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Folge 397 · 7. März 2025 · 1:04 Std.

Biometrisch, ungeschnitten, wich-digg

mit Torsten Beeck

Haken dran wird ungeschnitten ausgestrahlt – wäre also damit ein Format, in dem auch Elon Musk auftreten würde, wäre er nicht so feige.

Meta bezahlt jetzt für Hetze und Desinformationen – und Digg könnte zurückkommen. Für alle was dabei!

Transkript

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00:01 Intro

Haken dran, das Social Media Update der CT.

00:06 Gavin Karlmeier

Hallo Thorsten. Hi Gavin. Bei mir ist heute Thorsten Beeg, Chefredakteur heiße Medien, Chefredakteur Haken dran, Bringer guter Nachrichten in der Regel.

00:15 Torsten Beeck

Ja, naja. Ich frage mich jetzt, wenn ich dich hier so im Video sehe, vor allen Dingen, wieso du keinen Anzug trägst, aber das ist eine ganz andere Geschichte.

00:23 Gavin Karlmeier

Soll ich, wenn wir uns das nächste Mal sehen, Thorsten? Machen wir jetzt einen Deal. Du bist ja einmal im Monat hier, trag ich einen Anzug und du auch. Ja, okay. Und nicht so ein Feigenblatt Sacko, wie du jetzt gerade trägst, sondern ein richtiger Anzug.

00:34 Torsten Beeck

Das ist so ein Journalistensakko, das ist ein Sakko über T-Shirt.

00:36 Gavin Karlmeier

Ja, das sehe ich sofort. Lass mich raten, du trägst Tonschuhe. New Balance.

00:40 Torsten Beeck

Nee, keine Turnschuhe, so ganz teure italienische weiße Sneaker. Ehrlich? Ja. Handgenete. Nein, ohne Scheiß, aber die sehen trotzdem aus wie ganz normale, billige Adidas.

00:53 Gavin Karlmeier

Ah, das ist so dieser Das ist Secret Wealth, oder wie nennt man das?

01:00 Torsten Beeck

Ja, genau, weil ich einfach wahnsinnig reich bin, aber das nicht so raushängen lassen will. Na klar.

01:05 Gavin Karlmeier

Wir können uns ja nochmal über deinen Fuhrpark unterhalten, Tor. Das machen wir aber nicht heute. Heute reden wir über was anderes. Ich habe mal überlegt, wir steigen mal mit einer Meldung ein, die nicht sofort schlechte Laune macht.

01:14 Torsten Beeck

Okay, das ist super, weil dick schlechte Laune kann man hier im Moment genug haben.

01:17 Gavin Karlmeier

Ja, aber es ist trotzdem vielleicht auch Irritation dabei. Erinnerst du dich noch an Dick, also D-I-G-G?

01:23 Torsten Beeck

Ähm, ja, ganz dunkel. Irgendwas so mit XML und RSS und so, ne?

01:29 Gavin Karlmeier

Ja, das war so eine Social Bookmarking Seite. So ein bisschen wie Delicious, die kennst du vielleicht auch noch.

01:34 Torsten Beeck

Doch, doch, ich habe aber Delicious tatsächlich, glaube ich, benutzt und nicht dick.

01:38 Gavin Karlmeier

Genau, und Dick hatte aber den Vorteil, dass man sich dabei sich direkt vernetzen konnte mit anderen und dann gab es ein Punktesystem und häufig Bookmarkte, Texte konnte man dann auf einer Public Timeline sehen und so. Das wird dann irgendwann eingestellt, weil es richtige soziale Netzwerke gab. Der Gründer von Dick, Kevin Rose, der hat sich überlegt, warte mal, wenn wir jetzt KI haben, dann können wir doch auch Dick zurückholen Und es wurde seitdem mehrfach verkauft, seitdem das eingestellt wurde. Aber er hat das jetzt zu einem unbekannten Preis alles wieder zurückgekauft, die Rechte, die Domain, das liegt jetzt alles wieder bei Kevin Rose. Und der möchte jetzt Dig zurückholen gemeinsam mit dem Reddit-Gründer. Die beiden grübeln nämlich jetzt gerade darüber, wie man Dig mit KI zusammen zurückholen kann.

02:22 Torsten Beeck

Naja, also grundsätzlich ist das vielleicht eine gar nicht so die dümmste Idee, weil das waren schon ja coole Services. Also die Möglichkeit irgendwie zu haben, zum einen Sachen zu bookmarken und zum anderen darüber neue Sachen zu entdecken. Und theoretisch Leute zu finden, die sich auch für ähnliche Sachen interessieren. Das ist ja nicht so komplett abwegig Und so ein bisschen vermisse ich auch so diese RSS-Agggregatoren und so, ne? Das hat schon irgendwann kam, kam dann mal so Twitter und so dazwischen. Aber da Twitter ja quasi nicht mehr benutzbar ist, vielleicht ist das eine ganz gute Chance.

02:58 Gavin Karlmeier

Grundsätzlich verstehe ich den Gedankengang. Das Problem ist nur, dass diese ganzen Plattformen, die ähnliche Mechaniken in den letzten Jahren ja ausprobiert haben, damit nicht wirtschaftlich erfolgreich geworden sind. Also wenn wir vor allem an die jüngste Idee denken, Artefact über die Höhe, haben wir hier damals auch gesprochen. Das war ja von den Instagram-Gründern gestartet worden, dann später verkauft worden an Ich hätte jetzt Yahoo gesagt, aber die haben wahrscheinlich das Geld. Doch, an Yahoo verkauft es.

03:24 Torsten Beeck

Yahoo kauft doch alles irgendwann mal zwischendurch und macht es dann kaputt und verkauft es dann billig weiter.

03:29 Gavin Karlmeier

Ja, sie haben es in Yahoo News aufgehen lassen. Aber die App war ja auch so, dass mit Hilfe von KI Nachrichten aggregiert wurden. Das Ding war halt als Verkaufsobjekt interessant. Vielleicht plant man hier auch Dick irgendwann an Reddit zu verkaufen, weil Reddit ja im Grunde so ähnlich funktioniert unter der Haube. Aber das dachte ich, ist vielleicht so die kleine schöne Meldung für die Internet-Urgesteine, die uns hier zuhören und sich denken, ach guck mal, jetzt können wir bald auch wieder Fotos bei Flickr hochladen. Können wir uns alt fühlen.

03:58 Torsten Beeck

Aber tatsächlich ist ja eigentlich der Witz ist ja, dass Reddit natürlich die viel bessere Quelle ist, weil da so viel Content kommentiert, aggregiert, eingeordnet wird in bestimmte Gruppen. Reddit ist ja ein unglaublicher Schatz, wenn man da KI drauf wirft.

04:14 Gavin Karlmeier

Ja, und die haben jetzt übrigens angekündigt, im Community Management eine neue eine neue Maßnahme zu ergreifen. Und zwar, wenn es NutzerInnen gibt, die innerhalb eines bestimmten Zeitraumes mehrere Inhalte hochworten. Du hast ein Upvote-Down-Downvote-Prinzip durch die Startseiten gebaut werden und so. Wenn du als Nutzer, also angenommen du, Thorsten, votest sehr viele Inhalte hoch oder mehrere Inhalte hoch, die dann irgendwann aber gesperrt werden, weil sie eigentlich einen Verstoß gegen die Richtlinien darstellen. Also du votest vor allem Inhalte ab, die eben da nichts zu suchen haben. Dann wirst du da eine Warnung bekommen, dass sich das negativ auf dein Nutzerkonto auswirken könnte.

04:54 Torsten Beeck

Ja, das finde ich nicht die dümmste Idee, ehrlich gesagt.

04:57 Gavin Karlmeier

Ich würde zustimmen. Ich finde, dass es, mich wundert eher, dass man erst jetzt auf die Idee gekommen ist, dass die Leute, die sozusagen systematisch versuchen, das System zu hacken, dass die am Ende das viel größere Risiko für so eine algorithmisch gebaute Startseite sind, als diejenigen, die diese Inhalte da überhaupt erst hinlegen.

05:16 Torsten Beeck

Naja, im Grunde genommen ist es ja so, die Nutzersignale sind ja das, was die Qualität der Plattform ausmachen. Und wenn die Nutzer keine guten Signale und keine verlässlichen Signale geben, schadet es der Plattform. Also insofern ist das eine gute Überlegung. Und was natürlich auch dazu kommt, ist, dass das zumindest wahrscheinlich in Teilen Leute sind, die das auch ganz gezielt machen in bestimmten Bereichen. Und insofern finde ich das vergleichsweise smart und du hast recht, da hätte man schon mal vorher drauf kommen können.

05:45 Gavin Karlmeier

Apropos, es schadet der Plattform. Also, da muss ich jetzt überlegen, wie ich da die Kurve kriege. Und zwar, wir haben ja hier als Podcast einen begleitenden Chat, den Discord-Chat. Da sind über 1500 Leute drin, es ist extrem viel Bewegung da drin, die meisten Meldungen über die wir hier sprechen, waren vorher schon einmal im Discord, weil sie irgendjemand da reingeworfen hat. Also ich kann allen Leuten, die beruflich was mit Social Media zu tun haben, ehrlich ans Herz legen, sich da mal anzumelden. Es kostet gar nichts. Unter haken dran. org findet ihr den Link. Und das ist eine ganz tolle Nachrichtenquelle, die aber eventuell jetzt gefährdet sein könnte. Wir haben ja in den letzten Wochen sehr viel darüber gesprochen, wie kriegen wir Plattformen Billionaire-Proof. Und die Sorge ist ja eigentlich immer, dass eine Plattform früher oder später den Prozess der Entgetification erleben könnte. Also dieser normale Lebenszyklus einer sozialen Die erst auf Inhalte bedacht ist, dann muss sie Geld verdienen, dann muss sie den Leuten, die Geld verdienen, so sehr gefallen, dass sie sich selber unbrauchbar macht und so weiter und so weiter.

06:43 Torsten Beeck

Und dann wird ihr Besitzerfaschist.

