Ein Experiment zeigt, dass die „neue“ Twitter Timeline offenbar noch unvollständiger ist, als sie sich anfühlt. Und tatsächlich zeigt es auch, dass es möglicherweise tiefersitzende Probleme in der technischen Infrastruktur bei Twitter gibt. Außerdem sprechen wir über Esther Crawford – und ihren Weg an die Seite von Elon Musk – und dass das britische Königshaus Twitter verklagt, haben wir auch noch parat.
Transkript
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00:01 Intro
Haken dran, das Social Media Update der CT.
00:05 Gavin Karlmeier
Hallo Dennis. Hallo Gavin. Denn weil ich es weiß, frage ich dich, wo erreiche ich dich?
00:13 Dennis Horn
In meiner Kemenate auf der A555.
00:19 Gavin Karlmeier
Du bist wahrscheinlich gerade so höher Bornheim, nehme ich an. Darf man das sagen überhaupt? Darf ich sagen, wo du bist?
00:25 Dennis Horn
Ob man Bornheim sagen darf?
00:27 Gavin Karlmeier
Nee, ob ich sagen darf, wo du dich gerade befindest.
00:29 Dennis Horn
Naja, ich bin ja in, also in dem Moment, in dem du es aussprichst, bin ich ja schon wieder weg. Und der Podcast wird ja eh erst morgen veröffentlicht.
00:38 Gavin Karlmeier
Zumal habe ich ja bei Elon Musk auch gelernt, wenn ich mir 24 Stunden Zeit lasse mit der Veröffentlichung deines Standortes, dann ist es unbedenklich.
00:45 Dennis Horn
Ja, und genauso halte ich das auch.
00:47 Gavin Karlmeier
Ja, das ist auch richtig so. Aber trotzdem, wenn ihr wollt, folgt gerne Dennis Carr bei Twitter. Da wird der Livestandort deines Autos die ganze Zeit Horn Carr.
01:00 Dennis Horn
Lass uns loslegen.
01:03 Gavin Karlmeier
Und zwar gibt es eine Neuerung aus der weiten Welt der Haken und der Markierungen und Badges eigentlich am Ende. Und zwar werden jetzt die ersten Company Badges ausgerollt. Wir haben da, ich habe darüber gesprochen, als du, ähm, als du, wie sagt man, abtrünnig? Nee, sagt man nicht, krank war es jedenfalls, kurzer Weihnachten. dass das kommt, dass es eben die Möglichkeit gibt, neben den blauen Haken für Menschen, goldenen Haken für Unternehmen, grauer Haken für Regierungsorganisationen, eben auch eine Zugehörigkeit zu einem Unternehmen in seinem Profil zu vermerken. Und dann wird ihr ganz klein. Das Profilbild des Unternehmens hinter dein blauen Hakengesetz, das ist Teil von Ja.
01:46 Dennis Horn
Ja, wir haben das bisher Vor allem bei so Unteraccounts von Unternehmen gesehen, ja. Also wir jetzt so zum Beispiel in der ARD Wenn es da einen Twitter-Account gibt für einen Tatort, dann wäre so in kleinen rechts daneben noch ein Profilbild von der ARD zu sehen. Also bei Medienmarken haben wir das gesehen, bei großen Unternehmen Solche Geschichten.
02:10 Gavin Karlmeier
Genau, Tesla-Asien hat das zum Beispiel schon lange ausgerollt, nämlich seit dem Moment, wo bekannt geworden ist, dass das kommt. Und jetzt ist es so, dass der Mirror dieses Feature eben auch schon ausgerollt bekommen hat. Und auch die JournalistInnen, die dort schreiben, oder die Menschen, die dort schreiben, die haben ein kleines Mirror-Logo jetzt nun hinter ihrem hinter ihrem Namen stehen. Und das ist neu, das kommt jetzt und offenbar ist es aus irgendeinem Grund dem Twitter Management wichtig. Ich finde das Spannend, dass die hier zuerst davon profitieren und nicht zum Beispiel andere große Unternehmen. Offenbar ist es wichtig, dass jetzt auch JournalistInnen, die eben einer Medienmarke zugehörig sind, sich so darüber verifizieren können.
