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Folge 373 · 8. Januar 2025 · 1:22 Std.

Zuckerberg schiebt Meta zu Trump

mit Frederik von Castell

Die Elon-Muskierung des Mark Zuckerberg – Meta hat die Bombe gezündet und spielt das Musk’sche Playbook für alle Meta-Plattformen durch. Oh. Wei.

Transkript

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00:01 Intro

Haken dran, das Social Media Update der CT.

00:05 Gavin Karlmeier

Hallo Frederik. Hallo Gavin. Bei mir ist heute Frederik von Castell, Chefredakteur des Mediumagazins. Und wie wir heute im Vorgespräch festgestellt haben, hat er eine ganz spannende frühere Rolle belegt, über die wir heute wahrscheinlich ausführlicher sprechen müssen, ob wir wollen oder nicht. Wie geht's dir?

00:24 Frederik von Castell

Ja, ich habe ein bisschen Puls. Also bis vor ungefähr einer Stunde dachte ich, das wird eine gemächliche Folge, bei der wir ein bisschen auf irgendwelche Alias von Elon Musk gucken, aber es ist ja reichlich passiert gerade.

00:34 Gavin Karlmeier

Ja, das ist wahr. Also wir nehmen diese Folge auf ungefähr zwei Stunden, nachdem Mark Zuckerberg ein Video veröffentlicht hat, in dem er eine Art Fünf-Punkte-Plan präsentiert, wie er die Metanetzwerke, also Facebook, Instagram und Threads, Naja, man kann es nicht anders sagen, als näher an Donald Trump heranschieben möchte und sich damit selber so ein bisschen in den, in den, wie soll ich sagen, in die Tradition von Elon Musk schiebt, oder? Wie hast du das empfunden?

01:03 Frederik von Castell

Ja, man könnte sogar noch ein Stück weiter gehen und sagen, er nimmt sich das als Role Model, was Musk da jetzt in den letzten Jahren hinreichlich bekannt getan hat. Und auf die Idee muss er erstmal kommen.

01:13 Gavin Karlmeier

Also für die, die es noch nicht mitbekommen haben, Marc Zuckerberg hat ein 5 Minuten 30 Video veröffentlicht. Wir ersparen euch jetzt hier die O-Töne. Ich führe euch dabei mal ein bisschen durch. Und zwar fängt er sein Video an. Ich habe den O-Thron hier, also den, den Volltext hier, weil die ersten zwei Absätze sind extrem pikant, finde ich. Ich lese das mal vor, was Mark Zuckerberg da sagt auf Deutsch. Also er sagt es nicht auf Deutsch, sondern ich. Naja. Er sagt. In den letzten Jahren hat sich viel getan. Es gab eine breite Debatte über mögliche Schäden durch Online-Inhalte. Regierungen und etablierte Medien drängen zunehmend darauf, Inhalte zu zensieren. Da muss man eigentlich schon hängenbleiben. Aber ich gehe mal kurz weiter. Vieles davon ist offensichtlich politisch motiviert, doch es gibt auch zahlreiche rechtlich-bedenkliche Inhalte wie Drogen, Terrorismus und die Ausbeutung von Kindern. Solche Themen müssen wir sehr ernst nehmen und ich möchte sicherstellen, dass wir verantwortungsvoll damit umgehen. Aus diesem Grund haben wir komplexe Systeme entwickelt, um Inhalte zu moderieren. Doch das Problem mit komplexen Systemen ist, dass Sie Fehler machen. Selbst wenn Sie versehentlich nur 1% der Beiträge zensieren, betrifft das Millionen von Menschen. Mittlerweile haben die Fehler und die Menge an Zensur ein kritisches Ausmaß erreicht und die jüngsten Wahlen markieren einen kulturellen Wendepunkt, bei dem die freie Rede wieder an Bedeutung gewinnt. Deshalb wollen wir uns auf unsere Wurzeln besinnen, Fehler reduzieren, unsere Richtlinien vereinfachen und die freie Meinungsäußerung auf unseren Plattformen stärken. Woran erinnert uns das? Allein diese Präambel, die ihr hier da reinschmeißt.

02:39 Frederik von Castell

Ja, das ist eine geschenkte Frage. Also das ist natürlich Elon Musk rein Speech. Das ist die Argumentation, warum Elon Musk Twitter gekauft und kaputt gemacht hat. Aber es schockiert alleine diese ersten zwei Absätze schockieren mich schon so unglaublich in so vielen Punkten. Ich finde es vor allem aber auch von dem Unternehmer, also unfassbar dämlich. Letztendlich einzugestehen, dass die Systeme, die man hat Nichts taugen, um sie dann runterzuschrauben, und die Konsequenzen, die sich daraus ziehen lassen, die sind dann noch viel schlimmer, zu denen kommen wir gleich noch. Aber wow, also wow.

03:10 Gavin Karlmeier

Ja, ich habe das genauso empfunden, wie du das sagst. Es ist exakt die Argumentation, die Musk damals angebracht hat. Als er Twitter gekauft hat, er hat gesagt, die früheren Regierungen hätten zu viel Zensur und zu viel Einfluss auf die freie Rede auf Twitter gehabt. Und deswegen müsste dem nun Einhalt geboten werden. Und man muss diese Zensur stoppen. Dass seitdem wahnsinnig viele Inhalte völlig ohne Grundlage gesperrt, gelöscht wurden, dass Menschen ihre Accounts verloren haben. Die nicht so genau verstanden haben, warum, dass JournalistInnen gesperrt wurden auf X, seitdem das wurde dabei natürlich alles nicht benannt und nicht gesagt. Und das klingt so ein bisschen so, als müssten wir uns darauf per Meta jetzt langsam auch einstellen.

03:53 Frederik von Castell

Ja, das ist die Ankündigung, aber die wird ja noch viel konkreter gleich. Also ich meine, im Grunde hält er gar nicht damit hinterm Berg, was er jetzt in Zukunft mit seinen Plattformen machen will. Das wird ja sehr deutlich.

04:03 Gavin Karlmeier

Das ist so, ja. Also er hat einen Fünf-Punkte-Plan präsentiert. Und der erste Punkt klingt wie folgt. Wir werden die Faktenprüfer abschaffen, für die, die nicht genau wissen, was es bedeutet. Facebook hatte damals damit angefangen, hat das dann irgendwann auf alle anderen Netzwerke ausgeweitet. dass Inhalte, die in Metanetzwerken veröffentlicht werden, durch unabhängige FaktenprüferInnen weltweit, je nach Kulturraum auch national angepasst, also in Deutschland war das beispielsweise korrektiv oder die dpa, zu dessen Team du übrigens gehört hast, lieber Frederik. Deswegen, das ist die Rolle, die ich gerade schon angesprochen habe. haben unabhängig Inhalte überprüft und konnten die dann als Falschmeldungen, Desinformationen markieren, sodass diese Inhalte weniger stark ausgespielt wurden und die, die sie gesehen haben, haben halt angezeigt bekommen. Vorsicht, das hier ist eine Ente. Also so stand das nicht ganz da, aber in etwa so, oder?

04:56 Frederik von Castell

Genau, also da kam dann so ein kleiner Layer, zum Beispiel bei Facebook, drüber, wenn da ein Bild mit einer Falschbehauptung verbreitet wurde oder ein Post mit einer problematischen Aussage, die nicht auf Fakten beruht. Dann kam so ein Layer drüber mit Faktenchecker, haben das überprüft. Schau dir doch vielleicht mal dieses Gutachten an. Das konntest du als User auch ignorieren. Du kannst auch sagen, nö, ich möchte einfach den Post sehen. Aber es war auf jeden Fall erstmal aus dem normalen Feed quasi die Falschinformation, sodass man nicht einfach nur drüber scrollen konnte, ausgeblendet. Und dann ist man auf ein sehr nüchternes, sachliches Gutachten, jetzt in Deutschland, in dem Fall, in dem ich jetzt gearbeitet habe, die DPA. verzichte da auf großes Primbamborium, sondern es ist wirklich einfach ein Textgutachten, das online steht, die man auch von woanders erreichen kann und die man, also die kann man ganz normal über eine gesammelte Website erreichen. Aber die werden dann da eben ganz konkret eingeblendet. Und jetzt nehmen wir ganz konkrete Beispiele gerne her. Während der Pandemie waren das zum Beispiel Falschbehauptungen, die kursierten über Impfstoffe oder über so tolle Ideen, wie sie Donald Trump dann mal auf einer Bühne geäußert hat in so einem Nebensatz, ob man da nicht eventuell irgendwie Bleiche trinken kann oder so, beziehungsweise das wurde dann kolpotiert, dass das sein Vorschlag wäre. Dann ging es darum, eben zu überprüfen, ob das A eine sonderlich sinnvolle Idee ist, um da eben Schaden von Menschen abzuwenden und B aber auch einzuordnen, hat er das wirklich so gesagt? Also auch die Instrumentalisierung in alle Richtungen Von solchen Aussagen, die wurde damit natürlich auch eingeortet. So, ganz grundsätzlich, keine Faktor Faktencheck-Redaktion der Welt kann erstens Fake News alleine beseitigen und kann das große Problem, das wir da haben, auch gerade Desinformationskampagnen, wenn sie auch nach staatlicher Seite sind oder so, von alleine aufheben. Das ist immer nur ein Teil einer Lösung. Aber darauf zu verzichten, gerade in Netzwerken, die eine Verantwortung dafür haben und gerade in den Zeiten, in denen wir jetzt gerade leben, ist maximal wahnsinnig. man kann an diesen ganzen Konstrukten und darüber können wir auch gleich nochmal reden, wie die DPA-Faktenchecks für Facebook macht und so weiter Kann man viel diskutieren, ob das nicht besser geht, ob das nicht umfangreicher geht, ob das nicht unabhängiger geht. Da bin ich als Medienjournalist da, glaube ich, sehr offen für, da unterschiedliche Ansätze zu diskutieren. Aber grundsätzlich zu sagen, wir machen das jetzt nicht mehr, also wir nehmen diese positive Entwicklung, die wir vielleicht in Teilen gar nicht so positiver als Mark Zuckerberg achten, wir nehmen die einfach komplett heraus und Lassen das jetzt mit der Lösung, die er dann präsentiert, laufen. Das wird komplett in die Hose gehen.

07:26 Gavin Karlmeier

Ich würde das so mitgehen, ja. Vor allem, weil das Interessante ja ist, dass man, und da kommen wir dann ja jetzt zu, weil man stattdessen. folgendes einführt. Ich lese den Satz mal weiter, ja? Und zwar, erstens werden wir die Faktenprüfer abschaffen und sie durch Community Nodes ersetzen, ähnlich wie bei X. Nach der Wahl von Trump im Jahr 2016 berichteten etablierte Medien ständig, Otto und Max Zuckerberg, ne? Berichteten etablierte Medien ständig, dass Fehlinformationen eine Bedrohung für die Demokratie seien. In gutem Glauben haben wir versucht, auf diese Bedenken einzugehen, ohne uns zu Schiedsrichtern der Wahrheit aufzuschwingen. Doch die Faktenprüfer waren oft politisch eingenommen und haben mehr Vertrauen zerstört, als sie geschaffen haben, vor allem in den USA. Deshalb werden wir in den kommenden Monaten schrittweise ein umfassendes System für Community Nodes einführen. Ich habe da mal ein bisschen, bin da mal, bevor wir gleich nochmal zu dir und deiner Arbeit kommen.

08:16 Frederik von Castell

Ich hab da viele Emotionen zu, ich sag das schon mal, ich hab da richtig Emotionen zu.

08:21 Gavin Karlmeier

Meldungen und Emotionen. Weil Community Notes, also wir waren ja als. X damals die Community Notes eingeführt hat, ein System, das nicht Elon Musk erfunden hat, sondern das ja eigentlich schon unter dem Jack Dorsey Twitter erfunden wurde, unter dem Namen, unter dem Namen Birdwatch. waren wir eigentlich sehr positiv, weil wir haben da drauf geblickt und haben gesagt, das ist eigentlich was Gutes, wenn die Community als Korrektiv, äh, nicht das Korrek, sondern das Korrek, fungieren kann, Inhalte prüfen kann und die dann entsprechend kategorisiert werden. De facto funktioniert es bei X aber so, dass Community Nodes, wenn sie denn geschrieben werden von den Kontributoren, zunächst einmal als wertvoll eingestuft werden müssen. Dann gibt es da eine Umfrage und alle Leute, die das möchten, können dann abstimmen, ist das ein sinnvoller oder nicht sinnvoller Beitrag zu diesem Post. Diese. Die Einschätzungen oder diese Abstimmungen werden allerdings kategorisiert nach den politischen Lagern derer, die dort abstimmen. Das heißt, man wird sozusagen algorithmisch in eine Kiste geschmissen. Und beide Kisten müssen gleichermaßen sagen, ja, das ist eine wertvolle Community Note für diesen Post. Jetzt gibt es ein paar Studien, zum Beispiel eine Studie der Universität Luxemburg. Und die haben im November 2024, wir haben ja darüber gesprochen, festgestellt, dass Community Notes keinen Effekt auf die Sichtbarkeit oder das Engagement bei irreführenden Tweets hätten. Also bringen nichts ist Grob gesagt die Antwort. Gleichzeitig gibt es vom CCCDH, dem Center for Countering Digital Hate, eine Einstufung, die haben 283 Tweets überprüft, die über 2 Milliarden Impressionen. generiert haben. Und diese 283 Tweets haben alle Falschinformationen zum Thema US-Wahl beinhaltet. Nur 20 von denen hatten am Ende Community Notes, die öffentlich angezeigt wurden. Das heißt. Diese Idee, Community-Nodes ins System zu bringen, funktioniert nur so lange, wie du nicht davon ausgehst, dass, und dann sind wir nämlich bei dem, was er eigentlich selber gesagt hat, Wenn du davon ausgehst, dass du nicht darauf angewiesen bist, einen politischen Bias mit einzurechnen. Und das hast du hier jedes Mal. Das heißt, du kannst nicht verhindern, dass wenn du, das ist ja False Balancing in Reihenform, wenn du sagst, Derjenige, Person X, verbreitet Desinformationen über die Wahl und jetzt müssen seine AnhängerInnen darüber abstimmen, ob das ein guter Post ist oder nicht. Das wird nicht funktionieren so.

