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Folge 302 · 8. Juli 2024 · 43 Min.

Digitale Drecksarbeit

mit Dennis Horn

Wieso liegt Strafverfolgung in Staatshand und Content Moderation in Privater? Und wie viele Zähne hat die EU tatsächlich? Dennis Horn ist wieder da und sucht mit uns Antworten.

Transkript

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00:01 Intro

Haken dran, das Social Media Update der CT.

00:06 Gavin Karlmeier

Grüß dich, Gavin. Hallo Dennis. Wir sehen uns und man sieht uns. Zumindest für alle, die das wollen. Also, wir werden jetzt immer wieder die Haken dann-Episoden sowohl bei Spotify als Videopodcast hochladen. Das heißt, da könnt ihr, während ihr hört, das Video hochklappen. Oder bei YouTube das Ganze als Video gucken. Ich bitte aber so ein bisschen um Feedback, ob ihr lieber in Hochkant oder im Querformat gucken wollt, weil das ist mir nicht klar. Und beide Dienste bieten natürlich beides an. Also das müssen wir klären.

00:34 Dennis Horn

Was sind wir jetzt? Sind wir jetzt hochkant oder sind wir Querformat?

00:37 Gavin Karlmeier

Kannst du dir aussuchen. Heute kannst du es dir aussuchen.

00:40 Dennis Horn

Achso, bei mir ist egal. Du suchst aus, du machst einfach nachher lässt den Zuschlaghammer, Zufallshammer fallen. Ist in Ordnung.

00:49 Gavin Karlmeier

Okay.

00:50 Dennis Horn

Mehr Fragen gleich, red erstmal weiter, ich habe dich unterbrochen.

00:52 Gavin Karlmeier

Nee, ich wollte dich eigentlich sonst vorstellen.

00:56 Dennis Horn

Für alle, die neu dazugekommen sind.

00:58 Gavin Karlmeier

Genau, also du bist Dennis Horn, du bist Audiochef bei 1 Live. Und war es ungefähr 296 Folgen lang bei Haken dran dabei. Deswegen muss ich mich vielleicht gar nicht so viel vorstellen. Nein, es gab den Wunsch aus der Community, den ich inzwischen immer umsetze, dass ich meine Gäste immer ausführlich vorstelle. Aber ist natürlich so ein bisschen wie wenn man auf die eigene Familienfeier kommt und dann anfängt seinen Vater vorzustellen. Kennst du schon diesen Mann?

01:24 Dennis Horn

Ja, wenn Opa nochmal nach Hause kommt. Also irgendwann ist Opa so alt, dass man Opa nochmal all die anderen Leute vorstellen muss.

01:30 Gavin Karlmeier

Und zwar viermal am Tag.

01:33 Dennis Horn

Ja, genau. Immer wenn er nochmal neu in den Raum reinkommt, das ist dann Enkelopa. Also Okay, also mich hat das mit dem Video, ne, du hast so geschrieben, können wir das per Video machen? Und ich habe einfach geschrieben ja und dann habe ich nochmal so nachgedacht, dass ich bisher allen, die mich das gefragt haben, habe ich immer geantwortet, nee bitte nicht, weil ich bin ein erfahrener Radiomensch und Radioleute müssen ohne diese Bildebene funktionieren, weil mich das total durcheinander bringt und vom Inhalt ablenkt. Wenn ich jetzt noch auf ein Bild gucke.

02:10 Gavin Karlmeier

Du kannst es ja minimieren, den Browser.

02:14 Dennis Horn

Ja, aber dann habe ich Sorge. Wie ich aussehe. Dann kannst du dich ja nicht mehr kontrollieren. Und dafür, dann habe ich, also ich habe ja nach dem Radio machen sehr lange Fernsehen gemacht. Und dann wird man ja auch Eitel. Also ich kann jetzt also minimieren und jetzt einfach nur hier, dann würde ich die ganze Zeit hier so kommen.

02:32 Gavin Karlmeier

Aber ich finde gut, dass jetzt, wo du beim Radio bist, dass du die Eitelkeit wieder abgelegt hast.

02:41 Dennis Horn

So, wollen wir rein einsteigen, reingehen für heute, reinspringen in die These.

02:45 Gavin Karlmeier

Ich möchte gerne mit einem Ton reinspringen, ich will dir was vorspielen. Und zwar geht es dabei um. Ja, machen wir Marcus Brown Lee, der ist YouTuber, einer der größten Tech-YouTuber hat den YouTube-Kanal MKBHD. Der stellt so Smartphones vor und Elektroautos. Und der ist tatsächlich nicht ganz unbekannt mit Elon Musk. Also, die haben sich schon mehrfach getroffen. Marques war einer der ersten, die den Cybertruck getestet haben und der hat einen Podcast und in diesem Podcast, der übrigens auch per Video aufgenommen wird, In diesem Podcast fängt es ganz interessant an, und zwar als Codeopener, so wie wir Medienmenschen sagen, also vor dem Intro noch, bevor die Musik kommt, haben die so ein Gespräch und dieses Gespräch klingt so, das wollte ich dir mal vorspielen.

03:23 Speaker 4

I have tried to upload a video from the browser to Twitter every week for three months. It doesn't work. It still doesn't work. So how do you do you do it from your phone? So I airdrop it to my phone and up upload it from my phone. Dang. And then I copy and paste whatever I was going to use as a caption from the desktop. to the phone. How does Mr. Beast do it with his full videos? Honestly, I don't know. Twelve people trying to do it. It's just broken as hell. Dang. Also, ich fasse zusammen.

03:52 Gavin Karlmeier

Warum bin ich nicht überrascht? Er versucht seit drei Monaten jede Woche seine Videos auch bei X hochzuladen oder bei Twitter, wie er sagt. Und das schlägt jedes Mal fehl. So dass er sich diese Videos, die halt wirklich, also der produziert in 8K, der produziert 20 Minuten, das werden nicht 200 Megabyte sein. Die Air droppt er sich aufs Handy, um mit dem Handy das Video bei Hex hochzuladen. damit das hochgeladen werden kann. Woraufhin seine Kollegen ihn fragen, aber wie macht das Mr. Beast? Er sagt, ich habe keine Ahnung. Und Ich finde das so beachtlich, weil Marcus ist einer von denen, um die Elon Musk persönlich geworben hat. Also er hat selber gesagt: hey, warum lädst du deine Videos nicht auch direkt bei uns hoch? Und aus irgendeinem Grund macht er das inzwischen, Mr. Beast ja auch. Das Revenue Sharing wird es wahrscheinlich nicht sein, die kleinen Beträge, die damit entstehen. Aber ich finde das interessant, dass er das hier so öffentlich jetzt platziert nach drei Monaten und sagt: also hier funktioniert ja gar nichts. verschiedene Browser probiert, alle ist es ein Totalschaden am Ende. Als jemand, der auch durchaus im Verdacht steht, bei Leuten, die er gut findet, eine ich sag mal, wohlwollendere Kritik walten zu lassen, als bei Dingen, die er nicht so mag. So, das muss man ihm da so ein bisschen einmodern, glaube ich. Fand ich als Einstieg heute schön. Wie sind deine Twitter-Erfahrungen in der letzten Wochen gewesen?

