Endlich mal wieder was los, im Musk’schen Cinematic Universe. Und es bleibt mal einiges, um die Kinnlade zu Fallobst verkommen zu lassen: Vorneweg gibt es schon wieder Neuigkeiten aus der Welt des For You-Feeds. Man glaubt es kaum – schon wieder wird die Standardeinstellung verändert. Außerdem müssen bezahlte Postings nun mit #ad gekennzeichnet werden und wir sprechen mal über die Akkuratesse des View-Counts. Es wird also die große Gassirunde – liebe Grüße, eure zwei mit dem NRW-Abi!
Transkript
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00:01 Intro
Haken dran.
00:03 Gavin Karlmeier
Das Social Media Update der CT.
00:06 Dennis Horn
Hallo Gavin. Hallo Dennis.
00:07 Gavin Karlmeier
Was war denn das für ein Tag?
00:10 Dennis Horn
In jeder Ebene, also sowohl bei mir als auch bei Twitter auf mal die Hölle los.
00:14 Gavin Karlmeier
Und bei mir. Also wir müssen jetzt hier direkt reinspringen. Weil sonst kriegen wir das, was an diesem einen Tag passiert, ist nicht irgendwie sinnvoll durch, ohne dass hier einzelne Hörerinnen und Hörer, die schon gesagt haben, ihr dürft nicht so kurz sein. Weil, wie sollen wir denn die komplette Gassi-Runde abdecken mit diesem Podcast? Wir tragen auch Sorge dafür, dass ihr heute nicht zweimal gehen müsst.
00:38 Dennis Horn
Der Hund kann sich einmal schön ausbringen, dafür sind wir da.
00:41 Gavin Karlmeier
Genau, also willkommen in einer neuen Ausgabe von Welche Dinge die Twitter schon vor Jahren ausprobiert hat. Geht Elon Musk jetzt doch nochmal an, um dann festzustellen, dass es so, wie es zuletzt war, doch besser war. Wir starten. Mit so ein paar Uraltfunktionen, die wieder da sind, das machen wir aus Chronistenpflicht. Wir haben so ein bisschen das ja auch schon anklingen lassen in den letzten Ausgaben. Also Drittanbieter, um Twitter zu nutzen, sind tabu. Und gleichzeitig geht es mit der eigenen App nicht so richtig voran, aber da sind jetzt so alte Features wieder mit drin. Einmal die angepinnten Listen. schon darüber gesprochen, mit denen man sagt, Twitter jetzt kann man seine Experience verbessern. Und das sind angepinnte Listen, wie es sie schon mal unter iOS gab im Jahr 2019. Und da hatte Twitter das dann wieder weggenommen. Weil es nicht so gut bei den Nutzerinnen und Nutzern ankam. Und es ist Twitter gelungen, jetzt wieder die Vorschau von Fotos vor allem wieder in voller Größe auch in die Timeline zu packen, dass es nicht so 16 zu 9 abgeschnitten ist. Fantastisch, es geht voran.
01:52 Dennis Horn
Ja, es geht voran. Komischerweise, die angepinnten Listen, habe ich ja hier schon mal erzählt, hatte ich die ganze Zeit. Also ich hatte das Problem nicht, dass die mir irgendwie Abhanden gekommen waren, vielleicht ist der Rollout der Einstellung bei mir nie angekommen. Und die gekroppten Bilder haben. Rolin hatten wir ihn genannt. Genau, bei mir hat es Keep Rollin einfach. Und die gecroppten Fotos habe ich jetzt auch seit einem Tag oder so wieder richtig in der App. Und da haben wir uns ja auch schon darüber unterhalten, wie kann das passieren? Und vermutlich wurde da einfach ein altes Backup ausgespielt. Ich bin gespannt und das können wir jetzt leider natürlich nicht prüfen. Aber mich würde mal interessieren, wie viele Features, die tatsächlich jetzt gerade auch wieder funktionieren, auch einfach mal jetzt ein paar Tage gar nicht so richtig funktioniert haben, die wir aber einfach nicht verwenden und welche anderen Relikte einer alten Zeit in unserer Twitter-App noch so schlummern. die einfach gerade nicht zutage kommen. Also würde mich tatsächlich alles mal sehr interessieren. Also wenn ein bestehender oder ehemaliger Twitter-EntwicklerInnen uns dir zuhört, gebt uns doch mal eine anonyme Nachricht.