10:43 Frederik von Castell

Naja, und vor allem, es ist ehrlich gesagt, es ist die Katze im Sack, in einem weiteren Sack, in einem weiteren Sack, weil in dem Moment, in dem du eine Falschbehauptung irgendwo hast, noch in einem weiteren Sack, genau. Und wir können das noch weiterspielen, aber. Also, in dem Moment, in dem du einen Post hast, jetzt erstmal den ursprünglichen Post und da steht Bullshit drin. Du hast jetzt niemanden, der das überprüft, das ist vielleicht auch eine gefährliche Information, die geht viral. So, dann kommt irgendwann der Moment, in dem Community-Notes entstehen. Dann müssen die erstmal diese Hürde nehmen, damit sie darunter auftauchen. Dann sind das ja nicht einzelne Community-Nodes, sondern wir sehen das ja bei X, dann sind da ja ganz viele Community-Nodes, die dort ja diese Hürde auch teilweise naja, anscheinend sehr leicht nehmen, weil die ja, wenn man sich die jetzt mal aus einer Faktenchecker-Perspektive anschaut, mit journalistischen Kriterien oder mit wissenschaftlichen Kriterien der Wahrheitsfindung, dann sind diese Community Notes teilweise was ganz anderes, nämlich diesen Rechtsverdreherei Die sind irgendwie die Möglichkeit, in die eine oder andere Richtung ganz oft irgendwie zu deuten, wie das jetzt noch mit den Guidelines entspricht oder ob das jetzt noch Meinungsfreiheit nach Kriterien Musk zum Beispiel bei Twitter ist. Das hat aber letztendlich mit einer klassischen Faktenprüfung gar nichts zu tun. Und das heißt, ich als User, der von dem ganzen Quatsch dann gar keine Ahnung hat, als jetzt mal der. . wie man es früher vielleicht im Zeitungswesen gemacht hat, der dümmst anzunehmende Leser. Wenn man das jetzt mal ganz so despektierlich sagen will, aber ich meine jetzt einfach nur jemanden, der nicht den ganzen Tag wie wir irgendwie im Internet verbringt. Der sieht dann am Ende einen Post und sieht vielleicht noch, dass da unten drin irgendwas auftaucht, dann schreiben da 15 Leute in verschiedenen Sprachen irgendwie unten drunter und in schlechten Übersetzungen, was sie denn davon halten oder nicht. Der kennt die Kriterien dafür nicht, der kann mit Community Notes ehrlich gesagt nichts anfangen, die Information ist aber verbreitet. Also ich halte Community Notes für ein komplett schwaches Instrument. Ich war da auch schon früher anderer Meinung. Ich habe selber auch bei Community Notes eine Zeit lang mitgemacht, um mir das anzuschauen und gemerkt, das ist kein Werkzeug, das einem Faktencheck gleichkommt. Es hat auch nicht die gleichen Probleme wie ein Faktencheck. Das muss man auch sagen. Faktenchecks sind immer natürlich auf deutlich weniger Leute reduziert, lassen sich leichter biasen, das ist auch klar. Also das, was du hier jetzt quasi durch künstliches Aufwiegen, durch viele erzeugst, hast du bei einem Faktencheck. Unbeeinflussbar vielleicht schon von Anfang an. Dafür gibt es aber eben journalistisches Handwerk oder wissenschaftliches Handwerk, das mit Werkzeugen der Wahrheitsfindung dienen soll. Was aber bei Community Nodes in Wahrheit passiert, ist genau das Problem, das überhaupt erst zu Desinformationen und zu Fake News führt. Das ist nämlich, dass die aufgehitzte Debatte und Dass sich gegenseitig übertrümpfen mit nach Zustimmung gierender Meinung, dass das auch in diesen Notes passiert. Also, es ist letztendlich, das ist wie wenn man zwei Spiegel gegenüberstellt. Das spiegelt letztendlich nur das Problem, ist aber keine Lösung. Und es ist damit auch faktisch nicht analysierbar. Man kann nicht gegensteuern. Man kann nicht sagen, wenn das aus dem Ruder läuft, sondern letztendlich ist es ein Self-Fulfilling Prophecy. Und das sieht man bei X so stark, dass ich also wirklich Also wenn ich mir dieses Zuckerberg-Video anschaue, und ich habe es jetzt dreimal getan und ich kann es immer noch nicht fassen, man kann diesen Menschen, wenn er auch nur ein Viertel von dem Intellekt, hat, den es braucht, um solche Unternehmungen, wie er sie aufgezwungen hat, aufzuziehen, wenn er auch nur ein Viertel davon hat, dann kann er das nicht wirklich als Lösung sehen, sondern da macht er sich bewusst zum Teil des Problems. Und ich finde, das wird durch die weiteren Punkte noch deutlicher

13:51 Gavin Karlmeier

Ja, da kommen wir gleich zu. Ich will aber noch kurz fragen, weil dieser Vorwurf, da ist jetzt ein Bias drin, weil JournalistInnen sitzen eben Elfenbeinturm, sind meistens linksgrün geprägt. Das sind ja alles so Vorurteile, die dem, die dem anheim wohnen. Ähm, deswegen, weil du gerade gesagt hast, du willst mal erzählen, wie ihr gearbeitet habt. Magst du das einmal kurz skizzieren? Wie haben FaktenprüferInnen in Deutschland bei der DPA in deinem Beispiel jetzt gearbeitet, wenn bei Facebook so ein Post kursiert ist?

14:20 Frederik von Castell

Ja, gern. Also. Zunächst einmal ist es so, dass man als Faktenchecker bei der DPA, das ist aber mit Sicherheit in anderen Redaktionen auch so, ein relativ klares Handwerk hat, das man abarbeitet. Und man hat auch sehr klare Kriterien, die auch in Übereinstimmung ja mit Facebook entwickelt wurden, wie solche Faktenchecks aussehen. Das sind also keine Meinungsstücke Das sind keine irgendwie ausartenden Essays, sondern das sind sehr knappe, sehr präzise Gutachten, die sich auf einen Claim beziehen. Was ist ein Claim? Eine Behauptung. Ein Claim ist aber der Ausgangspunkt für einen Faktencheck. Ohne Claim gibt es keinen Faktencheck. So, das ist jetzt also, keine Ahnung, Harry auf Facebook postet, bei Aldi gibt es gerade alles umsonst. Das ist eine Behauptung, die es zu überprüfen gilt. Das kann man nun in dem Beispiel, das wir jetzt einfach mal hernehmen, kann man das natürlich mit verschiedenen Recherchemethoden tun. Da gehören so die klassischen Recherchemethoden wie ich gehe jetzt einfach mal zur Aldi und schaue nach. Genauso wie ich rufe bei der Supermarktkette an und frage, ist da was dran? Wie ich versuche, Leute zu finden, die Belege oder meinetwegen auch eben Falsifizierungen für die These finden. Das ist so das eine. Dann gehört natürlich bei den meisten Sachen ganz viel Austin-Recherche dazu. Es sind oft Bilder, Texte, die aus Zusammenhängen gerissen sind, wo man herausfinden will, wo ist das eigentlich entstanden, kann das zu dem Zeitpunkt in dem Kontext wirklich so passiert sein oder nicht. Und dann schreibt man am Ende ein Gutachten, und das heißt nicht jedes Mal, dass es eine Widerlegung ist, sondern das heißt, wir haben es überprüft. Und dieses Gutachten ist wirklich rein an diesem Claim aufgezogen. Da kommen nicht, wie man das sonst in einem journalistischen Text erwartet. Irgendwie noch wahnsinnig große politische Einordnungen, Hintergrundberichte, irgendwie nochmal die Rolle rückwärts, wenn sie nicht relevant für die Behauptung sind. Das heißt, all das, was so einen Faktencheck dann wieder fehleranfällig machen würde, oder auch Bias anfällig machen würden, das ist schon mal komplett von vornherein raus. Und bei der dpa ist es konkret so gelaufen, ist jetzt auch schon knapp vier Jahre her, dass ich dort in dem Team gearbeitet habe, aber ich kenne auch immer noch sehr viele Leute, die dort arbeiten. Und da ist es so, die werden dafür von Feld. Facebook bezahlt dafür, dass die Redaktion so und so viele Faktenchecks im Monat für Facebook macht. Facebook selber hat da auch Inhalte, die Facebook irgendwie gemeldet bekommen hat oder die Algorithmen aufgestoßen, sind dann quasi in so ein System reingestellt, die man überprüfen kann, in so eine Köhe, also in so eine Reihe quasi. Da konnte man reinschauen, aber gleichzeitig war die Redaktion auch frei, an andere Inhalte, die sie dort oder auf anderen Plattformen gefunden hat zu arbeiten. Und grundsätzlich ist die Redaktion keine, die zu Facebook gehört, sondern die auch für Facebook arbeitet. Und so saß man dann als einer von mittlerweile so rund 30 Faktencheckern, saß man dann da, hat teilweise in Tandem im Team, hat sich dann einen Experten je nach Sachgebiet innerhalb der Redaktionen gesucht und hat dann eben sich an die einzelnen Falschbehauptungen gemacht. Und da muss man jetzt noch ein, also ich bin als Medienjournalist und ich Ich bin auch durchaus jemand, der die DPA für viel kritisiert, unter anderem dafür, dass sie Geld, das haben wir im Medium Magazin das vor zwei Ausgaben sehr ausführlich getan, dass sie Geld von Also staatliche Gelder nimmt, dass sie Geld von großen Tech-Konzernen nimmt, das habe ich auch damals schon kritisch gesehen, das sehe ich auch heute kritisch. Gleichzeitig muss man aber sagen, dass diese Faktencheck-Redaktion, wie sie jetzt da bei der DPA aufgebaut ist, da sind Fünf, sechs, sieben der besten Journalisten in ihrem jeweiligen Spezialbereich in ganz Deutschland, wenn nicht weltweit dabei. Also da könnte ich jetzt Name-Dropping hier, die kennt kaum jemand, weil die nämlich bei der DPA im Fact-Checking-Team sind. Aber da sind ein paar Leute dabei. Die arbeiten auf einem Niveau. Also da reden wir wirklich davon, dass die bei Bildern feststellen, dass die Bilder nicht da entstanden sind, wo sie entstanden sein sollen und wie sie eine Behauptung stützen und die teilweise schon viral gegangen sind. Weil die die Schattenanalyse oder den Blattbestand an dem Baum analysieren können und das innerhalb von wenigen Stunden, teilweise wenigen Minuten in Lagen. Und das, egal wo auf der Welt, ob das in Syrien irgendwo anhand von Satellitenbildern ist oder ob das jetzt in Deutschland an irgendeiner Straße buchste Hut ist. Und von Arbeit auf dem Niveau, journalistischer, mit einem sehr reduzierten, überhaupt nicht aufmerksamkeitsheichenden Auftritt reden wir hier. Was trotzdem, und das ist vor allem in der Pandemie passiert, was man nicht abstreiten kann, ist, Die werden von mindestens bestimmten politischen Gruppen und Nutzergruppen Faktenchecks ganz grundsätzlich Misstrauisch gesehen, was auch daran liegt, dass es auch sehr schlechte Faktenchecks gibt, die jetzt nicht in dem Rahmen entstehen, sondern wie zum Beispiel Bewegtbild-Sendungen in öffentlich-rechtlichen nach irgendwelchen Talkshows nachgeliefert werden und dann fünfmal verbessert werden müssen. Das muss man auch sagen. Es gibt also auch unter dem Label Faktencheck ganz viel Unsinn. Aber das hat dafür gesorgt, dass das Label Faktencheck quasi zum Kampfbegriff geworden ist. Und wenn das aus einer bestimmten Gruppe kommt, und gerade auf Twitter hat man das sehr viel Dann ist Faktencheck gleichgesetzt mit solchen Ausdrücken wie Lügenpresse, Linksgrün, Versifter Mainstream. Weil sie halt nicht immer in den Kram passen.

19:07 Gavin Karlmeier

Klar. Umso interessanter, dass Mark Zuckerberg jetzt genau in dieses Lied mit einstimmt.

19:14 Frederik von Castell

Ja, von der Kanne passt ja auch zu dem, was er so vorhat. Und wie er da alles jetzt umbaut, das ist ein klarer Rechtsschwenk auch einfach. Was da passiert ist, hören wir jetzt, glaube ich, in den nächsten Beispielen noch deutlicher.

19:23 Gavin Karlmeier

Wohl wahr, ja. Also ich gehe mal weiter, der zweite Punkt. Zweitens werden wir unsere Inhaltsrichtlinien vereinfachen und bestimmte Beschränkungen zu Themen wie Migration oder Gender abschaffen, die nicht mehr zum Mainstream-Diskurs passen. Was ursprünglich als Bewegung für mehr Integration begann. Wurde zunehmend genutzt, um Meinungen zu unterdrücken und Menschen mit anderen Ansichten auszuschließen. Das ist zu weit gegangen. Wir wollen sicherstellen, dass Menschen ihre Überzeugungen und Erfahrungen auf unseren Plattformen frei teilen können. was konkret bedeutet. Wir wollen sicherstellen, dass Hassrede gegen Menschen, die vielleicht nicht ins binäre Geschlechtssystem oder Geschlechtsverständnis passen, weiterhin hier auf Facebook. freien Ausdruck bekommen, dass Menschen, die gegen Migrationsbewegungen hetzen wollen, Möglichkeit bekommen, das auf Facebook weiterhin zu tun. Anders kann man das nicht lesen. Das ist eine Einladung zur Hassrede.