05:11 Dennis Horn

Ja, gar keine mehr. Also ich gehe zwischendurch noch irgendwie rein, um einmal zu kontrollieren, hat mir irgendwer Direktnachrichten geschickt und ich habe noch so Im Hinterkopf, ich weiß nicht, wie alt diese Übernahme da war, so drei, vier Monate oder so, da fing das ja an mit dem, wir verkaufen die Nutzernamen, weißt du? Und wir werden hier so ein bisschen Also werden hier so ein bisschen Willkür walten lassen darüber, wer seinen Nutzernamen überhaupt behält und dann war auch nochmal so im Gespräch. Ich weiß nicht, ob du dich daran erinnerst. Zeiträume innerhalb derer du dich mal besser einloggst ab und zu, damit X dich weiter als aktiven Nutzer wahrnimmt oder einen Haken dran macht, verzeichnet. Dann habe ich so gedacht, das ist doch das ist doch eine Aufgabe für mich Also mich hier regelmäßig noch einzuloggen, einfach um diesen vier Buchstaben Benutzernamen zu halten. Und deswegen nehme ich nicht besonders viel mehr wahr, von wie gut funktioniert das, aber es überrascht mich nicht. Wir haben ja auch darüber geredet, dass im Grunde er diese technologische Basis ja so entkernt, alles mal über den Haufen wirft, rausreißt und so weiter. Und da war ja immer schon die Frage Dran bewegt sich das irgendwie wie so ein Kartenhaus und fällt irgendwann in sich zusammen. Also ich finde so, du hast gerade über ihn gesagt, er äußert das so wohlwollend, ne? Oder müsste es wohlwollend äußern gegenüber Elon Musk? Und wenn wir jetzt mal sagen, das ist wohlwollend, was er da sagt. Ja, dann wirft das vielleicht ein Licht darauf, wie schlimm der Zustand tatsächlich ist.

07:02 Gavin Karlmeier

Ja, das kann man so lesen, vor allem, weil der halt wirklich ein signifikant großer Creator ist in den USA. Und ich würde auch behaupten, dass er durchaus damit einige Aufrufe erzielt mit diesen Videos, die er dort veröffentlicht. Das habe ich jetzt nicht gegengecheckt, aber mache ich jetzt gerade mal live.

07:18 Dennis Horn

Mach mal live.

07:19 Gavin Karlmeier

Mach ich live egal. Was schätzt du?

07:22 Dennis Horn

Es stimmt tatsächlich, weil es dir ein etwas helleres Licht aufs Gesicht Wie viele Aufrufe mit seinen Videos durchschnittlich bohren.

07:29 Gavin Karlmeier

Man muss aber dazu sagen, dass der Twitter Ex-Aufrufe ein Wert ist, mit denen man ja also Aufrufe innerhalb von Ex, meinst du, mit den Videos? Ja

07:39 Dennis Horn

Boah, ich habe überhaupt keine Dimension im Kopf. Deswegen ist er geraten 200. 000.

07:45 Gavin Karlmeier

Oh, ich sehe aber, dass er eigentlich nur die Shorts hochlädt. Und da haben wir zum Beispiel einen Ausschnitt vom Gespräch mit Tim Cook, Tim Apple. Sechs Millionen Aufrufe. Aber nee, Impressionen. Impressionen. Sechs Millionen Impressionen. Also wer hätte jetzt noch mit damit anfangen, ne? Aber ein kurzer Testbericht zu den neuen Beats, auch 600. 000 Aufrufe. Also da passiert schon ein bisschen was. Ich weiß nicht, ob das so eine Art öffentliches Anzählen ist, ob man das so lesen soll, oder ob das einfach nur eine kleine spaßige Anekdote ist, die aber zeigt, dass einfach gar nichts funktioniert.

08:21 Dennis Horn

Ja, schwer einzuschätzen. Also ich glaube, wenn du öffentlich anzählen müsstest, dann würdest du auch über Elon Musk sprechen und nicht nur über die Funktion. Ich glaube, es ist im Anekdotenbereich zu verorten.

08:36 Gavin Karlmeier

Schön, wie lange wir so einen kurzen Ausschnitt hier jetzt analysiert haben.

08:39 Dennis Horn

Voll, oder?

08:40 Gavin Karlmeier

Ja.

08:41 Dennis Horn

Wir müssen heute Strecke machen, weil es ist gar nicht so viel los.

08:43 Gavin Karlmeier

Genau, das sollen wir noch seit lang. Wir müssen ein bisschen Meta machen.

08:46 Dennis Horn

Ja, genau.

08:47 Gavin Karlmeier

Es gibt noch so eine kleine Anekdote, die ist gar nicht die größte Nachricht des Tages, aber wenn du den Ex-Blog aufrufst, ne, mach das mal alle, die jetzt gerade zuhören. Gib mal den offiziellen Ex-Blog ein. Der Link dazu ist blog. ex. com. So Marschauch. Was siehst du?

09:13 Dennis Horn

Auch das ist nicht überraschend. Der aktuellste Antrag trägt den Titel Building the Future of X. Und stammt von Linda Jaccarino am zweiten August 2023. Also es ist fast ein Jahr. Wir können nächsten Monat können wir am zweiten August Jubiläum des letzten Blogeintrags.

09:31 Gavin Karlmeier

Nee, das ist nur die Angepinnte. Es gibt neue Repositzen. Schade. Das ist das Titelbild, weil wenn du die Sate neu lädst, dann siehst du kurz den Twitter-Vogel, der dann zum Ex-Log sich umgangs. Tatsächlich, ja.

09:44 Dennis Horn

Ja, aber ist das ein technischer Fehler oder ist das in diesem Building the Future of X enthalten?

09:50 Gavin Karlmeier

Das ist ja kein GIF. Oder GIF, wie du vielleicht sagen würdest, sondern das ist ja ein Bild. Das heißt, die haben offenbar. Ja.

10:00 Dennis Horn

Erstmal ist es mir peinlich, dass ich auf den angepinnten Beitrag reingefallen bin.