02:55 Gavin Karlmeier
Ja, schreibt uns per Twitter Direct Message. Besser nicht. Auf anderen Wegen. Also, da können wir direkt weitermachen an der Stelle. Wir haben die letzten Ausgaben sehr viel gesprochen über die For You-Timeline. Die so ein bisschen abgeguckt ist von Twitter, um so ein bisschen Interaktionen zu fördern, diesen Suchtfaktor von Twitter, von TikTok, diesen Suchtfaktor auch zu erzeugen, den TikTok hat, ja, dass man da so reingezogen wird. Vielleicht ist Twitter dann irgendwann aufgefallen, wir haben ja gar keine Videos, das funktioniert hier ja alles ein bisschen anders. Und jetzt werden sie tatsächlich diese Entscheidung. diese For You Timeline zur Standardeinstellung für alle Nutzerinnen und Nutzer zu machen zurückziehen. gesagt und Twitter-Nutzerinnen und Nutzer werden jetzt standardmäßig, also klar, die haben schon angekündigt, man kann wechseln und diese Einstellung bleibt dann erhalten, aber Standard sollte for You sein. Wird jetzt auch zurückgezogen, standardmäßig wird man jetzt wieder In chronologischer Reihenfolge Twitter so nutzen, wie man Twitter nutzen möchte.
04:01 Dennis Horn
Und das ist jetzt wirklich, also ich versteh also wenn wer sich da schon beschwert, dass deutsche Fernsehen besäße, keinen langen Atem, wenn sie Formate zu früh einstellen. Hier ist das Format nicht mal ausgeschlossen Ausgerollt worden und wir haben schon, äh, wir haben es schon kassiert. Also, das ist nicht nachvollziehbar, was da passieren muss. Also, da würde ich wirklich gerne mal ein Mäuschen bei Slack spielen und mitkriegen, wie die da miteinander kommunizieren. Weil ja auch der Weg dahin, ein war halt zu sagen, also das gibt es jetzt, wir werden jetzt TikToky über, wir werden jetzt TikToky, aber die Leute können das auch standardmäßig ausschalten, wenn sie da keine Lust drauf haben. Wir sind das jetzt doch nicht so richtig. Da müssen ja Gedankengänge vorgenommen worden sein. Also, das ist ja alles immer öffentlich worden, veröffentlicht worden. Das ist ja das Absurde. Also, es ist immer das Ende eines Diskussionsprozesses. den wir mitkriegen, dem ja wahrscheinlich noch viel mehr Diskussion zugrunde liegt.
04:57 Gavin Karlmeier
Das ist eigentlich die Faszination gerade, oder? Also nur deswegen machen wir das doch hier.
05:02 Dennis Horn
Ja, es ist definitiv so, aber es ist doch völlig Das kannst du doch niemandem erzählen.
05:08 Gavin Karlmeier
Pass auf, wir springen jetzt nochmal sieben Jahre zurück ins Jahr 2016. 2016 hat Twitter einen algorithmisch sortierten Feed eingeführt. Also diese Algorithmus-Timeline, wie man das bis dahin so von Facebook kannte, vor allem Und das hat Nutzerinnen und Nutzern schon nicht so gefallen. Also man ist schon so grundlegend immer in der chronologischen geblieben, aber wenn man sich neu angemeldet hat, registriert hat bei Twitter. Dann war man erstmal, bis man es selbst so von sich aus umgestellt hat in dieser Algorithmus-Timeline. Und 2018 hat Twitter dann die chronologische wieder rückausgerollt. Und es war jetzt im März letztes Jahr, also März 2022, das Twitter dann plötzlich Beschlossen hat, diese beiden Timelines, also die chronologisch sortierte und die Home-Timeline, also die algorithmisch sortierte, oben über diese Sternchen zugänglich zu machen, wobei da dann natürlich wieder die algorithmisch sortierte, die Standardeinstellung war und nach vier Tagen Hat Twitter dann auch diese Entscheidung nach so einem richtigen öffentlichen Aufschreiber Twitter auch wieder zurückgenommen? Das heißt, die Plattform ist die Geschichte schon zweimal durch. Und wir machen es gern natürlich noch ein drittes Mal mit Elon Musk mit.
06:29 Dennis Horn
Und das ist lustigerweise ja das, wo wir hier euch, also ihr habt das jetzt schon so oft von uns gehört, aber wir können es nicht oft genug sagen. Wir beobachten Elon Musk dabei, wie er alte Fehler nochmal macht, um am Ende wieder beim Status Quo auszukommen.
06:43 Gavin Karlmeier
Es ist wie eins dieser Tiere, die mal einen Elektrozaun packen.
06:47 Dennis Horn
Ja, oder der Waschbeer, der die Zuckerwarte in der Pfütze putzen möchte.
