Folge 10 · 24. November 2022 · 26 Min.
Mastodon, Hive & Post – Welche Alternativen haben wir?
mit Dennis Horn
Heute schauen wir mal ganz konkret auf die Frage: Ist Mastodon jetzt tatsächlich das neue Twitter? Oder ist es viel mehr: Das alte Twitter? Wie kriegen wir Mastodon aus der Technikecke? Wollen wir das überhaupt? Und was wollen Koo, Hive und Co.?
Transkript
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00:01 Intro
Haken dran, das Social Media Update der CT.
00:06 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Hallo Dennis, grüß dich Gavin. Ich stehe heute wieder hier in diesem Raum, der so halt, ich hoffe, das kann man mir nachsehen. Absolut. Es ist eine Kirche. Es ist, ja, es ist meine Kirche. Okay.
00:18 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)
Meine jetzt auch damit. Okay, das ist gut. Dennis, worüber sprechen wir denn heute? Also, ich habe überlegt, ob ich mit dir erstmal darüber spreche, wer Evita, Chalina, Reina und Melba sind. Oh. Das sind meine neuen Followerinnen bei Twitter. Gerade so. Ja, so Momentbeobachtung. Gedacht dafür, dass Elon Musk vorgegeben hat, so ein Problem mit Fake-Follower oder Fake-Accounts zu haben auf dieser Plattform. Gibt es jetzt ganz schön viele. Also ist zumindest meine Beobachtung. Unter meinen neuen FollowerInnen offenbar ist niemand mehr da, der sich darum kümmert. Sowas zu verhindern. Auch so in den Direct Messages haben wir ja schon drüber gesprochen. Also man merkt es an allen Ecken und Enden.
01:07 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Ja, das mit den DMs, das habe ich die ganze Zeit. Also, ich werde immer in so Gruppenchats hinzugefügt. Heute zuletzt von Pam, Kelly und Monika. Und Allison, Angel, Jennifer, Branda, Megan. Die haben mich allein heute alle in irgendwelche Gruppenschätzen hinzugefügt. Also mir geht es dann ein bisschen wie dir Lustigerweise, diese FollowerInnen, die immer neu hinzukommen, die sind dann aber nach 24 Stunden auch weg. Das heißt, es scheint irgendwo eine Instanz zu geben, die sagt, okay, wenn die wirklich. . Also von 90% der Leute, denen sie jetzt folgen, gemeldet werden, dann sperren wir sie vorsichtshalber mal. Das scheint noch zu funktionieren. Ich glaube aber nicht, dass da noch Menschen sitzen, die die wegmoderieren. Ja, so sieht's aus. So, worüber wir heute aber auch sprechen wollen, ist ja so ein bisschen die Frage, die liegt ja schon seit Folge 1 so ein bisschen auf dem Tisch. Was machen wir denn jetzt? Also, wie ist es mit Alternativen? Das war aber die ganze Zeit so. Jetzt gerade gibt es aber zwei neue, bis fünf, zwei bis fünf neue Player auf dem Markt, die sich noch ein bisschen aufdrängen. Und über die wir mal so ein bisschen sprechen können. Vorneweg würde ich mal behaupten, die häufigst genannte Alternative Mastodon. Ja. Ja, ist es eine Alternative oder ist es keine?
02:18 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)
Ach ja, wie man es sieht. So, also erstmal, wenn du so auf die Oberfläche guckst, dann sieht das ja genauso aus wie Twitter. Also so wie das alte Twitter aus den 90ern. Und das ist ja Open Source und eine freie Initiative, und dann kann jeder noch seinen eigenen Server, also seine Instanz, aufsetzen. So dass man nicht nur einen Nutzernamen hat, so wie du Gavin Karlmeyer und ich Horn, sondern noch so ein Add dahinter und dann die Domain der Instanz. Und das hat alles so diesen, also in der Bedienung und so weiter, diesen Charme des Technischen. Für mich ja tatsächlich Charme, für andere, die kommen damit nicht so klar, aber Deswegen bei der Frage, ob das eine Alternative ist, fange ich schon an, vielleicht nicht für die breite Masse. Also da geht es schon los, weil ich finde das so für die Leute, die zu Google gehen, um dort www. facebook. com anzugeben. Also dieser Typ von Leuten, die mit diesen technischen Einzelheiten, wo kommt das hin und so weiter, die auch so abgeschreckt sind vor Hashtags.