20:14 Frederik von Castell

Ja, und ich frage ehrlich gesagt, also wenn die sich vor zwei Jahren noch irgendwie gegenseitig im Octagon aufs Maul hauen wollten, Maske und Sack, dann frage ich mich, was das jetzt ist. Also das ist die komplette Verbrüderung mit einem, der ja genau diesen Ideen anheimfällt, dass es eine. Eine ganz gute Idee wäre, solche Gruppen, eh schon marginalisierte Gruppen zu unterdrücken und im Diskurs eben als nicht mehr mainstreamfähig, sondern im Gegenteil als die Problematik anzusehen, als die eigentlichen Unterdrücker. Das ist Das ist wahnsinnig, also das ist wirklich nein und es ist gleichzeitig, es ist komplett gar nicht wahnsinnig, es ist komplettes Kalkül Weil sich natürlich alles auf die Bedingungen ausrichtet, die er auf dem US-Markt zieht und die er für sich jetzt nutzen will, damit seine Netzwerke teilweise wieder wachsen oder weiter wachsen.

20:58 Gavin Karlmeier

Genau, es ist das Gefühl. Er hat den, er nennt es zwar Mainstream-Diskurs, glaubt aber der eigentliche Mainstream tickt jetzt so. Also bauen wir unsere Systeme um. Und das, was ich daran so perfide finde, ist ja die Formulierung, die Zuckerberg hier wählt, der ja kaum jemand was entgegensetzen kann. Kaum jemand würde sagen. Die Community-Guidelines sind zu kurz, sondern alle sagen, die sind zu verkopft, die sind zu kompliziert, die lassen auch zu viel Spielraum, Interpretationsspielraum für die Leute, die die Content-Moderation übernehmen. . so dass es passiert, dass selbe Inhalte von unterschiedlichen Menschen unterschiedlich bewertet werden. Was vermutlich immer passieren wird, aber wenn du Community-Guidelines hast, die relativ groß formuliert sind, wird es schwierig, A oder B 1 oder 0 zu entscheiden, wenn du davor stehst. Aber dich nur darauf zu konzentrieren, dass du die du so Dinge wie Hassrede eigentlich erlauben möchtest. Weil wenn du nach dem Begriff Migration oder nach dem Begriff Geschlecht in den Community-Guidelines suchst Findest du sie nur im Punkt Hassrede? Das heißt, eigentlich ist es hier eine Einladung, dass Hass auf der Plattform nun erlaubt ist. Er heißt nun nicht mehr Hass. Er heißt jetzt die Überzeugungen und Erfahrungen der Menschen, die frei geteilt werden können. Und das ist, sorry, aber das ist absolut menschenfeindlich, das kann man nicht anders sagen.

22:15 Frederik von Castell

Ja, und das ist auch nicht weiter versteckt. Also klar, es klingt erstmal auf mein Eisbell, aber ich glaube ehrlich gesagt, wenn man diesen Fünf-Punkte-Plan in seiner Gesamtschau und auch diese klare, die da kommen wir jetzt gleich, glaube ich, noch zu, aber diese klare Trumpisierung auch des eigenen Denkens und Handelns, wenn man sich die zusammen Wenn es läuft wie eine Ente und wenn es quarkt wie eine Ente, ist es eine Ente. Also wir werden ganz andere Plattformen auf Meta erleben, als wir die vielleicht bisher wahrgenommen haben.

22:39 Gavin Karlmeier

Ja, und das werden wir gleich, wir sammeln mal noch ein bisschen. Drittens werden wir die Art und Weise, wie wir unsere Richtlinien durchsetzen, um Fehler zu reduzieren, die den Großteil der Zensur auf unseren Plattformen ausmachen. Ändern. Früher hatten wir Filter, die jeden Verstoß gegen die Richtlinien identifizierten. Jetzt konzentrieren wir diese Filter auf illegale und schwerwiegende Verstöße. Bei weniger schwerwiegenden Verstößen werden wir uns darauf verlassen, dass ein Problem gemeldet wird, bevor wir eingreifen. Die Filter haben häufig Fehler gemacht und viele Inhalte entfernt, die nicht hätten gelöscht werden sollen. Indem wir diese Filter zurückdrehen, werden wir die Zensur auf unseren Plattformen deutlich reduzieren. Zudem werden wir sicherstellen, dass unsere Inhaltsfilter ein höheres Maß an Vertrauen erfordern, bevor sie Inhalte entfernen. Also Grob gesagt, alle diese Automatisierung und der Vorstoß, Content-Moderation soll irgendwann von KI übernommen werden, der wird einfach so ein bisschen runtergefahren. Der Personalabbau in der Kontomoderation findet aber einfach trotzdem statt. Das ist etwas, das wir auch von X kennen. Also dass man sagt, wir gucken da jetzt einfach nicht mehr so genau hin und wenn ihr ein Problem habt, dann meldet uns das doch. Wir wissen, dass bei Meta eine Meldung, wenn sie nach 48 Stunden nicht bearbeitet wurde, gar nicht mehr bearbeitet wird. Das heißt, wir wissen, dass Menschen einfach jetzt Daumen drücken müssen, wenn sie sich irgendwie noch sicher führen sollen auf der Plattform. Das ist die Aussage, die dahinter steckt. Und das ist der Abs. Das will nehmen wir nicht in den Kopf, wie du als Plattform, die in den letzten Jahren so viel, naja, auch gezwungenermaßen Ehrlicherweise, aber trotzdem, Pioniersarbeit geleistet hat auf dem Bereich der Content-Moderation, die immer wieder auch als erster Schuldiger, weil sie eben die größten Plattformen waren, genommen wurden, wenn es Dinge gab, die eben nicht funktioniert haben an sozialen Netzwerken, wie Hassrede, wie Bullying, Mobbing, wie aber auch das Live-Übertragen von Gewalttaten beispielsweise. Alle diese Dinge Die sind immer zuerst bei Meta passiert früher. Und deswegen war Meta immer sehr vorne mit dabei, die Content Moderation weltweit sehr, sehr konzentriert aufzubauen damit eben solche Inhalte auf dieser Plattform verhältnismäßig schnell verschwinden. Dass es nicht immer perfekt war, da brauchen wir nicht drüber sprechen, reden wir hier oft genug drüber. Aber zu sagen, wir lassen es jetzt einfach bleiben, wir gucken nur noch auf Dinge, die sicher illegal sind oder auf schwerwiegende Verstöße. Ist auch übrigens ein Mask-Move, zu sagen, wir schauen jetzt eigentlich nur noch konzentriert auf CSAM, zum Beispiel, auf Material, das Gewalt an Kindern zeigt, um damit solche Veränderungen voranzutreiben. Kennen wir auch aus ganz vielen anderen politischen Bereichen, dass du über diese CSAM-Argumentation ganz viele Einschnitte auch der Privatsphäre immer wieder argumentieren konntest und so. Hier drückt er was anderes rein, nämlich er drückt damit in unser Verständnis Toll, wir sparen Personen und die Leute sollen melden, wenn sie ein Problem haben. So funktioniert das aber nicht.

25:30 Frederik von Castell

Ja, und jetzt, wenn du das mal alles drei nacheinander aufziehst auf eine Kette. Du nimmst die weg, die nach irgendwie nachvollziehbaren Kriterien Fakten überprüfen und dafür sorgen, dass Desinformationen und wir haben jetzt die ganze Zeit nur von dem einzelnen Facebook-Hari vielleicht geredet und dann nicht mal von irgendwie staatlichen Desinformationskampagnen. Und ich meine, das wir uns damit auseinandersetzen können. Wir haben jetzt die Bundestagswahlen vor der Haustür. Klar. Also das heißt, wir nehmen den ersten Filter weg. Dann schaffen wir ein anderes Instrument, ein Scheininstrument, die Community Notes, die das irgendwie so ein bisschen regeln sollen, die aber in Wahrheit die Sache unter Umständen nur verschlimmern. Als zu verbessern. Dann schaffen wir in der Automatisierung auch noch einen Rückschritt, weil wir sagen, wir filtern weniger, weil unsere Filter nicht gut genug sind und unsere Algorithmen nicht gut genug funktionieren. Das ist ja auch ein Eingeständnis von maximaler Inkompetenz. Und vor allem aber ist es auch ein Eingeständnis, dass man den rechtlichen Verpflichtungen ja offensichtlich nicht gut genug nachkommt, denn die gibt es ja zumindest auf europäischer Ebene dafür. Und ich bin absolut kein Digital Service-Experte. Deswegen hoffe ich, dass du das jetzt gleich beantworten kannst, aber ich frage mich wirklich, ob man, wenn man diese Trias sich jetzt anschaut, ob man irgendeine Chance hat, auf dem europäischen Markt mit seinen Produkten bestehen zu können. Ohne dass man in Milliardenhöhe da letztendlich Strafen zahlt.

26:44 Gavin Karlmeier

Naja, also das Problem ist, dass es A bislang noch nie diese Strafen in Milliardenhöhe gegeben hätte. Also bislang wird alles immer nur überprüft, untersucht. Es werden irgendwelche Verfahren eröffnet und weiter vorangetrieben, aber es gab nie diesen Fall. Das heißt, die amerikanischen Unternehmen können sich noch ziemlich sicher fühlen derzeit. Und zum anderen schreibt der DSA halt durchaus vor, dass illegale Inhalte, so ist die Formulierung im DSA, nicht erlaubt sind und dass es eben Beschwerdestellen geben muss. Das hilft Meta, hier genau diese Formulierung zu platzieren. Ich weiß aber ehrlicherweise überhaupt nicht, ob Zuckerberg oder sein Team die Europäische Union überhaupt im Kopf hat oder ob es ihm nicht hier wirklich nur um das Pleasen des amerikanischen Marktes Und vor allem des amerikanischen Präsidenten geht, den er hier gerade versucht, stark zu bezierzen, indem er sein ganzes Netzwerk umbaut. Übrigens auch Eine Meldung, die wir heute auf jeden Fall besprochen hätten, die wir vielleicht heute nicht mehr schaffen, aber es wurden gestern neue Verwaltungsratsmitglieder bei Meta bekannt gegeben Und auch da gibt es einen Kandidaten, den man auf jeden Fall schon mal gehört haben muss, nämlich Dana White. Dana White ist so der Chef des Ultimate Fightings in den USA, also so ein Kampfsport. Wie soll man sagen, Vorreiter und Dana White war einer der Leute, die bei Donald Trump auf der Bühne standen, als der seinen Sieg verkündet hat. Also, auch das ist mit sicherlich mit Sicherheit kein Zufall, diese Personal hier ausgerechnet jetzt.

28:04 Frederik von Castell

Ja, ich denke aber also spätestens, wenn wir bei Punkt 5 waren, müssen wir sogar irgendwie über das Board dort reden, weil das ist ja jetzt nicht die einzige, die einzige Personalie irgendwie, die sehr nah an dem neuen Weißen Haus dran ist.

28:17 Gavin Karlmeier

Ja, aber zu dem, was wir, worüber du gerade gesprochen hast, das ist nämlich genau der Punkt, zu sagen, wir fahren jetzt unsere Filter zurück, wir gucken nicht mehr so genau hin, die Leute sollen sich dann melden, wenn es ein Problem gibt. Das ist ein Riesenrisiko, weil das eben mit Sicherheit dazu führen wird, dass auf diesen Plattformen deutlich mehr Schund passieren wird. Der dann auch noch gebilligt wird, ehrlicherweise, weil Hassrede ist ja jetzt in Ordnung, wie wir wissen. Desinformation ist jetzt in Ordnung auf dieser Plattform, wie wir jetzt wissen. Es ist alles düster.

28:48 Frederik von Castell

Djob, schön Aussichten, oder? Wir frohes neues Jahr.

28:54 Gavin Karlmeier

Er sagt weiter übrigens Die Realität ist, dass dies alles ein Kompromiss ist. Wir werden dadurch weniger schädliche Inhalte entfernen können, aber gleichzeitig die Zahl der Beiträge und Konten unschuldiger Menschen reduzieren, die versehentlich gelöscht werden. Das heißt, er räumt selber ein. Ja, es werden mehr Inhalte hier stattfinden, die eigentlich hier nichts mehr zu suchen haben, aber dafür muss sich keiner beschweren, dass sein Inhalt verschwunden ist. Ich weiß nicht, ob das ein guter Deal ist.

29:18 Frederik von Castell

Na, ich finde es vor allem, wenn du jetzt Punkt 4 gleich noch erzählst, dann, also spätestens wird, glaube ich, deutlich, warum irgendwie das. Nicht gut zusammenpasst alles.

29:26 Gavin Karlmeier

Viertens werden wir zivilgesellschaftliche Inhalte zurückbringen. Die Community hatte eine Zeit lang darum gebeten, weniger politische Inhalte zu sehen, da diese für Stress sorgten. Also haben wir aufgehört, solche Beiträge zu empfehlen. Kurzer Einschub, ist kein Jahr her. Da haben wir uns hier in mehreren Episoden darüber echauffiert und beschwert, dass Instagram, Thread und Facebook unpolitisch werden sollten. Der Politikbegriff von Meta. Über den rege ich mich bis heute auf, weil der Politikbegriff von Meta lautet Inhalte, die eine kleine Gruppe der Gesellschaft oder die Gesellschaft im Ganzen betreffen. . . Was de facto passiert ist, und das wirst du auch schon häufiger gehört haben Alle Medienhäuser haben eingebrochene Reichweiten erlebt. Sprich, dieser Politikbegriff bedeutete eigentlich die Einschränkung der Sichtbarkeit journalistischer Inhalte. Und das Problem ist, dass die Formulierung, wie es jetzt hier weitergeht, ich komme jetzt gleich zurück zu Zuckerberg. Dass ich nicht glaube, dass sich an diesem Punkt tatsächlich was ändern wird. Aber ich lese mal weiter.

30:20 Frederik von Castell

Doch, doch. Warte ganz kurz, doch, doch. Also da wird sich genau was verändern. Und zwar das gleiche wie bei X. Du hast eine Verschiebung des politischen Diskurses. Genau, das sollte ich auch sagen. Das glaube ich. Dann fahr du gern fast.

