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Folge 301 · 5. Juli 2024 · 52 Min.

Nur ein Idiot, kein Troll

mit Fynn Kröger

Das Herz verschwindet aus der Sichtbarkeit!

X schenkt Threads zum ersten Geburtstag ein Redesign, dass die letzten Nutzer*innen von der Plattform vertreiben könnte. Happy happy!

➡️ Adam Mosseri bei Bloomberg im Interview ($): https://www.bloomberg.com/news/articles/2024-07-03/meta-s-threads-considers-ads-as-rivalry-with-x-approaches-first-anniversary?srnd=undefined

➡️ Forbes über Elon Musks Umgang mit Kinderarbeit: https://www.forbes.com/sites/alanohnsman/2024/07/02/elon-musks-laughable-new-solution-to-teslas-child-labor-worries/

➡️ Ultralativ mit der Chronik über Elon Musk und Twitter: https://www.youtube.com/watch?v=FTFm7qgdcM8

Transkript

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00:01 Intro

Haken dran, das Social Media Update der CT.

00:06 Gavin Karlmeier

Hallo Finn. Hallo Gavin. Ich stell dich ganz kurz vor, du bist Finn Kröger, du bist der Typ, der ultralativ macht und ich würde behaupten, so in den Top 3 der am häufigsten genannten Wunsch. . GesprächspartnerInnen für diesen Podcast hier. Also du bist sehr, sehr, sehr oft genannt worden in der Vergangenheit. Und du bist, und das musste eigentlich gar nicht passieren. Also die Community hat sehr oft gesagt, lad ihn doch mal ein. Musste aber gar nicht passieren, weil du mir natürlich längst aufgefallen warst, weil du mit Ultralativ diesem, wie würdest du nennen, was ihr da macht? Was du da machst?

00:40 Fynn Kröger

Also es ist so journalistisch, essayistisch über Netzkultur, würde ich sagen.

00:46 Gavin Karlmeier

So, und also ich kann das erstmal grundsätzlich per se alles sehr empfehlen, aber. Ihr habt diese ganze Causa Mask kauft Twitter und du hast da wahnsinnig viel Recherchearbeit reingesteckt, oder? Also du hast ein Video gemacht, das geht, vom Bauchgefühl würde ich sagen, über eine halbe Stunde.

01:03 Fynn Kröger

Ja, ich habe zwei gemacht, die jeweils knapp 25 Minuten gehen, glaube ich. Also bei so 50 Minuten sind wir. Und es ist jetzt natürlich schon wieder alles total veraltet, was da mal gesagt wurde. Aber ich habe versucht sozusagen Tag für Tag, das, was ihr natürlich anfangs mit diesem Podcast auch gemacht habt, nachzuvollziehen, was da alles passiert ist, weil die Fülle an Dämlichkeiten, die da passiert ist, sich ja eigentlich erst dann wirklich klar macht, wenn man das alles mal so halbwegs im zeitlichen Verlauf sich vorstellt, wenn man halt nicht dabei gewesen ist. Und ich fand das einfach Archivierenswert, was da passiert ist, weil es wirklich, es hat mir es hat mir total das Gehirn gesprengt. Wie viel Rechercheaufwand war dieses Video? Waren diese beiden Videos? Ich habe zum Glück sehr früh angefangen mitzuschreiben. Das heißt, ich kann jetzt nicht sozusagen sagen, ich habe jetzt irgendwie drei Tage lang irgendwie Vollzeit durchgearbeitet, sondern das hat sich dann über Wochen angesammelt. Aber ich habe natürlich, für das erste Video gab es noch einigermaßen. brauchbare Timeline der Financial Times, glaube ich. Da habe ich mich dann auch sehr dran lang gehangelt. Für das zweite Video gab es dann das gar nicht mehr und dann bin ich da wirklich durch Podcasts und irgendwelche Newshows und sowas durchgetingelt, in der Hoffnung, dass ich dann irgendwie alles mitkriege, was da passiert. Krass.

02:16 Gavin Karlmeier

Ja, also ich kann das sehr empfehlen. Kommt ein drittes Video? Die Frage muss an der Stelle noch kurz untergebracht werden.

02:22 Fynn Kröger

Ja, ich habe so ein paar Bedingungen festgelegt, die passieren müssen, um ein drittes Video zu rechtfertigen. Und ich habe auch schon, also ich wollte immer irgendeinen Wortwitz mit X machen in den Titeln von den Videos und ich habe mindestens zwei weitere, die mittlerweile angebracht sind. Das heißt, ähm Es ist durchaus nicht ausgeschlossen, dass da nochmal was kommt.

02:46 Gavin Karlmeier

Sehr gut, wir warten gebannt und gespannt. Ich möchte einsteigen, bevor wir so richtig hart in die Themen gehen, mit einem kurzen Housekeeping. Und zwar haben wir hier in der vorletzten Episode, glaube ich, über Visegrad 24 gesprochen, einen X-Account, der über Mit O sind Methoden über Kriegsereignisse berichtet. Und tatsächlich hat Stefan Brenner, um nochmal, um das ganz klarzustellen, geschrieben, dabei handelt es sich nicht nur oder nicht wirklich um ein investigativ-journalistisches Sondern ehrlicherweise geben sie vor allem vor, im OSEN-Bereich aktiv zu sein, sind aber vor allem eine Falschinformationsschleuder. Das reichen wir hier gerne natürlich nach, um nicht keine, nicht selber zu Falschinformationsschleuder zu werden. Wir steigen ein thematisch mit, ähm, wir haben gerade im Vorgespräch schon kurz drüber gesprochen, aber ich behaupte einfach mal dein neues Lieblingsnetzwerk Threads wird ein Jahr alt. Hast du Emotionen zu tun?

03:42 Fynn Kröger

Das ist so, also darüber haben wir im Vorgespräch nicht gesprochen. Es ist, das passt wirklich perfekt, weil ich vorgestern meine Threads App gelöscht habe. Also ich, ähm Ich habe mich da sehr lange drin aufgehalten, ich habe da auch sehr viel Zeit mit verbracht, allerdings komplett passiv und mich da irgendwie durchgelesen und hatte da so auch meine Probleme mit. Aber mein Geduldsfaden ist letztendlich gerissen nach dem nach der letzten Entscheidung des Supreme Courts und wo meine gesamte Timeline mehr oder weniger Total ja auch gerechtfertigt, theatralisch das Ende der Demokratie in den USA ausgerufen hat. Und ich war davon so runtergezogen, dass ich gesagt habe, was? Also, das macht mir jetzt einfach nur noch schlechte Laune und ich habe es gelassen. Also ich habe es im Im Browser am Computer habe ich es noch gebookmarkt, aber ich habe jetzt nicht mehr so diesen, ich habe es nicht mehr direkt in der Hosentasche.

04:30 Gavin Karlmeier

Okay, ja.

04:31 Fynn Kröger

Hast du die X-App noch auf dem Telefon? Nee, die habe ich, ich hatte sie sogar nie auf dem Telefon, weil ich das noch gelöscht habe, als es noch Twitter war. Und ich habe mittlerweile auch ein neues Handy, was sozusagen nie in Berührung mit diesem Code kam.

04:47 Gavin Karlmeier

So ein Clean Phone. Begibt es sozialen Netzwerke, die du vom Handy noch benutzt oder bist du Generalverweigerer? Also ist es auch so, dass du die Facebook-App auch nicht drauf hast zum Beispiel.

04:57 Fynn Kröger

Nee, die Facebook-App sowieso nicht. Also da bin ich auch raus. Ich habe nicht so das Interesse an irgendwie so KI-generierten Schrimp Jesus, die da irgendwie so gerade offensichtlich die Runde machen. Aber Ich habe Instagram noch oder wieder, das hatte ich sehr lange gelöscht. Und ich glaube sogar, unser Kontakt auf Instagram ist der mit Abstand. Längste Kontakt, den ich auf Instagram habe. Also, wir haben wirklich nicht viel miteinander geschrieben. Aber ich glaube, unser Chatverlauf ist der auf meinem Account längste. Also, was so mein Nutzungsverhalten angeht. Und sonst Muss ich gestehen, ist das so eine Sache, die ich immer nochmal, also wo ich so wirklich drei Leute habe, deren Storys ich gucke. In den Feed gucke ich gar nicht mehr, weil ich finde, der ist doch irgendwie. Ich stehe überhaupt nicht, wie der organisiert ist. Und posten tue ich aktuell auch nichts, wobei ich vor ein paar Wochen mein Profil auf Privat gestellt habe und wirklich Tausende an Followern händisch entfernen musste, die ich nicht persönlich kannte. und hab zumindest vor so im privaten Kreis, wo du da nicht dauernd darauf achten musst, wo irgendwelche Kennzeichen zu sehen sind und was auch immer, was zu posten. Ist aber bisher nicht passiert. Mal gucken, ob es jemals dazu kommt.