03:29 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Aber jetzt ist die spannende Frage ja, war für die Leute Twitter denn schon ein Ding? Also waren die schon bei Twitter?
03:35 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)
Nee, ich glaube, das war auch bei Twitter schon eine Herausforderung. Ich erinnere mich daran vor vielen, vielen Jahren. War das bei Twitter mal eine Debatte, ob man die Hashtags nicht abschafft oder zumindest zentral umbaut, weil die Plattform hatte schon immer ein Problem mit Leuten, die sich da angemeldet haben? Und dann gehst du ja durch so einen sehr einfachen Anmeldeprozess. Also du gibst deinen Namen an, deinen Nutzernamen, E-Mail-Adresse, Passwort und bevor du dann das erste Mal in diese Timeline entlassen wirst. Kriegst du noch so Vorschläge? Wem sollst du als erstes folgen? Das sind so die üblichen Verdächtigen, Tagesschauspiegel, Sascha Lobo. Und dann landest du auf dieser Startseite. Und in diesem Moment hatte Twitter ein recht großes Problem mit Leuten, die sich das so angeguckt haben, gedacht haben, hä? Und direkt wegfahren. Also so Karteileichen vom Moment der Anmeldung an. Es gab auch das vor, ich glaube, zehn Jahren schon mal Eine Untersuchung bei Facebook, die auch irgendwann Hashtags eingeführt haben. Da ist die Reichweite von Facebook-Postings um im Schnitt 10% gefallen, wenn nur ein Hashtag drin war.
04:43 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Also das wollte fragen, ob du glaubst, dass der Hashtag verantwortlich ist dafür, dass Twitter so ein Nadelöhr ist.
04:52 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)
Ja, also ich glaube, also Twitter hat das tatsächlich untersucht und es ist nicht nur der Hashtag, es sind auch diese Kurzlinks, es sind diese Add-Mentions und so weiter. Das hat ja alles so einen sehr technischen, kryptischen maschinensprachlichen Charakter. Und den hat Twitter tatsächlich über die Jahre ja zurückgefahren. Immer mit der Vorsicht und so diesem Blick darauf Nicht, dass wir diese engagierte Kernnutzerschaft, so die Profi-NutzerInnen, die wir hier im Podcast ja auch schon öfter angesprochen haben, welchen Wert die haben. Auch so für die Verdienste von Twitter, dass die die nicht vergrätzen. Das war natürlich die Gefahr sozusagen auf der Gegenseite, aber die Art dieser Plattform. Hat schon immer eine Herausforderung in sich getragen, so die breite Masse zu erreichen. So. Und wenn du jetzt diesen Weg noch weiter gehst, und das tut Mastodon, ja, dann wird es natürlich schwierig.
05:45 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Ja, würde ich dir zustimmen. Ich glaube auch, dass das allein diese Auswahl der Instanzen, dieses sich entscheiden müssen, dieses Nicht-Wissen, okay, kann ich die anderen Leute von anderen Servern denn dann auch immer noch sehen? Und auch die Antwort darauf ist nicht immer ja, weil Instanzen andere Instanzen offenbar ausschließen können und so. Es ist in sich zu Zu kompliziert, als dass es jetzt sofort eine große Alternative für den Mainstream ist, glaube ich auch. Ich könnte mir aber vorstellen, dass es eine werden könnte, wenn es einen vereinfachten Zugang gäbe.
