Dieser Podcast wurde auf der Erde produziert – und trotzdem geht es um Bluesky, um Hassrede, um die ARD und um kleine Lifehacks, um den blauen Haken und die Zwei-Faktor-Authentifizierung per SMS auch ohne Twitter Blue weiterhin benutzen zu können.
Transkript
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00:01 Intro
Haken dran, das Social Media Update der CT.
00:06 Dennis Horn
Grüß dich, Gavin.
00:07 Gavin Karlmeier
Hallo Dennis, hörst du das? Das ist das Geräusch des Frühlings. Er ist da.
00:13 Dennis Horn
Wie klingt denn der Frühling nach welchen Gegenständen?
00:15 Gavin Karlmeier
Ja, das ist das geheimnisvolle Geräusch, wer er redet, was es ist.
00:18 Dennis Horn
Kriegt einen Bluesky-Inweis.
00:20 Gavin Karlmeier
Dessen Rechnung zahlen wir diesen Monat.
00:24 Dennis Horn
Das darf nie jemand rausbekommen.
00:26 Gavin Karlmeier
Nee, das sind Eiswürfel in Apfelschorle. Es ist nicht so aufregend, wie es sein könnte.
00:30 Dennis Horn
Okay.
00:30 Gavin Karlmeier
Aber es klingt nach Frühling, finde ich.
00:32 Dennis Horn
Ich möchte mit der geilsten Geschichte dieses Wochenendes beginnen. Du weißt schon, was kommt. Ja. Also, ihr wollt euer blaues Häkchen zurück. Kein Problem. Ihr schreibt einfach in eure Bio. Forma Blue Check.
00:49 Gavin Karlmeier
Und ja, ich hab das ein bisschen nochmal mehr genauer angeschaut und analysiert. Ich hab das auch, äh, ich habe das getwittert. Und dieser Tweet, dass es geht, der wurde 28. 000 Mal gesehen, was auch immer das heißt, wenn die Zahl denn stimmt. Aber es geht noch weiter. Du musst gar nicht Formal Blutcheck schreiben. Du kannst da auch einfach LOL reinschreiben. Der Haken kommt trotzdem wieder. Aber immer nur so für eine halbe Minute maximal.
01:14 Dennis Horn
Ist egal, was ich reinschreibe.
01:16 Gavin Karlmeier
Grundsätzlich Bio ändere. Du musst nur die Bio-Fahren. Ja. Ach so. Ja, das klingt. Ja. Und dann schreibst du da irgendwas rein und dann lädst du neu und dann ist da der blaue Haken wieder da. Vorausgesetzt, du warst mal Legacy Verified. Also das ist so ein bisschen die Voraussetzung. Und das ist aber nach einer halben Minute weg und auch nur du kannst das sehen. Aber was sagt uns das?
01:38 Dennis Horn
Das sagt uns, dass in der Atlanta eine Synchronisation widerspinnt.
01:42 Gavin Karlmeier
Exakt, so ist es. Nee, das sagt, also klar, das muss ein Synchronisationsfehler sein, weil das erst danach wieder verschwindet. Das dauert ja einen Moment. Es sagt aber vor allem auch, dass die Legacy Verification eigentlich nie gegangen ist. Also wir sind immer noch Legacy Verified, man sieht es nur nicht mehr.
02:00 Dennis Horn
Ja, da haben wir ja letzte Woche darüber gesprochen, dass das einfach nur verborgen wurde, aber nicht wirklich aus dem System rausgenommen.
02:08 Gavin Karlmeier
Und das ist jetzt sozusagen ein weiterer Beweis dafür. Man kann auch ja suchen nach Legacy-Verified-Personen mit dem richtigen Parameter in der erweiterten Suche. Und dann wird dir das auch entsprechend immer noch angezeigt, nur halt ohne die blauen Haken. Das ist schon. Ich habe dazu geschrieben, es ist so scheiße, man muss es zelebrieren. Es ist unglaublich, oder?
02:29 Dennis Horn
Ja, das ist, also ich erinnere mich an diese Geschichte, die Holger Klein bei Mastodon geschrieben hat über uns. Es macht so ein Vergnügen, uns zuzuhören, wie wir jeden Tag. ein bisschen sprachloser werden, ob der Vorgänger bei Twitter. Hier hätten wir wieder so eine Nummer. Das ist ein bisschen das Highlight des Wochenendes, muss man schon sagen. Jetzt kommen wir zu den Lowlights. Und die bestehen aus Zahlen. Die Los Angeles Times schreibt über eine neue Studie zu Hass auf Twitter, der sich seit dem Amtsantritt von Elon Musk tatsächlich verdoppelt habe. Einmal, weil die Accounts, die vorher schon Hate Speech gepostet hätten, jetzt doppelt so viel raushauen. Das heißt, sozusagen für Hate Speech bekannte Accounts, leisten sich noch mehr. Aber auch beim Gesamtvolumen von Hate Speech. Das ist eine Studie von Forschern der USC, UCLA, UC MERST und der Oregon State University. Ich habe alle so ausgesprochen, Als wüsste ich, welche es sind. Und diese Studie hat Tweets von NutzerInnen untersucht, die einen Monat vor vor dem Verkauf von Twitter, also vor einem halben Jahr, also vor sieben Monaten jetzt, und einen Monat nach dem Verkauf von Twitter, also vor fünf Monaten, Hate Speech gepostet hatten. Und hatte auch zusätzlich eine Stichprobe aus dem allgemeinen Nutzerpool gezogen. Und die ForscherInnen haben erstmal ein Hass-Lexikon, nennen sie das, entwickelt. Mit 49 Begriffen, die rassistisch sind, antisemitisch, homophob und transphob, und dann haben sie die Postings vor und nach dem Verkauf. Mithilfe eines KI-Tools untersucht, das nach diesen Begriffen sucht, nach ihrer Häufigkeit und dabei in Anführungszeichen ungiftige oder nicht hasserfüllte Verwendungen. der Begriffe rausgenommen hat. Das war sozusagen die Methodik, mit der die ForscherInnen vorgegangen sind. Das Ziel war wohl. Begriffe zu finden, die eine relativ hohe Präzision aufweisen, schreibt die Los Angeles Times. Was heißt, dass es Dann unwahrscheinlich ist, dass diese Begriffe auf eine nicht hasserfüllte Art und Weise verwendet werden, wenn Menschen sie einsetzen. Und die ForscherInnen weisen natürlich darauf hin, dass sie keinen kausalen Zusammenhang herstellen können zwischen Masks Übernahme und der Hassrede. Weil auch die Änderungen zusätzlich an der Content-Moderation schlecht dokumentiert sind. Wir wissen nicht genau, was da im, wir wissen Verkündigungen, Vertragsbeendigungen, aber Nicht genau, was da im Hintergrund gerade passiert und wie genau die Workflows sind, aber eben Hate Speech verdoppelt.
