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Folge 4 · 18. November 2022 · 11 Min.

In 281 Zeichen gegen die Sicherheit

mit Dennis Horn

Die ersten Sicherheitsfunktionen fallen auseinander. Ob das schon immer so war oder sich jetzt einfach nur niemand drumkümmert, wissen wir nicht. Fakt ist: Das ist vermutlich erst der Anfang. Aber dafür könnten wir bald ganze Romane twittern. Was für ein schöner Start ins Wochenende.

Transkript

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00:01 Intro

Haken dran, das Social Media Update der CT.

00:06 Gavin Karlmeier

Hallo Dennis.

00:07 Dennis Horn

Hallo Gavin, grüß dich.

00:09 Gavin Karlmeier

Na, bist du, äh, bist du fit?

00:13 Dennis Horn

Naja, also ich bin ja in Berlin gerade und hab mich jetzt in so einen Hinterhof verkrümelt, also die Aufnahmebedingungen werden immer schlechter in dieser Woche

00:23 Gavin Karlmeier

Aber nachdem ich ja gestern Morgen die Folge aus dem Auto gemacht habe, sitze ich jetzt an einem sehr unbequemen Schreibtisch in einem Hotelzimmer und also das größte Lob, das ich habe, das ist unser Extreme Hardcore. dass wir tatsächlich jetzt die Woche voll gemacht haben. Also das ist schon, da ist schon sehr beeindruckend, muss man mal kurz, da müssen wir uns kurz selber loben.

00:42 Dennis Horn

Aber wir lassen diese selbstlob und schön, dass wir heute miteinander gesprochen haben, Geschichten jetzt hinter uns, weil das machen so normale Podcasters.

00:49 Gavin Karlmeier

Oh Gott, ja.

00:49 Dennis Horn

Völlig nervig. Lass reinspringen in die Themen heute. Was hast du mitgebracht?

00:52 Gavin Karlmeier

Ich habe folgendes mitgebracht und zwar haben wir in den letzten Tagen immer wieder davon gesprochen, wie sich bei Twitter diese Microservices, die Elon Musk so nennt, ja, verändern, wie an die Firmenkultur herangegangen wird, wie eigentlich auch Alles, was Twitter ausmacht, gerade verändert wird. Und jetzt kommt genau da diese Meldung rein, dass Twitter, dass Elon Musk 280 Zeichen damit killen möchte, weil er dieses Thread nervig findet. Und da bin ich dann jetzt wirklich so ein bisschen ratlos, ehrlicherweise, weil das direkt den USP von Twitter quasi anfasst. Also, das ist jetzt wirklich der Zeitpunkt, wo eigentlich dann auch am Ende wirklich nichts mehr übrig ist. Von dem, was eigentlich mal die ursprüngliche Idee von Twitter war. Ich halte das für eine sehr, das ist natürlich eine öffentlichkeitsträchtige Entscheidung, eine, die dazu führt, dass Leute darüber sprechen, aber ich halte das nicht für klug.

01:44 Dennis Horn

Ist das so?

01:45 Gavin Karlmeier

Ja. Siehst du das anders?

01:47 Dennis Horn

Ja, ich bin da jetzt nicht ganz so scharf. Also ich muss mich daran erinnern, wie Twitter von 140 auf 280 Zeichen erweitert hat. Und so ein bisschen grob in etwa zu dieser Zeit auch die Threads überhaupt in Gang kamen. Weißt du übrigens, wer als Erster in Deutschland, noch bevor Twitter so offiziell mit diesen Threads umgegangen ist, das schon herausgefunden hat, dass das funktioniert und das so genutzt hat?

02:14 Gavin Karlmeier

Klaus Kleber. Wirklich?

02:16 Dennis Horn

Ja. Noch bevor das so ein Ding war und man einen Namen dafür hatte, Twitter-Threads und so, hat Klaus Kleber immer auf sich selbst geantwortet. Dann hat man so gedacht, was ist denn das? Und dann wurde da echt ein Ding draus. So, und zusammen mit dieser 280-Zeichen-Erweiterung bei Twitter. hatte ich schon den Eindruck, dass das eine Möglichkeit ist und auch genutzt wurde übrigens, um, sieht man jetzt mal so von dieser Man's Planning Attitude von manchen Twitterern ab, um Sachen ein bisschen differenzierter zu betrachten und auszuformulieren. Und man hat ja vorher immer noch so einen Screenshot angehängt Ich hatte aber nicht den Eindruck, dass das denselben Effekt hatte, wie diese Threads.