06:14 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)
Da können wir gleich mal drüber reden, nur um da nochmal ganz kurz zu bleiben. Ich sehe jetzt schon vor meinem geistigen Auge diese ganzen Mastodon-Guys aufschreien und uns beschimpfen. Was soll das hier? Ich habe das auch zwischendurch immer mal so getwittert und so, und dann kamen direkt diese Leute, Gefühlt so mit dem Linux-Pinguin als Profilbild, die dann direkt gesagt haben: Wieso? Und so. Und ich musste mich daran erinnern, Wie Moxie Marlins Bike. Kennst du den? Das ist ein Kryptograph. Nein, leider nicht. Das ist der Typ hinter diesem Signal Messenger, der ja so der sicherste Messenger ist. Der hat mal Einen sehr guten Text über das Web 3 geschrieben vor einer Weile. Und da hat er eine Wahrheit drin verfasst, weil also diese Web 3 Drei Diskussionen so über das Dezentrale und wieder so einen Schritt weiter und jeder wird wieder Herr seiner eigenen Daten und so weiter. Er hat da einen Satz reingepackt, den finde ich eine absolute Wahrheit, und er lautet: Die Leute haben keine Lust auf eigene Server. Niemand will eigenes Server, kein Mensch will das. So, und also, und wenn du danach gehst Siehst du tatsächlich, wo das erste Problem ist beim Mastodon?
07:34 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Ja. Und ich glaube, die Leute haben auch keine Lust, Unterstellung, aber keine Lust, allzu viele Entscheidungen zu treffen. Also wenn ich mich entscheiden muss zwischen NRW und Social und tröt Kaffee, dann stehe ich erstmal von einer Entscheidung, die ich vielleicht gar nicht treffen kann, weil ich nicht weiß, was für Konsequenzen hat. Ja, habe ich auch so gemacht und nach was klingt dann am seriösesten, aber das ist eine ganz schöne Schule. Du hast einen Tröten Kaffee genommen. Ich habe dann Trötkaffee.
07:59 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)
Ja? Nee, sag mal. Also, du hast gerade diesen Punkt angesprochen mit dem einfacheren Zugang. Also noch kurz bevor wir da hinkommen, es gibt ja dann Folgeprobleme noch. Also Mit diesen vielen Instanzen ist auch jede Instanz so ein bisschen mit eigenen Regeln versehen. Also je nachdem, wo ich mich anmelde, kann ich mich verifizieren lassen oder nicht. Das Verifizierungshäkchen sieht überall ein bisschen anders aus. Je nachdem, wo ich mich anmelde, gelten unterschiedliche Regeln für die Moderation von Inhalten. Einige moderieren gar nicht, andere doch. Und ich glaube, wenn, also ich glaube, Mastodon, es skaliert nicht. Also die werden diese Probleme, die wir jetzt über viele Jahre bei den großen sozialen Plattformen besprochen haben. Der Content-Moderation insbesondere. Sicherheitsfragen hängen da auch dran, ja, Verschlüsselung. Administratoren von Mastodon-Instanzen Und die einfach sehen können, was die Leute sich als Privatnachricht hin und her schicken oder solche Fragen.
09:04 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Absolut. Genau. Plus natürlich ist mir ein Mikrofon hier runtergefallen, warte mal. Wir sind Profis, wir machen das beruflich. Plus die Ebene kommt natürlich eine unglaubliche Verantwortung mit dem Instanzenbetrieb. Also wer sagt mir denn, dass ein Team um Jan Böhmermann, die eine eigene Instanz betreiben und das gerade auch sehr ambitioniert tun? dass sie da in fünf Jahren noch Lust drauf haben. Wer sagt mir denn, dass das Trötcafé, die Menschen, die das machen und wahrscheinlich ehrenamtlich machen, dass die da in fünf Jahren noch Lust drauf haben? Und möchte ich mir in fünf Jahren einen neuen Server suchen, möchte ich im Zweifel neue Onboarding-Prozesse machen? möchte ich mir vielleicht sogar, weil der Server von heute auf morgen abgeschaltet wird, weil dahinter irgendjemand dubioses sitzt, vielleicht meine ganze Community neu zusammensuchen. Ich glaube nicht. Also diese Ebene, die wird mir da, die spielt für mich tatsächlich eine Rolle bei der Überlegung, wie engagiert möchte ich da einsteigen.