10:04 Gavin Karlmeier

Das ist ein schlimmeres. Aber es hätte auch alles gepasst. Du machst ja nur Audio, Dennis.

10:08 Dennis Horn

Das ist ja Wahnsinn. So, pass auf, aber wenn du jetzt drauf klickst, kommst du in den Beitrag vom Exblog und da ist oben noch das alte Twitter-Blau zu sehen. Da wurde nur das Logo ersetzt.

10:20 Gavin Karlmeier

Schön. Es ist alles so lieblos. Was aber vor allem lieblos ist, und jetzt müssen wir kurz ein bisschen zur Sache kommen. Also wir wissen ja, dass die EU, oder vor allem Thierry Breton als Binnenmarktkommissar in der EU-Kommission, einen ziemlichen Zug vorlegt, was die Regulierung von den Big Tech-Unternehmen angeht und dass Ex sich da nicht ausnehmen darf. Und das Ex vor allem ziemlich angezählt wurde, schon im letzten Oktober. Und zwar nach den Anschlägen vom 7. Oktober in Israel, hat die EU zunächst am 11. 10. gesagt, hey Elon Musk, also hat einen öffentlichen Brief veröffentlicht und so sinngemäß gesagt, hey Elon Musk, guck mal nochmal genau, ob ihr da gerade alles tut, was man tun muss, um illegale Inhalte und Desinformationen in der EU zu verbreiten, also um das zu verhindern. So. Zwei Tage später hat die EU ein offizielles Verfahren eingeleitet, wegen Hamas-Videos, die dort in großem Ziel verbreitet wurden und von der Moderation nicht eingefangen wurden. Jetzt ist es so, dass es Berichte gibt und das ist interessant, weil es immer wieder solche Berichte gibt, die dann zwei, drei, vier Tage später irgendwie von der EU bestätigt werden. Also Offenbar wird da so ein bisschen durchgestochen, um so ein bisschen Wirbel aufzuwirbeln. Auf jeden Fall gibt es jetzt den Hinweis darauf, dass es eine förmliche Verwarnung geben soll. Das ist der erste Schritt dazu, eine tatsächliche Strafzahlung. auslösen zu können und zwar in dem Fall in Höhe von 6% des Umsatzes von X. Also ein wirklich erstaunlich hoher Wert, der da passieren kann. Weil eben in diesem Bereich der Content-Moderation die notwendigen Änderungen nach wie vor nicht umgesetzt wurden. Es wird erwartet, dass diese Meldung von Thierry Breton in den nächsten Tagen bekannt gegeben wird durch die EU. Und das wäre der erste Fall einer tatsächlichen Zahlung im Rahmen des DSA, die zu solchen Big Tech-Unternehmen eben durchdringen würde.

12:16 Dennis Horn

Ich habe. Also wie findest du das so schnell und konsequent? Weil du sagtest ja gerade schon, das ist schon seit also ich habe zwei Bauchschmerzgedanken zu der ganzen Geschichte. Erstmal die Geschwindigkeit. Also, da haben wir ja schon drüber gesprochen, als ich noch hier war, jeden Tag.

12:39 Gavin Karlmeier

Das muss man sich übrigens auch auf Augen führen, dass wir das täglich gemacht haben. Man vergisst das so.

12:45 Dennis Horn

Also, da ging das doch schon los. Und da haben wir ja auch die Klarheit, mit der Thierry Breton da ans Werk gegangen, ist ja auch verglichen. Mit dem Vorgehen der Behörden in Australien und Neuseeland gegen Big Tech. So, die sind da ja auch sehr konsequent gewesen, auch gegen Meta besonders. Und Das war so eine ähnliche Zeit und das ging so ein bisschen so in die Nähe, wie auch Australien so sehr deutlich gegenüber den Plattformen geworden ist. Und dann finde ich jetzt mittlerweile, ich meine, jetzt ist bald schon wieder Oktober. Finde ich das fast schon ein bisschen lang? Oder sind das einfach die Fristen? Also weißt du was ich meine?

13:29 Gavin Karlmeier

Ja. Also ich vermute, dass das der Fall ist. Also die EU darf diese formelle Entscheidung über die Strafzahlung nicht vor Ende des Jahres fällen, in dem Fall hier. Und ich gehe davon aus, dass die Fristen relativ großzügig sind, diese Prozesse einzuhalten. Also, wir kennen natürlich jetzt, also ich kenne die jetzt gerade nicht, wir reichen das nach im Housekeeping am Mittwoch in der Folge, aber Ich gehe davon aus, dass denen nicht gesagt wird, das muss bitte bis übermorgen umgesetzt sein, sondern vermutlich sind das so EU-mäßige, EU-mäßige Kurzfristigkeiten, die dann halt sechs Monate heißen.

14:07 Dennis Horn

Und dann ist meine zweite Frage: die inhaltliche Komponente. Also, wer definiert hier eigentlich, was gefährliche Inhalte sind? Das ist, also ich finde, dass so sehr wir ja, glaube ich, beide befürworten, dass man konsequent ist im Umgang mit den Plattformen. Und dass gerade Ex die Verantwortung, die es hat, einfach nicht wahrnimmt. So schwierig finde ich es dass hier offenbar die EU, das ist, die definiert, was denn gefährliche Inhalte sind. Ja, also wenn wir, wenn wir sagen würden, strafbare Inhalte, alles fein. Durch Gesetze geregelt. Aber an der Stelle, da haben wir, glaube ich, da haben wir vor einem Jahr noch nicht so drüber gesprochen, über diese Komponente.

15:00 Gavin Karlmeier

Also, wer legt das eigentlich fest?

15:03 Dennis Horn

Und wie sauber ist das rechtsstaatlich?

15:05 Gavin Karlmeier

Also in dem offenen Brief vom 11. Oktober war die Rede von illegalen Inhalten und Desinformationen, was ich Klarer Finder. In der Tat wird jetzt von gefährlichen Inhalten gesprochen, das mag aber auch ein Übersetzungsfehler sein an der Stelle.

15:19 Dennis Horn

Aber auch Auch bei Desinformation müssten wir dann darüber reden, was ist eigentlich hier die genaue Definition, weil wir wissen ja genau, wir haben es ja auch viel mit Inhalten zu tun, die. eher tendenziös sind, ja, oder gezielt Dinge weglassen und dadurch in der Debatte in eine bestimmte Richtung lenken und nicht klar . . faktisch immer zu 100 Prozent Desinformation sind, also da fällt ja vieles drunter unter diesem Begriff Und mir fehlt dann hier in so einem Verfahren eine neutrale Instanz, die das irgendwie festlegt. Da sind wir vielleicht wieder bei diesem Vorschlag der Plattformräte, über den wir schon häufiger gesprochen haben. Oder es müsste eine rechtliche Instanz irgendwie sein. Aber also da ist so ein bisschen Bauchschmerz auch im Vorgehen. Ähm, der EU gegen gerade Ex.

