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Folge 107 · 21. April 2023 · 13 Min.

Die Nacht der fehlenden Haken?

mit Dennis Horn

Elon Musk hat angekündigt, die blauen Haken zu rasieren. Was daraus wurde, erfahren wir erst am Montag. Dafür erfahren wir schon heute, dass die API offenbar noch immer funktioniert.

Transkript

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00:01 Intro

Haken dran, das Social Media Update der CT.

00:05 Gavin Karlmeier

Grüß dich, Gavin. Hallo Dennis. Wir sind gespannt, wie wir morgen aufwachen werden, ob weiter Blau behakt oder nicht. Wir werden es im Podcast erst am Montag erfahren. Aber heute, während wir aufzeichnen, ist 4:20. Auch auf der Uhr. Es ist kurz nach 4. 20. Also der Tag hat noch ein paar Stunden. Aber von Twitter hieß es jetzt nochmal definitiv: am 20. April entfernen wir alte verifizierte Häkchen. Um auf Twitter verifiziert zu bleiben, gibt es Twitter Blue. Also mal sehen. Ich glaube sehr, erst wenn es soweit ist.

00:35 Dennis Horn

Ja, ich habe da viele Fragen noch im Kopf, was diesen relativ doch spontanen Anflug von Genauigkeit in dieser Aussage angeht. Wir wissen, dass Twitter das nicht so ohne weiteres einfach abschalten kann. Es gibt keine Toggles und keine SQL-Befehle, mit denen man einfach sagen könnte, hey, alle Verifizierten oder Legacy Blue-Verifizierten werden jetzt mal bitte entverifiziert. Son and it is not before so that Twitter entwickler in this is a art zusammengeklepped Excel-Tabelle and this must handish entfern werden Es kann natürlich sein, dass irgendwo irgendwelche studentischen Hilfskräfte eingesetzt wurden, um die ganze Zeit Excel-Listen zu erstellen, in denen nur Legacy Blue verifizierte Personen drinstecken. Aber wir wissen, wir wissen nicht, ob das funktioniert, wie es funktioniert. Und es ist auch nach wie vor zum Beispiel so, dass wenn du das klassische Tweet-Deck aufmachst. dass alle Legacy Blue-Verifizierten immer noch Legacy Blue verifiziert sind, auf Twitter. com auch, Twitter Blue-Verifizierte, aber immer noch nicht mit einem blauen Haken angezeigt werden. Werde. Das heißt, es ist offenbar in irgendeiner Tabelle angelegt, die eigentlich von Hand nochmal ausgelesen werden muss. Also du merkst, es ist ein totales Chaos und ich habe meinen blauen Haken noch und ich habe das Gefühl, ich habe den am Montag auch immer noch.

01:49 Gavin Karlmeier

Ja. Sollte er wiedererwarten, doch weg sein, werde ich ab Montag einfach allen erzählen. Ich habe jetzt bei Twitter das unsichtbare Häkchen.

01:58 Dennis Horn

Twitter Blue war gestern, ich habe Twitter Transparency.

02:02 Gavin Karlmeier

Genau. So, dann haben wir noch ein bisschen Housekeeping. Gestern haben wir einmal rumgefragt, wie bei euch eigentlich die API noch so funktioniert. Du hattest ja festgestellt, es gibt ja noch lauter Accounts, die automatisiert twittern. Und Jürgen hat uns geschrieben, er arbeitet für eine Schweizer Finanznachrichtenagentur und er schreibt, wir twittern schon seit Jahren vollautomatisch jeden Tag ein paar Headlines. Mit je einem Link zum jeweiligen Artikel auf die Twitter-Accounts, also so wie wir es kennen. Und wir benutzen dazu kein Third-Party-Tool, sondern unser IT-Dienstleister hat eine direkte Schnittstelle aus unserem CMS heraus zur Twitter-API. Gebaut. Und die funktioniert seit 2014 fast ohne Unterbruch und weiterhin. Und wir rechnen zwar seit Wochen damit, dass der Zugang abgedreht wird, wir haben diesbezüglich aber noch keine Benachrichtigung oder sonst was erhalten.