09:58 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)
Das ist nichts, was zwingend gegen Mastodon spricht, natürlich. Ich glaube, da würdest du mir recht geben, weil auch Twitter musste sich damals entwickeln. Aber wir kommen von einem anderen Standpunkt oder Startpunkt, den wir gegangen sind. Und deswegen sind das natürlich berechtigte Fragen. Und jetzt hast du eben aufgeworfen, das wird vielleicht interessant, wenn irgendwer mal. einen einfacheren Einstiegspunkt schafft.
10:24 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Ja, genau. Ich glaube, dass es nur irgendjemanden gibt, der Energie, Geld, Ressource an den Tag legt, um zu sagen, wir machen jetzt da einen größeren Einstieg möglich. Und lustigerweise hat eine Plattform, die wir beide kennen und wahrscheinlich auch viele unserer HörerInnen noch gut kennen von früher, jetzt angefangen an dieser an einer Schnittstelle in das FiddyWorse und nennt sich ja das, wo Mestodon drin spielt, sozusagen, dieses kleine Internet im Internet. Wie hat mich den Satz angefangen? Ich weiß auch nicht. Auf jeden Fall einen Zugang dazu zu bauen. Und das ist Tumblr. Erinnerst du dich noch an Tumblr?
11:00 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)
Hast du eine Tumblr-Geschichte? Ich habe eine Mini-Tumbler-Geschichte. Also ich weiß noch, da waren diese ganzen Blogs. Die wir heute als Instagram-Account machen. Da gab es so ganz bekannte Kim Jong-il Looking at Things und so, die diese ganzen Propagandafotos aus Nordkorea gesammelt haben. Also so Reihenblocks gab es da, so kleinere. Ich kann mich auch daran erinnern, dass sehr viel Porno auf der Plattform stattgefunden hat. Das war ein großes Thema da.
11:29 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Und das war auch zuletzt ein riesengroßes Thema, weil Tamla das ja vor einem Jahr ungefähr, gefühlt von einem Jahr, irgendwann nach Beginn der Pandemie auf jeden Fall. Ja, angekündigt hat, komplett zu verbieten auf der Plattform, was dazu geführt hat, dass die Plattform tatsächlich ausgestorben ist. Also viele Leute sind da einfach nicht mehr hingegangen Soweit ich weiß, und das ist jetzt aber eine Mutmaßung oder eine gefühlte Erinnerung, hat Tamler dieses Verbot aber inzwischen wieder kassiert. Also ich glaube, inzwischen gibt es wieder die Möglichkeit, da auch FSK 18-Blogs zu eröffnen.
12:00 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)
So, und du siehst die Chance bei Tumblr, dass die einen leichten Einstieg in Mastodon schaffen könnten?
12:06 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Auf jeden Fall mehr als jetzt gerade, wo ganz viele Leute zwar für Mastodon werben und auch aus gutem Grund werben, also ich mache da ja auch gerne Quatsch. Ich finde das auch alles toll, aber es ist halt gerade immer noch ein Liebhaberstück. Und ich könnte mir vorstellen, dass wenn so eine große Plattform, die Geld da reinlegt und sagt, wir spielen da jetzt einfach mal mit, dass das eine Chance sein kann, diese Plattform auch. Groß zu machen, also Mastermann als Ganzes groß zu machen.
12:31 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)
Das kann ich mir schon vorstellen. Ich würde auch sagen, also ich hatte so dieses Szenario im Kopf, da kommt dann irgendwann Google. Die ja schon immer ein Problem hatten, so ihr eigenes gutes soziales Netzwerk aufzusetzen, dass es irgendwie funktioniert. Und die schaffen dann so eine Mastodon-Instanz und machen es so einfach. Dass alle Leute dahin gehen und irgendwann diese Instanz im Grunde das Mastodon wird, das man kennt, Und alles andere so dahinter verschwindet und im Grunde unsichtbar wird. Ich könnte mir das schon vorstellen.