16:12 Gavin Karlmeier

Ja, das ist, ich kann das verstehen, weil viele dieser Dinge auch gar nicht so Es gibt ja nicht immer ein Schwarz und Weiß, also wie du schon sagst, es gibt eben Abwägungen und ich finde, dass du vor allem so im Bereich der Desinformation Tatsächlich gar nicht so richtig entscheiden kannst, wer das entscheiden kann. Also selbst ein Plattformrat wäre kulturell geprägt. Du könntest nicht, wenn du ein Team von zehn FaktencheckerInnen da hinsetzen würdest. Könnten auch die zu unterschiedlichen Schlüssen kommen bei selben Aufgabenstellungen? Sondern also du brauchst eigentlich eine klare Definition davon, was ein illegaler Inhalt ist. Da bin ich mir aber fast sicher, dass gerade was den Begriff des Illegalen angeht, es so eine Formulierung schon gibt. Weil sonst gäbe es ein Gesetz halt, ne?

17:00 Dennis Horn

Sonst gäbe es keine Gesetz, das ist klar, aber an an der anderen Stelle ist hier für mich ist noch gar nicht mal die Schwierigkeit das so ganz exakt festzulegen, das ist ja auch bei Gesetzen, es gibt immer so eine Auslegungsfrage, die irgendwie damit reinspielt. Für mich ist die Schwierigkeit, dass das Rechtsstaatliche, also Übernimmt hier die Definition dieselbe Stelle wie die, die auch die Verfolgung übernimmt. Weißt du? Und das ist, das sind einfach unterschiedliche Gewalten. Und das halte ich für ein Problem.

17:30 Gavin Karlmeier

Ja, es vor allem das dass das Problem ist, dass diese Stelle idealerweise nicht gleichzeitig auch noch die sein kann, die verfolgt, ja, aber gleichzeitig auch der Standort ist, auf dem diese Desinformationen stattfinden. Also es ist halt schwierig, Ex zu sagen, ja, ihr müsst jetzt bitte durch unsere, durch, also wir schreiben euch jetzt etwas vor und zwar müsst ihr bitte Desinformationen identifizieren und verbannen, das aber nach eurem eigenen Definitionsprinzip und wenn das aber nicht unserem Definitionsprinzip entspricht, dann habt ihr ein Problem. Also wir müssen nicht darüber reden, dass X der Content-Moderation nicht mehr nachkommt, weil wir das auch im eigenen Nutzungsverhalten auch nur hier durch so Kleinigkeiten immer wieder feststellen. Aber das grundsätzliche Problem bleibt, vor allem wenn du auf Meta zum Beispiel schaust, das ist eine andere Geschichte. Ich schwenk da direkt rüber, weil das gerade so gut passt. Es gibt am Wochenende hat Spiegel einen Text veröffentlicht. Mit dem Namen, bis ich es nicht mehr ertragen konnte, die digitale Drecksarbeit. Und da geht es um das Unternehmen Sama, die sitzen in Nairobi in Kenia Und machen dort für Meta Content Moderation. Das ist ein Text, der nur in Auszügen hier veröffentlicht wurde, der eigentlich vom Ding Magazine, das ist ein amerikanischer amerikanisches Online-Medium, in dem es eben viel um Tech-Themen geht, von denen eigentlich aufgeschrieben wurde. Der Spiegel hat Teile davon eben übersetzt und jetzt veröffentlicht. Und es geht um Menschen, die berichten, die dort gearbeitet haben, von katastrophalen Arbeitsbedingungen von Menschen, die also sie berichten, das eine Mitarbeiterin von Sama, die sagt Die erste Woche oder die ersten Wochen hat sie eigentlich nur harmlose Inhalte angezeigt bekommen. Und danach ging es los, dass sie Inhalte gezeigt bekommen hat, die Gewalt und Selbstmord gezeigt haben, Kindesmissbrauch gezeigt haben. Und sie hat an sich festgestellt, dass sie körperliche Reaktionen darauf hatte. Also Panikattacken, Angstzustände, Asthma bekommen, hat eine Psychotherapie begonnen, weil sie sich anfangs nicht direkt erklären konnte, dass es was mit dem Beruf zu tun hat. Hat dann aber mit der Zeit mit anderen Leuten auf der Arbeit festgestellt und gemerkt, dass es den anderen Leuten auch so geht, dass sie dort aber wegen der Gesetzeslage, wie sie sagt, durch die Geheimhaltungsvereinbarung, durch den NDA, den es halt gibt, dass sie nicht mal dem Therapeuten sagen durfte, wo sie arbeitet. Das heißt, sie eigentlich das alles mit sich alleine ausmachen musste. Und da kann man natürlich, da sind viele Fragen dran. Zum Beispiel die Frage, sollte so eine Content-Moderation so weit outgesourced werden, dass sie in Ländern stattfinden, die vielleicht möglicherweise Gesetze haben, die so ein Vorgehen überhaupt erlauben? Oder sollte das überhaupt geoutsourced werden an eine Firma, die dadurch viel, viel stärker wirtschaftlich denkt. Also ein anderer Mensch, der hier berichtet hat, spricht davon, dass er Ziele hatte, wie viele Videos er am Tag sehen muss. Aber gleichzeitig festgestellt hat, dass er durch die Belastung immer größere Pausen machen musste und immer weniger produktiv sein kann, weil er merkt, was es mit ihm gemacht hat. Oder mit ihr ist eine Frau. Und gleichzeitig aber dadurch die Angst bekommt, dass sie einen Job verliert, wenn sie nicht genug Videos guckt. Das heißt, da findet eine Machtsituation statt, die für die Menschen, die dort arbeiten, selber überhaupt nicht zu überreißen ist. was da eigentlich gerade passiert. Meta hatte inzwischen Stellung dazu bezogen und gesagt, dass mit dem Unternehmen nicht mehr zusammengearbeitet wird inzwischen. Aber Das grundsätzliche Problem von, ich habe hier ein Subunternehmen, an dem ich sowas abgebe, die jetzt für uns die Content-Moderation übernehmen und das so stark effizienz und wirtschaftlich optimiert gestalten müssen. dass am Ende eigentlich ein gutes Ergebnis gar nicht das Ziel ist. Es geht hier nicht darum, die Plattform irgendwie zu cleanen, sondern es geht hier nur noch darum, um irgendwelche Zahlen zu erfüllen und dabei auch völlig außer Acht zu lassen, dass es Menschen machen müssen.