02:50 Dennis Horn

Ich bin nicht überrascht.

02:52 Gavin Karlmeier

Oder?

02:52 Dennis Horn

Ja, Wahnsinn.

02:54 Gavin Karlmeier

Wir hören das auch von den Kollegen von DWDL. Die haben einen automatisiert betriebenen Account mit Jobs in der Medienbranche. Der wird über ein XML-Feed, über Deliver it befüllt und auch das funktioniert bisher problemlos.

03:08 Dennis Horn

Das ist so verrückt, weil irgendwie, also auch da verstehe ich nicht, warum das so ist, warum das nicht kommuniziert wird, warum Gegenteiliges kommuniziert wurde, warum, also, hä? Ich bin ehrlicherweise perplex, aber wir lassen es einfach mal passieren.

03:24 Gavin Karlmeier

Und bei anderen wiederum beschweren wir uns, dass es passiert. Da läuft es nicht mehr und leider dort, wo es lebensbedrohlich werden kann, wir haben über den National Weather Service ausführlich gesprochen. Jetzt twittert auch der Erdbebendienst der Schweiz. Wegen Änderungen der Geschäftsbedingungen von Twitter können wir momentan keine automatischen Erdbebenmeldungen mehr twittern. Wir warten derzeit auf Rückmeldungen von Twitter und werden sie über die weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden halten. Bei signifikanten Beben in der Schweiz und im grenznahen Ausland werden wir uns bemühen, manuell zu twittern. Dabei wird es aber zu Verzögerungen kommen.

03:58 Dennis Horn

Also die Aussage ist, verlasst euch nicht auf Twitter. Und das kannst du jetzt durchdeklinieren. Das betrifft ja nicht nur die Wetterwarnungen und die Erdbebenwarnungen. Das betrifft alle. Also wir beobachten zwar, dass es offenbar noch Unternehmen gibt, die Möglichkeiten haben, über die API ihren Account zu bespielen, warum keiner weiß warum. Aber es ist einfach eine unzuverlässige Plattform. Man kann das nicht oft genug sagen. Als sowohl als, ich sag mal, CreatorInnen, als auch als KonsumentInnen, als Mensch, der Twitter benutzt, ist Twitter kein zuverlässiges Medium.

04:30 Gavin Karlmeier

Punkt. Punkt. It's lawsuit time, twittert Elon Musk. Yeah, wir bleiben mal bei der Front, die wir vor ein paar Tagen festgestellt haben, die sich gerade zeigt. Die Tech-Unternehmen bringen sich gegeneinander in Stellung. wenn es um Trainingsdaten für ihre großen Sprachmodelle geht. Wir erinnern uns auch, Elon Musk arbeitet daran. Er hat 10. 000 GPUs von Nvidia gekauft. Um ein eigenes Sprachmodell aus den Inhalten von Twitter zu zimmern, also sowas wie GPT-4. Bei ihm heißt es wahrscheinlich GPT-X. So. Und Elon Musk droht jetzt damit, rechtliche Schritte gegen Microsoft einzuleiten, weil Microsoft angeblich illegal Twitter-Daten genutzt habe. Er schreibt das so ein bisschen abstrakt, reagiert damit übrigens auf eine Ankündigung von Microsoft. Microsoft will nämlich auf seiner Werbeplattform die Unterstützung von Twitter einstellen, weil Twitter die API kostenpflichtig macht. Da will Microsoft nicht mitgehen. Und deswegen jetzt diese vage Drohung, it's lawsuit time, illegal Twitter-Daten genutzt, das scheint sich aber eben auf die Verwendung durch OpenAI zu beziehen. hinter dem Microsoft ja steckt. Auch Elon Musk war da mal mit drin, ist dann ausgestiegen vor einer Weile, um deren GPT jetzt Version 4. zu trainieren, dass dann solchen Ideen wie Chat-GPT zugrunde liegt. Also Microsoft hat oder OpenAI hat das Internet gescrapt Nach Inhalten und die waren unter anderem bei Twitter zu finden und das findet Twitter jetzt nicht gut.

