Die großen Ankündigungen Zuckerbergs sind jetzt zwei Tage her – wir hatten also etwas Zeit, den Puls runterzubringen, mal etwas zu sortieren und über alles zu sprechen, was seitdem passiert ist.
Transkript
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00:01 Intro
Haken dran, das Social Media Update der CT.
00:06 Gavin Karlmeier
Hallo Markus. Hallo Gevin. Heute ist bei mir Markus Beckedal, den muss ich gar nicht vorstellen, weil den habt ihr in den letzten Tagen vermutlich in allen wichtigen Nachrichtensendungen dieses Landes gesehen. Während wir das hier aufnehmen, läuft gerade die Tagesschau, wo ich was sage tatsächlich. Wir haben ein bisschen was hinter uns. Und als ich dir geschrieben habe, hey, hast du nicht Lust, irgendwie spontan dazu zu kommen, war deine Antwort Wenn ich da noch Stimme habe. Ich finde, das beschreibt unseren Status gerade ganz gut. Hast du denn noch Stimme? Wie geht es dir gerade? Wie geht es dir nach diesen Tagen?
00:45 Markus Beckedahl
Naja, so nach 48 Stunden fühle ich mich jetzt leicht urlaubsreif. Also es ist irgendwie ein bisschen blöd, wenn man gerade ins neue Jahr gestartet ist und dachte, ja, super fit. Und dann ja
00:57 Gavin Karlmeier
Aber okay, da müssen wir wohl durch. Ich will mit einer kleinen Frage der Einschätzung mal reingehen, weil, also ich habe da eine Emotionen und ich habe die These, dass dir auch so geht. Ich stelle die Frage aber mal ganz offen. Wie hast du die ganze Berichterstattung von den großen Medien in Deutschland zur Causa Zuckerberg erlebt?
01:23 Markus Beckedahl
Naja, also irgendwie haben sich alle an den Fact-Checkern aufgehangen, die ja eigentlich auch nur in den USA abgesägt werden. Wo ich erstmal nicht davon ausgehe, dass das irgendeinen Einfluss auf die EU hat. Und fand das ein bisschen schade und habe dann auch mit sehr viel Überzeugungsarbeit auch immer die jeweils passenden Redakteure Redakteurinnen darauf hinweisen müssen, dass dahinter eigentlich nochmal viel gravierendere Änderungen bei den Content-Regeln stehen. Aber möglicherweise hatte das damit zu tun, dass, sagen wir mal, diese Fact-Checker generell von Journalistinnen, die jetzt nicht jeden Tag mit dieser ganzen Thematik zu tun haben, als Prinzip erst mal verstanden worden sind, und dass die erste MSNBC-Meldung, die rumging. Zu diesem Video diese Fact-Checker aus US-Perspektive quasi als Aufhänge hatte, aber dann auch wiederum als Medienthema.
02:34 Gavin Karlmeier
Ich teile die Einschätzung total. Ich habe mich auch geärgert, weil es gab relativ, also man muss ja dazu sagen, seit der letzten Akenrand-Folge, die wir aufgenommen haben. Kurz nachdem die Zuckerberg-Meldung kam, sind ja einige Dinge hinzugekommen. . Wir haben einiges gelernt, einige Hintergründe bekommen, über die wir heute auch noch sprechen, was so seitdem passiert ist. Und mir ging es aber auch so, dass wirklich, ich kam aus der Aufnahme und habe gesehen, okay, es gab eine DPA-Eilmeldung, eine Spiegel-Eilmeldung und alle haben sich auf diese Fact-Checker gestürzt. Ehrlicherweise genau das ist, was Zuckerberg als Narrativ ja auch mitschicken wollte. Das war sehr bewusst, glaube ich, der erste Punkt in seinem Fünf-Punkte-Plan. Sehr bewusst die Formulierung, die er auch in der Caption unter dem Video gewählt hat. Weil das ein Ding ist, das einen nicht allzu großen Einfluss auf die Wahrnehmung auf der Plattform haben wird, nehme ich an. Also ich weiß nicht, wie es dir geht, und wie viel Zeit du auf den Metaplattformen so am Tag verbringst. Aber ich muss sagen, dass man fact gecheckte Inhalte sieht ist eher die Ausnahme statt die Regel, was daran liegt, dass es so wahnsinnig viele Inhalte gibt und die Journalistin Frederik von Kastell hat es in der letzten Folge ja erzählt, der ja selber so ein Fact-Checker war, Natürlich ist das ein Kampf gegen Windmühlen. Du pickst dir zwar Themen, die du für wichtig erachtest und Themen, die gerade irgendwie virulent sind, wie zum Beispiel, dass sein Beispiel war, Trump sagt, wir sollen alle Bleiche trinken gegen Corona. Und das ist natürlich ein wichtiger Punkt, der da wegfällt und Community Nodes sind kein adäquater Ersatz für Fact-Checking, aber Also, jetzt stelle ich jetzt mal hier einen Raum, vielleicht widersprichst du mir, aber ist meine Wahrnehmung. Aber von all den Sachen, die Zuckerberg dort verkündet hat, vor allem vorneweg diesen letzten Punkt, der ja außerhalb dieser fünf Punkte lag, das nämlich diese diese Zusammenarbeit mit Trump gegen andere Regierungen und damit nennt er explizit Europa und die dort, Zitat, Institu. institutionalisierte Zensur, dass das ja nicht weniger ist als die Androhung eines potenziellen Verständnisses von Regulierung bedeutet für uns Wirtschaftskrieg. Und diese Auslegung habe ich in vielerlei Berichterstattung so ein bisschen vermisst, ehrlicherweise.
04:41 Markus Beckedahl
Ja, das ist noch nicht überall angekommen. Aber ja, wie du schon meintest, das war sozusagen der Red Herring. der von Musk hingehalten wurde. Der rote Hering hier kümmert euch mal um die Fact-Checker. Das ist auch eine große Symbolwirkung in den USA. Gerade von republikanischer Seite gab es ja immer sehr vehemente Kämpfe gegen dieses Fact-Checking. Und Zuckerberg hat das ja nie so wirklich eigentlich gemocht. Das kostete ihnen eigentlich nur Geld, so, ne? Und wie du schon sagtest, so Ich habe noch nie einen gefactcheckten Beitrag irgendwo auf Metaplattform gesehen. Aber möglicherweise bin ich auch in anderen Zielgruppen. sozusagen dort drin und bekomme dann diese Inhalte nicht weitergeleitet von meinen Kontakten. Aber letztendlich das Zuckerberg hier quasi dieses Symbol den Republikanern schenkt, von wegen, hey, zukünftig werdet ihr nicht mehr beim Lügen erwischt. Oder ihr braucht gar nicht mehr so Panik haben, dass meine Mitarbeiter, die ich auch noch bezahlen muss, euch künftig beim Lügen erwischen. Das war zwei Fliegen mit einer Klappe für ihn.
05:48 Gavin Karlmeier
Ja, und es ist ja auch ein, es ist ja dieses Lied der Rechten, dass der Begriff Fact-Check ja auch zu so einem Unwort verkommen ist. Das kommt ja alles aus diesem dieser Wahrnehmung der letzten Jahre, dass es mehr als eine Wahrheit gibt und dass faktenbasiert nicht immer stimmt, weil am Ende, ich glaube, Donald Trump hat doch gesagt, es gibt keine Wahrheiten, es gibt nur Gewinner und Verlierer. Dieses Narrativ spinnt er da quasi weiter und mit und das hat mich so ein bisschen gewurmt, weil diese Fact-Checks eben, wie gesagt, echt nur ein Bruchteil sind.
06:19 Markus Beckedahl
Ja, man muss dazu auch sagen, die Forschung ist auch so ein bisschen so uneinheitlich oder die Ergebnisse, ob das jetzt etwas bringt, weil die Hälfte des Publikums glaubt alles. was das Gegenteil ist von etwas, wenn da steht, hey, wir haben das jetzt hier überprüft. Während es natürlich immer noch die unbedarften Menschen gibt, die, wenn ihr sie etwas Viralartiges erreicht wurden, Warnhinweis, vielleicht irgendwie für einen kurzen Moment dafür sorgen kann, dass man nochmal überlegt, ob man das jetzt tatsächlich noch seiner ganzen Familie und seiner alten Schulklasse und sonst wem weiterleiten soll. Aber der Effekt war ja eigentlich immer eher gering. Und aber dieses ganze Framing, was vor allen Dingen den amerikanischen Republikanern gelungen war, dass diese Factchecker irgendwie eine Zensurbehörde darstellen würden. Das war immer total absurd, weil diese Factchecker sind eingestellt worden. damit diese Beiträge nicht gelöscht werden sollen. Früher sind die einfach von den Content-Moderatoren bei Facebook gelöscht worden. Und dann waren sie einfach da und wurden nur journalistisch kontextualisiert. Aber Ja, wie gesagt, zukünftig in den USA nicht mehr. In der Europäischen Union weiterhin. Also AfP, DPA, Korrektiv werden wahrscheinlich weiterhin bezahlt werden, weil es ist für Meta günstige Investition compliance zum Digital Services Act und seine Anforderungen zu sein. Also das zeigt man lieber Sozusagen das bisschen Geld an die Par-Fact-Checker, die man eh nie in freier Bildlauf machen sieht mit ihren Ergebnissen, die trotzdem gute Arbeit machen. Also dazu will ich aber nicht sagen. Aber um einfach der EU-Kommission weiterhin in den halbjährigen Risiko berichten sagen können, hey, wir tun doch alles, was man machen kann.