06:50 Gavin Karlmeier
So, jetzt kommt ein bisschen Markus Lanz-Moment hier rein. Dave Carp, Richard, kennst du den?
06:57 Dennis Horn
Der sagt mir jetzt nichts. Wie findest du meinen Precht?
07:01 Gavin Karlmeier
Ja, ist schon ganz gut. Professor of Media and Public Affairs. Am Columbian College of Arts and Sciences. Guter Mann, schätze ich sehr. Liebe Grüße an der Stelle. Der hat jetzt.
07:13 Dennis Horn
Lanz hätte noch erzählt, wie er mit ihm gemeinsam durch Tibet gewandert ist.
07:16 Gavin Karlmeier
Ja, ja, ja, ja. Das war aufregend. Das war die Geschichte, wo die beiden nachts Hunger bekommen haben und gemerkt haben, dass ein dickerer Schlafsack nicht hilft, sondern man muss was essen. Aber das hört ihr drüben im anderen Podcast. Also, jetzt der Kerl hat Dave Karpf hat einen Artikel veröffentlicht in seinem Substack-Newsletter. Zu diesem View-Count, über den wir auch hier ab und zu schon gesprochen haben, also der Frage oder diese Anzeige, wie viele Leute haben angeblich Deine einzelnen Tweets gesehen. Das wird ja jetzt seit einer Weile unter jedem Tweet angezeigt. Wir haben schon ein Fragezeichen dran gemacht an diese Zahl, weil es ja, du erinnerst dich, so Leute gehabt, die mal ausprobiert haben mit einem geschlossenen Account und nur einem Follower, dass dann da plötzlich irgendwie acht Views. Oder so unter dem Tweet standen. So, und Dave Carp hat 42. 000 Twitter-Follower. Und er schreibt jetzt sinngemäß, dass ihm diese Zahl mittlerweile so ein bisschen hohl vorkommt. Der hatte einen großen Sprung irgendwann, weil er eine lautere Auseinandersetzung irgendwo im Netz hatte und dann hatte er viele neue Follower dazu gewonnen. Und er hält jetzt erstmal fest, wenn er etwas twittert, dann wird es natürlich nicht von all diesen 42. 000 Accounts gelesen, sondern von einer Teilmenge. die entweder zufällig in dem Moment in ihrer Timeline so nachguckt, wenn er den Tweet geschickt hat, oder ein paar Minuten später, Und von allen, denen dieser Tweet über die algorithmische Timeline dann angezeigt und ausgespielt wird. Also, das ist erstmal die Beschreibung, wie Twitter funktioniert, wenn ich was raushaue. Und Dass Leuten ausgespielt wird. So, und jetzt sagt er aber: mit diesen 42. 000 Followern erreicht er regelmäßig ziemlich konstant zwischen 2000 und 3000 Leuten. Wenn er nicht gerade was Außergewöhnliches schreibt, das ganz viele Retweets bekommt Dann steht beim View-Counter eben irgendwas zwischen 2000 und 3000 Leuten. Jetzt hat er letzten Monat einen Artikel für das Atlantic-Magazin geschrieben, The Atlantic. über Chat-GPT, ein im Moment gehyptes großes Thema. Ja, diese Software, mit der ich chatten kann. Auf der anderen Seite sitzt eine KI, und das ist das erste Mal, dass eine KI Ja, im Grunde, sagen wir mal, den Curing-Test besteht. So, das ist die, äh, ist Chat-GPT. So, und auch dieser Artikel, also den getwittert hat und der wirklich ähm Rundging und viele Leute erreicht hat, hatte nur knapp 3000 Leute im Viewcount So, und da hat er sich gewundert. Er hat begonnen, sich zu wundern und sagt dann: Eigentlich kann das nur an drei Dingen liegen. Erstens, vielleicht ist er irgendwie Shadowgeband. Ja. Also er sagt, er hat auch schön gegen Elon Musk immer getwittert, so die letzten Wochen viele Dinge gesagt, die nicht besonders nett waren und vielleicht haben ihn besonders viele Leute gemeldet. Schwer zu sagen. Das ist eine Blackbox. So, zweite Erklärungsmöglichkeit. Viele der Leute, die ihm folgen, haben Twitter entweder schon wieder verlassen oder besuchen Die Plattform viel seltener.
10:53 Dennis Horn
Ja.