06:09 Dennis Horn

Ja, man muss aber dazu sagen, also Ich glaube, da begeben wir uns nicht zu sehr auf dünnes Eis. Das sind Annahmen. Wir wissen nicht, ob auch Twitter gescrapt wurde, weil der Datenbestand von OpenAI nicht bekannt ist. Gleichzeitig, und deswegen twittert er auch Microsoft an, hat er ja in dem Interview mit Tucker Carlson auch gesagt dass OpenAI de facto unter der vollen Kontrolle von Microsoft steht und dementsprechend auch kein oder inzwischen jetzt auch ein wirtschaftlich orientiertes Unternehmen ist, weil es eben Unter der kompletten Kontrolle von Microsoft steht. Das könnte man auch so ein bisschen natürlich als eine Verschwörungserzählung lesen, dass man die große Angst bei Microsoft wit hat aus Elon Musks Augen. weil die so eng mit OpenAI zusammenarbeiten. Aber ich bin erstmal total irritiert, dass offenbar die ganzen die ganzen JuristInnen und die ganze Legal-Abteilung von Twitter offenbar doch noch Kapazitäten hat, auch noch eigene Klagen anzustreben, wenn man doch eigentlich den Tisch voll hat mit Klagen von all denen, dessen Rechnungen man nicht bezahlt hat, dessen Abfindungen man nicht bezahlt hat, dessen Regeln man nicht eingehalten hat, obwohl man Verträge unterschrieben hat. Also da kommt ganz schön was auf Twitter zu.

07:21 Gavin Karlmeier

Es müsste eigentlich ein eher defensiv arbeitendes Legal-Team dort sein.

07:25 Dennis Horn

Rein inbound orientiert.

07:27 Gavin Karlmeier

Ja, also es ist ja auch unklar, ob Ob Elon Musk, ob Twitter Microsoft tatsächlich verklagen wird, er hat ja schon mal öfter rechtliche Schritte angedroht. Die fanden dann nicht statt. Wir erinnern uns an den Twitter-Account Elon Jet. Ja. So, Microsoft lehnt eine Stellungnahme ab. Die Presseabteilung von Twitter hat mit einem Kack-Emoji geantwortet Und so geht das jetzt weiter seiner Dinge.

07:52 Dennis Horn

Ich hätte mir gewünscht, dass Microsoft auch mit einem Kack-Emoji auf diesen Treat von Elon antwortet, aber so viel Humor hatten die Kolleginnen dort dann doch nichts.

08:00 Gavin Karlmeier

So, und wo es auch richtig gut läuft, ist die Account-Moderation von Twitter. Da gibt es noch eine kleine Geschichte, also klein in Anführungszeichen, weil auch das wieder so ein Schlaglicht darauf wirft, wie gut es JournalistInnen bei Twitter gerade geht. Del Cameron ist Autor für die Wired. Er wird von einigen Twitterern, wahrscheinlich denen, die Elon Musk nahestehen. Als linker Kommentator beschimpft, Leftist ist ein Begriff, der da auftaucht, und Del Cameron hat einen Artikel geschrieben über einen Hacker, der behauptet, den Twitter-Account eines rechten Kommentators komp kompromittiert zu haben. Er wollte keinen Schaden anrichten, aber wohl Chaos. So, und der Artikel heißt: Der Hacker, der Matt Walshs Twitter-Account gekapert hat, war einfach gelangweilt. Das ist die Überschrift dieses Artikels. Und dann geht er los mit den Worten: Der Angriff auf den rechtsgerichteten Provokateur diente lediglich dazu, ein bisschen Drama zu entfachen, so der Angreifer gegenüber Wyatt. Aber der Schaden hätte viel schlimmer sein können. So, und das reichte aus, dass dann der Cameron seinen eigenen Artikel geteilt hat auf Twitter für eine Accountsperre. Und er hat eine E-Mail bekommen mit der Begründung, er habe gegen die Regeln verstoßen zur Distribution of Hacked Material.

09:23 Dennis Horn

Das müssen wir erstmal vor uns führen.