06:45 Gavin Karlmeier

Und da wird der Besitzer verschisst. Um das zu verhindern, will Discord die Besitzverhältnisse umwerfen. Also sie überlegen wohl einen Börsengang. Anzustreben. Der IPO von Discord könnt ihr bevorstellen, Discord wurde 2021 schon mit 15 Milliarden Dollar bewertet. Microsoft wollte das mal für 10 Milliarden Dollar kaufen, das ist dann aber nicht passiert. Das ist, für die Leute, denen Discord gerade gehört, wahrscheinlich eine ganz gute Möglichkeit, an Geld zu kommen. Für die Leute, die es benutzen, ist das wahrscheinlich eher eine schlechte Nachricht, ehrlicherweise.

07:14 Torsten Beeck

Naja, am Ende muss man ja ehrlich sein, ich kann schon verstehen, dass die Geld verdienen wollen. Und natürlich ist das für Nutzer, in dem Moment, wo eine Plattform anfängt, verstärkt in Monetarisierung zu denken. führt das dazu, dass man entweder Bezahlmodelle einführt oder mehr Werbung anzeigen muss. Und wenn man an die Börse will, dann muss man natürlich auch im besten Fall Zahlen vorweisen, die den Wert auch in irgendeiner Weise monetär widerspiegeln und nicht nur die Fantasien beflügeln, weil es viele Nutzer gibt, die die Plattform gerne benutzen. Ich glaube, das ist natürlich, das gilt ja für alle Plattformen und das gilt für alle, letztendlich für alle kommerziellen Angebote. Wie kriegt man es hin, wirtschaftlich langfristig, nachhaltig agieren zu können und gleichzeitig das Produkt nicht in irgendeiner Weise schlechter zu machen oder so schlecht zu machen, dass man als Nutzer sagt, das will ich nicht mehr benutzen. Das ist zum Beispiel was, wo wir auch ehrlich gesagt natürlich drüber nachdenken. Wie hoch kann die Werbung, kann, also was für Werbung oder was für Monetarisierungsmöglichkeiten könnten in irgendeiner Weise tatsächlich das Produkt schlechter machen und dann versuchen wir davon Abstand zu nehmen. Aber wer irgendwie mit dem, was er im Internet tut, Geld verdienen muss, muss natürlich auch über Monetarisierung nachdenken. Also ob das jetzt eine schlechte Nachricht im engeren Sinne ist, es ist vielleicht auch eine gute Nachricht für die Nutzer, dass das auch ein Produkt ist, das langfristig sich am Markt behaupten kann.

08:37 Gavin Karlmeier

Ja, das ist ja immer die Frage. Die Frage ist ja wirklich, wie kann Discord Geld verdienen? Also, die haben 200 Millionen monatliche NutzerInnen derzeit. Haben aber nicht so richtig clevere Monetarisierungsmodelle. Also du kannst dir eigene Emojis bezahlen, du kannst Geld dafür bezahlen, dass die Video-Cats auf deinem Server oder die Sprachchats. in einer besseren Qualität übertragen werden. . Aber es gibt halt bislang zum Beispiel noch keine Werbung. Und was sie ja auch machen könnten, wäre dieser Reddit Money Hack. zu sagen, wir verscherbeln alle Daten, die bei uns über die Server laufen, an irgendwelche KI-Unternehmen wie Google beispielsweise, was Reddit ja gemacht hat, um damit irgendwie Einnahmen zu generieren, was aber jetzt kein unendliches, kein Infinite Money Glitch ist, weil das natürlich irgendwann Also du kannst das nur einmal machen, lesen wir.

09:22 Torsten Beeck

Ja, aber das ist, aber das meine ich, ne? Am Ende müssen die natürlich irgendwie langfristig Geld verdienen. Und der Betrieb von so einer Plattform, die Weiterentwicklung der Plattform Der Betrieb für 200 Millionen Nutzer, der kostet die ja auch Geld. Und bisher sind ja die bisherigen Monitorisierungsoptionen, sagen wir mal, eher überschaubar. Und die Frage ist ja immer, wie implementiert man das dann? Und ist das dann halt nervig oder ist das irgendwie einigermaßen okay und ist das vielleicht sogar einen Mehrwert? Es gibt ja gar nicht so viele die das geschafft haben, Werbung einigermaßen nutzerfreundlich so zu implementieren, dass man sagt, ja okay, ich lebe damit und es ist trotzdem okay vom Produkt her. Und die andere Möglichkeit ist halt, man zahlt dafür, gegebenenfalls dann sogar für Werbefreiheit. Da werden bei 200 Millionen Nutzern schon auch ein paar rausfallen. Auf der anderen Seite ist natürlich der große Charme. Es ist ein kostenloses Produkt, man kann sich da sehr schnell anmelden, man kann da sehr schnell irgendwie mit Menschen interagieren, die in so einem relativ kleinen, einigermaßen geschützten Raum sich bewegen. Ist schon auch eine coole Plattform. Und ich meine, das sieht man ja auch. Also der Haken dran-Discord, der bietet ja tatsächlich einfach echt eine Menge Mehrwert. keine nervigen Leute, gute Diskussionen, guten super Input und einen direkten Draht irgendwie zu den Menschen, die Lust haben, diesen Podcast zu hören. Insofern wäre es schade, wenn man da natürlich ein Schloss dran hängt, weil man irgendwie Geld dafür nehmen muss. Ja, muss man mal gucken.

10:52 Gavin Karlmeier

Das ist nämlich, das ist in der Tat das Dilemma und solange man, also jetzt machen wir es ganz groß, Kapitalismuskritik, ne? Aber pass mal, also in unseren Zeiten ist es ja so, die gehen jetzt an die Börse, dann wird das Produkt irgendwann eventuell. Hoffentlich nicht, aber eventuell weniger nutzbar, weil zum Beispiel, du siehst nur noch Nachrichten der letzten 30 Tage, alles davor musst du bezahlen, sozusagen, vergolden, wie das Slack ja zum Beispiel auch macht. . Dann sind alle genervt und gehen zum nächsten Startup, das gerade noch kein Geld verdienen muss, aber dasselbe Produkt anbietet und durchlaufen denselben Prozess einfach wieder.

11:28 Torsten Beeck

Das ist ja ein Dilemma. Ja, aber wie deshalb sagte ich ja gerade, das ist ja auch eine Möglichkeit dafür zu sorgen, auch aus Nutzerperspektive, dass die ein stabiles Geschäftsmodell entwickeln. Und das wird am Ende ja irgendwie eine Mischung sein aus vielleicht Werbevermarktung, aus einer Bezahloption. Und das ist ja auch ein Vorteil für die Nutzer, dass die ein langfristig tragfähiges Modell haben. Weil dieses Modell, wir gründen, wir bauen irgendwas, wir wissen eigentlich noch gar nicht so genau, wie wir da jemals mit Geld verdienen können. Wir lassen das erstmal groß werden und das nimmt dann so diesen Zyklus. Am Ende hängt es von den Betreibern der Plattform ab. fair mit den Nutzern umzugehen, gute Angebote zu machen, Mehrwert zu schaffen, für den ich dann tatsächlich zahlbereit bin, oder Werbung so zu implementieren, dass sie mir nicht total auf die Nerven geht. Und das hängt halt davon ab, wie es halt dann so funktioniert.

12:22 Gavin Karlmeier

Und das ist halt das Problem beim Börsengang, dass die Besitzverhältnisse sich halt verändern. Und du dann möglicherweise andere Leute hast, die andere Vorschläge machen, wie man Geld verdienen kann, die eben nicht nur das NutzerInnenwohl im Blick haben.

12:35 Torsten Beeck

Ja, ja. Das ist eine Schweinewelt.

12:38 Gavin Karlmeier

So, jetzt hast du gerade gesagt, nur wenige haben es geschafft, Werbung so einzubauen, dass sie nicht wahnsinnig nervt. Und da kommen wir direkt zu YouTube. Wie geht's dir mit YouTube? Ralf Schumacher. Ich habe, ich weiß nicht, ob du YouTube-Premien benutzt, ich kriege ständig Werbung angezeigt mit Ralf Schumacher. Vor quasi jedem Video im Moment.

12:57 Torsten Beeck

Also ich benutze YouTube Premium deshalb, weil meine Kinder viel YouTube gucken. Ich glaube, für mich alleine würde ich es nicht. nutzen, aber ich bin ganz froh, dass ich dafür zahlen kann, dass meine Töchter nicht so viel komische Werbung bekommen.

13:15 Gavin Karlmeier

YouTube hat jetzt etwas angekündigt, das es schon mal gab, aber so ein bisschen unter dem Radar lief und zwar YouTube Premium Light. YouTube Premium Light. Das kommt auch nach Deutschland. Für 5,99 Euro kannst du YouTube Premium Light abonnieren. YouTube Premium Light hat nicht die Features, die YouTube Premium hat, im Sinne von, du kannst im Hintergrund die Videos weiterlaufen lassen, du kannst die Videos downloaden und so, das hast du damit alles nicht. Aber, und jetzt kommt die Formulierung, an der ich hängen geblieben bin, ein Großteil der Videos kann sich ohne Werbeunterbrechung angesehen werden. Ein Großteil der Videos. Ich weiß nicht, was das bedeutet. Heißt das, alle Videos, die weniger als eine Million Klicks haben, das wäre ein Großteil der Videos. Oder heißt es. Alle Videos, die du schon mal gesehen hast? Ich weiß es nicht.

14:00 Torsten Beeck

Naja, die Annahme wäre ja so ein bisschen keine Pre-Roll und bei Videos, sie vielleicht nur, weiß ich nicht. 15 Minuten lang sind, gibt es keine Werbung, und bei allen hinten, die länger sind, gibt es dann irgendwann auch mal ein Werbebreak oder so. Ich würde vermuten, dass das so in diese Richtung geht, aber ich sage mir ja Das ist ein etwas merkwürdiges Produktversprechen. Es wäre auch geil, wenn es einfach alle Videos sind, die quasi keiner guckt. Die kann man ohne Werbung gucken.