03:06 Gavin Karlmeier

Aber das ist ja auch eine der Dinge, die Must ja auch schon in den letzten Tagen auch schon mal öffentlich kritisiert hat, dieses Screenshotten von der Notizen-App des iPhones beispielsweise. Ich verstehe, woher das rührt. hätte gedacht, dass es eine Art, wie bei Facebook damals seinerzeit auch, diese eigenen kleinen Notizen eben gibt. Genau, also quasi ein Tool im Tool, wo man Longreads platzieren kann, so ein bisschen wie Medium am Ende, das ja auch mal versucht hat. Und ähm, hab so ein bisschen aber die Sorge, dass jetzt gerade, also wenn ich versuche diese Big Picture zu sehen, diese Ansahnen, dass Elon Musk quasi das westliche WeChat starten möchte, eine App die am Ende alle Funktionen bietet und du kannst damit bezahlen und du kannst Microblogging und alles. Und genau in diesem Bild finde ich es so irritierend, dass eigentlich der erste Teil dieser dieses westlichen WeChats einen festen USP hatte, etwas, das alle Leute, auch die Leute, die nichts mit Twitter zu tun haben, verstanden haben und wussten, wofür das steht und was Twitter eben ist. Und dieser USP wird genau jetzt angegriffen, verändert und das wird die Dynamik der Plattform auch komplett verändern. Also mir fällt das jetzt schon bei Mastodon auf, dass du da sehr viele, viel längere Postings siehst.

04:20 Dennis Horn

Mastodon.

04:22 Gavin Karlmeier

Ja, genau. Und hab da das Gefühl, sagst du, Mastodon? Natürlich. Natürlich, natürlich. Es ist so ein bisschen auch Instagram oder Instagram. Nee, Instagram. Okay, sagst du fest. Nee, egal. Auf jeden Fall. Ja, das ist gut. Gut, das ist so wie so Bands, es gibt ja diese Band Bastia, hieß sie, die sie selber Best Teil genannt haben und gesagt haben, man kann uns gar nicht falsch aussprechen. Okay. Auf jeden Fall wird dieser USP gerade so verändert, dass ich bei Mastodon jetzt schon beobachte, dass das auch die Dynamik der Plattform irgendwie. eine Veränderung herbeift zufügt. . Und da habe ich ein bisschen Sorge, dass das eben vieles von dem, wofür Twitter eben auch steht, nämlich dieses unmittelbare Schnelle und auch dieses Ich muss mich kurz fassen, dass das halt verschwimmt

05:15 Dennis Horn

Jetzt muss man natürlich sehen, wie er es konkret umsetzt. Also mir geht es gerade so, dass ich all diese Ideen, die da im Raum stehen, immer noch als so ein bisschen abstrakt empfinde. Also wenn ich Twitter als Topf sehe. dann wirkt das auf mich gerade so, als würden da alle Ideen mal so rumgerührt. Und dann schaut man, wohin es geht. Und ich habe das heute auch unter anderem. . So gelesen, dass im Grunde das nur eine Automatisierung der bisherigen Thread-Funktion ist. Das heißt, man kann einfach ewig weiterschreiben. und muss nicht von Hand das in so 280-Zeichen-Blöcke separieren. Also Licht und Schatten, weil diese 280-Zeichen-Separierung hat natürlich auch dazu geführt, dass man sich Gedanken darüber macht, dass seine Gedanken treffend zu haben. Und das hat natürlich auch wieder einen positiven Effekt. Klar.

06:08 Gavin Karlmeier

Ja, absolut. Also ich wollte gerade noch irgendwas schlaues sagen, aber es ist schon wieder weg. Du warst schlau genug für uns beide, genau.

06:18 Dennis Horn

Ich habe noch. Die nächste Vulnerability mitgebracht. Also, wir haben ja die letzten Tage immer schon so ein bisschen darüber gesprochen, das bricht jetzt an allen Ecken und Enden auf, so Kleinigkeiten, und jetzt ist es tatsächlich Leuten gelungen. Die Zwei-Faktor-Authentifizierung bei Twitter auszuhebeln. Der Begriff ist bekannt?

06:39 Gavin Karlmeier

Bei mir ja. Wir können es gerne trotzdem kurz erklären, für die vielleicht. falls es jemanden gibt, der da nicht so filmet ist. Also das ist ja der Prozess, sich quasi einzuloggen, eben nicht nur mit dem Passwort, sondern eben mit dem zweiten Gerät beispielsweise, wo man SMS empfängt. um zu zeigen, dass man tatsächlich authentisch ist. Also eigentlich der blaue Haken für den Login Prozess.