10:54 Gavin Karlmeier
Das ist also sozusagen die These: Twitter wird zur Geisterstadt. Das ist auch seine favorisierte These. Also die Menge an Leuten, die hier den Bass halten, wird immer dünner. Sie sperren Ihre Konten oder legen sie auf Eis, aber löschen sie nicht. Weil sonst schnappt sich irgendwer den Nutzernamen Ad Horn
11:12 Dennis Horn
Die Volker sagen The Hornway.
11:14 Gavin Karlmeier
Und machen dann weiter, genau. Löschen vielleicht auch die App vom Smartphone und gehen dann auf Instagram oder TikTok oder Mastodon oder Slack oder Discord, schreibt er. Spazieren. So, und die dritte Erklärung, die er hat, ist: vielleicht ist der View-Counter auch einfach Quatsch
11:33 Dennis Horn
Ich will das nicht ausschließen, ne?
11:35 Gavin Karlmeier
Ich möchte das auch nicht ausschließen, aber er hat einen Punkt gemacht, der, wenn er Quatsch wäre, dann würde er eigentlich tendenziell überzählen und nicht unterzählen.
11:43 Dennis Horn
Stimmt.
11:44 Gavin Karlmeier
Ja. Also normalerweise gibt es irgendwie Probleme, wenn Plattformen die Zahlen fälschen. Wir haben ja auch mal über Facebook gesprochen, wo Zeitweise die Zahlen für die Videoabrufe ein bisschen höher waren. Da war keine gute Laune in der Zusammenarbeit mit den Publishern, die bei Facebook auch veröffentlichen sollten. Auf der anderen Seite hat Twitter, schreibt Dave Kap, ja auch nur noch 16 Ingenieure, die auf dem Parkplatz arbeiten. Und diese neue Funktion ist irgendwie kurz vor den Feiertagen eingeführt worden. Wer weiß. So. Und jetzt sagt er aber, seine These ist die der Geisterstadt, also dass tatsächlich wesentlich mehr passive Accounts mittlerweile unterwegs sind. Das würde er jetzt hier so aus seiner persönlichen Empirie Ableiten, er nennt Twitter ein Megafon mit leeren Batterien. Was hältst du davon? Also ich denke, das ist ja alles so blackboxig, dass ich das eigentlich gar nicht so Fix sagen lässt. Auf der anderen Seite sind so Plattformen, wo so Stück für Stück die aktive Nutzung zurückgegangen ist. Ist ja auch nichts Neues.
12:51 Dennis Horn
Es ist ja das, was Facebook erlebt. Ich glaube, das ist auch der normale Ende eines Lebenszyklus eines sozialen Netzwerkes, dass eben die Leute einfach nach und nach vergessen, dass sie dort mal waren. und das Netzwerk einfach vernachlässigen, so haben wir das ja auch geschildert, wie könnte Twitter für uns enden, wahrscheinlich ausschleichend.
13:10 Gavin Karlmeier
Ja, wie sterben soziale Netzwerke? Ich finde übrigens, es gibt noch einen anderen Punkt. Leute vergessen mitunter auch, dass sie mal sehr aktiv waren auf dieser Plattform. Und immer wenn Plattformen größer werden, wird aber ihr Charakter ja auch öffentlicher. Ja, also dann kommen wir als ARD oder so und dann Posten wir da die ganzen Hochglanzsachen rein und Content Creator machen es genauso, haben sich plötzlich einen Spiegelreflex gekauft und filmen damit und so weiter. Und dann Guckst du dir das an und denkst so, oh, das ist aber jetzt alles ganz schön öffentlich hier? Ist natürlich nur ein Gefühl, weil das, was du postest, sehen ja trotzdem nur die Leute, die dir folgen.
13:51 Dennis Horn
Klar.
13:52 Gavin Karlmeier
Aber das ist ein Umfeld, in dem du dich. Auch gar nicht mehr so aktiv bewegen möchtest. Und natürlich ist Twitter einfach auch nicht mehr das beste Umfeld.