30:33 Gavin Karlmeier

Okay, ich lese kurz weiter. Ich habe das Gefühl, auch geil übrigens, dass Zuckerberg die ganze Zeit mit Zahlen argumentiert hat, hier aber mit seinem Gefühl argumentiert. Ich habe das Gefühl, dass wir uns in einer neuen Ära befinden und wir halten zunehmend das Feedback. Es ist auch so eine Formulierung, die kennt man sonst von öffentlich-rechtlichen Intendanten, wenn man sagt, ich habe wahnsinnig viele Beschwerdeanrufe bekommen. Wir erhalten zunehmend das Feedback, dass Menschen diese Inhalte wiedersechten. Daher werden wir sie schrittweise auf Facebook, Instagram und in Threads wieder einführen, wobei wir darauf achten, dass die Communities freundlich und positiv bleiben. Und diese Einschränkung, da steckt nämlich der Teufel drin, denn diese Einschränkung bedeutet, wenn die Communities freundlich und positiv bleiben sollen. die große Düsterheit der Gesellschaft aber von Medien ausgeht, dann werden wir davon ausgehen, dass politische Inhalte zwar wieder Platz finden werden bei Meta, nicht aber journalistische Inhalte. Das ist das, wie ich das lese.

31:25 Frederik von Castell

Absolut, also letztendlich ist damit die Hölle eigentlich für eine Diskursverschiebung komplett geöffnet. Also es ist ein bisschen wie, wenn man auf einen Parkplatz geht und man nimmt ein Auto, das steht irgendwo in der Mittelreihe und man holt es irgendwie mit einem Kran und setzt es einfach vier. Parkplätze weiter rechts hin. So, das ist, ähm, was durch diese Maßnahmen auf einen Schlag passiert, ist, dass die gleichen Leute, die im Moment X zu einem vielleicht irgendwann doch potenziell nochmal lukrativen Netzwerk machen, weil sie dort nämlich jetzt ihren Space haben, in dem sie Meinungsfreiheit, und ich mache jetzt in Anführungszeichen für alle, die das nicht im Vlog hören, also die, die dort jetzt erleben, in ihrer Definition Das gleiche eröffnet er jetzt letztendlich hier auch für seine drei Netzwerke. Und das ist schon, das ist schon, also, das ist nicht, das ist auch nicht mehr perfide, das ist plump, ehrlich gesagt.

32:12 Gavin Karlmeier

Ja, ich würde das mitgehen. Ich finde interessant daran, dass aber diese Argumentation, wie du sie gerade darstellst, die fußt ja auf keinerlei wirtschaftlichem Erfolg. Also X ist nicht das Unternehmen, das sich in den letzten Jahren irgendwie wirtschaftlich besser hätte aufstellen können, sondern es hat nur verloren, seit der Übernahme durch Mask, seitdem diese Veränderung dort platziert wurden. Der Einzige, der davon profitiert hat, ist Elon Musk, nämlich auf der einen Seite finanziell, durch seine Aktien, die alle explodiert sind und whatever. Aber eben auch. Persönlich, narzisstisch, politisch, dadurch, dass er durch diese Position und sein großes Geld sozusagen der der Buddy von Donald Trump wurde, der, der bei ihm auf dem Show sitzt, der mit ihm Weihnachten und Silvester feiert. Und ich frage mich was der Masterplan hinter diesen Veränderungen der Netzwerke tatsächlich ist.

33:03 Frederik von Castell

Naja, also ich glaube, man muss, also du bist ja ein großer Verfechter von der oder der Relevanz von Facebook nach wie vor. wenn ich das so aus den letzten Haken dran folgen, die ich so gehört habe, immer richtig rausgehört habe. Also zwei Dinge. Erstens, wir wissen nicht, ob Mark Zuckerberg nicht einfach auch irgendwann in Marago irgendwie auch ein Penthouse mieten will oder so und einfach auch ganz nah an Trump ran will oder nicht, aber er wanzt sich auf jeden Fall. Fall inhaltlich jetzt ran. Das kann natürlich auch global wirtschaftliche Interessen betreffen. Wir reden irgendwie über die Frage in den USA, wie geht es mit TikTok weiter. Gleichzeitig hat Musk, äh Quatsch, sorry, hat Zuckerberg natürlich seine sozialen Medien ja auch nach und nach irgendwie so einer Videoisierung und der der Angleichung an den großen Player aus China irgendwie dorthin betrieben. Also ich kann mir schon vorstellen, dass da viele Interessen sind, die erstmal so Geostrategisch sind, aber bei denen man Trump an seiner Seite braucht, um als Netzwerk in den USA sitzend irgendwie möglichst viel noch rauszuholen. Und ich glaube, die andere Sache ist, Facebook einfach von der Nutzer her. Jetzt komme ich hier als einfacher Medienmachender und kenne Facebook, seitdem es das auf dem deutschen Markt gibt, weil ich das irgendwann als Jugendlicher angefangen habe, in der Schulzeit oder so zu nutzen und kenne es dann als die große Die große Plattform, die wir alle gebraucht haben, um Medieninhalte zu verbreiten und kenne es jetzt als Netzwerk, in das ich mich quasi nur noch rein verirre, weil keine Ahnung warum. Also wir werden auch unseren eigenen Medium Magazin-Accounts, zum Beispiel Facebook, machen wir jetzt platt, bringt nichts mehr. Wir erreichen da keine Zielgruppen mehr, mit denen wir irgendwie arbeiten können. Wir erreichen da ehrlich gesagt gar niemand mehr, obwohl das mal ein Account irgendwie mit 50. 000 Leuten war oder so. Jetzt bist du bei Facebook meiner Ansicht nach in einem Umfeld unterwegs, und das ist ja auch das, was uns so die Sitcoms und so aus den USA auch widerspiegeln, aber was wir in Deutschland auch erleben: das sind die Harris. Und mit Harris meine ich jetzt als Prototyp einfach die älteren Nutzer und Nutzerinnen, die Facebook vielleicht zu ihrer Hochzeit irgendwie auch schon als Ältere kennengelernt haben. Und die sich dort heute sehr gut in ihren eigenen Peergroups wiederfinden und die auch diese Struktur bei Facebook irgendwie noch aushalten, wie auch immer das geht als Nutzer, sich da überhaupt zurechtzufinden, vielleicht weil die gar nicht sich richtig zurechtfinden müssen und wollen. Und ich glaube, dass das tatsächlich, wenn man sich von der politischen und von der demografischen Verteilung her sich anschaut, dass da durchaus ein ganz anderes Publikum insgesamt angesprochen werden kann. wenn es um solche Inhalte geht, als wir das in anderen Netzwerken haben. Da ist eben nicht der links-grün versiffte Mainstream, um jetzt mal dieses blöde Wording und diese schwachsinnige Annahme einfach mal so als Argumentationslinie von deren Seite aus mitzunehmen. Der ist dort gar nicht mehr, ja. Also der ist auch schon seit vielen Jahren nicht mehr. Das ist ja eine Binse schon zu sagen, wer ist denn noch bei Facebook? Und ähm So wie aber teilweise dann auch zum Beispiel öffentlich-rechtliche Formate, die ein älteres Publikum ansprechen, sehr wohl eine Relevanz auf Facebook haben, weil sie dort diese Gruppen erreichen. So glaube ich auch, dass dort eine Community mehrheitlich oder Communities zu finden sind, die sehr wohl mit solchen Diskursen Besser funktionieren können und die vielleicht dafür sorgen, dass neben der Anschlupsfunktion irgendwie doch noch ein bisschen Leben bei Facebook übrig bleibt.

36:08 Gavin Karlmeier

Ja, das könnte stimmen.

36:10 Frederik von Castell

Er hat sie auch als erstes in seinem Statement hergenommen, er hat Facebook ja zuerst genannt, was ja Irgendwie immer noch, also klar, es ist sein Baby, das ist sowieso klar, aber das in so einem Statement, das viel beachtet wird, auf Facebook so vorne ranzustellen, wo man sagt, ist euer heißer Scheiß nicht gerade irgendwie Insta und Threads, das finde ich auch sehr interessant.

36:29 Gavin Karlmeier

Ja, du hast recht. Ich glaube, du hast recht. Ich habe ja in meinen Predictions für dieses Jahr die These aufgestellt, dass Meta in diesem Jahr Facebook an die Wand fahren wird. Das ist jetzt erst drei Tage her, dass diese Episode erschienen ist. Zwei Tage her, dass diese Episode erschienen ist. Und ich, also entweder ich hatte recht oder ich hätte gar nicht falsch verliegen können. Das ist jetzt der Scheidepunkt, von dem ich selber nicht erwartet hätte, dass der so schnell kommt. Ich weiß gar nicht, was ich mir mehr wünsche, gerade, wenn ich das hier so lese.

37:02 Frederik von Castell

Also ich glaube tatsächlich, dass es vor allem Ich glaube, es liegt viel mehr an der Gesellschaft außenrum, als an den Maßnahmen jetzt selber. Ich glaube, wenn dieser Rechtsruck, der jetzt auch schon eine Binse ist, aber Was wir jetzt in den USA sehen und was wir auch an Einfluss, und jetzt kommen wir wieder zu Musk und Zuckerberg, wenn wir jetzt sehen, wie Musk gerade in den verschiedenen europäischen Demokratien versucht zu wirken. dann macht das schon viel Angst, wenn sich, also jetzt ganz konkret reden wir im Moment von einer Phase, in der Elon Musk sich irgendwie in den deutschen Wahlkampf massiv einmischt, wo er in Großbritannien wütet, wo er in Kanada letztendlich gerne solange mit und gegen Trudeau ausgeteilt hat, dass das natürlich alles Trump-Positionen, das ist völlig klar, aber wo einfach dieser reichste, mutmaßlich reichste Mensch der Welt so viel Einfluss hat auf den politischen Diskurs. Ich meine, wir haben um Weihnachten rum, wir haben alle über einen Beitrag von diesem einen Menschen, einem Techie letztendlich in einer deutschen Sonntagszeitung geredet. Das hat über Tage den Diskurs geprägt. Das ist Wahnsinn. Das ist ein südafrikanisch geborener, in den USA lebender Tech-Milliardär. Der in verschiedenen Demokratien Feuer legt. Das ist jetzt meine persönliche politische Einschätzung der Sache, aber letztendlich ist es vor allem einfach erstmal nur jemand, der Dinge sagt und der Märkte bewegt, der Demokratien bewegt. Und wenn sich jetzt ein Mark Zuckerberg Also auch einer der reichsten Menschen der Welt und einer der reichsten Menschen, die es auf der Welt jemals gab. When they von dieser Prägung anstecken ist, statt dagegen zu halten, und ich meine, Konkurrenz belebte im Normalfall das Geschäft, wenn er sich dem so unterbuttert. Dann zeigt das schon, wie stark dieses System Trump und ob das auf Dauer ein System Trump Musk sein kann, ist eine andere Frage. Ich glaube nicht. Dafür gibt es erste Anhaltspunkte, dass das nicht ewig so weitergehen wird. Aber wenn man sich dieses System anschaut. Das ja erstmal so eine republikanische Partei, die es ja seit Jahrhunderten gibt, komplett zusetzt. Also ein Land trotz des Endes dieser Regierung. Ich meine, das war heute ist ein Tag nach dem dritten, nach dem vierten Jahrestag Der Kapitolstürmung. Der Mann kommt zurück, wird wieder Präsident. Der hat so viele Hürden überwunden, wenn sich jetzt auch Mark Zuckerberg dem so unterordnetend anbiedert. Das ist ein, also ja, dann sind halt dann ist das halt irgendwie am Ende so ein Kommando aus den reichsten Menschen und politisch mächtigsten Menschen der Welt, die sich jetzt irgendwie zusammenklüngeln, egal wie unterschiedlich die Ideen sind, dann kommen doch Meloni und Milai und Und was weiß ich alles zusammen. Und Christian Lindner würde auch, glaube ich, gern mit allen zusammen an einem Tisch sitzen. Und also, dass Mark Zuckerberg, der sich ja wirklich nirgendwo theoretisch anbietern müsste oder anbietern hätte müssen, dass der mittlerweile in dem Bereich gelandet ist Keine Ahnung, ob das eine Überzeugungstaat ist oder unternehmerisch klug, aber es ist auf jeden Fall, es macht Angst.

39:56 Gavin Karlmeier

Ja, das würde ich so mitgehen. Ich denke mir, also wie alle glaube ich, die irgendwie ein bisschen. Sorge in sich tragen, denke ich, wahnsinnig viel darüber nach. . Woher das kommt, dieser vermeintliche Sieg der politischen Rechten, aber am Ende ist es eigentlich ein Sieg der vermeintlich verkürzten Antworten auf komplizierte Fragen, die sich fast immer als Lüge enttarnen. Und natürlich helfen dabei so Mechanismen, wie sie in Social Media funktionieren, aber ich glaube, es ist auch ein gesamtgesellschaftliches Phänomen, das einfach Diese Verkürzung, dass die Unwahrheit sich häufig länger hält als die Wahrheit, dass die Unwahrheit manchmal auch ein bisschen sexier ist, ein bisschen spannender klingt als die Wahrheit. Und dass wir eigentlich in einer Boah, jetzt werde ich selber zum Binsenredner hier, aber dass wir eigentlich in einer Zeit leben, in der du selbst mit größter Reichweite und größter potenzieller größter Verantwortung, ja, behaupten kannst, was du möchtest. Und es spielt gerade keine Rolle, ob es stimmt oder nicht.

