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Folge 395 · 28. Februar 2025 · 41 Min.

277 Millionen “Fehler”

mit Dennis Horn

Fallen gelutschte Füße unter die Meinungsfreiheit?

Triumph an der Abfindungsfront – mehr als zwei Jahre nach der Kündigung haben frühere Twittermitarbeiter:innen jetzt endlich ihr vertragliches zugesichertes Geld bekommen. Außerdem erwägt Instagram “Reels” zur eigenen App zu machen – und was ist denn da generell mit Instagram los?

➡️ Torginators “Gespräch” mit Grok: https://x.com/i/grok/share/QdNBcXy9hLDGTlt0z1u9RXH4b

Transkript

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00:01 Intro

Haken dran, das Social Media Update der CT.

00:06 Gavin Karlmeier

Grüß dich, Gavin Allah, Dennis.

00:09 Dennis Horn

Ich bin's, Horndalf der Grüne. Ich finde ja, das Bild, das du gepostet hast, hat mich eher an Ozzy Osborne erinnert.

00:17 Gavin Karlmeier

Ja, du, das war irgendwo zwischen Vincent Raven, Lucius Malfoy und Ozzy Osborne. Aber ich hatte ein Kartendeck dabei, eine kleine Kugel, einen Zauberstab und drei Becher. Ich kann ahnen passiert. Die Leute waren begeistert.

00:33 Dennis Horn

Was soll ich sagen? Was sollt ihr auch machen? Wenn der Chef einen tollen Zaubertrick macht, dann ist man begeistert.

00:41 Gavin Karlmeier

Naja, so, also ich habe noch einen neuen gelernt extra dafür. Gestern Abend.

00:48 Dennis Horn

Kannst du jetzt machen, dass die Luft riecht?

00:49 Gavin Karlmeier

Nee, ich kann so Karten aus dem Mund auskotzen. Weißt du? Ach, wie so eine Moneygun. Ja, ja, genau. Das ist toll. Das ist ein guter Trick. Man muss sich immer so bereithalten und dann kommen die Tricks ganz unvermittelt und funktioniert gut.

01:06 Dennis Horn

Ja, ich für die, die du die Folge hier über YouTube sehen, hatte ich ein bisschen gehofft, dass du noch in Verkleidung kommst.

01:10 Gavin Karlmeier

Nee, es war Polyester, das ist mir zu heiß Tatsächlich.

01:14 Dennis Horn

Da ist schon zu heiß. War uns allen zu heiß. Wir haben das dann redaktionell. Kriegen wir nicht durch den Jugendschutz Sperre bei YouTube. Und ich sitze im Auto, weil ich jetzt auf dem Weg nach Köln bin ausgerechnet. Also wir haben Karneval. Ich kann auch schon mal ankündigen, Montag gibt es keine Folge. Rosenmontag ist ein heiliger Feiertag. Exakt. Ein bisschen wie Heiligabend. Da gibt es keine Folge. Dienstag geht es in Esse weiter. Aber bevor wir ja in die Zukunft schauen, schauen wir doch mal auf die letzten Tage, was ist passiert.

01:41 Gavin Karlmeier

Viermal elf Minuten Haken dran Jetzt geht's los. Also, ähm, starten wir starten wir mit Blue Sky. Ein bisschen Housekeeping zu beginn Ihr habt gesprochen über Blue Sky, das dieses KI-Video gelöscht hat, in dem zu sehen ist. Da haben wir noch nicht drüber gesprochen.

01:58 Dennis Horn

Was ist daran Housekeeping? Housekeeping ist, dass wir über das Video gesprochen haben. Ah. Also ich erzähle mal von vorne. Es gibt dieses KI-generierte Video, nicht das schlimme KI-generierte Trump Video, über das müssen wir, glaube ich, nicht richtig sprechen. Das ist an Geschmacklosigkeit nicht zu überbieten, aber über das KI-Generator. I-generierte Video, auf dem Donald Trump die Füße von Elon Musk ableckt und die Zehen lutscht. Und ich weiß gar nicht, wie man es relativ Kingshame neutral formuliert kriegt. Um dieses Video ist auf allen Fernsehern in der Behörde für Städtebau in der vergangenen Woche durch die um über die Fernseher gelaufen, bis irgendwann die Fernseher vom Strom gezogen wurden, weil man sie verstanden hat.

02:38 Gavin Karlmeier

Der Behörde für Städtebau durch die Decke gegangen. Das ist aber schlecht beim Städtebau, weil dann stürzt alles ein.

02:43 Dennis Horn

Genau, also geleckte Füße waren das Fundament der Behörde für Städtebau. Und na jedenfalls hatte dieses Video eben auch in sozialen Medien die Runde. gemacht und es wurde auf Blue Sky jetzt für einige Tage oder Stunden gelöscht. Vor Offer Media hat darüber berichtet. Blue Sky hatte argumentiert, es ist non-consensual explicit material. Also es stellt ein explizites Videomaterial, das nicht konsensuell hergestellt wurde.

03:11 Gavin Karlmeier

Da gab es Protest gegen natürlich.

03:13 Dennis Horn

Da gab es ein bisschen Protest gegen Fall for Media hat eben darüber berichtet. Und nachdem dieser Artikel veröffentlicht wurde, hat Blue Sky dieses Video wieder online genommen, also hat diesen Post wiederhergestellt und hat erklärt, einer unserer ModeratorInnen haben die die Regeln für KI sehr ernst genommen bei uns, sehr streng berücksichtigt. Aber nachdem wir es wieder geprüft haben und den nachrichtenrelevanten Kontext erkannt haben, hat das Moderationsteam diese Postings wiederhergestellt. Und ich habe da ein bisschen Emotionen zu, zu dieser Geschichte. Ich weiß nicht, wie es dir geht. Also natürlich gibt es da einen nachrichtlichen Wert in diesen Postings, das verstehe ich. Auf der anderen Seite, wenn wir Content-Moderation auf Plattformen ernst nehmen. Müssen wir doch eigentlich auch sagen, naja, auch wenn das vielleicht jetzt hier geschmacklich oder ideologisch inhaltlich näher an unserer politischen Meinung ist als andere, kann man doch die Entscheidung trotzdem verstehen, dass die Contentmoderation sagt, das ist dennoch nicht mit unseren Regeln.