08:00 Gavin Karlmeier
Ja, so ganz, also so ganz sicher können wir uns da ja leider nicht wirklich sein. Also wir wissen zum Beispiel, dass Meta dem International Fact Back Checking Network mitgeteilt hat, dass die Partnerschaften im März 2025 enden werden. Die Einführung der Community Nodes aber noch länger dauert, weil die noch nicht fertig sind. Das heißt, da gab es jetzt die Ankündigung vor der Entwicklung. Und DPA hat der Welt bestätigt, dass der laufende Vertrag mit Meta nur bis Ende 2025 laufen würde. Natürlich kann er verlängert werden, keine Frage. Aber die Frage ist dann, legt das Meta nicht möglicherweise vielleicht auch darauf an, mal zu gucken, wie weit die EU eigentlich geht, wenn sie eine politische Androhung zu erwarten hat?
08:40 Markus Beckedahl
Ja, da sind wir bei dem ganzen geopolitischen Streit und so weiter. Und es ist tatsächlich rechtlich umstritten, ob der DSA Fact-Checker oder Community-Notes sozusagen erlauben würde. Es gibt auch diejenigen, die sagen, das ist da nicht so klar festgelegt, sie könnten auch versuchen, mit Community-Notes durchzukommen, sozusagen als adäquate Ersatz, so laut rechtlicher Formulierung, die da gewählt ist, weil das hatte man sicherlich dann nicht so wirklich so auf dem Schirm, dass es sowas gibt. Aber man hat natürlich auch den Kodex gegen, EU-Kodex gegen Desinformation unterschrieben und da Verspricht man explizit Factchecker zu verwenden. Nun hat auch X das unterschrieben und hält sich überhaupt nicht an diesen EU-Kodex, weil frei eine Gesetzverpflichtung ist halt Tja, es ist halt irgendwie schönes Papier wie die Bibel, kann man daran glauben oder nicht. Aber Meta ist doch zumindest häufiger Compliance, weil sie dann immer Angst haben, naja, wenn Wenn wir jetzt hier irgendwie nicht gut will zeigen, dann ärgern die uns auf der anderen Seite und kommen wieder mit Jugendschutz irgendwo oder mit Kartellfragen oder sonst wie. Also deswegen glaube ich, dass länger als in den USA Auch weil unsere Regierungen Factchecker cooler finden als die kommende Trump-Administration Meta dabei bleiben wird.
10:01 Gavin Karlmeier
Ja, mal gucken, wie das neue Regierungen möglicherweise sehen. Leider auch noch. Ich will gar nicht. Das letzte Mal war ich ja der Berufsoptimist und heute habe ich das Gefühl, bin ich der düster Maler. Aber im DSA, ich habe übrigens gestern das auch nochmal oder vorgestern das nochmal so ein bisschen versucht. Genau das, was du sagst, welche Lesart denn eigentlich die ist, die ich für plausibel halte, der weder Jurist noch Volkswirtschaftler noch whatever ist. Die Formulierung ist ja, dass die Plattformen alles tun müssen, um illegale Inhalte auf sich zu vermeiden und dass Beschwerdestellen eingerichtet werden müssen. Das ist ja das, was der DSA explizit vorschreibt. Und nach der Lesart kann man sagen, möglicherweise braucht man diese Fact-Checker nicht, um denen zu entsprechen. Aber diesem Codex, den du da gerade angesprochen hast, dann natürlich schon. Aber der ist dann so ein bisschen wie die Kyoto-Protokolle, wahrscheinlich so ein bisschen mehr so eine Idee als eine Maßgabe.
10:53 Markus Beckedahl
Es ist halt auch ein bisschen umstritten, sozusagen, ob Community-Nodes funktionieren. Es gibt ja diejenigen, die sagen, hey, das funktioniert super. Und wenn man sich dann anschaut, wo funktionieren sie denn auf X, dann sind das in der Regel irgendwie. Jetzt nicht unbedingt politische Debatten, sondern es sind dann irgendwelche, ist eigentlich egal sozusagen. Da gibt es jetzt keine großen ideologischen Debatten rum. Und dann gibt es dann diejenigen, die sagen, naja, eigentlich das Prinzip funktioniert ja super in der Wikipedia. Und da haben Sie recht, in der Wikipedia funktioniert das Prinzip super, einen neutralen Standpunkt zu formulieren, wo unterschiedliche Perspektiven reinkommen. Aber in der Wikipedia ist das auch häufig ein sehr aufwendiger, langwieriger Prozess, bis man sich irgendwo mal drauf geeinigt hat. Das funktioniert meiner Meinung nach vor allen Dingen bei politischen, ideologischen Punkten, nicht in einer Echtzeit-Kommunikationswelt, wo man einfach nicht jetzt erstmal irgendwie drei Monate Zeit hat, um irgendwie einen neutralen Standpunkt zu einem Tweet.
11:47 Gavin Karlmeier
zu formulieren. Ja, vor allem weil bei den Tweets ja auch das Problem ist oder bei X das Problem ist. Da habe ich, ich glaube von Hagen-Terr-Schüren war das, habe ich den Post gelesen. Wenn Community Nodes funktionieren würden, hätte Musk sie längst abgeschafft. was ich eine sehr clevere Beobachtung fand, weil Community Nodes bei X sehr genau das Problem haben, dass sie von Menschen unterschiedlicher. . Lager gleichermaßen als sinnvoll bewertet werden müssen. Was funktioniert, wenn eine Werbung für ein Computerspiel angezeigt wird, das die keine echten Gameplay-Szene zeigt, sondern irgendwelche animierten Dinge, die da nicht zu suchen haben, klar, weil dann sagen alle, das ist falsche Werbung. Das funktioniert aber nicht mehr, wenn eines dieser Lager, das darüber abstimmen soll, ob die Note sinnvoll ist, massiv davon profitiert, dass da eine irreführende Information steht.
12:36 Markus Beckedahl
Ja, ich habe auch irgendwo gelesen, also ich sag X gar nicht mehr und folg Elon Musk auch eigentlich noch nie, aber. Bei ihm soll die Community Notes Funktion, also unter seinem Account, schon lange ausgeschaltet sein.
12:49 Gavin Karlmeier
Ja, da tauchen die ab und zu mal auf und verschwinden dann danach wieder. Das haben wir hier auch schon öfter beobachtet. Aber was erwartet man da? Wie gesagt, also er wird da der Erste sein, der die aus dem Weg räumt, wenn die ihn stören. Apropos Faktenchecks. Chris Price hat einige Jahre für Meta gearbeitet und der hat einen Faktencheck von den Inhalten von Mark Zuckerberg veröffentlicht. Er hat nämlich einen Post bei Threads geschrieben, wo er gesagt hat. Ich habe für das Trust <unk> Safety Team gearbeitet von Meta, fünf Jahre lang, zusammen mit Dutzenden von anderen Mitarbeitenden und musste dies dann verlassen, weil ich eine seniorigere Rolle bekommen habe. Und habe das bereits in Austin, Texas gemacht, fünf Jahre lang. Also eine dieser Ankündigungen von Zuckerberg war ja, diese Teams nach Texas zu verlegen, um den Bias der dort Arbeitenden aus Kalifornien irgendwie rauszukommen. zu kriegen. Und offenbar ist das so ein bisschen eine Luftankündigung, weil eben diese Trust <unk> Safety Teams auch jetzt schon in Austin, Texas arbeiten. Und auch da muss man übrigens dazu sagen, dass Austin, Texas. . jetzt nicht zwangsläufig weniger gebiased ist als Kalifornien, weil Austin eine sehr liberal-demokratisch wählende Stadt ist mit sehr vielen progressiven Menschen, sehr weltoffen, also sehr untypisch für das Land Texas drumherum.