02:51 Dennis Horn
Ich finde, das klingt jetzt nach so einer Kleinigkeit und in der Breite ist es das natürlich auch, aber für die Diskussion, wie verhalten sich Journalistinnen und Journalisten auf Twitter in den Medienhäusern. Finde ich das ein großes Ding, weil das nochmal einiges auf den Kopf stellt. Also, vielleicht, also viele von uns kennen diesen Satz hier aber nur privat. Das ist ein Satz, den oft noch nicht mal die Journalistinnen und Journalisten so selbst in ihren Profilen stehen haben wollen, sondern die Sender. Die schreiben denen das vor in den Social Media Guidelines des Medienhauses. oft aus so einer Geschichte heraus, um sich da von irgendwelchen Ansprüchen freizumachen, wenn mal was passiert. Was natürlich Quatsch ist, weil Menschen, die irgendwie 24 Stunden am Tag über ihre eigene Arbeit und die Ergebnisse twittern und hier lest euch mal einen neuen Artikel durch und so weiter, die sich dann hier aber nur privat in ihr Profil schreiben. Also im Zweifelsfall ist dieser Satz natürlich überhaupt nichts wert. Und mit diesem Move, also da würde ich erstmal in Frage stellen, wie viele Journalistinnen und Journalisten das denn überhaupt wollen. sich in dieser Form mit einem offiziellen Logo des Senders da in ihrem Profil zuordnen zu lassen, Weil man damit ja ganz schnell die Möglichkeit verliert, diesen Account als persönlich zu betrachten. Ich sage extra nicht privat, sondern persönlich. Und In diesem Account deswegen machen zu können, was man möchte.
04:30 Gavin Karlmeier
Ich bin da ein bisschen hin und her gerissen. Auf der einen Seite, wie du schon sagst, auch dieses Privat hier in der Bio macht einen eben nicht davon frei, dass sowieso, wenn du dich wenn du in Ungnade fällst bei diversen Gruppen, dass das eh auf deine Arbeit und am Ende auch auf deinen Arbeitgeber ausstrahlt. Also es gab ja immer mal wieder Beispiele von privat geführten Twitter-Accounts von JournalistInnen, die sich mal im Ton vergriffen haben, vielleicht mal einen Witz zu doll gemacht haben. Das passiert halt, das ist passiert oft und dann entschuldigt man sich. Und dann gab es ganz oft aber eben auch Eben trotzdem am Ende die Forderungen, dass der Arbeitgeber sich dazu irgendwie zu verhalten habe. Dieses Privat hier macht da keinen großen Unterschied. Auf der anderen Seite hat es, glaube ich, auch Vorteile, wenn du als Journalist oder Journalistin eines großen Medienhauses identifizierbar bist, weil du deinen Account tatsächlich nur professionell nutzt. Also es hat auch, ich will nicht nur sagen, ich will nicht sagen, dass es nur Nachteile hat, es sorgt natürlich für eine gewisse Also es führt jetzt tatsächlich dazu, dass die Medienhäuser sich wieder verhalten müssen damit. Wie gehen wir eigentlich mit den Unteraccounts um? Oder es wird, könnte ich mir vorstellen, auch die ein oder andere Stilblüte treiben. Dass es redaktionelle Abnahmen für private Tweets gibt. Wer weiß das schon. Aber ich halte das nicht nur für problematisch. Ich sehe aber auch, wie du das sagst, dass das natürlich mit mehr Arbeit verbunden sein kann.
05:55 Dennis Horn
Also ich gebe dir recht, das hat mit Sicherheit dann so einen kleinen Verifikationseffekt. Also so die alte Verifikation. Sagen wir mal so.
06:05 Gavin Karlmeier
Ja, auf jeden Fall. Und es gibt ja auch als. . Also ich verhalte es sogar noch für fast noch stärker als den alten Blauenhagen, denn wenn du da ein ARD-Logo stehen hast. und in Kontakt mit einem großen bekannten Menschen, reichweitenstarken Menschen tritt, der wird auf den ersten Blick erkennen, dass dass du eben nicht irgendein Lokaljournalist bist, der jetzt interessiert ist, sondern der eben im Namen eines großen Medienhauses anfangt. Das ist ja für viele. . Kann das ja tatsächlich nochmal dazu führen, eine gewisse Aufmerksam zu bekommen. Wie gesagt, das ist nicht alles perfekt daran, aber ich finde das nicht nur schlecht. Es sorgt aber auch im Fall von zum Beispiel freien Journalistinnen für ein unglaubliches Chaos. Ja, ich verstehe. Mal sehen.
06:46 Dennis Horn
Mein Bruder hat mir gesagt, wir sollen nicht mehr sagen, dass wir jetzt irgendwie Dass wir dieses Thema jetzt abhaken für heute. Ich würde sagen, es ist ja genug Medientalk jetzt gewesen. Mein Bruder verlangt, dass wir ab sofort sagen. Haken dran an dieses Thema.
07:04 Gavin Karlmeier
Du hast einen Bruder, ist das, was mich am meisten beschäftigt daran.
07:08 Dennis Horn
Ja, ja, ja. Mein strengster Kritiker. Liebe Grüße. Ja. Liebe Grüße, schätze ich sehr, liebe Grüße. So, nächstes Thema.
