…und stattdessen heißt nun alles X. Nur Twitter nicht. Noch nicht? Und was hat Elon Musk eigentlich gerade vor? (Selbe Frage gilt übrigens für diesen Einkauf von 10.000 Grafikkartenprozessoren. Aber dazu mehr in dieser Episode!)
Transkript
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00:01 Intro
Haken dran, das Social Media Update der CT.
00:06 Gavin Karlmeier
Grüß dich, Gavin. Hallo Dennis. Die Sonne scheint, es ist fantastisches Wetter und natürlich sitzen wir beide wieder drin.
00:15 Dennis Horn
Weil wir beide so Dinnies sind.
00:17 Gavin Karlmeier
Wir sind Drinnies. Ihr seid Haki. Und wir sind die Kellerbräune der sozialen Netzwerke. Und jetzt geht's wieder los. Wir haben gestern nach unserer anderthalb Stunden Session Hier noch diese Meldung reinbekommen mit dieser Klage. Du weißt, ich habe durchgelesen und wir haben gar nichts verstanden. Aber mittlerweile. Mittlerweile hat sich ein bisschen die Verwirrung gelichtet. Und wir fangen vielleicht mit dem Thema an, einfach um das aufzukehren. Von gestern. Es gibt eine Klage, die eingereicht wurde in Delaware, ein US-Bundesstaat, der uns heute noch häufiger begegnen wird, am Chancery Court, eingereicht von ehemaligen Führungskräften. Von Twitter. Und diese ehemaligen Führungskräfte möchten gerne mehr als eine Million Dollar zurückhaben. Das sind Rechtskosten, die sie ausgelegt haben. Haben im Zusammenhang mit Aktionärsklagen und staatlichen Untersuchungen, einschließlich einer Untersuchung durchs Justizministerium. Und namentlich sind diese Führungskräfte, einen, hatten wir gestern schon genannt Parak Agraval, das war der letzte CEO von Twitter. Nat Segal, der frühere CFO, Chief Financial Officer, und Vijaya Gade, das war die Leiterin der Abteilung Recht und Politik. Elon Musk, der Twitter im Oktober ja gekauft hatte, 2022, hat die drei gefeuert an dem Tag, an dem er. Mit dem Waschbecken da reingekommen ist. Und die haben Twitter wohl vor mehr als zwei Monaten schon über die Kosten informiert, über das Geld, das sie ausgelegt haben, aber Überraschung, Twitter hat nicht gezahlt.
02:04 Dennis Horn
Aber was hast du genau ausgelegt? Also heißt es, muss ich mir das so vorstellen, also ich nehme mal ein Beispiel aus meinem Leben angenommen. Ich wäre Azubi und würde in meiner Ausbildung mit einem Firmenwagen fahren und würde geblitzt werden. Und diese 20 Euro würde mir mein Ausbildungsblitz Oder was weiß ich, was geblitzt werden kostet. Ich halte mich immer an geltendes Recht. Diese 20 Euro würde, ich würde mir meinen Ausbildungsbetrieb zusichern, sie mir zu bezahlen und würde mir das aber niemals überweisen. Wäre das die Definition von Auslage, wie wir sie hier erleben? Oder ist es so, dass der Ausbildungsbetrieb in meinem Beispiel ein Vergehen begangen hat? Und ich sage: Du pass auf, lieber Ausbildungsbetrieb, ich zahle das jetzt mal eben, dann hole ich mir das später zurück.
