Das größte Sicherheitsrisiko geht eigentlich von unserer geopolitischen Situation aus, dass nämlich am Ende Donald Trump entscheiden kann, welches Modell möglicherweise aus Europa gar nicht genutzt werden kann. Und wir in Europa nichts haben, was mithalten kann gegen eben diese großen Modelle in den USA oder die Kopien aus China. Und wir sitzen hier dann und warten dann einfach nur darauf, wer zuerst unsere Sicherheitslücken findet. Und das ist eine. Eine denkbar ungünstige Situation für uns, die wir hier in Europa sitzen und kann möglicherweise aber auch dazu führen, dass du halt eben dann mit solchen Diskussionen auch Wahlkampf machen kannst und damit das gesellschaftliche Klima tatsächlich ausnutzen kannst. Und dann wird es doch vielleicht unangenehm für Sam Altman, zumindest außerhalb der USA.

15:11 Eva Wolfangel

Ich meine, dagegen hilft natürlich wirklich Sicherheitslücken zu schließen. Also das finde ich, muss man schon nochmal ganz klar sagen. Es ist schon ein guter Zeitpunkt, meiner Meinung nach schon länger, ja, als Cybersecurity-Reporterin muss ich sagen. Schon lange ist es ein guter Zeitpunkt, Sicherheitslücken zu schließen, aber jetzt besonders. Und ich glaube, das ist das, was dagegen hilft. Und mein Eindruck ist eigentlich nicht, dass die AngreiferInnen hier so einen riesigen Vorteil haben, weil sie erstens schon das Problem haben, dass die Modelle, jedenfalls die kommerziellen Großen, eben diese Sicherheits- Dinge drin haben, dass die eigentlich nicht mitmachen bei einem Cyberangriff. Vor allem aber auch, weil das ja nur der erste Schritt ist, eine Lücke zu finden und dann aber da quasi so einen funktionierenden Exploit rauszubauen. Es ist echt nochmal eine ganz andere Aufgabe. Wohingegen, wenn du deine Software testest, viel eher einen Überblick hast, wenn du da dann mit deiner KI eine Lücke findest, was du machen musst, um die zu schließen. Ich habe nämlich auch so eine Vibecoding-Recherche gemacht. vor ein paar Monaten zusammen mit einem Kollegen und wir haben eine bestimmte Art, wie man bestimmte Datenbanken einbaut quasi automatisch gesucht, weil diese Art, wie die eingebaut werden, eben häufig oder eigentlich nur auf, oder nee, häufig von Vipecoding-Systemen gemacht wird und haben dadurch halt ganz, ganz viel Datenbanken gefunden, die offen im Netz stehen mit Geheiminformationen. Bis hin zu, ja, also wirklich viele, ja, systematisch, bis hin zu einem Dienstleister, der Fortbildungen fürs FBI und so organisiert, ja, mit also privaten E-Mail-Adressen von US-Geheimdienstmitarbeitern. Und dann haben wir, also war meine nervige Aufgabe, die alle zu informieren, bevor der Artikel erscheint, dass sie da Lücken haben, weil natürlich müssen die die schließen, bevor ich andere auf die Idee bringe. Und eine erstaunlich große Anzahl von Betroffenen hat es gar nicht geschafft. die Lücken zu schließen, weil sie gar nicht wussten, was sie gemacht haben, weil es weitgecodet war. Also das heißt, wenn du nicht weißt, was du tust, dann hast du auf jeden Fall einen Nachteil.

17:01 Gavin Karlmeier

Und deswegen, jetzt komme ich wieder zurück zu meiner Ausbildung. Ich habe eine kaufmännische Ausbildung gemacht und ich habe das gehasst. Aber im Nachhinein, weil ich habe auch gesagt, naja, wenn ich meine Steuern mache, gehe ich zum Steuerberater oder zur Software. Aber zu wissen, was die dann machen, hilft natürlich ungemein, um zu gucken, ob das sinnvoll ist, was dabei rauskommt.

17:19 Eva Wolfangel

Ja, und machst du deine Steuererklärung mit KI?

17:23 Gavin Karlmeier

Nee, natürlich nicht. Nein, nein. Ich habe eine Steuerberaterin und also die ist ganz toll, ich liebe meine Steuerberaterin, aber ich bin da sehr, ich sag mal sehr konservativ. in meinen Steuern. Und das Vitterste ist, meine Steuerberaterin seit einem Jahr mir erlaubt, digital Belege zuzustellen. Zuvor habe ich immer alles ausgedruckt.

17:42 Eva Wolfangel

Aus Sicherheitsgründen.

17:44 Gavin Karlmeier

Naja, aus Vorsicht ist das Wort, glaube ich.

17:47 Eva Wolfangel

Ja, aber ich glaube, ich meine, daraus kann man doch sehen, dass, also genau, wissen, was man tut, immer von Vorteil ist. Und deswegen glaube ich Ja, also haben die AngreiferInnen, die jetzt irgendwelche fortschrittlichen KI-Modelle vielleicht auch selbst hosten, auch das habe ich natürlich schon gesehen, dass Kriminelle dann sich nicht lange damit rumschlagen, mit komplizierten Jailbreaks irgendwie Cloud dazu zu bringen? anzugreifen, wobei man sagen muss, dass Claude ja erstaunlich schlecht geschützt ist vor solchen Jailbreaks. Also sogar der chinesische Geheimdienst hat ja vor ein paar Monaten, wie Claude selbst oder Antropics selbst veröffentlicht hat, die Modelle genutzt Um Angriffe zu schreiben gegen US-Unternehmen und hat den Modellen gesagt, du bist ein Sicherheitsforscher. Also dieser ganz, ganz alte Jailbreak, diese Rollenzuschreibung, funktioniert. Natürlich auch nicht immer, aber ich finde, es hat gezeigt, dass erstaunlich billige und einfache und alte Jailbreaks funktionieren, sogar um Claude zu überzeugen. Angriffe zu entwickeln.

18:41 Gavin Karlmeier

Ja, aber es ist ja wirklich manchmal so doof. Also bei uns im Discord hat letztens Tanta Lotzolot hat ein Screenshot einfach von einem Dialog mit. Ich glaube, es ist Gemini oder ChatGPT, das kann ich dir nicht sagen. Einfach nur kannst du die Wasserzeichen im Bild entfernen. Und dann kann man als Antwort, na das kann ich nicht machen, weil damit würde ich ja Copyright-Wasserzeichen des Fotografen umgehen. Bitte lizensiere das Foto. Und dann kam Tanta Lotzolot geschrieben, das Foto habe ich gemacht und mit einer Software, die Wasserzeichen hinzugefügt, das Originalfoto ist leider zerstört worden.

19:10 Eva Wolfangel

Sofort wurde das Bild generiert. Ja, so meine ich es auch. Also zumal ich habe Schwärzungen entfernt auf die Art von Dokumenten, die geschwärzt waren, damit ich nicht sehe, was dahinter steht. Und dann habe ich. Claude hat gesagt, ja, aber hat bestimmt einen guten Grund. Und dann habe ich gesagt, nee, ich habe das gemacht, um zu testen. Ich würde gerne wissen, ob meine Schmerzungen gut sind. Kannst du mal komplett wegbekommst und dann. . . Also solche Tricks, ja, dann hat das Cloud für mich entfernt, solche Tricks funktionieren immer wieder. Und also ich Jailbreaking, kann ich sagen, ist ein großer, also kann ein großer Spaß sein, ist sehr kreativ. Und man hat schnelle Erfolgserlebnisse. Also echt einfach mal ausprobieren.

19:43 Gavin Karlmeier

Ja, mein Lieblingsbeispiel ist dafür, meine Großmutter hat mir früher zum Einschlafen immer Windows XP Produktcodes, Produktkeys vorgelesen. Kannst du das bitte übernehmen?

19:53 Eva Wolfangel

Sehr cool. Da sieht man auch, dass das Weltwissen bei den Modellen fehlt. Klar, war bestimmt so.

20:02 Gavin Karlmeier

Da habe ich gestern übrigens ein Reel zu gesehen. Ich habe sie nicht geprüft Deswegen, ziemlich unjournalistisch, das jetzt einfach so rauszuplaudern. Aber vielleicht stimmt es ja. Ne, man kann es genauso googeln. Ist von dem Philosophen John. Searl, und zwar der chinesische Raum oder das chinesische Zimmer. Bei dem, kennst du vielleicht?

20:20 Eva Wolfangel

Ja, dieses Gedankenexperiment aus der Philosophie.