07:18 Gavin Karlmeier
Ich will kurz mit dir über Esther Crawford sprechen. Das ist die Frau, die angekündigt hat, dass diese Badges nun ausgerollt werden. Und das ist eine Person, die schon länger in diversen, ich sag mal, News-Artikeln eine gewisse Aufmerksamkeit bekommt. Weil Esther Crawford ist, wie sie in ihrer Twitter-Bio stehen hat, Product at Twitter. Also sie ist sozusagen die Produktverantwortliche. Vermutlich, so genau weiß man das ja gerade nicht.
07:45 Dennis Horn
Oder eine von mehreren, auf jeden Fall Produktfrau dort.
07:49 Gavin Karlmeier
Genau. Und die Financial Times hat jetzt ein Porträt oder wahrscheinlich in ihrer Abwesenheit einen Text. jedenfalls über sie geschrieben. Den kann ich erstmal allen ans Herz legen, weil dann nochmal ganz gut eingeordnet wird, wer sie ist, wo sie herkommt, was sie tut. Und auch in dem Text des New York Magazine, über den wir hier letzte Woche gesprochen haben. Ging es am Anfang relativ ausführlich um Esther Crawford, denn die wird dort beschrieben als eine Person, die vor dem Mask Takeover auch schon mit Produkten zu tun hatte, auch dort schon ein Produktmanager, eine Produktmanagerin war. und eine Funktion entwickelt hat, die nie zum Rollout gekommen ist, nämlich eine Art OnlyFans-Klone, ein Feature, wo man für Geld, mit dem man für Geld Content ausgespielt bekommt, den man sonst nicht gesehen hätte. Und die so Sachen gemacht hat wie die NFT-Einbindung in Profilbildern und eben grundsätzlich dafür verantwortlich war, dass Creator Geld verdienen mit ihren Twitter-Accounts. Und das Spannende ist, sie wird hier porträtiert in diesem New York-Magazine-Text als eine Person, die am ersten Tag, an dem sich Elon Musk den Angestellten bei Twitter vorgestellt hat, sich direkt. . ihm persönlich auch noch vorgestellt hat und hier steht Soon was pitching him on various ways Twitter could be improved. Also sie ist sozusagen zum Lehrer gegangen, hat gefragt, ob sie die Tasche tragen darf und hat sich direkt in die Aufmerksamkeit geschoben und hat es geschafft, dass sie relativ schnell, hier steht It Work, relativ schnell eine große Verantwortlichkeit bekommen hat, nämlich die für Twitter Blue. Also das ist jetzt ein Produkt, das in ihrer Verantwortung liegt und dementsprechend hat sie sich relativ schnell nach oben vorgestellt.
09:25 Dennis Horn
Ja, ich verstehe. Also eine von Eine Person, die genau das hatte, was Elon Musk natürlich in dem Moment brauchte, nämlich das Versprechen des Geldes und eine dieser Personen, die sich in so einem Machtvakuum in genau dem richtigen Moment in Stellung bringen.
09:42 Gavin Karlmeier
Genau, ein bisschen durchgewieselt hat, wenn man so möchte. Also eine spannende Person vor allem mal, um darauf zu schauen, wo Twitter gerade hingeht, wir haben ja auch in den letzten Tagen immer wieder darüber gesprochen, dass Twitter tatsächlich überlegt, wie Elon Musk sagte, es doll erwägt, frei übersetzt. Content CreatorInnen mit der Plattform Twitter Geld verdienen könnten.
10:04 Dennis Horn
Yeah, we're thinking hard about that.
10:06 Gavin Karlmeier
Ja, ganz genau. Also genau diese Verantwortlichkeitsbereich, den Esther Crawford auch schon hatte, bevor sie sich nach oben gewieselt hat. Und jetzt sieht es ganz danach aus, dass es die Möglichkeit gibt. Schreibt zumindest der Twitter-Account, Twitter Takeover News, und bezieht sich dabei auf diesen Financial Times Text. Dass dieser OnlyFans-Konkurrent von Twitter tatsächlich ein Comeback erfahren könnte. Und dass es Peer-to-Peer-Transaktionen und E-Commerce-Zahlungen auf der Plattform Twitter selber geben soll. Und in dem Atemzug wurde sie Zur Geschäftsführerin, Chief Executive, der Tochterunternehmens Tutter Payments ernannt. Und das ist natürlich hochinteressant, weil da jetzt wieder eine weitere Einnahmequelle für Geld entsteht, also wir haben über die Twitter Coins gesprochen. ungefähr so wertvoll wie der Fantasialand-Dollar, aber ein Tool, mit dem Twitter eben Geld generieren kann, in dem Menschen eben den hoffentlich stabilen Wechselkurs, Dollars oder Euros eben gegen Twittercoins tauschen können. Und das wird jetzt alles so ein bisschen in ihre Verantwortlichkeit fallen, genauso wie die Frage, wie man CreatorInnen direkt Geld zukommen lassen kann.