21:16 Dennis Horn

Ja, aber es ist ein Zeichen und ein Symptom davon, dass diese Plattformen sich eben nicht allein durch Technologie Sauber halten lassen und dass die Menge an Inhalten und der in Anführungszeichen virale Faktor gleichzeitig dafür sorgen, dass man gar nicht genug Menschen auffahren kann, um das irgendwie auch sauber zu halten. Und ich habe doch mal hier davon erzählt, wie ich Boah, das ist schon wahnsinnig lange her, aber für die Tagesthemen mal in diesem Löschzentrum von Facebook in Berlin war. Da sind wir jetzt so innerhalb des deutschen Rechtsraums und so. Und alles vielleicht nochmal so ein bisschen easier als in manch anderen Ländern, wo dann auch noch die Arbeitsbedingungen eh schon mal per se härter sind. Aber es gibt in Deutschland, ich glaube in Berlin und mittlerweile auch in Essen seit ein paar Jahren, gibt es diese Löschzentren von Meta. Und ähm Da habe ich mit Leuten in Berlin ja auch gesprochen. Und das waren die, die mit uns sprechen wollten. Also, wo man jetzt so nach deinen Beschreibungen von dieser von dieser Situation in Kenia jetzt mal irgendwie dann gehst du nach Deutschland und dann hast du Irgendwie ein erfahrenes Subunternehmen, das ist Bertelsmann, das heißt, sie sind nochmal anders ausgestattet. Du hast hier Arbeitsschutzgesetze und Arbeitsschutzrecht und Die hatten da auch auf den, also da gab es ja die Berichterstattung über auch dort schlechte Arbeitsbedingungen vom Süddeutsche Zeitung Magazin. Und dann war das wie so ein. Na, jetzt machen wir hier mal die Türen auf und lassen da mal Journalisten rein und die beschreiben jetzt mal, wie das wirklich ist. . . Und dann haben wir auch mit Menschen gesprochen, relativ ungefiltert auch. Und sozusagen, selbst durch diese ganzen Filterstufen, die ich gerade beschrieben habe, die da hintereinander wegwirken, selbst diese drei Leute, mit denen wir da beschrieben haben. Haben ja erzählt, wie sie abgestumpft sind. Und ich kann noch mal kurz ein Beispiel vielleicht kurz geben und würde hier aber eine Trigger-Warnung aussprechen, also für die, die mit Mit Gewaltdarstellungen, selbst wenn ich sie jetzt ein bisschen akustisch umschreibe, nicht klarkommen. Ich würde eine Minute vorspringen an dieser Stelle. Das war also eine Mitarbeiterin. Die ähm beschrieb, wie man dort in diesem Löschzentrum durch so mehrere Stufen geht. Also du steigst sozusagen mit der untersten Stufe ein. Das ist dann irgendwie so. Check auf, sind die Profile echt? So. Und wenn du das eine Weile gut machst, kommt dann die nächste Stufe und die nächste Stufe, dann bist du irgendwann bei der zweiten, dritten, vierten Stufe oder so, bist du bei Gewaltdarstellungen. Und sie hat wirklich beschrieben Eins der ersten Videos, dass sie sich angeguckt hat, also war irgendwie ein, zwei Tage sozusagen in diesem Job, war eine Enthauptung. Und sie saß da, hat sich das angeguckt und hat dann beschrieben, sie sah, dieses eine Video ist nach unten vor die Tür gegangen. hat geheult. So, ich weiß nicht, ob sich auch übergeben oder so. Aber auf jeden Fall eine sehr drastische Darstellung. sagt, dann bin ich wieder reingegangen und ab dann war es nicht mehr so schlimm. Das heißt, selbst die Leute, die Hier arbeiten, wo so ganz viele Filter von Arbeitsschutz, von ganz anderer Arbeitsumgebung als in den Fällen dieser Löschzentren, wo die Bedingungen nochmal richtig harsch und schlimm sind. Selbst die beschreiben, wie sie das kaputt macht, diese Arbeit. Und ich bin so zwischen, das lässt sich Auch bis zu einem gewissen Grad gar nicht verhindern, ja, weil wir das nicht der Technologie überlassen können und Eine von denen sagte halt auch so, was wir hier machen oder sehen, muss dann jemand anderes nicht mehr sehen. Und zwischen eigentlich sollte das keiner sehen müssen. Also das ist ja

25:22 Gavin Karlmeier

Also in dem Spiegeltext wird auch davon gesprochen, dass das Ziel wohl ist, mit den eigenen Entscheidungen die KI zu trainieren, um ihren Job sozusagen irgendwann überflüssig zu machen. Klar passiert das. Also das, finde ich, liegt ja auch auf der Hand. Und dass sie das, was Ihnen angezeigt wird, auch schon KI gefiltert ist, immerhin. Aber selbst das reicht hier an der Stelle nicht. Und was ich mich so frage, wenn ich das so lese und wenn ich sehe, also ich weiß nicht, wie es bei Bertelsmann ist oder bei dem Unternehmen der Bertelsmann Gruppe da. Aber auch In all solchen Gruppen, die ich irgendwie in meinem auch in meinen Nebenjobs früher kennengelernt habe, ob es ein Callcenter war oder was auch immer. Du hast ja immer auch quantitative Ziele. Und das wird ja dort auch so sein. Auch von denen wird erwartet werden, dass Facebook sagt, da muss ein gewisser Anteil der Videos, die ihr am Tag bekommt, muss gefiltert werden, weil das ein Dienstleister ist. Das heißt, in dem Moment, wo da dieser Dienstleistungsvertrag entsteht, besteht eine Anspruchshaltung, die anders ist, als wenn man es selber machen würde. Ist ja klar. Also wenn ich mir jetzt für meine. was weiß ich, für eine Hochzeit jemanden hole oder für meine Wohnung besser. Wenn ich mir für die Wohnung hole und der soll die Wände anstreichen, dann erwarte ich, dass der mir sagen kann, wie lange er braucht, um vier Wände zu streichen. Wenn ich es selber mache, kann es länger dauern, dann mache ich es halt, deswegen mache ich es selber. Und ich habe das Gefühl, dass das kein System ist, das nach meinem Gerechtigkeitsempfinden so erlaubt sein sollte. Weil das eine Tatsache, also das, was diese Menschen dort beruflich machen. am Ende Exekutive ist. Also eigentlich ist das die Aufgabe einer beispielsweise staatlichen Behörde oder Organisation So etwas durchzuführen, öffentlichen Raum sicher zu halten. Das ist ja die Aufgabe, die passiert. Das ist die Aufgabe, die die Polizei auf den Straßen hat. Das ist dieselbe Aufgabe, die im Internet auch ausgeübt werden muss. Und das kann nicht sein, dass das durch ein System von wirtschaftlichen Abhängigkeiten so verkehrt wird. Weißt du, was ich meine? Ich empfinde das als falsch.