05:15 Gavin Karlmeier
Ich das Ding ist ja so ein bisschen, dass wenn Twitter eine Kommunikationsabteilung hätte, würden sie ja vermutlich. Dem fast gar nicht widersprechen, wenn sie zumindest im Sinne ihres Chefs argumentieren, der ja auch sagt, Twitter blatten, was gewertet wird, ist nicht mehr die Anzahl von Hate Speech, sondern die . Impressions von Hate Speech, ne? Also wie viel sie eigentlich wahrgenommen wird. Das ist eine Diskussion, die wir hier beide schon immer mal wieder aufgemacht haben, einfach weil wir uns ja fragen, ist das wirklich ein Sinnvoller Wandel weg vom Löschen.
05:51 Dennis Horn
Und wo wir übrigens auch ein Fragezeichen dran machen müssen, weil wir haben ja über einzelne Tweets gesprochen, die wahnsinnig hohe Viewcounts hatten.
05:58 Gavin Karlmeier
Genau, ja, das kommt nochmal dazu, aber wir haben da so oft drüber gesprochen, dass die Frage, ob der Wandel von wir löschen Hassrede hin zu wir blenden, ist einfach aus oder wir schlagen es zumindest nicht mehr vor, ob das eigentlich überhaupt ein fairer Deal ist. Und offensichtlich nicht, denn wir sehen jetzt, wir sprechen über immer wieder über Tweets, die eine unglaubliche Reichweite oder zumindest unglaubliche Aufrufe. Also Views generieren. Wir sprechen jetzt gerade hier über eine Studie, in der bewiesen wird, dass die Zahlen massiv steigen. Dementsprechend muss man sagen, diese neue Strategie, wer hätte das gedacht? Scheint nicht die richtige zu sein im Kampf gegen Hassrede auf dieser Plattform.
06:40 Dennis Horn
Captain Obvious unterschreibt das. Und es gibt noch mehr Zahlen, so übers Wochenende, die Uns ein wenig nachdenklich stimmen. Kennst du die Lumen-Datenbank?
06:53 Gavin Karlmeier
Nee, leider nicht. Ich habe nur falsche Assoziationen, glaube ich. Bei Lumen.
06:58 Dennis Horn
Die war mir tatsächlich unter diesem Namen auch noch kein Begriff. Es gab irgendwie einen Vorgängernamen und da ist sie mir irgendwann mal begegnet, aber. . Nie so sehr wie jetzt. Also die Lumen Datenbank ist ein Gemeinschaftsarchiv, gegründet unter anderem von juristischen Fakultäten in den USA und von der Electronic Frontier Foundation. Das sind so die digitalen BürgerrechtsaktivistInnen in den USA, um, das ist die Eigenaussage, rechtmäßige Online-Aktivitäten vor rechtlichen Bedrohungen zu schützen. So, das heißt, um Zu dokumentieren, zum Beispiel, dass hier Dinge zu Unrecht gelöscht wurden. Aus verschiedenen Gründen, aus Urheberrechtsgründen. aus Gründen, dass gesagt wurde, das ist irgendwie Hate Speech und am Ende war es doch keine. Also all diese Dinge, da wird dokumentiert und Twitter hat An die Lumen-Datenbank immer schon eine ganze Weile alle Fälle gemeldet, in denen es Inhalte gesperrt hat. So, also das erstmal, was die Lumend-Datenbank ist. So, und jetzt gibt es Daten, die zeigen, dass Twitter unter Elon Musk Wesentlich mehr Anordnungen zu Zensur oder Überwachung befolgt hat. Und zwar insbesondere in Ländern wie der Türkei und Indien. Vielleicht mal zu den konkreten Zahlen. Da wurde gemessen zwischen dem 27. Oktober 2022, also nach der Übernahme durch Elon Musk. Und jetzt dem 26. April 2023, genau das halbe Jahr, da hat Twitter insgesamt 971 Anfragen erhalten von Regierungen und Gerichten. Dazu gehörten Anordnungen, bestimmte Tweets zu entfernen, aber auch Forderungen, private Daten von NutzerInnen rauszugeben, um anonyme oder pseudonyme Konten zu identifizieren. Und Twitter hat von diesen 971 Anfragen 808 vollständig beantwortet oder ist den. Vollständig nachgekommen und 154 teilweise. Und für neun Anfragen gab es keine spezifische Antwort. Und der größte Teil dieser Anfragen kommt eben aus Ländern, die vor kurzem restriktive Gesetze eingeführt haben zu freien Meinungsäußerung. Das sind Indien, die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate. Übrigens ist auch Deutschland in der Liste. Von Deutschland aus kamen 255 Anfragen. Wir haben ja mit dem Netzwerk-Durchsetzungsgesetz ein recht restriktives. Und alarmierend schreibt jetzt oder sagt die Lumendatenbank ist, dass die Auskunft von Twitter keine einzige Anfrage enthält. Bei der sich Twitter geweigert hat, einer Aufforderung nachzukommen. Das war vor der Übernahme durch Elon Musk mehrfach anders.
09:59 Gavin Karlmeier
Ja, krass.
10:00 Dennis Horn
Also in dem Jahr vor der Übernahme hat Twitter sich achtmal komplett geweigert. ist aber diesen Anfragen auch oft nicht vollständig nachgekommen. Also im Jahr vor der Übernahme Nur zu 50 Prozent vollständig, jetzt zu 83%. Und unter den früheren Eigentümern, da hatte Twitter sich vor allem auch gegen Anfragen aus autoritären Staaten gewehrt. Also da gab es 2014 mal eine Sperre in der Türkei. Zwei Wochen lang, unter anderem weil sich Twitter geweigert hat, einen Tweet zu entfernen, in dem ein früherer Regierungsbeamter der Korruption beschuldigt wurde. Dann Juli 2022, kurz noch vor der Übernahme, da hat Twitter die indische Regierung verklagt, wegen einer Anordnung die Sichtbarkeit bestimmter Tweets einzuschränken. Wenn es da noch irgendetwas gab wie Gegenwehr, dann ist die jetzt komplett gestorben.
10:59 Gavin Karlmeier
Und also ich erinnere mich daran, dass wir über Indien immer mal wieder gesprochen haben, weil Twitter da immer mal wieder den Zensuranforderungen durch die Regierung einfach nachgekommen war, Accounts gesperrt hat, da haben wir hier drüber gesprochen. Büros geschlossen hat von Twitter in Indien. Da haben wir hier drüber gesprochen. Also es gab tatsächlich gerade, also beim Beispiel Indien fällt es mir halt gerade so besonders auf, weil du das nennst. dass Indien einfach immer wieder auch ein Land war, das für diese Art, wie Elon Musk eigentlich Twitter neu aufstellen wurde. immer wieder als Negativbeispiel hergehalten hat. Und das sei jetzt irgendwie, du hast gerade von 808 Fällen genannt, in denen ohne weitere Überprüfung einfach nachgekommen wurde. Das ist schon eine enorm hohe Anzahl, und das zeigt doch, dass also es gibt nur zwei Erklärungen. Die eine Erklärung ist: Aus irgendeinem Grund muss Elon Musk vor der indischen Regierung spuren, oder es ist ihm egal. Und beides ist fatal, ehrlicherweise. Ich weiß nicht, was davon die fatalere Lösung oder der fatalere Weg wäre. Spannend ist übrigens, wenn man aber mal Twitter, Indien googelt, dass man herausfindet, dass Q eines dieser Konkurrenznetzwerke, über das wir immer mal wieder gesprochen haben, in Indien gegründet wurde. Aber ich will da jetzt keinen Aluhut aufsetzen.