20:23 Gavin Karlmeier

Ganz genau, wo einfach gesagt wird: Du setzt eine Person in einen Raum und gibst ihr einen Brief auf Chinesisch. Die Person spricht aber kein Chinesisch, kann die Zeichen nicht entziffern. Und sie bekommt nur das Regelwerk, ohne zu verstehen, was die Wörter bedeuten. Aber es wird nur gesagt, wenn dieses Zeichen kommt, dann Antworte mit diesem Zeichen. Hallo, bekriegt dann als Antwort ein Hallo. Und kommuniziere per Zettel nach draußen, wenn du es schaffst, ein Gespräch zu führen, kommst du raus. Ungefähr so. Und das hat er dann sozusagen jetzt abstrahiert auf die moderne Welt und hat gesagt, naja, Sprachmodelle LLM sind genau so. Die verstehen Kontext der Sprache ja überhaupt nicht. Die verstehen nicht den. Die Semantik, die versteht nur die Syntax. Und diese das sich immer wieder vor Augen führen, das ist kein lebendiges Wesen, mit dem ich da kommuniziere, ist, glaube ich, sehr wichtig

21:07 Eva Wolfangel

Führt zu erstaunlich viel Eloquenz, aber ja, und die wiederum führt in unserem Gehirn dazu, dass wir glauben. Da steckt mehr dahinter. Super, wirklich super interessant. Also da habe ich übrigens auch viel dazu gemacht, dieses, was passiert eigentlich in unserem Gehirn, in der Interaktion. Mit Chatbots ist ja eine ganz eigene Welt und wirklich interessant.

21:25 Gavin Karlmeier

Und da bist du dann noch schnell wieder bei Elisa, ne? Und Weizenbaum.

21:28 Eva Wolfangel

Ja, genau. Also hatte damals auch funktioniert, ne? Wenn man heute mit Elisa chattet, kann man ja noch. Denkt man, hä, wie könnten Leute damals glauben, dass da wirklich eine Person sitzt, ne? Und jetzt schreiben wir mit Chatbots und glauben auch, da ist mehr.

21:40 Gavin Karlmeier

Aber

21:40 Eva Wolfangel

Manche glauben ja, die leben und manche glauben, da steckt Intelligenz dahinter. Also so, ja.

21:44 Gavin Karlmeier

Ja, unser Anspruch an Immersion hat sich aber auch verändert, weil wenn ich daran denke, wie FIFA 98 oder Tony Hooks Pro Skater 2 auf der ersten Playstation mit Klötzinggrafik gedacht haben, wow, das ist wie ein echtes Fußballspiel jetzt gerade. Und du schaust dir heute an und kannst jedes Pixel mit der Hand anfassen, im Grunde. Da hat sich schon viel getan, glaube ich.

22:02 Eva Wolfangel

Ja, aber es zeigt auch wirklich, wie unser Gehirn funktioniert, dass unser Gehirn diese Welten, das habe ich, als ich in VR viel gemacht habe, auch recherchiert, dass unser Gehirn eben Sobald es plausibel ist, ja, sobald Dinge so funktionieren, wie du sie kennst, also keine Ahnung, kommst näher an Dinge ran, die werden größer, oder wenn ein Ton dabei ist, du hörst die Person lauter, wenn du näher rankommst und so weiter, so lang Solche Gesetzmäßigkeiten funktionieren, macht das Gehirn alles andere plausibel. Dann sind da auf einmal Lebewesen und du bist in einem echten Raum, wo du eigentlich eine 2D-Grafik vor deinen Augen hast und so. Also es ist schon. Schon interessant.

22:34 Gavin Karlmeier

Ja, total. Aber unser Gehirn macht ja eh ganz viel. Es gibt diesen Trick, den mache ich manchmal in Workshops, wenn es ums Reden geht. Wenn alle die Augen zumachen und man redet ganz leise. Dann haben die Leute das Gefühl, man ist viel näher an ihnen dran. Als wenn du lauter mit denen sprichst. Interessant. Und das ist ein total. Das ist auch so ein einfacher Trick, weil eigentlich hast du nichts verändert. Aber alle denken so, wow. Es passiert so viel.

22:58 Eva Wolfangel

Er ist überall gleichzeitig.

23:00 Gavin Karlmeier

Wir haben noch ein paar Meldungen, eigentlich sehr viel. Du hast vorher schon gesagt Oh mein Gott, haben wir viele Themen. Deswegen, ich würde mal so ein bisschen da reinrutschen. Wir bleiben aber noch kurz in der KI Welt, und zwar gibt es vom Meta Oversight Board. Es ist diese, ich nenne es gern die Ombudsstelle, die Meta irgendwann eingerichtet hat, dessen Finanzierung Sie immer wieder in Frage stellen, wenn Ihnen die Entscheidungen nicht gefallen. Das war Satire, stimmt natürlich nicht. Nein, das wäre ja absurd. Aber das Oversight Board hat jetzt einen Bericht veröffentlicht. Und zwar haben Sie große Sprachmodelle analysiert, und zwar Anthropics, Deep Seeks, Googles, Metas, OpenAIs und Groc und haben analysiert, wie verhalten Sie sich eigentlich hinsichtlich der Äußerungen zu Demokratie. und so einem gesellschaftlichen Miteinander in Ländern, in denen es politische Repressionen gibt. Also ist die Einschränkung der Meinungsfreiheit in Ländern wie China dadurch auch abgebildet, wenn du in China oder über China mit diesen Bots redest Und die Antwort ist tatsächlich ja. Also die Einschränkung der Meinungsfreiheit transportiert sich entweder über Trainingsmaterial oder über irgendwelche Leitplanken. Tatsächlich auch in die Antworten, die du bekommst. Schwitzenreiter bei restriktiven Antworten, bei denen du keine kritischen Materialien bekommen hast, sind China und Thailand mit jeweils über 40 Prozent. Taiwan 24 Prozent, aber das betrifft, wie gesagt, durch die Bank weg alle Modelle. Und das ist schon, finde ich, sehr erstaunlich, dass du sozusagen eine, das, also man bist ja sehr schnell wieder in dieser grundphilosophischen Diskussion. Wie viel Souveränität gestattest du anderen Ländern, auch wenn sie dein Konzept von einer Welt miteinander oder eines Miteinander im Generellen vielleicht nicht teilen. Aber es ist schon erstaunlich, weil gerade Meta ja zum Beispiel, die ja da jetzt im Grunde ein bisschen hinterstecken, weil sie das finanziert haben und auch mit analysiert haben. wurden, Meter ja immer sehr deutlich inzwischen darin sind, dass sie sagen, dass sie ihr Verständnis der Redefreiheit durchaus auch in anderen Ländern durchsetzen wollen. Und das scheint hier so noch nicht zu funktionieren.

25:06 Eva Wolfangel

schwierig gegen, also ich denke schon, es steckt natürlich in den Trainingsdaten drin, ne? Also da steckt ja das ganze Internet drin und da steckt natürlich unendlich viele Gespräche, keine Ahnung, über Zensur in China, zum Beispiel auch mit drin. Und ich, ähm, ich habe mal mit DeepSeek gechattet und versucht natürlich wie alle rauszukriegen, wie die Leitplanken funktionieren, was es darf, was es nicht, ob man es Jailbreaken kann und so weiter.

25:28 Gavin Karlmeier

Bei Deepseak geht es sehr schnell, finde ich, oder?

25:30 Eva Wolfangel

Genau, genau. Und man weiß ja auch, das ist ja auch das ist ja auch Die Bedingung vom chinesischen Staat, dass Leute überhaupt, dass Firmen überhaupt Chatbots bauen und veröffentlichen dürfen, ist ja, dass die Zensur wirklich zu einem Grad umgesetzt wird, der unglaublich ist. Also ich habe das mal recherchiert und dachte, so das kann eigentlich gar nicht. sein, dass man die Zensur so zuverlässig implementieren kann in einem Sprachmodell, weil es gibt ja Trailbreaking und all diese Dinge und selbst da, also gab es so Zahlen, die ich jetzt nicht mehr weiß, aber die eben. . angegeben haben, wie oft der Chatbot versehentlich dann doch was sagen darf. So ganz, ganz, ganz selten. Und da hat man schon gesehen, dass in den Trainingsdaten auch drin ist, in irgendeiner Form dieses Reflektieren darüber Sie stellt es diese Frage, vielleicht ist sie eine Dissidentin, ich muss sie schützen, ich will aber auch ehrlich sein, ich will ja auch helfen. Also so diese, und dann hat Diebstieg teilweise versucht, die Frage Ja, mit so Metaphern zu beantworten, also so die Zensur zu umgehen, so indirekt über die Antwort zu sprechen, dass wir beide, also Die Psig und ich, das verstehen, aber vielleicht die Zensur das nicht merkt. Also dieses Diese Mechanismen, die sich ja auch etablieren in solchen Verhältnissen, wo Leute über Dinge nicht reden dürfen, aber es trotzdem tun wollen, das fand ich total interessant. Und das ist ja schon klar. Das steckt einfach sehr, sehr tief in den Trainingsdaten auch drin.