27:22 Dennis Horn

Total, da sind wir ja wieder bei dieser Grundlagenfrage. Diese Unternehmen und die Orte, die sie schaffen, werden nach wie vor als privatwirtschaftliche Räume betrachtet. Und das fand ich ja schon immer falsch so. Aber diese Grundlagenfrage ist ja bis heute nicht geklärt. Es gibt ja immer noch Leute, die genauso argumentieren, den Unternehmen. Ist es so halbrecht? Interessanterweise sagt Mark Zuckerberg ja, reguliert uns, damit er diese Entscheidungen offenbar nicht selbst treffen muss. Ja, das ist da sind wir wieder bei dieser dieser grundlegenden Frage, sind das nicht tatsächlich Öffentliche Räume.

28:04 Gavin Karlmeier

Nach der Definition dürftest du ja in privaten Räumen auch machen, was du möchtest. Also, weißt du, in dem Moment, wo die Polizei sagt, na, da kümmere ich mich nicht drum, weil das ist nicht unsere Aufgabe, in dem Moment dürftest du auf privaten Partys mit Waffen um dich schießen, weil du sagst, hey, es ist ein privater Raum. Ist es natürlich nicht. Nur weil etwas privat wird in privatwirtschaftlicher Hand liegt. Die Autobahn ist auch ein öffentlicher Raum, gehört aber nicht Uns allen. Also ich finde, dass so diese, diese, ähm, das ist ein kulturelles Problem, dass hier einfach immer noch eine große Trennung stattfindet zwischen digitalen Räumen und analogen Räumen. Ist das der richtige Begriff? Offline-Räume. Also ich finde, du darfst die Offline-Welt einfach nicht analynen. Da sind wir aber jetzt bei 1996 und das Internet ist kein rechtsfreier Raum.

28:52 Dennis Horn

Ja, aber man muss diese Diskussion offenbar immer noch führen. Es ist unfassbar.

28:57 Gavin Karlmeier

So ist es. Jetzt, bevor wir uns hier richtig in Rage reden zu dem Thema, jedenfalls sind wir sehr gespannt, ob Ex diese das erste Unternehmen werden wird, das diese Strafzahlung leisten muss an die EU. Weil das auch so ein bisschen, glaube ich, so ein eine Das ist eine wichtige Entscheidung für alle Tech-Unternehmen. Die Frage, wie viele Zähne hat die EU? Ja. Ja, 32. Du lachst so am Oyant.

29:28 Dennis Horn

Weil ich mir gerade so ein Gebiss aus Sternen vorstelle.

29:38 Gavin Karlmeier

Na gut Ähm, es gibt einen kleinen kleinen Follow-up zu einer Geschichte und zwar ging es darum, dass es ja Twor Twitter AktionärInnen gibt, so sagt man, Twitter-AktionärInnen ehemalige gibt, die Klage eingereicht haben gegen Elon Musk. Sie sind ja nicht die einzigen, aber sie ihm einen Betrug vorwerfen. Und zwar deswegen, weil Elon Musk Elf Tage zu spät gemeldet hat, dass er 9,2% des Unternehmens Twitter gekauft hat.

30:10 Dennis Horn

Das war die Zeit, als er so heimlich eingestiegen ist.

30:12 Gavin Karlmeier

Genau, er versucht sich erstmal ins Board einzukaufen, um da kleine Veränderungen auszulösen. Ähm und es gibt halt eine Richtlinie der SEC, das ist die Börsenbeaufsichtsbehörde in den USA, die ihn verpflichtet hätte, dass eben bis zum vierundzwanzigsten März 2022 bekannt zu geben. Das hat er aber zu spät gemacht. Und er versuchte jetzt diese Klage abzuwenden – übrigens nicht das erste Mal. Es gab schon mal genau diese Klage, die Elon Musk abweisen lassen wurde. die, ähm, was dann aber nicht geklappt hat, das hat der Anwalt abgelehnt, äh, der Richter, Entschuldigung, der Bezirksrichter abgelehnt. Und zwar jetzt mit der Argumentation, dass Masken gesagt, dass alles, was er beweisen kann und alle Hinweise, die er hat und alle Papiere, die er hat, alles deutet darauf hin, dass es sich hier um einen Fehler handelt. weil er sich dieser Richtlinie der SEC nicht ganz klar war. Er sagt, das ist kein Betrugsversuch, alle Hinweise auch in den Schriftsätzen deuten auf einen Fehler hin. So, das Interessante ist aber, und das ist nämlich, deswegen habe ich gerade mit diesem ersten Versuch der Abweisung dieser Klage angefangen. Das war im September und da hat er dasselbe versucht, genau mit derselben Argumentation und der Bezirksrichter Andrew Carter hieß er, der hat gesagt, dass er sogar unter Eid über diese Geschichte schon gesprochen hat und er deswegen Beweise darin sieht, dass Elon Musk durchaus wusste, was er da tut.

31:33 Dennis Horn

Ja, okay. Also, und selbst wenn er es nicht gewusst hätte, ich. Ich zitiere den Dorfpolizisten von nebenan, der hier immer mit dem Fahrrad rumfährt und dann sagt, Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. So.

31:47 Gavin Karlmeier

Also ja, so ist es halt, ne? Ich finde das so.

31:50 Dennis Horn

Na, das war ja, also das hatte ja, da kann man ja drin lesen, das hatte ja auch handfeste Vorteile für ihn. Das eine ist ja, ähm Haben wir gerade gesagt, er hat ja versucht, sich da so reinzusneaken und seine Beteiligung irgendwie geheim zu halten. Also als wäre das wie so eine Art. weiß ich nicht, Inside-Job, ne, um da irgendwie ins Board zu kommen. Das andere ist aber, dass das ja auch handfeste wirtschaftliche Vorteile hat, weil in dem Moment, in dem sich irgendwie der was reichste Mensch der Welt, weiß ich nicht, war er da nicht, aber so, ne, diese Diese damals noch Lichtgestalt, ich meine, da gab es auch schon Gründe daran zu zweifeln, aber irgendwie komplett sein Image ins Verdorben gezogen hat er ja mit der Übernahme von Twitter natürlich am Ende. Hatte er noch so ein bisschen so ein anderes Image. Und wenn der sich jetzt irgendwie einkauft bei Twitter, dann würden natürlich die Aktienpreise auch rasant steigen. Das heißt, die, die er dann zusätzlich auch noch kaufen will, würden natürlich auch schlagartig teurer. Und er war ja darauf bedacht, das alles auch möglichst billig zu bekommen.