14:26 Gavin Karlmeier

Ja, das wäre brillant, oder? Wie gesagt, alles unter einer Million Klicks. Ja, total gut. Ist ein Großteil der Videos. Absolut. Ja, ich bin gespannt, das wird jetzt in mehreren Ländern gestaltet, in den USA, Deutschland, Thailand und Australien. Das sind die vier Märkte, in denen es ausprobiert wird. Ähm, YouTube Music gehört eben auch nicht dazu, also es ist de facto nur diese Werbefreiheit unter einem Großteil der Videos.

14:51 Torsten Beeck

Ja, wobei halt tatsächlich, man nennt das ja Werbelast, die zu reduzieren ist für also da sind Leute durchaus bereit für Geld zu bezahlen. Ich finde das auch okay. Und das bieten ja durchaus auch ein paar Medienunternehmen sonst so an. Auch Tracking zum Beispiel zu reduzieren, also Werbelast, Werbesicht zu reduzieren und auch das Tracking auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Und ich finde, das ist auch ein fairer Deal. Also dann zu sagen, irgendwie du bist ein regelmäßiger Nutzer, so wie man vielleicht bei YouTube ist. Und da bin ich auch bereit, dafür zu bezahlen.

15:29 Gavin Karlmeier

Ja klar. Also ich b es ist ja völlig klar, dass Unternehmen Geld verdienen müssen. Und wenn sie sagen, hey, wir können das aber aufwiegen, die Werbung, die wir dir zeigen, ist uns diesen Betrag wert und du kannst uns den stattdessen einfach überweisen und dafür kriegst du die Werbung nicht. Why not?

15:45 Torsten Beeck

Ja, ich habe tatsächlich seit seit Jahren wahrscheinlich kürzlich das erste Mal einen kompletten Film auf YouTube geguckt. Weil es den nirgendwo anders gab, nämlich den Ärztefilm Richie Guitarie Guitar, den habe ich, also den kannte ich nur so vom Hören sagen und habe dann tatsächlich weiß nicht, letzte oder vorletzte Woche den kompletten Film gesehen. Der wirklich, der ist nicht geil, aber es ist irgendwie eine lustige, lustige Welt von 1985 in West-Berlin mit irgendwie ein paar lustigen Cameos und unter anderem ja Plan B. Johnny Häusler. Mit Johnny Häusler. Was mir vorher irgendwie so nicht, ich habe das irgendwo schon mal gelesen gehabt, aber das war schon aus meinem aktiven Wissen verschwunden. Und ich habe irgendwie anderthalb Stunden ein mittelmäßig gutes YouTube-Video auf einem großen Fernseher geguckt. Es war, es ist schön, es gemacht zu haben, aber es wird wahrscheinlich nicht wieder passieren.

16:48 Gavin Karlmeier

YouTube hat übrigens auch angekündigt, wo du sagst Wir haben ja darüber gesprochen, dass mehr Menschen auf der Welt YouTube über den Fernseher als über Smartphones gucken. Wahrscheinlich so nach dem Motto, hey, wenn es klappt, dann ändern wir es, angekündigt die Startseite der YouTube TV-App komplett neu gestalten zu wollen.

17:08 Torsten Beeck

Naja, im Zweifelsfall ein bisschen Netflixiger, oder?

17:11 Gavin Karlmeier

Ja, aber ist das nicht, also ist das nicht der falsche Zeitpunkt, wenn du gerade so auf so einer Erfolgswerde bist?

17:18 Torsten Beeck

Ja, also ich glaube, dass das große Problem ist eigentlich, dass Smartphones sehr individuelle Devices sind, wo man seine Vorlieben sehen will. Und Fernseher in der Regel zumindest irgendwie so Familiengeräte. Und dass das eigentlich nicht so richtig funktioniert. Also, das hat man an einigen Stellen. Also auch Auch die Musikbibliothek, die mit Alexa verbunden ist oder so, die einem in der Familie gehört, die wird halt auch immer vergiftet von dem, was Der Rest der Familie so macht. Ja, vielleicht ist das tatsächlich doch nochmal eine Möglichkeit, irgendwie so wegzukommen von dieser hoch individualisierten Ansicht hin zu einer Das gucken Leute gerade gerne, weil das eben anders funktioniert auf so einem Familienfernseher im Wohnzimmer.

18:10 Gavin Karlmeier

Absolut richtig. Wobei mich die YouTube-App immer fragt, welchen meiner 96 YouTube-Accounts ich benutzen möchte.

18:16 Torsten Beeck

Ja, du bist aber auch ein Freak. Das muss man auch einfach. Also ja.

18:20 Gavin Karlmeier

So, jetzt haben wir genug versucht, das zu vermeiden, wir müssen über Meta und wir müssen über X sprechen. Womit willst du anfangen?

18:27 Torsten Beeck

Ja, leg mal los. Ich würde sagen, Ex ist ja traditionell hier immer der Einstieg.

18:33 Gavin Karlmeier

Na dann kommen wir doch zu Ex. Elon Musk wurde gefragt, ob er sich vorstellen könnte, von Jon Stewart interviewt zu werden. John Stewart moderiert. Die Daily Show ist ein bisschen das Vorbild der Heute-Show, wenn man so möchte, aber ein bisschen, wenn man so will

18:50 Torsten Beeck

Ja, nur das wird nicht ganz so von so Sparkassenbeamten moderiert wie Olli Welke. Aber gut.

18:57 Gavin Karlmeier

Das kann ich nicht, da kann ich leider nichts zu sagen.

18:59 Torsten Beeck

Aber ich finde Olli Welke super, aber es ist schon sehr das hätte. Du hast eine gewisse Ähnlichkeit mit dir. Ich weiß noch, ich höre manchmal den Podcast von denen, ich weiß gar nicht so ganz genau, wie der gerade aussieht, aber der hat kein Bart, oder? Ja, stimmt. Boah, ja, weiß ich jetzt nicht, finde ich auch ein bisschen fies auch. Ja, vor allen Dingen der große Unterschied ist, und das würde ich, also wenn wir jetzt mal über Style reden, mal abgesehen davon, dass der Ähm, dass der sieht schon aus, also er hat auch so ein bisschen so ein Doppelkinn. Ich hoffe, dass ich das nicht habe.

19:39 Gavin Karlmeier

Wenn ihr sehen wollt, wie Thorsten gerade aussieht, diese Folge ist auch auf YouTube zu sehen.

19:43 Torsten Beeck

Ja, ich finde den wirklich ganz nett und ganz lustig. Aber diese, die, wenn man so, ich habe ja auch nicht mehr so viele Haare, aber Oli Welke hat auch nicht mehr als ich, aber er versucht die so ein bisschen länger wachsen zu lassen. Das sieht so ein mittelgeil aus, wenn wir so bei Style.

20:01 Gavin Karlmeier

Aber du hast recht.

20:03 Torsten Beeck

Wenn meine Haare 2,5 cm oder anderthalb Zentimeter lang wären, würde ich wahrscheinlich tatsächlich so aussehen. Aber das würde ich gern vermeiden.

20:11 Gavin Karlmeier

Gern vermeiden würde Elon Musk auch gerne dieses Interview bei Jon Stewart, der eben sozusagen das Vorbild der heute Show ist, aber das ist ein bisschen weniger deutsch, muss man sagen, in seinem Humor, in seiner Ansprechhaltung. Daily Show hat sich auch Sehr stark verändert, seitdem sie das Vorbild der Heuteshow war. Egal, müssen wir gar nicht vertiefen. Jedenfalls hat Jon Stewart immer wieder über Elon Musk gesprochen, hat sich über das Doge aufgeregt, war so wütend, dass er sogar seine Tasse auf dem Schreibtisch zerschlagen hat und blutend die Sendung zu Ende moderiert hat. Also da war viel Emotion drin. Daraufhin wurde bei Ex jemand Elon Musk gefragt, ob er sich nicht vorstellen könnte, in der Daily Show aufzutreten für ein Interview. Dann hat Elon Musk gesagt, ich werde das tun, wenn die Show ungeschnitten ausgestrahlt wird. Daraufhin hat die Daily Show sofort reagiert und hat gesagt, das Interview könnte 15 Minuten gehen, eine Stunde gehen, zwei Stunden, wie auch immer. Wir machen das. Wir sind bereit und wir warten, bis dieser Sender hier irgendeine andere Sache ausstrahlen möchte. Wir sind bereit, kommt zu uns, wir werden das umgeschnitten ausstrahlen. Daraufhin hat Elon Musk sich dann erstmal ein paar Tage gar nicht mehr gemeldet und dann gesagt, Jon Stewart ist zu sehr auf seine Gewohnheiten fixiert. Er war früher überparteilicher. Die Daily Show ist eine Propagandaplattform und deswegen wird er dort nicht auftreten.

21:23 Torsten Beeck

Ja, was soll man dazu sagen? Auch ein bisschen feige, muss man tatsächlich sagen. Und das ist ja, ich meine, das haben wir ja in der Vergangenheit auch schon gesehen, dass Must so Bedingungen für Interviews stellt, sich dann wieder zurückzieht, dann die Journalisten als Woke, linke, Propagandisten irgendwie einordnet. Der hat halt einen großen Vorteil, direkt über X zu kommunizieren. Da hat er nämlich die Die Kommunikation komplett unter Kontrolle. Zeigt aber auch so ein bisschen das Dass er angreifbar ist und verwundbar ist, weil dieses Narrativ von Meinungs- bzw. Redefreiheit an der Stelle halt auch gar nicht so funktioniert. Und das ist schon ganz interessant. Und er hat halt natürlich so ein, also das ist ein Misstrauen gegenüber etablierten Medien. Aber klar, das ist natürlich alles viel einfacher, wenn man in Podcasts geht von Kumpels, wenn man das auf der eigenen Plattform die Ausspielung kontrollieren kann, wenn man Videos löschen kann, die einem irgendwie nicht passen. Insofern, ja, wundert einen nicht. Und ich finde es aber auch tatsächlich, ich hätte gedacht, dass der auch ein bisschen Also, dass er so viel mit so viel Ego rumläuft, dass er sich das auch zutraut, das durchaus mal zwei Stunden live im Fernsehen zu machen.