40:55 Frederik von Castell

Ja, und Dummheit, Dummheit stärkt dich. Früher war Dummheit irgendwie was im öffentlichen Diskurs, was dir geschadet hat. Heute kannst du mit Dummheit eben die krudesten Theorien mit Überzeugung vertreten. Und die Überzeugung, das Emotionale, das Personalisierte, das funktioniert eben heute stärker als das Faktische. Das ist auch wieder eine Binse, aber ich muss ehrlich sagen, wenn man sich gerade die Menschen, von denen wir gerade gesprochen haben und wenn man sich den Gastbeitrag von Elon Musk in der Welt, ob den jetzt nun irgendwie Seine KI geschrieben hat oder sonst jemand, völlig egal, wenn man sich den anschaut, der strotzt ja vor Dummheit. Also das ist ja, sorry, aber wenn ich das in der sechsten oder siebten Klasse Sozialwissenschaften bzw. Sozialkunde in der Schule irgendwie so eingereicht hätte, bei der gesagt so, vielleicht guckst du dir nochmal erstmal Im Grunde das Demokratienprinzip in Deutschland an. Das ist ja, das hilft heute. Vor 15 Jahren, also in George W. Bush hat man ausgelacht, wenn er Dummes gesagt hat. In J. D. Trump Da ist das einfach, da ist das authentisch. Und das gereicht dir nicht mehr zum Nachteil. Ja, und Mark Zuckerberg scheint jetzt irgendwie die Schiene auch ganz gut zu finden.

41:58 Gavin Karlmeier

Und das, was einen da waren so, also wir, ich weiß noch, wie wir, wir haben damals zusammen Die Folge aufgenommen, Frederik, da du das letzte Mal behaken hattest, es ist super lange her. Als du das letzte Mal hier warst, weißt du noch, was das Thema unserer Folge war? Das war die Ankündigung, dass Threads gestartet in den USA. Das war der Beginn von Threads in den USA. Und damit verbunden haben wir über eine. Vercoolung von Mark Zuckerberg gesprochen, der plötzlich irgendwie schlagfertig ist und clevere Sachen sagt und irgendwie ein bisschen surfiger aussieht und nicht mehr dieses Ihm wurde ja immer so ein Cyborgismus unterstellt, weil er so unemotional reagiert hat und so sehr sachlich, sehr unterkühlt war. Und plötzlich war es dieser coole California-Boy. Und diese Verwandlung von Mark Zuckerberg von diesem bisschen Nerdy, natürlich, also wir müssen nicht darüber sprechen, dass Mark Zuckerberg schon damals wahnsinnig viele menschenverachtende Entscheidungen auch getroffen hat in seinem In seinem Unternehmen. Aber nur ihn als Person in der Außendarstellung haben wir erlebt von diesem Nerd-Typen, der irgendwie An Geld gekommen ist mit einer Idee, die er nur so zu teilen hatte. Dann war er plötzlich dieser schlagfertige, coole Typ. Jetzt steht er auf der Bühne mit irgendwelchen römischen Schriftzeichen auf dem T-Shirt, bringt einen Rap-Song raus. Und jetzt stellt er sich quasi direkt neben Elon Musk im Mindset und sagt sogar, wir bringen die gleichen Funktionen, die ihr von X kennt, in seinem Video, sagt, da komme ich gleich zu, wie er mit Donald Trump zusammenarbeiten möchte. Das sind alles so Dinge, wo soll das hinführen? Also wo reden wir in einem Jahr über Mark Zuckerberg?

43:41 Frederik von Castell

Ja, vor allem für alle, die es jetzt nicht gesehen haben, er sitzt da natürlich auch im Oversized-Shirt mit seinem Goldkettchen und der ist halt jetzt der California Sunnyboy irgendwie gleichzeitig der aber halt eben den einfachsten und das ist dieses. Dieses 530-Statement, das ja an komplette, also eine komplette Kehrtwende auch der eigenen Unternehmenspolitik eigentlich runterbietet, ist ja in einer Schlichtheit, auch sprachlich. Also wir haben uns das ja hier jetzt irgendwie. Kurz vor der Sendung haben wir es uns ja einmal oder vor der Aufzeichnung haben wir es uns jetzt einmal übersetzt, aber letztendlich, das brauchst du gar nicht, weil es in der Sprachlich, in der Schlichtheit formuliert ist. Bin großer Fan von einfacher Sprache, aber das hier ist für die Tragweite der Entscheidungen, ist das schon sehr schlicht zusammengefasst Und ja, wir dürfen aber nicht vergessen, wo hat er Facebook geklaut oder erfunden? Also da war er in Harvard und wo ist er jetzt? Jetzt ist er halt, jetzt, jetzt ist halt das äußere Image, das man vor sich herträgt, ist halt das eines, irgendwie möchte gern Rappers mit irgendwie Pimp-Klamotten und das passt vielleicht auch ganz gut in den in den USA im Moment bevorzugten, wählerisch bevorzugten Zeitgeist.

44:42 Gavin Karlmeier

Ja, und ich bleib mal bei der Frage, wo ist er jetzt? Das bringt uns nämlich zum fünften Punkt, dem letzten Punkt dieses fünf Punkte Plans. Er sagt Wir werden unsere Teams für Trust, Safety und Content Moderation aus Kalifornien verlegen. Unsere Inhaltsüberprüfung, also die Content-Moderation, Wird in den USA künftig in Texas angesiedelt sein. Da wir uns für freie Meinungsäußerung einsetzen, glaube ich, dass dieser Schritt dazu beitragen wird, das Vertrauen in unsere Arbeit zu stärken und Bedenken bezüglich des Biases unserer Teams zu verringern. Übrigens, ich sage das jetzt schon zum fünften Mal in diesem Fünf-Punkte-Plan, aber das ist ein Schritt, den wir von Elon Musk kennen, der erst vor einem halben Jahr das Headquarter von X von San Francisco nach Texas verlegt hat. Es ist natürlich eine Symbolkraft nicht, du kannst es nicht unterschätzen, wie groß diese Symbolkraft ist, vom sehr liberalen, weltoffenen, demokratisch regierten seit jeher Kalifornien ins wahnsinnig republikanische Texas zu ziehen. in ein Texas, das auch, selbst wenn es im verhältnismäßig demokratischen Austin, Texas, nun angesiedelt werden sollte, das hier ist ja nur ein, hat nur Symbolkraft. Hier geht es nur darum, wir ziehen nach Texas, wir gehen jetzt in die republikanischen Südstaaten. Ihr seht doch, all diese Vorwürfe der Voreingenommenheit, weil wir so die Voken-Demokraten sind, die sind gar nicht wahr. Das ist ja die einzige Aussage, die da in diesem Move drinsteckt. Abgesehen davon, dass jetzt weiß was ich, wie viele hundert Menschen entweder umziehen oder sich einen neuen Job suchen müssen.

46:09 Frederik von Castell

Naja, ich glaube ehrlich gesagt, also Teil zur. . Also hier steht es nicht wortwörtlich drin, aber es ist ja der Versuch einer Entwokisierung, in Anführungsstrichen, des Unternehmenskerns. Und ich glaube, Teil dessen ist auch eben neue Mitarbeiter dann. Ich glaube nicht, dass sie aus Kalifornien jetzt die Mitarbeiter nach Texas verpflanzen und glauben, Dass die dann in Zukunft irgendwie auf der Ranch sitzen und irgendwie auf Büchsen schießen. Ja, genau. Okay, jetzt das ist jetzt Hilbeli dann. Das ist jetzt nochmal ein neues Klischee, aber ja, ich nehme es gerade mal mit. Und Aber also jetzt nochmal, für die, die es ausbuchstabiert brauchen, ne? Also bei 50 Staaten und überhaupt erstmal der Entscheidung, dass man aus Kalifornien rausgeht, dann die Wahl zu treffen, den Move von Musk nachzumachen. Also, wer auf der Welt glaubt denn, dass das nichts anderes ist als der Versuch, der neuen US-Regierung möglichst gut zu gefallen? Weil man eben sich von allem, was auch nur mutmaßlich irgendwie links und Mainstream oder sonst irgendwas sein soll, sondern also Mainstream wieder als Kampfbegriff der Rechten jetzt in dem Fall, allem zu entziehen und zu sagen, so wir bauen. Aber, und da komme ich wieder zu dem, was du vorhin gesagt hast. Wenn das bei X jetzt wahnsinnig nicht gut funktionieren würde, mal vom politischen Einfluss abgesehen, den sich Mask dadurch erkauft und erworben hat, den kann man ja nicht bestreiten und der tut auch seinen anderen Unternehmungen gut. Bei Zuckerberg ist ja aber das Kerngeschäft eines, das ähm diskursbasiert ist. Also es ist ja nicht so, dass Zuckerberg irgendwie noch ein SpaceX Unternehmen und ein Tesla und sonst irgendwas hat, sondern bei Zuckerberg ist es ja primär so, dass Meta ein Konzern ist, der von Kommunikation, von öffentlichem Diskurs in irgendeiner Art und Weise und von Werbung dann entsprechend profitiert. Wenn der das, und der ist ein Barometer dann irgendwo, wenn der das für richtig verortet, alles nach da drüben zu verschieben, was ja auch heißt, dass sich alles, was irgendwie eher links, liberal sich aufgebaut hat an großen Medienmarken, an Werbepartnern, ähm Dass ich die entweder verliere oder dass ich die mit darüber bezieht, dann kann man diese Wucht von dem Ganzen gar nicht unterschätzen.

48:06 Gavin Karlmeier

Und es ist dann, also Wir wissen natürlich nicht, wie viele Marktforschungen Mark Zuckerberg und sein Team hier vorab geschickt haben, um zu überprüfen, ist das tatsächlich so, aber Ich falle da so ein bisschen drauf rein, vielleicht, dass ich das Gefühl bekomme, wir erinnern uns, dass Donald Trump in seiner letzten Legislaturperiode wahnsinnig viele Dinge morgens besprochen hat, die am Vorabend bei Fox News liefen. Also, dass er sich davon hat leiten lassen, dass er glaubte, der öffentliche Diskurs, die öffentliche Meinung sei etwas, das er jetzt gerade in seinem Bauchgefühl wahrnimmt. Wenn du das jetzt weiterdenkst und sagst, okay, die Formulierungen von Zuckerberg, die wir hier gerade die ganze Zeit gehört haben, die konzentrieren sich eigentlich die ganze Zeit darauf, dass diese Spaltung der Gesellschaft nicht mehr zwischen Pepsi und Coke verläuft, sondern dass die Spaltung der Gesellschaft zwischen freier Meinungsäußerung und dem Vogue-Mind-Virus verlaufen. Das hat der Sutzan nicht gesagt, aber das steckt überall da drin. Wir gehen weg von Kalifornien, das ist uns zu Wir wollen, dass ihr eure Position vertreten könnt, weil Menschen zu beschützen, die eine andere Geschlechtsidentität haben oder darüber sprechen wollen oder Migrationsgeschichte haben, das ist uns zu Vogue. Das ist, was da überall drin steckt. Und das ist genau die Formulierung, die Maske auch die ganze Zeit vor sich herträgt. Und die Frage ist aber tatsächlich. Es ist ja nicht so, dass Donald Trump mit 95% der Wähler in Stimmen gewonnen hätte, sondern wenn wir von der Spaltung der Gesellschaft sprechen, dann gibt es eben zwei Lager. Und die ganze Zeit hat er zum Beispiel Threads versucht, ja als Gegenentwurf zu Ex zu positionieren, indem er sagt, wir sind das Entertainment-Ding Und wir sind irgendwie so ein, wir kommen so ein bisschen eher aus einem demokratischen Verständnis. Das war so, wie es die ganze Zeit so rumgewipt hat, bis vor einigen Monaten, würde ich sagen. Und die Frage ist. Ist das eine kluge Wette, jetzt zu sagen, wir geben all das auf, was wir uns möglicherweise in den, in Anführungsstrichen, Vokenlagern aufgebaut haben? Und mit Vogue meine ich, naja, am Ende alle Menschen, denen es vielleicht nicht egal ist, wie es anderen Menschen geht. Oder ist das hier möglicherweise ein Schuss ins eigene Knie für das komplette System Meta? Ich kann es noch nicht beantworten, weil dafür sind die Nachrichten zu frisch und ich habe noch nicht genug darüber geschlafen und habe noch zu viel Puls. Aber ich will diese Frage hier mal reinschmeißen.

50:23 Frederik von Castell

Ja, oder was man natürlich an der Stelle auch, nachdem jetzt 50 Minuten über genau dieses Statement reden, was man natürlich auch Nicht ganz vernachlässigen dafür, es ist hier ein Pressekommiké, das er letztendlich abliefert im klassischen Sinne. Er setzt sich hin und erzählt, was er vorhat, um damit eine Wirkung zu erzielen. Ob das in der Umsetzung am Ende genauso passiert oder ob es jetzt erstmal ein Versprechen ist, um bestimmte Gruppen zu halten, zurückzugewinnen, um politische Vorteile daraus zu ziehen, um sich eben einem, wie du sagst, leicht geistig beweglichen Donald Trump, und das meine ich nicht positiv. irgendwie anzubiedern, um da vielleicht gerade jetzt in der heißen Phase, in der jetzt die wichtigen Entscheidungen auch in der ganzen Regulierungsfrage und in der ganzen TikTok-Frage und so weiter anstehen und in der Donald Trump auch irgendwie schon jetzt versucht, auf Supreme Court und Co. irgendwie zu wirken. Also Könnte natürlich auch sein, dass das jetzt eine super platzierte Bombe an der Stelle ist, um irgendwie in den ganzen Diskurs mit reingeschwemmt zu werden, irgendwie ein bisschen auch ein Lokangebot zu sein. Ob das am Ende alles sich so umsetzt und vor allem, ob es sich, und da bin ich jetzt wieder bei der Europäischen Union, bei einem sehr wichtigen Markt für alle sozialen Netzwerke, ob sich das so durchführen lässt, ist ja noch eine andere Frage, weil wir reden immer nur von Strafen. Jetzt sehen wir aber, TikTok ist ja ein gutes Beispiel dafür. TikTok wird ja nicht nur in den USA, sondern wird ja in vielen Demokratien auch diskutiert, ob man den Dienst nicht einfach nicht mehr zulässt. Und das ist natürlich eine Diskussion und ich weiß, die ist weit weg von dem, was im Moment realistisch ist in Europa Aber das ist ja eine Diskussion, der man sich am Ende irgendwann vielleicht dann auch wieder annähern muss. Und man sagen muss, wenn Netzwerke nachweislich schädlich sind und nicht gegen schädliche Inhalte vorgehen und nicht gegen Rechtsverletzungen vorgehen, dann ist halt die letzte Antwort irgendwann, dass man sagt. Dann nicht mehr hier. Also, und dann ist halt nichts mehr mit Hosting in Irland.