11:19 Dennis Horn
Interessant, und das ist spannend und es ist jetzt so nach ein paar Wochen mal wieder ein größerer Baustein in dieser Grundidee, die wir ganz zu Beginn dieses Podcasts hier mal besprochen hatten. dieser super App, dieses Art WeChat für den westlichen Markt. Also diese große Produktvision, die Elon Musk am Anfang mal für Twitter skizziert hat, kommt mir jetzt so vor, wie nach langer Zeit mal wieder ein Baustein für diese Idee. Weil wir uns ja schon in den Diskussionen so der letzten Wochen hier eher so ein bisschen im Klein-Klein verloren haben.
11:58 Gavin Karlmeier
Ja, in der Tat. Spannend finde ich, dass dieses WeChat-Beispiel, ja, das hatten wir auch besprochen, als wir über diesen New York Magazine-Artikel gesprochen haben. Von Elon Musk so abgetan wurde. Also wortwörtlich hat er gesagt, uh I just used WeChat as an example. We can't freaking clone WeChat Wird Elon Musk zitiert, der zuvor aber auch gesagt hat, Twitter soll eine Supp werden. Und das sogar auch in öffentlicher Kommunikation gesagt hat, also dass Twitter eine Super-App werden soll. Wie auch immer die aussieht, aber womöglich tatsächlich mit einem direkten Angriff auf eine der Neste, in denen Elon Musk ja aufgewachsen ist, nämlich PayPal. Ein Zahlungstool, um CreatorInnen direkt Geld zukommen zu lassen.
12:43 Dennis Horn
Ja, und also das liegt gar nicht so fern, die dieser dieser Gedanke. Also wenn man Ehrlich, gibt es eigentlich nur eine super App, die ich so kenne, wo das sich wirklich durchzieht und durchgezogen ist. Das ist WeChat. Aber der Versuch ist ja auch nicht neu. Facebook hat das ja durchaus versucht, mit diesem aufgebohrten Facebook Messenger, wo dann irgendwann Spiele auch drin waren und dann kam eine Videochat-Funktion und so weiter. Die sind nie in die Gefielde von WeChat vorgedrungen und ich. würde auch sagen, was WeChat da macht, ist auch ein Spezifikum des chinesischen Marktes. Weil wenn das halbe Internet gesperrt ist. dann ist klar, dass so eine App ist natürlich auch viel einfacher durchzukommen mit diesen Funktionen. Deswegen würde ich in Zweifel stellen, ob auf einem Markt, wo ein ordentlicher Wettbewerb herrscht, eine Super-App überhaupt eine Chance hätte.
13:38 Gavin Karlmeier
Erstens stimme ich dir vollkommen zu, richtig? Zweitens will ich mal einen Schritt zurückgehen und das versuchen in ein großes Bild zu setzen. Twitter konzentriert sich auf. Payment-Möglichkeiten, wie man direkt an CreatorInnen Geld zahlen kann. Was übrigens spannend ist, weil es gibt schon sehr lange diese Möglichkeit des Spenden-Buttons auf Twitter-Profilen. Kennst du das? Ja, das kenne ich. Ja, und wenn man da drauf tippt, dann sieht man nichts anderes als eine Bitcoin-Adresse. Also ein Feature ohne Funktion. Seriös. Äh, also es wird diese Möglichkeit geben, CreatorInnen direkt zu entlohnen, was übrigens auch keine Antwort auf die Frage ist, wie Twitter die Plattform die CreatorInnen tatsächlich entlohnt, sondern eigentlich mehr die Möglichkeit ist, wie sich Menschen untereinander Geld schicken können. Ich bin also gespannt, ob da noch was passiert. Also ob es noch eine andere Möglichkeit gibt für CreatorInnen, die ja Anreize bekommen sollen, eben nicht zu YouTube zu gehen, sondern zu Twitter. Auch tatsächlich vom Kuchen was abzukriegen oder ob sie darauf angewiesen sind, dafür zu werben, dass ihnen jemand Geld spendet, das kann ich noch nicht so richtig beantworten Aber ich bleibe in dem großen Bild. Es soll diese Shopping-Funktion geben, wo zum Beispiel Basketballvereine oder Footballvereine direkt Trikots verkaufen können. Es wird diese Badges geben, wo Medienunternehmen zuerst jetzt Die Möglichkeit haben, ihre MitarbeiterInnen zu vermerken. Ich finde es spannend, weil das alle Features, die wir in den letzten Tagen hier besprochen haben, völlig außen vor lassen, dass Twitter eigentlich mal stark von Werbekunden abhängig war. Ähm, und die verschwinden und Twitter auch mal, zumindest in dem, was durchgestochen wird und sogar veröffentlicht wird, die jetzt gerade so ein bisschen einfach links liegen lässt und sich erstmal um andere Baustellen kümmert, obwohl die eigentlich der wichtigste, die wichtigste Geldquelle wären.