22:44 Gavin Karlmeier

Ja, voll. Ich finde wirklich das Erbärmlichste an dieser ganzen Geschichte, mir fällt ja kein anderes Wort ein, immer wieder dieses, das erinnert ja an diesen Cage-Fight damals mit mit Mark Zuckerberg, diese Geschichte, dass er immer wie so ein, kennst du dieses Meme von den Hunden, die an so einem Zaun stehen und sich gegenseitig anbellen. Auf der einen Seite steht eine Gruppe Hunde, auf der anderen Seite steht eine Gruppe Hunde und beide bellen sich an und sind kampfbereit und so, aber der Zaun. Und irgendwann öffnet jemand dieses Tor, dass der Zaun quasi weg ist und beide Gruppen an Hunden gehen in unterschiedliche Richtungen einfach voneinander weg, anstatt jetzt endlich kämpfen. Zu können, weil sie können. Und so ist Elon Musk für mich. Also er steht die ganze Zeit am Tor und bellt, und wenn irgendjemand mal das Tor aufmacht, dann rennt er weg Und das ist so, das ist so schwach. Also, ich finde, ich will jetzt nicht in seine Narrative fallen, aber maskuline Energie hätte ich mir anders vorgestellt, ehrlicherweise.

23:35 Torsten Beeck

Ja, und auch, aber das sieht man ja, ne? Dieses ganze Thema Redefreiheit, man sieht ja, dass da keine Redefreiheit gemeint ist, sondern da ist die Redefreiheit für die, die der gleichen Meinung sind, gemeint. Man sieht es ja an allen Stellen. Und es wird gerade, wenn man über Social Media redet, wird es immer sofort politisch. Das geht gar nicht mehr anders. Aber man sieht es ja eben auch, keine Ahnung, wenn Trump Studenten ankündigt, dass sie entweder deportiert oder exmatrikuliert werden, wenn sie an der Uni demonstrieren. Und gleichzeitig man von allen Redefreiheit einfordert, das ist halt an seiner Absurdität ja kaum zu überbieten.

24:18 Gavin Karlmeier

Ja, das kann man nicht anders sagen. Also es geht ja inzwischen sogar so weit, dass ja auch diese Redefreiheit einfach Also, das ist so ad absurdum geführt worden, dass einfach JournalistInnen nicht mehr in die in die Pressekonferenz gelassen werden, wenn sie den Golf von Mexiko noch Golf of Mexiko nennen, wie das bei AP passiert ist, ne? Also habe ich Bundespressekonferenz gesagt, du weißt nur. Die amerikanische Bundespresse Konferenz. Also, das ist ja keine Redefreiheit mehr, die dort herrscht, und das ist ja der direkte Weg in den Faschismus. Das sage ich hier jede Folge und das muss auch langsam, ich lasse das hier so durchsickern, es bleibt einfach als Kontinuität in diesem Podcast. Dass da gegen die Demokratie gekämpft wird. Naja, und genau, Elon Musk wird wohl nicht in der Daily Show auftreten. Und das Interessante ist, dass der Elon Musk, den wir vor zwei, drei, vier Jahren kannten, der hätte das wahrscheinlich noch gemacht. Was man also konstatieren muss, Elon Musk ist nicht nur radikal geworden. Elon Musk ist nicht nur antidemokratischer, menschenfeindlicher gewonnen, er hat übrigens auch gesagt, die größte Schwäche der Gesellschaft ist Empathie. Also er ist also nicht nur Er hat eigentlich nicht nur jeden Bezug zur Realität verloren, sondern Elon Musk ist doch einfach de facto uncooler geworden. Ich glaube, das können wir jetzt so festhalten damit.

25:27 Torsten Beeck

Ja, und cooler, ich weiß nicht, war der cool? Ja, aber schon immer noch weniger cool. Schnee war der ja schon immer und cool, fand ich den ja tatsächlich noch nie. Aber ich glaube tatsächlich Die sehen halt einfach, dass das funktioniert. Dass es halt auch egal ist. Man muss nicht mit Journalisten, die negativ über einen Berichten reden. Das funktioniert. Man kann die einfach rausschmeißen. Dann lädt man sich ein paar rechte Blogger ein Und irgendwie komische Grenzmedien. Und es funktioniert. Man kann einfach so weitermachen. Und das ist extrem beunruhigend.

26:02 Gavin Karlmeier

Ja, und man dreht aber das Spielchen immer um und zeigt mit dem Finger auf andere, wie das die Regierung jetzt gerade macht. Und zwar beim Mobile World Congress in Barcelona zum Beispiel, da ist Brandon Carr aufgetreten. Brandon Carr, das ist der, den Donald Trump als Chef der Telekommunikationsaufsichtsbehörde in den USA, der FCC, installiert hat. Und er redet davon, dass der Digital Services Act, dieses Gesetzespaket der Europäischen Union, das eigentlich nur fordert, Durchsetzen von geltendem Recht auch auf Tech-Plattformen, wenn man das so ganz knapp verkürzen möchte. Dass dieser Digital Services Act eine Einschränkung der Meinungsfreiheit sei, dass die komplette US-Regierung die Redefreiheit in Gefahr sehe, darunter eben auch das, was bei X Passiert und bislang muss man dazu sagen, hat die EU noch nicht ein einziges Mal dieses Schwert wirklich gezogen. Es gibt noch keine Strafen, die auf Grundlage des DSA erhoben wurden. Aber hier wird einfach die ganze Zeit davon gesprochen, dass die freie Rede in Europa eingeschränkt. wird, weil man Menschen nicht beleidigen darf. So, ganz kurz gesagt, was nach dem amerikanischen Kulturverständnis so sein könnte, nach unserem europäischen Kulturverständnis aber eben nicht. Und dann ist es eben Es ist keine Rede mehr davon, wie Elon Musk mal vor zwei Jahren gesagt hat, er ist gesetzestreu und hält sich überall ein geltendes Recht. Davon kann hier keine Rede mehr sein. Gleichzeitig, wie du schon sagst, kümmert sich aber Donald Trump darum, dass die Pressefreiheit in seinem Land de facto eingeschränkt wird, dass die Wissenschaftsfreiheit eingeschränkt wird, die Meinungsfreiheit de facto eingeschränkt wird. Also, dass alle diese Dinge, die er eigentlich die ganze Zeit mit dem Finger zeigend auf andere woanders kritisiert, dass er es im eigenen Land eigentlich ziemlich genau nimmt, damit diese einzuschränken.

27:42 Torsten Beeck

Ja, wir haben da ja so ein bisschen mit gerechnet. Wir haben glaube ich schon mal drüber gesprochen. Es ist auch, glaube ich, immer wieder ein Haken dran-Thema, dass die Das ganze Thema EU-Regulierung irgendwann auch vielleicht mal ein Thema wird und das geht jetzt ehrlich gesagt schneller, als man es vielleicht erwartet hätte. Das auch irgendwie an den Verhandlungstisch kommt und gegen das man vielleicht Dinge eintauscht, beziehungsweise wo man Druck aufbaut über Zölle oder über irgendwelche Regulierungen in die andere Richtung sozusagen, weil man glaubt, dass die US-Tech-Firmen In irgendeiner Weise, ja, dass es ein Angriff auf die Redefreiheit ist. Du hast es gerade eben schon gesagt, es ist schon auch ein kulturelles Thema. Also dieses Redefreiheit ist halt was anderes als Meinungsfreiheit und wir sind das in Europa durchaus gewohnt, dass die Meinungsfreiheit eingeschränkt wird durch Gesetze, also dass man zum Beispiel nicht einfach irgendwie faktisch etwas Falsches behaupten darf und damit rechnen muss. Dass man dafür dann irgendwie auch entweder verfolgt, rechtlich verfolgt wird, abgemahnt wird, etc. Oder dass man Leute nicht einfach beleidigen darf, weil es eben auch dann Schutz in den Schutzraum der Beleidigten ist. Person kommt, das sind wir kulturell gewohnt, das ist in den USA tatsächlich ein bisschen anders. Aber das ist natürlich auch, also die Interessen dahinter, die die bei den Plattformen liegen, sind ja vor allen Dingen finanzielle Interessen. Weil die Regulierung kostet Geld, Moderatoren einstellen kostet Geld, Software zu entwickeln, die Dinge wie Hate Speech highlighted, ausblendet, in der Reichweite reduziert. Das kostet Geld. Emotionen funktionieren auf den Plattformen wahnsinnig gut, man verdient mit Emotionen Geld. In dem Moment, wo man Dinge in der Sichtbarkeit reduziert, kostet das die Unternehmen Geld. Und dagegen arbeitet man und das wird auch einer der Gründe sein, warum Mast sich sehr dafür interessiert, da nah dran zu sein an der Regulierung. Aber ich halte das für so zu kurz gedacht.

29:48 Gavin Karlmeier

Weil stell dir mal vor. Einfach nur mal jetzt die, das ist ja völlig, also es ist ja gar keine Dystropie, das auszusprechen. Beleidigungen in Social Media gehen völlig problemlos durch, es gibt keinerlei Einschränkungen mehr, es gibt keinerlei Moderation mehr. Innerhalb kürzester Zeit würden doch viele, viele Menschen sagen, Instagram beispielsweise ist kein Ort mehr, auf dem ich mich aufhalten möchte und würden die Plattformen nicht mehr benutzen. Das heißt, am Ende würde das doch wahrscheinlich mehr Geld kosten, als es einsparen würde.