14:08 Markus Beckedahl
Ja, auch das war natürlich wieder ein totales Red Herring für die Republikaner, so quasi. Wir gehen jetzt hier aus dem kalifornischen. Bias raus in das Dingens. Ich habe aber irgendwo Zahlen gelesen, wonach Kalifornien genauso viele Leute irgendwie Harris oder Trump gewählt haben wie in Texas, dass das eigentlich so kein großer Unterschied macht. Aber ich In der Wahrnehmung ist Kalifornien ja das totale Wo, die totale Wurke Hölle. Und Texas gilt ja immer noch so unter denen allen so irgendwie als irgendwie das uhrigste Bayern sozusagen. Und man hat ja auch schon vorher Elon Musk gehabt der ja auch seine ganzen Unternehmens Headquarters nach Austin ausquartiert hat. Und ich war mal in Austin bei das Haus bei South West. Ja, das war jetzt eigentlich genauso wie jetzt, wenn man irgendwo in Los Angeles oder so weiter ist. Also ich habe da keinen großen Unterschied gemerkt.
15:07 Gavin Karlmeier
So, und dann muss ich eine Sache ansprechen, die wir beim letzten Mal auch noch nicht wussten. Und zwar haben wir ja darüber gesprochen, dass die Community-Guidelines angepasst werden. Oder wie Zuckerberg sagt. verschlankt und dass die Themenbereiche Gender und Migration ausgeklammert werden, dass es dort keine Beschränkungen mehr gibt. Wir haben da hier schon den Teufel an die Wand gemalt und die Realität sieht noch ein bisschen düster aus, ehrlicherweise. Denn zum einen werden Begriffe in diesen neuen Künstler. Community Guidelines explizit erlaubt, wie zum Beispiel, dass man Homosexualität als psychische Erkrankung bezeichnen kann. explizit und so auch namentlich benannt. Zum anderen gibt es so ein paar Untersuchungen und Recherchen, was diese neuen Guidelines nämlich auch erlauben. Wie zum Beispiel, dass man seine Frau sein Eigentum bezeichnen darf, dass man Chinesen generell die Schuld für Covid-19 geben darf. dass Schwule im Militär nicht zu suchen haben, dass Transsexuelle nicht die Toilette ihrer Wahl benutzen sollen. Also es gibt einige Dinge. . die diese neuen Guidelines mit sich bringen, die Tür und Tor öffnen für Hassrede. Und wie gesagt, ich habe das Gefühl, es ist nochmal deutlich düsterer, als wir das hier im letzten Mal einfach nur auf Grundlage von Musks Statement hier prognostieren.
16:20 Markus Beckedahl
Das war eher euer Problem, ne? Das war auch schon offensichtlich, wenn wir das damals Ja, also das war, als ich dir die Zeilen gelesen habe, war mein erster Gedanke, okay, Rassismus und Diskriminierung hat jetzt Schleusentöre geöffnet bekommen.
16:33 Gavin Karlmeier
Ja, das haben wir so auch gesagt. Ja, bitte, ja.
16:38 Markus Beckedahl
Also dass er so explizit diese beiden erwähnt hat und dann explizit die Argumentation verwendet hat, sozusagen. Ja, der Mainstream-Diskurs sich verschoben hätte. Ja, der ist sozusagen das Sagbare und das Gefühlte Sagbare hat sich verschoben. Und zwar er nach rechts Rechtsradikal hin, sozusagen. Und dass er dann sozusagen mit der Redefreiheit wedelt und sagt: Naja, das ist halt so, ne, die Leute, die jetzt irgendwie Trump gewählt haben, die sprechen halt so und denen wollen wir jetzt ein schönes Erlebn auf unseren Plattformen bieten. Es drückt ihr eigentlich auch aus. Alle anderen Pech gehabt. Ihr habt ja kein schönes Erlebnis mehr. Könnte man sich dann überlegen, möchte man dort auf den Plattformen noch aktiv sein, wenn man sich jetzt angesprochen fühlt?
17:22 Gavin Karlmeier
Ja, ich glaube auch, dass man das bald tatsächlich überlegen muss. Also das wird jetzt die nächste Runde machen, sich zu überlegen, ist man dort auf diesen Plattformen denn als marginalisierte Gruppe oder als Alley eigentlich noch sicher? Und in dem Moment, wo man sich diese Frage stellen muss, ist die Antwort wahrscheinlich schon nein, ehrlicherweise. Das ist die Stadt.
17:42 Markus Beckedahl
Ja, da haben wir ein ziemliches Problem, aber da haben wir auch in den letzten Folgen drüber geredet. Wo sind die Alternativen? Also, ne, zu X haben ja quasi, okay, wenn man Nerd ist, kann man noch Mastodon verwenden. Der Rest hat sich eigentlich irgendwie ganz gut auf Blue Sky. Irgendwie eingemeindet, aber wenn man jetzt auf Instagram Alternativen schaut, also Pixel Feed, die Fettiverse Alternative. Sagen wir mal, ist ein Zartes Pflanzchen positiv ausgedrückt, kann nochmal irgendwann was werden, müsste man halt ein bisschen Pflanz gießen und so weiter, ein bisschen Vieh gießen, bis vor da irgendwie viele Menschen der Meinung sind, da möchte ich jetzt mehr Zeit. verbringen. Und ich wünsche, dass denen das gelingt, aber es fehlen halt die Alternativen. Und bei Facebook sind wir wahrscheinlich auch alle nur, weil da irgendwann mal unsere ganzen Schulkumpels von früher sich getroffen haben und das der einzige Ort ist, wo man halt noch an die Geburtstag erinnert wird und hätte Facebook mal jeweils eine Kalender-Download-Funktion eingeführt, dann müssten wir doch alle gar nicht mehr bei Facebook sein, weil dann hätten
18:45 Gavin Karlmeier
wir diese ganzen Termine doch in unserem Kalender. Fun Fact, diese Funktion gab es mal und zwar mit der Einführung von iOS 7, glaube ich, was dazu führte, dass ich das damals einfach gesagt habe, ja, ich synchronisiere es ruhig mit meinem Kalender. Ich hatte damals dann noch Facebook-Events, jede Einladung in meinem iPhone-Kalender, was ein totales Chaos war. Und habe bis heute richtig viele Geburtstage in meinem Kalender von Menschen, bei denen ich keine Ahnung habe, wer das ist. Ja, aber ich habe auch früher schon nicht meine Daten mit Facebook geteilt. Ja, schlau bist du. Ich war 22 und wusste es nicht besser oder so. Okay, die Gnade der späten Geburt. Aber ich bin irritiert nach wie vor, dass über Instagram beispielsweise diese Geburtstagsfunktion nie gekommen ist. weil du relativ einfach da einen relativ guten Grund gehabt hättest, noch häufiger diese App zu öffnen. Und jetzt wollen wir sie nicht mehr. Aber anderer Punkt, Stichwort Meinungsfreiheit, Redefreiheit, Freedom of Speech in Metanetzwerken oder bei Meta. Wir haben ja auch darüber gesprochen, dass das neue Verwaltungsratsmitglied von Meta Dana White ist, der Chef einer Kampfsportliga von UFC. Und Dana White, der stößt nicht nur auf Begeisterung, den kennt man möglicherweise, weil er bei Donald Trump mit auf der Bühne stand, als er seinen Sieg verkündet hat. Und der ist eben jetzt Teil des Verwaltungsrates von Meta. Und die Leute, die Mitarbeitenden von Meta, die fanden das nicht so gut, dass der in den Verwaltungsrat ins Board berufen wurde und haben das in ihrem internen Chat-Tool kundgetan. Und diese Beiträge, diese, die sie dort veröffentlicht haben, dass sie sich daran stören, dass da ein Mensch ist, der beispielsweise auch schon wegen Gewalttaten oder wegen Gewalt an Frauen. verurteilt wurde, dann diese Inhalte wurden gelöscht in diesem internen Chat mit Hinweis auf die Community Engagement Expectations. Also eine Art interne, ein internes Regelwerk darüber, was man denn in diesem internen Chat schreiben darf und was nicht. Und ich finde, das massiv, also Es ist heuchlerisch auf der einen Seite von Meinungsfreiheit und weniger, ich zitiere Zuckerberg, Zensur zu sprechen und auf der anderen Seite Kritik im eigenen Haus überhaupt nicht mehr zuzulassen.