02:48 Gavin Karlmeier
Nee, ersteres. Also so verstehe ich das. Diese Klage, die da in Delaware eingereicht wurde, enthält wohl keine weiteren Einzelheiten. Die New York Times schreibt darüber recht ausführlich. Aber Agraval, Segal, die haben eine ganze Reihe von Anfragen bekommen vom Justizministerium und der SEC während und nach der Übernahme durch Elon Musk. Und in der Klage steht, sie hätten sich dafür juristisch verausgabt. Also da sind Bundesbehörden angekommen, wollten Informationen haben Die Aufsichtsbehörde für die Börsen in den USA hat Parag AgraWall im September noch aufgefordert, Dokumente aufzubewahren, sicher aufzubewahren. Das Justizministerium hat bei Agrabal und Segal später im Jahr 2022, was auch immer das heißt, aber auf jeden Fall wohl nach der Übernahme, noch angeklopft und wollte noch Informationen. Das heißt Ich würde hier auch davon ausgehen, dass hier Zeit und Aufwand noch mit ein paar Zahlen und Kosten versehen werden. Es ist aber wohl so, dass die Unternehmensstatuten von Twitter und die Verträge damals eben vorgesehen haben, dass Twitter Anwaltskosten Übernimmt für Angelegenheiten, die in Zusammenhang stehen mit dem Unternehmen. So, und ein Sprecher von Ned Sigal und Vijaya Gade hat eine Stellungnahme abgegeben und hat gesagt, wieder einmal hat Twitter es versäumt, seinen vertraglichen Verpflichtungen nachzukommen und seine Rechnungen zu bezahlen. Das war die Geschichte.
04:28 Dennis Horn
Nicht überraschend, aber ein weiteres Beispiel dafür, dass einfach Es ist einfach so, Twitter ist der Typ, den man einfach in keiner Hinsicht mehr vertrauen kann. Nicht als Geschäftspartner, nicht als Arbeitgeber, nicht als. Gastgeber, nichts. Es gibt keine Facette, wo ich sagen kann, naja, aber da wenigstens. Leute, passt auf, wo ihr eure Werbeausgaben hinsteckt, kann ich da mal sagen.
04:52 Gavin Karlmeier
So, und jetzt kommen wir zu der zweiten Geschichte aus Delaware. Also, hier habe ich gedacht, ob wir heute irgendwie, wenn wir jetzt werben für diese Ausgabe des Podcasts, so eine richtig geile Trick-P Trickbait, Clickbait-Überschrift. So, ähm, das Unternehmen Twitter ist Geschichte. Oh, das ist der Titel der heutigen Episode. Twitter gibt's nicht mehr. Ja, ich schreibe das Blick auf. So weil nämlich also Twitter als Unternehmen Weil es nämlich verschmolzen wurde mit der X-Corporation. Die gilt jetzt als Rechtsnachfolgerin von Twitter. Und die hat auch noch eine Muttergesellschaft, die heißt X-Holdings Corporation. Es gibt kein wirklich offizielles Statement, was dahinter steckt, aber wir können jetzt gleich mal ein bisschen mutmaßen. Elon Musk hat nur getwittert X.
05:44 Dennis Horn
Immer noch lieber als ein Kaki-Emoji.