06:15 Gavin Karlmeier

Aber warum nicht, warum nicht so einen Rinstar-Account? Also nicht einfach einen zweiten Account gegründet? Warum die Mühe? Weil wenn ich mir vorstelle, was für eine Arbeit das ist, 1000 FollowerInnen zu löschen, ich würde durchdrehen. Also ich zum Beispiel habe das Problem, dass ich selber viel zu vielen Leuten bei Instagram folge, viel zu vielen, aber viel zu faul bin, mich mal hinzusetzen und aus diesen 3000 Leuten vielleicht 1000 zu machen. Und auch zugutmütig, ehrlicherweise.

06:39 Fynn Kröger

Ja, ich habe dann so einen Anflug von Motivation und das hält dann tatsächlich relativ lange an, aber ich darf dann auch nicht aufhören. Also ich habe das wirklich am Stück gemacht. Und hätte ich auch nur irgendwie für ein paar Minuten pausiert und gesagt, ich mache mir jetzt kurz was zu essen, dann hätte ich danach die Motivation noch nicht mehr aufgebracht, das weiterzumachen. Dementsprechend. Habe ich dann durchgezogen. Aber wie gesagt, die Früchte meiner Arbeit habe ich noch nicht geerntet. Also, ich habe noch nichts draus gemacht.

07:05 Gavin Karlmeier

Aber vielleicht kommt das noch. Ich sehe da eine Karriere so als Micro-Influencer im ganz privaten Bereich, dass du so irgendwie zu Kochpartys einlennst.

07:13 Fynn Kröger

Zeige ich den Leuten, was ich für Genau, was ich für Shakes mache und was auch immer und wie ich mein Frühstück Color code und dann wird es ganz groß, ja.

07:23 Gavin Karlmeier

Die Smoothie Bowl von Finn. Leute, wer ihm nicht folgt, war nicht dabei. Auf jeden Fall Thread Switch 1 und zum Geburtstag gibt es ein paar Geschenke für die NutzerInnen, zum Beispiel die Möglichkeit, endlich das Icon der App zu verändern. oder auf dem eigenen Profil ein kleines Tortensymbol zu haben. Also es ist toll, was da alles möglich ist. Spannend ist aber, dass zu dem ersten Geburtstag von Thread So eine kleine Promo-Offensive von Mark Zuckerberg und Adam Musseri losgegangen ist. Zum einen hat Mark Zuckerberg berichtet, dass es jetzt 175 Millionen monatlich aktive NutzerInnen auf Threads gibt. Das ist kein schlechter Wert. Vor allem ist das eine Metrik, mit der man arbeiten kann. Also es ist jetzt nicht so wie die von Musk ausgerufenen 76 Milliarden User-Seconds, bei denen niemand so genau weiß, in welchem Zeitraum und was sie eigentlich bedeuten sollen. sondern 175 Millionen Menschen sind mindestens einmal im Monat aktiv auf Threads. Es wird ganz oft eine Relation gesetzt dazu, dass Threads nur vier Tage gebraucht hat, um auf 100 Millionen Accounts zu kommen. Ich glaube, da ist kein Zusammenhang zu machen zwischen wie vielen Accounts gibt es eigentlich auf Threads und wie viele Leute sind jeden Monat dort einmal aktiv. Also ich empfinde das für einen sehr, sehr guten Wert. Spannend ist aber, dass das jetzt so ein bisschen auch der Punkt ist. Auf denen alle Threats-Urgesteine, wir waren ja alle Threats-Pioniere am Ende, das damals, als das Internet noch schwarz-weiß war. Der Moment, vor dem wir uns so ein bisschen gefürchtet haben, denn es wurde ja gesagt, die Verwirtschaftlichung oder die Kapitalisierung von Threats beginnt in dem Moment, wo man sich auf dem guten Weg zu einer Milliarde NutzerInnen befindet. Da würde ich behaupten, dass das mit 175 Millionen monatlich aktiven wahrscheinlich schon ganz gut erreicht ist, dieser Punkt, und tatsächlich passt das auch dazu, was Adam Mossari im Interview mit Kurt Wagner Kurt Wagner bei Bloomberg gesagt hat, denn er hat gesagt, wenn es nach ihm geht, würde man lieber früher als später mit dem Werbeverkauf bei Threads anfangen. Er sagt aber selber auch, dass sie anders die Werbung vermarkten wollen, als Twitter das tut. Sie sagen, es soll weniger spitz sein, sondern ein bisschen breiter in der Art und Weise, wie die Werbung ausgespielt wird. Während du jetzt darauf antwortest, rufe ich mal die, ach hier ist nämlich die ganz genaue Formulierung. Er sagt. Twitter ist sehr markenorientierte Werbung, die Werbeangebote bei Meta konzentrieren sich mehr auf Direct-Response Spots oder zielgerichtete Nachrichten. . . Also es ist andersrum, als ich es gerade aus meiner Welt habe. Ja, ich wollte gerade sagen, genau.

09:47 Fynn Kröger

Ja, es ist natürlich, also ich habe das nie wirklich für voll genommen, was bei Threads so das Angebot war, weil ja klar war, das ist jetzt diese Venture Capital Phase quasi. Also wir, wir wollen jetzt erstmal die Leute an uns binden und dann später packen wir unsere Werbung da rein. Dementsprechend, auch wenn jetzt 175 Millionen nicht mal annähernd in der Nähe von einer Milliarde ist, kann ich schon Sehr gut verstehen, dass sie sagen, wir müssen jetzt irgendwann den Schalter umdrehen und dann wollen wir da auch mal Umsatz sehen.

10:19 Gavin Karlmeier

Ja, das ist der Beginn der Entgetification. dieses Scheiße strudels, scheiße werden Strudels, den die sozialen Netzwerke alle durchgemacht haben. Und sie alle fangen immer damit an, in dem Moment, wo die Plattform Geld verdienen muss. Wo man dann hinnimmt, dass die Plattform schlechter wird, einfach nur deswegen, weil sie jetzt irgendwie Geld reinbringen muss. Mossari sagt allerdings, auf Threads werden sie wahrscheinlich gezieltere und hoffentlich relevantere und interessantere Anzeigen sehen als auf X. Finde ich interessant, dass ihr das so klar mit Händ. Das passiert aber auch schon in dem Moment.

10:49 Fynn Kröger

Ich finde das so gut. Also das ist mir jetzt schon mehrmals aufgefallen, dass wenn über dass das Netzwerk, das Elon Musk gekauft hat, gesprochen wird. Immer dann von X gesprochen wird, wenn es was wenn sozusagen im negativen Kontext gesprochen wird. Und immer dann ist es Twitter, wenn man sich so nostalgisch erinnert oder sozusagen neutral darüber ist. So ein bisschen wie mit die Deutschen oder wir. Im Kontext zu Fußball. Also wenn die deutsche Nationalmannschaft gut spielt, ist es unsere Mannschaft, sind wir das. Und wenn sie schlecht spielen, sind das die. Dann distanzieren wir uns davon.