12:15 Dennis Horn
Also mein Gedanke, als ich jetzt diese Zahlen gelesen habe Er hat das ja wenigstens sehr klar und deutlich gesagt, dass er sich überall an die gesetzlichen Vorgaben halten will. So. Und das ist ganz interessant, weil. Wenn er diesen Satz sagt, dann hat er eine ganz unterschiedliche Wirkung, je nachdem für welches Land er gilt oder für welchen Rechtsraum. Also in der Europäischen Union habe ich jetzt so die. Letzten Monate gedacht, ist es ja vielleicht bald auch eine gute Nachricht. So, die Gesetzeslage, die wir hier schaffen, führt dazu, dass er mehr moderieren muss, dafür auch mehr Leute einstellen muss, wenn er sich an diese Gesetzeslage hält. Und dann gibt es eben andere Länder, in denen das ein Problem ist und in den sich Twitter bisher mit einer Haltung Voranbewegt hat. So, und die legt Elon Musk jetzt einfach komplett ab. Was regelt, ist die Gesetzeslage des jeweiligen Landes.
13:08 Gavin Karlmeier
Ja, aber das ist ja, also das ist ja auch jetzt ein Beispiel, wo dieser Satz wieder passt, aber er ist ja, was diese Auslegung angeht, welchen Gesetzen er sich eben unterwirft und welche nicht doch auch stark opportunistisch.
13:22 Dennis Horn
Ja, das stimmt. Also an die Gesetze halten ist darüber hinaus recht willkürlich bei ihm.
13:28 Gavin Karlmeier
Ja, genau. Also das kann man natürlich immer wieder anwenden, wenn das mal der Fall ist. Es gibt aber eben auch genug Beispiele, in denen das eben einfach nicht passiert. Dementsprechend weiß ich nicht, ob da das so als Psychogramm tatsächlich taugt oder ob es nicht also Ich weiß es nicht. Es ist aber auch so ein bisschen, dass Elon Musk mit autoritären Systemen immer mal wieder auch schon zu flirten neigte in der Vergangenheit. Das passt dir natürlich auch ein bisschen ins Bild.
13:55 Dennis Horn
Die Lumen-Datenbank oder die Los Angeles Times, ich weiß nicht von wem diese Formulierung Stammt nennt diesen Sprung hoch bei den Zahlen eine Unregelmäßigkeit. Und dann schreibt die Los Angeles Times: die größte Unregelmäßigkeit habe sich aber Anfang dieses Monats ereignet, also damit ist der April gemeint, vergangener Monat, als Twitter seine Selbstberichte an die Lumendatenbank abrupt eingestellt hat. Mitte April, am 15. April. Und Twitter hat jetzt eben seit gut zwei Wochen keine Meldungen mehr an die Datenbank gemacht, die noch dabei ist, die Ursache zu ermitteln, sich nicht sicher ist, ob sich um ein technisches Problem handelt. Oder um eine bewusste Entscheidung von Twitter. Das erinnert mich beim Rätselraten sehr ans Sperren der API, wo wir auch erst mal darüber gerätselt haben. Und es war eben eine bewusste Entscheidung am Ende.
14:48 Gavin Karlmeier
Und im Fall der API gab es genug Fälle, die oder genug Beispiele an Fällen, um früher oder später einen Twitter zu einer Erklärung zwingen zu müssen. In diesem Fall hier ist es klein genug, als dass es einfach von Twitter auch einfach totgeschwiegen werden könnte. Exakt so. Ja, und das ist halt bitter. Also vermutlich leider kein technisches Versagen.
15:09 Dennis Horn
Worauf wirkt es sich noch aus, dass Twitter weniger Leute an Bord hat, die auf Dinge aufpassen? Super Mario Brothers. Im Moment im Kino. Erfolgreichste Kinostart, ne? Ja, erfolgreichste Verfilmung auch eines Spieleklassikers, die es je gab. Und jetzt war dieser Film für ein paar Tage lang in voller Länge auf Twitter zu sehen. Seit dem 28. April. Und er hatte immerhin 9,3 Millionen ZuschauerInnen.
15:42 Gavin Karlmeier
Boah. 9,3 Millionen, das sind alles Leute, die nicht ins Kino gegangen sind. Oder vielleicht auch doch, vielleicht haben sie ihn nochmal geguckt.
15:50 Dennis Horn
Ja, und Avatar war irgendwie doch auch dabei.
15:54 Gavin Karlmeier
Und haben wir nicht, also da muss ich jetzt wirklich tief im Kopf kramen, weil das hier ist jetzt Episode 113 und so in Episode zwei, haben wir mal darüber gesprochen, dass ein kompletter Kinofilm, welcher war das denn wohl? Ich weiß es leider nicht mehr, komplett auf Twitter abrufbar war und haben das so als Beispiel dafür genannt, dass Contentmoderation nicht mehr funktioniert. Haben wir es schon mal, ja. Und das war halt ganz am Anfang, und dann dachte man sich, vielleicht kriegen sie das jetzt mal in Griff, es ist relativ einfach mit solchen Content-ID-Systemen, solche Dinge, ja. zu finden. Also gerade Kinofilme, gerade die Filmindustrie ist ja sehr schnell auch mit Klagen dabei. Und diese ganzen, also wenn man da mal so ein bisschen in diesen Digital Copyrights Act, ah, wie heißt das denn? Da gibt es eine sehr lange Geschichte zu, diese Selbstverpflichtung der ganzen Plattform wie YouTube beispielsweise die dann eben in Vereinbarung mit dieser Filmindustrie getroffen wurden, um eben zu verhindern, dass man sich die ganze Zeit nur den Arsch wegklagt. Und ich frage mich, hat Twitter aus all dem einfach nichts gelernt? Weil das ist ja nicht mal Contentmoderation, sondern es ist ja wirklich ein komplett automatisierter Prozess. Du musst einfach nur diesen Fingerprint daraus ziehen. Wo ist das scheiß Problem, Tütter? Also ich kann das, es ist wirklich nicht nachvollziehbar, dass gerade so auch vor allem so ein Film, der gerade in den Kinos läuft, über den alle sprechen. Dass denen einfach jemand hundert Minuten lang oder wie lange der auch immer sein mag, einfach auf Twitter hochladen kann und der da ein paar Tage liegt und sich den vier Millionen Menschen angucken und sich niemand denkt, hm, ist das wohl so richtig, dass hier ein kompletter Kinofilm liegt?
17:28 Dennis Horn
Die Anwälte sind mit anderen Dingen beschäftigt, Gavin.
17:31 Gavin Karlmeier
Ja, das ist wirklich unfassbar. Ja
17:36 Dennis Horn
Ja, lassen wir so stehen, ne? Also, ist jetzt eh vorbei, wir gehen doch wieder ins Kino. Ich habe ihn noch nicht gesehen, diesen Film. Alle sagen erst auch ganz gut, also den zu sehen.