05:46 Gavin Karlmeier
Absolut. Er scheint das aber länger vorbereitet zu haben. So, und da kommen wir jetzt in die Recherche, die Slate angestellt hat. Nicht die Band? Nicht die Band, sondern das Magazin, das Online-Magazin. Slate schreibt, dass Elon Musk im April 2022, also schon so ein halbes Jahr vor der Übernahme. Die X Holdings One, Two und Three in Delaware hat registrieren lassen. Delaware ist übrigens interessanter Staat in den USA, weil da glaube ich die Steuer. Geschichte, so, sagen wir mal, angenehm ist für Unternehmen. So. Und das sind drei separate Unternehmen gewesen, die Elon Musk den Kauf von Twitter erleichtern sollten. Wir blättern das hier mal kurz auf, auch wenn gleich rauskommt, dass das offenbar nochmal komplett über den Haufen geworfen wurde. Aber gemäß dieser Anmeldung sollte Twitter mit der X-Holdings 2 fusionieren. Aber seinen Namen und seine Unternehmensstruktur beibehalten, also dann hätte. Als Unternehmen und weiterhin auch nach dem Schwiben und weiterhin auch nach dem Recht in Delaware operieren sollen. So, und dann bleiben ja noch zwei andere Unternehmen übrig, nämlich die X-Holding One und die X-Holding Three. Die X-Holding One sollte Muttergesellschaft werden dieses fusionierten Unternehmens und die X-Holdings Three sollte dieses 13 Milliarden Dollar darlehnen, diesen Kredit übernehmen. den diese Bankengruppe Elon Musk nochmal zusätzlich zur Verfügung hat, um diesen Kauf von Twitter zu finanzieren. Er hatte diese 44 Milliarden US-Dollar. Ja, nicht alleine ausgegeben, sondern da stecken 13 Milliarden Dollar drin, die er von Banken bekommen hat. So. Und Also diese X-Holdings One, die wäre ausschließlich für die Durchführung und Finanzierung der Transaktionen bestimmt gewesen. Die X-Holdings 3 für den Kredit und 2 wäre dann Twitter gewesen. Also irgendein rechtliches Konstrukt, um das dann irgendwie zu übernehmen, war der ursprüngliche Plan. Der ist über den Haufen geworfen worden. Jetzt haben wir nur noch die X-Holdings Corporation und die X-Corporation. Beide in Nevada, nicht in Delaware. So, und warum ist das so? Da blättern wir vielleicht noch einmal die Geschichte auf, die wir hier schon mal etwas länger erzählt haben. Elon Musk ist nämlich schon ziemlich lange. Mit diesem Buchstaben Ex verbunden, auch wenn es nicht um seine eigenen Kinder geht. Er hat dieses Praktikum in der Bank gemacht in Kanada. wo es ihm nicht gefiel, war er nicht einverstanden damit, wie wenig digital das alles war und so weiter. Und dann hat er ex. com gegründet, eine Online-Bank. die dann auch mit einem anderen Unternehmen fusioniert ist und am Ende zu Paypal wurde, das wir heute ja sehr gut kennen, Und diesen Buchstaben-Ex hat er seitdem die ganze Zeit im Kopf. Der ist dann über die Jahre auch in ganz anderen Unternehmen aufgetaucht. Also SpaceX, klar. So, dann. Teslas Model X, das ist ein Auto, eins der Modelle von Tesla. Dann diese drei Holdings aus dem April 2022, von denen ich gerade erzählt habe, und Project X, das war der tatsächlich offizielle Name, auch von der Börsenaufsicht anerkannt, für diesen Bankkredit für den Kauf von Twitter. Aha. So. Und dann hat Elon Musk ja immer gesagt, wenn er jetzt Twitter kauft, dann macht er so eine Alles-App draus. Und die sollte ja X heißen. Weißt du, wie die amerikanische Version des chinesischen WeChat? Mhm. So, und ähm, das ähm Das ist die Geschichte dahinter. Slate finde ich ganz interessant. Mutmaster jetzt noch, vielleicht ist X auch eher ein Unternehmen für alles als eine App für alles. Und jetzt tatsächlich. Ende 2020 hat Dave Lee, das ist ein YouTuber und ähm lange Jahre auch Tesla Investor. Der hat Ende 2020 getwittert, Musk könne doch eine Holding-Gesellschaft namens X gründen, als Muttergesellschaft für Tesla, SpaceX, Neuralink und die Boring Company. Und was hat Musk natürlich geantwortet? Good idea. Considering. Considering. Good idea. So, also Das vielleicht als Hintergrund auch für die Wahl von Elon Musk jetzt Nevada für die X-Corporation und die X-Holdings Corporation zu nehmen. weil einige der großen Unternehmen, die wir hier gerade genannt haben, er auch in Nevada gegründet hat und so kommt vielleicht am Ende alles zusammen. Seine Ex-Spielerei über die Jahre. die ähm der Sitz dieser Unternehmen in Nevada und so weiter und so fort. Das könnte Der irgendwie, ich weiß nicht, warum man das so machen muss, Hintergrund sein, aber vielleicht treibt ihn da eine Nostalgien, ein Festhalten an alten Ideen, was auch immer.