11:26 Gavin Karlmeier

Oh, das ist spannend beobachtet. Ja, muss ich mal darauf achten, ob das bei Ex und Twitter auch so ist. Könnte aber was dran sein, auf jeden Fall. Auf jeden Fall dieses Bloomberg-Interview, wir packen das mal in die Shownotes, weil da sind einige sehr interessante Sachen drin. Was ich aber wirklich am spannendsten finde, ist so die Art und Weise, wie er erzählt, wie das mit Threads angefangen hat. Weil tatsächlich wird in diesem Bloomberg-Text auch nochmal genau darauf hingewiesen, auf einen Zusammenhang, den wir hier auch bei Haken dann aufgestellt haben damals, dass es Meta darum ging. Eigentlich zu warten auf diesen einen Moment, wo die Beute kurz schwach auf dem Boden liegt, was bei X oder Twitter damals noch genauso passiert ist, in dem Moment, als sie diese AP-Limits eingeführt haben. An diesem Wochenende war genau das Wochenende, an dem Meta angekündigt hat, dass Threats kommen wird. Und er sagt, dass er eigentlich vorhatte, einen Monat freizumachen. Als er aber gemerkt hat, dass gerade bei Ex es schwierig ist, hat er diesen Monat abgesagt, diesen Monat Urlaub. um sich darum zu kümmern, dass dieses Netzwerk einen Monat früher an den Start geht, als es ursprünglich geplant war. Finde ich ultra bemerkenswert, weil das so ein bisschen zeigt auch, dass diese ganze strategische Platzierung gegen Twitter. eben nicht einfach nur war, nicht nur ein Auslöser gewesen ist, dieses ganze Netzwerk an den Start zu bringen, sondern auch ein sehr gezielter Markteintritt eben genau daraufhin geplant wurde.

12:40 Fynn Kröger

Ich finde es auch erfrischend ehrlich, dass man nicht einfach sagt, so ja, aber die Leute, die Twitter oder X nutzen wollen, die können das ja weiterhin machen, sondern dass man wirklich sagt, nein, wir sind natürlich ein Konkurrenzprodukt und wir versuchen das, was Musk verkackt, einfach konsequent. zu kannibalisieren, das ist uns ja allen bewusst und das dann auch von den Betreibern der Plattform zu hören, finde ich relativ erfrischend.

13:06 Gavin Karlmeier

Voll. Ja, finde ich auch. Ich finde auch interessant, er hat da nämlich auch Stellung bezogen dazu, wo eigentlich die Unterschiede zu Twitter sind und hat da in dieser Antwort auch direkt die. Entscheidungen mit rein verheiratet, dass es keine Empfehlung politischer Inhalte auf Threads geben soll. . Er sagt nämlich Obwohl es stark von Twitter inspiriert wurde, wollten wir, dass es sich anders anfühlt. Wir wollten es zu einem weniger wütenden Ort machen. Wir glauben nicht, dass es unsere Aufgabe ist, politische Nachrichten zu verbreiten, nannte Beispiele wie Abtreibung, Krieg in Gaza oder die US-Präsidentschaftswahlen, was ich sehr übrigens sehr bemerkenswerte Beispiele finde insgesamt, aber können wir gleich drüber sprechen. Er sagt Wir glauben nicht, dass es unsere Aufgabe ist, Ihnen einen Hot Take zu einem politischen Thema von einem Konto zu zeigen, dem Sie nicht folgen und dass Sie deshalb nicht angefordert haben. Wir sind der Meinung, dass dies zu viele Probleme mit sich bringt, als dass die möglichen Vorteile für das Engagement oder die Einnahmen es wert wäre. Und sagt am Ende, und damit endet der Bloomberg-Text auch. Ich denke, wir werden damit einen Teil der Relevanz, der Aufmerksamkeit und des Geschäftes aufgeben, aber das ist in Ordnung. . . Finde ich Nach wie vor eine Entscheidung, die man nur so halb verstehen kann, vor allem, dass er sagt, dass das Thema Abtreibung beispielsweise für ihn ein klar politisches ist, genauso wie Krieg in Gaza oder die US-Präsidentschaftswahlen. Bei letzterem bin ich mir sicher, dass es ein politisches Thema ist. Dass die ersten beiden aber vor allem auch soziale Themen sind, finde ich, kann man eigentlich nicht einfach so wegwischen, außer mit der Formulierung, dass man sagt, hier muss es einfach nur Spaß machen.

14:29 Fynn Kröger

Ich finde es auch erschreckend naiv zu behaupten, man als Plattformbetreiber könnte diese Entscheidung treffen. Also klar kann man sozusagen Bremsklötze in den Weg legen, die solche Sachen erschweren, aber Es ist so ein bisschen wie zur Anfangszeit von TikTok, wo ja auch relativ viele Leute geklagt haben, ey, meine politischen Sachen werden hier irgendwie eingeschränkt oder ich kriege irgendwie so nicht gerechtfertigte Account-Bands, wenn ich irgendwie über China rede. Und relativ viele Leute danach gesagt haben, ja, aber was TikTok ist doch so zum Spaß da. Was willst du denn da mit politischen Aussagen? Und sich das irgendwann, das würdest du heute ja nie wieder sagen. Also TikTok ist ja ein riesiger Big Player in der politischen Kommunikation. Und also auch außerhalb von Parteien. Und ich Gehe stark davon aus, dass das bei Threads genau das gleiche ist. Mein Feed, als ich Threads noch irgendwie relativ regelmäßig genutzt habe, also Anfang der Woche, war eigentlich durchgängig politisch. Oder halt totales Engagement-Baiting, also irgendwie so, oh wusstest du schon, dass du deine SMS-Codes auf einem Mac auch einfach direkt eingeben kannst. Ja, habe ich jetzt dreimal gesehen. Aber was ich damit meine, ist, eigentlich wird diese Entscheidung von den Usern getroffen. Und klar kannst du dich irgendwie mit Händen und Füßen dagegen wehren und ich glaube nicht, dass sie das irgendwie aus einem altruistischen Interesse machen, weil das die Gesamterfahrung der Leute bereichert, sondern vor allem. weil das die, weil es denen so ein zweites Cambridge Analytica unter Umständen vom Hals hält.

16:01 Gavin Karlmeier

Ja, und äh Wobei, so weit würde ich noch nicht mal gehen, glaube ich. Also ich glaube, es ist nicht nur die Angst davor, irgendwie selber zum Spielball politischer Kommunikation zu werden. Sondern ich glaube, dass da auch einfach so der Gedanke mit sich mitschwingt. Wir lösen alle unsere Probleme gleichzeitig. Wir brauchen weniger Moderation, weil auf politischen Inhalten weniger Interaktion stattfindet. Wir brauchen, müssen uns weniger Gedanken um Verfolgung von Leuten machen, die hier Inhalte veröffentlichen, die möglicherweise illegal sind, weil die werden den Leuten gar nicht erst angezeigt. Wenn man das mal so ganz runterbricht. dann ist das in seiner Entscheidung, die zwar wahnsinnig anders ist als bei X, aber ist das gar nicht so weit weg als die Argumentation von Musk zu sagen, Freedom of Speech is not freedom of reach. Und wenn du Inhalte veröffentlichst, die Hassrede zum Beispiel beinhalten, dann zeigen wir sie einfach weniger Leuten an, ohne diese Inhalte von der Plattform zu nehmen. Hier wird einfach relativ früh sozusagen algorithmisch da, wie du sagst, ein Bremslotz vorgeschmissen und wird gesagt, naja, politischen Inhalte, die wollen ja nur die Leute sehen, die einem folgen. Viel spannender finde ich eben die eigene Definition von politischem Inhalt, weil es eben so, also selbst er hier in seinen drei Beispielen macht ja so ein großes Feld schon auf. Dass man nicht ganz klar sagen kann, also man kann daraus nicht ableiten für sich selber, was alles ein politischer Inhalt ist. Es sei denn, man meint damit, und da bin ich so ein bisschen bei Thorsten Weg, der das hier gesagt hat, Es sei denn, man meint damit einfach nur Inhalte, die in jedem Teil der Tageszeitung stehen, außer auf der Humorseite. Und das ist so, wenn das die Folge ist, einfach nur Journalismus einzudämmen, naja, schwierig.

17:36 Fynn Kröger

Ja, ich muss, also man muss eigentlich relativ häufig auf so Corporate-Videos von der Plattform gucken, was da so für Demo-Posts drin sind. Und das ist ja bei Instagram und so ist das dann so. Oh, wir haben hier diesen Wanderweg im Nationalpark gefunden und was auch immer. Und ich glaube, auf dieser inhaltlichen Dichte soll sich das da auch bewegen. Ich weiß von relativ vielen Redaktionen und irgendwie professionell bzw. kommerziell geführten Instagram-Kanälen, die jetzt genau dieses Problem haben, die über diese schwammige Definitions stolpern, wissen, dass da diese Einschränkung existiert und jetzt halt mehr oder weniger die Nadel im Heuhaufen suchen müssen, um herauszufinden, wo fängt jetzt für die politisch an und wo hört es wieder auf? Und da natürlich jetzt irgendwie wahnsinnig viele Ressourcen reingehen, nur weil irgendein Konzern jetzt entschieden hat, dass es keine politischen, was auch immer das bedeuten soll.