52:12 Gavin Karlmeier

Und das bietet der DSA ja auch an. Der DSA bietet an, dass ein Unternehmen verboten werden kann, wenn es oder ein Netzwerk, eine Plattform wenn sie denn wiederholt gegen diese Dinge verstoßen, die der DSA ihnen vorschreibt.

52:27 Frederik von Castell

Ja, aber ich glaube, Herr Silimie, ich glaube, ich bin zu naiv. Hab zu viel Glauben in etwas, was, wenn wir ganz ehrlich sind, so natürlich in der Form trotzdem nie passieren wird.

52:35 Gavin Karlmeier

Ja, wobei, also wenn ich mit Markus Beckedal hier rede, dann bin ich ja der Typ, der immer optimistisch ist und sagt, ja, aber das muss doch kommen und das gibt es doch und so. Und der zieht mir da immer diesen Optimismuszahn. Und jetzt tragen wir das weiter zu dir, Frederik. Es tut mir leid. Ich mal sehen. Also es wäre ja etwas, wenn wenigstens mal überhaupt eine Strafe verhängt würde. Das ist bisher noch nicht passiert. Also wir erinnern uns daran, dass TikTok, also es gab kleinere Strafzahlung im DSL-Rahmen, aber niemals in einer Milliardenhöhe, niemals 3, 6, 12 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes der Unternehmen. dass TikTok mit TikTok Light in, ich glaube Frankreich und Italien war es, ein System angeboten hat, bei dem du fürs Videogucken in Amazon-Gutschein bezahlt wurdest. Das ist so absurd, dass man das nicht mehr, man kann sich das fast nicht vorstellen, dass das so war. Und Das Verfahren wurde eingestellt, weil TikTok gesagt hat, ja, dann machen wir es doch nicht. Weißt du, also.

53:32 Frederik von Castell

Ist doch erreicht, dann lass es uns doch mal positiv sehen.

53:34 Gavin Karlmeier

Naja, du fährst halt 433 mal schwarz und wirst jedes Mal erwischt. Und dann sagst du einfach, ja, dann kaufe ich mir nächstes mein Ticket und dann musst du keine Strafe zahlen. Das ist die Realität.

53:44 Frederik von Castell

Aber da bin ich jetzt auf der Seite derer, die sagen, Schwarzfahren entkriminalisieren, weil auch genau da ist es, da ist es ein super Beispiel. Da sind die Strafzahlungen eher das das Problem. Also wenn die irgendwann nicht.

53:55 Gavin Karlmeier

Du hast ja recht, ich wollte nur ein Beispiel dafür geben, dass du einfach, du begehst eine Ordnungswidrigkeit, du parkst jeden Tag im Parkverbot. Und anstatt die Knörlchen zu bezahlen, sagst du einfach, ich mache das nächste Woche nicht mehr und dann ist auch alles gut. So ist das ja. Ja. Wobei ich finde auch falschsparker in Kriminal. Nein.

54:15 Frederik von Castell

Scherz. Wir haben in Berlin hier überall so einen Anbieter, da kann man das alles mit der App machen, das ist ganz gut. Manchmal hat Berlin auch so seine Partei, da muss man manchmal drängelt haben.

54:24 Gavin Karlmeier

Was haben wir in Köln?

54:25 Frederik von Castell

Naja, Köln habt ihr gar nichts.

54:29 Gavin Karlmeier

Darüber reden wir mal anders. Ich bin willen mit Puls in diese Folge reingegangen, ich will mit Puls hier noch rausgehen. Aber wir müssen noch kurz das Ende des Statements von Zuckerberg besprechen, weil das, ähm, also ehrlicherweise ist das die größte Bombe. Denn plötzlich kommt er um die Ecke mit folgendem Satz. Schließlich werden wir mit Präsident Trump zusammenarbeiten, um gegen die Regierungen weltweit vorzugehen, die amerikanische Unternehmen unter Druck setzen, mehr zu sensieren. Die USA bieten den stärksten verfassungsmäßigen Schutz für freie Meinungsäußerung weltweit. In Europa werden Gesetze verabschiedet, die Zensur institutionalisieren. und Innovation erschweren. In lateinamerikanischen Ländern gibt es Geheimgerichte, die Unternehmen anweisen können, Inhalte still und leise zu löschen. In China werden unsere Apps zensiert und sind daher im Land nicht einmal verfügbar. Die einzige Möglichkeit, diesem globalen Trend entgegenzuwirken, ist die Unterstützung durch die US-Regierung. Die letzten vier, wenn du hier so Marschmusik drunter legst, klingt das wie eine Durchhalterrede. Die letzten vier Jahre waren besonders schwierig, dass sogar die US-Regierung auf Zensur drängte. Wir müssen uns jedoch entschlossen für die Meinungsfreiheit einsetzen, um langfristig positive Veränderungen herbeizuführen. Das ist. Also, ich will nicht sagen, das ist Propaganda, aber es ist Propaganda. Es ist genau die, es kommt genau aus so einem Zungenschlag, bei dem du sagst, so möchte ich nicht, dass ein Unternehmen, das sich In eigener Formulierung aus politischen Inhalten raushalten möchte, möchte nicht, dass ein Unternehmen so kommuniziert. Ich möchte nicht, dass ein Unternehmen, das Und das sage ich jetzt als jemand, der wirtschaftlich darauf angewiesen ist, mit diesen Unternehmen oder mit dessen Angeboten zusammenzuarbeiten. Ich möchte einfach nicht. An Unternehmen nutzen, das sich so politisch hier aufstellt, dass es sagt, wir ziehen jetzt hier. Das ist ja martialischer könnte das ja kaum sein. Man sagt eigentlich Wir gehen gegen Regierungen weltweit vor, wir lassen uns nicht unter Druck setzen. Die Gesetze in Europa, die wollen Zensur institutionalisieren, das ist was, da kann man sich doch nur noch an die Stirn fassen.

56:23 Frederik von Castell

Ja, also vor allem die Kampfbegriffe liegen hier irgendwie auf der Kurzwahltaste. Also das ist ja wirklich, also gerade das Wort Zensur wird ja hier in einer leichtfertigen Art und Weise verwendet. Aber das passt zu dem gesamten Statement nur, wenn man jetzt mal andersrum in die Tür reinkommt und erstmal sagt: Okay, da ist ein amerikanischer Unternehmer, der in Amerika seine Unternehmen, in den USA, sein Unternehmen irgendwie größtenteils beisammenhält und der ein Patriot ist. So what? Das ist normal. Dass der erstmal sagt, so, wir wollen mit unserer Regierung auch zusammenarbeiten. Okay, wenn wir jetzt mal über die Funktion von sozialen Netzwerken und so reden. Ja, da muss dann letztendlich ein Unternehmer auch erstmal für sich entscheiden. Wenn man aber gleichzeitig dann hier so eine politische, ganz klare Verordnung, eine Lageentscheidung quasi trifft und sagt Die letzte Regierung gehört zu den Bösen, genau wie Europa zu den Bösen und Lateinamerika die Bösen und alle sind böse und China sowieso. Dann ist das ja nichts anderes als letztendlich einfach nur das, was Donald Trump als Politik macht. Also, ne, das ist ja auch ein klassisches rechtspopulistisches Mittel, Feinde schaffen, um im Inneren gestärkt zu werden. Das macht er hier auch. Das ist, wie du sagst, das ist wie so eine Durchhalterede. Da fehlt wirklich die Marschmusik drunter. Und das ist in seiner Plumpheit schon fast so lustig, dass ich Es gab so einen ganz kurzen Moment, als ich das gehört habe, wo ich ihn dann auch wieder mit dem Hoverboard irgendwie was Wasser abhanden sehen mit seiner US-Flagge, wo ich ganz kurz dachte, ist das jetzt irgendwie vielleicht Satire? Aber nein, der meint das natürlich ernst, das ist klar. Und ich glaube aber trotzdem, selbst wenn man all diese Filter mal rausnimmt, wenn man sagt, so aus einer US-amerikanischen Perspektive, ähm Und sich dann anschaut, wie Facebook ursprünglich entstanden ist und wo Facebook sonst wie aktiv war. Und wir sprechen jetzt mal zum Beispiel vom sogenannten arabischen Frühling. Wir reden davon, dass Facebook als Ich weiß nicht, ob als erstes, aber als eines der ersten großen sozialen Netzwerke eine eigene Darknet Präsenz hatte, damit man dort eben auch, wenn man in Ländern ist, in denen der Zugang gesperrt wird, eben dort auch auf einer halbwegs sicheren Art und Weise über das Tornetzwerk sich eben kommunizieren, austauschen kann. Hat, in der dann eben all das bereitgestellt ist, was dort an anderen Diensten gesperrt wird. Und das geht vom irgendwie vom File-Sharing über Kommunikation in Gruppenorganisationen bis hin zur auch Veröffentlichung, Publizität von Von Dingen, die sonst nicht ans Tageslicht kommen. Das alles war Facebook-Mal. Und was ist man jetzt? Jetzt ist man Wagenburg.

58:51 Gavin Karlmeier

Zuckerberg würde gegenargumentieren und sagen, das alles war nur möglich wegen freier Meinungsäußerung. Also, ich stimme dir natürlich zu. Du hast natürlich recht. Aber in seinem Verständnis ist das immer nur möglich gemacht worden durch freie Meinungsäußerung und er sieht die freie Meinungsäußerung jetzt. Durch alle anderen bedroht. Also wir sind ja eigentlich eher in einem Verschwörungsszenario, in dem alle anderen Menschen auf der Welt, sogar die Hälfte der eigenen Nationen. . verhindern möchte, dass Menschen sich frei äußern dürfen und deswegen müssen wir schnell aus Kalifornien weg, deswegen müssen hier unsere automatisierten Systeme runtergefahren werden, deswegen müssen wir unsere Guidelines runterfahren und so weiter und so weiter. Deswegen müssen die Faktenprüfer weg, weil die sind auch Teil dieser Vokenverschwörung. Das ist Verschwörungserzählung, die hier vorangetrieben wird. Es fühlt sich nur nicht so an, weil das alles sehr seziert auseinandergenommen wird. Aber wenn du das zusammennimst, steckt hier überall drin. Irgendjemand möchte uns die Freiheit nehmen und das lassen wir uns nicht bieten. Und da bist du viel näher bei Musk, als man am Anfang dieses Textes noch vermuten ließ. Weil man nicht nur auf sachlicher Ebene bei Maske ist, sondern auch auf ideologischer Ebene. Und das ist ein ist das ist leider ein Riesenproblem, weil das zwangsläufig bedeutet zwangsläufig bedeutet, Blueska ist das neue Twitter, Threads ist raus.

01:00:04 Frederik von Castell

Naja, klar, aber absolut, wenn das so alles passiert. Aber ich bin noch einen Schritt weiter. Also es ist jetzt sehr frisch, wir haben beide den Kaffee komplett auf, seitdem. Wir sitzen da und denken uns so, um Gottes Willen, und ich meine, wir haben jetzt auch gar nicht darüber geredet, dass, wenn wir über die Verifikation und so bei Meta nachdenken, dass die genauso kaputt ist, wie die Idee von Musk kaputt gemacht wurde bei Twitter und so. Das sind ja noch ganz viele Sachen, die auch in die Richtung gingen. Aber wenn wir jetzt noch ein Stück mal zurücktreten und sagen, du sagst, es ist ein verschwörungsideologisches Denken, das er da äußert, ich glaube, es ist In seiner Plumpheit so formuliert, dass es für genau diese Menschen funktioniert. Es ist für die Donald Trumps, es ist für die, es ist für die, die dem Meinungsfreiheit immer bitte, wenn ich das sage, jetzt hier in dem Kontext mit Anführungszeichen denken, ist es für die, die Meinungsfreiheit schreien und damit meinen, sie wollen einen Eine Diskursverschiebung nach rechts, in der sie endlich auch das sagen dürfen, was sie ja lange nicht mehr sagen durften, egal ob es eigentlich verfassungsfeindlich ist oder nicht. Aber auf jeden Fall diese, ich möchte jetzt nicht irgendwelche Weltchefreporterinnen zitieren, aber so die die Freiheit bei sich beginnend definieren, so. Und ähm und ich glaube, dass das eine Anbiederung an die sein muss, denn wenn das Wenn das wirklich reine Überzeugung ist, dann passt es sehr wenig mit dem zusammen. Und dann ist es ein kompletter unternehmerischer Schlingerkuss zu dem, was bisher in Meta investiert wurde, in den Aufbau, in der Öffentlichkeit, in der Außenpräsenz. Dann müsste es jetzt noch viel mehr zerhauen. Dann müsst ihr jetzt im Grunde sagen, einmal alle raus bitte und ich stelle jetzt, ich komme jetzt mit dem Waschbecken rein und ich komme mit 50 Neuen.

01:01:34 Gavin Karlmeier

Und jetzt wird es extrem hardcore. Weil, aber das ist nämlich genau das, dieser unternehmerische Schlingerkurs, den musst du ja jetzt hier drin lesen, der da drin steckt. Und dass, ähm, dass du wahnsinnig viel einreist, was du die letzten Jahre hier aufgebaut hast, das mit einem Fünf-Minuten-Video Ich glaube, da sind wir uns ja einig. Das passiert ja de facto hier. Weil all diese Dinge, die man sich in der Content-Moderation, die man sich an Vertrauen, die man sich auch so ein bisschen im Sinne der Weltoffenheit aufgebaut hat, das wird ja alles rasiert, um sich in den Geist Trumps zu stellen. Jetzt ist Trump aber nicht mehr 25, sondern über 80. Das heißt, wie geht es weiter? Was ist das Endgame? Weil wenn wir in vier oder acht oder zwölf oder wann auch immer wie vielen Jahren einen politische, äh, einen politischen Wandel in den USA erleben, Wie willst du da rauskommen? Wie möchtest du, also du kannst dich nicht wie Xavier Naidu in irgendeinen beblumten Raum setzen und dich entschuldigen, sondern dann bist du das Netzwerk, das diese Entscheidung hier getroffen hat. Und ich weiß nicht, ob man hier nicht gerade eine Bombe zündet, die Wände einreißt, die vielleicht tragend sind.