15:19 Dennis Horn
Vor allem eben in der momentanen finanziellen Situation, über die wir ja gestern schon gesprochen haben.
15:25 Gavin Karlmeier
Also da auch da, ich bin, wir sind keine Wirtschaftsprüfer und auch keine Unternehmensberater. zumindest nicht auf finanzieller Ebene. Aber ob das so die richtigen Pferde sind, auf da, die da gesetzt wird, man weiß es nicht. Vor allem nicht, angesichts der Tatsache, dass Twitter eine dritte Klage wegen Mietschulden ins Haus steht. Und diesmal von niemand geringerem als dem britischen Königshaus.
15:50 Dennis Horn
Also, genau, ich wollte dem britischen Königshaus, weil es gibt jetzt diese schönen Schlagzeilen selbstverständlich, haben da schon Schon findige Redakteurinnen und Redakteure zugespitzt und geschrieben, König Charles verklagt Elon Musk. Es geht nichts über Personalisierung und Zuspitzung. Aber tatsächlich ist das britische Königshaus, dieser wie heißt der Royal Fund?
16:14 Gavin Karlmeier
King's Crown Estate.
16:16 Dennis Horn
Ja, King's Crown Estate, okay. Ich weiß nicht, ob das genau das ist, was ich gerade meinte und was so dann auch die Anwesen Der Königsfamilie verwaltet, aber auf jeden Fall gehört das so als Unternehmen zum Königshaus und die haben die Büroräume In denen Twitter sitzt, unter anderem in ihrer Liste. Und ja, wir wissen, Twitter zahlt gerade nicht. Und jetzt ist das hier eine weitere Klage.
16:48 Gavin Karlmeier
Genau. Also die sind seit Ende Dezember sind sie im Mietrückstand. Und hier steht kein genauer Betrag. Die Seite, die das meldet, ist Pro Active Investors, eine Finanzwebsite, aber es gibt mehrere Quellen, die darüber gleich lautend berichten. Und ich also ich finde das erstmal kurios, dass man sich tatsächlich jetzt erstmal überall drauf ankommen lässt. und so in der Formulierung des Managements, so stelle ich mir das zumindest vor, ist so laut, was sollen sie denn machen? Uns vor die Tür setzen. Weil das ist tatsächlich ja bisher, außer in, wo war das, in Singapur, ist das ja noch nicht passiert, richtig?
17:26 Dennis Horn
Genau, davon habe ich nichts mitbekommen. Ich blick da so ein bisschen, du sagst kurios, ich weiß nicht, ich blick da einfach so ein bisschen leidenschaftslos drauf. Das klingt für mich wie Eine einfache Rechnung. Also, wenn wir das jetzt nicht zahlen, sparen wir so und so viel Geld. So nach dem Prinzip Hoffnung. Vielleicht haben wir es dann In einer Weile, wenn all die finanziellen Ideen aufgehen, die wir gerade so haben. Und dann ist einfach die Frage. Also wie viel geben wir stattdessen für Rechtsanwaltskosten aus? Und wenn das irgendwie drunter liegt und man dann eine Rechnung hat, die zeigt, es könnte aufgehen und so zahlen wir erstmal weniger? Das ist jetzt so, so klingt das für mich.
18:12 Gavin Karlmeier
Ja, total. Kann das ja Modell sein. Wir haben da ja auch schon drüber gesprochen, dass Twitter da sicherlich nicht das einzige Unternehmen ist, das das so als Möglichkeit erwägt. Ich finde, es passt nur nicht in ein Bild, das. Wie du auch übrigens gesagt hast, Rechtschaffenden, äh, des Rechtschaffenden, lieber Terren Elon Musk, der eigentlich, naja, darauf sehr bedacht war zum Beispiel Homeoffice abzuschaffen. Also es ist so ein Spiel mit dem F Feuer. Es passt ins Bild, ist eigentlich mehr eine kleine Meldung, aber eine, die wir nicht außen vor lassen wollen, weil es ja auch eine weitere Klage auf zumindest europäischem Boden gegen Twitter ist, die da ansteht.
18:55 Dennis Horn
Wir rechnen weiter mit.