30:18 Torsten Beeck

Diese Rechnung kann ich nicht ganz nachvollziehen, weiß ich nicht, ob das tatsächlich so ist, aber ja, ich glaube, das ist ein, man sieht es ja an X, zumindest in der Nutzung in Europa. Und soweit ich das irgendwie sehen kann, haben einfach wahnsinnig viele Menschen die Plattform verlassen und die Plattform ist einfach nichts mehr wert eigentlich. Und man sieht es auch so ein bisschen an der Bewegung, dass inzwischen offizielle Regierungsaccounts Politiker dann doch auf andere Plattformen ausweichen, weil sie auf Ex nicht nicht mehr Ja, weil sich einfach keine gute Kommunikationsumgebung mehr finden, im Zweifelsfall auch nicht mehr die Leute, die ihre Botschaften empfangen. Und ja, ich halte das auch für kurzsichtig. Also ein Ein Umfeld, in dem ich mich als Nutzer sicher fühle, ich Spaß habe, ich mich, mich, also das ist ja im Grunde genommen das, was so ein bisschen auch Auch durchaus ja unsere Kritik war an Instagram, dass die gesagt haben, wir machen hier eigentlich nur noch wohlfühl Content und politische Inhalte werden hier nicht mehr angezeigt. Das zielt ja genau darauf ab, dass die Leute sich da wohlfühlen, dass es Spaß macht, dass ich nicht von der, dass ich die Plattform eine halbe Stunde benutze, durch irgendwelche Videos durchskippe. weiß ich nicht, 500 Reels geguckt habe und nicht das Gefühl habe, ja, das war jetzt irgendwie anstrengend, sondern das war so alles irgendwie gemütlich. Das ist ja genau der Gedanke, der dahinter steht und das verstehen die Plattformen ja auch. Ähm, ich weiß nicht, also auch man kennt das ja wirklich, niemand hat doch Lust in einer Diskussion, die aggressiv wird oder die wo Menschen irgendwie gezogen, wo viele Menschen auf einen eindreschen, diese eine Person, die wird irgendwann sagen, nee, also ganz ehrlich, da habe ich keinen Bock mehr drauf. Und das wird dazu führen, dass Leute die Plattform verlassen. Ich verstehe es strategisch tatsächlich auch nicht so ganz, weil die Plattformen durchaus ja, also zumindest die Meta-Plattformen zum Beispiel, die haben ja durchaus verstanden. Dass Wohlfühl-Content für Sie als Plattform besser ist als zum Beispiel politischer Content.

32:22 Gavin Karlmeier

Ja, eigentlich ja. Aber wenn der Chef jetzt sagt, wir sind jetzt auch politisch, dann nicht mehr.

32:27 Torsten Beeck

Ja, wir gucken mal. Also ehrlich gesagt, das Verrückte ist ja, wenn man nur auf die puren Zahlen guckt, dann funktioniert das wahrscheinlich sogar ja gerade. weil die Aufmerksamkeit bei X durchaus groß ist. Und weil da eben auch er als Person gerade so, ich sag mal. So als First Lady der USA halt einfach einen offiziellen Kanal hat und die Leute wollen schon wissen, was da gerade passiert.

32:55 Gavin Karlmeier

Ja, und das führt auch dazu, dass es jetzt, es gibt eine Recherche von Business Insider, die haben mit 13 Insidern der Werbebranche gesprochen, die nicht namentlich genau. sind und mehrere oder fast alle von denen sagten, dass sie gerade zwar unbehagen über den aktuellen Stand der Dinge empfinden. aber gleichzeitig ihren Kunden raten, Werbung auf Ex zu schalten, um sich damit in politisch und rechtlich sichere Position zu bringen. Also sie nennen das die Elon-Tex, das ist auch der Name der Recherche von Business Insider, also die Elon-Steuer. Die man jetzt gerade zahlt, damit man sich sozusagen aus der aus der Zielzone, wie sagt man, aus der Schusszone nimmt, indem man einfach sagt: Ich schalte jetzt hier irgendwie für ein paar Millionen ein bisschen Werbung im Jahr auf Ex, dann lassen die mich in Ruhe.

33:42 Torsten Beeck

Ja, das ist ja durchaus auch die Strategie, die die großen Tech-Unternehmen in den USA gefahren haben, schon bevor Trump überhaupt im Amt war. Wir haben über die Spenden von Bezos und Zuckerberg und so gesprochen. Ich finde, das ist natürlich ein alarmierendes Signal. Das ist im Grunde genommen ja so ein, das ist ja so ein Erpresserkapitalismus. Wenn du nicht bei mir Geld ausgibst, dann gucken wir mal, ob wir uns nicht mal Vielleicht Börsen, eine Börsenprüfung oder irgendwie mal ein paar Leute aus der Regierung bzw. aus der Administration losschicken, die mal gucken, was bei euch so läuft, oder ihr kriegt keine Aufträge mehr. die öffentlich gefördert sind und all diese Dinge. Und wenn man tatsächlich auf einer privaten Plattform aktiv als werbetreibender sein muss, um nicht zu befürchten, öffentlich attackiert oder benachteiligt zu werden. Das ist schon einigermaßen irre. Wobei man sagen muss, nach allem, was ich so an Zahlen sehe, bleibt X wirtschaftlich eher angeschlagen. Also dieses widerwillige Zurückkehren auf so ein Mindestmaß. Ist ja eher ein Indiz dafür, dass das langfristig unsicher ist und auch nicht wirklich erfolgreich funktioniert Aber am Ende ist es eine absolut gefährliche Entwicklung für Medienfreiheit, aber auch ehrlich gesagt für die Marken. Das ist ja wiederum dann, das spielt sich ja auch zurück. Weil gerade in dieser, also ich weiß nicht, wie das, ich glaube in den USA ist das nochmal stärker im Fokus und da ist diese Spaltung halt auch nochmal sicher. Aber was ja natürlich auch passieren kann, ist, wenn ich da als Marke auf der Plattform aktiv bin, dass Leute sagen, also wer da auf dieser Plattform wirbt. Der ist für mich als Marke tot. . Da muss man auch mal gucken, wie sich das denn, das ist auch ein komisches Spielchen, das da getrieben wird. Absolut, das kann man nicht anders sagen.

35:38 Gavin Karlmeier

Ja. Extra übrigens gleichzeitig, um so mal die Brand Safety vielleicht irgendwie so ein bisschen auch noch in das Thema reinzubringen. einen Global Transparency Report veröffentlicht. Also wie haben Sie im zweiten, zweiten Halbjahr 2024 sind Sie mit Meldungen von Inhalten umgegangen?

35:55 Torsten Beeck

Beziehungsweise wie viele Report.

35:58 Gavin Karlmeier

Wahrscheinlich. Herr Transparency Report, wir haben einfach alle Meldungen ignoriert Genau, keine Meldungen, wir haben nichts bekommen. Tatsächlich, Sie melden, dass insgesamt 20% weniger Verstöße bei, oder rund 20% weniger Verstöße auf der Plattform gemeldet wurden als im ersten Halbjahr, also 181 Millionen im Vergleich zu 224 Millionen. Das spricht jetzt nicht zwangsläufig dafür, dass weniger dieser Inhalte dort sind, sondern einfach nur, dass weniger gemeldet wird, was vielleicht dafür spricht, dass weniger Leute auf dieser Plattform sind, die noch an die Funktion des Meldens glauben, ehrlicherweise. Ähm, die absolute Zahl der Inhalte, die ähm, wegen Abuse und Harassment, also Belästigung, äh, gemeldet wurden, sind in absoluten Zahlen runtergegangen, in prozentualen Zahlen allerdings gestiegen. Also der Anteil ist Größer geworden, welche dieser Inhalte eben auf Belästigung gehen. Insgesamt sind es aber weniger, weil es eben auch insgesamt weniger Meldungen sind. Die Meldungen für Child Sexual Exploitation ist Doll gestiegen von 8 Millionen auf 11 Millionen, das ist ein Anstieg um fast 50 Prozent. Hateful Conduct, also hassvoller, äh, also hassvoller Umgang auf der Plattform, ist leicht gesunken im Anteil, aber auch gestiegen. Also man kann eigentlich insgesamt sagen, die Es gibt deutlich weniger Meldungen und innerhalb dieser Meldungen hat es sich so umverlagert, dass es mehr um Hass geht, mehr um Belästigung und dafür aber weniger um falsche Accountssperrungen, um ähm. um Gewaltinhalte, die auf der Plattform stattfinden. Wie gesagt, das sagt nicht aus, was wurde entfernt, was ist gerechtfertigt gemeldet worden, sondern es ist die Anzahl der Meldungen.

37:42 Torsten Beeck

Ja, ja, also letztendlich die Anzahl der Meldungen ist natürlich hat keine wirklich gute Aussagekraft, weil du natürlich auch theoretisch da tausendfache Meldungen drauf haben kannst. Zum einen. Also es sagt am Ende nicht aus, wie viele Content Pieces tatsächlich irgendwie gemeldet worden sind und vor allen Dingen, was ist dann mit denen passiert.

38:02 Gavin Karlmeier

Da gibt es eine Zahl zu. Und zwar wurden im zweiten Halbjahr ungefähr vier Millionen Accounts gesperrt. Im ersten Halbjahr ungefähr fünf Millionen, das sind 20 Prozent weniger. Und zehnkommden Postings wurden entfernt oder gelabelt im ersten Halbjahr und 10,1 Millionen im zweiten Halbjahr. Das heißt Die Meldungen sind weniger, aber die Postlöschungen sind nur leicht zurückgegangen.

38:25 Torsten Beeck

Ja, ja. Also ich Ich habe immer noch da einen Account, wenn man so als Journalist da irgendwie trotzdem noch irgendwie Zugang zu der Plattform braucht. Und ich gucke da jedes Mal drauf und kann da immer nur mit dem Kopf schütteln, was da abgeht. Und das ist ja nur die absolute Spitze des Eisbergs, die man da sieht. Ich finde, diese Zahlen sind, weil sie auch selbst Auskunft sind und weil sie auch im Grunde genommen ja nicht so richtig sagen, was wird da eigentlich gerade wird, also wie gehen die da eigentlich vor. Und gegen was gehen die da eigentlich wirklich konkret vor? Weil so Hateful Conduct, das kann ja auch alles sein. Insofern, so die Aussagekraft hält sich für mich extremen Grenzen, insbesondere dann, wenn man nicht so genau weiß. was die Nutzeraktivitäten und die Zahlen angeht. Also Musk erzählt ja immer, dass die bewegt sich aber ex quasi von Erfolg zu Erfolg, wenn man dem glauben darf. Ja, also ich glaube schon. Also ich höre das immer wieder, dass noch nie so viele Nutzer bei X waren. Das kann halt sogar tatsächlich sein. Also die Aufmerksamkeit auf der Plattform ist halt schon einfach groß.