13:59 Dennis Horn
Und diesen Effekt kann man ganz schön beobachten, wenn man mal, also Facebook hat ja das Problem, dass Leute da eigentlich quasi nichts mehr posten. Und um uns daran zu erinnern, dass wir das mal gemacht haben, kriegen wir jeden Tag diese Benachrichtigung. Heute vor sieben Jahren hast du das gepostet. Und wenn man früher so aktuell hat. Tiefer auf Facebook wie wir beide, also du postest ja heute immer, glaube ich, noch recht viel, aber Ja, ich habe einen Redaktionsplan, der muss erfüllt werden. So ist es. Wenn ich mich aber jetzt mir anschaue, was ich so vor acht, neun, zehn Jahren bei Facebook gepostet habe, das ist mir oft peinlich. Und ich denke mir, oh Gott, wie konnte ich sowas ins Internet schreiben? Ich glaube, das ist auch eben Teil dieses Effektes, dieser gewachsenen Öffentlichkeit und einer gefühlten neuen Notwendigkeit nach einem Sendebewusstsein, das wir vielleicht anfangs auf diesen Plattformen einfach nicht hatten, weil wir A nicht gewohnt waren. in Anführungsstrichen öffentlich zu agieren. B, nicht gewohnt waren vielleicht auch tatsächlich eine Öffentlichkeit, um uns herumzuhaben, die wir jetzt vielleicht ja auch von Berufs hergen her auch tatsächlich haben. Aber auch C, weil die Plattformen sich ja auch zunehmend professionalisiert haben in ihrem ganzen Auftreten. Darüber wollte ich aber gar nicht, äh, das wollte ich gar nicht sagen. Wie sind wir da jetzt hingekommen? Achso, das Sterben der sozialen Netzwerke, genau. Ich kann mir das vorstellen, ich bin mir aber nicht sicher, ob das tatsächlich bei ihm nicht dieses wie erst eine persönliche Empirie ist, weil ich das so nicht in dem Ausmaß beobachte. Also bei mir, ich gucke mir meinen eigenen Viewcount ehrlicherweise gar nicht an. Ich habe Ja, ich mm, ich vergleiche das nicht. Ich sehe aber die Interaktionszahlen. Und die sind einmal doll eingestürzt und seitdem aber auf einem konstant niedrigeren Niveau als vor Ausbruch, hätte ich fast gesagt. Ausbruch von Elon Musk. Und seitdem auf diesem relativ gleichbleibenden Niveau. Was ich aber auch beobachte, und das ist aber eine Sache, die auch sehr blackboxig ist, weil wir zwar ahnen können, wie es funktioniert, aber es nicht genau wissen, nämlich die algorithmische Ausspielung, ist, dass ich durchaus auch in anderen sozialen Netzwerken beobachte, dass Beiträge einer ähnlichen Machart auch immer eine ähnliche Anzahl an Interaktionen bekommen. Also wenn ich ein Foto von mir bei Instagram hochlade, dann bin ich immer so um 300 Likes, sage ich jetzt mal. Und auch das möchte ich gar nicht ausschließen, dass auch hier irgendwann eben einfach so ein natürlicher Aussp, das natürliche Ende einer Ausspielung eines Tweets für die, die es algorithmisch sortiert haben, erreicht sein könnte. Also es könnte natürlich auch einfach sein, dass er einfach keine Viralität mit seinen Beiträgen mehr erreicht.
16:34 Gavin Karlmeier
Warum auch immer. Vielleicht halten wir fest, wir beide geben Dave Carp mal ein Social Media Seminar. Und das ändert sich dann. Also ich fand es wichtig, mal darüber zu sprechen, weil ich den Eindruck habe, das sind jetzt so ein bisschen so diese Pieces, die die Runde machen. Und dann redet jeder darüber. Und ich hatte auch so ein paar Fragezeichen, sagen wir mal, als ich den. Drei Fragezeichen hatte ich, als ich den Artikel gelesen habe. So, jetzt nähern wir uns langsam unserem
17:05 Dennis Horn
täglichen Funktionsreigen, den wir hier im Podcast auch haben.
17:09 Gavin Karlmeier
Einmal durch, was hat sich Neues getan, welcher Knopf ist jetzt auf der linken und wieder der rechten Seite. Und wir haben jetzt gesehen wie die Longform-Tweets aussehen werden. Da gibt es so ein erstes Video. Ich beschreibe das mal kurz. Also man fängt an zu twittern Und ihr kennt, wenn ihr in der Twitter-Oberfläche was eingibt, diesen Kreis, der sich dann langsam schließt, so im Uhrzeigersinn und irgendwann sind die 280 Zeichen voll. Und dann kann man oder konnte man bisher nicht weiter tippen und der Kreis war voll. Und jetzt ist es so, dass wenn ihr die 280 Zeichen überschreitet, dass dann dieser gefüllte Kreis Sich noch von unten dann komplett auffüllt. Also so, dann ist das so, als würde man den, dieses runde Ding von, als würde das so mit Wasser gefüllt werden. Ja, so sieht das aus. Und man kann immer weiter und immer weiter und immer weiter schreiben. So im normalen Tweet. Also, das ist nicht wie so eine anhängende Notiz oder so. So sieht das nämlich eben nicht aus. Übrigens überraschend, weil das war ein bisschen anders angekündigt. Und dann klickt man auf jetzt twittern oder veröffentlichen oder was auch immer da steht. Und dann kommt dieser Tweet mit dem, wie wir es schon von Facebook kennen. Show more. So. Aber das ist nicht, wie wir die Longform-Tweets erwartet hatten, richtig?