11:08 Dennis Horn
Ich bin ja immer skeptisch bei so Leuten, die so wahnsinnig dubiose Holding-Gesellschaftsmodelle nutzen. Das sind immer dubiose Modelle, die fast nie aus rein guten Gründen gewählt werden, würde ich mal unterstellen. Pflicht mir wahrscheinlich um die Ohren dieser Aussage, aber ich bin bereit, diesen Kampf aufzunehmen
11:29 Gavin Karlmeier
Ich weiß nicht, wie viele Hackis selbst eine Holding besitzen. Ich habe gehört.
11:34 Dennis Horn
Ich glaube, das ist das neue Ding. Also wenn man eine GmbH hat, dann überführt man die immer in der Holding und hat man nicht mehr. Also Privat GmbH-Besitzen ist richtig ein nuller Jahre. Heutzutage, die Holding ist quasi der neue Podcast.
11:50 Gavin Karlmeier
Können wir eine gründen, die also die Haken an Holding? Haken dran, HD. Full HD, die Full HD Holding.
12:01 Dennis Horn
Aber die Holding eigentlich. Naja. Was ich spannend finde, ist, dass wir die tatsächlichen, also Vielleicht kann man das einsehen, wahrscheinlich sogar, aber die genauen Gesellschaftsmodelle hinter Twitter, wie sie zuvor ausgesehen haben, kennen wir ja gar nicht. Aber wir wissen. dass schon letztes Jahr im August eine LLC, also eine ein Unternehmen gegründet wurde, das Twitter Payments hieß. Das war das Unternehmen dessen Geschäftsführerin wir hier öfter mal auch beleuchtet haben. Und dieses Unternehmen gibt es dann ja offenbar jetzt auch nicht mehr, weil es auch irgendwo in einer dieser unzähligen Ex-Unternehmen aufgeht. Und ich Also es ist natürlich total schwierig, das jetzt so zu rekonstruieren und zu überlegen, was für was ist und was da alles passieren wird und wer jetzt für was zuständig ist. Aber ich erinnere mich an eine Geschichte aus Anfangstagen, wo es darum ging, und da haben wir hier den Pip aus dem Doppelgänger-Podcast zitiert, der nämlich erzählt, ich habe da so eine Geschichte gehört, nämlich dass es rein theoretisch möglich wäre. Diese 13 Milliarden Dollar, die als Schulden in das Unternehmen Twitter verlagert wurden und nicht quasi private Schulden von Elon Musk sind, die theoretisch in ein externes Konsortium zu überführen, um sich selber die Schulden über diesen Weg zu erlassen. Und ich bin, wie wir haben das hier schon öfter gesagt, ich bin kein Wirtschaftswissenschaftler. Aber für mich klingt so ein Konstrukt aus sehr vielen Unternehmen, die sich gegenseitig. Verträge ausstellen und Rechnungen schreiben und so, klingt doch schon nach einem Weg, um irgendwie aus diesem ganzen Schuldendilemma rauszukommen. . .
13:32 Gavin Karlmeier
Oder? Hm, okay. Also der Ansatz jetzt irgendwie mit dem umzugehen, was da finanziell schief läuft.
13:41 Dennis Horn
Ja, genau.
13:41 Gavin Karlmeier
In der Tat.
13:43 Dennis Horn
Zumal ja auch wenn eine dieser Firmen eben pleite geht und so, zum Beispiel die für die ganzen Zahlungs Dienstleistungen verantwortlich ist. Wenn die pleite geht und nicht mehr existiert, würde das nicht zwangsläufig das Ende des kompletten Unternehmens bedeuten, sondern nur eben dieses einen Astes.
14:01 Gavin Karlmeier
Wir beobachten das weiter.