18:33 Gavin Karlmeier

Ja, ist ein riesen Dilemma. Also ich kriege das eben auch bei so Medienhäusern mit, mit denen ich zusammenarbeite, die auch alle genau das Problem haben, dass sie sagen, okay, wenn wir jetzt hier veröffentlichen, das im. . irgendeinem Zoo ein Tierbaby geboren ist, haben wir einfach ein Vielfaches der Reichweiten im Gegensatz zu Informationen, die eigentlich wirklich von großem Interesse wären und auch viele Kommentare und Likes mit sich bringen. Aber keine Reichweite mehr erzielen, weil sie eben nicht mehr empfohlen werden, nicht weiter ausgerollt werden. Das ist ein Problem, gar keine Frage. Eins, über das wir uns, glaube ich, auch hier in jeder Folge eigentlich aufregen könnten. Kommen wir zu Ex. Mehr Informationen zu Meta habe ich heute nicht, aber ich habe gerade noch, also in dem Moment, wo wir aufnehmen, wir nehmen kurz vor 5 Uhr am Donnerstagnachmittag auf. Und jetzt gerade kam eine Meldung rein, die hat Mashable veröffentlicht, und zwar. dass es jetzt erste Screenshots gibt davon, wie das große X-Redesign aussehen soll. Tatsächlich werden nahezu alle Interaktionsbuttons verschwinden. Also wir sehen zwar immer noch eine Timeline, die aber sich nur noch durch Swipes bedienen lässt. Du kannst nach rechts wischen und damit ein Like machen, du kannst nach links wischen, damit zurückgehen und navigierst eigentlich nur noch durch das Wischen. und kannst halt dadurch auch antworten, indem du weiter nach rechts wisst und so. Musk selber nennt es großartig Das soll es schon zu denken geben, ja. Das ist so. Der Text von Mashable fängt auch an mit dem Satz: eine weitere große Änderung, um die niemand gebeten hat, steht bei X an, der Plattform, die früher als Twitter bekannt war. Und genau, sie zitieren Elon Musk damit, dass es großartig sei, zitieren aber auch sehr viele NutzerInnen damit, dass eigentlich alle sagen, wir wollen das nicht. Also das regelmäßig negative Feedback aus der Community wird hier sehr, sehr oft in dem Mashable-Text zitiert. Und es gibt eben von Musk eben so ein Zitat aus dem Oktober, mit dem er hier auch zitiert wird, wo er sagt, wir werden alle Interaktionsschaltflächen mit ihren überflüssigen Interaktionszählungen Aus der Haupttimeline entfernen. Und das passiert offenbar jetzt gerade. Also es sieht ganz danach aus, dass eigentlich alles verschwinden wird, außer der eigentliche Inhalt. Gleichzeitig wird es eine eigene Video-Timeline geben, über die haben wir ja schon mal gesprochen. Die hat aber jetzt Ich bin mir nicht ganz sicher, warum, aber die New York Post nochmal veröffentlicht diese Informationen und als New York Post exclusive veröffentlicht. Ich weiß nicht, ob die, die haben sich nicht auf uns bezogen und wir haben es uns auch nicht ausgedacht, aber. Sie haben es exklusiv. Also es heißt, es wird dort mehrere Timelines geben bei X, die du eigentlich nur noch durch Swipen bedienen kannst und alle Buttons, die wir jetzt gerade dort kennen, werden verschwinden.

21:06 Fynn Kröger

Ich finde es furchtbar. Also ich habe Snapchat schon damals nicht verstanden, wie man diese Facefilter aktiviert, weil man da irgendwie auf sein eigenes Gesicht gedrückt halten musste. Und so alle Optionen, die unsichtbar sind, die man. Sozusagen durch, durch, ja, das sind ja eigentlich erstmal so explorative Aktionen. Ja, ich wisch jetzt mal zur Seite, mal gucken, was passiert. Es gibt ja. . kein, also außer du hast diese Videos gesehen, kein Anreiz dafür, dir zu vermitteln, wie das funktioniert. . Und das ist natürlich, dann ist die erste Die erste Assoziation, die erste Erfahrung, die Leute damit haben, zwangsläufig erstmal Frost.

21:42 Gavin Karlmeier

Natürlich. Auf der anderen Seite, Snapchat ist da ein sehr gutes Beispiel, TikTok auch. Man kann sich das relativ schnell intuitiv erschließen. Dafür braucht man allerdings ein sehr cleveres Interface und ein cleveres Design. Wenn jetzt aber so Dinge wie nach links zwischen zwei eigentlich konträre Bedeutungen haben kann, wie ich like etwas oder ich möchte zurückgehen, glaube ich, ist das nicht intuitiv, sondern also mindestens zu Frust, wenn nicht sogar zu dem Moment, dass du dein Handy wegwerfen willst, weil nichts. Nicht so funktioniert, wie du es gerne hättest.

22:14 Fynn Kröger

Ja, ich hab, es gibt das ja bei Mac in der Mail-App, dass du nach links oder rechts swipen kannst und dann kannst du es entweder markieren oder löschen. Ich mache das immer falsch rum. Ich denke immer, ich will das eine machen und ich wische immer auf die Seite, wo das nicht ist. Also vielleicht liegt es auch an mir.

22:30 Gavin Karlmeier

Ich bin auch nicht so ein Fan von diesen Swip-Gesten übrigens. Ich fühle das nicht. Also ich swipe sehr viel, also die Zurückgeste zum Beispiel ist super, aber ich möchte nicht durch meinen Feed swipen. Das ist mir, glaube ich, zu anstrengend.

22:42 Fynn Kröger

Ja, das wird halt auch da schwierig, weil das Gerät, durch das man das bedient, hat ja sozusagen auf dem Betriebssystemlevel schon Wish-Aktionen. Und ich denke, dass gerade wenn du diesen Wish nach rechts machst, Und wenn du den falsch machst, dann machst du halt sozusagen die darüberliegende Systemgeste mit im Sinne von, ich möchte eine Ebene zurückgehen. Weil das passiert lustigerweise in diesem Video sogar in dem ersten. Der Typ, der das demonstriert, der wischt aus Versehen sozusagen eine Ebene nach außen, statt den Post zur Seite zu wischen und diese dahinterliegenden Aktionen zu.

23:17 Gavin Karlmeier

zu offenbaren. Und jetzt gibt es in der X-App ja auch noch die Geste von ganz links reinzuswipen, um dein eigenes, um dieses, diese Navigation reinzuholen, oder? Oder gibt es sie nicht mehr? Ich habe die App so nach. So war das mein Ding. Ich teste das gerade. Ja doch, wenn du jetzt gerade auf dem Screen von rechts nach links rauswischst, dann kommt so eine Art Navigationsmenü. So sieht das aus.

23:38 Fynn Kröger

Ah, das Ding. Ja, okay. Aha. Genau. Gibt es unten noch diese Buttons, wo man da so zwischen seinen Mitteilungen und irgendwie seinem Profil?

23:46 Gavin Karlmeier

Okay, die gibt es noch, okay. Ob man da aber ein bisschen kann, weiß ich im Ton liegt auf noch. Richtig. Was ich auch geil finde, ist, dass X jetzt gerade alle sichtbaren Interaktionsschaltflächen und damit auch die Anzeiger verschwinden lässt. die sagen, wie oft mit Dingen interagiert wurde, während Instagram gerade das neue Design outrollt, bei dem du siehst, wie viele Likes, wie viele Kommentare und wie viele Shares einen Beitrag hat, und zwar jeder Beitrag. Ich habe das auf dem Haken dran Instagram-Account, ja, es gibt einen Hakendran-Instagram-Account, folgt alle, habe ich das schon ausgerollt, dieses Feature, und kann dann halt sehen, wie oft wurde ein Beitrag per Direktnachricht weiter verschickt. Und ich finde das sehr interessant, dass man sich bei Instagram dazu entscheidet, genau das Gegenteil von dem zu machen, was Elon Musk macht. Ich glaube, damit fährt man nicht falsch.