21:13 Markus Beckedahl
Ja, aber ich meine, das ist doch eh hier ein totaler, ja, total, also totaler Schwachsinn, dass wir die ganze Zeit von Redefreiheit sprechen. Ich meine, Elon Musk meint mit Redefreiheit. auch nur seine Meinung und geht gegen alles andere vor. Und auch Zuckerberg, der meinte, hey, er geht mit Redefreiheit back to the roots. Also bei Facebook gab es früher nicht diese Redefreiheit. Die sind massiv zum Beispiel, gab es ja diese ganzen Debatten on press feeding women, ne? Also sozusagen, dass du keine Nipples zeigen dürftest, sozusagen keine weiblichen Männer, männlichen waren schon okay und so weiter. Es waren totale. . Berühte Werte, die dort durch Contentmoderation vertreten worden sind, sodass du noch nicht mal irgendwie historische Gemälde dort irgendwie lange leben konnten, sozusagen, weil dann sofort irgendwie der Zensuren streichen, also den Content-Moderatorinnen, zur Durchsetzung dieser brüden Regeln zum Opfer gefallen sind.
22:08 Gavin Karlmeier
Das ist übrigens ein gutes Stichwort, denn auch dazu gibt es gerade eine Recherche von 44 Media. Die haben nämlich im Oktober schon einen Text veröffentlicht. Das ist eine Rechercheplattform, über die wir hier von denen wir sehr oft Zitate uns ausleihen. Die haben eine Künstlerin begleitet, die eine Geschlechtsumwandlung durchmacht. und jeden Tag ein Foto ihres nackten Oberkörpers bei Instagram gepostet hat. Und das hieß, wann entscheidet Instagram, dass eine Brustwarze weiblich ist? Das war so ein Projekt und im Rahmen dieser Recherche wurden alle Links, die auf diese Recherche veröffentlicht wurden, gelöscht von Meta mit Hinweis darauf, dass dieser Link gegen die Gemeinschaft Standards zu Nacktheit oder sexuellen Aktivitäten verstößen würde. Und sowohl der VOF for Media Seite als auch dem Admin der Seite wurden angedroht, dass die Seite gesperrt wird und er sein Benutzerkonto verlieren könnte. sollten solche Inhalte weiterhin gepostet werden. Gleichzeitig hat vor Ort von Media aber recherchiert, dass das im Bereich der Werbung mitnichten der Fall ist. Also es gibt wohl immer wieder hier Hinweise, Sie haben zum Beispiel einen. Ein werbetreibendes Unternehmen gefunden, die im November ungefähr 800 Anzeigen geschaltet haben, auf denen Nahaufnahmen von Vaginas zu sehen sind. Und diese Inhalte wurden eben nie entfernt, weil wer dafür bezahlt, wird offenbar nicht mehr geprüft. Das ist so die Kurzform dieser Recherche von Forfer Media. Also dass du nicht nur auf der einen Seite. . hier die ganze Zeit davon predigst, dass alle alles machen dürfen und wir kümmern uns jetzt nicht mehr um eure Inhalte, macht doch was ihr wollt, Meinungsfreiheit. Auf der anderen Seite aber so wie Gott bist, dass du hier weiterhin solche Maßnahmen triffst, dass Also da muss man nicht von Redefreiheit sprechen, wenn du sie nicht tatsächlich meinst.
23:53 Markus Beckedahl
Ja, aber bei der Zielgruppe kommt es halt an. Bei der Zielgruppe, die irgendwie auf das Red Herring Redefreiheit sofort anspringt, das sind auch diejenigen, die nicht damit konfrontiert werden möchten, dass unsere Welt bunter diverser geworden ist und dass Menschen auch irgendwie geschlechtsdiverser geworden sind. So ist es, ja.
24:14 Gavin Karlmeier
Und um da noch einen draufzusetzen, auch passend zu diesem Thema, wurden jetzt interne Unterlagen von Meta 2023 geleakt. Also jetzt ein bis zwei Jahre alt, die darauf hinweisen, dass sogenannte High Spenders, also Unternehmen, die viel Geld für Werbung ausgeben, dass die überhaupt nicht mehr moderiert werden. Also dass du, wenn du einen gewissen Grenzwert, Schwellenwert überschritten hast, dass du quasi jede Werbung schalten kannst. ohne dass irgendjemand das prüft. Und dazu gehören so große Unternehmen wie Amazon, Procter <unk> Gamble, TMU, SHEIN, Walmart, NBC, Universal und Google die offenbar auch dort machen konnten, was sie wollten. Also klar hast du recht, das ist am Ende geht es hier nur um Symbolismus, wenn man so möchte. Ist das überhaupt ein Wort? Auf der anderen Seite zeigt es aber auch, dass du auch in der Vergangenheit schon, wenn du einfach nur genug Geld ausgeben wolltest an Meta, eh schon machen konntest, was du wolltest.
25:09 Markus Beckedahl
Ja, aber das sehe ich ja für dich auch nur konsequent, ne? Also ich meine, wenn du einen großen Werbekunden hast, dann denkst du ja so, ja, kannst du auch das ganze Geld einfahren, musst ja nicht noch irgendwelche Leute dran setzen, die das checken. So, ne? Und willst ihn auch irgendwie bei Laune halten. Also, das ist doch irgendwie das, was irgendwie Facebook immer gemacht hat.
25:29 Gavin Karlmeier
Ja, so ist es wohl. Wer sich übrigens auch gemeldet hat, ich raste das ja so ein bisschen durch, damit wir diese ganze Metageschichte mal irgendwie so ein bisschen abhaken können, wer sich auch gemeldet hat, ist das Oversight Board. An das ich dann auch zwischendurch mal denken musste, an die, die sich nicht erinnern, an das Oversight Board ist eine halbunabhängige Behörde oder ein halbunabhängiges Gremium, das Meta zusammengestellt hat. die Entscheidungen der Content-Moderation von Meta wirksam rückgängig machen können. Also sie können sagen, hier habt ihr falsch entschieden, du kannst quasi, die sind so eine Art Ombudsmann, wenn du so willst. Also du kannst dort dich melden, du kannst sagen, hier wurde mein Inhalt gelöscht. Ich finde das falsch. Und dann hat das Oversight Bot sich dem angenommen und konnte Meta verpflichten, zum Beispiel einen Inhalt wieder sichtbar zu machen. Und die haben einen Text geschrieben, im Wortlaut stecken da so Sätze drin wie, das Oversight Board begrüßt die Nachricht, dass Meta seinen Ansatz zur Faktenüberprüfung überarbeiten wird, mit dem Ziel, eine skalierbare Lösung zu finden, um das Vertrauen, die freie Meinungsäußerung und die Mitsprache der Nutzer auf seiner Plattform zu stärken. Wenn du den Text aber weiterliest, dann wird er schon so ein bisschen bissiger und The Verge hat den ganz gut zusammengefasst. Ich zitiere mal von dem Tech-Medium The Verge, die schreiben, das Meta-Oversight Board, ein halbunabhängiges Gremium, das habe ich gerade alles schon erklärt. hat auf die kürzliche Auflösung des unternehmenseigenen Systems zur Überprüfung von Fakten durch Dritte reagiert. Die Erklärung des Gremiums enthält eine Reihe von sanft formulierten Erinnerungen an Meta, dass es existiert und in Zukunft auch gerne weiter existieren möchte.
26:57 Markus Beckedahl
Ja, das war auch mein erster Eindruck.
27:01 Gavin Karlmeier
Ja, die sitzen da und heben so das Fähnchen und sagen, ähm, hallo, vergesst uns nicht. Ja, mal sehen. Ich ahne Schlimmes, was dieses Ober Sideboard angeht. Also das war vielleicht nie die perfekte Lösung, aber es war immerhin etwas. It's something. Wer sich auch gemeldet hat, ist Adam Ossari, Chef. Man muss ja auch berücksichtigen.
27:28 Markus Beckedahl
Also man muss ja noch berücksichtigen, sozusagen das Oversight Board hat ja nochmal eine Rolle gespielt in der Bestätigung der Schulen. Sperrung von Trumps Konten. Deswegen war sozusagen an dem Symboltag vier Jahre nach der Sperrung, als Zuckerberg damit rausging, denen wahrscheinlich auch klar, so ja, wir sind wahrscheinlich die Nächsten, die irgendwie hier so quasi gehängt werden, um Trump ein Signal irgendwie zu senden.
27:57 Gavin Karlmeier
Ja, also das ist ja auch eine der Fragen, die uns alle die ganze Zeit umtreibt. Wie viel Tatsächliche Ideologie von Zuckerberg steckt eigentlich in diesen ganzen Ankündigungen oder wie viel reiner Opportunismus ist das? Also macht er das nur um wie ein ehemaliger Instagram-Mitarbeiter es bei Threads geschrieben hat, machte es nur, um Meta bestmöglich für die nächsten vier Jahre am Laufen zu halten. Oder ist das hier gerade der Zuckerberg, den wir noch nie so echt erlebt haben, wie wir es jetzt gerade tun?