04:10 Gavin Karlmeier

Vereinbar, oder? Naja, wenn du, wenn du rein auf die auf die Regeln und diese Begründung, Non-Consensual Explicit Material, guckst ja Ansonsten bin ich anderer Meinung. Also, ich habe so gedacht, als ich das gelesen habe, ja, ist History Repeating. Also erinnere dich an dieses Vietnamkriegsfoto mit diesem nackten Mädchen, das bei Facebook gelöscht wurde. Das war so eine Headline und ein Bild. vor einigen Jahren von ich glaub einer dänischen Tageszeitung, wenn ich mich richtig erinnere, und ähm Also, ich muss doch in so einem Moment mehrere Dinge miteinander abwägen und die Abwägung ist ja das Problem hier. Ja, verstehe ich. Nachrichtenrelevanter Kontext ist ein Kriterium in der Abwägung und der wurde hier zunächst nicht bewertet. Ich finde es genau richtig, das dann zurückzunehmen und hab bei dem ganzen Ding so gedacht: Ja, History Repeating haben alle sozialen Netzwerke schon durch dieses Thema immer wieder. Weißt du?

05:07 Dennis Horn

Ich verstehe das Argument, aber jetzt war ja das Foto des Mädchens im Vietnamkrieg nicht die Erstveröffentlichung in diesem sozialen Netzwerk. sondern es war ja sogar in historischem Kontext veröffentlicht worden. Hätte man dieses Bild direkt nach Aufnahme, irgendwann in den Sechzigern, siebzigern nehme ich an.

05:24 Gavin Karlmeier

Hätte es da schon soziale Netzwerke gegeben?

05:26 Dennis Horn

Genau, hätte es da soziale Netzwerke gegeben, man hätte es da zuerst veröffentlicht, hätte ich da auch die Entscheidung verstanden, wenn man gesagt hätte, wir verstehen, dass es einen nachrichtlichen Wert hat, aber es verstößt dennoch gegen unsere Content-Richtlinien, oder?

05:37 Gavin Karlmeier

Naja, aber das Ding ist ja, es war ja einmal in der Welt und das hat dann eine Runde gemacht. Und Leute haben darüber diskutiert.

05:47 Dennis Horn

Und damit hat es ja eine Nachrichtenrelevanz bekommen. Mit all diesen Argumenten könntest du auch einen Livestream eines Amaklofes online lassen.

05:54 Gavin Karlmeier

Ja, naja, da an der Stelle werfe ich wieder andere Dinge in die Waagschale. Opferschutz zum Beispiel. Den gibt es hier ja nicht. Also das ist ja ein Kriterium, das ich hier nicht heranziehen kann. So, ne? Also das sind Personen des öffentlichen Lebens und der Zeitgeschichte. Und da muss ich die Abwägung einfach anders treffen. Weißt du? Verstehe ich das nicht? Aber am Ende ist es wieder die Frage, sollte

06:18 Dennis Horn

Dieses Unternehmen eine Abwägung treffen? Genau, das ist wie immer die Frage und die Antwort ist nein. Es braucht Orte, die diese Entscheidung treffen können, auch unter Abwägung, klar. Ich hatte nur so das kleine Störgefühl, dass ich so dachte. Naja, auf der einen Seite pochen wir hier immer so hart auf Durchsetzung von Content-Richtlinien und Guidelines und ist das gleiche wie Richtlinien übrigens. Aber das ist die eine Seite der Medaille und auf der anderen Seite fangen wir dann an, so abzuwägen, wenn es dann an die Obrigkeiten geht, an denen wir uns selber inhaltlich stören oder die sich an diesen Richtlinien stören. Und ich weiß halt nicht, ob man sich in eine strategisch gute Verhandlungsposition begibt, wenn man immer die Abwägungen so trifft, dass sie eben in diese Ideologie passen.

07:05 Gavin Karlmeier

Jetzt ist das so, dass sie in diese Ideologie passen, aber das hat mit der Ideologie nichts zu tun, sondern das hat mit einer Abwägungsfrage. Das kann auch mal so ausgehen, dass mir die nicht gefällt, aber.

07:19 Dennis Horn

Also ich will einfach nur sagen, für mich ist das kein klar zu beantwortender Fall. Also ich habe nicht die klare Meinung, dass ich das eine richtig oder falsch finde. Ich kann beide Maßnahmen, beide Richtlinien, beide Entscheidungen, ich kann alles verstehen. Ich kann auch deine Meinung verstehen. Nur für mich war das, dass ich so gedacht habe, hm, ist das für mich so logisch, dass ich mich zum Beispiel darüber jetzt aufrege, dass dieses Video entfernt wurde? Das lag mir zwangsläufig nicht so. So nah im emotionalen Bereich meines Gehirns wieder. Das stimmt.

07:47 Gavin Karlmeier

Ja, gut, da bin ich bei dir. Ich glaube, es gibt Fälle, wo das wieder online stellen. Und gerade so dieser Punkt Nachrichtenrelevanter Kontext, sagen wir mal, wirklich relevanter sind. So. Das ist ja hier so.

08:05 Dennis Horn

Verteidigung im Grunde, ja.

08:07 Gavin Karlmeier

In Formatsvideos.

08:08 Dennis Horn

Wie ist es zum Beispiel mit diesem Meme gegen Robert Habeck, auf dem nur Schwachkopf stand? Das hat ja am Ende sogar zur Hausdurchsuchung geführt, wurde gesellschaftlich ziemlich stark diskutiert. Und auch da bin ich mir gar nicht so sicher, ob diese Beleidigung, also zum einen, glaube ich. Manche Dinge muss man einfach aushalten als PolitikerInnen, klar. Auf der anderen Seite, wenn wir sagen, wir wollen hier keine Hassrede, keine Beleidigung stehen haben, kann man da auch zu der Entscheidung kommen zu sagen, naja. Kannst du halt herstellen, kannst du auch deinen FreundInnen schicken, aber es hat ja auf dem Netzwerk nichts verloren.

08:37 Gavin Karlmeier

Deswegen, ja, deswegen bin ich, war ich eben so bei dem Punkt, ich maße mir die Bewertung des Falls nicht an. Ich meinte das eben nur. Sagen wir mal schematisch. Ich würde gerne sozusagen diesen konkreten Hintergrund wegnehmen. Und da, also was da jetzt konkret der Inhalt ist, sondern History Repeating im Sinne von, und dann ist auch dieses Bild mit dem Vietnamkriegsmädchen einfach falsch. Es geht mir einfach nur sozusagen um diese Schritte, die in diesem Schema drin liegen und die immer wieder auftauchen. Und hier erleben wir es wieder und es ist einfach wieder ein. ähm weiteres Puzzleteil in diesem Da muss jemand Regeln finden und zwar eine Gesellschaft über irgendeinen Prozess. Und es ist, ähm, es ist so ermüdend, dass das einfach. 60 Jahre gibt es jetzt soziale Netzwerke schon. Fact-Checking am Ende der Episode. Morgen früh auf der Uhrzeit. Morgen früh auf. So, und es ist immer noch unglaublich. ermüdend einfach. Das ist so mein Punkt.