13:04 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Das ist schön, dass du das sagst, weil ich wirklich, ich habe so eine Notiz in meiner Notiz-App, wo ich hier so Informationen für diesen Podcast sammle. Und seit Folge 1 steht da im Punkt Google, weil Google tatsächlich schon früher auf Twitter geshielt hat. Es gab immer wieder Gerüchte, kauft Google Twitter. Und ich könnte mir vorstellen, dass. Google sich das gerade sehr genau anschaut, was da mit Twitter passiert und genau danach lächtzt, diesen Moment zu haben. . Ob es jetzt die Mastodon-Instanz wird oder ein ganz eigenes Angebot, Kann ich gar nicht einschätzen. Aber die Frage danach, wer von den Big Playern hat eigentlich gerade etwas in der Schublade und wartet darauf, das zu zünden, die finde ich sehr legitim, weil ich könnte mir auch vorstellen, dass zum Beispiel eine Plattform wie LinkedIn mit einem Mikro-Blogging-Service jetzt gerade ganz gute Chancen hätte.
13:48 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)
Ja. Und dann wird Lars mit dem Pinguin-Profil bei Mastodon sich tierisch aufregen, weil sein Tritt-Café untergegangen ist oder keine große Rolle mehr spielt. Aber ich glaube auch, dass das ein Relevanzpunkt sein könnte und vielleicht führt er ja auch dazu, dass man nicht mehr das Gefühl hat, wenn man zum Mastodon geht. Da sind die Typen aus der Newsgroup von früher wieder, die einen direkt zurechtweisen, weil man irgendwie ein Zitatzeichen falsch benutzt hat. Das stört mich gerade tierisch. Ich habe so ein Thread gemacht. Die bei Mastodon nicht so gut funktionieren, aber Langforminhalte funktionieren dort nicht so gut. Die werden nicht so aneinander gekettet.
14:27 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Ich verstehe.
14:28 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)
So ganz eng wie bei Twitter ist tatsächlich ein bisschen. Schlecht zu lesen. Auf der anderen Seite funktionieren solche Langforminhalte immer noch besser auf einer Plattform, als sie im Blog bereitzustellen und nur zu verlinken. Das spielt ja aus Erfahrung immer auch so eine Rolle, habe ich direkt auf die Finger bekommen. Mal freundlicher, ist in Ordnung, mal auch irgendwie Fieser und das war wie so früher die Leute in den Newsgroups, die die einem immer Tofu verboten haben. Text oben, Full Quote unten.
15:01 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Ich kann das aus einem gewissen Blickwinkel auch verstehen, weil jetzt gerade ist es ja so, da sind diese Leute, die haben sich da was aufgebaut, die letzten 6, 7, 8 Jahre, weil sie keinen Bock hatten auf Twitter aus verschiedenen Gründen. Und jetzt kommen wir Trampel mit unseren Straßenschuhen Und laufen einfach mal hier rein und machen einfach mal so ein bisschen Alarm und so weiter.
15:20 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)
Jetzt kommen die digitalen Migranten und Flüchtlinge dorthin.
15:22 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Ja, genau. Jetzt sind wir nämlich die Nervigen. Jetzt sind wir die, die in den kleinen, nischigen Plattenladen gehen, wo die ganzen Platten- und Musiknerds immer rumhängen. und fragen, ob es denn eigentlich die neue Single von Achean zu kaufen gibt. So sind wir gerade. Und also ich habe vollstes Verständnis dafür, dass die Leute bei Mastodon da jetzt sehr vorsichtig sind, mit diesen ganzen neuen Leuten sich auf deren sich auf deren Spiel herabzubegeben, logischerweise. Aber vielleicht müssen wir uns jetzt alle ein bisschen einander gewöhnen. Wir haben nicht mehr viele Plätze, wo wir hin können.
15:56 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)
Ja, selbstverständlich müssen wir das. Und ja, ich kann es nicht so nachvollziehen. Und ich finde, die Energie, die man jetzt da reinsteckt, solchen Neuankömmlingen irgendwie auf so einer kleinteiligen Ebene zu erklären, wie sie sich bitte nicht zu verhalten haben, weil man selbst denkt, so wäre es richtig. Was ich auch keinen Moderationsansatz übrigens finde. Die könnte man in die Verbesserungen dieser Plattform stecken. Die könnte man da reinstecken, Erklärkonzepte zu schaffen und sich vielleicht mal zu überlegen, ob so dieses kommt alle zu Mastodon, weil das wollen sie ja gleichzeitig schon, dass das Ding wächst und wichtiger wird und so weiter. Ob man das, wenn man immer sagt, das ist so einfach hier, nicht auch mit einer falschen Erwartungshaltung verknüpft. Aber gut.