01:02:35 Frederik von Castell

Also anders als Exchrägstrich-Twitter. Ist natürlich das Unternehmensprofil von Meta und ich meine jetzt nicht irgendwie noch irgendwelche VA-VR-Geschichten und Brillen, sondern ich meine jetzt wirklich mal die sozialen Netzwerke, von denen wir heute den ganzen Tag reden. Ist ja ein bisschen aufgefächerter. Und ich glaube, das sehen wir im europäischen Medienmarkt und speziell im Deutschen auch, diese Abhängigkeit bei uns zum Beispiel jetzt als Medienmarken, aber auch als Werbetreibende und sonst jemand von Instagram Also Instagram ist einfach ein so dermaßen Generationen, mittlerweile mehrere Generationen umfassendes, primäres soziales Netzwerk, das es mal ursprünglich als Schnappschussphänomen ja nicht war. zeigen mir den Konkurrenten und ich rede jetzt nicht von dem Instagram, das sich an TikTok immer mehr ernährt, sondern ich meine jetzt das klassische Instagram mit seinen Usern, die dort irgendwie Bilder konsumieren und durch einen Feed scrollen und nicht nur durch Reads scrollen. Zeig mir mal den Konkurrenten dazu. Alle anderen sind Copycats oder sind der Versuch, irgendwie sich da irgendwie das mitzusichern. Ja, ich weiß, dass es mittlerweile auch ein bunter Gemischtwarmladen. Das ist schon klar. Aber. Das sind ja Netzwerke, die sind, wenn ich es jetzt aus der Medienperspektive alleine betrachte und nicht als irgendwie Coca-Cola oder sonst was, das sind ja unverzichtbare Flächen. Und das sehe ich halt bei X nicht so, weil X das noch nie war. X war immer für den Diskurs relevant, für die Leute, die dort sind, weil sie Meinungsmacher sind oder weil sie im Diskurs irgendwo unterwegs sind. Politiker, Journalisten, Wissenschaftlerinnen und so weiter. Instagram ist so viel umfassender, was die Zielgruppen, was die Nutzer angeht. Das gleiche resultiert natürlich aus diesem Aufbau, der ja auch nicht Blöd ist, Threads dazu dran zu hängen, quasi als eine Auskopplung, Weiterkopplung, mit der ich mich irgendwie auf Bein bewegen kann. Davon wird Threads auch weiterhin, glaube ich, profitieren in Nutzerzahlen. Ich glaube, jetzt Wenn wir mal aus meiner Perspektive einfach toten Facebook absehen, dass die da einfach einen enormen Vorteil haben in der Verbreitung in der Gesellschaft.

01:04:34 Gavin Karlmeier

Das stimmt.

01:04:35 Frederik von Castell

Und wie viele Nutzer kriegen das, was wir jetzt hier gerade besprechen, überhaupt nicht mit? Sondern werden einfach unterbewusst dann beeinflusst dadurch, dass sich die Spielregeln dort ändern.

01:04:42 Gavin Karlmeier

Ich weiß, was du meinst, aber es führt mich wieder zu der Frage, ob das ein Trugschluss ist, dass die Mehrheit der NutzerInnen so denkt, wie Zuckerberg glaubt, dass sie denken. Also ob das hier tatsächlich nur eine Annahme ist oder ob das hier. ob das zutreffen wird. Weil das ist nämlich genau dieser Konflikt, der da ja drin steckt. Weil wenn du sagst, Instagram, das war der Enter, Instagram ist der Super Bowl und die Halftime-Show des Super Bowls. Und war immer das Präsidentschaftsduell, wenn du das neinanderstellen willst. Und die These, dass zum Super Bowl nur noch Leute kommen, die eigentlich auch gerne beim Präsidentschaftsduell mitstreiten würden, die halte ich für nicht tragbar. Und damit glaube ich, dass Zuckerberg hier eventuell einen Fehler machen könnte.

01:05:30 Frederik von Castell

Naja, also ich verstehe, warum du so denkst, aber am Ende ist es doch so, dass wir ganz oft aus unserer, und da denke ich jetzt wirklich an so eine Medienblasendiskussion. Dass wir ganz oft sehr stark annehmen, dass Nutzer und Nutzerinnen, und damit will ich sie nicht dümmer machen, als sie sind, sondern ich will sie damit beschäftigter machen, als wir sie wahrnehmen. Dass die sich ständig damit auseinandersetzen, wie ist dieses Netzwerk, in dem ich gerade bin, eigentlich, wie verändert sich das, was nehme ich gerade wahr? Passieren da plötzlich Dinge, die mich stören oder nicht, oder fehlen mir Dinge? Das ist so. Ich habe keine Ahnung von Autos. Wenn ich mich in Autos setze, dann fahre ich damit so lange, bis es plötzlich einfach am Straßenrand liegen bleibt, weil ich nämlich nicht die Geräusche höre, die da. Die andere aufschrecken lassen und sagen, oh, da ist aber ein Katalysator am Klappern oder was weiß ich. Oder das ist eben nicht ein Blatt in der Lüftung, sondern das ist, keine Ahnung, die hat irgendwas im Motorraum zerschossen. Ich glaube, dass der durchschnittliche Nutzer und die durchschnittliche Nutzerin, und das sind am Ende ja die, die für alle Kennzahlen relevant sind. Dass die in ihrem täglichen Leben die Nutzung eines Tools wie eine Social Media Plattform oder wie auch vieler anderer Tools nicht ständig hinterfragen. Das gleiche gilt für KI-Bots. Wir denken in der Medienblase ganz oft, dass dort Entscheidungen bewusst dauernd getroffen werden. Dabei ist es einfach, wenn sich ein Vehikel ändert und wenn wir mal an unsere eigenen Studiums oder Schülerzeiten oder sowas zurückdenken an die ersten sozialen Netzwerke. Also wenn ich bei Studie VZ oder bei SchülervZ unterwegs war. Habe ich da auch nur einen, einen Millisekund, klar, es waren so die ersten Netzwerke, das kommt noch dazu, aber und es gab schlechte Medienbildungen in dem Bereich bis gar keine, aber habe ich da auch nur eine Millisekunde drüber nachgedacht, welche unternehmerischen Zwecke dahinter stehen könnten, was mit den Daten passiert oder sonst was? Wir tun immer so, als ob das im größeren Teil der Gesellschaft irgendwie eine Diskussion auch irgendwie zumindest immanent da ist. Und wenn wir sie in den Medien führen, dann kommt sie dort auch an. Ich glaube, dass es Instagram Erstmal in der oder auch Facebook oder auch Threads erstmal gar nicht großartig weltweit äh schadet, was die Nutzer zahlen und was das Engagement angeht, wenn äh wenn er hier irgend so was verbreitet.

01:07:36 Gavin Karlmeier

Ich verstehe wo du hinaus worauf du hinaus willst, aber das hier sind ja Veränderungen, die an dem Netz im Netzwerk spürbar werden. Und du hast recht mit allem, was du sagst. Ich gehe das hundertprozentig mit. Aber wenn du jetzt so ein Ich weiß nicht, ob ich die Metapher, ob die das aushält, aber ich fahre die mal weiter mit deinem Auto.

01:07:54 Frederik von Castell

Du fährst die sogar weiter. Dankeschön.

01:07:56 Gavin Karlmeier

Also mal angenommen, du willst gar nicht wissen, was da klappert. Und es ist dir völlig wurscht. Das stimmt alles. Aber wenn dein Auto plötzlich jeden Tag nur noch einen gewissen Radiosender abspielen lassen würde, Oder du das Gefühl hast, da steigen immer fremde Leute bei dir ins Auto ein. Dann würdest du irgendwann sagen, das ist nicht mehr mein Auto. Ich fühle mich hier irgendwie nicht mehr so wie vorher. Das heißt, hier findet eine Veränderung des Autos statt, dass Leute eigentlich nur fahren wollen. Und ich glaube, die Leute werden das merken. Ich glaube, du wirst es merken, wenn mehr politische Inhalte auf der Plattform stattfinden, die ja in Zahlen offenbar von weniger Leuten gewünscht waren. Bei denen Mark Zuckerberg jetzt aber das Gefühl hat, dass das nicht mehr zutreffend ist, um es nochmal zusammenzufassen. Also, weißt du, du hast eine Veränderung an den Netzwerken, die von der Spitze aus in die Netzwerke getrieben wird. Die natürlich, bis sie wirklich spürbar wird, nur uns beschäftigt. Nur die paar Leute hier, die diesen Podcast hören. Im Vergleich zum Gros der NutzerInnenschaft von Metaplattformen ist das ein Fliegendreck. Hundertprozentig. Aber Ich glaube, du wirst das spüren. Du merkst ja, wenn sich etwas verändert. Du merkst ja, wenn ServusTV plötzlich seltsam geworden ist, dann merkst du das als Zuschauer. Und ich glaube, dass es ein gefährliches Spiel ist.

01:09:11 Frederik von Castell

Naja, aber jetzt um so ein Debattierclub-Billig-Argument dagegenzuhalten, dann müssen wir uns ja gar keine Sorgen um all das machen, was wir gerade eine Stunde lang besprochen haben, weil. . Wenn die User das irgendwann merken, dann greifen sie ja als Regulatorium ein und sorgen dafür, dass das irgendwann alles nicht mehr so ist. Ich glaube daran leider nicht.

01:09:28 Gavin Karlmeier

Wenn Zahlen aber noch wichtig sind und nicht nur das Bauchgefühl von Hack Zuckerberg oder seines Teams, dass ihm das so formuliert

01:09:34 Frederik von Castell

Das Bauchgefühl nimmt man ja immer dann her, wenn man keine Empirie hat und wenn man keine Belege hat, wenn man aber dann irgendwie trotzdem ein Argument braucht. Das war vorhin das ARD-Intendantenbeispiel, fand ich da sehr gut. Das ist dort ja auch oft so, dass dann irgendwie Das Leser- oder Zuschauer-Feedback, das mich erreicht, ist dann plötzlich nicht mehr das Meinungsforschungsinstitut, das man irgendwie sonst angeschnallt hat oder die eigene. Meinungsforschungsabteilungen, die man im Sender hat mit irgendwie 20 Beschäftigten, die sind dann plötzlich nicht mehr relevant, sondern dann ist es plötzlich die Leserzuschriften, die mich erreicht haben. Und deswegen entschuldige ich mich jetzt für die Oma auf dem Motorrad oder was weiß ich. Das ist so diese Denke und die ist ja nur ein rhetorischer Trick. Hätte er empirisches Material, was ihn unterstützt, würde er an der Stelle anders argumentieren. Und deswegen würde ich nicht glauben, dass bei, ich meine, letztendlich alle Indikatoren, die zum Erfolg von sozialen Netzwerken beitragen, unternehmerisch Basieren auf Engagement. Da kannst du, an anderen Grund gibt es auch nicht Bots zu installieren, die plötzlich User irgendwie simulieren sollen. Ihr habt ja schon ausführlich darüber geredet. Auch das ist ja nur, um Engagement hochzuhalten, um Leute dazu halten, weil die sind ohne letztendlich ist kein soziales Netzwerk, das ist die einzig gute Nachricht am Ende des Tages immer, ohne seine Nutzer ist es nichts wert.

01:10:43 Gavin Karlmeier

Ich habe das ja schon ein paar Mal angeschaut, das Beispiel, aber Google Plus. Hat wahnsinnig viel Spaß gemacht. Es waren super viele clevere Ideen für so ein Netzwerk. Es hatte ein super Design. Es war gut durchdacht. Aber wenn es niemand benutzt. Dann bringt mir das auch nichts, wenn ich der Einzige da bin. Weißt du, ich kann mir natürlich hier Monopoly auf den Tisch legen, aber wenn jemand mit mir spielen will, dann macht das keinen Spaß.

01:11:04 Frederik von Castell

Ich finde es übrigens wahnsinniges Versäumnis der deutschen Medienlandschaft und vor allem der medienjournalistischen Landschaft, dass Google Plus letztes Jahr einen Tag nach der Wahl Donald Trumps, nämlich beim Ampelbruch, dass Google Plus nicht überall in allen Schlagzeilen aufgetaucht ist. Warum? Schöner Cliffhanger, ne? Naja, wir hatten also die große Frage und der große Vorwurf unseres ehemaligen Finanzministers war ja, dass Olaf Scholz da drei verschiedene Reden irgendwie vorbereitet hat und dass er vor die Presse tritt und dass er das aus der Ampel verkündet und so. Und es ist also eine der Sternstunden von Google Plus, ohne dass Google Plus was dafür kann, dass damals diese Zitatkachel lieber nicht regieren als falsch regieren. dass die wurde ja über Google Plus quasi enttarnt als ebenfalls vorbereitetes Statement. Das war ja nicht so, dass Lindner damals aus diesen Koalitionsgesprächen rausgegangen ist und diesen Satz einfach. . Wow, mit all seiner rhetorischen Brillanz einfach so in die Öffentlichkeit geschrien hat, sondern es kam dann im Nachhinein heraus, dass dieser Satz vorbereitet war. Und dann musste er sich da erstmal nö, nö, nö und so, und dann musste sich aber die FDP irgendwann ja quasi dazu erklären, warum denn Diese Kachel bei Google Plus im Dateinamen, also nicht in den Metadaten, sondern wirklich nur im Dateinamen mit 17. irgendwas im Februar oder wann auch immer das war, betitelt war, nämlich und finale Fassung und das irgendwie drei Tage vor dem oder zwei Tage, lasst mich nicht lügen. Vor dem Ende der Koalitionsgespräche war. Und das war halt diese Kachel schon vorbereitet mit lieber nicht regieren als falsch regieren. Und das war die Sternstelle von Google Plus, weil das Ding wurde auf allen Netzwerken verbreitet, aber bei Google Plus wurden die Dateinamen immer mit ausgespielt. Und dann musste sich die FDP dazu verhalten und sagen: Ja, wir haben drei verschiedene Szenarien vorbereitet. Und diese drei Szenarien, die liegen auf dem Silbertablett, die hätte man Linden natürlich um die Ohren hauen können mit seiner ganzen Pyramide und allem. Wissen wir ja mittlerweile eh, dass es genug gab, um ihnen das um die Ohren zu hauen, aber Das war so verschenkt. Schade, dass ich an dem Tag was anderes zu tun hatte, sonst hätte ich das aufgespielt.