09:44 Dennis Horn

Und das finde ich aber gut, dass du das sagst, weil gleichzeitig zeigt dieser Fall ja Protest, Berichterstattung. wirkt. Also dass Blue Sky das re-evaluiert hat, liegt ja auch daran, dass Leute laut geworden sind und gesagt haben, das finden wir falsch. Und das Formedia zum Beispiel direkt darüber berichtet hatten. Sehr reichweiten starkes, investigatives, digitales Medium in den USA. eben deswegen auch hier. Und dass wir da deswegen nicht müde werden dürfen, immer wieder auf diese Dinge draufzuschauen. That's it.

10:12 Gavin Karlmeier

So. Wir gehen rein mit Ex, wie immer. Und Torginator, das ist einer von euch, ein Haki. Er hat sich die Zeit genommen, die KI von Ex, also Grog, auf Ja, Bias zu testen.

10:25 Dennis Horn

Genau, also wir hatten in der letzten Folge darüber gesprochen, dass Musk erwägt oder erwogen hat. diesen Systemprompt von Grog anzupassen, in dem drin stand, das hat Grog auch selber bestätigt und du konntest den Systemprompt eben abfragen, dahingehend anzupassen, dass. . keine Aussagen mehr getroffen werden können, in denen Elon Musk oder Donald Trump der Desinformation bezichtigt werden. Das war so die Folge, das war das letzte Mal schon Housekeeping, wir keepen einfach nur weiter Haus. Das war die Folge daraus, dass Grog eben immer wieder sehr klare, neutrale, faktenbasierte Antworten gibt, die aber der Ideologie von Musk eben widersprechen. Also dass er gesagt hat, dass Grog gesagt hat, dass Donald Trump ein der größte Loser der Geschichte ist, dass Elon Musk. . eine Gefährdung für die Gesellschaft ist, dass die AfD die Partei ist, die Deutschland am ehesten ins Ende führen würde, statt eben in die Zukunft Lead Musk es immer behauptet. Und wir haben gesagt, es ist nur eine Frage der Zeit, bis da Entscheidungen getroffen werden. Und diese Entscheidung wurde eben getroffen und dann aber offenbar auch zurückgenommen. Denn Togginator, wir verlinken mal den kompletten Grog-Verlauf. Wenn ihr das möchtet, ist ein Link auf ex. com, müsst ihr euch selber entscheiden, ob ihr diesen Klick. . geben wollt oder nicht, aber ich finde das ein wahnsinnig interessanter, interessantes Gespräch, weil Grox sich eben auch eine Folge dieses Podcasts anhört und dann aber auch selber sagt, diese Behauptung. . die stimmt, aber wir haben das verändert. Igor Babuschkin, über den wir hier auch schon richtig oft gesprochen haben, hatte selber bestätigt, dass es ein Fehler war. ehemaligen OpenAI-Mitarbeiters, ob das so stimmt, weiß man nicht, aber es ist eben die Aussage von Babushkin und nicht die von Grog, dass die XAI-Kultur noch nicht verinnerlicht wurde und deswegen dieser Eingriff in den Systemprompt wieder zurückgenommen wurde, nachdem er öffentlich aufgefallen ist. Ich finde das sehr interessant, dass Grog eben da so faktenbasiert argumentiert weiterhin und sich jetzt auch quasi dann auch gegen alles stellt, was Elon Musk eigentlich so über Grog auch selber behauptet.

12:21 Gavin Karlmeier

Yeah, zeigt die Herausforderungen an KI auch, das ist einfach, wenn man möchte Dass sie in eine bestimmte Richtung antwortet, selbst wenn es for the good wäre, dass das nicht so einfach ist hier Dinge einzupflanzen. Das ist wohl wahr, ja. Nachricht von den ehemaligen MitarbeiterInnen von Twitter. Vier von ihnen haben sich in Schiedsverfahren gegen Ex durchgesetzt, hinter verschlossenen Türen und bekommen eine Abfindung. Ihre Anwältin sagt, das sind vier von insgesamt 20 Fällen, die sie gewonnen hat. Und die hätten das Unternehmen mindestens das Doppelte gekostet der eigentlichen Abfindung, die mal im Rennen war, wegen Zinsen, Schiedsgerichtskosten, Anwaltshonoran Da ging dann in meinem Kopf direkt so eine Rechnung auf, naja, aber es sind nur 20 von wie vielen? Also sie kann wohl keine Einzelheiten zu den Abfindungen nennen, weil ex darauf besteht, dass das alles vertraulich bleibt. Sie vertritt selbst mehr als 2000 ehemalige MitarbeiterInnen gegen Elon Musk oder Ex und damit hundertmal so viele, wie sie bisher Fälle gewonnen hat.

13:28 Dennis Horn

Es ist ein bisschen hier wie unser Modell, dass wir damals angefangen haben, auf Ex zu schauen, auf Twitter zu schauen, als Musk es übernommen hat und dann sind wir mitgewachsen. So ist es mit dieser Shannon Liz Riordan, das ist die Anwältin. Ja, offenbar auch. Die hat irgendwann angefangen zu sagen, ich kümmere mich jetzt mal um die Twitter-Mitarbeitenden und hat dann festgestellt, okay, inzwischen stehen 2000 Leute auf meiner Payroll und wir kriegen das schon hin. Interessant finde ich aber auch, dass diese ganzen, also wir wissen zum Beispiel, dass in den Arbeitsverträgen der Twitter-Mitarbeitenden die Schiedsgerichtkosten für den Fall eines Verfahrens immer vom Unternehmen getragen seien. Ja, da haben wir mal drüber gesprochen. Genau, das war eine Formulierung in diesem Verfahren. Verträgen und dass sie es geschafft hat, in einem Vergleich, und wir wissen, Ex hat keine Mieten gezahlt, um in einem Vergleich am Ende weniger zu zahlen, in einem Vergleich Diese Abfindung zu erstreiten, Zinsen, Schiedsgerichtkosten und die Honorare für sie, das ist schon, das klingt nach einem Vergleich den Twitter offenbar oder ex. jetzt nicht zwangsläufig gewonnen hat. Man sagt ja im Vergleich ist dann gut, wenn beide Parteien unzufrieden sind. Das klingt hier nicht so.