24:29 Fynn Kröger

Ich habe sogar Instagram relativ häufig immer als eine Plattform wahrgenommen, die eigentlich gar nicht so kommerziell nutzbar sein möchte. Also dass immer relativ viele Entscheidungen getroffen wurden, die dazu geführt haben, dass man das eigentlich als Unternehmen oder irgendwie auf eine professionelle, kommerzielle Art und Weise gar nicht so wirklich vernünftig nutzen kann. Außer man biegt sich das irgendwie alles so hin. Deswegen überrascht mich das, weil das ist eine Sache, wo ich zumindest den Direkten Benefit für einen kommerziellen Nutzen direkt sehe, was mich bei Instagram überrascht.

25:04 Gavin Karlmeier

Ja, also Es ist halt auch eine Riesenfalle, weil du siehst halt plötzlich, wenn ein Beitrag überhaupt nicht weitergeleitet wurde. Die Hauptmotivation wird aber für Instagram sein, dass man sich denkt, also damit motivieren wir die Leute vielleicht. Mehr Beiträge zu machen, die viel geschert werden, was für Instagram jetzt gerade die wichtigste Metrik ist, wie Sie sagen. Die Shares pro Reichweite Also ich weiß es nicht, aber ich finde das eine sehr interessante Entscheidung, einen eigentlich sehr versteckten und geheimen Akt so mit Öffentlichkeit zu zählen oder in der Öffentlichkeit zu zählen.

25:41 Fynn Kröger

Ja, es führt dann eventuell auch dazu, dass das wiederum Gesprächsgegenstand wird in den Kommentaren. Also das ich kann mich nur so an die frühe Zeit von YouTube erinnern, wo Leute irgendwie geschrieben haben, wenn sie sozusagen Die Likezahl rund gemacht haben, ne? Von wegen ich war der zwanzigtausendste Like. Und dann, äh, das wäre Sicherlich beides, also weder der Like noch der Kommentar, nicht passiert, wenn das nicht angezeigt worden wäre. So ist es wohl.

26:13 Gavin Karlmeier

Interessanterweise hat YouTube die meisten dieser Dinge ja auch wieder verschwinden lassen. Also diese Like-Dislike-Ratio gibt es ja gar nicht mehr, sondern es ist eigentlich nur noch.

26:21 Fynn Kröger

Ja, es ist, glaube ich, auch so ein bisschen dieser Innovationsdrang, den diesen Tech-Firmen unterliegt. Also dass immer irgendwas passieren muss, dass man immer dieses Produkt weiterentwickeln muss. Und wenn man nicht. Nachvollziehbarer Weise sozusagen unnötig viel Bausteine wieder ranklicken will, dass man dann sozusagen auch einfach wieder Schritte zurückgeht und das als Innovation verkauft, also sozusagen so ein bisschen auf der Stelle tritt, aber ohne das so zu verkaufen. . Also ich Ich gehe stark davon aus, dass wir irgendwann wieder an dem Punkt sind, wo wir so 2015 waren.

26:50 Gavin Karlmeier

Und das ist dann alles neu und beeindruckend. Also, Facebook kommt wieder. Das habe ich hier auch gesagt als These, dass Facebook wiederkommt. Ich glaube, Facebook ist wieder richtig heiß.

27:02 Fynn Kröger

Okay. Bei mir ist das noch nicht, aber ich bin ja auch nicht so auf der Höhe der Zeit. Also es kann gut sein.

27:08 Gavin Karlmeier

Ex übrigens. Versucht auch Full Circle zu gehen. Sie schließen sich jetzt der Global Alliance for Responsible Media an. Oder kurz GARM. Das ist ein Unternehmen, das so Standards definiert, die Brand Safety für Unternehmen sichern sollen. Das heißt, wenn X dieses GARM-Zertifikat hat, bedeutet, dass hier diverse Standards eingehalten und das soll wiederum möglichen Werbetreibenden zeigen, hey, ihr könnt bei uns werben, weil wir sind wahnsinnig brandsafe. Hier ist die Markensicherheit gewährleistet. Spannend daran ist aber, dass im November 2022 diese Zusammenarbeit mit GAM eigentlich mal beendet wurde. Es ist nicht ganz klar zu recherchieren, wer diese Zusammenarbeit aufgekündigt hat, ob GAM gesagt hat, so läuft das nicht. oder ab Twitter gesagt hat, nee, also das ist uns zu viel Arbeit, das alles zu gewährleisten. Denn die Brandsafety-Vorgaben, die sind relativ eng. Also es wird eigentlich für jeden Bereich, der irgendwie jugendschutzgefährdend sein könnte. werden Dinge ausgeschlossen, die dargestellt werden dürfen. Also dazu gehören so Sachen wie Werbung von Waffen, Werbung von militärischen Konflikten. Also man darf keine Werbung machen, die damit. . die da für militärische Konflikte irgendwie eben sich aussprechen sollen. Keine klare Darstellung von Gewalttaten im Krieg oder auch außerhalb eines Krieges, aber auch alle Dinge, die so Copyright infringement betreffen, also Urheberrechtsverletzungen, was bei X nach wie vor ein Riesenproblem ist. Es gibt Twitter-Accounts Die wir hier bewusst namentlich nicht nennen, die nach wie vor im Stundentakt vollständige Hollywood-Filme hochladen. Da passiert einfach nichts. Das heißt, um diese GAM-Standards zu erfüllen, müsste eigentlich relativ viel Content-Moderation auf X eingeführt werden. Und dafür fehlen aber, glaube ich, gerade weder fehlen sowohl Geld als auch Ressourcen, als auch die Bereitschaft, das zu tun. Und es widerspricht auch alles, dem Narrativ von Elon Musk zu sagen. Bei uns ist hier die Redefreiheit über allem und wir stehen deswegen so sehr dafür ein, dass wir auch so Dinge wie Erwachsenencontent gar nicht verbieten, sondern sogar explizit erlauben auf unserer Plattform. Also ich bin mir nicht ganz sicher, wie diese Zertifizierung vonstatten geht und ob das tatsächlich so unproblematisch ist für X.

29:15 Fynn Kröger

Ja, ich frage glaube ich, ist das mit irgendwelchen Auflagen verbunden, weil also nur sozusagen Mitglied zu sein ist natürlich jetzt erstmal so ein Lippenbekenntnis, aber wie Wie wird das verfolgt, dass das passiert? Weil ich sehe hier auch schon so Sachen, wo ich schon jetzt meinen inneren Elon Musk im Kopf höre, der sozusagen diese Sachen dann in einem konkreten Einzelfall, wo dann gesagt wird, guck mal, aber hier passiert doch das. wieder relativiert werden, so was wie behavior or content that incites hatred promotes violence, vilifies or dehumanizes groups or individuals, einfach zu sagen, nee, nee, aber das ist ja, das ist ja eine richtige Debatte hier, die hier passiert. Das ist ja nicht, das ist ja kein Hass, das ist ja. Das ist ja hier Free Speech.

30:01 Gavin Karlmeier

Also die, es gibt keine, also die Bedingungen sind, dass man sich daran hält, diese Richtlinien einzuhalten. Ehrlicherweise glaube ich, wenn Sie das jetzt so weiterfahren lassen, dann sind sie diese Zertifizierung in einem halben Jahr wieder los. Also, weil das können Sie eben nicht gewährleisten. Das wäre jetzt meine Einschätzung auf der Kenntnislage.