16:46 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Ich glaube tatsächlich.
16:47 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)
Übrigens nur, dass wir uns nicht falsch verstehen. Eine Hoffnung verknüpfe ich mit dieser Plattform. Ich hoffe sehr. Dass das gut ausgeht für Mastodon, weil ich den Ansatz an sich natürlich richtig gut finde.
16:59 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Was das Schöne ist tatsächlich, und da muss also wir müssen mal kurz eine kleine Zeitreise, wir reißen gerade total die Zeit, aber das ist Das ist spannend. Eine kleine Zeitreise machen, weil als ich mit Twitter angefangen habe, sah Twitter wirklich so ähnlich aus. Und ich habe Twitter auch nicht mit öffentlichen, mit eigenen Apps benutzt, mit einer Twitter-App oder so. Weil es keine gab. Ich hatte eine App von irgendeinem Entwickler, der sich einen zusammengebaut hat, mit der Twitter deutlich angenehmer war. Ja, so wie jetzt Metatext, ne? Genau, das wollte ich gerade sagen. Also ich glaube, der Weg ist, dass wir uns wirklich jetzt gerade möglichst bauen, uns diese dieses Netzwerk, das da besteht, so convenient wie möglich zu machen. Und das funktioniert wirklich nur, wenn wirklich ein paar Leute sich hinsetzen und was basteln. irgendjemand sich ein neues Userinterface überlegt, es irgendwo eine Instanz gibt, die so groß ist und so einfach im Onboarding, dass es ein No-Brainer ist. sich da zu registrieren. Denn klar, wenn ich mich bei Instagram anmelde, das ist maximal einfach. Ich werde nach einem Username gefragt, nach einem Geburtsdatum und los geht's. Hier ist der Spaß, das könnte dir gefallen.
17:59 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)
Ja, aber am Ende ist dieses sehr Kleinteilige, dass man bei den Apps sieht, dass man bei der Plattform selbst sieht, mit den vielen Instanzen. Irgendwie auch ein Nachteil, ich habe so einen Tweet von oder einen Rückschritt. Ich habe so einen Tweet gesehen von Henrik Wieduwild, der Journalist war und jetzt publizistisch noch so ein bisschen tätig ist. unter anderem für ntv. de schreibt, der geschrieben hat, dass das eigentlich ein Rückschritt ist, weil der große, der eine digitale weltweite Marktplatz, auf den man sich trifft, wofür alle Dieselben Regeln gelten, damit eben gesprengt wird. Und ja, dass wir damit eigentlich in so eine Zeit zurückfallen, wo wir eigentlich schon weiter waren.
18:49 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Und ich glaube, das ist aber tatsächlich, wir haben das Spiel Twitter vielleicht bis zum Ende gespielt. Jetzt kam einer und macht dir Stress. Und jetzt tun sich verschiedene Plätze auf, um mal vom Nastodon wegzugehen. Es gibt halt wirklich andere Apps, die gerade auch naja, noch so ein bisschen gehandelt werden, als vielleicht sind die der nächste Shit. Und ich bin da immer sehr vorsichtig, weil wir erinnern uns an Clubhouse und wie heiß wir auf Clubhouse waren und wie egal es uns vier Wochen später schon war. Oder Peach. Allo, Path, ich könnte stundenlang so weitermachen. Diese ganzen kleinen sozialen Netzwerke, wo wir alle hingeströmt sind und nach drei Tagen das Interesse verloren haben. Aber der Vollständigkeit halber. Also es gibt zum Beispiel Hive. Alle sagen gerade, Hive ist der Twitter-Killer. Okay. Ich habe mich da jetzt registriert und ich beschäftige mich wirklich ja viel mit sozialen Netzwerken, aber ich habe mich da registriert bei Hive und es sieht ein bisschen Twitter, so eine Mischung aus wie eine Mischung aus Twitter und Be Real. Es ist sehr dunkel, aber sehr schick designt. Ich habe null FollowerInnen und folge auch niemandem, weil ich nicht weiß, wie ich Menschen finde. Und auch nicht weiß, wie ich irgendwie, ich würde ja danach suchen, aber ich weiß nicht, wonach ich suchen soll. Ich bin da so ein bisschen bin so ein bisschen los und ich glaube, so haben sich Menschen bei Twitter auch sehr oft gefühlt. Aber da sehe ich jetzt gerade noch nicht das Potenzial, dass es alles abräumen könnte.