14:34 Gavin Karlmeier

Wir bleiben noch ein bisschen vor Gericht. Mit Ex. Ein brasilianischer Richter am Obersten Gerichtshof hat Ex zu einer Geldstrafe vermutet. Der brasilianische Richter am Obersten Gerichtshof. Über, also umgerechnet gut 1,3 Millionen Euro, weil das Unternehmen seinen vorherigen Anordnungen nicht nachgekommen ist. Also worum geht's? Vergangenes Jahr hatte das Gericht ex dazu verdonnert, einen Account zu löschen. Der Desinformationen verbreitet hatte und auch dazu aufgefordert, die Daten des Nutzers dahinter zu übermitteln. Und da hieß es schon, bei Nichtbeachtung kostet das Ex nochmal gut 16. 000 Euro pro Tag, umgerechnet. So, und jetzt, also, ist nicht beachtet worden, jetzt diese Geldstrafe über gut 1,3 Millionen Euro. Gleichzeitig hat das Medienunternehmen von Donald Trump genau diesen Richter verklagt, weil er gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung in den USA verstoßen hätte? Als er nämlich verfügt hat, dass der Account von einem Bolsonaro Unterstützer gesperrt werden muss, also des früheren brasilianischen Präsidenten, das ist die Trump Media and Technology Group in Florida, die auch Truth Social betreibt. Und Rumble hat sich angeschlossen, Videoplattformen, die mit Truth Social zusammenarbeitet, selbst sich sichere Hafen für freie Meinungsäußerung. nennt und die sagen, in ihrer Klage der Richter habe seine Befugnisse überschritten und internationales Recht gebrochen

16:04 Dennis Horn

Also wenn du mich fragst, ist das hier der kleine Versuch, mal zu schauen, wie weit man mit diesen Verquickungen zwischen Tech und Politik in den USA gerade gehen kann. Weil Brasilien ist dafür, glaube ich, ein ganz guter Fach. Brasilien ist gleichzeitig dafür bekannt, sehr viele dieser Regulierung sehr stark auch durchzusetzen. Also der Fall, das geht ja hier um den Richter de Moraes, über den wir hier damals hier gesprochen haben. als Ex in Brasilien tagelang nicht erreichbar war, als Ex dann sich die ganze Zeit versucht hat, mit denen anzulegen und irgendwann gespürt hat und alle Entscheidungen des Richters dann doch umgesetzt hat. Dass sie jetzt hier auf der einen Seite eben eine Strafe zahlen müssen, ist, glaube ich, nachvollziehbar für so eine Rechtsempfinden. Dass aber als Rache dagegen sozusagen Donald Trumps Unternehmen diesen Richter in den USA verklagt in Florida zeigt, dass man hier versucht, das ist, ich würde das als Slapklage einstufen, nicht in dem Sinne von, er kann sich das nicht leisten, sondern eher als versuchte Einschüchterung, dass man hier versucht, irgendwie diesen Richter zu verstanden. Da sich zu rächen auf politischer Ebene, aber eben auch auf zivilrechtlicher Ebene.

17:19 Gavin Karlmeier

Ja, gepaart, aber vielleicht mit noch diesem Kulturkampf um den Begriff der Meinungsfreiheit. Also, wo ich einfach noch andere Signale sehe. Jetzt hat Jeff Bezos seinem Team der Washington Post gesagt bei irgendwie zwei Themen persönlicher Freiheit und was war das andere? Habe ich vergessen. Da möchte ich nur noch Pro-Kommentare lesen in meiner Opinion Section. Du bist gerade. Märkte und persönlich. Freie Märkte, persönliche Freiheit, individuelle Freiheit. Da möchte er nur noch Pro-Kommentare in seiner Meinungsrubrik in der Washington Post sehen. Und dann diese Rede von JD Vance auf der Münchner Sicherheitskonferenz, in der es überhaupt nicht um Sicherheit ging. ähm und und irgendwie zwischendurch die Ukraine und und der der Russland-Konflikt ja wie so ein Feigenblatt noch kurz irgendwie vorkam in der Rede, aber wo er auch Europa Zensur, Einschränkung der Meinungsfreiheit vorgeworfen hat. Also, das ist so ein bisschen so eine Internationalisierung dieses Arguments. Und gleichzeitig weiß ich nicht, streckt Elon Musk seine Finger in alle möglichen europäischen Länder aus. Also ich habe so überlegt bei dieser Klage auch in Brasilien zum Thema Meinungsfreiheit. Ob da nicht auch ein Teil dieser Geschichte auch noch hintersteckt, zusätzlich, ne? Ja, würde ich auch so empfinden.

18:44 Dennis Horn

Also ich glaube, diese ganze Deutungshoheit um Und am Ende ist das ein kultureller Unterschied, ehrlicherweise. Unser Begriff der Meinungsfreiheit mit dem amerikanischen Begriff der Redefreiheit. Ich glaube, da kann es de facto eigentlich keine eine Entscheidung geben. Man kann nicht sagen, der eine Begriff hat jetzt den anderen geschlagen. Ich glaube, es gibt auch hierzulande ganz viele Verfechter, die sagen, man sollte alles sagen dürfen und die auch. Und also de facto, wir dürfen eigentlich alles sagen, alles, was eben nicht gegen geltendes Recht verstößt, das ist nur ein bisschen ein Unterschied, weil das geltende Recht ja durchaus Grenzen setzt. Ich darf den Holocaust nicht leugnen in Deutschland, ich darf Menschen nicht beleidigen in Deutschland. Das sind alles Dinge, die in den USA eben unproblematisch gehen. Ich empfinde dahinter eher einen kulturellen Unterschied, der nicht auflösbar ist durch Macht und Geld eigentlich, sondern das ist ein grundsätzliches Verständnis, das sich durch eine Gesellschaft zieht. Und das kannst du nicht.

19:39 Gavin Karlmeier

Ja, oder durch Gruppenpolitischer Sichten auf die Welt, Weltanschauungen.

19:39 Dennis Horn

.

19:47 Gavin Karlmeier

Weil das ja der Konflikt ist, der auch innerhalb der Länder aufbricht eigentlich.