18:37 Dennis Horn
Ja, also es wurde tatsächlich ja gemutmaßt, dass sowas auch kommen könnte. Aber es gab eben auch die Überlegung, dass eben so eine Art Notizenfunktion kommt. Da wir das nicht wissen, könnte ich mir vorstellen, dass diese Notizenfunktionen. Wir müssen alles für Möglichkeiten. trotzdem noch kommen könnte, nämlich mit der Möglichkeit von formatiertem Text. Das wurde ja auch besprochen, als es kommen könnte. Ich finde das tatsächlich weniger ungeil als ich dachte. Also ich finde, das ist eine sehr elegante Möglichkeit, längere Texte auf dieser Plattform zu packen. ohne diesen USP so anzugreifen. Weil das ist ja, ich weiß noch, als wir damals darüber gesprochen haben, wo lange Tweets könnten kommen, war das mein erster Impuls, jetzt reißt Elon Musk den einzigen USP, den die Leute wirklich mit Twitter verbinden, mit dem Arsch ein. Und tatsächlich ist es aber so, dass ich das. Gefühl habe, der USP bleibt davon ziemlich unberührt. Also es fühlt sich immer noch wie eine kurze Nacht an, eben aber mit der Möglichkeit, über so einen Ausklappen-Link das Ganze mir ausführlich anzeigen zu lassen. Ich finde es nicht verkehrt. Jetzt bräuchte man nur noch Leute, die das tatsächlich nutzen, aber grundsätzlich ich weiß nicht, wie es dir geht
19:48 Gavin Karlmeier
Ja, ich finde ja schon immer, dass diese Diskussion über wie viele Zeichen stehen uns jetzt genau zur Verfügung, auch damals schon bei 140, von 140 auf 280, so ein bisschen harsch geführt wird immer. Also ich Ich würde dir recht geben, das ist irgendwie ein USP. Und ich finde das jetzt auch eine smarte Lösung. Ich hätte aber auch so eine Notizgeschichte. akzeptiert, weil ja trotzdem der Kern von Twitter in diesem 280-Zeichen-Modell bleibt und und auf Kürze Um zu diesem Inhalt hinzuleiten, ausgelegt ist. Da hätte ich jetzt ehrlich gesagt nicht gewusst, was einen Unterschied macht zu so einem Notizenartikel. Oder eine externe Website zu verlinken, wo ich es auch irgendwie hätte schreiben können. Also gleichzeitig, du hast recht, das ist smart. In dieser Art und Weise, vor allem ist es ein gelerntes Modell, weil man das schon von anderen Plattformen kennt und das funktioniert. Ja.
20:46 Dennis Horn
Abwarten, ob es auch angenommen wird.
20:49 Gavin Karlmeier
Ja. Wie es angenommen wird, bleibt abzuwarten. So, haken dran. Aus familiären Verpflichtungen musst du auch sagen. Ja, genau, sonst. Ja, weiß ich nicht, Babysitten und so. Da muss man geklärt werden weiter. So, also, wir wollen weitermachen mit. Kleinigkeit habe ich noch auf der Liste hier, an Neuigkeiten für die Nutzerinnen und Nutzer. Twitter hat seine Richtlinie für bezahlte Partnerschaften aktualisiert, also für Nutzerinnen und Nutzer, die. Geld bekommen haben für einzelne Tweets, also das Prinzip Influencer im Grunde, nur bei Twitter Und in dieser Richtlinie steht jetzt nur einfach einmal deutlich drin, ich kann das gar nicht einschätzen, diese Nachricht, warum jetzt genau, ob es da irgendwie einen Hintergrund gibt, dass eben Marken, Influencer und Kreative Einfach ein Hashtag add einbauen möchte. Das ist so unelegant, das ist unglaublich.
21:57 Dennis Horn
Why?
21:58 Gavin Karlmeier
Also, gab es da irgendwas, was ich nicht mitbekommen habe in USA oder so?