39:32 Gavin Karlmeier

Das kann man nicht anders sagen. Naja, wenn du ein brennendes Karussell vor der Tür hättest, wird sie jetzt auch eher angucken, als wenn es ein nicht brennendes Karussell wäre.

39:39 Torsten Beeck

Ja, das mache ich ja. Also die Tatsache, dass er da einer der einflussreichsten Menschen, also nicht nur der reichste, sondern inzwischen auch einer der einflussreichsten Menschen der Welt ist. Führt schon dazu, dass die Leute mal gucken wollen, was er da wohl so treibt.

39:53 Gavin Karlmeier

Ja, und tatsächlich ist es aber auch so, dass ich jetzt häufiger von Leuten gehört habe, dass sie Ex auch geöffnet haben. Und dort Inhalte gesehen haben, die bei ihnen so verstörende Reaktionen ausgelöst haben, dass sie diese Plattform seitdem nie wieder geöffnet haben. Also Gewaltdarstellungen, ich will da gar nicht ins Detail gehen, was mir da erzählt wurde, aber es ist wirklich grauenerregend. Und das wenn das die Meinungsfreiheit ist, dann will ich sie nicht.

40:17 Torsten Beeck

Nee, das ist auch, es ist auch, das kann man auch wirklich, ohne groß zu recherchieren, kann man halt einfach sehr schnell kommt an Punkte, wo man sagt Das hat mit einer gesunden Social-Media-Plattform und einem Austausch von einzelnen Menschen nicht mehr viel zu tun. Und also alleine die Tatsache, dass wenn du irgendwie blockst, siehst du den Quatsch trotzdem. Das ist ja schon irgendwie, das macht er ja schon wahnsinnig.

40:43 Gavin Karlmeier

Vielleicht sollten wir das auch irgendwie einführen.

40:46 Torsten Beeck

Zwangshaken dran. Du musst morgens immer eine halbe Stunde Haken dran nehmen.

40:50 Gavin Karlmeier

Vielleicht können wir so große Lautsprecher überall in der Stadt aufstellen, dieser Podcast ausgestalten. Wir arbeiten daran. Danke. Apropos Elon Musk wird immer erfolgreicher. Er hatte ja gerichtlich versucht, OpenAI dazu zu zwingen, gemeinnützig zu bleiben. Ich weiß nicht, ob du dich daran erinnerst. Die Struktur von OpenAI ist ja relativ kompliziert, denn sie haben einen gemeinnützigen Teil und wollen gleichzeitig einen profitorientierten Teil gründen. Und dieses Konstrukt hat Elon Musk jetzt versucht, als nicht rechtens vor Gericht zu verhindern, das hat nicht geklappt. zuständige Richterin in Kalifornien hat diesen Antrag abgewiesen, denn es gibt keine ausreichenden Gründe, um einen Eilantrag zu rechtfertigen, muss man dazu sagen. Also es ist jetzt hier noch keine Entgültige Entscheidung, aber es gibt eben keinen Grund, das in einem Eilverfahren zu entscheiden.

41:41 Torsten Beeck

Ja, die Argumentation ist ja auch irgendwie merkwürdig. Also Musk argumentiert ja So dass er sagt, OpenAI sei eigentlich gar nicht gemeinnützig genug. Gleichzeitig hat er ja knapp hundert Milliarden für das Unternehmen geboten. Also es ist ja irgendwie einigermaßen klar, dass es da weniger um Ethik als um Kontrolle und Marktbeherrschung geht. Insofern, das ist alles schon, das ist schon alles sehr, sehr schräg.

42:13 Gavin Karlmeier

Aber es geht hier, glaube ich, auch einfach ums Trollen, um OpenAI-Nerven, verhindern, dass sie ihre Pläne in ein Profitunnehmen überführt zu werden. werden nicht so schnell vorantreiben können, wie sie es vorhatten.

42:27 Torsten Beeck

Genau, weil sie sich vor Gericht irgendwie finden und weil der Preis damit auch nach oben getrieben wurde. Ich glaube, die haben selber gesagt, das Unternehmen ist mit 45 Milliarden oder so bewertet. Aber wenn natürlich jemand kommt und das Doppelte bietet, dann ist ja offensichtlich, dass das Unternehmen irgendwie Mehrwert ist, vollkommen egal, ob das ein realistisches Gebot für dieses Unternehmen ist. Das ist schon auch eine ganz clevere Taktik.

42:54 Gavin Karlmeier

Aber es halt geht nur ums Nerven. Elon Musk hatte ja damals auch, als er XAI gestartet hat. Ich weiß nicht, ob du dich daran erinnerst, hatte er gesagt, hat er so eine Petition unterschrieben, in der er gefordert hat, dass alle KI-Entwicklungen weltweit für einige Monate ausgesetzt werden müsste, weil die Gefahr zu groß ist. hat aber gleichzeitig im Hintergrund mit seinem Unternehmen weiterentwickelt, wollte irgendwie einfach nur den Vorsprung verringern.

43:18 Torsten Beeck

Ja, das war tatsächlich auch so eine Nummer, die war ja irgendwie ziemlich. Durchsichtig, aber da kam auf einmal so der um die Welt besorgte Mask raus, der halt sagte: Ja, das sei jetzt alles irgendwie überhaupt nicht reguliert und äh . AI würde sich jetzt irgendwie völlig völlig unreguliert entwickeln und wahrscheinlich auch die Menschheit demnächst vernichten. Also ich hatte, ich bin ehrlich gesagt mal kurz 30 Sekunden drauf reingefallen, weil ich dachte, okay, also das, der ist da ja relativ nah auch mit seinen Unternehmen dran. Aber es ist natürlich schon auch ziemlich dreist, irgendwie zu dafür zu lobbyieren, dass man irgendwie die Entwicklung aussetzt und hintenrum versucht, den Rückstand aufzuholen.

44:03 Gavin Karlmeier

Genau. Ja, es ist abstrus. Facebook, kommen wir zu Meta, ne? Oder hast du noch Gedanken zu Musk?

44:10 Torsten Beeck

Nee, zu dem habe ich keine Gedanken mehr. Jeden Morgen öffne ich das Internet und dann habe ich Gedanken zu Musk.

44:16 Gavin Karlmeier

Gut, dann wollen wir das jetzt dabei belassen, zumindest für diese Woche. Meta hat angekündigt, das Facebook-Content Monetization System zu überarbeiten. Dabei wollen Sie stärker auf Interaktionszahlen schauen, um daraus eine Auszahlung an NutzerInnen zu rechtfertigen und abzuleiten. Das kennen wir alles schon, weil bei X war das auch ganz lange das Thema. Jetzt ist aber das Interessante bei Meta, dass sie ja die kompletten Fakten Faktenchecks, die KI-Überprüfenden, Content-Moderationssysteme, eigentlich alles abgeschafft haben. Die Community-Nodes, die geplant sind, dass sie eingeführt werden sollen. sind halt noch nicht fertig. Gleichzeitig wollen sie eben diese Interaktion zur wichtigsten Metrik zur Auszahlung von oder zur Bezahlung von CreatorInnen machen. Was unterm Strich bedeutet, dass jetzt an mehreren Orten der Welt besorgt darauf geschaut wird, dass Meta hier Menschen dafür bezahlen könnte, Desinformationen, Falschmeldungen, Hass zu verbreiten, um damit am Ende Geld zu verdienen.

45:20 Torsten Beeck

Ist ein riskantes, interessantes Experiment. Zum einen das einzustellen, bevor man ein neues System überhaupt am Start hat, ohne zu wissen, dass das neue System überhaupt funktioniert. Ja, und das kann natürlich dazu führen, also wir wissen ja, dass emotionaler Content mehr Reichweite, mehr Sichtbarkeit, mehr Interaktion bekommt. Und das wird auch dazu führen, dass halt Falschmeldungen, Clickbait, Dinge, die man eigentlich auf der Plattform auch aus meiner Sicht auch als Plattformanbieter gar nicht haben möchte, nicht nur Sichtbarkeit bekommen, sondern am Ende sogar dafür bezahlt wird.

45:58 Gavin Karlmeier

Ja, und dann sind wir in derselben Diskussion, bei der wir bei X vor anderthalb Jahren waren oder so. Aber vielleicht denkt sich, das Team bei Meta, wenn es bei X funktioniert hat, zu seiner politischen Plattform zu werden, um das zu beschleunigen. Why not? Das ist unser Lust.

46:15 Torsten Beeck

Ich kann es tatsächlich, mir fehlt da noch so ein bisschen der Anknüpfungspunkt, wie man das strategisch wollen kann. Also, vielleicht ist es tatsächlich gerade bei Facebook so die der Gedanke. Beim Facebook geht es irgendwie Zumindest nicht mehr aufwärts oder möglicherweise sogar abwärts, was so Reichweiten und vor allen Dingen Zeit auf der Plattform und Interaktion angeht. Und man tut jetzt einfach alles, was einem so einfällt, um die Interaktionen und die Reichweiten zu steigern Strategisch leuchtet Mörden ist im Grunde genommen genau das, eine Plattform, auf der ich mich nie wohlfühle, eine Plattform, auf der ich irgendwie nur irgendwelchen Schrott sehe. Irgendwann bin ich da halt weg. Und ich glaube, da sind sie auf dem besten Weg dazu. Ich bin sehr gespannt.

47:06 Gavin Karlmeier

Würdest du biometrische Daten an Meta schicken? Einfach so?

47:11 Torsten Beeck

Ach, ich würde ehrlich gesagt sowieso biometrische Daten nicht so an wahnsinnig viele Leute schicken. Also ich glaube, es gibt zwei Punkte, wovon mir biometrische Daten verwendet werden. Das ist mein Reisepass. Und das ist die Face-ID, von der ich weiß, dass die Daten nur lokal als Hash in meinem Handy liegen. Ansonsten würde ich biometrische Daten erstmal niemandem geben wollen.