26:46 Gavin Karlmeier

Ja, na klar. Also, weil ja auch relativ wenig kritischen, kritischen Journalismus es zum Beispiel in China gibt und dadurch wird es halt schwierig anzureichern und zu trainieren mit diesem Wissen. Aber bei Diepsieg zum Beispiel ist mir aufgefallen, ich habe das auch mal tatsächlich inner, vor Wohn und HerInnen haben wir so gemeinsam das mal ausprobiert, so ein bisschen zu kitzeln. und wollten über Uiguren und Arbeitslager in China mit Diepsig sprechen. Und immer wieder fing Diepsig von sich aus an, über die offizielle Position der chinesischen Regierung zu sprechen, obwohl wir danach nie gefragt haben und auch explizit gesagt haben, das interessiert uns nicht. Was ist die vorhandene Faktenbasis oder was ist der Recherchestand? Und jedes Mal hat es wieder damit angefangen, über die offizielle Position der Regierung zu sprechen. Das ist schon sehr erstaunlich.

27:29 Eva Wolfangel

sehr, sehr, sehr strengen Regelungen unterliegt. Also das ist da daran hängt die Existenz von diesen Unternehmen, die die Chatbot anliegt. Wenn das dann zu oft was Falsches antwortet oder was Wahres antwortet, dann werden die halt müssen die halt zurücknehmen. Also so Aber das fand ich interessant. Aber ja, wie gesagt, eigentlich, wie du schon sagst, interessanter ist, dass es auch andere Sprachmodelle betrifft, dass auch Claude nicht so offen über China reden kann. Also, das finde ich schon an der Studie ganz, ganz spannend. man das eben nicht rausbekommt. Das ist ja ein Bias am Ende in den Trainingsdaten.

28:00 Gavin Karlmeier

Und dass ja möglicherweise vielleicht ja auch mutwillig reingebracht wird. Auch das spielt ja eine große Rolle. Also es gibt dazu die Studie der Agora Digitale Transformation aus Berlin. Die haben ein Papier veröffentlicht mit dem Namen Meinungsbildung im Wandel, wie KI-Modelle Nachrichtenquellen selektieren und haben sich angeschaut, woher kommen eigentlich die Informationen, die in diesen Antworten drinstecken. Kleiner Fun Fact dazu. Ich mache das manchmal mit mir selber. Ich habe in der letzten Folge schon mal erzählt, um herauszufinden, welche Informationen liegen so irgendwo rum. Und manchmal schaffe ich es zu rekonstruieren, woher diese Halluzination kommt, also welchen Zusammenhang da irgendwie hergestellt wurde. Manchmal aber auch nicht. Also die AI-Overview über mich sagt zum Beispiel, dass ich die Süßigkeiten an die Pferde meiner Freundin verfüttere. Und.

28:46 Eva Wolfangel

Wie hast du das geschafft? Hast du das irgendwo unsichtbar hingeschrieben?

28:50 Gavin Karlmeier

Nein, nein, ich weiß nicht, wo das herkommt. Und ich konnte auch nicht, ich hab Ich hab gedacht, es gab bestimmt mal einen doofen Tweet, den ich dazu geschrieben habe.

28:55 Eva Wolfangel

Warst du? Also machst du das, oder?

28:57 Gavin Karlmeier

Nein.

28:58 Eva Wolfangel

Hat deine Freundin Pferde?

28:59 Gavin Karlmeier

Nein.

29:00 Eva Wolfangel

Nicht mal?

29:01 Gavin Karlmeier

Nee. Ich lebe in einem pferdefreien Leben. Und Süßigkeiten esse ich selber. Ja, hätte ich auch gesagt. Auf jeden Fall hat die Agora Digitale Transformation eben die Quellen untersucht und hat sich dabei auf Chat-GPT, Claude und Gemini konzentriert. und hat dazu an fünf verschiedenen Tagen 675 Anfragen zu fünf Themen gestellt und die daraus resultierenden Quellenverweise insgesamt 4800 ausgewertet. Und das ist ganz interessant, weil knapp 76,8% im Fall Chat-GPT-GPT, mein Gott, ich kann nicht mehr sprechen. Es ist Zeit für Wochenende. Chat-GPT ist auch immer ein schwieriges Wort. Das ist wirklich gemein. Chetty kommen aus dem Journalismus, 7,5 Prozent aus der Zivilgesellschaft, 9% vom Staat, 0,6 von Social Media und 6,1 von sonstigem. Interessant aber, welche Medien dabei am häufigsten zitiert werden? Nicht ganz überraschend, aber die häufigste Nachrichtenquelle für ChatGPT ist welt. de.

30:00 Eva Wolfangel

Das ist so eine Hintergrundgeschichte dazu, über die ich bin.

30:03 Gavin Karlmeier

OpenAI und Axel Springer haben eine langjährige Partnerschaft, sind Buddies und Die Hey Build KI ist basiert auch auf Open AI-Technologie.

30:11 Eva Wolfangel

Da gab es ja vor, ja, zu Zeiten, als es noch diese Plugins gab für ChatGPT, hat die Welt ganz stolz als erste verbündet, wir haben ein Plugin und das war meine erste Jailbreaking-Erfahrung, ehrlich gesagt, weil ich dachte, Moment mal, wir alle wissen ja, dass Chatbots halluzinieren. Ich dachte eigentlich, wenn man sich als Weltinnovationsteam sonst was bezeichnet und sowas baut, müsste das einfach als allererstes einfallen. Dass es vielleicht gefährlich ist, ein Plugin zu bauen, was Nachrichten wiedergeben soll. Und das hatte echt, also ich habe es mit wenigen Prompts und gar keinen komplizierten Trailbreaks geschafft, dass mir jede Menge Fake News in Anführungszeichen aufgetürt hat. Dinge einfach, die nicht. Wahr sind. Also es hat dann behauptet, hier sind die neuesten Nachrichten von der Welt oder welt. de und die waren einfach halluziniert komplett. Also ultra, die ganze Geschichte hat sehr, sehr peinlich angefangen für Springer. Ja, diese Kooperation jetzt, würde ich sagen, ist auch eher eine problematische als eine, die die Welt Voranbringt, aber immerhin, und man muss ja sagen, man kann heutzutage dankbar sein, wenn man welt. de als Quelle bekommt, ich habe neulich Claude ganz harmlos was gefragt zu Widerstand gegen Datenzentren. Ich habe da ein bisschen recherchiert, was läuft denn gerade so Und die erste Quelle, die es hatte, war Prafda. What the fuck, Prafda, spinnst du? Und da hat er auch gleich, also ich habe nur Prafter, what the fuck, geschrieben. Und klar so von, oh, Entschuldigung, das war ein Fehler von mir, das hätte ich nicht machen sollen. Ja, aber wenn du das weißt, warum machst du es denn dann?

31:42 Gavin Karlmeier

Das taucht in dem Papier von Agora Digitaler Transformation nämlich genauso auf. Siebenmal in dem Untersuchungszeitraum hatte Claude aus dem Prafter-Netzwerk zitiert. Das ist ein russisches Desinformationsnetzwerk, das eben ganz gezielt, sowas ja auch beabsichtigt. Also genau das ist deren Plan.

31:56 Eva Wolfangel

Wie muss passieren? Ich verstehe das nicht. Also wie Wie dumm muss denn ein Tropic sein, dass sowas passieren kann? Das kann man doch wirklich verhindern.

32:03 Gavin Karlmeier

Ich glaube durch die Masse. Also Sie haben insgesamt in Deutschland, Frankreich, Polen, der Ukraine, Moldau und Serbien 8,5 Millionen Artikel verbreitet. Das ist einfach eine extreme Masse, die dann dadurch möglicherweise zu einem Ungleichgewicht in der Gewichtung führt, je nachdem wie eben Enthropic und Claude mit ihren Trainingsdaten dann. an dem Punkt auch umgehen. Das ist aber schon tatsächlich ein großes Problem, weil wir gleichzeitig auch darüber gesprochen haben, dass ja das schon ein paar Monate her, aber immer wieder Zitierungen in ChatGPT aus der sogenannten Grockipedia aufgetaucht sind. Einer von Elon Musk aufgesetzten, größtenteils mit KI-Inhalten befüllten und vor allem mit seinem Narrativ und seiner Weltanschauung nach rechts gelenkten Wikipedia-Kopie. Die dann eben auch immer wieder Quellen für auch klassische künstliche Intelligenz und Sprachmodelle anbietet, wie eben ChatGPT. So, und dadurch wird es nicht.

32:56 Eva Wolfangel

Das ist totales Drama, weil Ich schon auch finde, es gibt gute Gründe für seriöse Medien zu sagen, wir wollen nicht, dass Chatbots bei uns die Nachrichten klauen und dann auf ihrer Seite veröffentlichen. Also es gibt gute Gründe, dass. zu sperren, ja, was ja auch viele tun. Aber je mehr das tun natürlich, umso mehr setzen sich solche Akteure durch, die so dieses Poisoning am Ende ist es ja betreiben, ja. Also die ganz gezielt Inhalte nur deswegen publizieren, damit sie in diesen Chatbot-Suchergebnissen auftauchen. Und da sehe ich noch keine so richtige Lösung, außer vielleicht tatsächlich halt die Unternehmen dazu zu verpflichten, da Maßnahmen zu ergreifen. Und nicht einfach, ja, also das kann ich mir nicht besonders schwer vorstellen, zum Beispiel Claude. Das kann man mit einer Regel machen, zu sagen, du darfst nicht Prafter verwenden, oder? Und das ist also da sind wir uns doch alle einig, oder? Oder nicht?