17:46 Gavin Karlmeier
Ich weiß nicht, dass ich nicht mehr im Kino war. Ja, der geht mir auch so. Also bestimmt acht Jahre? Naja.
17:55 Dennis Horn
So, und wie lange habe ich kein lineares Fernsehen mehr geguckt?
17:59 Gavin Karlmeier
Ich meine, filme nur auf Twitter.
18:00 Dennis Horn
Ja. Ich gucke jetzt. Also. Lineares Fernsehen, da kommen wir jetzt an. Wir haben letzte Woche darüber gesprochen, dass die ARD ihr Social Media Angebot zusammenstreicht. Von den aktuell 800 aktiven Accounts soll ein Viertel wegfallen. Kleine Ergänzung dazu, das hat die Süddeutsche Zeitung in der Zwischenzeit geschrieben. Auch, dass die ARD ihr Twitter-Konzept überarbeiten möchte. Da gibt es jetzt noch ein bisschen weiteren Stoff dazu, stammt aber auch aus der Pressemitteilung der ARD wohl. Die lag uns letzte Woche so noch nicht vor. Die Süddeutsche schreibt, weil hier vor allem aktuelle Informationen erwartet würden, also bei Twitter, sollen Kanäle, die dieser Ausrichtung nicht entsprechen, bis auf wenige Ausnahmen eingestellt werden. Die ARD will die Plattform genau beobachten. Da unklar ist, wie sich Twitter weiterentwickelt, und das nenne ich doch einen Fortschritt.
18:52 Gavin Karlmeier
Ja, das dem würden wir, glaube ich, auch so uneingeschränkt zustimmen. Wenn wir eins gelernt haben, dann das. Finde ich auch einen Fortschritt. Finde ich auch gut, sich vor allem da jetzt nicht nur auf ein erwartetes Publikum zu konzentrieren, wenn man sagt, wir glauben die und die Leute sind da. Wir schicken unsere Dachmarken da ins Rennen, sondern sich knallhart auf diese Aktualität zu konzentrieren und den einzigen absoluten USP, den Twitter gegenüber den anderen sozialen Netzwerken hat, nämlich dieses absolute Echtzeittum. Hier als einzige Chance zu begreifen, die Twitter eben noch bietet, finde ich genau richtig.
19:25 Dennis Horn
In derselben Zeit macht Elon Musk einen Schritt zu auf Publisher, die Geld verdienen möchten mit ihren Inhalten, und kündigt per Tweet eine neue Funktion an. Medienhäuser können ihren NutzerInnen beim Klick auf einen Artikel eine Gebühr berechnen. Was ist möglich macht, dann kein Monats-Abo bei irgendeinem Online-Angebot abzuschließen? Sondern einfach einen etwas höheren Preis pro Artikel für einzelne Artikel zu zahlen, wenn man nur den lesen möchte. Und Elon Musk schreibt, das dürfte sowohl für die Medienunternehmen als auch für die Öffentlichkeit ein großer Gewinn sein. Ich bin jetzt gespannt auf deine Meinung, weil ich habe harsche Kommentare dazu gelesen. Einer hat geschrieben, das sei die dümmste Idee, die er seit vielleicht einer Woche gewesen. gehabt hätte. Ich meine, das ist ja für Elon Musk schon eine lange Zeit. Und die meisten Leute würden sowieso nur Schlagzeilen lesen und man könnte sich nicht vorstellen, wie viele bereit wären Sein, echte Dollar zu zahlen, um die vollständigen Artikel zu lesen. Und die Publisher würden sich da auch nicht reinkaufen, las ich.
20:30 Gavin Karlmeier
Also, was sagst du? Also ich bin gespannt, wie deine Meinung gleich dazu ist.
20:35 Dennis Horn
Ich bin gespannt auf deine Meinung.
20:36 Gavin Karlmeier
Okay, ich werde dir meine Meinung sagen, Dennis. Ich finde, diese Vermessenheit, die dem zugrunde liegt, dass Elon Musk Glaubt, dass Verleger und Publisher noch nicht auf die Idee gekommen seien, dass das ein mögliches Konzept sein könnte. Das finde ich doch sehr besonders. Also Als Konsument, also als wenn ich wirklich nur versuche, durch meine Konsumentenbrille zu schauen, denke ich mir, ja, na endlich. Weil ich will natürlich genau das, ich möchte beim Spiegel Plus, ich muss das nicht abonnieren im Monat, ich möchte den einen Das eine Interview mit Stuckart Barre lesen und dann ist er auch wieder gut. Das rentiert sich aber nicht. Diese Micropayment-Modelle funktionieren scheinbar oder anscheinend nicht. Und dementsprechend ist es für die Publisher nicht besonders attraktiv, das zu machen. Das ist zumindest die Einhellige Meinung. Dementsprechend, die These, die Elon Musk hier aufstellt, es ist einfach nur noch niemand da drauf gekommen und deswegen machen wir das, die würde ich nicht mitgehen.
21:29 Dennis Horn
Ja, also ich ticke ähnlich wie du. Ich habe erstmal gedacht, so Nutzerperspektive geil. Es ist doch genau das, was wir wollen. Und die Einschätzung, die Publisher würden sich da nicht rein kaufen, die gehe ich gleichzeitig auch mit. Also, das wird keiner machen. Und gleichzeitig, es gibt ja Studien darüber. Also die Landesanstalt für Medien. Die hat ja, glaube ich, ein oder zwei so Paywall-Studien gemacht für Medienanbieter. Der war das Busche und Wellbrock, glaube ich, die das auch gemacht haben. Und die ergeben regelmäßig, dass so etwas wie ein Spotify für den Journalismus eigentlich fehlt. In dem Menschen die Möglichkeit haben, ähm Oder überhaupt übrigens da darüber hinaus auch Payment-Modelle, die einfach weggehen von diesem, ich abonniere einzelne Medien. So. Dann die Frage, ob man zu so einem großen Abo dann hingeht, wie Spotify für den Journalismus. Da hat es ja auch Ideen gegeben, wie Blendel zum Beispiel.
22:27 Gavin Karlmeier
Ja, da muss ich auch dran denken.
22:30 Dennis Horn
Und da sind ja dann einige auch wieder abgesprungen oder ob man jetzt so den einzelnen Artikel nimmt. Und ich bin mir nach wie vor nicht sicher. Ob dieses, es funktionieren nur Abos und dieser Einzelverkauf von Artikeln funktioniert nicht, ob das wirklich daran liegt, dass die Leute das nicht wollen? Oder ob das daran liegt, dass einfach das UX-Design beim Verkauf dieser Artikel einfach so gnadenlos schlecht ist, dass da einfach keiner Bock drauf hat. Gib mir so einen PayPal-Link, ich zahle dir das und ich habe oft genug wirklich aus Nutzerperspektive den Gedanken, ich würde für diesen Artikel jetzt einen Euro zahlen, aber bleibt mir weg mit eurem kompletten Abo.