32:51 Gavin Karlmeier

Und das ist genauso passiert.

32:53 Dennis Horn

Man kann ja man kann ja diese Strategie, diese Taktik daraus ablesen, also ist komplett unglaubwürdig. Dass das ein Versehen war.

33:01 Gavin Karlmeier

Ja, also Elon Musk soll 200 Millionen Dollar gespart haben, weil in dem Moment, als es bekannt geworden ist, dass er gekauft hat, die Twitter-Aktie um 27% gestiegen ist. So. Also, Wirtschaftswissenschaftler Dennis Horn, vielen Dank.

33:21 Dennis Horn

Prozente dran, das Wirtschaftsupdate.

33:25 Gavin Karlmeier

Ich habe noch eine kleine Regulierungsgeschichte, weil Regulierung, das ist unser Ding. Regulierung drin. Absolut. Ja, Regulierung drin. Wir sagen dran Update. Und zwar, die brasilianische Datenschutzbehörde verbietet Meta jetzt die Nutzung von Daten zum Trainieren von KI-Modellen. Die Entscheidung beruht auf der unmittelbaren Gefahr einer schwerwiegenden und nicht wiedergutzumachenden oder nur schwer wiedergutzumachenden Beeinträchtigung der Grundrechte betroffener Personen. Ist die Formulierung. Und das ist interessant, weil die EU ja dasselbe versucht hat oder deswegen zumindest ein Verfahren eingeleitet hat, was dazu führt, dass Meta-AI in der EU noch gar nicht ausgerollt wird. Dass wir alle diesen Hinweis bekommen haben, dass unsere Daten verwendet werden. Also alle vergangenen Postings beispielsweise, die wir bei Facebook oder Instagram veröffentlicht haben, um eine KI zu trainieren, das ist möglicherweise so nicht zulässig, weil wir nicht explizit einer AGB zustimmen mussten, sondern nur darüber informiert wurden. Und die brasilianische Datenschutzbehörde sieht das jetzt ganz genauso und hat deswegen diesen Einsatz in Brasilien erstmal verboten. Und mein erster Gedanke dazu war aber. Hat die EU vielleicht sogar jetzt die Funktion, die andere Länder beispielsweise in globalen Krisen oder Konflikten hat, nämlich dass die EU sozusagen eine Art Vordenkerin wird, weil sie mit solchen Ausformulierten Argumentationen durch die Regulierung anderen Staaten die Möglichkeit gibt, relativ schnell solche Prozesse für sich selber eben auch umzusetzen, die nicht innerhalb der EU sind. Also sind wir ein Vorbild?

34:56 Dennis Horn

Naja, ich würde sagen schon. Ich glaube, das muss immer erstmal zum Rechtsrahmen passen, so, aber ich würde sagen, die Argumente sind einfach in der Welt. Und das guckt man sich ja heute schon sehr genau an. Ich glaube, das hat man ja bei vielen anderen regulatorischen Maßnahmen, über die wir hier in Hakendrand schon gesprochen haben, auch gesehen. Ich meine, genauso diese Gleichzeitigkeit. Zwischen dem Vorgehen, über das wir eben sprachen, in Australien und in Europa, war ja auch klar, da steckte ja immer so eine Art, da war ja Deutschland sogar prägend, so eine Art Leistungsschutzrecht, Leistungsschutz recht dahinter. Und kann gut sein, dass das hier am Ende auch so ist. Ich meine, das ist auch ein großer Markt. Brasilien. Da ist Facebook nach wie vor groß mit seinen aktiven Nutzerinnen und Nutzern, ich glaube so rund 100 Millionen, die da irgendwie hinterstecken. einer doppelt so großen Bevölkerung, also die Hälfte der Leute ist bei Facebook in Brasilien. Und ähm ähm klar Fällt das mit so einer großen Volkswirtschaft leichter, wenn du irgendwo anders so einen großen Rechtsraum hast, wo auch schon mit dieser Argumentation So gegen Meta vorgegangen wird, klar. Und man hat ja häufig auch gesehen, dass so Sachen wie wie eben das Leistungsschutzrecht Regulierung, dass da andere Länder Vorreiter waren und man das ja das, was in Deutschland passiert ist, zum Beispiel auch auf EU-Ebene dann nochmal so umgesetzt hat, klar, so eine Entwicklung und so Mechaniken gibt es.

36:35 Gavin Karlmeier

Meta übrigens hat erklärt, das Unternehmen sei enttäuscht.

36:40 Dennis Horn

Meta ist nicht wütend, Meta ist nur enttäuscht.

36:44 Gavin Karlmeier

Also ich finde so Argumentieren mit mit Gefühlen und so Gefühlzuschreibungen an Unternehmen ist ganz eine ganz besondere Art der öffentlichen Kommunikation. Also das Unternehmen sei enttäuscht und bestehe darauf, mit den Datenschutzgesetzen in Brasilien übereinzustimmen. Nee, nee, du hast ja recht, Brasilien. Aber.

37:07 Dennis Horn

Ich verstehe das auch, aber Brasilien macht gerade nur mal seine Grenzen deutlich.

37:11 Gavin Karlmeier

So. Brasilien braucht gerade ein bisschen Mietime-Meta.

37:16 Dennis Horn

Brasilien muss seinen Kopf ausruhen.

37:19 Gavin Karlmeier

Brasilien ist nicht müde. Brasilien macht mal kurz die Augen zu. Ich hab ne. Mein Gott, ich habe hier so einen Hustenanfall. Den schneide ich raus, indem ich den kaschiere und sage, jetzt kommt erstmal hier der Rubrikentrenner. Deine, jetzt hörst du dich selber. Oh mein Gott.

37:35 Dennis Horn

Emotionen und Emotionen. Das lasse ich natürlich drin, das ist. Hat man fast gar nicht gehört. Die Leute lieben das, wenn du es drin lässt.

37:45 Gavin Karlmeier

Ja, ich hab.

37:47 Dennis Horn

Hakkies love it.

37:49 Gavin Karlmeier

Das muss auch mal, das ist immer so, weißt du, Haken dran ist immer so, da ist alles perfekt, jedes Wort akkurat. Und wenn es dann mal an der einen oder anderen Stelle menschelt und zeigt, dass wir keine Cyborg sind, sonst sind die Momente, die die Leute lieben.