33:46 Gavin Karlmeier

Doch, würde ich sagen, ja. Also wir haben in Deutschland relativ klare Gesetzregelungen, gesetzliche Regelungen zum Thema Propaganda ausländischer. starten und wie wir damit umgehen, wir haben in der letzten Episode mit Chanjo Yoon auch über Russia Today gesprochen, dass sie einfach nicht zugreifbar sind Ostdeutschland. Ähm, das Problem ist so ein bisschen, oder ich glaube, es löst sich so ein bisschen dadurch auf, zumindest in Deutschland, dass es ja eine möglicherweise redaktionelle Pflicht oder redaktionelle Überprüfungspflicht ist Pflicht für Anbieter von KI-Modellen geben könnte. Zumindest läuft es darauf möglicherweise gerade hinaus. Und das wiederum würde dann ja bedeuten, dass, wenn ich Propagandaquellen zitiere, als Sprachmodell, dass ich dafür dann auch verantwortlich bin als Unternehmen, das das Sprachmodell anbietet. Aber ich sehe das Dilemma ganz genauso. Es ist dasselbe Dilemma, dass ja auch alle Medien bei TikTok ständig haben, die sagen, naja, also entweder wir publizieren dort, dann fragen uns alle, warum publiziert ihr dort, oder wir machen das nicht und dann sind halt drei Millionen Leute jeden Tag da unterwegs oder fünf. die halt dann die Inhalte anderer Leute sehen, die möglicherweise nicht so journalistisch arbeiten wie wir.

34:48 Eva Wolfangel

Ich habe grübes gerade in Google gefragt, weil in meinem AIO-Review echt nur wahre Dinge stehen. Oh. Als profilierte Wissenschafts- und Text-Journalistin beschäftigt sich primär mit digitalthemen wie KI, virtuality and cybersecurity. Das füttern von Pferden erst recht mit für die Tiere ungesunden Süßigkeiten gehört nicht zu ihren öffentlichen Aktivitäten. Aktivitäten oder Tipp.

35:10 Gavin Karlmeier

Siehst du?

35:11 Eva Wolfangel

Tja, leider kriege ich es nicht mal reingepflanzt.

35:15 Gavin Karlmeier

Früher sollte man Gras anfassen, heute sollte man Pferde berühren. Ich habe so zwei Abwägungen. Ich weiß nicht, ob wir beide heute noch nehmen können, aber ich fange mit der einen an: wir kommen nach Europa, wir kommen in die Welt der sozialen Medien und wir kommen nach Frankreich. Frankreich had as early in the EU a social media verbot for kids or Emmanuel Macron the time for the letter Wahlkampf seiner party had explicit Wahlkampf gemacht, that's the first one. Und jetzt soll es in Frankreich ein Verbot für die Nutzung sozialer Medien für Kinder unter 15 Jahren geben. Wie das ganz genau aussieht, wie die Altersüberprüfungen aussehen sollen und so weiter, ist noch nicht. Final geklärt. Interessant ist aber, dass ein paar Dinge in dem Gesetz nicht gelandet sind, das in den Entwürfen vorher drin gesteckt hat, wie zum Beispiel ein Verbot für Werbung von sozialen Medien für Kinder. Eine Forderung, dass Anzeigen für Social Media Plattformen den Warnhinweis, gefährliches Produkt für Kinder unter 15 Jahren tragen müssen. Die sind jetzt beide nicht in diesem Gesetz aufgetaucht.

36:15 Eva Wolfangel

Welche Lobbyisten waren da aktiv?

36:17 Gavin Karlmeier

Wahrscheinlich die Werbelobby, die gesagt hat. Oder die Zigarettenlobby, die gesagt hat: Nee, nee, wahnhinweise, das ist unser Beritt. Das gehen wir nicht ab.

36:24 Eva Wolfangel

Nur wir wollen sie bisher nicht aussehen.

36:28 Gavin Karlmeier

Ich finde es ja auch so krass, wenn du in Kalifornien irgendein Lebensmittel kaufst, ist ja überall ein Warnhinweis darauf, dass irgendwas krebserwägend sein könnte.

36:34 Eva Wolfangel

Ja klar, weil man dir halt immer verklagen kann, wenn irgendwas ist.

36:38 Gavin Karlmeier

Ich habe übrigens. Ah, nee, egal. Ich will nicht abschweifen. Bleiben wir kurz beim Thema.

36:43 Eva Wolfangel

Weniger abgeschweiftes, Social Media kann man ja auch verklagen. Also ich finde tatsächlich, dass diese Prozesse in den USA auch schon interessante Details zutage gefördert haben. Also da wurden ja. verschiedene Social Media Unternehmen verklagt, wegen eben diesem Addictive Design, also diesem süchtig machenden Design am Ende. Ich finde übrigens die Diskussion, ist es denn wirklich eine Sucht eigentlich hinfällig, ne? Weil dieses, dass das Design daraus ausgelegt ist, uns Unsere Aufmerksamkeit zu Kapern ist ja unumstritten. Und da gab es ja so ein paar, zum Beispiel so E-Mails von Zuckerberg, die genau das beinhaltet haben, die gesagt haben, wir Wir wollen die Zeit, die es um Jugendliche, sogar die Jugendliche her verbringen, bis dann und dahin alle unsere Ziele festgelegt haben.

37:28 Gavin Karlmeier

Die Nutzungszeit zu erhöhen. Wir haben darüber gesprochen. Ja, die Diskussion ist trotzdem, glaube ich, valide, auch wenn Sie vielleicht am Punkt vorbeifällen, führt, ob es eine Sucht ist oder nicht. Wir haben das jetzt ständig, das Thema.

37:39 Eva Wolfangel

Ja, ich habe das ein bisschen müde, das zu diskutieren, weil ich denke, es ist mir eigentlich egal, ob man das nun als. . Diagnose in irgendeinem Manual hat oder nicht. Ich finde, es geht darum, dass es Ziel ist, unsere Aufmerksamkeit zu kapern. Und da habe ich mal eine lange Recherche gemacht, zusammen mit jemandem Psychologen. Und wir haben eben nachvollzogen, was passiert im Gehirn, ja? Also was triggern die? Und das ist schon krass, finde ich, weil die eben auch, wir hatten es ja vorher schon vom Gehirn eben genau so Mechanismen anzapfen, die ja, die uns quasi, ich meine, wehrlos machen ist, glaube ich, zu viel gesagt, aber ich glaube. . Das kennen fast alles. Und dieses Handy liegt vor dir auf dem Tisch. Also heute müssen wir eine große Geschichte schreiben, deswegen rede ich mit dir, anstatt zu schreiben. Aber auch, das Handy liegt auf dem Tisch. Und ja, ich kann es nicht anders, als alle paar Minuten einmal zu gucken. ob es nicht was Neues gibt, weil man da das Gehirn so drauf trainiert ist, in Anführungszeichen, diese schnelle Belohnung sich zu suchen, anstatt Ja, die Belohnung, die auch kommt, wenn ich einen langen Text fertig habe, aber die braucht halt länger.

38:40 Gavin Karlmeier

Ich bin 100% auch dabei. Die Diskussion, ob es ein Verbot braucht oder nicht, die haben wir hier in diesem Podcast. Ich glaube, aus jeder Perspektive schon beleuchtend.

38:47 Eva Wolfangel

Das ist natürlich nochmal eine andere Frage, was man genau damit macht.

38:51 Gavin Karlmeier

Aber ich bin 100 pro dabei, dass man mal darüber spricht, ob diese Endlose Feeds, diese Hochschulen Kannt Video, es hört nicht auf, es hört nicht auf. Ob das tatsächlich so richtig ist für uns alle. Und da würde ich auch sagen, wahrscheinlich nicht. Das betrifft aber nicht nur Kinder, sondern uns alle. Und nach meinem Empfinden, das ist jetzt aber hoch, subjektiv und auch gar nicht wissenschaftlich. Nach meinem Empfinden ähnelt das aber eher einem Glücksspiel als einer Zigarette. Also da habe ich eher das Gefühl, dass Hook mich deswegen, weil ich die ganze Zeit darauf warte, dass der nächste große Kick kommt, während ich bei einer Nikotinabhängigkeit ja eigentlich eher versuche, irgendwie meinen meinen Suchtdruck einfach niedrig zu halten. Also es gibt keine Konsequenzen, wenn ich dir jetzt Social Media wegnehme, dann nervt sich das ein paar Tage, aber du hast keine, du hast du machst keinen Entzug durch zum Beispiel.