23:14 Gavin Karlmeier
Ja, das geht.
23:16 Dennis Horn
Ganz kurz noch, ich habe so eine schlechte Erfahrung. Mit der Süddeutschen gemacht. So ein Probe-Abo da abgeschlossen und wie scheiße schlimm war es, aus diesem Vertrag wieder rauszukommen. Ich werde nie wieder bei der Süddeutschen Abo abschließen. Ohne Scheiß.
23:31 Gavin Karlmeier
Ja, und das ist nämlich genau das Problem, dass du dich als Nutzer verarscht fühlen musst, wenn du gezahlt hast, oder wenn du zahlst. Das ist so oft so, also bei der Süddeutschen weiß ich. Kann ich nicht nachempfinden, weiß ich nicht. Aber ich kenne das bei anderen Anbietern, dass du halt dann echt Dir wird es so schwer gemacht, dir werden so viele Stöcker in die Speichen geschmissen, dass du halt sechsmal irgendwie nochmal auf Kündigen klicken musst und noch ein Capture und hier kommt eine E-Mail und so. Während das Abschließen extrem einfach ging von einem Abo. So, und das ist natürlich ein Riesenproblem, aber ein anderes als das, was hier eigentlich gelöst werden soll. So, und ich das, also ich glaube halt, ich sehe das wie du, ich würde auch gerne für einen Artikel mal einen Euro zahlen. Ich sehe aber natürlich auch, dass so ein paar Gavin Karl-Mayers, die mal für einen Artikel in Euro zahlen, dass du damit den Journalismus nicht finanziert kriegst. Das kann ich schon auch verstehen. Ich glaube auch, dass es so eine Art Modell braucht, das funktioniert Aber ich glaube nicht, dass das Einzelverkäufe auf Twitter sein werden. Es gab auch mal ein Modell, das fand ich auch ganz spannend, da weiß ich, da bin ich nicht auf den Namen gekommen, wo du im Monat Summe X gezahlt hast. und du konntest immer am Ende der Artikel entscheiden, ob du einen Teil deines Geldes dafür zahlen möchtest. Wie hieß es? Flatter. Flatter, genau. Das fand ich überragend von der Idee. Auch nicht der Frage.
24:48 Dennis Horn
Also, das hat so über den Status eines engagierten Teils der deutschen Netzgemeinde und deren Blogs hinaus nicht geschafft, ne? Damals. Und Blendle ja leider auch nicht, was ich eine tolle Idee fand, es ist natürlich völlig vermessen, dass Elon Musk jetzt denkt, dieses Twitter, auf das gerade einfach niemand mehr Bock hat, würde dieses Problem irgendwie lösen können in der Tat. Und gleichzeitig, also wir wissen ja auch, wie wenig wie wenig Conversion Twitter überhaupt bringt, ne? Also wie wenige Leute über diese Links dann kommen und Also da könnte ja eher Mark Zuckerberg den Versuch mal starten. Weißt du, was ich meine?
25:30 Gavin Karlmeier
Ja, genau. Oder vielleicht Google, da freut sich die deutsche Verlegerbranche sehr drüber. Ist Blendel zu, sag mal.
25:38 Dennis Horn
Nee, ich glaube, Blendel gibt es noch, aber da sind halt nicht mehr so die, also ein paar der Publisher, die ich dann irgendwie da gerne mal für so einzelne Artikel bezahlt habe, nicht mehr dabei und seitdem habe ich es dann nicht mehr benutzt.
25:50 Gavin Karlmeier
Okay, weil ich habe, glaube ich, noch ein signifikantes Guthaben dort. Das muss ich gleich direkt mal prüfen, ob das schon verloren ist.
25:57 Dennis Horn
So wie auf meiner Kantinenkarte für den Hessischen Rundfunk, wo ich ein paar Jahre schon nicht mehr war.
26:02 Gavin Karlmeier
Oh ja, das habe ich. Oh, verdammt. Kantenkarten, auch so ein, ja.
26:07 Dennis Horn
Zusammengekratzt über die Karte.
26:08 Gavin Karlmeier
Hat der Hessische Rundfunk eine Bankenlizenz, frage ich dich.
26:10 Dennis Horn
Da kann man ja Twitter Blue von bezahlen. Wer verlässt die Plattform noch? Air France. So, also Air France stellt seinen Kundenservice. über Twitter ein, die könnten ja alle dieses viele Geld für den API-Zugriff zahlen, aber es hat niemand Lust drauf. Wir haben schon darüber gesprochen, dass Microsoft ja auch mit dieser Xbox-Verbindung da nicht mehr an Bord ist. Und ein weiteres Unternehmen gibt hier den Kundenservice auf Twitter. War mal für viele Unternehmen so der beste Ort eigentlich für direkten Kundenservice. Und für Kunden auch übrigens und Kundinnen. Ja, weil man irgendwie, wenn man auf anderem Wege nichts erreicht hat, ein öffentlicher Tweet da und sei es, du hast nur zehn Follower und direkt sind sie angekrochen gekommen. Können wir ihnen noch was Gutes tun?
26:58 Gavin Karlmeier
Ja, und das lag so ein bisschen aber auch daran, dass diese Social Media Support-Teams ganz oft eben direkt im Unternehmen gesessen haben und nicht outgesourced waren in irgendeinem Callcenter.
27:08 Dennis Horn
gesehen haben, welcher Wert darin steckt, dann ist irgendwann im Unternehmen auch durchgedrückt bekommen haben.
27:13 Gavin Karlmeier
Genau. Gerade diese großen, also Vodafone, die Deutsche Telekom. Der Kundensupport über Twitter, der war da einfach wirklich sehr, sehr gut mit hier, wir geben dir hier mal, schicken dir eine SIM-Karte mit 100 GB zu, damit du wenigstens Internet hast. Also solche sehr einfachen und unbürokratischen Lösungen, die hättest du an der Hotline niemals bekommen. Und das ist natürlich ein fatales Zeichen, wenn jetzt so ein Big Player wie Air France, die halt. Also gerade Fluggesellschaften legen, glaube ich, sehr, sehr großen Wert auf funktionierenden Kundensupport. Und wenn das bei Twitter nicht mehr zu gewährleisten ist, ist es schon krass. Steile These, aber gut. Also ich glaube, oder sagen wir, gerade Konsumierende von Produkten von Fluggesellschaften sind angewiesen auf Kundensupport.
27:59 Dennis Horn
Und ich glaube, die Deutschen kommen dem nicht immer so gut nach. Ja, das glaube ich auch. Dann hast du mir eine Frage heute hier in unseren Chat gepostet. Was wurde eigentlich aus der Ankündigung, dass die For You-Timeline Nur noch Tweets von Blue-Abonnenten und Leuten, denen ich Folge zeigen soll.