28:31 Markus Beckedahl
Ja, also ich kenne ihn nicht persönlich, deswegen vollkommen unklar. Ich habe ihn bisher, sagen wir, von außen immer als maximalen Opportunisten wahrgenommen. Aber ich meine, wenn du von früh auf irgendwie Finanzierst wie Peter Thiel und so weiter hattest und in diesem ganzen Milieu dabei bist, und ich meine, Joel Kaplan, der neue Policy-Chef, den gab es ja auch schon früher, der war nur nicht der oberste Policy-Chef sozusagen. Wenn du solche Leute da überall um dich rum hast, dann bist du entweder Sozusagen da auch schon ähnlich in so einem Ding drin? Oder du nutzt einfach deren Einschätzungen opportunistisch und nutzt dieses Gespür, weil du halt denkst, ja, ist am besten für mich, kann ich am meisten Geld verdienen, wenn ich auf die höre. Diesem Klima.
29:16 Gavin Karlmeier
Ja, vermutlich das. Wer sich auch gemeldet hat, ist Adam Mossari. Es ist der Instagram- und Thread-Chef. Und er hat mal so ein bisschen darüber gesprochen, wie jetzt die konkreten Änderungen bei Instagram aussehen. Das erste, was er hier nennt, und das ist so ein bisschen der Kern seiner Aussage. ist die Änderung bezüglich der politischen Inhalte auf Instagram und Threads. Das ist eine Änderung, die wurde ja erst im letzten Februar eingeführt Irritierenderweise haben wir erst in der vorletzten Folge, also vor dem Zuckerberg-Statement, noch über diese Änderung gesprochen. Die wird jetzt so verändert, dass die Standardeinstellung nicht mehr ist, dass du keine politischen Inhalte mehr empfohlen bekommst. sondern dass du sie wieder normal empfohlen bekommst. Du hast aber die Möglichkeit, über so eine Art Regler einzustellen, wie viel politischen Inhalt du vorgeschlagen bekommst, wenig. Standard oder viel. Das werden die drei Regler sein. Also gar nicht mehr ist keine Option mehr. Es wird jetzt also zwangsläufig politisch auf diesen Plattformen.
30:14 Markus Beckedahl
Naja, also ich meine, aber das ist wiederum eine Sache, darüber kann man sich streiten. Also vor einem halben Jahr und einem Jahr haben sich alle noch beschwert, dass man jetzt nicht mehr politische Inhalte da posten kann. Aber da wurden. wussten wir auch noch nicht, dass halt jetzt quasi die Schleusen von rassistischen und diskriminierenden politischen Kommentaren sozusagen geöffnet werden. Dass das damit irgendwie gemeint ist. Und dann dachten alle an unsere schöne Weltverbesserungskampagne. und Tweets und Postings auf Instagram oder auf Facebook. Aber letztendlich Ja, würde ich mal sozusagen als jemand, der soziale Medien auch aus politischen Gründen nutzt, das jetzt erstmal als Nicht-Verschlechterung Ansehen, also diese Einstellungsmöglichkeiten, weil ist es besser als vorher, wo sozusagen Alle politischen Kommentare, whatever that is, und wie deren KI-Systeme das interpretieren, irgendwie quasi auf die Nebenstraßen geschadowband worden sind.
31:22 Gavin Karlmeier
Ja, das sehe ich auch so. Mich hat nur dieser eine Beitsatz von Zuckerberg da so ein bisschen aufhören lassen, dass es ihm trotzdem darum geht, freundliche Communities. nach vorne zu stellen. Meine Lesart ist ja, dass das eigentliche Ziel der Einschränkung politischer Inhalte in den Timelines vor allem journalistische Inhalte waren. Also dass es vor allem darum ging, kein Journalismus mehr stattfinden zu lassen. Und mein Gefühl ist, der wird auch jetzt nicht in der gleichen Form reichweitmäßig wiederkommen, wie wir das vor der Veränderung erlebt haben.
31:57 Markus Beckedahl
Das glaube ich eher nicht, sondern ich glaube, die hatten echt mal noch zwischendurch irgendwie sich darauf eingestellt, naja, möglicherweise. Kommen die Demokraten, machen es weiter, vielleicht kommt ja Trump noch ein Knast und so weiter. Und dann gucken wir mal und machen das Beste draus. Und ja. Also in so einem Zwischending. Und ihnen war auch klar, ihre Systeme funktionieren nicht wirklich. Also das muss man ja auch nochmal sagen, was so Zuckerberg dann erzählt hat. Ja, wenn halt nur ein Prozent False Positive ist bei unseren automatisierten Content Moderation System. Dann sind das ja schon Millionen Sachen, wo arme Menschen irgendwie aufgrund ihrer diskriminierenden und rassistischen Inhalte zu Unrecht irgendwie gelöscht werden. Das will man verhindern. Man kann aber auch zurückgeben und sagen, ja, es war doch schon immer klar, dass diese automatisierten Systeme nicht funktionieren werden, sozusagen. Ihr hättet auch mehr Geld drauf schmeißen können, Menschen einzustellen, die Ahnung haben und jeden einzelnen Beitrag dann bewerten müssen als Content-Moderatorin. Das wollt ihr auch nicht, weil es kostet euch Geld. Auch wahr.
33:07 Gavin Karlmeier
Ja, also ich nehme auf jeden Fall heute schon mal schon jetzt mit. Heute warst du ein bisschen optimistischer als ich und das möchte ich mir gerne Nächste Mal bin ich das wieder. Ich nehme mir davon was an. Also ich würde mir das wünschen, natürlich, dass es wieder die Möglichkeit gibt, auch als journalistisches Medium in diesen Plattformen. Auch algorithmisch stattzufinden und nicht nur bei den Leuten, die einem ohnehin schon folgen. Wir schauen einfach mal, was wird Wer sich übrigens, also was haben wir denn noch? Warte mal, das hatten wir, das hatten wir. Bevor wir zur EU kommen, wer sich auch geäußert hat, ist Eugen Rochko, CEO von Mastodon. der gesagt hat, diese Veränderungen sind zutiefst beunruhigend. Ja, soweit so richtig. Spannend ist aber, er warnt jetzt die Nutzerinnen und Nutzer vor Crosspostings aus Threads. Also er sagt, dass jeder, der ein Gewissen hat, also für jeden, der da ein Gewissen hat, ist das besorgniserregend. Und er sagt, dass. . Mastodon weiterhin gegen Hass reden und alle Threads konnten vorgehen wird, die gegen bestehende Richtlinie von Mastodon verstoßen. . Das ist für ihn eine Veränderung, der anfangs eigentlich die ganze Zeit davon gesprochen hat, dass es eine Attraktion aktive und gute Entwicklung ist, dass sich Threads, dass sich Threads fürs Fediverse öffnen wird. Offenbar hat man den jetzt auch verprellt. Und auf das auch nicht ganz um Naja nicht ohne Grund ehrlicherweise
34:35 Markus Beckedahl
Ja, also muss man erwarten. Also viel gesagt, Shreds fand ich jetzt eigentlich nie besonders. Toll von der Nutzungserlebnis. Also da kriegte man eigentlich all die Tweets angezeigt, die man vor drei Tagen irgendwie schon auf Blue Sky gesehen hatte. Also da war selbst irgendwie Mastodon. Selbst für mich sozusagen noch viel interessanter zu folgen.
35:00 Gavin Karlmeier
Ja, und die EU-Kommission hat jetzt Meta davor gewarnt, das Faktencheck-Programm einzustellen. weil Desinformationen oder negative Auswirkungen auf den zivilgesellschaftlichen Diskurs durch Plattformen verhindert werden müssen. Wir haben das eben schon so ein bisschen angesprochen, aber Ich greife das doch nochmal auf, nachdem wir da jetzt irgendwie eine halbe Stunde drüber gesprochen haben. Glaubst du, dass das wirklich in der EU weitergehen wird mit dem Faktencheck-Programm? Glaubst du, dass das der EU reichen wird, dass zumindest europäische Inhalte gefaktencheckt werden? Und glaubst du, dass die bisherigen Regulierungspakete immer noch so, oder glaubst du, dass das alles ausreicht, was wir da gegen Meta haben bei den Entwicklungen, die Zuckerberg angekündigt hat?