38:02 Dennis Horn

So, und jetzt menschelt es bei Threads, nicht wahr?

38:05 Gavin Karlmeier

Es gibt Hüte bei Threads. Oh, Threats, Birth. Wenn du aber einen Post mit dem Tag Threads Birthday veröffentlichst, dann kriegt dein Profilbild einen Hut. Und zwar, wenn deine User-ID gerade ist, ist der Hut links und wenn deine User-ID ungerade ist, ist der Hut rechts.

38:25 Dennis Horn

Ja, also es wurde in meiner Timeline gemutmaßt, ob es tatsächlich irgendwie eine KI ist, die irgendwie vorher guckt, ob der Kopf auf dem Profilbild eher leicht nach Links? Weiß ich nicht, wie man es jetzt später in der Videoversion dieses Podcasts hier sieht. Also links oder rechts. Und dann je nachdem kommt der Hut oben drauf. Aber es ist wohl doch nur so einfach und unausgefeilt. Ich finde es eine schöne Idee.

38:53 Gavin Karlmeier

Ich finde, bin aber überrascht, dass man diesen Hut auf Meier überhaupt nicht gestaltet hat. Also, das ist ja einfach so ein ASCII-Hut. Weißt du, was ich meine? Tja. Ich fühle den, äh, für den optischen nicht.

39:07 Dennis Horn

Naja, aber bei Threads fühle ich vieles optisch nicht. Es gab ja, Adam Mossari hat jetzt die, habt ihr darüber hier im Podcast gesprochen, die Alternativlogos vorgestellt von Threads? Darf ich dir einmal kurz zeigen? Er hat das gepostet. Moment, ich suche das gerade mal kurz raus, wie die aussahen.

39:25 Gavin Karlmeier

Ja, ich habe das gesehen. Wir können das ja mal kurz umschreiben, was man da sieht.

39:31 Dennis Horn

Ich schalte das mal kurz hier ins Bild. So, also was sehen wir? Wir sehen ein Add, das ein bisschen eckiger ist als das andere.

39:39 Gavin Karlmeier

Nicht etiger, sondern eckiger.

39:42 Dennis Horn

Eckiger? So, wir sehen einen Faden in verschiedenen Ausprägungen, wo einfach nur wie so ein Knoten, so ein Kreis drin ist. Wir sehen eins, das finde ich das Langweiligste. Das ist wie so ein Emoji von so einem Blatt mit so ein paar Zeilen, die geschrieben sind.

39:58 Gavin Karlmeier

Oder auch einfach. Doppelpunkt, Klammer zu.

40:02 Dennis Horn

Ja, oder so zwei verschiedene Versionen, die aussehen wie die eines Prismas, aber was, glaube ich, auch so garn ist, das irgendwie verwoben ist, was aber vor allem das JPT-Logo ist übrigens. Ja, stimmt. Ich muss meinen Arm mal so festhalten hier, damit ich das Handy im Bild halten kann. Dann sehen wir diesen Cursor, wenn man Text eingibt in Word mit diesen Zacken oben und unten. Und was sehen wir noch? Und einen großen Hashtag, einfach eine Raute. Das ist komplett langweilig. Und dann hat er noch ein zweites Bild getestet, gepostet mit den verschiedenen Ads. die entwickelt worden sind. Mir gefällt das, was jetzt hier im Video total gedrungen aussieht am meisten, nämlich einfach das komplett fette Add. Das sieht Von der Optik am schönsten aus. Ich also finde so, das, was es dann am Ende geworden ist, ist nicht das Schönste.

40:51 Gavin Karlmeier

Aber ich finde, ich mag das gerne und ich finde, es ist nicht das Schlechteste.

40:57 Dennis Horn

Aber das ist so, das ist so einfach. Also das ist so lausel.

41:03 Gavin Karlmeier

Das soll nicht kompliziert sein. Das ist es ja. Naja. Denn es ist Sommerloch, es tut mir leid, ich hätte mit dir gerne vier Stunden gesprochen, aber vielleicht machen wir es einfach bald. Also ich versuche dich ja so oft wie möglich hier in die alten Gemäuer zu bringen. Und es ist wirklich so. Haben wir, glaube ich, letztes Mal schon mal gesagt. Wann immer du hier bist, es ist wie früher.

41:24 Dennis Horn

Ja, aber wir mussten schieben einmal, sonst hätten wir uns vor irgendwie zwei Wochen oder so schon gehört. Aber wie jedes Mal freue ich mich aufs nächste Mal.

41:34 Gavin Karlmeier

Und über 300 Folgen Haken dran. Darf ich noch eine Stellungnahme erwarten?

41:39 Dennis Horn

Achso, herzlichen Glückwunsch.

41:42 Gavin Karlmeier

Vielen Dank für diese hochemotionalen Einblicke in deine Gefühlswelt. Ich frage dich bei Folge 400 nochmal. Lieber Dennis, vielen Dank, dass du da warst. Habt eine schöne Woche. Alle, die zuhören, habt eine schöne Woche. Wenn ihr euch denkt, die Zeiträume zwischen den zwei Haken dann-Episoden, die sind mir zu lang. Dann hört doch einfach alte Folgen nochmal. Nee, wollte ich nicht sagen. Sondern dann kommt.

42:03 Dennis Horn

Es gibt ohne Witz. Ganz kurz, da muss ich nochmal reingehen. Es gibt Leute, die machen das. Also es gibt Leute, die steigen jetzt noch in Haken. dran ein und hören nochmal alle Folgen, die einzelnen jeden Tag von damals. Das ist super. Das ist Wahnsinn. Also wenn ihr bis hierhin gekommen seid und es ist mittlerweile 2025, vielen Dank.

42:23 Gavin Karlmeier

Erinnert ihr euch noch an Twitter? Oder an Post? Nee, ähm, und ich wollte sagen. Ich weiß nicht mehr, was ich sagen würde. Oh doch, dann kommt in den Discord-Chat. Es gibt den Discord-Chat. Da sind wir jetzt fast tausend Leute. Und da ist die ganze Zeit Alarm und Action. Es geht um Social Media Themen, es geht aber auch um. Podcast-Themen und es geht um Dennis neue Krawatte. Also, wir reden über viele Dinge. Es kostet nichts, macht sehr viel Spaß. Unter hagendran. org findet ihr das und habe ich gerade Hagen dran gesagt? Hagen dran, das Sauerland-Update. So, vielen Dank und eine schöne Woche. Tschüss.