47:34 Gavin Karlmeier

Velmeta hatte im Oktober letztes Jahr, haben wir hier drüber gesprochen schon, angekündigt, dass sie ein, dass sie zwei neue Tools entwickelt haben. Das eine, dass du dich als prominente Person mit einem Video-Selfie autorisieren kannst, um mit dieser Grundlage dann verirreführende Werbungen, die mit deinem Gesicht gemacht wird, zu melden und entfernen zu lassen. Und zum anderen die Möglichkeit, dass wenn dein Konto gesperrt wurde oder dein Passwort falsch ist, dass du dich als dich selber biometrisch ausweisen kannst, wenn du das schon mal hinterlegt hast. Dafür müssen Sie natürlich diese biometrischen Daten haben. Sie sagen selber, dass diese Daten für nichts weiteres verwendet werden, die Gesichtsdaten sofort gelöscht werden, die nur für einen einmaligen Vergleich generiert werden. Wurden, unabhängig davon, ob das System eine Übereinstimmung findet oder nicht. Sie werden für keinen anderen Zweck verwendet. Jedenfalls, diese Features kommen jetzt Auch nach Großbritannien und Europa. Schneller als Meta AI, muss man dazu sagen, kommt diese Features hin.

48:33 Torsten Beeck

Ja, also das Problem Ist da, also gerade, dass irgendwie Werbung ausgespielt wird, mit Sie werden nicht glauben, welches Anlageprodukt Günther ja auch empfiehlt. Genau. Das ist ein Riesenproblem und ist auch. Ehrlich gesagt, für die Leute, die davon als Prominente betroffen sind, mehr als ärgerlich. Und führt ja in aller Regel irgendwie zumindest in betrügerisch auf betrügerische Seiten. Insofern ist die, dass die das Problem angehen, ist, glaube ich, gut und richtig. Am Ende verstehe ich auch die Lösung. Trotzdem bleibt natürlich die Frage, wie sehr vertraue ich diesen Plattformen. Ich habe durchaus Meta eine ganze Menge an Dingen anvertraut in meinem Leben, an Informationen, an Daten. Und ich fand tatsächlich die Möglichkeiten, individuell zu steuern, wer sieht was und welche Daten sind für wen irgendwie verfügbar, eigentlich immer ganz gut. In diesem Kontext, was gerade in den USA passiert und dass man nicht mehr so richtig sicher sein kann, wer überhaupt irgendwie auf diese Daten dann auch zukünftig möglicherweise Zugriff hat. werde ich ehrlich gesagt immer empfindlicher und mache mir persönlich und wir machen uns als Redaktion auch immer mehr Gedanken Kann man eigentlich noch US-Cloud-Dienste guten Gewissens nutzen? Oder muss man sich eigentlich sich überlegen, ob es Alternativen gibt? Und also ne, ich mache hier ja normalerweise keine Werbung für unser Magazin, aber tatsächlich in der Ausgabe 8 beschäftigen wir uns da ein bisschen intensiver mit. Das ist wirklich ein Thema geworden. Und ich glaube, ich war da eher in der Vergangenheit eher, so dass ich gesagt habe: Ich weiß schon, dass US-Geheimdienste auf Daten zugreifen können, also spätestens seit Snowden ist uns das irgendwie klar geworden. Aber ich habe den US-Konzern grundsätzlich vertraut und ich habe auch darauf vertraut, dass es ein demokratischer Staat ist mit den bekannten Checks and Balances und Gesetzen, die Dinge einschränken, da kann man sich einfach nicht mehr so sicher sein. Das ist so, ja.

50:51 Gavin Karlmeier

Ich habe auch tatsächlich inzwischen große Teile von Daten, die ich sonst in Clouds hatte, mittlerweile längst alles auf privaten Servern und Festplatten, damit man eben sich damit, weil ich dieses Vertrauen eben auch verloren habe, dass ich vielleicht auch fälschlicherweise, keine Ahnung, lange genug hatte.

51:10 Torsten Beeck

Naja, also es geht da ja wirklich auch um Daten, die die persönlichsten Fairen irgendwie treffen. Also mal abgesehen von allen Fotos, die ich irgendwie in meinem Leben digital gemacht habe. Aber auch Kommunikation, privaten Briefen, allem das, was man in der Vergangenheit einfach relativ Gedacht hat, naja gut, die bei Google, die werden schon auf meine E-Mails aufpassen und wenn ich irgendwie zwei Faktor-Authentifizierung habe, dann ist mein Account verhältnismäßig sicher. dass man da immer mehr dahin kommt, darüber nachzudenken, ob das denn tatsächlich so ist. Und wenn in ich weiß gar nicht, wer sagte das, irgendjemand prägte den Begriff ruchlos. Wenn eine Regierung einfach, wenn da alles egal ist, wenn da die Ruchlosigkeit Einzug hält, dann sind diese Daten eben auch tatsächlich auf US-Servern nicht mehr sicher.

52:06 Gavin Karlmeier

Und da bringt dir auch die beste Zwei-Faktor-Authentifizierung nichts, wenn es von hinten einen Weg gibt an diese Daten als die Frage.

52:11 Torsten Beeck

Genau, genau, das meine ich. Also deshalb, ich hab in der Vergangenheit immer gedacht, naja. Ich möchte nicht so gern, dass meine Daten in China sind. Da gibt es so Plattformen, die würde ich einfach nicht sein wollen. Aber in den USA Da steht halt ein demokratisches freiheitliches Rechtssystem hinter, das auch gewisse Grenzen schafft, was Daten angeht. Und ich habe immer gleichzeitig auch gedacht, es ist eine gute Idee der EU, da Druck zu machen, Datenschutz und Privatsphäre. zu regulieren und auch ein bisschen Druck auszuüben auf die US-Unternehmen. Aber inzwischen hat das mit den US-Unternehmen ja nichts mehr zu tun, sondern das hat ja einfach mit der US-Regierung zu tun. Und da wird es halt hackelig.

52:58 Gavin Karlmeier

Hakelig dran. Um dazu noch eine Sache zu sagen, zu dieser Gesichtserkennungssoftware von Facebook, die hat auch in Europa eine ziemlich lange Geschichte. Wir erinnern uns daran, dass es hierzulande auch mehrere Rechtsstreits zwischen Meta und Unternehmen und DatenschützerInnen gab, weil Facebook zehn Jahre lang ein Feature hatte, das du hier in Deutschland zum Beispiel gar nicht benutzen konntest, mit dem du, also angenommen wir sind auf einer Party Und ich mache ein Foto von der Gruppe. Ich kenne drei Leute auf diesem Foto gar nicht. Denen wird aber dieses Foto angezeigt mit der Möglichkeit, sich selber darin zu markieren. Diese Gesichtserkennungssoftware hatte Facebook 2021 abgeschaltet, als wir alle dachten. Oh, Umdenken bei Meta, man wird vorsichtig. Und dieses Umdenken, das da eingetreten war, das ist ja inzwischen völlig hinfällig.

53:45 Torsten Beeck

Ja, ich finde das ja auch Also rein technisch finde ich das ja ziemlich cool. Und ehrlich gesagt auch in Bezug auf die Metaglasses. Ja, eigentlich etwas, wo man so, wenn man so ein bisschen weiter denkt, ich kann irgendwie Kontext zu jemandem bekommen, den ich erkenne oder ich weiß, den habe ich schon mal gesehen, ich weiß aber gerade den Namen nicht. Es wäre für mich, ehrlich gesagt, ein unglaublich gutes Tool. Weil ich einfach nicht gut mit Namen bin. Aber das wird vermutlich in der jetzigen Situation hier in Europa niemals eingeführt werden.

54:20 Gavin Karlmeier

Ja, weil die Frage ist ja auch, also klar, Informationen, die ich über diese Person gespeichert habe, finde ich sinnvoll. Aber Informationen, die im Internet über eine Person auffindbar sind, sollte ja nicht direkt in Kontext hergestellt werden können, wenn du sie nur siehst.

54:34 Torsten Beeck

Nein, ich will auch nicht sag ja nur, ich finde das technisch spannend, ich möchte das auch nicht haben. Aber natürlich ist das relativ einfach mit einem Foto von dir, das ich jetzt mache, mit einer Fotosuche zu identifizieren, wer du bist, weil du digital relativ sichtbar bist, und dann auch mir von, weiß ich nicht, ChatGPT auch nochmal kurz eine Zusammenfassung geben zu lassen. was du wohl für so ein Mensch bist. Ich finde das technisch extrem spannend. Ich möchte das definitiv nicht in der freien Wildbahn sehen.

55:07 Gavin Karlmeier

Nee, absolut nicht. Ich möchte eine Folge empfehlen, eine ältere. Ich habe gerade versucht rauszufinden, welche das ist, weil es gibt ja ein paar Haken dran Folgen. Ähm, das ist die Folge vom 12. August mit Max Beckedahl. Der hat da nämlich ganz, ganz tolle Gedanken damals dazu gehabt, weil der gesagt hat, in dem Moment, wo du auf dem Konzert bist und ein Foto einfach nur ein Selfie machst und es sind Leute auf diesem Foto zu sehen, bringst du möglicherweise Menschen auch in Gefahr, die hinter dir zu sehen sind, aber nicht auf irgendwelchen Cloud-Servern identifizierbar sein sollten, weil sie vielleicht gar nicht auf diesem Konzert sein sollten. Also diese Gedanken, die vergessen wir, glaube ich, sehr schnell, wenn wir zum Beispiel über Cloud-Speicherungen von Fotos reden.

55:46 Torsten Beeck

Naja Wir denken halt aus einer freiheitlichen Demokratie, in der irgendwie Gesetze gelten, in der man sich frei bewegen kann. Das ist ja etwas, was auch schon in jeder Diskussion, auch in der Vergangenheit immer schon war, was man halt eben nicht vergessen darf, was bedeutet, also für uns bedeutet Anonymität oder Pseudonymität einfach was ganz anderes als für Menschen in Regimen, die ihre eigenen Bürger überwachen, unterdrücken. für für Dissidenten in in China, in Saudi-Arabien, in Indonesien. ist, ist halt so etwas wie Anonymität im Internet oder zumindest die Chance, auch nicht sofort identifizierbar zu sein, etwas ganz anderes Als für jemanden, der in Deutschland politisch aktiv war. Die Frage ist halt, was passiert mit Menschen, die in den USA politisch aktiv sind? Und wird das für diese Aktivität für die irgendwann tatsächlich zu einem echten Risiko?