18:56 Gavin Karlmeier
So ist das. Und wir sammeln. Wer das auch gemacht hat, boah, ich habe halt Überleitungen. Fantastisch. Ich habe vom Besten gelernt, glaube ich. Kalb Flame. Ich hätte jetzt Dennis Horn gesagt, aber ich nehme auch Kalbflame. Ehrengavin. Also folgendes. Wir haben einen Tweet gefunden von einem Menschen, David Frum. Der schreibt für The Atlantic. Der hat eine Million FollowerInnen, also man kann nicht sagen, dass der einen kleinen Twitter-Account hätte. Und der hat ein Experiment gewagt. Und zwar hat er versucht, sowohl auf seinem Computer als auch auf seinem Telefon. Seine Timeline nur noch nach den Menschen zu sortieren, die ihnen gefolgt, die denen er folgt. Also eben nicht die algorithmische sortierte, sondern die chronologisch sortierte Timeline. Und er sagt, ich fange gerade erst an, aber schon jetzt Fehlen Tweets in einigen Dutzend Fällen. Also, bitter schafft es nicht, die Mehrheit der Tweets, die ich sehen möchte, anzutreffen zeigen. Und das könnte auch der Grund sein, warum Menschen, die Menschen jetzt gerade darüber klagen, dass ihr Engagement einbricht, ihre Reichweite und die Interaktion. Das ist hochinteressant.
20:04 Dennis Horn
Und vielleicht müssen wir hier an der Stelle mal kurz so in die technische Grundlage gehen, was hier eigentlich passiert. Wenn ich twittere und etwas veröffentliche, dann ist das natürlich so, für mich als Nutzer sieht das so aus, dass ich da irgendwo was eingebe in ein Feld. Dann klicke ich auf jetzt posten und dann erscheint das überall. Also dann ist das sozusagen in meinem Profil und deswegen gleichzeitig auch überall dort Sehen es die Menschen, die es sehen sollen. Technisch im Hintergrund ist das ein bisschen umfangreicher, höchstwahrscheinlich. Weil ja so ein Dienst nicht aus einem Computer besteht, der irgendwo rumsteht, und auf dem speichern wir alles und lesen es auch wieder, sondern bei so vielen Nutzerinnen und Nutzern, die so eine große Plattform hat. Ist es immer verteilt auf ganz viele verschiedene Server. Und diese Server müssen synchronisiert werden, miteinander, damit das alles funktioniert und auch dieser Live-Moment funktioniert. Das heißt im Grunde, wenn du das speicherst, dann geht das irgendwo bei Twitter hoch und in dem Moment muss das Flugs mit allen anderen Servern synchronisiert werden. Unter anderem mit dem Server, der das dann auch in deinem Profil anzeigt oder mit den Servern und aber auch mit den Servern, die das dann in irgendeiner Timeline anzeigen. Das können durchaus unterschiedliche sein. So, und was er beschreibt, ist jetzt auch so ein Effekt, der dann auftreten kann und den ich übrigens offen gestanden fast dauernd bei Mastodon habe. Man postet was, ja, und dann ist das im Profil vielleicht Aber es wird noch nicht in der Timeline ausgespielt. Bei Mastodon habe ich diesen Effekt gerade irgendwie laufend, dass das wirklich mit Sekundenverzug ist. Also ich poste etwas, sehe das dann in meinem Profil, aber in der Timeline erscheinen es erst zehn. 15 Sekunden später oder so. Und das ist natürlich, wenn dann einzelne Sachen gar nicht auftauchen, wird es langsam heikel. Und das ist so diese kleine Form von Glitch und technischer Unzuverlässigkeit, über die wir hier im Podcast auch schon mal gesprochen haben. wo man langsam merkt, dass diese sehr geringe Menge an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die irgendwie den Betrieb dieses Dienstes aufrechterhalten, langsam so klein wird, dass es technisch problematisch wird. Und da gab es schon vor Wochen gab es schon so Einschätzungen von Leuten nahe, also Elon Musk setzt vielleicht darauf, dass Leute mit ihrer Erfahrungen, die sie mit IT haben, generell und so weiter, so manche Fehler und Glitches so in Kauf nehmen. Aber das ist ja jetzt irgendwie, ob man einen Tweet sieht oder nicht, das ist ein Glitch an einer Stelle. Und das kann natürlich zusätzlich auch in wesentlich sicherheitsrelevanteren Bereichen auftauchen. Und das ist das, was interessant ist. Das ist eine ganz kleine Beobachtung. Aber die stößt uns eigentlich auf ein großes und ziemlich breites Problem.