28:15 Gavin Karlmeier
Das war ja anfangs, also anfangs kam ja die Ankündigung, nur noch Twitter Blue-Abonnierende. Dann habe ich gesagt, das wäre mein Ende von Twitter. Dann hat Elon Musk gesagt, nee, nee, ich meine natürlich auch den, den man folgt. Dann war ich ein bisschen versöhnt. Und dann dachte ich, okay, los geht's. So, jetzt haben wir, ich glaube, die Ankündigung war für so den 22. April oder so. Muss ich jetzt geraten, bitte nagelt mich nicht konkret aufs Datumfest, aber auf jeden Fall ein Datum im April. Jetzt haben wir den ersten 2. Mai, wenn ihr das hier hört. Und meine For You Timeline besteht nur noch aus Leuten, denen ich zwar nicht folge, die aber auch nicht Tutablue abonniert haben. Also meine For You Timeline ist ein heilloses Durcheinander von Leuten, habe ich ja auch schon mal gesagt, vor allem von Menschen, auf dessen Profil, ich mal versehentlich war, oder von denen ich mal irgendein Tweet geliked habe, aber die irgendwie nichts mit nichts dieser beiden Kriterien erfüllen. Keines. Mal so als Beobachtung. Vielleicht seht ihr das, vielleicht ist es bei euch anders. Aber ich habe das Gefühl, da ist irgendwie noch nicht, die Daumschrauben sind da noch nicht dran gesetzt worden, die da eigentlich Draufgesetzt werden sollen.
29:18 Dennis Horn
Und die zweite Beobachtung ist, die Zwei-Faktor-Authentifizierung per SMS geht immer noch?
29:23 Gavin Karlmeier
Ja, ich habe, also zumindest in diversen Microservices. Ich mache das so in unregelmäßigen Abständen. Dass ich mir mein Twitter Archiv herunterlade, das sollten alle, die das hier hören, auch regelmäßig tun. Man weiß nie, was passiert.
29:36 Dennis Horn
Da kommt es mir ja schon so vor wie ich, wenn ich zu Backups rate den Leuten. Regelmäßig.
29:42 Gavin Karlmeier
Ja, weil es ist ja so. Also gerade bei Twitter, das ist ja so ein bisschen so, wie würdest du würdest ja auch Leuten zu einem Backup raten, wenn ihr Telefon gerade in Flammen steht. Würdest du auch sagen? Speichere die Fotos sicherheitshalber nochmal, wer weiß, wie lange die noch da sind. Und um dieses Archiv runterzuladen, musst du dich ja nochmal authentifizieren mit deinem Passwort und im Fall der Zwei-Faktor-Authentifizierung eben auch nochmal mit dem zweiten Faktor. Und das konnte ich gerade ganz entspannt per SMS tun. Ohne Twitter Blue. Auch da würde ich mich freuen, wenn Leute uns mal berichten, ob das bei Ihnen auch geht. Ihr müsst ja nicht euer Archiv herunterladen. Doch. Aber vielleicht zumindest mal kurz testen, ob da auch noch bei euch die SMS geht. Also das klingt für mich nicht so nach Absicht, sondern nach so Übersehen.
30:23 Dennis Horn
Okay. Dann, ganz andere Geschichte. Können wir das irgendwie hier mal live verifizieren? Also jetzt stand unter einzelnen Tweets in der Detailansicht. Nicht mehr von welchem Gerät aus sie getwittert wurden, sondern von welchem Planeten aus. In der Regel dann natürlich Earth. Ist das wirklich passiert oder war das. Nee, ist tatsächlich so.
30:48 Gavin Karlmeier
Also wurde mir auch jetzt ich sehe das nicht In meiner App. Aber wir wurden jetzt von verschiedenen Menschen verschiedene Screenshots zugespielt, unter denen genau das drunter gestanden hat. Und war auch mal ein anderer Planet dabei? Nein, nur. Nur Earth. Ich habe eine These. Ja, bitte. Du auch? Ja, habe ich. Okay, meine These ist, dass das jetzt einfach, also wir wissen ja, dass das Gerät inzwischen weg ist, von dem getwittert wurde. Also von. iPhone und dass der Standort da ja mal gestanden hat, also von welchem, aus welcher Stadt du twitterst. Und ich könnte mir vorstellen, dass einfach diese Standortansicht jetzt nicht mehr so eingestellt ist, dass sie nur noch angezeigt wird, wenn ein Standort im Tweet hinterlegt ist. Sondern sie immer angezeigt wird, vielleicht um die Leute ein bisschen dazu zu kriegen, öfter mal Standortinformationen in einen Tweet reinzulegen, damit wir uns an die Ansicht gewöhnen und zeigt jetzt, wenn kein Standort drin liegt, einfach mal Erde. Also Erde ist die Fall-Back-Lösung. Ja. In Hoffnung, dass es stimmt.
31:47 Dennis Horn
Ich habe in Erinnerung, dass neben dieser Standortangabe noch irgendwie so ein kleines Standort-Symbol war. Und das zeigt sich dort jetzt nicht. Deswegen sage ich, das ist eine andere These, oder deswegen habe ich eine andere These. Ich sage, das ist eine Mischung aus Elon Musk hatte hier wieder mal eine Laune und er bringt das irgendwie mit SpaceX zusammen, also eine kleine aus der Hüfte geschossene Werbeaktion. Das ist meine These.
32:16 Gavin Karlmeier
Ja, du meinst früher, da kommt jetzt bald ein Tweet, wo einfach nur Hemisphäre steht.
32:20 Dennis Horn
Ach ja, genau.
32:22 Gavin Karlmeier
Ja, das könnte sein.
32:23 Dennis Horn
Ja, keine Ahnung, aber das ist.
32:25 Gavin Karlmeier
Ja, halte ich auch für möglich nicht ausgeschlossen. Was so ein bisschen dagegen spricht, ist, dass Elon Musk darüber noch nicht getwittert hat.
32:32 Dennis Horn
Du meinst, er kann Geheimnisse nicht lange für sich behalten.
32:35 Gavin Karlmeier
Ja, exakt.
32:36 Dennis Horn
Twitter hatte übrigens einen neuen Personalchef. Walter Gilbert war bei Reddit und SpaceX vorher auch. Ganz interessante Aussage. Er hat den MitarbeiterInnen von Twitter gesagt: jetzt zum Start: Er hofft im People-Team von Twitter eine konsequentere Präsenz zu haben. Also konsequenter als seine Vorgänger oder als in anderen Jobs? Das weiß ich nicht. Und ich kann es nicht so gut interpretieren. Also es klang für mich jetzt so im ersten Moment so Hoffentlich bin ich mal jemand, der eine Weile hier bleibt. Stimmt, ja, vielleicht auch konsequenter als alle anderen in diesem Unternehmen. Genau. Also werden wir weiter beobachten. Spannend. Und jetzt kommen wir zum großen Abschluss. Wir haben gleich noch eine kleine Trauermeldung zum Schluss. Aber. Zum großen Abschluss zu Blue Sky und Jack Dorsey. Starten wir mal mit Ed Jack. Der bei Blue Sky jetzt gefragt wurde. Oder gebeten wurde, bitte einmal aufrichtig zu antworten. Und dann gefragt wurde: Glaubst du, dass sich Elon Musk als der Bestmögliche erwiesen hat für die Plattform? Weil er das mal gesagt hat vorher, ne? Und ich glaube, er hat aufrichtig geantwortet. Folgendes ist die Antwort von Elon Musk: Nein. Von Jack Dorsey. Oh. Von Jack Dorsey. Nein, schreibt er. Ich glaube auch nicht, dass er richtig gehandelt hat, als er merkte, dass sein Timing schlecht war. Ich schätze, damit meint er. dass er nochmal versucht hat, aus diesem Verkauf, aus diesem Kauf, aus diesem Deal rauszukommen. Ich denke auch nicht, dass der Vorstand den Verkauf hätte erzwingen müssen. Es ging alles schief, aber es ist passiert und alles, was wir jetzt tun können, ist etwas aufzubauen, das verhindert, dass so etwas jemals wieder passiert.