56:51 Gavin Karlmeier

Ja, und das können wir gerade nicht beantworten, denn Donald Trump ist, man vergisst es schnell, erst seit sechs Wochen im Amt. Alle diese Dinge, über die wir hier sprechen, die sind innerhalb von sechs Wochen passiert.

57:02 Torsten Beeck

Von vier Wahnsinn. Ja, es ist wirklich Wahnsinn. Aber es ist, also momentan ist das ja, ist es ja nicht so, dass es nicht Menschen gibt, die auch sich trauen, den Mund aufzumachen. Jon Stewart zum Beispiel. Witzigerweise sind ja tatsächlich die Late-Night-Shows extrem politisch geworden.

57:18 Gavin Karlmeier

Kimmel ist Wahnsinn, kann ich selbst sein.

57:20 Torsten Beeck

Und extrem gut auch, tatsächlich. Aber wer weiß es? Wer weiß, ob in vier Jahren, wie das in vier Jahren aussieht, ich hoffe, dass die Zivilgesellschaft und auch die demokratische Mitte in den USA stark genug ist.

57:38 Gavin Karlmeier

Ja, alle wohl. Es gibt mal wieder, ich habe inzwischen das Gefühl, das verkünden wir ja alle zwei Wochen, aber es gibt mal wieder einen offenen Brief, der unterschrieben werden kann. Wir hatten ja damals über Free Our Feeds gesprochen, über Safe Social, das ich auch damals mitunterschrieben habe als Erstzeichner. Jetzt gibt es einen offenen Brief, der vor allem von Unternehmen und Einrichtungen aufgesetzt wurde. Darunter gehören und sind NGOs und Vereine wie D64, Zentrum für Digitalen Fortschritt, der Chaos Computer Club, Compact Die digitale Gesellschaft, Europe Calling, German Watch und Algorithm Watch haben diesen Brief aufgesetzt, aber es gehören eben auch Institute der evangelischen Kirche dazu. Hate Aid, Greenpeace Die Wikimedia, also alles mögliche, alle möglichen Unternehmen, die eigentlich sich für eine offene, freere und nach ich hätte eigentlich gedacht nach dem Verständnis von allen Menschen, aber ich sag mal aus unserem Verständnis heraus gedacht, für eine bessere Welt einsetzen. Die haben einen offenen Brief an die EntscheiderInnen in Deutschland gerichtet, in denen es um wirksame Kontrolle gegenüber digitalen Plattformen geht. Ganz konkret geht es dabei, dass die Verhandlungsführenden von CDU, CSU und SPD, die gerade die Sondierungsgespräche und möglicherweise auch den Koalitionsvertrag aushandeln, die Kontrolle von Onlineplattformen und eine gemeinwohlorientierte Digitalisierung mit in die Agenda aufbauen aufnehmen. Das halte ich für einen sehr sinnvoll und gemeinwohlorientierten Ansatz, das quasi an dieser Stelle jetzt so zu formulieren. Übrigens interessant ist, dass zum Beispiel auch die offenen Kommunen NRW mit unterbrechen Geschrieben haben. Also es gibt durchaus auch behördliche Player, die dabei sind.

59:16 Torsten Beeck

Ja, ich fürchte, dass das ganze Thema Digitalisierung, Datenschutz, Bürgerrechte im digitalen Raum Transparenz von Algorithmen, dieser ganze Komplex Plattformregulierung, DSA, DMA, dass das so in der aktuellen Situation Sehr stark unter das schröder'sche Gedönsfeld. Ich fürchte, dass da die Aufmerksamkeit nicht besonders groß drauf sein wird.

59:45 Gavin Karlmeier

Ja, und wenn dann falsch, ne? Wenn dann in Form von Franktelen kriegten, wird Digitalministermäßig. Das

59:53 Torsten Beeck

Oh ja, ja, ja, ich fürchte, Nja und ich fürchte vor allen Dingen auch eher in Richtung Überwachung, Datenspeicherung. Also die CDU neigt ja doch immer eher dazu, immer mal wieder vors Bundesverfassungsgericht zu laufen, beziehungsweise daran abzupallen, irgendwelche Daten zu speichern. Das ganze Thema. Thema Vorratstatenspeicherung und so, das sind ja immer wieder so Themen, die vielleicht gar nicht so damit gemeint sind, wenn es darum geht, wie können wir den digitalen Raum für alle Menschen offen halten, wie können wir die Rechte im digitalen Raum für alle Menschen offen. Übertragen letztendlich auch. Ich bin mir nicht gerade nicht so ganz sicher, ob im Zuge von schwieriger Wirtschaftslage drohender Kriegslage und dem der komplett ignorierten Klimakrise, das Digitale nicht einfach irgendwie hinten überfällt und es wird am Ende irgendwie einen Staatsminister, Schrägstrich, Staatsministerin geben oder so. die das dann mal wieder so auf dem Schirm hat, die aber keinen, nicht genug Etat hat, um wirklich irgendwas zu ändern und um es wirklich auch in die, in die Nicht nur in die Regierung, sondern auch in die Administration insgesamt zu kriegen und zu einem wichtigen Thema zu machen. Es bleibt halt, also ist die Vergangenheit aus den letzten 20 Jahren einfach immer viel Feigenblatt.

01:01:15 Gavin Karlmeier

Und die Bar ist ja relativ low. Also ich wäre ja schon zufrieden, wenn nicht dieselbe Person für digitale Infrastruktur verantwortlich ist wie die, die entscheidet, wie viele Bushaltestellen es gibt.

01:01:24 Torsten Beeck

Na, wir werden halt einfach, das Geld wird halt in Autobahnen fließen. Und in solche, also das ist leider einfach so. Und ich will jetzt, also man könnte ja denken, Datenautobahnen ist ja so ein

01:01:37 Gavin Karlmeier

Ja, deswegen ist das Ministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur eigentlich.

01:01:41 Torsten Beeck

Ich glaube, es wird halt nicht Datenautobahnen, sondern es wird eher Autobahnen. Mal gucken. Ich würde mir wünschen, dass da ein paar Leute sind, die neben den ganzen, gerade sehr akut wirkenden Problemen auch ein bisschen in die Zukunft denken. Und auch diese Probleme lösen, denn die sind auch Infrastrukturprobleme. Also auch, die sind auch, wenn es darum geht, Bürokratie abzubauen, dann hat das auch ganz, ganz viel mit Digitalisierung zu tun. die in anderen Ländern schon sehr viel weiter ist, die sehr viel besser umgesetzt ist, wo man sich eigentlich sich Behördengänge grundsätzlich sparen kann, weil man sie digital machen kann. Da sind wir einfach noch wahnsinnig weit von weg. Und man muss das halt viel, viel gemeinsamer denken und wir denken halt, momentan denkt Politik immer noch so, also allein die Idee. dass es so etwas wie ein Digitalministerium gibt, erscheint mir eigentlich vollkommen absurd. Weil einfach dann die digitale Welt längst für viele Menschen die reale Welt Komplementiert und dass man das immer mitdenken muss.

01:02:46 Gavin Karlmeier

Wenn man Autobahnen und digitale Dinge Leute in alten anderen Ministerien, die das mitpredigen und mitdenken.

01:02:54 Torsten Beeck

Eben, genau, deshalb braucht man aber kein Digitalministerium, sondern da braucht man halt ein Wirtschaftsministerium, das das denkt und da braucht man ein Menschen, die sich mit der ganzen, mit der Veränderung im juristischen Bereich beschäftigen, wo Gerichte eben nicht mehr mit Akten funktionieren, sondern irgendwie anders funktionieren. Das hat ganz viel mit allen anderen Themen zu tun. Nur wenn das dann die Digitalministerin macht, weiß ich nicht, ob das ausreichen wird.

01:03:23 Gavin Karlmeier

Wenn ihr Gedanken dazu habt, schreibt uns gerne einen Fax. Ja, du hast doch bestimmt noch eine Faxnummer. Du bist doch so ein Medienprofi. Ich wünschte, ich hab, und dann machen wir aber auch jetzt den Sack zu. Ich habe tatsächlich mal damals, als ich noch bei 1 Slife war, früher ganz lange her Haben wir mal eine Aktion gemacht, bei der wir Tickets verlost haben, und um die zu bekommen, musstest du einen Fax schicken. Und wir haben bei Facebook einen Livestream gemacht, wo nur das Faxgerät zu sehen war.

01:03:46 Torsten Beeck

Achso, und dann kam da auch irgendwann einiges. Ja, da kam einiges. Es kam richtig viel. Also wie, dann konnte man sehen, achso, verstehe. Ja, gut, aber das ist auch schon ein bisschen her. Du bist ja auch schon vergleichsweise alt. Ich bin ziemlich alt.

01:03:58 Gavin Karlmeier

Und noch älter bin ich am Montag, dann gibt es nämlich die nächste Hagenland-Folge. Ich freue mich drauf. Flucke Gotzig ist dann wieder da. Der war ewig nicht hier, auf den freue ich mich sehr. Ein alter Freund und Im Gegensatz zu uns, der richtig hardest working man, der hat nämlich einen täglichen Podcast. Könnte ich mir nicht vorstellen.

01:04:15 Torsten Beeck

Ein täglicher Podcast ist eine Katastrophe. Weiß ich auch nicht, wie ihr auf die Idee gekommen seid, sowas zu machen. Dreimal die Woche finde ich schon ganz schön hart, also viel Spaß dann am Montag.

01:04:23 Gavin Karlmeier

Vielen Dank, schönes Wochenende, vielen Dank, dass du da warst, bis nächsten Monat und tschüss. Bis bald.