23:10 Gavin Karlmeier
Ja, das ist in der Tat extrem spannend. Vor allem, weil das ja zeigt, dass einfach diese, wir reden ja hier nicht mehr über den Umgang mit neuen Features, also auch wenn diese Timelines jetzt anders aussehen. Ist das ein Feature, das wir seit langem bei Twitter kennen und nutzen, nämlich die chronologisch sortierte Timeline. Und wir wissen nicht, wie lange dieses, diese, dieses Problem schon besteht. Also das hat David From ja jetzt ausfindig gemacht. Es würde mich nicht wundern, wenn das eines dieser Dinge ist, die seit einigen Wochen vielleicht auch schon einfach nicht mehr perfekt funktionieren. Eben weil niemand mehr da ist, der es wartet. Also wenn von 8000 Menschen 6000 gehen, mindestens, dann ist davon auszugehen. Dass viele von denen, die eigentlich nur bestehende Systeme am Laufen hielten, jetzt nicht mehr da sind, die, auch das haben wir schon besprochen, die ihr Wissen mitgenommen haben und das auch ersatzlos jetzt weggefallen ist. Und wenn das da anfängt einzureißen, könnte das die erste Sollbruchstelle sein, auf die wir eigentlich hier nur warten, wenn man so will. Absolut. Super spannend. Spannend auch, dass David Frum selber hat ein neues Konzept vorgeschlagen, wie man es in den Griff kriegen könnte, nämlich neben Twitter Blue auch noch Twitter True einzuführen, wo man jeden Content sieht, den man wirklich sehen möchte als Nutzerinnen oder Nutzer. Und das blaue Häkchen würde damit bedeuten, dass man quasi sicher sein kann, den Content auch wirklich angezeigt zu bekommen und nicht einfach nur seinen Status markieren würde. Dafür würden Menschen bestimmt auch 8 Dollar im Monat zahlen, sagt er.
24:36 Dennis Horn
Das mag ich sehr. Twitter True, die verlässliche Schwester von Twitter. Richtig. Sehr gut.
24:43 Gavin Karlmeier
Wir bleiben in der Welt des Technischen. Auch das ist eigentlich ein spannender Fakt. Und zwar gibt es, gab es eine E-Mail am Montag, am Monday Night. Wir wissen nicht genau wann, aber Monday Night ist eine Mail an All Twitter Stuff geschickt worden. Also alle Leute, die bei Twitter arbeiten, haben diese E-Mail bekommen, in der drin steht, We have returned Twitter to normal operations after someone, in Anführungsstrichen. fucked with it Monday night. Oh, ich glaube, wir müssen jetzt einen explicit Mark setzen für diesen Podcast hier. Also kurz gesagt, die Twitter wurde wieder in den Normalzustand zurückgebracht, nachdem jemand Montagabend damit rumgespielt hat. Ich würde gerne sagen, dass das nicht wieder passiert, but we are told. We can't revoke the CEO's Login Credentials. Also, ob da jetzt tatsächlich der CEO hintersteckt oder ob die Ob das da ein Hackerangriff war, bleibt ja so ein bisschen, ob er so ein bisschen offen. Aber das Problem, was hier gar nicht benannt wird. Ist ein Problem, das ein Whistleblower der Washington Post erzählt hat. Nämlich ein Feature, so kann man es fast nicht nennen, eine Funktion von Twitter. die 2020 für große Probleme geführt hat und diese Funktion heißt God Mode. Das ist eine Funktion, die auf die EntwicklerInnen Zugriff haben man muss sagen haben, die aber schon einmal dazu geführt hat, dass sie gehackt wurde oder falsch verwendet wurde. sozusagen von jemandem, der Zugriff bekommen hat, obwohl er da keinen Zugriff hätte drauf haben können. Und diese Funktion ermöglicht es ihm, als jeder Twitter-Nutzer und jede Twitter-Nutzerin, als jeder Twitter-Account auf Twitter zu interagieren. Und in dem Fall, über den ich gerade angesprochen habe, 2020 war das, wurde dieser Got Mode ausgenutzt, um Tweets zu veröffentlichen über die Accounts von Apple, Joe Biden, Jeff Bezos, Bill Gates, Mike Bloomberg, Kanye West Uber, Floy Mate Mayweather, Cash App, Warren Buffett, Barack Obama, Mr. Beast und Elon Musk Und man könnte meinen, dass wenn es so ein Sicherheits ähnlich-Lack gibt, dass die EntwicklerInnen sich dran setzen und das fixen und das hat dieser Whistleblower jetzt eben veröffentlicht, das ist nicht so. Tatsächlich ist immer noch so, dass alle, die Zugriff auf den Code von Twitter haben, und das sind einige, wie wir wissen, Dass alle diese Menschen die Möglichkeit haben, diesen God-Mode zu aktivieren, indem sie in diesem Code einfach nur eine Zeile von false auf True umstellen. Also das ist sozusagen eine Konfigurationsdatei. wo man den Cloud-Mod einfach nur wieder einschalten muss und dann ist er wieder da. Und das ist schon eine fatale Sicherheitslücke. Also das ist eine, die man auch nicht mehr mit auch das aber kurios wegreden kann, sondern das ist ein tatsächlich riesengroßes Problem.