35:50 Markus Beckedahl
Das sind zwei verschiedene Sachen. Also erstmal, wie ich am Anfang schon sagte, ich glaube schon, dass es Fact-Checking in der Europäischen Union weiterhin geben wird, weil es nicht viel kostet. Und weil es gewünscht wird und weil das Meta mehr Probleme geben würde, diese wenigen Investitionen einfach darauf zu verzichten und woanders halt viel mehr investieren zu müssen, weil man macht ja sozusagen Bis in Goodwill, with a business speak aid, so as the Portocasse, so to say. Reicht der DSA aus, reicht der DMA aus, werden sie auch konsequent umgesetzt? Also da habe ich bisschen die Befürchtung im Moment, dass man Angst bekommt vor der eigenen Courage Sozusagen das durchzusetzen, weil man auf einmal in so einer globalen Auseinandersetzungen mit einer durchgeknallten Trump-Administration gelandet ist, die quasi ein Schutzschirm jetzt über Elon Musk als Best Buddy und jetzt auch noch über Mark Zuckerberg so ausgebreitet hat, wo JD LaVance als Vice President schon mal gesagt hat, so hey, dann müsst ihr halt die NATO-Ausgaben erhöhen oder sonst wie. Also dass du halt letztendlich hier zu einem Punkt kommst. Das, und ich glaube, das läuft eher auf den Handelskrieg raus, dass halt dann Trump sagt, naja, schöne Autoindustrie habt ihr in Deutschland, wir erhöhen jetzt einfach mal die Zölle, dann kostet euch das viele Arbeitsplätze. Oder ihr verzichtet darauf, jetzt mal gegen meinen besten Friend Elon Musk vorzugehen, weil seit April ist der DSA in Kraft. Und seit April gibt es eigentlich fast keine Fortschritte gegen X, wo es am offensichtlichsten systematische ähm, Verfehlungen gibt bei all dem, was der Digital Services Act irgendwie vorschreibt. Und passiert ist relativ wenig, obwohl es da jetzt auch immer wieder Signale gibt, naja, irgendwann machen wir was, aber es zeigt sich auch, die Verwaltungswege sind relativ langsam. Das ist jetzt, ja, das ist halt so manchmal so im Rechtsstaat, aber es ist natürlich ein kleines Problem, wenn du auf der anderen Seite halt solche Kerle hast. die MoFast Break Things machen und ja, wenn die sich da jetzt zu wenig trauen, dagegen vorzugehen und quasi mal jetzt Strafzahlungen Bis zu 6 Prozent des globalen Umsatzes, was da als Ultima Ratio drinsteht. Und zum Schluss Netzsperren, wenn die sich auch nicht an die Strafzahlungen halten, sozusagen das alles durchzuziehen, was jetzt vier Jahre dauert, oder ob man das jetzt auch mal in der nächsten halben Jahr hinbekommt oder ob man sich das gar nicht mehr traut, aus Angst, dass dann halt Grünland einfach erobert wird im Gegenzug. Also das ist halt alles ein bisschen unklar. Aber ich hätte mir natürlich ein bisschen mehr gewünscht. dass die EU-Kommission im Moment auch außerhalb von ihre Sprecher lesen Sprechzettel vor gegenüber der Presse mit dem. . Best Dorf, wofür der DSA da ist, sozusagen, dass da mal ein bisschen mehr in der öffentlichen Debatte. Einfach auch mal, ja. zurück erklärt wird. Aber letztendlich haben wir hier auch einen Kampf der Systeme. Im Endeffekt wird es auf die Frage hinauslaufen. Gilt das Herkunftslandprinzip bei der Regulierung von Plattform, wie es früher üblich war. Oder kann sich die EU durchsetzen mit ihrem Marktprinzip? Sozusagen die EU hat ja beim DSA, DMA und so weiter das Prinzip eingeführt. Naja, also wir Alle Unternehmen, die bei uns kommerziell handeln, tätig sind, müssen sich an unsere Regeln halten. Früher war es ja so, dass die Big Tech-Unternehmen sich alle irgendwie zurückgelehnt haben und so, na, wir sitzen hier in Silicon Valley oder wir sitzen irgendwie Weiter oben, wo das nochmal ziertel und so weiter. Und kommt aber rüber und guckt euch mal unsere lokalen Gesetze an und dann sprechen wir nochmal weiter, sozusagen. Und das Wird jetzt möglicherweise der Kampf der Systeme werden, dass auf der einen Seite die USA die These weiterhin vertreten dürfen Sie sitzen bei uns, hier gelten unsere Regeln. Das Internet ist global, aber sie sitzen halt bei uns. Und die EU muss sich dann fragen. Wie kann sie denn etwas durchsetzen? Will sie etwas durchsetzen und da auch in den Konflikt gehen mit einem durchgekneiten Typen, der halt Krönlandmorgen besetzen könnte?
40:25 Gavin Karlmeier
Oder kann er da schlucken? Das ist so.
40:29 Markus Beckedahl
Ja, oder unsere Autoindustrie, ich meine, das ist ja die viel größere Gefahr für Friedrich Merz.
40:35 Gavin Karlmeier
Klar Aber es könnten ja auch so andere so Trotzreaktionen sein, wie Europa hat plötzlich keinen Scoof mehr aufs GPS-Netz. Also weißt du, theoretisch könntest du auch über ganz andere Wege versuchen, Druck aufzubauen.
40:50 Markus Beckedahl
Ja, also wir haben ein Problem. Wir haben auch ein Problem, dass wir zu lange uns da komplett abhängig gemacht haben. Ja, ja, unsere ganzen digitalen Infrastrukturen irgendwie aus einem anderen System kommen, was gerade faschistisch werden könnte. Und auf die wir uns nicht mehr verlassen können. Und die nicht mehr unsere Freunde sein könnten. Und wir haben nichts Eigenständiges, weil die Alternativen, das sprechen alle Chinesisch. Ja, da kann man sich natürlich zurücklehnen und sagen, hey, haben wir euch immer gesagt, aber das hilft ja auch nichts, sondern wir müssen halt gucken, wie kriegen wir dann trotzdem den Karren so schnell wie möglich aus dem Sand, damit halt die EU möglichst schnell digitale Souveränität erreicht.
41:29 Gavin Karlmeier
Das ist so. Und um da jetzt direkt die Kurve zu kriegen, offenbar, so legen es Berichte nahe, zum Beispiel Bloomberg hat darüber berichtet, dass. Die EU kurz davor steht zu entscheiden, ob das, was X gegen illegale und schädliche Inhalte unternimmt, ausreichend ist im Sinne des DSAs oder eben nicht. Das heißt, hier soll es wohl in den nächsten Tagen ein Ergebnis geben, um irgendwie mal, naja, wir haben dann wenigstens mal ein Urteil oder eine Einschätzung der EU. Weil diese Untersuchungen und Prüfungen, die laufen ja schon ziemlich lange, ehrlicherweise. Und da sind ja mehr Untersuchungen gestartet, als zu Ende gegangen sind bislang. Schauen wir mal.
42:12 Markus Beckedahl
Genau, aber dann tritt halt, und das müssen wir halt auch berücksichtigen, der rechtsstaatliche Verwaltungsweg ein, den viele meistens gar nicht so auf dem Schirm haben sozusagen. Dann gibt es halt eine Entscheidung, dann sagt die EU-Kommission, hey, in einem Schreiben. Er füllt ja nicht die Regeln. Und dann wird natürlich Elon Musk erstmal sagen können, naja, das werden wir jetzt erstmal vor Gericht klären. Und dann geht man vor Gericht und das dauert dann ewig und vielleicht geht man nochmal in eine zweite Instanz und so weiter. Also da gibt es schon eine Menge Möglichkeiten auf Seiten eines nicht kooperativen Unternehmens, solche Sachen ja in die Länge zu ziehen. Und dann wird es spannend sein, wie reagiert die EU darauf, sozusagen, wie lange bleibt sie motiviert? Oder ist sie überhaupt jetzt erstmal motiviert oder traut man sich nicht, das ganze Ausmaß auch zu kommunizieren aus Angst, dass man halt den besten Buddy vom nächsten US-Präsidenten jetzt gerade irgendwie angreift.
43:13 Gavin Karlmeier
Ja, also das das Letzteres ist auch so ein bisschen meine Sorge. Also man muss dazu sagen, natürlich, in einem Rechtsstaat ist es das gute Recht und völlig legitim von allen zu sagen, ich erkenne diese Strafe nicht an, ich gehe damit vor Gericht. Aber natürlich ist trotzdem dieses in die Länge ziehen solcher Prozesse wahnsinnig zermögend und deine Formulierung, mal schauen wie lange die EU motiviert bleibt, die stiftet nicht unbedingt Hoffnung. In einer Zeit, in der es eher danach aussieht, als würde jeder Tag eher dazu führen, dass die EU immer weniger Handhabe überhaupt hat, die sie irgendwie einsetzen könnte. Ja. Übrigens interessant ist, das hat The Verge berichtet. Auch nochmal The Verge. Wir zitieren heute viel aus The Verge. für die, die die Folge hier bei YouTube gucken, mein Lichtskadaausgang, ich kann es doch nicht mehr anmachen. Also ab jetzt ist ja Dark Mode. Dass diese Information, dass eine Entscheidung der Kommission in nächster Zeit kommen sollte. vor allem dadurch nochmal vorangetrieben wurde, dass es Mitte rechts German Lawmakers, also Center-Right German Lawmakers gibt also GesetzgeberInnen, PolitikerInnen, die Mitte rechts sind in Deutschland, die Sorge davor haben, dass Elon Musk mit seinem Support der AfD beispielsweise hier Einfluss auf eine Wahl nehmen könnte. Das heißt, dass er das Ganze wohl nochmal ein bisschen beschleunigt, wie es ausschaut.