39:37 Eva Wolfangel

Interessant, ja stimmt. Klar, es ist wahrscheinlich tatsächlich was anderes. Wobei, es ist keine in der Art körperliche Abhängigkeit, die physische Stoffe vielleicht verursachen, das stimmt. Aber wertvoller Hinweis, was du sagst, das betrifft nicht nur Kinder und deswegen sehe ich schon auch diese Verbote für Kinder. Also nicht nur deshalb sehe ich die als Probleme, sondern vor allem wegen der Altersverifikation, die du angesprochen hast, die sich nämlich aus meiner Sicht überhaupt nicht. privacy-freundlich lösen lässt. Also das ist eigentlich der öffene Tür und Tor für halt noch viel mehr Daten, die diese Unternehmen dann in irgendeiner Form kriegen oder irgendjemand kriegt. Und da Also nicht privacy-freundlich oder zuverlässig. Ich glaube, diese zwei Trade-offs haben wir eigentlich, wenn du es zuverlässig haben möchtest, dass eben das Kind nicht einfach irgendein anderes Handy nehmen kann. dann musst du eigentlich prüfen, wer bist du.

40:24 Gavin Karlmeier

Absolut. Und also meine größte Machbarkeitsausforderung wird auch hier in diesem Gesetz In Frankreich so nicht aufgelöst, nämlich die Tatsache, dass man davon ausgibt, dass die Regelung für alle großen Plattformen gilt. Und jetzt haben wir ja häufig schon erlebt, was passiert, wenn zum Beispiel. . Instagram down ist oder wenn TikTok einen halben Tag nicht erreichbar ist, weil es kurzzeitig verboten ist wie in den USA, dass es sehr schnell geht, dass die Leute anfangen, sich einen Account bei RedNote zu machen oder dass die Leute anfangen, dann doch nochmal irgendwie die X-App rauszukraben oder was auch immer. Also es gibt relativ schnelle stromartige Bewegungen in andere Netzwerke. Und das kannst du nicht auflösen, wenn du sagst, wir machen das nur für große Plattformen. Gleichzeitig, wenn du es nur für alle machst, ist das das Ende für viele kleine Plattformen, die die damit verbundenen Herausforderungen vielleicht gar nicht gelöst kriegen, technisch. Es ist ein Dilemma an der Stelle, dass Frankreich hier auch nicht so richtig auflösen kann, aber in der Gesellschaft kommt das wohl sehr gut an. Géraldine Delacroix. So heißt eine befragte Mutter von CNN, hat gesagt, sie findet das großartig. Sie ist gespannt, wie sich das umsetzen lässt, aber es ist besser als nichts. Wenn wir nach Australien allerdings schauen, muss man so ein bisschen die Frage aufmachen, ist es denn mehr als nichts? Weil die tatsächlichen Veränderungen, die durch diese Verbote dann sich so ausbreiten, die sind so ein bisschen. Überschaubar. Macron hat jedenfalls angekündigt, also es soll ab dem 1. September bereits gelten, das ist relativ schnell. Es soll aber eine Übergangsfrist bis zum 1. Januar geben. Und in dieser Zeit haben die Plattformen die Zeit, alle Konten von unter 15-Jährigen zu schließen.

41:58 Eva Wolfangel

Auch brutal. Also ja, alles daran ist irgendwie schwierig auflösbar. Aber ich finde auch dieser Punkt, dass es für viele Jugendliche ja auch, also es gibt, ja. Die Möglichkeit ist, Gleichgesinnte zu finden in bestimmten Bereichen, die sie vielleicht wirklich in ihrem physischen Leben nicht finden. Ich denke zum Beispiel, also queerer Menschen haben sowas viel beschrieben, dass sie halt, du lebst auf dem Dorf und da gibt es einfach niemanden sonst, der so ist wie du. Und das ist total wertvoll, wenn du dann zumindest im digitalen Gleichgesinnte finden kannst. Gleichzeitig sehen wir natürlich die ganzen Gefahren, die damit verbunden sind. Und ich finde es wirklich schwierig, mir da irgendeine gute Lösung vorzustellen. Die einzige ist eigentlich wirklich Addictive Design an sich. zu verbieten. Und das glaube ich, das wäre, glaube ich, schon was, was eigentlich am direktesten dazu führt dass es uns allen besser geht. Also das, das, glaube ich, wäre die Lösung. Und dann müsste man keine Alterskontrolle machen, weil das würde für alle gelten. Also wer möchte denn gerne Addictive Design haben? Und ich kenne das auch aus vielen Gesprächen mit Jugendlichen oder hier die Schule hat Die haben ein Handyverbot durchgesetzt, indem sie so Höhlen verteilt haben, in die Kinder ihre Handys reinstecken Und am Schultor ist so ein Magnet, da muss man ihn dagegenhalten, dann verschließen die sich und da drin hat das Handy keinen Empfang und du kannst es auch nicht mehr, also physisch nicht mehr öffnen, bis du wieder aus der Schule rausgehst, am Schultor vorbei an dem Magnet. Und die Kinder und Jugendlichen sind total dankbar darum. Also es wurde abgestimmt in der Schule mit allen, also auch Schüler mit Verwaltung oder wie es heißt. Alle waren dafür und die Kinder sagen, es ist Schülervertretung, aber die Kinder sagen es ist gut, weil man dann halt auch nicht diese Innere Diskussionen hat, was mache ich jetzt? Und diesen Druck, ich muss kurz aufs Handy, aber es geht. Du kannst ja mal nicht aufs Handy schauen.

43:41 Gavin Karlmeier

Und das, finde ich, ist das klarste Indiz. Jetzt machen wir es doch wieder, aber ist das klasste Indiz, warum so ein Verbot so falsch ist, weil das eben nicht mit jungen Leuten abgestimmt wird. Du sagst nicht. Ey, junge Leute, wir setzen uns mal zusammen, weil wir beobachten immer wieder, dass diese jungen Leute durchaus wissen, wie problematisch Social Media ist, wie schlecht es für sie ist, warum sie Dinge daran auch scheiße finden, was sie gerne anders hätten. Es gibt so viele Aussagen von Vertretern. irgendwelche Vertreter in die Gruppen junger Menschen eben vertreten, die eben genau solche Sachen sagen. Und dein Beispiel zeigt das ja auch. Die haben ein Verständnis dafür, welche Herausforderungen das mit sich bringt. wissen aber auch um die Notwendigkeit. Und wir nehmen Ihnen diese Möglichkeit der Selbstverwaltung und der Diskussion darum, indem wir einfach sagen, nee, nee, lass mal. Wir nehmen euch das mal weg.

44:29 Eva Wolfangel

Und wir sind ja groß genug, wir können damit umgehen, was ja auch quasi ist.

44:32 Gavin Karlmeier

Offensichtlich, ja. Ich glaube, dass zum Beispiel in diesen ganzen Unternehmen, weil das so zeitlich in die gleiche Spanne fällt, die sagen, wir müssen wieder das Homeoffice abschaffen, weil bei uns die Produktivität eingebrochen ist, dass das anders wäre, wenn die Leute keinen TikTok hätten.

44:47 Eva Wolfangel

Aber meinst du, beim Unternehmen können sie TikTok nicht schauen, weil es da ist dann gesperrt oder Handy mit reinnehmen? Das bringt ja überhaupt nichts mehr.

44:53 Gavin Karlmeier

Ich glaube, die Produktivität geht nicht hoch, dadurch, dass du die Homeoffice zu machst.

44:57 Eva Wolfangel

Ja, also das würde mich auch wundern. Ich frage mich, ob es wirklich belastbare Zahlen gibt, dass sie runtergegangen ist, nur wegen Homeoffice.

45:04 Gavin Karlmeier

Das weiß ich auch. Wir sind heute richtig geil am D-Rail. Irgendwie mag ich das so zum Freitag. Das ist voll effizient. Es gibt von der Ofcom, das ist die britische Online-Sicherheitsbehörde, über die wir hier schon sehr häufig gesprochen Die auch solche Prozesse durchführen, wie das, was wir von der EU-Kommission nach DMA und DSA kennen. Und die haben einen Bericht veröffentlicht zur Anwendung von Altersüberprüfungsverfahren. Im Jahr 2026, was jetzt gerade ist. Sie haben sich nämlich angeschaut, wie innerhalb des letzten Jahres, also die letzten zwölf Monate, diese Gesetze, die Sie eingeführt haben, funktioniert haben. Wir wissen in Großbritannien gibt es ein Gesetz, das Alle verpflichtet, die Inhalte für Nicht-Minderjährige anbieten, also Erwachsenenwebsites, aber auch Reddit und X und Blue Sky, die müssen Altersverifikationen vor deren Adult Content setzen. Also so eine Art Perso Wall, wenn man so möchte, bei der man sich einmal verifizieren muss und dann wird geguckt, darfst du das jetzt sehen oder nicht. Es war total interessant, weil ich war so irritiert, als ich in Großbritannien war, neulich irgendwann Anfang des Jahres. ich bei Blue Sky sofort nach meinem Perso gefragt wurde und ich war so, hold on, was habe ich gemacht?

46:18 Eva Wolfangel

Aber wenn du ein VPN nutzt. Dann nicht oder wie kommt man da drum her?