06:58 Dennis Horn

So und man kann diese Zwei-Faktor-Authentifizierung nicht nur aushebeln, indem man sich bei Twitter einloggt und dann da irgendwo im Menü einstellt, jetzt bitte ausstellen, sondern es gibt eine Möglichkeit, sie auszuhebeln, indem man eine SMS verschickt. Von der eigenen Handynummer an Twitter, um zu sagen, jetzt bitte stop. Und das System SMS ist aber unsicher. Also man kann Absender, Rufnummern fälschen. Das machen sich ja Spammer zum Teil auch so zunutze. Und wenn man jetzt hingeht und von einer gefälschten Nummer eines konkreten Nutzers an dessen Twitter-Anlaufstelle, also an die Nummer von Twitter, dieses Stop schickt, Dann kann man darüber die Zwei-Faktor-Authentifizierung abstellen. Das heißt, da haben wir schon eine Sicherheitslücke entdeckt. Das kann natürlich sein, dass Twitter diese Sicherheitslücke einfach jetzt schon länger mit sich zieht und das Zum Problem erst jetzt geworden ist, zufällig, nachdem Elon Musk den Laden übernommen hat. Spannend wird natürlich jetzt sein, solche Fehler, wenn sie entstehen, wie schnell werden die geschlossen, weil wir jetzt in den letzten Ausgaben auch schon besprochen haben, dass die Engineers von Twitter gerade einfach damit beschäftigt sind, das Ding an sich am Laufen zu halten.

08:15 Gavin Karlmeier

Und auch nur in Teilen, weil das offenbar, das habe ich auch gelesen, einen Code-Stop geben soll. Also es wird einfach gerade, soll nichts geschrieben werden. Was heißt, dass wahrscheinlich einfach nicht gewünscht ist, dass solche Lücken jetzt gerade geschlossen werden, weil jetzt gerade geht es erstmal darum, weiß ich nicht, das Team auf Spur zu bringen.

08:33 Dennis Horn

Elon Musk hat jetzt getwittert, nicht nur das Team auf Spur zu bringen, sondern dass die Leute sich gar keine Vorstellung davon machen würden, wie schnell sich Twitter in den kommenden Tagen und Wochen entwickeln würde. Werde. Und ich kann das nachvollziehen. Ich glaube, das wird auch so sein. Aber dadurch entstehen natürlich Lücken an anderer Stelle. Da bleibe ich sehr gespannt.

08:56 Gavin Karlmeier

Allerdings. Mir ist jetzt übrigens wieder eingefallen, was ich sagen wollte, weil es passt genau zu dem wieder, was du gesagt hast. Und zwar gab es so MitarbeiterInnen, die Die ganze Zeit, ich bin noch bei der 280 Zeichen kurz. Wir springen heute ein bisschen, aber es ist Ende der Woche, wir sind alle durch.

09:09 Dennis Horn

Ja, du hast noch 100 Zeichen frei.

09:11 Gavin Karlmeier

Ich habe noch 100 Zeichen, das wird reichen. Ich bin trainiert. die meisten Funktionen, die Elon Musk gerade eigentlich einführt, längst schon programmiert wurden, die das alte Management, aber sehr zaghaft mit der Einführung neuer Funktionen war. Und die immer auch noch nicht getestet wurden. Und das, was du sagst über diese 280-Zeichen-Automatisierungsfunktion, spricht ja komplett dafür, dass das schon vorprogrammiert wurde. weil die Strategie und die Kommunikation, wie Elon Musk, sie ja gerade durchführt, was solche Funktion angeht, und auch neuen Code angeht spricht er eher eigentlich dafür, dass das nicht so aussehen würde, als wären das dann zehn verschiedene Threads, weil er regt sich ja Tweets, weil er regt sich ja über diese Threads tatsächlich auf.

09:48 Dennis Horn

Es gab ja in den. In den ersten Tagen, das vielleicht noch als letzter Gedanke dazu, in den ersten Tagen, nach der Übernahme von Twitter, gab es ja auch das Gerücht, dass Wein nochmal reaktiviert wird, dieser sechs Sekunden-Videodienst. Und das spricht ja tatsächlich dafür Dass er jetzt nach so, ja wie sagt man denn, Low Hanging Fruit sucht. Also einfach einmal kurz die Codebasis durchsucht. Was haben wir denn noch so? Und dann go. Und ab dafür.

10:14 Gavin Karlmeier

Ja, ich freue mich, wenn wir nächste Woche diese Folge bei Periscope live streamen können.

10:19 Dennis Horn

Aber vorher hören wir uns morgen wieder.

10:22 Gavin Karlmeier

Montag erst, das ist Wochenende. Ach verdammt.

10:24 Dennis Horn

Ja gut, dann machen wir mal ein bisschen frei und hören uns Montag wieder.

10:27 Gavin Karlmeier

Ja, schönes Wochenende, Dennis.

10:29 Dennis Horn

Mach's gut.

10:30 Gavin Karlmeier

Ciao.