44:41 Markus Beckedahl
Ja, da habe ich mich auch gefragt, was bedeutet das eigentlich? So, na, zuerst dachte ich, meine vielleicht irgendwie Ministerpräsidenten, die ja irgendwie auch zuständig sein, sich zuständig fühlen in der Medienpolitik. Aber die sind, also da müssten ja nur die irgendwie unionsgeführten Ministerpräsidenten drunter sein. Kann auch sein, dass einfach Friedrich Merz einfach mal in dem Interview gesagt habe, wir haben große Bedenken und die dann dachten, oh, das ist der neue nächste Kanzler in Deutschland, da müssen wir jetzt mal irgendwie aufpassen. Oder Axel Voss hat irgendwie in seiner Funktion als irgendwie Außenminister in der EU für alle konservativen digitalpolitischen Fragestellen. Stellungen einen Brief geschrieben und seine Bedenken geäußert.
45:21 Gavin Karlmeier
Alles möglich. Hochinteressant. Wir sind gespannt. wie das weitergeht. Es gibt eine kleine Meldung aus dem Ex-Unternehmen, also zwei aus dem Ex-Unternehmen. Die eine führt alles zusammen, worüber wir heute gesprochen haben, denn Linda Jaccarino hat Mark Zuckerberg zu seinen Entscheidungen gratuliert und hat gesagt, Mark, welcome to the party. Wenn da der Applaus herkommt, dann weißt du schon, woran man ist. Ich weiß nicht, ob du dazu Gedanken hast oder ob du einfach nur einmal ins Mikrofon seufzen möchtest.
45:49 Markus Beckedahl
Nö, ich hatte da einfach, ich habe den Bericht über ihren CS-Auftritt, der kurz nach Zuckerbergs irgendwie Video war gelesen und da. ging das halt davon aus, also da war die Freudestreien. Also noch, also noch aussagefähiger war ja die Trump-Pressekonferenz, wo er dann eigentlich auch so quasi erklärt hat, naja, also wir haben ihn halt gedroht, dem Zuckerberg, und er hat das. gemacht, was wir gesagt haben, so ein bisschen überschwitz gesagt.
46:17 Gavin Karlmeier
Ja, auch da, man weiß natürlich nicht, wie viel das stimmt, aber die im hakenden Discord, wo ja, also seit Tagen auch, für die, die das nicht kennen, es gibt einen Discord-Chat mit inzwischen über 1200 Leuten, die die ganze Zeit auch diskutiert haben die letzten Tage und auch immer wieder neue Impulse, Perspektiven, Gedanken zu dem ganzen Thema reingebracht haben. Kommt da alle hin. www. hakenrand. org ist der Link, kostet gar nichts, ist wirklich ein sehr, sehr schöner kollektiver und so ein familiärer Austausch. Also ich genieße diese Menschen sehr ehrlicherweise. Ich weiß gar nicht mehr, was ich jetzt sagen wollte. Achso, da hatte schon jemand direkt nachdem die Ankündigung war gesagt. Wer droht hier eigentlich Zuckerberg gerade? Ist es Musk oder ist es Trump? Auch zu diesem Schluss konnte man natürlich kommen, kurz nach diesen Ankündigungen. Also trotzdem hat Zuckerberg jetzt nicht so gewirkt, als würde jemand hinter der Kamera stehen mit einer Pistole. Also, da ist schon viel Opportunismus drin, aber wir haben das alles besprochen. Die andere Meldung aus dem Ex-Unternehmen ist das X-Money. Starten wird. Juhu, also die Möglichkeit bei Ex Geld zu zahlen. Allerdings nur in. Also der Plan war ja eigentlich im Laufe des Jahres 2024 in den kompletten USA an den Start zu gehen und Anfang 2025 sogar weltweit auszurollen. Jetzt haben wir Januar 2025 und X-Money wird offenbar nur in 38 Staaten der USA überhaupt kommen. Denn es gibt ein paar Bundesstaaten, die diese Lizenz. . Zur Zahlungsübertragung nicht erteilt haben. Dazu gehört zum Beispiel der Stadt New York, die gesagt haben, dass die Eignung und der Charakter von X für eine derartige Befugnis nicht in Frage kommen. Und der Hauptkritikpunkt ist dass es beunruhigende und enge Bindungen zum Königreich Saudi-Arabien gibt, da der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman ein Investor von AX ist. Und denen würde man jetzt keine Bankenlizenz geben Ja, finde ich gut. Ja, mal gucken, wie lange das so bleibt, ehrlicherweise. Aber immerhin ist es jetzt gerade so. Ja. Und dann gibt es eine kleine terminliche Note. Wir haben übrigens gar nicht über Alles Weidel trifft Elon Musk gesprochen. Das liegt so ein bisschen daran, dass wir diese Folge hier aufnehmen, während die beiden sprechen und dass wir uns jetzt inhaltlich da wahrscheinlich auch nicht so tief reingraben wollten beide. Wir werden natürlich in der kommenden Hakenan-Folge, also ich und jemand anders noch, in der kommenden Hakenan-Folge am Montag über Dinge schauen, die dieses Gespräch möglicherweise mit sich gebracht hat. Wir müssen aber, glaube ich, jetzt nicht tief inhaltlich eingehen, was Alice Weidel da eigentlich so verkündet hat. Ist so mein Gefühl. Also es gab auch im Discord-Chat schon den Wunsch, da jetzt keine Töne rauszuspielen und Sollte es da jetzt nicht zu irgendwelchen bahnbrechenden Äußerungen von Elon Musk beispielsweise kommen, dann werden wir das hier auch nicht machen.
48:57 Markus Beckedahl
Also, was sollen wir da? Ich bin auch ganz froh, dass ich das nicht Mit kommentieren muss, weil im Gegensatz zu dir kriege ich kein Geld, um mir das anzuhören.
49:12 Gavin Karlmeier
Ja du, das, ähm, ich weiß nicht, ob das reicht, um sich eine Stunde Alice Weidel und Elon Musk anzuhören. Aber ich habe mir damals immerhin Taker Carlson. Ja, muss man mal nachverhandeln, ne? Ja, ich habe immerhin damals Taker Carlson trifft Wladimir Putin komplett mehr angeschaut auf Ex. Und das danach war, denke ich, wirklich Brei. Also ich weiß nicht, ob du dich erinnerst, das Gespräch ging drei Stunden und die erste Stunde lang hat Wladimir Putin eigentlich nur so eine Geschichtsstunde gemacht mit irgendwelchen russischen Mythologien und Geschichten, die irgendwie seine Ansicht mitprägt haben. Naja. So, und eine andere terminliche Geschichte. Am heutigen Freitag, wenn diese Folge hier erscheint, wenn denn alles gut ist, trifft das Supreme Court eine Entscheidung darüber In einem Eilverfahren, ob das TikTok-Verbot jetzt durchgehen wird oder nicht. Wir wissen, bis hierhin ist viel passiert. Donald Trump hat zum Beispiel einen Brief geschrieben in einem vorbildlosen Akt, in dem er gesagt hat, hey lieber Supreme Court, bitte lass uns doch diese ganze Entscheidung vertagen, auf bis ich Präsident bin. Ähm, mal schauen. Also das ist zumindest für den zehnten Januar angekündigt. Wir bleiben da dran. Ich bin gespannt. Ähm, TikTok jedenfalls, um das andere. Ja. Nee, sorry, sag ruhig.
50:28 Markus Beckedahl
Ja, ja, da gibt's ja die unterschiedlichsten Einschätzungen im Moment, ob jetzt sozusagen Investoren gefunden wurden, die das Geschäft aufkaufen wollen. Gleichzeitig laufen ja schon viele Influencerinnen auf ein Parallel TikTok rüber, was auch von Bytens betrieben ist, um quasi ihre Follower schon mal sozusagen abzusichern Und dann warte ich ja eigentlich nur drauf, dass irgendwie Byte, dass Don Trump irgendwie am 20. verkündet, naja, dass Byte Dance irgendwie jetzt vielleicht eine TikTok-Soap-Opera über seine Frau macht und 100 Millionen Euro gezahlt hat.