14:03 Dennis Horn
Ja, finde ich, ist eine super spannende Geschichte. Und ich frage mich, was das mit der Marke Twitter macht. Also, wenn die Marke Twitter auf dem Papier gar nicht mehr existiert, sondern nur noch als Marke. Als ein Produkt von mehreren eines Unternehmens und eben nicht mehr das Unternehmen ist, was passiert daneben In diesem Unternehmen. Also wir erkennen das von Google, die irgendwann den Konzern eben in Alphabet umbenannt haben, weil sie eben mehr sind als nur Google. Wir kennen das von Facebook, die sich in Meta umbenannt haben, weil sie eben mehr sind als nur Facebook. Ich bin total gespannt, ob das vielleicht tatsächlich der Anfang ist, dass Twitter nur noch ein einzelner Bestandteil einer größeren Markenwelt werden wird und ob da nicht so eine Art Das böse Feddyverse entsteht, quasi. Weißt du?
14:54 Gavin Karlmeier
So wie Wario meinst du? Ja, genau. Ja, ich möchte das auch als Charakter einfach sehen. So, schön.
15:06 Dennis Horn
Vielleicht kann das jemand zeichnen. So ein böses Mammut.
15:10 Gavin Karlmeier
Gute Idee. So, ich hätte eine ganz andere Frage. Welches dieser Unternehmen bezahlt die 10. 000 GPUs, die Twitter eingekauft hat?
15:20 Dennis Horn
GPUs muss ich kurz googeln. Warte mal, das sind nicht Grafikkarten, ne?
15:25 Gavin Karlmeier
Ja, fast. Es sind die Prozessoren auf den Grafikkarten. Ah ja. Das sind GPUs. Und also Vielleicht nochmal zur Einordnung. Twitter hat kein Geld für nix, aber Elon Musk gibt Geld aus für rund 10. 000 GPUs. Die eingesetzt werden voraussichtlich in einem der beiden verbleibenden Rechenzentren von Twitter, wahrscheinlich dem in Atlanta wird gemutmaßt. Und GPUs sind die Prozessoren, die eingesetzt werden für künstliche Intelligenz und für all die Dinge, die besonders rechenintensiv sind. Gerade weil es GPUs überhaupt gibt, hat vieles, was wir in den vergangenen Jahren so erlebt haben, unter anderem das maschinelle Lernen und damit die KI, diesen großen Sprung nach vorne gemacht. Und wir haben ja schon mal darüber gesprochen, dass Twitter offenbar gerne auch ein paar Schritte in Sachen KI gehen möchte. Twitter Hat Igor Babuschkin und Manuel Kreuß von Deep Mind eingestellt. Das ist die KI-Forschungstochter von Alphabet, also aus dem Hause Google. Und wir haben darüber gesprochen, dass Twitter wohl die eigenen Daten nutzen möchte, also die Tweets, die wir so veröffentlicht haben über die Zeit. um eine eigene generative KI, also ein Sprachmodell, zum Beispiel sowas wie GPT, selbst auch zu entwickeln.
17:06 Dennis Horn
Also wenn das so funktioniert, wie sage ich das jetzt diplomatisch? Ja, mach mal. Sag das undiplomatisch. Wenn er es so umsetzt, wie er den Empfehlungsalgorithmus so gebaut hat, wie TikTok den, also wie er sich vorgestellt hat, wie TikTok den Empfehlungsalgorithmus gebaut hat, dann muss ich. . Eigentlich niemand bei hinter den bei den Entwicklern von ChatGPT wirklich Sorgen machen.
17:31 Gavin Karlmeier
Ich habe da eher so wirtschaftliche Gedanken zu. Also was soll das? Also wie spielt das in diesem ganzen strategischen Komplex, den wir da gerade betrachten? Wie spielt das da rein?