30:22 Fynn Kröger

Ja, spannend. Mehr dazu dann in der nächsten Ausgabe, wenn Ex wieder rausfliegt. Ja, das ist natürlich Damit nimmt sich diese Alliance natürlich auch, oder die begibt sich da natürlich in eine ordentliche Bredouille, also die muss ich da ja in diesem Fall auch selber beweisen. Weil es gibt ja eigentlich kaum eine Plattform oder ein Unternehmen, das dort eigentlich aktuell weniger zu Hause ist als

30:54 Gavin Karlmeier

So ist das wohl, hundertprozentig. Und das ist genau wie mit der EU, wie immer gesagt wurde, Regulierung schön und gut, aber wie zahnbehaftet dieser Tiger tatsächlich ist, das erfahren wir erst, wenn tatsächlich das erste Mal so ein Verfahren abgeschlossen ist. Und das ist hier genauso. Also sie gefährden ja die Reputation des eigenen Siegels in dem Moment, wo sie sagen, Ex ist jetzt Teil hiervon, weil jetzt müssen sie dann auch hart bleiben und sagen, nee, so können wir das nicht gewährleisten, dass diese Zertifizierung. Ausgesprochen wird. Also super spannender Punkt. Ich bin da sehr gespannt. Wir bleiben dran. Eine andere Geschichte, die nochmal so ein bisschen zeigt, was eigentlich wie so ein was so ein Versprechen von Elon Musk wert ist. Eine Geschichte, die ein bisschen schlechte Laune macht, so viel würde ich schon mal versprechen, aber sie ist trotzdem wichtig, erzählt zu werden. Und zwar gibt es eine Recherche vom Forbes Magazine. Die haben mal hingeschaut, weil es gab vor einem Jahr ein Versprechen von Elon Musk. Es gab Vorwürfe, dass die Kobalt-Minen aus der Kobalt für Tesla-Batterien gewonnen werden, die in afrikanischen Ländern liegen. Hier zum Beispiel im Kongo ist die Geschichte, die das Forbes Magazine mitgebracht hat, dass die offenbar eben auch Kinder beschäftigen. Elon Musk aber als Mission eben für sich selber ausgerufen hat. Die Lebensqualität von Kindern zu verbessern und eben auch zu garantieren, dass keine Kinderarbeit für so einen Tesla aufgebracht werden muss. Das ist zumindest das, wie er es nach außen formuliert. Er hat versucht Nein, es wurde vorgeschlagen, dass dort externe Beobachter beauftragt werden, die sich anschauen, wie eigentlich die Arbeitsweisen und der Zustand dieser Minen im Kongo aussehen. Das wurde vom Teslabord und den Investoren abgelehnt. Und Sie haben stattdessen etwas festgelegt. Das ist ein Vorschlag von Elon Musk gewesen auf der Jahreshauptversammlung Tesla Mai 2023. Ich habe eine Frage zum Kobalt-Bau gehört und wissen Sie was? Wir werden einen Ordit durch eine dritte Partei durchführen. Also doch. Und er sagte weiter, wir werden sogar eine Webcam in der Mine anbringen. Wenn jemand Kinder sieht, lassen Sie es uns bitte wissen, sagte er und kicherte. Schreibt es das Forbes Magazine. Tatsächlich ist es so, dass es diese Webcam bis heute nicht gibt. Was stattdessen passiert ist, dass diese Kobalt-Miene einmal im Monat ein Satellitenbild dieser Mine von oben auf der eigenen Webseite veröffentlicht. Das ist eine absolute Farce, weil auf diesem Satellitenbild erkennst du gar nichts. Du erkennst nicht, wie viele Menschen dort zu sehen sind, ob das Kinder sind. Man sieht nicht mal Menschen, weil es so klein ist. Man kann ein bisschen ranzoomen, aber es ist.

33:22 Fynn Kröger

Ja, nicht auf so einem Level, wo du gerade so noch einen Bagger erkennst, zum Vergleich.

33:26 Gavin Karlmeier

Ja, genau. Also es ist halt halt geil. Hier wird gar nichts gewährleistet, hier wird nicht gegen Kinderarbeit vorgenommen, sondern es ist, wie du eben schon sagtest, auch hier, es ist ein Lippenbekenntnis. Es ist nichts wert, diese ganzen Bestrebungen. Weil eben es gibt nichts, was da an Maßnahmen getroffen wird.

33:47 Fynn Kröger

Ich finde, das wusste ich tatsächlich zuerst nicht, dass sich das Tesla-Board und die Investoren gegen einen externen Beobachter eingesetzt. Haben. Das finde ich, spricht auch nicht gerade für die. Aber ich finde, das ist so ein prototypisches Beispiel, eigentlich für Elon Musk, aber eigentlich für diese gesamte Tech-Bubble, aber für Musk noch umso mehr, weil Seine gesamte Existenz ist eigentlich nur durch die Sachen, die er angekündigt hat, legitimiert. Also nahezu alles, was er gemacht hat, ist. Durchschnittlich bis ziemlich schlecht. Aber die Größe, die Vision, die steht halt immer noch am Horizont. Und die ist mitunter sehr, sehr vielversprechend und irgendwie regt die Fantasie an und macht unendliche Vorfreude. Aber das, was am Ende dann kommt, wenn mal was kommt, ist dann halt so, ich finde, das ist so Das hat so starke Parallelen zu diesem, ja, der Cybertruck, das erste Auto, das irgendwie für jeden Planeten gerüstet ist. Und dann ist das am Ende so eine Blechkiste, die komplett auseinanderfällt, wenn du sie mit Seifenwasser wäscht. Das ist natürlich, also dieser Kontakt. Und dass das Leuten nicht, also den allermeisten Leuten fällt es mit Sicherheit auf, dass das eine extreme Disparität hat, aber es gibt ja dann immer noch so diese laute Minderheit. die Musk immer noch für irgendeinen Wannabe Tony Stark hält, der alles aus der Welt wegerfunden hat. Und das Also ich wusste von dieser Webcam-Geschichte gar nichts, das hatte ich überhaupt nicht auf dem Schirm, aber als ich das gelöst, es passt natürlich so komplett ins Muster.

35:26 Gavin Karlmeier

Ja, ich finde das ist so. Also, das ist halt nicht mal gut gemeint. Also, es ist ja nicht mal der Versuch, irgendetwas zu tun, sondern es ist halt. Eigentlich ist das noch viel zynischer, diese Satellitenfotos einmal im Monat hochzuladen, als gar nichts zu tun. Weil es so zeigt, okay, also es bringt gar nichts. Auf diesen Fotos ist nichts zu erkennen. Also es ist übrigens ein Airbus-Satellit, der hier genutzt wird und das Forbes Magazine schreibt, es sind keine Kinder zu sehen und das liegt daran, dass die Auflösung nicht annähernd ausreicht, um etwas Kleineres als Verarbeitungsanlagen und die vernabte Landschaft eines hochindustrialisierten Teilgebaus zu erkennen. Na ja. Ja. Vielleicht gehen wir zu Mastodon über. Also In jeder Hinsicht. Denn Mastodon schreibt TechCrunch umgarnt jetzt JournalistInnen. Es ist eigentlich ein kleines Feature, aber eines, das eine große Wirkung haben könnte. Und zwar werden dort jetzt Autorenbeilines zu Linkpostings hinzugefügt. Das kennen wir lustigerweise in einem ähnlichen Modell von Facebook schon. Facebook hat das vor vielen Jahren mal gehabt, ich glaube, irgendwann eingestellt, dass du in den Tags auf der Website sozusagen nicht sichtbar für den Nutzer so Hinweise hinterlässt, wie zum Beispiel der Nutzer, der hier etwas schreibt ist ein, er hat diese Facebook-ID oder dieser Facebook, diesen Facebook-Nutzernamen und dann wurde früher, wenn dieser Link gepostet wurde für einen Artikel Für eine Website, zum Beispiel ich schreibe einen Text auf heise. de und dann bin ich als Gevin Karlmeyer dort als Autor angegeben. Dann wird, wenn jemand diesen Link bei Facebook postet, das Gavin Karlmeyer in der Autorenzeile schon klickbar und kommt dann auf mein Facebook-Profil. Das gab es früher. Sowas ähnliches backt Mastodon jetzt gerade auch aus oder sagt man so aus, backen. Ja, ich sag das so. Zunächst auf der Instanz Mastodon. social wird aber früher oder später jetzt eben auch in das komplette Protokoll überführt und kann dann eben auch von anderen Fiddiverse Apps genutzt werden. Also auch Flipboard oder WordPress sollen das früher oder später eben ausrollen können. Tatsächlich wird diese Autorenzahl aber noch was größer. Also du bekommst sozusagen eine eigene kleine Box mit einem Foto von dir, dem Namen des Autors und deiner Bio beispielsweise angezeigt, sodass wenn jemand diesen entsprechenden Heise-Artikel von mir jetzt im Fediverse postet. Dass darunter eben auch angezeigt wird, wer ich bin und wie man mir folgen kann. Das ist jetzt vielleicht nur ein kleines Feature, aber es ist zumindest in einer Zeit, in der alle anderen Netzwerke gegen Journalismus vorgehen, doch eine Art, ähm eine Art Handreichung, würde ich so mal interpretieren.