51:03 Gavin Karlmeier
Oder toller gezahlt hat und dafür dann weiter ihren Dienst betreiben können. Ja, ich weiß nicht, ob Melania exklusiv ist, ehrlicherweise bei Amazon. Die, für die, die es nicht mitbekommen haben, jetzt für 40 Millionen Dollar eine Doku für Amazon drehen wird. Über ihr Leben.
51:22 Markus Beckedahl
Ja, aber es gibt ja noch ein paar Kinder, die man an TikTok verkaufen kann.
51:26 Gavin Karlmeier
Oh Gott. Ja, das stimmt. Das ist so. Du hast es gerade mit den Investoren angesprochen. Es gibt zwei, die sich da gerade so ein bisschen hervortun. Das sind Frank McCord, das ist ein Immobilienmogul aus den USA, der zusammen mit Kevin O'Leary. erwägt TikTok in TikTok zu investieren, den amerikanischen Strang des Unternehmens zu kaufen. Und Kevin O'Leary ist interessant, weil der ist, den kennt man vielleicht sogar hier, weil er einer der Investoren aus Shark Tank. Shark Tank ist die amerik das amerikanische Vorbild zu der Höhle der Löwen, dieser Simulation eines Start-up-Investoren Gespräch ist. Und die und O'Leary ist ein Typ, der sehr viele Bitcoin-Deals gemacht hat in der Vergangenheit, also so ein bisschen kryptomäßig unterwegs ist. Und O'Leary ist erst jetzt durch die Medien gegangen in den letzten Tagen, weil er Trumps Idee, Kanada in die USA einzugliedern, ich zitiere, interessant findet. Also das ist jetzt nicht zwangsläufig ein Typ, der da eine politische Unabhängigkeit auf TikTok garantieren würde, möchte ich mal sagen.
52:31 Markus Beckedahl
Ja, so hätte ich jetzt auch nicht erwartet, ne?
52:36 Gavin Karlmeier
Das Problem ist, glaube ich, auch gerade in den USA, du findest nicht so viele Leute, die mehr als eine Milliarde Vermögen haben, die was anderes sagen würden, gerade in der Öffentlichkeit. Das ist so ein bisschen mein Gefühl. TikTok. Ja, nicht nur das, aber ich meine, wir wissen das aus
52:51 Markus Beckedahl
anderen quasi faschistisch werdenden Gesellschaften. Das erste, was du machen möchtest, ist, wenn du an der Macht bist, erstmal Medienunternehmen zu besetzen. Sozusagen. Das Prinzip von Orban, ne? Polen hat das eine Zeit lang mitgemacht, ne? Und ich meine, X-Aufkauf war das Erste. Wenn jetzt irgendwie ein paar Gleichgesinnte irgendwie TikTok aufkaufen, dann, und Marc Zuckerberg steht noch in der Mitte, dann kontrolliert man ja quasi die ganze Bandbreite an kommerziellen sozialen Medien und kann dafür sorgen, dass bestimmte Inhalte in diesem Kulturkampf quasi bevorzugt ausgestrahlt werden und hat damit quasi ja die Infrastrukturen und die Schalthebel, um bestimmte Sichtweisen noch breiter zu machen, das Sagbare noch weiter auszudehnen. Also das ist das Playbook von Autokratien.
53:49 Gavin Karlmeier
Ja. Okay, jetzt sind wir doch wieder im düsteren, im düsteren Teil dieser dieses Podcasts angekommen. TikTok jedenfalls, das wollte ich noch kurz noch hinterher schieben, hat Reihenweise Abgänge im Moment zu verkünden. Also Jack Bamberger zum Beispiel ist der General Manager des Werbegeschäftes von TikTok hat das Unternehmen verlassen. Genauso wie der Leiter für Anzeigenverkäufe von Nordamerika hat das Unternehmen verlassen. TikTok selber hat Rückerstattungen versprochen, dass Werbekunden, die jetzt noch Werbung schalten, für den Fall eines Verbotes dieses Geld. zurückbekommen. Also sie versuchen sich gerade irgendwie so ein bisschen zumindest irgendwie noch so das Ding abzuwickeln, bevor es möglicherweise zugehen könnte. So und in den USA ist ein neue App gestartet übrigens jetzt Triller, T-R-I-L-L-E-R. Die ist vom Vibe her, ich habe die noch nicht ausprobiert, aber soll so ähnlich sein wie TikTok. Kurz Video-Plattform. die eine Website gestartet hat, die Save My TikToks heißt, mit der du alle TikTok-Videos direkt zu Triller retten kannst, die du in der Vergangenheit dort hochgeladen hast. Also so eine rüberfliegende Migration sozusagen ermöglichen. Der Vollständigkeit halber. Und eine Sache noch, die eher so aus Vollständigkeitsgründen hier genannt werden will, es gibt im Moment eine Kampagne in den USA, vor allem in San Francisco, hängen viele Poster, auf denen einfach nur steht. Free Our Feeds. Es gibt eine Website freewourfeeds. com und einen Countdown, der dort zu sehen ist, der am 13. Januar ablaufen wird. Man weiß nicht so genau, was dahinter steckt, aber man sieht einen blauen Himmel. Das heißt, es könnte sein, dass es eine große Kampagne für Blues gibt. Ist, wäre natürlich ein extrem geschickter Zeitpunkt von Blue Sky, genau in diese in diesen Wirbel gerade reinzukommen und sich jetzt quasi das erste Mal so richtig mit einer ganz großen Kampagne zu platzieren und damit darauf aufmerksam zu machen, dass es sie gibt.
55:40 Markus Beckedahl
Da vielleicht so auch nur irgendwie ein späteingeführter RSS-Reader für Windows 95.
55:47 Gavin Karlmeier
Basiert auf Internet Explorer 4. Mit Aquaoptik? Ah, ich weiß es nicht mehr. Keine Ahnung. Ist nicht so schlimm, ne? Schlimm ist aber, dass wir schon am Ende sind. Na gut, wir haben auch eine Stunde gesprochen und deine Stimme muss geschont werden. Und deswegen. Vielen lieben Dank, Markus, dass du heute da warst. Es läuft noch der Call für Participations der Republika, richtig?
56:11 Markus Beckedahl
Ja, genau. Gut, dass du es ansprichst. Bis zum 15. 01. Kann man noch Einreichungen Machen für die kommende Republika, die Ende Mai vom 27. bis 29. in Berlin stattfinden wird. Ja. Deinen habe ich schon gelesen, deine Einreichung. Die ist schon sehr positiv angenommen worden. Also wir sind gespannt.
56:30 Gavin Karlmeier
Also Leute, kommt alle zur Republika. Hagen dran wird da sein. Es gibt, ich habe vielleicht noch eine Überraschung bei der Republika, wenn ihr alle kommt. Und reicht was ein, macht was, tragt was dazu bei, dass diese wirklich, wirklich tolle und wichtige Veranstaltungen, also ich muss ja mal dazu sagen, ich bin ja Da sind wir wieder bei der Gnade der späten Geburt, die du eben angesprochen hast, lieber Markus. Vielen Dank. Ich fühle mich wie 23. Als das bei mir so alles anfing mit diesen Medienjobs und so. dass die Republika die Veranstaltung war, die für mich so der Schmelztiegel der interessanten Themen, Inhalte, Positionierungen, Einordnungen, aber auch Menschen war. Also dort die Leute zu treffen, die mir irgendwie dann, die für mich wichtig waren, die ich treffen wollte. Und deswegen, wenn ihr mein nix verhabt, fahrt ihr alle hin und wenn ihr noch was zu sagen habt, dann reicht was ein und macht da was. Das ist wirklich eine Ganz, ganz wichtige und tolle Unternehmung, will ich mal kurz sagen. Vielen Dank, dass du das machst, lieber Markus.
57:30 Markus Beckedahl
Ja, vor allen Dingen, na, also. Ja, danke, auch danke für diese schönen Worte. Aber also wir stehen vor ganz schlimmen Zeiten und wir müssen uns noch mehr überlegen und Anstrengungen machen, aus dieser Abhängigkeit von diesen wenigen Unternehmen rauszukommen und eine bessere digitale Welt zu schaffen, wenn ihr dafür Ideen habt. Konzepte habt und so weiter. Sachen, die Hoffnung machen, die uns irgendwie auch alle gemeinsam irgendwie helfen, diese düster werdenden Zeiten irgendwie besser zu überstehen. Dann schlagt sie vor und bringt sie mit
58:03 Gavin Karlmeier
Exakt so. Vielen Dank, dass du heute da warst, lieber Markus. Ich wünsche dir ein wundervolles Wochenende. Allen, die bis hierhin zugehört haben, auch ein wundervolles Wochenende. Vielen Dank und bis bald.
58:12 Speaker 4
Wir hören uns bestimmt bald wieder. Dankeschön.