19:52 Dennis Horn

Ja und ich finde ja, solche gesellschaftlichen Debatten sind für am Ende immer dazu, eine Gesellschaft eigentlich, ich bin heute optimistisch, eigentlich eher nach vorne zu bringen als zurückzuwerfen. Also man reibt sich an so einer Debatte in einer Gesellschaft. Die Frage ist, ob eben alle mit den gleichen Waffen arbeiten. Und da ist hier eben so ein bisschen leider mit einem Fragezeichen zu versehen. Ja, und im Gespräch miteinander bleiben, um es produktiv zu machen. Genau. Das müsste so sein. Wir müssten am Ende den Wunsch eines Konsenses haben, auf den wir uns gesellschaftlich einigen, auch wenn es individuell vielleicht Unterschiede gibt. Weil ich finde das am Ende kann ja jeder, das ist unser kulturelles Verständnis der Meinungsfreiheit, können Leute das doof finden, können sagen, ich will doch meinen Nachbarn als bitte piepen. beleidigen können und finde es falsch, dass ich dafür bestraft werde. Ich kann es auch falsch finden, dass ich nicht 180 durch die Innenstadt fahren kann, solange ich da nicht versuche, mit unfairen Mitteln das Gesetz zu umgehen oder mich über das Gesetz zu stellen. Ist es ja legitim, diese Meinung zu haben am Ende.

20:54 Gavin Karlmeier

So, ein bisschen Ex noch hinten raus. Italien weitet seine Steueruntersuchung aus. Italien fordert von X 12,5 Millionen Euro. Wegen Nichtzahlung der Mehrwertsteuer, das ist super interessant, zwischen 2016 und 2022. Das klingt nach einem so. irgendwie in Anführungszeichen einfachen Ding, könnte aber Auswirkungen haben aufs Geschäftsmodell der Tech-Branche in der EU. Also vor allem der großen Plattformen. Meta hat mit ähnlichen Untersuchungen zu tun. Und das fand ich einen sehr interessanten kurzen Bit. Da werden wir mit Sicherheit auch nochmal drauf gucken auf das Thema.

21:33 Dennis Horn

Ja, auf jeden Fall. Vor allem, weil es ja hier auch darum geht, ob in dem Moment, wo ich mich wenn ich das richtig verstanden habe, ob die Registrierung eines Nutzers auf einer sozialen Plattform, auf einem sozialen Netzwerk, ob das schon einen Handel darstellt. und damit sozusagen Mehrwertsteuerpflicht auslöst. Das ist tatsächlich ein sehr komplizierter Fall, den andere Leute wahrscheinlich besser durchdringen als wir. Aber wir werden da genau drauf gucken, weil das eben tatsächlich dazu führen könnte. Dass Musk zum Beispiel einen Grund hätte, in der EU einen Dollar zur Registrierung zu nehmen, was er ja in zwei Ländern ja auch schon ausprobiert hat auf X. Was macht Elon Musk währenddessen?

22:15 Gavin Karlmeier

Er docht rum. Ich habe übrigens heute die Frage gelesen in Social Media, fand ich ganz interessant. Warum steht der eigentlich die ganze Zeit? Ist dir das aufgefallen? Ja, habe ich auch gelesen. Ich habe das aufgelesen. Auf jedem Video, auf jedem Foto, er steht immer nur. Der ist nirgendwo sitzend zu sehen. Das letzte Foto, an das ich mich erinnere, auf dem er sitzend zu sehen ist, war, ich weiß nicht, ob du dich erinnerst, aber das war Irgendwann kurz nach der Übernahme von Twitter, in der Zeit, wo er sich diese Coach-Schnipsel angesehen hat und dann auch diese Entwickler da mit ihm so Buddy-Style irgendwie rumsaßen im Twitter-Gebäude. Da habe ich den nochmal sitzen, aber sonst steht er nur noch.

22:54 Dennis Horn

Also er hat fairerweise am Wochenende auf dieser konservativen Konferenz hat er gesessen. Hat er gesessen, okay? Hat er gesessen, aber in der großen Sonnenbrille. Ich gebe dir jetzt meine These. Elon Musk ist ja sehr um Außenwirkung. Bedarf.

23:07 Gavin Karlmeier

Stehen sieht aus wie ein Macher, oder?

23:09 Dennis Horn

Stehen sieht aus wie ein Macher. Und Elon Musk hat jetzt auch nicht den Sporty Fitness Buddy. Tschüss. Hat jetzt auch nicht diesen Fitnessbuddy, den er, glaube ich, in seinen eigenen KI gerenderten Bildern von sich selber gerne ist. Der hat einen Bauch, ne? Der hat einen Bauch, was voll, also als jemand, der offenbar 24 Stunden am Tag arbeitet und sich nur von Energydrinks erinnert.

23:29 Gavin Karlmeier

Ja, kein Shaming.

23:30 Dennis Horn

Ist kein Shaming, genau. Ich kann mir nur vorstellen, dass ihn das selber stört, wenn er Fotos sieht, auf denen er sitzt. Ist nur eine These.

23:37 Gavin Karlmeier

Eitelkeit gegen Bauch werden in Stellung gebracht, und dann entscheidet er sich, er stellt sich lieber hin auf den Fall.

23:42 Dennis Horn

Also, ich kenne das von mir auch, ich habe ja auch einen Bauch und ich finde mich dann auch schöner, wenn ich stehe.

23:47 Gavin Karlmeier

Ja. Und wenn ich sitze nur hinter Schreibtischen. So und dann ist, ähm, also ist er aufgetreten stehend Vor dem Kabinett von Donald Trump. Also er durfte an der Kabinettssitzung teilnehmen. Es gab ein Video davon, habe ich gesehen, da hat er was erzählt. Leute haben so, weißt du, wie wenn der Chef was erzählt. Haben sie gelacht. So wie wenn du Zaubertricks machst. Ja, wie wenn ich die Zaubertricks mache. Verstehe. Hat er gelacht. So, das ist, äh, fand ich, ähm Super interessant so. Und Dosh wiederum löscht still und heimlich die fünf größten Ausgabenkürzungen, die letzte Woche noch groß gefeiert wurden. Die, wie nennen wir es denn, sein Department of Government Efficiency, das ist seine Behörde, seine Einessichung? Sein Team.

24:36 Dennis Horn

Sein Team sagen. Die Gruppe.

24:39 Gavin Karlmeier

Komm in die Gruppe. Hat eine Wall of Receipts, ja, in der diese ganzen Ausgabenkürzungen festgehalten sind, der Ort sozusagen, an dem man irgendwie ein bisschen was dokumentiert. Wird, aber da waren Fehler drin, die die Einsparhöhe stark aufgebläht haben, eben auch in den Top 5, die da angegeben waren. Klammheimlich. Klammheimlich verschwunden jetzt von der Website. Ich glaube, wir müssen die nicht einzeln durchgehen, aber.