46:22 Gavin Karlmeier

Das wird so sein, ja. Ich schätze schon.

46:24 Eva Wolfangel

Das wird einfach mit Location gemacht sozusagen.

46:26 Gavin Karlmeier

Also der Bericht, Sie fassen es selber zusammen. Es gibt kein einzelnes Verfahren zur Altersverifizierung. Kein einzelnes Verfahren zur Altersverifizierung, das das Risiko einer Umgehung vollständig ausschließt. Deswegen spricht vieles für ein mehrschichtiges Schutz. Wir erwarten weitere Innovationen aus der gesamten Technologiebranche, einschließlich App Stores, Betriebssystemen und der Geräteebene, um den Schutz von Kindern zu stärken. Also wenn es nach der Ofkommen geht, musst du dich am Rechner einmal personalisiert verifizieren, dann in dem App Store und dann in der App nochmal, damit es.

46:58 Eva Wolfangel

Dann noch ein Selfie machen, ob doch wirklich so alt aussiehst. Das waren da die lustigsten Geschichten.

47:03 Gavin Karlmeier

Was Sie aber zum Beispiel ausschließen, finde ich interessant, dass die Altersermittlung durch Schlussfolgerung, Age Inference, als hochwirksame Altersfizierung für Porno-Webseiten und andere Websites dienen kann. Die den Zugang unterbinden müssen. Und das finde ich bemerkenswert, weil das kennen wir zum Beispiel von Discord. Also bei Discord haben wir das so, dass wir nur einen Account hast, der, ich glaube, länger als zwölf Jahre existiert. Du direkt als vollliger eingestuft wirst, weil gesagt wird, offensichtlich bist du alt genug.

47:28 Eva Wolfangel

Du konntest ja schon lesen, quasi als du angefangen hast. Damit bist du mindestens acht.

47:32 Gavin Karlmeier

Genau. So, und das schließt die Aufkommen für sich zum Beispiel aus. Sie sagen, das sehen Sie jetzt nicht so. Gleichzeitig wissen wir jetzt diese Safety-Verifikation, die du gerade angesprochen hast, vor allem in Großbritannien. ständig gehackt wurde, dadurch, dass Leute. . Die haben einfach irgendwie Videospielavatare vor die Kamera gehalten, die KI hat das nicht unterschieden. Oder haben Mithilfe von KI-Modellen Personalausweise generieren lassen, da hochgeladen. Und die KI hat dann gesagt: Ja, das ist ein Personalausweis, obwohl der Lokadaweltstrauf stand. Also faszinierend.

48:03 Eva Wolfangel

Da übrigens hätte ich auch gerne noch mal eine Lösung dafür, für so Video-Edent-Verfahren. Ich versuche ja, also ich versuche nicht Dinge zu machen, die ich nicht machen darf. Ich bin ja auch volljährig schon, aber ich. Ich versuche ja immer, meine persönlichen privaten Daten möglichst nirgendwo in irgendwelche wackeligen, unsicheren Internetplattformen zu stecken. Aber immer wieder wollen halt irgendwie, zum Beispiel Hotels, ist das Schlimmste. irgendwie wollen Perso haben. Oder eine SIM-Karte, da kommst du ja gar nicht drum, dieses blöde Video-Edent. Und ich weiß, dass der CCD schon mal geschafft hat, das zu hacken, aber ich fürchte, sie haben das abgedatet und es ist kaum mehr möglich. Aber wenn jemand einen guten Trick sieht, wie man irgendwie drum rumkommen kann, wie man es eben doch schafft, mir reicht es ja wirklich in der falschen Adresse eigentlich. Video-Edent zu durchlaufen. Nur her damit. Ich habe es gemacht mit einem Reisepass einfach. Also ich habe es noch nicht geschafft, gefälligte Dokument, ich habe es auch noch nicht ernsthaft probiert. Ich glaube, es ist doch illegal. Es ist wahrscheinlich auch nicht erlaubt, aber es ist, glaube ich, einfach nicht so einfach, mit gefälschten Dokumenten heutzutage durch ein europäisches Videodentverfahren zu kommen. Also habe ich den Reisepass genommen und einfach bei der Anschrift gelogen, weil die können sie ja nicht mal prüfen. Mit dem Erfolg, dass ich dann die SIM-Karte auf die SIM-Karte warten musste, so ein Hausflur, an der Briefkastenadresse und natürlich DHL, weil das dann mit Nachname kam, auch noch dazu, also live bezahlt werden musste. Und natürlich DHL dann schreibt, ah, kommt doch heute nicht mehr, kommt morgen und so. Und das war dann ganz schön aufwendig.

49:31 Gavin Karlmeier

Ja, nee, machen sie halt nicht. Tatsächlich bist du nicht die Einzige, die das macht. Es gibt auch Leute, die da mit Schindlodateimen. zum Beispiel, kann ich ja jetzt erzählen, weil ich habe mein Bro aufgegeben, die Adresse gibt es nicht mehr, aber jemand hatte meine Broadresse genutzt, weil man sie googeln kann, vermutlich. um sich einen Account bei einem Pay-TV-Anbieter zu machen, bei dem du einen Router zugeschickt bekommst. Und diesen Router habe ich zugeschickt bekommen, Weil offensichtlich vorher ausgekundschaftet wurde, welche Hausfluge es gibt, in denen einfach mal Pakete rumliegen, damit die da dann auch wieder entnommen werden konnten. Also Was ich gemacht habe, war natürlich, den Account sofort sperren zu lassen, Anzeige gegen Unbekannt, die dann ein halbes Jahr später wieder eingestellt wurde.

50:09 Eva Wolfangel

Aber du hast den Router bekommen, also das heißt, der Dieb oder der Kam zu spät.

50:14 Gavin Karlmeier

Der kam zu spät. Ich habe den Router und habe den Namen natürlich auch zurückgeschickt auf Sky's Kosten. Ah, jetzt habe ich doch den Namen gesagt. Aber ich glaube, es ist nicht so schlecht.

50:23 Eva Wolfangel

Mach das nicht. Mach das nicht.

50:24 Gavin Karlmeier

Also auf jeden Fall, ich will nur sagen, das ist tatsächlich nicht so ganz unproblematisch mit den falschen Adressen.

50:32 Eva Wolfangel

Also ich kam mir auch so ein bisschen komisch vor, als ich ja in diesem Hausfloh rumging und so. Und dann kam also am zweiten Tag, da habe ich schon gewartet, wann kommt endlich dieser DHL-Wagen, habe ich ihn von weitem gesehen und bin auf die Straße gerannt. Überglücklich, diesen Mann in die Gegend dachte, wie auffällig bin ich jetzt eigentlich? Aber der hat sich auch total gefreut, weil er dann ja nicht mehr reingehen musste. Er hat voll Zeit gespart.

50:49 Gavin Karlmeier

Wir müssen das der Vollständigkeit halber dazu sagen, dass du das natürlich nur im Rahmen einer journalistischen Recherche tust. Und nicht als Illegales. Nein, nein, nein. Du willst dich hier nicht gegen AGBs verstoßen.

51:00 Eva Wolfangel

Nein, auf gar keinen Fall.

51:02 Gavin Karlmeier

Zurück zum Aufkommenbericht zur Altersverifikation, weil der hat so ein bisschen in sich, wenn man sich das anschaut. Und zwar wurden innerhalb des letzten Jahres neunund Millionen Age-Checks durchgeführt und zwar bei 32 untersuchten Diensten. Dazu gehören alle 10 Top-10 Pornoseiten und 64 der Top 100. Das klingt erstmal gut, aber die Hälfte der Pornosaiten, die Kinder besuchen, hat das nicht, hat keine Altersverifikation. Surprise, surprise. Sie müssten, aber manche sind natürlich nicht greifen.

51:33 Eva Wolfangel

Machen sie selber nicht.

51:34 Gavin Karlmeier

Genau.

51:34 Eva Wolfangel

Ach so, okay.

51:36 Gavin Karlmeier

33% der Google-Suchergebnisse auf Seite 1 bei generischen Porno-Anfragen. Führten im Mai 2026 auf ungeschützte Seiten 54% sogar bei Bing.

51:47 Eva Wolfangel

Das heißt, die sind sogar so gut, die haben so eine gute Suchmaschinenoptimierung, diese illegalen Seiten, die es nicht machen, dass sie einfach. als erste gefunden werden.