22:02 Dennis Horn
Also, diese Diskussion ist ja so alt, wie das Influencertum als solches ja auch schon ist. Andere Netzwerke haben das sehr elegant gelöst. Bei Instagram kann ich eine bezahlte Partnerschaft in meinem Post aktivieren. Da ist es eigentlich mit am elegantesten. Genau, und kann sogar den anderen Account markieren, kann also sagen, bezahlte Partnerschaft mit Dennis Horn und dann. Haben wir mal gemacht. Haben wir schon mal gemacht, genau. Tatsächlich.
22:26 Gavin Karlmeier
Hab ich einen Euro für bekommen. Oder gar nichts mehr.
22:30 Dennis Horn
Aber pro Impression habe ich dich bezahlt. Und das ist eine elegante Lösung, um eben Werbung zu markieren. Ist aber eigentlich vom Netzwerk her keine Notwendigkeit gewesen, sondern es war ein eleganter Umgang damit, und jetzt halte ich fest. Dass die Leute immer Hashtag Werbung in ihren Post unten reingeschrieben haben. Das war die Antwort von Instagram. Die Antwort von Twitter darauf, dass die Leute gar nichts reinschreiben, ist, dass sie jetzt bitte Hashtag Werbung in ihre Tweets schreiben müssen. Ich weiß nicht, warum die das tun. Also die Leute, die veröffentlichen, stehen in der Schuld, wenn sie Werbung nicht richtig markieren, zumindest. Ist das mein Kenntnisstand und nicht die Plattform, auf der das stattfindet. Es könnte natürlich sein, dass irgendjemand aus dem aus dem Lobby-Team von Twitter beispielsweise Wind bekommen hat, dass es zum Beispiel in der EU eine Regelung gibt, die auch die Plattform in die Pflicht nimmt. Sollte Werbung unmarkiert sein? Das wissen wir alles in Mutmaßung. Aber solche Entscheidungen, die ja auch in den Umgang mit der Plattform schon scharf eingreifen. Die mache, das machen die ja nicht anlasslos, müsste man sagen, wenn man die ganze Zeit von Vernunft ausgehen könnte.
23:43 Gavin Karlmeier
Ich fand ganz interessant den Punkt, den du gerade genannt hast, nämlich eigentlich sind die Nutzerinnen und Nutzer dafür verantwortlich und nicht Twitter. Da kommen wir jetzt nämlich zum nächsten Thema. Völlig anderer Sachverhalt, aber genau diese Mechanik spielt bei dem nächsten Thema jetzt eine Rolle. Es gibt eine Klage gegen Twitter, und zwar in Deutschland. Die sich mit den AGB, also den Nutzungsbedingungen von Twitter, beschäftigt. Es klagen gemeinsam Hate Aid, Und die European Union of Jewish Students. Das ist ein Zungenbrecher. Und ich hoffe, wenn der Titel jetzt nochmal auftaucht, ich komme hier sauber durch. Also die beiden Klagen gegen Twitter. Weil sie der Ansicht sind, dass Twitter gegen seine eigenen Nutzungsbedingungen verstößt. Also die AGB ist im Vertrag mit Nutzerinnen und Nutzern und beide Seiten müssen sich daran halten. Und jetzt sagen HateAid und die European Union of Jewish Students, dass in diesen AGB ein Versprechen drinsteckt. Und ich zitiere hier mal kurz. Twitter schreibt, wir haben Missbrauch, der durch Hass, Vorurteile oder Intoleranz motiviert ist, den Kampf angesagt. Und Twitter schreibt da, dass es sich auch das Recht vorbehält, dann solche Inhalte zu entfernen. Das ist ja jetzt so mit angesichts der vergangenen Monate. Und was auf dieser Plattform passiert, ist ja schon an sich ein Witz. So, diese, dieses Versprechen, wenn man das jetzt so liest. Aber wir sind ja noch keine Richterinnen und Richter, die das jetzt irgendwie abklopfen. Aber Da steht dann auch noch sowas drin, in den Nutzungsbedingungen. Du darfst keine Gewalt androhen, keine Gewalt gegen Personen fördern. wenn diese Äußerungen aufgrund von Abstammung ethnischer Zugehörigkeit erfolgen, religiöser Zugehörigkeit. Und Twitter würde Accounts nicht erlauben, die als Hauptziel haben, Schaden gegen andere anzurichten.
25:54 Dennis Horn
So.