38:04 Fynn Kröger

Ja, es ist sozusagen das kleine bisschen Restblock, was man dann noch hat. Das ist denn dieses kleine Rechteck, wo man dann drin ist. Nee, aber es ist cool. Ich frage mich. Ich bin bei Mastodon bin ich tatsächlich komplett raus. Also ich habe da nicht so wahnsinnig viele Erfahrungen mit. Ich habe das immer so als das Linux unter den Twitter-Alternativen irgendwie gesehen. Ist das Also jetzt, ohne despektierlich zu wirken, aber wie viele, wie viele andere Leute außer Journalisten sind da?

38:37 Gavin Karlmeier

Also da ist halt viel Wissenschaftsbubble. Also ich weiß aber, worauf du hinaus möchtest. Das ist nicht das Netzwerk, mit dem ich 175 Millionen Menschen im Monat erreichen kann, die alle aus meiner, die im Zweifel auch nichts mit Journalismus zu tun haben. Die Gegenfrage an der Stelle ist aber Wem gefällt denn so eine Autorenbox eigentlich tatsächlich? Wahrscheinlich eher anderen JournalistInnen, als dass es irgendjemand interessiert, wer diesen Text bei Zeit online geschrieben hat.

39:03 Fynn Kröger

Vermutlich. Oder es geht halt dann am Ende eher so um Marketing mit dem Namen und dem Gesicht, dass man, wenn man irgendwo anders auftaucht, dass dann die Synapsen im Gehirn aufleucht und sagen, den habe ich schon mal irgendwo gesehen. Das könnte ich mir auch vorstellen. Aber ja, es ist eine coole Idee. Ich glaube auch.

39:20 Gavin Karlmeier

Und also vielleicht ja der Anfang einer Art. eine Art Positionierung von Mastodon zumindest als Teil des Fediverses, um zu sagen, wir bieten den JournalistInnen eben nicht die Wir schrecken dir nicht den blanken Arsch entgegen, sondern kümmern uns noch um sie und wenn es nur so kleine Dinge sind. Könnte Strategie sein.

39:42 Fynn Kröger

Threads und Twitter haben ja auf ihre eigenen Weisen entschieden, dass sie dann mit Journalismus vielleicht nicht mehr doch so viel, ganz so viel zu tun haben wollen. Dementsprechend ist das natürlich eine Lücke, die entsteht. Aber genau, die Frage ist halt nur, ist die Bubble, die das interessiert, dann auch da? Aber das war ja nie wirklich groß, aber die. . Finden sich da, die finden den Weg da sicher auch hin.

40:05 Gavin Karlmeier

Ja, glaube ich auch. Catherine Hayo ist eine Klimaforschin, Klimawissenschaftlerin, Professorin bei Texas Tech, ist Boardmember im Smith Thonian. Also die ist eine Person, die furchtbar. Bitte?

40:20 Fynn Kröger

Ein furchtbares Wort, wirklich.

40:24 Gavin Karlmeier

Smiths.

40:25 Fynn Kröger

Also, welche, das ist das eine Wort, glaube ich, was man einem gut englisch sprechenden Deutschen vorlegen muss, um ihn dann restlos zu enttarnen.

40:35 Gavin Karlmeier

Ist wirklich so. Die hat aber etwas ausprobiert. Und zwar hat sie einen Post, in dem es um Klimawandel geht, auf drei verschiedenen Netzwerken veröffentlicht. Und zwar auf Blue Sky Threads. und Ex. Und sie hat das Ganze einfach mal nach 24 Stunden ausgewertet, um zu gucken, wie unterschiedlich sind eigentlich die Reaktionen darauf. Am interessantesten finde ich zum Beispiel. Du hast es wahrscheinlich vor dir gerade, dann kann ich dich jetzt nicht quizzen. Aber die Gesamtanzahl der Likes und Shares geteilt durch die Anzahl der Follower, also am Ende die Interaktionsrate, war bei Blue Sky am höchsten. Das liegt natürlich auch daran, dass sie in absoluten Zahlen wahrscheinlich dort am wenigsten Leute erreicht hat, wenn die dann entsprechend überdurchschnittlich stark.

41:17 Fynn Kröger

Da macht der Einzelne dann am meisten Unterschied, ja.

41:19 Gavin Karlmeier

Ja, genau. Trotzdem, das passt ja so ein bisschen zu dieser Beobachtung, dass damals der Heise Verlag, lustigerweise, der war aber Hakenrand noch nicht dort, berichtet hatte, dass Mastodon für sie das Netzwerk ist, mit dem sie die meisten Interaktionen erzielen. Also eine ähnliche Beobachtung, kleineres Netzwerk, aber dafür viel passgenaueres Publikum möglicherweise, die viel bewusster die Inhalte konsumieren, die man selber dort veröffentlicht. Was sie auch gemacht hat, war auszuwerten, was für Kommentare da eigentlich ankommen. Und zwar nicht nur in der insgesamten Zahl, sondern in, sie hat sie sozusagen versucht zu kategorisieren, in positiv. Sehr positiv, negativ oder sehr negativ. Und sie sagt, also bei Threads waren alle Kommentare bis auf einen positiv. Bei Blue Sky waren alle Kommentare, die sie bekommen hat, positiv, konstruktiv oder neutral, schreibt aber dazu, eine Person war nur ein Idiot, kein Troll.

42:14 Fynn Kröger

Bei Extaging waren nur ein bisschen auch was Gutes für die Tinderbio.

42:22 Gavin Karlmeier

Nur ein Bio-Kontrol. Bei Extagang waren 18% der Kommentare insgesamt nur positiv oder neutral, der Rest war negativ, viele waren sogar sehr negativ, wie sie schreibt. Sie hat das Ganze auch mal versucht, qualitativ auszuwerten, hat geschrieben, sie hatte eine Stichprobe von fast 100 Kommentaren bei X und hat die in Kategorien eingeteilt. Und sagt, 47% der Leute sagten, das Klima verändere sich nicht, ich würde lügen, sei ignorant oder keine richtige Wissenschaftlerin. 15% sagten, ich sei nur wegen des Geldes hier. 14% der Kommentare waren Beleidigungen. Ich finde, das zeigt den. Bitte.

43:03 Fynn Kröger

Ich finde diese 14% waren Beleidigung interessant, weil das ist ja, also das davor sind ja Also man sei nur wegen des Geldes hier und das ist ja auch schon irgendwie despektierlich gemeint. Aber was war dann noch so dabei? Und was mich, da bleibt ja ein Restbetrag, ne? Wo sind die ganzen Bots? Das sind ja auch Kommentare. Wie werden die kategorisiert? Oder sind das neutrale Kommentare? Ich weiß es nicht. Ja, aber ich finde es großartig. Also das nochmal so veranschaulicht zu haben. Und gerade bei so einer Sache wie Klimawandel, wo du weißt, da ist nicht nur sozusagen das physikalische Klima, sondern auch das gesellschaftliche Klima irgendwie sehr hoch. Und da dann reinzustechen. Und ich Es ist natürlich so, wie viele Beweise braucht man denn noch, um zu wissen, dass Twitter mittlerweile irgendwie so ein absolutes Loch ist? Die Leute, die das interessiert, die wissen das, glaube ich, und die anderen leugnen das trotzdem. Also dann, die würden dann sagen, ja, aber das Klima verändert sich ja wirklich nicht. Dann ist das ja dann Rage-Bating oder was ist das dann? Aber Ja, ich finde es sehr anschaulich und ich auch bestürzend, was das für ein Tag-Nacht-Vergleich ist. Ich komme immer, seit zwei Jahren bin ich dabei zu verarbeiten. Wie dämlich dieser Mann ist, also Elon Musk, und wie was zur Hölle da los ist. Ich krieg heute noch Kommentare auf diese Videos. Wobei mittlerweile nicht mehr ganz so häufig. Aber vor ein paar Monaten habe ich immer noch Kommentare gekriegt, die sozusagen diesen 4D-Chess-Move in Aussicht gestellt haben und gesagt: Ja, ja, warte mal ab. In einem Jahr sprechen wir uns nochmal wieder und dann sieht alles anders aus. Ja, später alles sieht noch viel schlimmer aus. Aber dann sind es halt, dann ist das, ja, warte nochmal ein Jahr. Es ist immer so, alles so Wir müssen nicht über die Realität sprechen, weil alles ist natürlich in Entwicklung. Und am Ende, dieses ominöse Ende, das nie kommt, da legen dann alle ihre Karten auf und da ist dann klar, wer gewonnen hat. Was ja im Endeffekt nur so eine Verzögerungstaktik ist, weil natürlich gibt es dieses Ende nicht. Es wird am Ende nicht darüber gesprochen, wie ist das jetzt gewesen oder was auch immer. Und dementsprechend kann man das Gegenüber immer vertrösten und sagen, ja, ja, du bist ja viel zu vorschnell mit deiner Kritik. Und das sieht jetzt aus deinen naiven, dummen Augen alles total dämlich aus, aber warte mal, der Typ ist nicht umsonst mega reich geworden. Weil der Kondostand ist ja quasi die Erweiterung des eigenen IQ, wie ich gelernt habe.