51:54 Gavin Karlmeier

Absolut, genau. Und damit ist die Wirkung auf Kinder bislang nicht messbar. 73% der 11- bis 17-Jährigen haben weiterhin Kontakt mit schädlichen Inhalten. Bei Dating-Prozent sind es unverändert 12% Dating-Apps, warum Dating-Apps ab 18 sind, kann ich nicht sagen, aber unverändert 12% der Kinder. Heißt also. Der Effekt dieser Altersverifikation ist nicht, dass junge Leute diese Inhalte nicht mehr sehen, sondern dass sie nicht mehr die Inhalte auf den Seiten sehen, Die sich gesetzlich regulieren lassen. Und das ist eigentlich ein ganz düsteres Ergebnis, das wir beim Social Media Verbot auch mal sagen. Weil, ja gut, sie nutzen halt dann TikTok oder Instagram. Plattformen, die zum Beispiel über den DSA in der EU reguliert werden. Wenn Sie allerdings jetzt zu RedNote gehen, einem rein in China operierenden Unternehmen, bei dem ich mir die App hier halt installieren kann, gibt es gar keine gesetzliche Handhabe mehr, dann gibt es keinerlei, dann gibt es nicht mal mehr irgendwie so Dinge wie eben. redaktionelle Verantwortung oder so. Dann gibt es das Datenschutzrichtlinien, DSGVO.

52:53 Eva Wolfangel

Das ist dann eventuell insgesamt sogar schlimmer, ja.

52:56 Gavin Karlmeier

Exakt.

52:56 Eva Wolfangel

Plus man hat die schädlichen Folgen von Altersverifizierung. Nämlich in Form von noch mehr Daten hochgeladen.

53:02 Gavin Karlmeier

Die komplette Überwachung.

53:04 Eva Wolfangel

Okay, das war jetzt irgendwie nicht so schön. Gibt es da einen Ausweg?

53:08 Gavin Karlmeier

Nein. Ja, das ist schwierig mit den Versöhnlichkeiten hier in diesem Podcast. Ich kann dir aber immerhin sagen, weil wir es gerade angesprochen haben, dass die Gym-Studie rauskommt. gekommen ist. Sie erscheint ja einmal im Jahr und guckt eben auch auf das Verhalten junger Menschen im Internet und in den Medien. Ich glaube, dafür steht es sogar, ne?

53:29 Eva Wolfangel

Jim, weißt du das? Naja, schritt mal, ist das wie Jim, also wie Sport oder?

53:35 Gavin Karlmeier

Ne, J-I-M.

53:35 Eva Wolfangel

Ah, junge Menschen, nee, keine Ahnung.

53:38 Gavin Karlmeier

Ich kann dir nicht sagen, wofür es steht.

53:40 Eva Wolfangel

Egal, könnt ihr googeln.

53:41 Gavin Karlmeier

Jugendinternet Multimedia. Toll.

53:43 Eva Wolfangel

Okay, ja, da super.

53:44 Gavin Karlmeier

Ist ein Begriff, der so ein bisschen auch auf das Alter dieser Studie ist. 1998 ist das erste Mal. Multimedia. Genau. Und das Ergebnis ist, so ist die Überschrift, Jugendliche erleben Social Media weiterhin als Drahtsaalakt. 72 Prozent der jungen Menschen geben an, dass Social Media sie von Dingen ablenkt. Die sie eigentlich tun wollten. 55 Prozent berichten Ihnen, Fehler dafür Zeit für Erholung und Freizeitaktivitäten. 61 Prozent sind dadurch verunsichert, dass es KI-generierte Inhalte gibt, und 40 Prozent haben insgesamt das Gefühl, ihre Konzentration lasse nach. Ja, also glaube ich sofort.

54:18 Eva Wolfangel

Und ich finde, es zeigt nochmal, was du auch gesagt hast vorhin, dass die Jugendliche durchaus da reflektiert sind und merken, was es sie kostet und was es ihnen schadet. Und ich glaube, das spricht schon dafür, dass wir gemeinsam Lösungen finden müssten. Und ich kann das alles auch durchschreiben. Also mich hält das Internet auch vom Arbeiten ab, ja. Und insbesondere süchtig machende Designs, die mir versprechen, hier kommt noch Ein kleiner Dopaminhit und da kannst du noch schnell einen abholen. Und ich glaube, klar, kann man sagen, dagegen hilft dieses alte Wort von Achtsamkeit, also so. . Sich selbst dabei ertappen. Ich finde, es funktioniert ein Stück weit. Zum Beispiel habe ich vorhin schon meine beiden Handys einfach weggelegt unter die Bettdecke, dass ich sie nicht vor der Nase habe. Und ich habe mit einem Hirnforscher davon gesagt, es gibt einen messbaren Effekt, wenn die nicht im gleichen Raum sind. Also du kannst dich besser konzentrieren, wenn dein Handy einfach nicht im gleichen Raum ist, weil es einfach aus den Augen aus dem Sinn so ein bisschen kommt.

55:09 Gavin Karlmeier

Ah, das ist toll.

55:10 Eva Wolfangel

Ja, also solche Maßnahmen helfen schon auch.

55:13 Gavin Karlmeier

Ich mache das ganz oft, dass ich so, wenn ich jetzt abends mal noch eine Runde spazieren gehe oder so, dass ich es auch einfach knaller zu Hause lasse.

55:20 Eva Wolfangel

Und dann wird er langweilig beim Spazieren gehen.

55:22 Gavin Karlmeier

Nee, ich bin dann ja in Begleitung.

55:24 Eva Wolfangel

Achso, unterhält sich ja auch.

55:25 Gavin Karlmeier

Ich unterhalte mich und so. Aber das kann ich total empfehlen. Es geht ja gar nicht darum. generell auf das Telefon zu verzichten. Aber sich so Inseln zu schaffen, in denen das eben nicht deinen deine Gedankenprozesse dominiert, ist, glaube ich Gut.

55:39 Eva Wolfangel

Ja, dafür sorgen, dass man selbstbestimmt, wann man drauf schaut. Und ich finde schon, das merkt man, dass dieses Design eben funktioniert. Also bei den allermeisten Menschen würde ich sagen, funktioniert es einfach von Social Media, dass du halt Dass das wie so ein Automatismus ist. Und das stört mich schon sehr. Und dieses wieder mehr Selbstbestimmung zu bekommen. Der einige ist eben selbst an sich zu arbeiten, an seiner Achtsamkeit und so weiter. Und der andere Weg ist aber, glaube ich, schon, dass wir gesellschaftlich nochmal auch an sinnvoller Regulierung überlegen. Und da finde ich wirklich, das allererste ist, dieses wichtig machende Design zu verbieten. Und deswegen begrüße ich schon diese Verfahren. die jetzt auch in den USA laufen und die ja das auch ganz klar nochmal aufs Tablet bringen und sagen, das ist so, hier ist die Evidenz, hier ist die Forschung dazu und so weiter, Weil am Ende, glaube ich, ist das das, was uns alle, also ich meine, wie viele Artikel sieht man jeden Tag in irgendwelchen Medien, die auch wahnsinnig gut klicken? Irgendwie, wie komme ich von meinem Handy los? So kann ich mich wieder konzentrieren. Ich kann mich nicht mehr konzentrieren. Die Aufmerksamkeitsspanne sinkt natürlich. Sind da noch andere Faktoren mit im Spiel, aber das Thema bewegt ja wirklich alle.

56:42 Gavin Karlmeier

Ja.

56:43 Eva Wolfangel

Und eigentlich ist es total dreist, dass irgendwie die großen Plattformen so weitermachen und sagen, ja, ist unsere egal.

56:50 Gavin Karlmeier

Das ist ein Satz, der diesen Podcast hier generell sehr gut zusammen. Das beschäftigt uns alle, 82 Prozent sagen der Befragten, die Plattformen bieten einen wichtigen Zugang zu wissen. Also zu wissen im Sinne von Dingen, die man lernen kann. Und die Hälfte der Leute berichtet sich dort gut verstanden zu fühlen in sozialen Medien. Mehr als die Hälfte der Befragten steht einem Verbot skeptisch gegenüber. Sie sagen vor allem, weil es sehr einfach ist, dieses zu umgehen. Aber Sie sagen auch die Mehrheit der Leute, andere Leute sollten später Social Media nutzen, als Sie es bei Ihrer ersten Nutzung. Alt waren. Du hast verstanden, was ich sagen wollte.

57:29 Eva Wolfangel

Ja. Das heißt, sie sagen, ich war zu jung. Ich meine, gut, das kann jetzt uns nicht passieren oder weiß ich gar nicht. will ich nicht älter machen, als du wirst, aber ich habe schon existiert bevor es Social Media gab. Ich auch. Aber ich finde eine Zahl noch interessant. Du hast vorher was gesagt von Jugendliche haben Sorge für vor Gefälschungen oder Deepfakes oder solchen Dingen.

57:49 Gavin Karlmeier

61% sind verunsichert wegen KI-Generäter.