20:02 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)
Mir ist Q untergekommen. Brasilien, also ein brasilianischer Twitter-Klon, der übrigens so ähnlich klingt wie Das menschliche Sitzorgan hat Heise geschrieben darüber. Nee, aus Indien, entschuldige. Es kam ursprünglich aus Indien und ist in Brasilien dann groß geworden, hat da irgendwie großen Zulauf. bekommen. In Nigeria auch, in Indien selbst war es so, dass die Regierung gewechselt ist, weil ihnen Twitter zu kritisch wurde aus der Nutzerschaft. Und jetzt irgendwie hat Elon Musk da dafür gesorgt, dass jetzt in Brasilien das dann auch nochmal so ein bisschen größer geworden ist. Und mir ist noch Post aufgefallen.
20:53 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Ja, Post ist mir auch aufgefallen und Post finde ich tatsächlich sehr spannend. Und ehrlicherweise weiß ich noch nicht warum, denn es gibt nur eine Warteliste. Man kommt noch nicht rein. Das ist ja psychologische Effekt einfach, oder? Ja, das funktioniert. Also so müssen sich Android-NutzerInnen mit Klapphaus gefühlt haben damals. Was mir bei Post allerdings sehr gut gefällt, ich habe eine Mail bekommen von denen, als jemand, der auf der Warteliste steht, wo sie mir geschrieben haben: wir haben gerade 180. 000 Menschen. auf der Warteliste, 20 von denen sind schon eingeladen, 18. 000 sind schon aktiviert, aber wir sind gerade an einem Punkt, sehr lange Mail, super sympathisch geschrieben, wir sind gerade an einem Punkt, wo wir sagen müssen, es. Ist gerade super krass. . Es ist auch schön, dass ihr alle kommt, aber wir brauchen noch Geduld, weil wir sind darauf nicht vorbereitet, ehrlicherweise. Aber wir stellen jetzt Leute ein. Also kommt gerne zu uns. Wir suchen tolle Leute, aber wir haben leider keine Zeit, euch einzuarbeiten. Also bitte bewerbt euch nur, wenn ihr Erfahrung habt. Und das fand ich tatsächlich sehr sympathisch, weil das so sehr sich sehr ehrlich macht. Also sehr wenig Angriffsfläche bietet, weil da Alles halt sehr transparent ist, jetzt schon in der Kommunikation. Das gefällt mir erstmal.
21:53 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)
Wobei ich jetzt irgendwie aus der aktuellen Sicht sagen würde: am vielversprechendsten bleibt dann doch Mastodon.
22:00 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Ja, und ich bin eigentlich, also ich bin bereit, mich da jetzt auch erstmal länger drauf einzulassen. Ich bin, ähm, ich sag mal, ich habe meine Kiste mit dem Familienfoto und dem Und dem Souvenir habe ich mitgebracht und bei Maston auf den Schreibtisch gestellt.
22:15 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)
Und also meine Wahrnehmung jetzt unter den Plattformen, die ich generell so bespiele, ähm Ist die Interaktion bei Mastodon gerade am größten. Also da kommt am meisten Rücklauf.
22:26 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Ja, das ist so. Weil aber, glaube ich, auch alle sich da die ganze Zeit, man fühlt sich da ja auch wie. Also ich, ich vergleiche das mal mit so einer Busfahrt, wenn du in Urlaub Kennst du das? Oder mit einer Autofahrt? Die erste Stunde schläft eh keiner, weil alle so pumped sind und alle so heiß sind und alle wollen alles machen und komm, wir hören jetzt noch ein Hörspiel und nehme Musik und ich habe auch noch einen Song. Okay. Und dann irgendwann schlafen die Leute halt ein. Und so ist gerade die Stimmung bei Mastodon. Und ich hoffe, dass es noch ein bisschen anhält und zwar so lange anhält, bis wir ein bisschen Klarheit darüber haben, wie es weitergeht. Bist du in Italien sind, genau, aber das ist so gerade das Gefühl, das ich da habe. Mhm.