09:25 Gavin Karlmeier

Also, wenn JournalistInnen über Hacking berichten, dann ist das ein Verstoß gegen die Regeln zur Distribution of Hacked Material. Das, ähm Ja.

09:37 Dennis Horn

Also das ist natürlich völlig absurd. Also das kannst du ja immer weiter durchziehen, weil die Frage dann ja auch ist, wie ist das eigentlich mit Whistleblowing? Ist das dann auch schon Die Distribution von gehacktem Material und reicht das auch schon, über WhistleblowerInnen zu sprechen. Also wenn du das so auslegst, die eigenen Nutzungsbedingungen, dann bist du wirklich in dem Bereich der Willkür Und es kann wieder mal alles gesperrt werden. Und das ist leider, leider, leider ja auch nicht das erste Mal, dass JournalistInnen völlig willkürlichen Sperren gegenüberstehen. Gegen die sie im Grunde nichts ausrichten können, als die eigene Öffentlichkeit zu nutzen, um auf Twitter und den Irrsinn, der da herrscht, aufmerksam zu machen. Aber wie oft müssen wir denn solche Sachen noch erzählen? Bis man sich denkt, also Das ist vielleicht auch keine journalistische Plattform mehr.

10:24 Gavin Karlmeier

Also wir haben ja schon ein bisschen darüber gesprochen, über diese Nummer, dass in allen Artikeln immer nochmal. Bei dem Punkt, ob Twitter Stellung dazu genommen hat, erwähnt wird, dass die Presseabteilung mit einem Kakimoji geantwortet hat. . . So würde ich auch hier antworten Wir können nicht anfangen, das als normal zu betrachten und dann eben nicht mehr davon zu erzählen Das ist nicht richtig und nicht normal, was da passiert.

10:50 Dennis Horn

Zumal du ja mal überlegen musst, wie wir eigentlich beispielsweise auf der politischen Ebene mit Ländern umgehen, in denen die Pressefreiheit ähnlich eingeschränkt wird. Das fängt ja bei Sanktionen an, teilweise auch bei persönlichen Überzeugungen, Menschen, die nicht in Länder reisen, weil sie sagen, das verstößt für mich gegen mein Ethos in ein Land zu reisen, in dem ich nicht schreiben kann, was ich möchte. Wenn diese Leute sich ähnlich mit Twitter. oder Twitter ähnlich verhalten drin, dann hätten wir, glaube ich, einen anderen Diskussionspunkt, als wir jetzt gerade haben.

11:20 Gavin Karlmeier

So ist das. So, und dann haben wir noch Blue Sky, als einen kleinen letzten Ausblick, dass es jetzt auch auf Android gibt. Das finde ich erwähnt. Herzlich willkommen, aber auch nur mit Invitecode, nach wie vor.

11:37 Dennis Horn

Ja, es ist immer noch das Clubhouse Playbook. Also die einige Monate nach dem ersten großen Hype Wird dann die Plattform Android gestartet? Der einzige Unterschied ist, dass die offenbar eine Million menschenlange Warteliste einfach immer noch nicht abgearbeitet wurde. Also da ist dann die Frage, was bringt denn eigentlich der Android-Account, die Android-App? wenn es niemanden gibt, der sie benutzen darf.

11:59 Gavin Karlmeier

Ja, also du sagst Clubhouse Playbook, ich würde sagen ja, aber nicht im selben Tempo. Also Clubhouse hat es wesentlich besser verstanden. Die Geschwindigkeit des Hypes angemessen mitzugehen beim weiteren Öffnen der Plattformen. Naja, also das war's schon für heute mit unserem kleinen Rundumschlag. Ich finde vor dem Wochenende Schon mal entspannt rein starten, noch mit blauem Haken. Das fühlt sich gut an. Und wir werden am Montag vielleicht wie mit einem Kater aufwachen.

12:31 Dennis Horn

Wir machen uns dann nächste Woche bei dran. Ja. Schönes Wochenende, wenn nichts passiert. Bis nächste Woche. Bis nächste Woche.