34:35 Gavin Karlmeier
Es ist schon doll, ne? Ich habe irgendwo auch. Habe ich das geträumt? Hatte sich woanders auch nochmal geäußert Irgendwo habe ich auch gelesen, dass für ihn es eine sinnvollere Lösung gewesen wäre. Elon Musk hätte einfach eine Milliarde gezahlt und dann wäre er rausgegangen aus dem Mittel.
34:48 Dennis Horn
Ja, dieses Zitat habe ich auch. gelesen.
34:51 Gavin Karlmeier
Ich weiß nicht, wo es gefallen sein soll.
34:53 Dennis Horn
Das ist mir tatsächlich nicht aufgefallen. Ich habe jetzt aber auch bei Blue Sky nicht noch in seinen anderen Antworten irgendwie gesucht und recherchiert. Aber da hat jemand schon so einen halben Faktencheck angelegt, der gesagt hat, Elon Musk hätte gar nicht nach gut dünken sagen können, nee, mache ich doch nicht und dann eine Milliarde zahlen müssen. Sondern das war sozusagen der Exit-Plan, wenn irgendwas schiefgegangen wäre. Also regulatorische Vorgaben, solche Dinge. Also, wenn dann jemand gesagt hätte: Nee, der Kauf geht nicht in Ordnung. Dann wäre er für eine Milliarde rausgekommen. So habe ich das verstanden.
35:29 Gavin Karlmeier
Für den Fall, dass beispielsweise die Anzahl der Bots eine andere wäre.
35:33 Dennis Horn
Genau, zum Beispiel. So und am Ende waren aber keine Argumente mehr auf seiner Seite und er musste kaufen und wäre mit dieser Milliarde nicht aus dem Deal wieder rausgekommen. So, deswegen Ja, also da scheint Jack Dawse ja nicht so treffsicher gewesen zu sein. Zumindest nach dieser Argumentation.
35:54 Gavin Karlmeier
Ja, das ist ich. Wie bewerten wir das?
36:00 Dennis Horn
Also erstmal ist das ja etwas völlig anderes als das, was er vorher immer gesagt hat. Er hat gesagt, Elon Musk ist die eine richtige Lösung für den Kauf dieser Plattformen. Er hat danach gesagt, das war unser Fehler, überhaupt erst so viele Leute anzustellen. Und das ist nicht der Fehler von Elon Musk. Also er hat viele Dinge gesagt, mit denen er nicht so recht Elon Musk Vorwürfe gemacht hat. Also da war er so sehr amerikanisch. Weißt du, wie so, wenn die Presseinterviews für Kinofilme geführt werden und die ganzen SchauspielerInnen Sich in höchsten Tönen loben, wie sehr sie sich doch lieben, gegenseitig. Ja, ich gehe ja nicht ins Kino, aber.
36:43 Gavin Karlmeier
Nee, ich weiß genau, was du meinst. Ja, ja, voll. Oder wie Präsidenten nicht über die Arbeit ihrer Vorgänger, ihrer Nachfolger sprechen.
36:51 Dennis Horn
Und jetzt sagt er irgendwie was völlig anderes, also dieses glasklare Nein. Finde ich schon krass. Und ich habe ja hier mal gesagt, ich möchte so eine Aussage von ihm haben.
37:00 Gavin Karlmeier
Stimmt.
37:01 Dennis Horn
Ich erinnere mich. Weil das irgendwie Wunden heilt, glaube ich. Ja, und Habe ich drüber nachgedacht? Nee, irgendwie nicht. Aber ich habe heute irgendwie so gefühlt so eine halbe Stunde Waldspaziergang gemacht, um über diese Aussage von Jack Dorsey nachzudenken. Aber nee, irgendwie nicht. Und ich glaube, es liegt daran, dass ich mich emotional mittlerweile zu sehr von Twitter abgekoppelt habe, als dass mir das noch irgendwie wichtig ist.
37:30 Gavin Karlmeier
So. Ja, ich finde die Aussage natürlich, also sie übersieht so ein bisschen Die einzelnen Interessen in diesem Ganzen vorgehen. Also er sagt natürlich, das war nicht klug, ja, das stimmt, aber man muss fairerweise dazu sagen, dass Elon Musk ein völlig großspuriges, idiotisches Angebot gemacht hat, auf Grundlage eines Betrages, den er sich mit einem, anhand eines, was er witzig findet, Witzes aus dem Finger gezogen hat und dann daraufhin einen Vertrag unterschrieben hat. Das sind alles Prozesse, die passiert sind bis zu diesem Moment, wo er dann wieder raus wollte. Und das einfach mit, das war nicht so klug abzutun, ist mir immer noch ein wenig. So, sondern da hat einfach einer ein bisschen zu doll gepokert und ist halt komplett auf die Schnauze geflogen und vermutlich auch komplett zurecht. Trotzdem ist es toll, dass wir jetzt hier mal eine Aussage haben. Die fühlt sich aber dadurch, dass er am Ende so diese Kurve zu Blue Sky geht, fühlt sie sich ein bisschen auch nach Marketing-Move an.
38:28 Dennis Horn
Das stimmt. Ja, ich habe gerade, als ich das vorgelesen habe, genau denselben Gedanken gehabt. Dann kommen wir doch mal zu Blue Sky und fallen rein auf dieses Marketing. Ja, nicht nur wir. Und ist es reinfallen oder nicht? Auch darüber müssen wir sprechen. Auch gut. Also, wir nehmen bei Blue Sky so etwas wahr wie ein Momentum.
38:47 Gavin Karlmeier
Ja, so hätte ich es auch genannt. Toll.
38:49 Dennis Horn
Ja, also ich glaube, so neutral können wir es erstmal sagen. The Word hat am Wochenende geschrieben Blue Sky beginne sich wie Twitter anzufühlen. Da sei letzte Woche some real energy gewesen. Und die begründen das damit, dass plötzlich die Tech-Medien dort aufpoppen und auch andere Leute, denen man auf Twitter so folgt. Und ich muss sagen: meine Wahrnehmung ist das gerade im Moment auch für den deutschen Markt.