23:03 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)
Also Ich beobachte das äußerst gespannt. Ich glaube, es wird auf die Dauer dort anders werden, weil die Plattform einen anderen technischen Background hat und das formt dann auch immer Die Plattform selbst. Aber ich finde schon den Effekt jetzt interessant, das, was man früher so als Netzgemeinde bezeichnet hätte. Also die Gruppe von Leuten, also meine Definition für Netzgemeinde, ich kenne zwei gute Definitionen dafür. Die eine war Das sind die Menschen, die bei Twitter beleidigt sind oder schlechte Laune haben. Schon ein paar Jahre alt. Und die andere Definition war: Netzgemeinde sind die, die immer widersprechen, dass es eine Netzgemeinde gibt. Und die finde ich sehr treffend. Und die sind jetzt so bei Mastodon unterwegs. Und zwar ziemlich geschlossen. Das finde ich richtig erstaunlich. Richtig geschlossen. Und ein großer Teil meiner alten Twitter-Timeline besteht aus diesen Menschen. Und Das ist bemerkenswert und ich glaube, das hat in dieser Geschlossenheit erstmal dazu führen, dass die Plattform nicht irgendwann in einer Bedeutungslosigkeit verschwindet. Also ich würde sagen, die hat einen Status mittlerweile erreicht. der ihr Relevanz gibt.
24:22 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Und ich würde mal eine Kleinigkeit hinzufügen.
24:24 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)
Ja, sag mal.
24:25 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Twitter hat genau so angefangen. Also die ersten Jahre bei Twitter waren genau das. Also da waren diese ganzen Leute. Und die sich dann so gefühlt eh die Republika immer formte. Also Leute, die halt sich die ganze Zeit. Die Kaltscheune damals waren. Die sich, genau, die sich mit sich selber beschäftigen, viel, weil sie eben für mit dem Internet und fürs Internet und um das Internet kämpfen. Und Dieser Sprung, dass Twitter so eine wahnsinnige Mainstream-Plattform geworden ist, hat sehr lange gedauert und auch sehr viel Arbeit gebraucht. Und ich frage mich aber so ein bisschen, weil wir ja eigentlich an dem Punkt sind, wo diese ganzen Leute bei Twitter jetzt gerade sind. Was passiert mit denen? Löschen die Twitter ersatzlos? Oder migrieren die doch zu Mastodon und lassen sich so ein bisschen drauf ein? Oder fangen sie doch an bei TikTok, sich mit Challenges auseinanderzusetzen? Ich kann das nicht einschätzen.
25:10 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)
Mhm. Ich auch nicht. Aber da haben wir jetzt eine Entwicklung, nachdem wir sehr viele Jahre eher so Verschiebungen zwischen etablierten Plattformen hatten. Die plötzlich aufbricht und mal was Neues bringen könnte. Und das finde ich einfach eine super spannende Situation gerade.
25:28 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Total. Ja.
25:31 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)
Wir hatten uns so viel für heute aufgeschrieben und ich glaube, wir könnten dieses Thema sogar nochmal vertiefen. Also allein Mastodon bringen. Es ist ja kein Mastodon-Podcast. Sonst hieß er kein Haken dran.
25:44 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Je nach Instanz denn.
25:46 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme B)
Ich kann mir aber vorstellen, dass wir darauf tatsächlich irgendwann nochmal zurückkommen. So in der weiteren Entwicklung. Wir hatten uns noch so viel für heute aufgeschrieben.
25:54 Gavin Karlmeier / Dennis Horn (Stimme A)
Aber ich würde sagen, das nehmen wir uns nach morgen mit, oder? Auf jeden Fall, so machen wir das. Dann bis morgen. Bis morgen.