17:44 Dennis Horn
Als Move kann ich das schon verstehen. Also er sieht natürlich, dass alle Welt gerade über AI redet. Er sieht, dass selbst Microsoft Word inzwischen mehr AI anbietet als sein Unternehmen und er ist doch der Visionär und der Zukunftstreiber. Er muss ein Angebot machen. Ich kann das schon verstehen. Das ist, glaube ich, so aus Aus Brand-Sicht muss Twitter da irgendeine Entwicklung anbieten. Man möchte sich ja nicht von Q überholen lassen.
18:10 Gavin Karlmeier
Ah, okay. Also Ex von Q überholt. Aber dann, das ist also ein Me Too-Gedanke, einfach nur. Also ein Jetzt ist MeToo als Begriff belegt. Du weißt, was ich meine.
18:24 Dennis Horn
Ja, also du meinst Nachahmung? Ja, vielleicht, aber vielleicht auch dieses, man möchte da ja noch mitspielen und man hat das Gefühl, man muss es machen. Und es spielt natürlich auch diese Ähm, die politische Ebene eine große Rolle. Also Elon Musk bezeichnet Open AI ja immer nur als Vogue AI und sieht, dass irgendwie die Chat-GPT ist in seiner Welt das Böse, weil es eben Vogue ist und eben all das eben nicht ist, was er ist. Und ich könnte mir vorstellen, dass er das Gefühl hat, dass er, ich vermutlich sieht er wirklich, es ist totale Mutmaßung, ne? Aber ich sehe da schon einen Elon Musk vor mir, der sich persönlich beauftragt fühlt, ein Gegengewicht darzustellen. Wozu auch immer. Das ist ja, also so richtig verstehen, tun wir das ja bis zum Schluss vermutlich nicht, aber. Dass er da schon sich selber in der Pflicht zieht, könnte ich mir schon vorstellen, so wie er sich ja auch in der Pflicht gesehen hat, Twitter aus gleichen Gründen zu kaufen.
19:18 Gavin Karlmeier
Naja, also ich kann es schon irgendwie nachvollziehen, diese These, die du gerade aufstellst, aber es ist, ich finde es natürlich unternehmensstrategisch trotzdem total ein Quatsch, oder? Also
19:31 Dennis Horn
Ja, klar. Also wenn du, der Töter hat gerade wirklich so viele Probleme und so viele Baustellen und an jeder Ecke klappert es. Es ist der falsche Zeitpunkt, um sich zu überlegen, wie man skalieren oder expandieren kann, weil du jetzt gerade nicht mal dein Kerngeschäft auf die Reihe kriegst. Also ich be erinnere auch gern nochmal an einen dieser großen Tweetstürme von Elon Musk Als er gerade das Unternehmen übernommen hat und gesagt hat, 90% aller Microservices sind unnötig auf Twitter. Die müssen abgeschafft werden, Twitter muss verschlankt werden, niemand versteht das System. Und jetzt stehen wir an der anderen Seite der Wahrheit. Und man versteht Twitter nicht mehr, weil einfach zu viele neue Microservices dazugekommen sind. Also der Klick auf die, auf den auf den Entdecken-Button, auf die Suche. Der führt mich in eine Welt, in der ich mich noch nie gesehen habe. Also, ich weiß nicht, was da gerade so tatsächlich Tatsächlich das Ziel ist, außer noch mehr Irrsinn in die Welt zu streuen.
20:31 Gavin Karlmeier
Ja. Er weiß es mutmaßlich auch nicht.
20:34 Dennis Horn
Ja, wahrscheinlich ist das so.
20:36 Gavin Karlmeier
So, und ansonsten haben wir noch die Tatsache, dass Twitter einen neuen Anwalt an Bord hat. Übrigens nicht zwingend ein Nachfolger für Christian Dowell. Der zuletzt die Rechtsabteilung mitgeleitet hatte. Adib Sahar ist neuer globaler Leiter für Handels-, Gesellschafts- und internationales Recht bei Twitter. Und der war vorher Teil von Skadden. Das sind Anwälte, die Twitter bei der Übernahme geholfen haben. Bachelor in Stanford, die juristische Fakultät absolviert an der Columbia, bevor er dann dort in die Kanzlei eingetreten ist. Also es gibt auch Neuanstellungen, vor allem im anwaltlichen Bereich, das vielleicht noch zur Chronistenpflicht.