01:12:53 Gavin Karlmeier

Du hättest früher herkommen müssen. Wir hätten hier gemeinsam die Episode Beginn der offenen Feldschlacht aufnehmen können. Und dann wäre es ja, dann wäre es hier aber losgegangen, du. Ja. Ich will gar nicht die gute Laune trüben, aber ich wollte noch einen Gedanken zum Martzakab äußern. Wir haben auch schon eine der längsten Folgen wieder hier aufgenommen, aber naja. Was mich so wahnsinnig wütend macht, ist, dass er hier so eine Art, er löst in mir eine kognitive Dissonanz aus, die er natürlich mit Logik irgendwie auflöst. die aber nicht auflösbar ist. Du kannst nicht sagen, Regierungen schränken unsere Meinungsfreiheit ein, egal wohin du schaust, die Zensur geht von Regierung und etablierten Medien aus. Und erklärt aber am Ende, dass er deswegen mit Donald Trump zusammenarbeitet. Das ist das gleiche Logikdilemma, das Musk damals auch hatte. Dass der Musk aber vielleicht nicht aufgefallen ist, dass er auch gesagt hat, Regierungen haben zu großen Einfluss auf Twitter gehabt, deswegen muss ich es kaufen, um dann Ex einfach so nah an die Regierung ranzuschieben, dass es am Ende auch wieder ein regierungseigenes Netzwerk wird. Ne, nicht wieder. Bitteschreich, wieder. Das war tut er früher nie. Es war immer nur eine Mehrheit, dass es so gewesen sei. Mich macht das wahnsinnig wütend dass du hier, ähm, dass hier immer wieder in rechten Narrativen, und das kann man nicht anders nennen als rechte Narrative, die Zuckerberg hier verbreitet, immer wieder so ähnliche Motiven, so Tropen auftauchen, die reproduziert werden, wie in das Beispiel, das ich eben genannt habe, dass du Gewalt, das sexuelle Gewalt an Kindern darstellt, immer wieder als Türöffner benutzt, um irgendwelche Veränderungen einzuschleichen. Dass du diese Erzählung des Einflusses auf die Medien hast, dass du die diesen Gottscheiken sprech von man dürfe ja gar nichts mehr sagen, dass du den hier auch immer wieder drin findest. Alles nur Um eigentlich am Ende der Macht des Rechten näher zu kommen. Und das ist nicht erträglich. Egal wie ich drehen wende.

01:14:49 Frederik von Castell

Ja, aber. Bitte. Letztendlich ist es leider dem Individuum Mark Zuckerberg freigestellt, sich so zu äußern. Das ist alles im Rahmen dessen, was wir auch als Meinungsfreiheit erachten. Es ist manipulativ, es ist entweder plump oder extrem gut durchdacht, absichtlich plump, aber es ist letztendlich alles das, was ich ihm in der Form, in der es jetzt präsentiert hat. zugestehen muss als Demokrat. Aufgabe wäre es jetzt von Medien und da muss man auch sagen, da muss man ganz klar schauen, dass man da auch kein Beißfeld und sowas war. drauflegt, sondern einfach tatsächlich mit solchen Aussagen umzugehen und vor allem auch weiter drauf zu gucken. Und das ist natürlich so ein Format wie deines hier ist, ist wahnsinnig wichtig, dass das begleitet wird, aber das müssen natürlich auch Medien, die auch nochmal andere Zielgruppen erreichen, andere Reichweiten haben, eigentlich viel stärker zu tun. tun. Und ich finde, das ist jetzt ein perfekter Zeitpunkt, wo sich Medien, die ja auch gleichzeitig auf diesen Netzwerken sehr stark befinden und da befinden müssen, wo die sich auch sehr stark, jetzt nicht nur immer um Mask, das hat lang genug gedauert. Sondern eben auch im Zuckerbag wieder viel stärker kümmern müssen. So ein bisschen die Watchdog-Funktion in Richtung dieser Tech-Giganten, die ist irgendwie sehr limitiert in Deutschland. Die geht immer nur in eine Richtung, außer wir nehmen tolle Formate wegen Netzpolitik. org oder so, ja, wo man Nur das Dauerflaschen, aber natürlich auch nur für die Nische. Und ich finde, jetzt ist wirklich so, das ist so alarmierend klar und deutlich, das ist im Grunde schon der Auftrag an uns erteilt. Dass wir da jetzt einfach hinschauen. Dass wir auch schauen, setzt das auch wirklich so um, wird es auch in der Dramatik, so wie wir es jetzt vermuten, wird es so. Aber gleichzeitig eben sagen, auch da unsere eigene Verantwortung draus ziehen und Das ist ja das, was so die Diskussion bei Twitter die letzten zwei Jahre begleitet hat. Und ich habe auch schon jetzt mehrfach irgendwie meinen Twitter-Ausstieg verkündet und einmal wieder zurückgezogen. Mittlerweile habe ich ihn vollzogen und so. Das ist natürlich was, und wir haben auch hier, wir haben auch hier schon mal in der Folge drüber geredet und wir haben, glaube ich, beide mal die gleiche Idee gehabt, wo wir dann gefragt haben, Medienhäuser auf Twitter bleibt ja eigentlich oder nicht. Und dann haben wir bei Übermedien, wo ich früher war. Genau. Also ich war damals noch bei Übermedien und habe damals die Umfrage, glaube ich, gemacht, während ihr sie hier auch gemacht habt. Und dann hatten wir irgendwie, ich glaube, wir hatten dann ein Ergebnis und ihr habt dann.

01:16:52 Gavin Karlmeier

Wir hatten beide die gleichen Ergebnisse. Nur dass einer der befragten Fernsehsender dir geantwortet hat und mir nicht.

01:16:59 Frederik von Castell

Ja, manchmal muss man auch Glück haben. Und also das sind so genau diese Fragen. Also wie gehen wir medial damit um? Das ist, glaube ich, das. ist es, glaube ich, jetzt so der Punkt, an dem wir jetzt sind und an dem wir diskutieren müssen. Und damit meine ich jetzt nicht so persönliche Haltungsnoten, irgendwie wie meine eigenen, wie ich jetzt mit den Netzwerken umgehe, sondern für uns ist ja relevant. Sind da zwei Dinge relevant? Das eine ist, wo ist das Demokratiegefährdend, fördernd, wie auch immer? Wir können jetzt mal ein bisschen offener im Kopf kurz bleiben, welche sozialen Netzwerke helfen, welche Schaden, in welcher Form, was musste man ändern? Das ist so die eine Risk und die andere ist unsere selbst, unsere Positionierung als Medien insgesamt. Wie nutzen wir das, wie schränken wir es ein, wie auch immer. Und ich finde, dass diese Diskussion in Deutschland so dermaßen ängstlich und fast schon obrigkeitshörig geführt wird, dass ich nur immer wieder bei jeder Gelegenheit irgendwie sagen möchte, so. . Ihr habt euch also ja, die Märkte haben sich verändert, ja, man kommt um soziale Netzwerke nicht mehr herum, sondern sie sind das Ein und Alles für viele. Und für viele Marken und gerade für Nischenprodukte noch wichtiger als für große Medienmarken. Es ist nicht weg zu diskutieren, es wäre komplett naiv zu sagen, verschwindet überall. Aber bitte legt auch mal euer Eure Stimmgewalt, die ihr auch noch habt, solange ihr sie noch habt und solange sie eben nicht genau von denen verschluckt wird, legt die doch mal bitte an den Tag und macht es eben nicht. Wie mutmaßlich Matthias Döpfner beim Springer Verlag. Also dass sie denen dann auch noch quasi bitte die Hoheit über eure eigenen Standards Bei der Welt am Sonntag jetzt im Fall, aufgibt und sagt, hier bitte, publiziere, was du willst. Wir werden es nicht überprüfen, wir werden nicht mal überprüfen, ob du selber geschrieben hast, publiziere, was du willst. Wir halten ein bisschen sei dagegen, aber hier ist es im Grunde. Mach doch, was du willst. Und diese Anbiederung, die ist ja in der deutschen Bundespolitik vorhanden, die ist in den Medien vorhanden und die ist ein Armutszeugnis für die Kreativität und Innovationsgeist in gerade der Medienlandschaft, aber auch in der Unfassbar in der Bundespolitik. Also wie viele Spitzenpolitiker, und da meine ich jetzt wirklich fast alle Parteien, haben sich in den letzten Jahren, haben sich in irgendeiner Art und Weise Leuten wie Musk angeboten. Das ist jetzt nicht nur Addis Weidel, die das jetzt komplett im Bruderschluss da irgendwie vollzieht, sondern da gehören wirklich viele dazu. Ich finde, Zuckerberg liefert das perfekte Argument dafür, dass man das halt eben nicht nur auf die Freakshaw Musk irgendwie bezieht und sagt, so da dreht einer durch und das ist halt zufällig noch der reichste Mensch der Welt und das hat noch Boulevard Deske irgendwie was, sondern dass man halt einfach sehen muss. Dieses breite Angebot, das es gibt, ist kein sehr breites Angebot, das ist letztendlich von zwei, drei, vier Köpfen abhängig.

01:19:38 Gavin Karlmeier

Punkt.

01:19:39 Frederik von Castell

Punkt. Und den sich anbietern traurig.

01:19:42 Gavin Karlmeier

Also wir nehmen mit, die Motivation, die Dennis und mich damals vorangetrieben hat, weiterzumachen mit diesem Podcast, war es immer. Elon Musk ist nicht der süße, trottelige Weltraummann mit ein bisschen Geld, der sich seine Wünsche erfüllt, sondern im Zweifel eine der größten Bedrohungen der Demokratie.

01:20:00 Frederik von Castell

Ja, habt ihr bewiesen. Also hat er bewiesen.

01:20:03 Gavin Karlmeier

Hat er bewiesen und ich hoffe, dass diese Beweisführung langsam abgeschlossen ist. Ich fürchte allerdings, da haben wir noch ein bisschen was mit zu tun. Nehmen aber weiter mit, mit Mark Zuckerberg müssen wir weitermachen. Und auch möglicherweise noch mit anderen KandidatInnen.

01:20:19 Frederik von Castell

Ja, aber vielleicht können wir alle dazu übergehen, die wir jetzt innerhalb dieser Diskussion die ganze Zeit dabei sind, weil wir Medenschaffende sind. dass wenigstens wir uns ein Stück weit versuchen, mal wieder zu emanzipieren in unserer, in unserer Meinung und auch in unserem Nutzungsverhalten. Und damit meine ich jetzt nicht das private Nutzungsverhalten, sondern das als Medienmarken und Ja, man muss Schlüsse aus sowas ziehen. Man muss dann aber nicht die Schlüsse ziehen, dass man seinen Ruder auch demnach ausrichtet. Das wäre das Gegenteil von Journalismus. Sondern ich finde zumindest wir Medienschaffenden sollten da jetzt wirklich schauen, dass wenn schon andere Kräfte dort versagen, Bei der Bundespolitik ist leider im Moment, ehrlich gesagt, nicht viel zu erwarten in der Hinsicht. Dann müssen wir wenigstens dort irgendwie standhaft bleiben, auch wenn es weiter schmerzhaft dann natürlich für die Geschäftsmodelle ist. Und tja Aber anders funktioniert das Kernprinzip halt nicht mehr.

01:21:09 Gavin Karlmeier

Tja, das nehmen wir mal so mit.

01:21:12 Frederik von Castell

Sollte ich nicht der Optimist sein eigentlich? Oder bist du der Optimist?

01:21:14 Gavin Karlmeier

Ich hab dich gebrochen, Frederik. Ich habe dich gebrochen.

01:21:17 Frederik von Castell

Eine Stunde und dann ist man tot.

01:21:18 Gavin Karlmeier

Wir hatten so viele Themen vorbereitet für heute. Das nach, du kommst einfach bald wieder. Gerne. Ansonsten lest alle das Mediumagazin.

01:21:26 Frederik von Castell

Da gibt es eine hervorragende Kolumne.

01:21:28 Gavin Karlmeier

Kann ich empfehlen. Ich schreibe die und Frederik macht sich schön.

01:21:33 Frederik von Castell

Na, vor allem schreibst du sie. Und vor allem, also du schreibst quasi das, was du hier quasi dreimal die Woche und früher täglich gemacht hast, das schreibst du alle zwei Monate für die auf. Die es dann eben doch nicht genauso verfolgen. Und genau, das war ja die Idee der Kolumne und schön, dass wir die haben. Das ist ein großer Gewinn.

01:21:48 Gavin Karlmeier

Vielen Dank, dass du heute hier warst. Jetzt dauert es nicht wieder anderthalb Jahre, bis du wiederkommst. Nö. Gut. Dann sehen wir uns bald wieder. Ich wünsche euch allen eine schöne Restwoche.

01:21:58 Speaker 4

Wir hören uns wieder am Freitag. Und wer dann kommt, weiß ich noch gar nicht. Mal gucken. Tschüss. Tschüss.