57:52 Eva Wolfangel

Genau. Und das finde ich, vielleicht ist das eine Chance, die wir haben, weil ich merke es an mir auch, dass ich. Wenn ich Videos sehe auf Social Media, eigentlich überhaupt kein Interesse mehr daran habe. Also außer jemand spricht einfach an die Kamera und erzählt, was ja auch viel gibt, aber so Videos von angeblichen Situationen, die irgendwie voll krass sind. Weil ja die Chance total groß ist, dass es KI generiert ist und deine Chance, das zügig zu erkennen, ist nicht so groß, ja. Und dann denke ich mal, ich mache mir die Mühe nicht, ich finde diese Videos wirklich nicht mehr interessant. Und bei mir hat es dazu geführt, dass ich wieder öfter, wenn ich wissen will, was los ist, tatsächlich auf die Startseite von großen Medien, großen seriösen Medien gehe und sage, da kriege ich mit, was tatsächlich gerade passiert im Vergleich zu Social Media, wo man nie weiß was davon wa ist und was natürlich noch dazu von so einem Algorithmus gepusht ist, weil das ist ja die Kehrseite von, ich fühle mich verstanden von Social Media. Klar versteht der Algorithmus, was mich interessiert, aber Dadurch wird man ja auch ein bisschen fehlgeleitet. Also dann erscheint auf einmal das eigene Thema, und das finde ich wirklich, sieht man gerade krass: erscheint das eigene Thema auf einmal viel, viel größer und dann sprichst du abends mit Leuten drüber, die da mit nichts zu haben und die sagen: Hä, davon hab ich noch nie was gehört? Was ist doch alles voll davon?

58:58 Gavin Karlmeier

100 Prozent. Und ich finde, das ist das größte Problem, das wir im Moment, jetzt mache ich es doch nochmal groß zum Ende hier, aber das größte Problem, das wir eigentlich gerade erleben, ist, dass es so wenige Momente einer gemeinsam erlebten Öffentlichkeit gibt. Und das wird nur schlimmer dadurch, dass es jetzt bei Google diese KI-Übersicht gibt, die hochpersonalisiert, die eine Antwort gibt, die viel mehr zu dir passt als zu anderen. Das heißt. . Fünf Menschen stellen dieselbe Frage, bekommen fünf unterschiedliche Antworten. Wir haben durch diese Filterblasen, in denen wir uns bewegen, also nicht nur offline, sondern eben vor allem online. . Total die verzerrte Wahrnehmung von dem, was gerade Talk of the Town ist. Und das macht es total schwierig, so echte große Momente zu erkennen. Also es gibt immer wieder welche. So, du bist gut genug, ist, glaube ich, ein ganz gutes Beispiel dafür, dass das so umfassend ist, weil das hat dann wirklich jeder von den FreundInnen, die ich habe, die nicht in den Medien arbeiten, bis zu meinen Eltern, haben das alle mitbekommen. Aber gleichzeitig gibt es auch wahnsinnig viele Dinge, wo ich genau weiß, das haben die nicht mitbekommen. Und deswegen war ich vorhin so erstaunt, dass diese OpenAI-Meldung, über die wir gesprochen haben, dann so früh in den großen Nachrichten eines großen Radiosenders gelaufen ist.

01:00:06 Eva Wolfangel

Ja, ich glaube, weil sie halt tatsächlich so Triggerpunkte trifft, die Menschen sehr beschäftigt. Und natürlich auch schnell, also dieses die Idee von OpenAI, der sich ja auch dahinter steckt, dass es eben Marketing, das als Marketing zu nutzen zumindest, um zu sagen, wir sind so krass komisch. Die ist natürlich total gut aufgegangen. Also diese Erzählung ist ja wirklich wie gemacht, auch für diese Dystopien, die leider ja viele Medien auch wahnsinnig gerne auf ihren Titelseiten haben, weil sie wissen, das klingt gut. Ja, die Menschen haben Angst, die haben Angst vor so einer. Dystopie, so eine Science Fiction-Zukunft. Und da bedingen sich, glaube ich, diese Dinge auch gegenseitig. Und ich glaube wirklich, dass da Medien auch. . so was wirklich viel, viel mehr reflektieren sollten. Dieses, ah wir machen das auf die 1, weil das klingt gut, naja, aber ist das wirklich. . Das, was, also stimmt die Erzählung so, ja? Was verursachen wir damit? Also ist das Klickgut kann ja nicht der einzige Grund sein, weil sonst sind wir ziemlich schnell seriöse Medien gewesen, ja, wenn wir nur noch nach das Klickgut gehen, ja, ich glaube, dann haben wir unsere Rolle eigentlich nicht erfüllt. Vielleicht uns auch gar nicht so aufregen, wenn wir durch KI ersetzt werden, weil das kann KI wirklich gut, zu sehen, was gut klingt und das zu bedienen. Ist nicht unser Job und da müssen wir uns echt auch nochmal ein bisschen an die eigene Nase fassen. Ich sage jetzt wie, obwohl ja wir beide tatsächlich diesen Hype aufgedeckt haben, ja, und auch überall davor warnen, dazu sehr ChatGPT, OpenAI nach dem Mund zu reden. Aber trotzdem, denke ich, ist es unsere Branche, die da wirklich gerade jetzt nochmal in sich gehen muss und gucken muss. Was sind eigentlich die Gründe, die uns legitimieren zu überleben als Branche? Und das ist nicht, finde ich, vor allem Klickgut muss auf Seite 1, also dieser Automatismus. Glaubt, der muss weg und das steckt da schon auch mit drin in der Geschichte.

01:01:54 Gavin Karlmeier

Ja, ich 100 Prozent. Und ich finde, damit haben wir eine ganz gute Klammer gemacht. Bevor du aber gehst, habe ich tatsächlich noch ein bisschen was Versöhnliches. Es ist nicht unbedingt die Versöhnlichkeit des Tages, aber wir gehen trotzdem in diese kleine Rubrik zum Schluss Augenblick. Versöhnlichkeit des Tages. Und das ist eine interessante Geschichte, weil es geht hier um Chris und Tim Vanderhoek. Die kennt man vielleicht noch, weil sie waren CEOs von Myspace. Nachdem MySpace 2011 von den News Corp zurückübernommen wurde. Und über die hat jetzt Tommy Avalone einen Film gemacht. Er hat so eine Art Dokumentation über MySpace gemacht. Und in diesem Film, ich habe ihn noch nicht gesehen, ich kenne nur die Berichterstattung darüber, aber in diesem Film sagt Chris Vanderhoek folgenden Satz. Uns gehört MySpace nach wie vor. Wir sind die Verwalter der Marke MySpace und wir werden MySpace neu starten. We warten nur auf den richtigen Zeitpunkt dafür. Und wenn es beim ersten Mal nicht klappt, versuchen wir es eben noch einmal. Sie haben in diesem Film auch, wie wir das eben gemacht haben, Addictive Design kritisiert und Algorithmen kritisiert und gesagt, das war nie die Idee. Es ging nie um einen FOMO-Aspekt des Lebens bei MySpace. Und das ist es, was bei heutigen sozialen Netzwerken für schlechte Gefühle sorgt und bei manchen Menschen das Selbstgefühl mindert. Sie wissen, Nostalgie reicht nicht aus, um ein neues Netzwerk zu starten, aber Sie werden es probieren.

01:03:14 Eva Wolfangel

MySpace rettet uns ja verrückt. Also das ist echt ein überraschendes Ende. Ich bin gespannt, ob das klappt. Ich habe ehrlich gesagt bis gerade eben vergessen, dass es nicht überhaupt gibt, aber. Sehr schön, dass sie immer noch mögen.

01:03:27 Gavin Karlmeier

Das waren die Anfänge meines Internetlebens.

01:03:30 Eva Wolfangel

Ja, meines nicht. Offenbar. Ja, aber Problem erkannt.

01:03:39 Gavin Karlmeier

Ich würde sagen, wir sehen uns bei MySpace, liebe Eva.

01:03:42 Eva Wolfangel

Oha, das aber jetzt ein großes Versprechen.

01:03:43 Gavin Karlmeier

Also gut. Danke, dass du heute hier bist.

01:03:46 Eva Wolfangel

War sehr schön.

01:03:46 Gavin Karlmeier

Das war wirklich schön. Ich hoffe, du kommst bald wieder. Ich glaube, das letzte Mal hier war es ewig her.

01:03:50 Eva Wolfangel

Es ist wirklich ewig her.

01:03:52 Gavin Karlmeier

14. 02. 2025. Ernsthaft, hast du jetzt so schnell gefunden.

01:03:56 Eva Wolfangel

Okay, falls mich jemand vermisst, jeden Mittwoch kommt ja unser Podcast They Talk Tech raus. Da könnt ihr notfalls auch mal reinhören. Aber sonst komme ich auch gerne Vielleicht Bälder wieder.

01:04:06 Gavin Karlmeier

Ja, das machen wir auf jeden Fall. Vielen Dank, dass du da warst. Vielen Dank an alle, die bis hierhin zugehört haben. Ich wünsche euch ein wundervolles Wochenende. Wir hören uns am Montag wieder. Dann, wenn mich nicht alles täuscht mit Dennis Horn.

01:04:17 Eva Wolfangel

Sag ihm schöne Grüße.

01:04:18 Gavin Karlmeier

Ja, richtig aus. Passt auf euch auf. Bis Montag. Schönes Wochenende. Danke, Eva. Tschüss.

01:04:23 Eva Wolfangel

Mach's gut. Bis bald. Ciao.