21:24 Dennis Horn
Ja, es ist natürlich totaler Irrsinn, sich jetzt noch bei Twitter anstellen zu lassen. Twitter hat ja auch, also Elon Musk hat ja auch getwittert. Er sucht ein VP of Propaganda, or I mean public relations. Also ich suche einen Vizepräsident der Propaganda, also ich meine der Der Pressearbeit, Öffentlichkeitsarbeit, sozusagen. Und Mad Navera hat dazu geschrieben, also er sucht eigentlich ein Sadomasochist Das ist tatsächlich genau die Beobachtung. Also, sich jetzt gerade auf dieses Schiff zu begeben, scheint mir nicht zwangsläufig eine dauerhaft kluge Entscheidung für die eigene Karriere zu sein.
21:59 Gavin Karlmeier
Na, andererseits, du hattest gestern diese These, ähm Also, man wird da ja jetzt auch schnell was, ne?
22:06 Dennis Horn
Ja, das stimmt.
22:10 Gavin Karlmeier
Ja, ich denke da immer so drüber nach, weißt du, wenn du so wenn du unbedingt Karriere machen möchtest oder so, ne? Dann würde ich ja auch so, als Politiker oder so, dann würde ich ja nicht in die großen Parteien gehen, sondern dann würde ich mir so eine kleine, die vielleicht so gerade gut über der 5-Prozent-Hürde ist, weil man da schnell vorankommt. Weißt du, was ich meine?
22:29 Dennis Horn
Ja, ja, total. Also meine These war gestern ja auch, dass du gerade als jemand im Bereich Jura, du möchtest ja Herausforderungen und Aufgaben und willst ja der Mensch sein, der jetzt gegen Unrecht kämpft und dich ausboxt und so. Aber ich glaube, Twitter kann das nicht sein. Ich glaube, du verbrennst also jeder, der da Karriere drin sieht, wird sich da gerade verbrennen, ist meine These. Ja, und ich glaube, dass du auch gerade im Bereich Juristerei relativ schnell mit einem Bein im Knast stehst, bei den Verhalten, die Twitter gerade so an den Tag legt.
23:01 Gavin Karlmeier
Ja, oder bei dem, was Elon Musk vielleicht von einem erwartet. Exakt, ja. Ja, also ich hatte noch so den Den Gedanken, dass natürlich auch die Außenwelt weiß, dass was da passiert für einen Anwalt, ist gerade einfach aussichtslos. Und dass einem das dann nicht so schwer zur Last gelegt wird, wenn man bei Twitter war. Deswegen, weißt du? War ja eh aussichtslos.
23:23 Dennis Horn
Ja, aber wenn du im April 2023 noch ins Unternehmen Twitter gegangen bist, dann wird dir auf jeden Fall nicht Weitsicht diagnostiziert. Also.
23:31 Gavin Karlmeier
Ja, je nachdem, was das Unternehmen später, zu dem man dann gehen könnte, fordert, nicht wahr?
23:36 Dennis Horn
Ja, oder wo man halt auch hingeht. Vielleicht hat man auch so ein Fable für so untergehende Schiffe.
23:43 Gavin Karlmeier
Das war's. Haben wir ja auch. Wir würden ja keine 101-Ausgaben-Podcasts machen. Das ist Ausgabe 101 heute.
23:52 Dennis Horn
Oh, das müssen wir feiern.
23:53 Speaker 4
Ja. Vielleicht mit der hundert zweiten Ausgabe morgen. Yeah, das genau so genau so wird das sein. Bis morgen. Bis morgen