25:05 Dennis Horn

Nee, aber ja, das ist schon interessant, dass sie halt so eine Tabelle veröffentlicht haben, auf der ganz viele Einsparungen drin standen, die auch bei genauerem Hinsehen sich alle nicht so als so. Also das waren jetzt nicht die angekündigten, wie viel waren es, 200 Milliarden oder so oder noch mehr? 2000 Milliarden? Ich weiß nicht, auf jeden Fall. Wollten Sie eine massive Summe einsparen von denen, weil ist jetzt noch nicht so richtig viel zu sehen gewesen? Dass sie aber, nachdem sie diese Liste erstmals veröffentlicht haben, direkt ohne darüber zu sprechen, schon wieder Punkte darunter löschen, weil sie festgestellt haben, ah, das stimmt was nicht. Ist natürlich ein wahnsinniges Armutszeugnis. Also die haben auch teilweise so Jahresverträge, Mejahresverträge in diesen Auflistungen gehabt und dabei aber den Gesamtbetrag auf die Einsparung für ein Jahr runtergerechnet zum Beispiel.

25:49 Gavin Karlmeier

Also mit Zahlen kennen sie sich aus. 21 Mitarbeiter, ich glaube, ich liege eher richtig, wenn ich nicht gendere, 21 Mitarbeiter aus der Spartuppe von Elon Musk haben übrigens aus Protest gekündigt jetzt. Ich zitiere. Wir wollen die eigenen Fähigkeiten als Technologie-Experten nicht einsetzen, um zentrale Regierungssysteme zu kompromittieren. sensible Daten von Amerikanern in Gefahr zu bringen oder kritische öffentliche Dienste zu demontieren. Das sind Datenwissenschaftler, Produktmanager, Entwickler, IT Leute, die dieses Schreiben veröffentlicht haben. Am Dienstag war das und damit ihre Kündigungen bekannt gemacht haben. Also da sieht man, dass in dieser ganzen Entwicklung in den USA doch auch Leute gibt, die zwischendrin wenigstens noch ihr Gewissen entdecken. So würde ich es einsortieren.

26:44 Dennis Horn

Ja, das ist natürlich jetzt die positive Lesart. Die negative Lesart ist leider, natürlich sortiert man da aus und zwar überall und das aber vor allem nach Ideologie-Check und nicht nach Eignung. sondern also man schaut ja auch in den Behörden gerade, wer passt eigentlich zu unserem Kurs und wer nicht. Und dass man da jetzt quasi so die Leute dann. . gehen lässt oder ihnen vielleicht sogar die Möglichkeit gibt, selber zu kündigen, wenn sie nicht ganz damit einverstanden sind, dass er mit einer mit der Axt irgendwie durch die, oder mit der Kettensäge ja durch die Bürokratie gelaufen wird, wie Musk es ja selber sagt. Das ist natürlich eigentlich eher fast ein Warnsignal, weil das eher dafür spricht, dass das, was da jetzt als nächstes passieren wird, noch krasser ist als das, was schon in den letzten Wochen passiert ist. Ja.

27:28 Gavin Karlmeier

Also 20. 000 Leute in den Bundesbehörden sind schon entlassen worden. Von insgesamt, das muss man aber nochmal in die Dimension stellen, 2,3 Millionen Menschen, die für den Bund arbeiten in den USA. Ganz interessant zwischendurch diese E-Mail, die dann geschickt wurde, das war ja das Playbook von der Twitter-Übernahme. Wie damals schickt man eine Seite Code von dir, damit wir das mal prüfen. Genau. Ja, so, also, das zu X. Ich glaube, wir gehen mal rüber zum Meta.

28:03 Dennis Horn

Ja, ist gut. Wollen wir noch erzählen, dass Musk jetzt in den Kabinettstreffen mitsitzen darf? Das hatte ich eben schon kurz erwähnt, wo er auch gestanden hat, nicht die Sitzen.

28:12 Gavin Karlmeier

Stehen. Ja, möchtest du hast du noch.

28:17 Dennis Horn

Ich wollte es nur der Vollständigkeit halber noch einmal dazu sagen, dass er da mit. sitzt und Trump am Anfang gefragt hat, stört es jemanden, dass Elon dabei ist und ist und da hat offenbar niemand geantwortet und dann ging es weiter. Ja, oder halt einfach gelacht. Oder halt einfach gelacht, genau.

28:30 Gavin Karlmeier

Ähm, Project Ray ist ein Codename, der steht für eine mögliche Standalone-App für Instagram Reels. Was halten wir davon? Also Instagram könnte die Reels in eine eigene App eben auslagern. The Information berichtet das, hat da wohl eine Quelle. die gehört hat, das fand ich schön, wie Adam Mosseri mit Mitarbeitern über das Projekt gesprochen hat. Also ich habe mir so jemanden vorgestellt in der Instagram-Zentrale.

29:01 Dennis Horn

der so das Ohr an die Tür gehalten hat. Ich habe sofort gedacht, der so über den Flur läuft mit dem Kaffee. Und dann sieht er so, Adam O'Sarry redet und stellt sich so um die Ecke und hört dann so zu, wie darüber gesprochen wird. Und dann tippt ihr direkt ins Handy und schreibt das an, die Information.

29:17 Gavin Karlmeier

Also diese Geschichte würde zum Bild passen, weil es soll ja Edits geben, eine eigene Bearbeitungs-App. Für Videos ist so ein bisschen wie CapCut für TikTok. Und ja, da scheint sich ein Unternehmen relativ analog aufzustellen zur TikTok-Konkurrenz, weißt du?

29:37 Dennis Horn

Ja, ich sag mal so, das hat mit IGTV ja schon ganz hervorragend funktioniert, eine eigene App für Videos an den Start zu bringen, ist es eine fantastische Idee. Nee, also ich kann es nicht einschätzen, ob da es einen Bedarf danach gibt, solange die Reels noch in der Instagram-App sind. Und wenn sie die aber daraus entfernen würden, ob die Reels das überhaupt überlebten. Deswegen, ich finde dieses ständige alles ans Fenster schmeißen und gucken, was kleben bleibt. Finde ich so. Ich weiß nicht, ob ich das so schlau finde.

30:07 Gavin Karlmeier

Also ich denke so, einmal sogar einmal So lieben wie die ganzen Tech-Konzerne ihre Ideen für Pivot to Video lieben.

30:21 Dennis Horn

Also das ist unglaublich.