39:13 Gavin Karlmeier
Ja, habe ich auch. Ich habe auch das Gefühl, dass gerade so alles so ein bisschen sich zu Blue Sky hinbewegt, dass bei Blues Sky Dinge passieren. Mir ist das ganz viel untergekommen, dass so Shitposter. die mir, gerade, den ich allen nicht folge, die mir aber extrem viel in meiner Twitter-Timeline angezeigt werden, viel darüber sprechen, dass sie bei Bluesguy sind. . . Irgendjemand hat mir das glaube ich auch geschrieben, zwei der fünf ersten Postings in seiner VU-Timeline handeln die ganze Zeit von Blue Sky, was ein ziemlich deutlicher, signifikanter, was ein signifikanter Anteil ist, finde ich Und mir gefällt ja die Schlagzeile von Mashable, die geschrieben haben, is Blue Sky the One? Also ist Blue Sky jetzt, ist es die eine Alternative? Und das ist, finde ich, eine gute Formulierung, weil eigentlich ja auch wir alle immer nur darauf gewartet haben, wo gehen wir denn jetzt hin? Und das stimmt, Blue Sky fühlt sich am ehesten an wie Twitter. Auch jetzt gerade mit dem, was man da an Content geboten bekommt.
40:10 Dennis Horn
Also, mir haben auch so Leute, also sagen wir mal so, die deutschsprachige Enklave bei Bluesky, die mal allein aus HörerInnen dieses Podcasts hier bestand, aus Hakis. Ist mittlerweile hat sich vergrößert und geht auch darüber hinaus. So. Und also wir haben so so Ich sage das leise. Markus Beckedal hat bei mir auch nachgefragt nach einem Invite-Coach.
40:36 Gavin Karlmeier
Siehst du? Aber wir sprechen immer noch über kleine Zahlen, muss man dazu sagen. Ja, ja, ja, natürlich. Uns beiden folgen so um die 150 Menschen bei Blue Sky. Und das ist wahrscheinlich schon ein Großteil der deutschsprachigen Enklave dort.
40:51 Dennis Horn
Ja, also in den USA sind am Donnerstag innerhalb eines Tages ein paar sehr große Namen an den Start gegangen bei Blue Sky. Drill ist beigetreten. Ja, genau. Übrigens ein Twitterer, der mir das erste Mal begegnet ist, als wir letzte oder vorletzte Woche über ihn gesprochen haben. Ich bin nie vorher untergekommen.
41:12 Gavin Karlmeier
Und jetzt ist er da.
41:14 Dennis Horn
Jetzt ist er da. Und der ja eine Größe ist, ganz offenbar. Das habe ich ja eingesehen. Und Alexandra Ocasio-Cortez, AOC, ist jetzt auch bei Blue Sky.
41:24 Gavin Karlmeier
Die wahrscheinlich auch am längsten schon darauf jetzt gewartet hat, wie man schnell von Elon Musk wegkommt, ehrlicherweise.
41:30 Dennis Horn
Und da sind 20 Minuten lang auch mal die Server in die Knie gegangen, wegen Des, das sagt Blue Sky, größten Anstiegs an neuen Nutzern an einem Tag, den wir je erlebt haben. Und BlueSky war unter den Top 5 im App Store von Apple.
41:44 Gavin Karlmeier
Das wolltest du nämlich auch gerade sagen, weil die Liste ist geil. Wenn du einfach mal von oben nach unten durchgehst, hast du WhatsApp, Facebook, Telegram, den Facebook Messenger und dann Blue Sky. Das ist schon wild, ne?
41:57 Dennis Horn
Und ich meine, diese Liste kann auch mal recht fluide sein.
42:00 Gavin Karlmeier
Aber eher so hinter den Top 10, oder?
42:03 Dennis Horn
Also ich glaube, das ist, also das ist schon eine krasse Platzierung. Finde ich auch, ja. So, und bei Ebay gehen Blue Sky Codes für bis zu 400 US-Dollar über den Tisch. Was haben wir denn hier falsch gemacht?
42:14 Gavin Karlmeier
Wir sind so dämlich. Und wir denken an unsere Community und nicht ans Konto. Das ist nämlich immer das Problem. Also, wenn wir neue Codes haben, erfahrt ihr das hier als erstes natürlich. Genau so. Wir sind da dran. So.
42:28 Dennis Horn
Und Damit haken wir Blue Sky. Machen wir einen Haken dran an Blue Sky, so muss ich es formulieren. Es ist eine weitere, ach nee, doch, ich wollte noch was dazu sagen. Es ist eine weitere Beobachtung wert, aber jetzt Mastodon im Vergleich dazu. Das scheint mir doch eine recht deutsche Debatte zu sein.
42:49 Gavin Karlmeier
Ist das so? Also wir haben halt in Deutschland durch so einen Namen wie Jan Böhmermann einen extremen Sog auf Mastodon erlebt. Mastodon hat eine deutsche Historie grundsätzlich, was es glaube ich auch nochmal verstärkt. Und dementsprechend kann ich mir das sehr gut vorstellen, dass das so ist, ja.
43:09 Dennis Horn
Weil diese Frage ist Blue Sky the One, da habe ich gedacht, Moment mal, wir sprechen doch hier seit Monaten über etwas komplett anderes. Und das lässt jetzt Mastodon so außer Acht. Und da habe ich mich schon gefragt, wie sehr das jetzt hier ein deutsches Phänomen wird. Mit Mastodon. Ist ja auch okay, ne? Also das kann ja durchaus passieren. Aber den Reiz, den Twitter immer ausgemacht hat und weshalb ja alle gerade so auch auf einer Suche sind, nach Nach der Frage, was ist denn die eine Alternative, das war natürlich diese weltweite Debatte auch immer gleichzeitig. Also ich könnte mir nicht vorstellen, das jetzt irgendwie dauernd auf mehrere Plattformen zu verteilen. Die Motivation, mit der ich Twitter genutzt habe, die letzten Jahre.
43:58 Gavin Karlmeier
Genau. Und Subsect Notes ist es nicht, wissen wir mittlerweile.
44:05 Dennis Horn
So, dann sind wir für heute durch, nicht ohne noch Abschied zu nehmen von Twitter is Going Great, nicht wahr?
44:12 Gavin Karlmeier
Ja, so ist es. Das sind quasi Kollegen im Geiste. Waren, muss man dazu sagen. Das war eine Seite, die ist auch so knapp vor uns. gestartet und hat die ganze Zeit so eine Art Aggregator gespielt für Meldungen um die Elon Musk-Übernahme bei Twitter. haben die ganze Zeit Geschichten gesammelt und Twitter is going great und dazu so ein brennender Topf, in dem einfach nur dieser Vogel gesessen hat. Und die haben sich jetzt entschieden. weil das Desaster einfach eh weitergeht, wie sie schreiben. Erstmal den Laden zuzumachen, bedanken sich und schreiben good tweet and good luck. Und das gehen wir gerne zurück, auch wenn sie das ja niemals hören. Es ist doch trotzdem wichtig, dass es auch Leute gibt, die den gleichen Kampf aufgenommen haben wie wir.
44:59 Dennis Horn
Wir setzen unsere Trauerarbeit aber hier fort, nicht weiter.
45:03 Gavin Karlmeier
Wir geben nicht auf. So leicht wird man uns nicht los. Bis morgen. Bis morgen.