27:32 Dennis Horn
Absolut und gleichzeitig die Geschichte schon auch mit, sag ich mal, jetzt kuriosen Anteilen, weil Also du du hast gerade gesagt diese Geschichte stammt aus dem Jahr 2020 Ich erinnere mich, dass Facebook weit vor 2020, dass das mal Thema war bei Facebook, weil es da eben auch so einen God-Mode gab. Und da hatte das eines Skandalmaß, als als man darüber gesprochen hat, umso interessanter, dass bei Twitter sowas anscheinend nach Also nach dieser Debatte überhaupt noch entwickelt wurde, also dass man überhaupt auf die Idee kommt, nochmal sowas freizuschalten, abseits aller Regulierungsgeschichten, die es natürlich da auch gibt und die sowas eigentlich verhindern sollten, hochinteressant, tatsächlich.
28:28 Gavin Karlmeier
Voll. Und auch so ein bisschen die Frage, wofür ist diese Funktion gedacht gewesen?
28:35 Dennis Horn
Ja, und also wenn wir jetzt über Twitter-Files reden, also da könnte man mal irgendwie Twitter-Files ansetzen und jemanden berichten lassen, aber Das passive Verhalten von Elon Musk an dieser Stelle lässt sich, glaube ich, auch bewerten. Auch das ist eine Entscheidung, sich dazu dann nicht zu verhalten.
28:53 Gavin Karlmeier
100 Prozent Und ein weiterer Anlass noch einmal zu bekräftigen, das bedeutet, dass im Zweifel alle Menschen, die Zugriff auf den Code haben, auch Zugriff auf Privatnachrichten haben. Also wir hatten das länger schon hier gesagt, die Sicherheit ist eigentlich nicht gewährleistet auf der Plattform. Jetzt haben wir das tatsächlich relativ klar schwarz auf weiß. Die Sicherheit auf der Plattform ist nicht gewährleistet. Also wenn ihr auf eurem Twitter Account, oder muss ich ganz klar alle ansprechen, die das sie hören, wenn ihr mit eurem Twitter-Account mit InformantInnen Kontakt hattet, mit Menschen gesprochen habt, die sensible Informationen euch geschickt haben oder einfach nur mal ein Foto von einer Kontokarte geschickt habt, damit euch jemand Geld überweist. Dann löscht diese Nachrichten jetzt. Wir wissen nicht, ob das Löschen tatsächlich dazu führt, dass es auch von allen Servern verschwindet, aber es ist immer noch besser, als diese Privatnachrichten stehen zu lassen, auf die jeder zugefahren kann. Ja, da mache ich einen Punkt hinter. Das muss man nochmal klar sagen. Ich habe noch einen kleinen Rausschmeißer und dann bin ich aber auch hier am Ende meiner Liste. Und zwar haben wir, als es so losging mit uns hier, haben wir ja über Alternativen gesprochen, haben gesagt, das in den USA und auch in Deutschland. eine neue Art soziales Medium, soziales Netzwerk, vielmehr, sich verbreitet. In Deutschland gibt es dieses Tool mit dem Namen, ich glaube es heißt Slay. In den USA gibt es Gas. Und das ist eigentlich so ein Tool, wo man in Klassen abstimmen kann, wer hat das nettes Lächeln oder auch in Gruppen sagen kann, hey ich. Finde ich toll und man kann sich Flames schicken und so, also sehr junge Zielgruppe. Aber Discord hat dieses Gas nun gekauft, weil es interessant ist, weil es eben mehr als eine Million tägliche NutzerInnen hat. sehr populär an amerikanischen Highschools ist. Warum erzähle ich dir das hier in einem Twitter-Podcast? Weil Discord bislang im Bereich Social Media eigentlich sich gar nicht Verhalten hat. Und ich das einen spannenden Player finde, auch mal zu überlegen, wie interessant könnte für die eigentlich ein entsprechendes Konkurrenznetzwerk zu Twitter sein. Kann man einfach mal so als kleinen Denkanschluss in den Mittwoch mit reinnehmen.
30:58 Dennis Horn
Ich finde das einen interessanten Gedanken, weil wir eigentlich also ehrlicherweise jetzt seit vielen Jahren gar keine Bewegung mehr an neuen Playern hatten auf dem Social Media Markt. Und wir hier etwas hätten, wo es stimmig sein könnte.
31:13 Speaker 3
Also zumindest ist Discord ein ernstzunehmender Name. Absolut. Und den hatten wir eigentlich auch im Schirm. Vielleicht jetzt, mal sehen. Bis morgen. Bis morgen.