30:23 Gavin Karlmeier

Ich meine Facebook ist damit untergegangen, jetzt irgendwie bei Spotify nehme ich das wahr, alle Creator sollten da auch Videopodcasts machen und so weiter. Also Ich weiß auch nicht, ob das alles so erfolgreich ist. Jetzt hier auch schon wieder. Dann habe ich aber gleichzeitig, also der Unterschied zu IGTV ist ja schon. dass mittlerweile Reels in Instagram sehr viel besser laufen als damals diese IGTV-Videos. Das ist ja schon. Organischer alles und erfolgreicher, das spielt ja schon wirklich eine Rolle.

30:53 Dennis Horn

Wobei die auch brutaler in die Fiebe drängt sind.

30:56 Gavin Karlmeier

Absolut. Absolut, aber ich meine, ich habe auch brutal in die Feeds pushen schon mal so erlebt, dass es am Ende nicht erfolgreich wurde. Also schon ein bisschen anders. Deswegen glaube ich, sind die Startvoraussetzungen anders, aber ich denke so Der Zugang ist ja ein anderer. Also die Apps und Plattformen nähern sich ja schon immer weiter aneinander an. So, aber der Zugang ist ein anderer. Ich gehe in TikTok eher für die Videos. Ich gehe. In Instagram eher für den Social Feed. Und das andere wird mir jeweils nur mitgeliefert. Und wenn ich jetzt aber eine App aufstelle, die nur Reels liefert Reicht mir das, ne? Das ist ja so die Frage, die ich bei dir jetzt gerade auch so ein bisschen rausgehört habe. Also bin ich gespannt.

31:42 Dennis Horn

Ja, vor allem, weil die Leute bei Instagram, glaube ich, sehr darum bedacht sind, auch, dass dieses sich einander, ich glaube sie, die jungen Leute stalken. Also zu gucken, wer ist da noch so, mit dem kann ich mich anfreunden und vernetzen und so. Dass das ja sehr gut funktioniert. Auf der anderen Seite ist diese Verschlankung, die ja eventuell damit einhergeht, also dass du quasi durchaus auch noch Reels im Feed siehst, aber diese eigene Reels-Feed eben in der eigenen App stattfindet und du damit diese TikTok-Nutzung irgendwie versuchst zu substituieren, die kann natürlich funktionieren. Kommt es ein bisschen darauf an, wie sie da vorgehen strategisch. Und ja, ich bin mir da auch, ich bin gespannt. Wir werden es ja eh nicht ändern können hier mit unserer Einschätzung, ob es kommt oder nicht. Deswegen sollen sie mal machen. Genau, aber wir würden trotzdem berichten. Stell dir mal vor, ja, Haken bleibt dran, aber. Haken bleibt dran. Aber jetzt kann man, du hast mal eine wilde These, pass mal auf. Was wäre denn? Wenn Sie eine Standalone-App für Reels bauen, die. . Oh, warte mal, hier ist gerade irgendwas angegangen. So. Sie bauen eine eigene App für Reels. Diese ersetzt die bestehende Instagram-App. Und die Social Features der alten Instagram App werden zu einer neuen App. So dass du ein Update bekommst und primär in den Reels drin bist Und alles, was klassisch Instagram ist, wird so zu einem eigenen Instagram-Ding ausgegliedert. Instagram Social oder so. Das wäre eine Strategie, mit der sie das Ding sofort groß machen würden. Wäre aber auch eine totale Veränderung der eigenen eigenen Fotos. Du meinst, in Instagram bleiben dann nur die Fotos übrig, oder was? Nö, du gibst, du hast dann schon noch deine Timeline, dein Feed, die Profile und alles. Aber diese Instagram-App, diese Reels-App, die wird ja kommen. Die Frage ist ja nur, spielen Sie die als neue App aus, die Leute sich installieren müssen, oder ersetzt die die klassische Instagram-App, die dann sozusagen als eigener Download in die App-Stores wandert. Also zwinge ich die Leute dazu, die Reels App neu herunterzuladen oder zwinge ich sie dazu, das traditionelle Instagram nochmal herunterzuladen, wenn sie es behalten wollen, weil man so sehr daran glaubt, jetzt zu kurz Video-Plattform zu werden, dass die sozusagen das alte Instagram ersetzt.

33:49 Gavin Karlmeier

Würde mich überraschen, wenn das funktionieren würde, aber ich bewerbe. Aber was ist denn dann der Unterschied zwischen den Apps? Also da wird es ja eh spannend. Ja, das ist ja eh die Frage. Ich krieg ja in beiden die Videos und auch Instagram als App, wenn wir jetzt mal das in Anführungszeichen alte Instagram nehmen, ist ja ist ja total video getrieben. Also ich glaube, die Fotofans in Instagram, die würden sich total freuen, wenn diese Reals da endlich raus sind und man da wieder. Aber das wird gar nicht passieren. Es wird eh nicht passieren. Und die Herausforderung besteht eh, wie schafft man so eine Unterscheidung zwischen Zwischen diesen beiden Apps, weißt du?

34:24 Dennis Horn

Ja, vielleicht machen wir das eine dann irgendwie Lila und das andere Flieda. So.

34:31 Gavin Karlmeier

Kurzer Fehler übrigens bei Instagram.

34:34 Dennis Horn

Können wir das Wort Fehler da in Anführungsstriche setzen?

34:36 Gavin Karlmeier

In Anführungsstriche. Vielleicht war es ein Zitat, sagen wir mal so. Am Mittwoch gab es recht viele ungewöhnliche Videoempfehlungen. Und Meta spricht eben von einem Fehler, weil NutzerInnen haben da berichtet. Ihr Reels-Feed wäre plötzlich voller, nicht-jugendfreier Videos, Gewaltdarstellungen, also Dinge, die Instagram oft irgendwie als sensible Inhalte markiert hatte. Dinge voller Warnhinweise, Schlägereien, Angriffe auf offener Straße, solche Dinge,

35:17 Dennis Horn

Instagram sah aus wie X eigentlich.

35:19 Gavin Karlmeier

Meta sagt, wir haben einen Fehler behoben, der dazu führte, dass einige Nutzerinhalte in ihrem Instagram Reels-Feed sahen, die nicht hätten empfohlen werden dürfen. So. Du setzt den Fehler in Anführungszeichen.

35:32 Dennis Horn

Ich habe drei mögliche Theorien. Ich werde dir beide nennen. Also. Theorie 1. Es ist ein Fehler, dass sensible Inhalte normal in die Empfehlungsalgorithmen gerutscht sind, nicht gezielt verstärkt wurden, aber weil diese Videos eben sehr stark emotionalisieren, haben die die Reichweite aufgebaut, die sie aufbauen wür Würden, würden sie nicht aus den Empfehlungsfeeds rausfliegen? Das wäre tatsächlich einfach nur ein Programmierfehler oder Versehen. Zweitens, zweite Theorie. Instagram baut an der Umsetzung dieser Ankündigung keinerlei KI mehr vorzunehmen in der Content-Moderation. Instagram baut daran. Dieser Masculine Energy, die Zuckerberg angekündigt hat, auf die Plattform zu tun.