45:35 Gavin Karlmeier

Ich finde das ganz toll, was du sagst, vor allem weil diese Beschreibung des Endzustandes, der ja niemals eintreten wird Das ist nämlich genau der Punkt, weil das Ärgerliche daran ist, dass wir auf dem Weg zu diesem Ende, das natürlich ein Zustand sein wird, in dem es uns besser geht als vorher, weil ansonsten würden wir es niemals selber als das Ende definieren. Behaupte ich jetzt einfach mal so, ich habe außer Acht gelassen, dass wir auch scheitern können, aber so, natürlich fühlt es sich dann immer wie etwas Besseres an, dieses Ende, das es nicht gibt. Und vergessen dabei, dass wir den Weg, den wir dahin bestritten haben, dass der uns halt völlig auseinandergenommen hat. Also diese Verklärung der Vergangenheit. Die rechtfertigt ja nicht alles. Du kannst ja nicht sagen, natürlich wird jetzt alles scheiße, damit am Ende alles gut wird. Das funktioniert ja in sich als Logik schon nicht

46:22 Fynn Kröger

Ja, der Zweck heiligt ja auch nicht die Mittel. Also über was für Leichen Elon Musk schon gegangen ist. Um im Endeffekt nichts zu erreichen und die Sachen einfach nur schlechter zu machen, es d d die sämtliche oder Nahezu alle von den Leuten, die nach seiner Übernahme bei Twitter entlassen wurden, warten immer noch auf ihre Abfindung und müssen sich da über etliche Gerichtsverfahren irgendwie dieses Geld einklagen und werden für ihre getarne Arbeit einfach nicht bezahlt und der Typ macht halt einfach alles schlimmer. Also es ist Ja, und die andere Alternative ist dann halt einfach die Realität zu leugnen. Also dann zu sagen, nee, Twitter ist jetzt viel besser als damals. Ja, in Anbetracht der technischen Defizite, die das mittlerweile hat, eigentlich ja nur noch eine politische Positionierung sein kann.

47:16 Gavin Karlmeier

Ist definitiv richtig. Ich habe dem nichts hinzuzufügen. Ich habe aber noch eine kleine Rubrik zum Schluss. Halte ich fest. Bitte. Funktionen und Emotionen. Es ist auch heute nur eine Funktion, dementsprechend erwarte ich auch nur eine Emotion, aber es geht, wir bleiben bei X, wir bleiben bei Twitter. X erwegt Antworten, einen Downvote-Button hinzuzufügen. Also ein bisschen, wie wir das von Reddit kennen. Also die Möglichkeit, dass du eine Antwort sozusagen sagen kannst, die passt nicht oder die ist dämlich. Wobei man ja übrigens dazu sagen muss, dass bei Reddit das Upvoten kulturell nicht bedeutet, dass man dem zustimmt, sondern dass man es gut findet, dass es diesen Inhalt gibt. Aber das wird bei Ex so niemand, glaube ich, verstehen. Und das ist jetzt, wird offenbar gerade getestet. Ich finde das übrigens, und das lege ich dir direkt mal mit aufs Tablett, Angesichts der Tatsache, dass eigentlich alle anderen Buttons gerade abgeschafft werden sollen.

48:11 Fynn Kröger

Ja, ich wollte gerade sagen, wo soll der denn noch hin? Das ist denn der einzige Button, der sozusagen auf erster Ebene sichtbar ist. Finde ich scheiße.

48:21 Gavin Karlmeier

Ja, das ist die Emotion.

48:24 Fynn Kröger

Was soll man dazu sagen? Aber es Ja, also weiß ich nicht. Ich finde das Ich finde Downvotes okay. Ich finde den Dislike auf YouTube, der hat auch eine Berechtigung. Ich vermisse ihn jetzt nicht so wahnsinnig doll. Das ist natürlich wieder so eine. Das holt den Karren jetzt nicht aus dem Dreck, würde ich sagen. Das ist natürlich so. Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen ignorant, aber was interessiert mich das? Also alles drumherum um diesen Downvote-Button ist ein absolutes Dumpsterfire. Warum ist ist diese Funktion dann noch in irgendeiner Form von Belang. Ich frage mich gerade, ist der Like bei Twitter, ich habe mich jetzt auf Twitter geeinigt, ist der das Gegenstück zu diesem Downvote und ist der immer noch ein Herz? Und ist der Downvote dann so ein gesprungenes Herz? Das sind die Fragen, die ich gerade habe.

49:24 Gavin Karlmeier

Die Fragen über Fragen. Ich kann keine davon beantworten, weil das Herz verschwindet ja aus der Sichtbarkeit. Dafür kommt der Download-Button. Ich bin gespannt, was sie als. . Vielleicht wird es einfach so einen Daumen hoch wie bei Meta, so als witzige Persiflage.

49:40 Fynn Kröger

Das war übrigens sehr deep, was du gerade gesagt hast. Das Herz verschwindet aus der Sichtbarkeit. Die. Ja, ich weiß nicht. Also ich weiß, glaube ich, was sie damit machen wollen, weil das ist dann irgendwie so ein algorithmischer Input, der dabei hilft, Inhalte zu sortieren. Also dass dann halt nicht irgendwie diese Pornobots da irgendwie ganz oben drauf sind, aber Es ist doch immer noch so, dass wenn du dir hier Ex Premium kaufst, dass du immer noch algorithmisch sozusagen beurteilt wirst und dass du weiter oben angezeigt wirst. Das heißt, wenn du bereit bist, Geld zu zahlen, um Scheiße zu posten, dann hilft dieser Downvote ja wahrscheinlich trotzdem nicht. Oder ist das dann sozusagen, kämpft der erstmal gegen einen Vorteil, um ihn wieder zu neutralisieren? Ja. Ich glaube, da kämpfen die Funktionen dieser Plattform mittlerweile gegeneinander.

50:37 Gavin Karlmeier

Ich glaube auch. Man will nur die Serverzentren beschäftigt halten. Mir gefällt die Idee, dass ein Downvote einfach eine Ex-Premium-Zahlung aufhebt. Das heißt, wenn jemand einen Arm runtergibt, wirst du behandelt wie der normale Pöbel. Und ich könnte mir vorstellen, dass die wenig Leute. Genau. Noch besser, stimmt. Anteilig für die Anzahl der Antworten, die du in diesem Monat geschrieben hast. Lieber Finn, vielen Dank, dass du heute da warst. Es war mir ein riesengroßer Spaß und ich würde mich freuen, wenn du nochmal wiederkommen würdest. Vielleicht dauert das dann nicht zwei Jahre. Ich weiß nicht mehr, wie ich dich erreichen soll, jetzt wo du kein Instagram mehr hast, aber ich finde einen Weg.

51:13 Fynn Kröger

Ach, Instagram habe ich ja noch. Es ist nur Threads hat es bisher getroffen. Aber ich kann dir mal eine Nummer geben. So gut fand ich das, dass du jetzt mal eine Nummer kriegst. Du hast die Reifeprüfung bestanden. Und ja, gerne. Ich komme gerne wieder. Mega. Vielen lieben Dank dir und schönes Wochenende. Danke, Ebso, tschüss.