36:17 Gavin Karlmeier

Und die jetzt in diesen Videos zu sehen ist.

36:19 Dennis Horn

Die ist dann da dort zu sehen, genau. Also, dass du sozusagen hier wirklich die Ex-Transformation gerade durchmachst. die aber nicht so hätte schlagartig sich hätte auswirken sollen und spricht da von einem Fehler. Und die dritte Theorie ist, und das ist jetzt aber Verschwörung, das ist jetzt die absurdeste, Ich hab ja die These. Erinnerst du dich noch an diesen, ich glaube das war der zweite Weihnachtstag oder so, als so für eine halbe Stunde lang Instagram plötzlich kein Feed, den du von oben nach unten scrollen konntest, sondern von links nach rechts scrollen konntest, ausgerollt hat weltweit. War eine halbe Stunde, Instagram hat sich dafür entschuldigt. Man kann natürlich solche Dinge als Kamikaze-Versuch auch mal starten, um zu gucken, was passiert mit der App. Ja, genau. Ich weiß nicht, ich will denen wie gesagt nichts unterstellen, wenn sie sagen, es war ein Fehler und dann Glauben wir das erstmal, aber mal zu gucken, wie wirkt sich das de facto auf die Nutzung aus und da reicht bei der Anzahl der Menschen, die Instagram benutzen, wirklich ein sehr kleiner Zeitraum vermutlich, um schon. . eine Veränderung zum Beispiel in der Absprungrate zu erkennen. . Das würde helfen, um diese neuen Ankündigungen von Zuckerberg natürlich so ein bisschen mal Reality zu checken.

37:30 Gavin Karlmeier

Ja, ich finde, dass keine so, also keine Erklärung, die so weit weg ist oder so unrealistisch ist. Ich glaube aber, dass Es kann sein kann, dass diese Tests laufen und bei diesen Tests ein Fehler passiert. Weil normalerweise wird sowas mit kleinen Gruppen gemacht, weißt du, das sehen dann 10. 000 Leute und dann hat man irgendwie eine Vergleichsgruppe und dann kann man das genau rausfinden und dann ist es schon irgendwie Sagen wir mal so, ich weiß nicht, ob es diesen Begriff gibt, aber sagen wir mal, innerhalb der Plattform repräsentativ. Weißt du, so dass irgendwie sowas versucht wird. Und da schalten sie dann aus Versehen auf Oh, das haben wir jetzt aber für alle freigeschaltet, sorry.

38:10 Dennis Horn

Kann ich mir vorstellen. Auch möglich. Ja. Also wir bleiben da dran. Ich finde es hochinteressant.

38:17 Gavin Karlmeier

Es gibt eine Schätzung des Centers für Countering Digital Hate, CCDH, über die haben wir öfter schon mal gesprochen, ist eine gemeinnützige Organisation. die befürchtet, wenn jetzt die Regeln geändert werden, du hast es ja gerade schon schon genannt, ne? All das, was Mark Zuckerberg angekündigt hat unter der Regierung Trump. Ähm, dass dann zweihundert siebenundsiebzig Millionen weitere schädliche Beiträge Facebook und Instagram überfluten könnten pro Jahr. Also 2undsiebzig Millionen pro Jahr, wenn man da irgendwie zurückgeht und diese ganzen Durchsetzungsmaßnahmen zurücknimmt, wir sprechen hier von einer Flutwelle von Hass und Desinformation, die wieder auf die Plattformen fließen wird, sagt das CCDH. Natürlich widerspricht Meta. Die Methodik sei fehlerhaft und gehe von erheblichen Annahmen aus, die einer genauen Prüfung nicht standhalten. Ich sage mal kurz weiter, der Sprecher von Meta sagt, wir werden weiter gegen Inhalte vorgehen, die gegen unsere. Richtlinien verstoßen, aber wir konzentrieren uns darauf, Fehler und die übermäßige Durchsetzung unserer Regeln zu reduzieren. Das finde ich super interessant. Weil ich so dachte, alles klar, welche Fehler denn? Da spricht er ja nicht drüber. Worum geht es denn hier genau?

39:38 Dennis Horn

Also CCDH hatte gesagt, 20% der Entscheidungen, die Meta trifft, also ne, 20% der Folgen der Entscheidungen, die Meta trifft, wären fehlerhaft. Ich finde das eine sehr interessante Zahl. Und dass Meta dem aber nicht widerspricht, sondern sagt, wir gehen gegen Fehler vor, sondern eher erstmal der Grundannahme widerspricht, zeigt ja, dass CCDH da schon so ein bisschen in so einem. . in so ein Westnest gestoßen hat. Vor allem, dass Meta darauf sofort reagiert und sagt, nee, nee, ähm, das ist ja im Grunde die Aussage von Meta. So ist das Ja, und dann sind wir durch für heute, ne? Sind wir durch für heute. Aber Dennis, wenn ich richtig informiert bin, hören wir uns, wir beide auch uns schon Mittwoch wieder, richtig?

40:22 Gavin Karlmeier

Wir beide hören uns am Mittwoch wieder. Das ist so. Das ist ja der Wahnsinn. Das ist so.

40:27 Dennis Horn

Ja.

40:28 Gavin Karlmeier

Ich wünsche euch ein bisschen was machen aus den Karnevalstagen, oder? So.

40:32 Dennis Horn

Wie viele Tage willst du in Kostüm sein?

40:35 Gavin Karlmeier

Ähm, zwei nur. Also heute und am Sonntag.

40:40 Dennis Horn

Ah ja, okay. Du musst also jetzt gleich wieder ins Kostüm.

40:42 Gavin Karlmeier

Nee, ich war, heute habe ich schon hinter mir. Am Sonntag geht es nochmal so, heute wird gechillt.

40:49 Dennis Horn

Okay. Ich fahre jetzt in einen Kölner Lokal und stelle mich da an die CD-Player und mache da Musik.

40:56 Gavin Karlmeier

Lotjon, sag ich da.

40:58 Dennis Horn

Ja, ich tut mir leid, ich spreche kein Isländisch.

41:02 Gavin Karlmeier

Bis nächste Woche. Bis Mittwoch