25:55 Gavin Karlmeier
Jetzt sagen HateAid und die European Union of Jewish Students, ähm, dass Twitter, wenn es nicht nur die deutschen Gesetze, was ja Elon Musk versprochen hat, ne, für uns ist überall das Level die Gesetzeslage Sondern auch die eigenen Grundsätze, die tatsächlich noch dort stehen in den AGB und auch über die Gesetze hinausgehen, übrigens, Dass dann Volksverhetzung, Beleidigungen, Morddrohungen, Holocaust-Leugnungen, all diese Dinge nicht auf Twitter zu sehen sein dürften. gelöscht werden müssten und die Realität ist eine andere. Ja, also jetzt hat irgendwie Twitter Vorgestern, wenn ihr das hört, am Dienstag das Konto von Nick Fuentes auch wieder freigeschaltet. Ein Rechtsextremer der auch immer wieder aufgefallen ist mit Holocaust-Leugnungen, rassistischen Äußerungen, Verschwörungstheorien, Wladimir Putin Verehrung
26:53 Dennis Horn
Und da kann man zu sagen, also solche Meldungen erreichen uns tatsächlich nahe täglich. Wir nehmen die oft nicht auf, weil das eben einerseits Kleinigkeiten sind und mittlerweile muss, also eben im Vergleich zu dem, was wir sonst hier berichten. Inzwischen muss man aber sagen, das häuft sich, dass regelmäßig eben solche Menschen wie er, rechtsextreme, volksverhetzende Menschen, dass die einfach wieder aktiviert werden.
27:18 Gavin Karlmeier
Nick Fuentes war jetzt so. Anderthalb Jahre verband, also seit Sommer 2021. Und nicht nur von Twitter, sondern auch von YouTube, Twitch. Es gab auch Zahlungsdienstleister, die ihm dann den Zugang verwehrt haben. Und jetzt ist er am Dienstag wieder zur Twitter zurück, hat auch schon getwittert, dass es sich gut anfühle, zurück zu Hause zu sein. Vielen Dank an alle, die mir geholfen haben, wieder zurückzukommen. Und also da ist das Gefühl, das ist ein Zuhause für ihn. So, und da setzen dann natürlich, also, das ist jetzt nicht das deutsche Rechtsgebiet, wo Nick Fuentes twittert, aber Da setzt natürlich jetzt diese Klage von HateAid und der European Union of Jewish Students an, die sagen, hier hält sich Twitter nicht an die eigenen AGB, die Zeit, zitiert zwei solcher völlig offensichtlich strafbare Tweets in einem Artikel. Ich Gibt es jetzt hier mal so wieder einfach, damit wir wissen, wovon wir reden? Ähm es gibt hier eine Minute, wenn ihr das nicht hören wollt. Also zwei solcher Tweets als Beispiel. Da schreibt jemand, Schwarze sollten vergast werden und danach mit SpaceX auf den Mars geschickt werden. Oder der Holocaust ist niemals passiert, it's all Jewish Sionist Elite Bullshit. Also das sind ja nur so zwei Beispiele und wir wissen, es gab immer wieder über die vergangenen Jahre, auch vor Elon Musk natürlich. Blicke so auf Hass bei Twitter, die immer wieder solche Inhalte gezeigt haben. Das ist strafbar in Deutschland. Also da gibt's einzelne Paragraphen im Strafgesetzbuch. Staatsanwälte können versuchen, irgendwie dann direkt gegen die Leute vorzugehen. Das ist jetzt das, was du eben gesagt hast, nur beim Thema Werbung. Die Urheberinnen und Urheber, das sind die, die eigentlich verantwortlich sind, aber es gibt In Deutschland auch den Grundsatz, wenn man da nicht rankommt und wenn, sagen wir, ein systematisches Versagen festgestellt wird, einer Plattform. Dann kann die Justiz tätig werden. Also es könnte das Bundesamt für Justiz könnte zum Beispiel ein Bußgeld anordnen. Ist bisher nicht geschehen. Es ist eine Unterbehörde des Bundesjustizministeriums. Ja, und so bei diesem Gedanken, dieses systematischen strukturellen Versagens, setzt jetzt eben diese Klage an. Um zu sagen hier, Twitter, du hältst dich nicht an deine eigenen AGB.
30:03 Dennis Horn
Meinst du, also das wissen wir natürlich nicht, aber meinst du, dass dieser Zusammenhang, den wir da herstellen, dass der vielleicht auch bei Twitter hätte hergestellt werden können? Also dass dieses Vorauseilende, hey, gerade in Deutschland wird InfluencerInnen verfolgt, die also juristisch verfolgt, die ihre Werbungen nicht korrekt kennzeichnen. Also führen wir sicherheitshalber hier schon mal eine Vorsichtsmaßnahme ein, um quasi diesen Zusammenhang selbst eben auch aufzubauen. Verantwortung von Plattformen für das, was dort passiert?
30:38 Gavin Karlmeier
Meinst du, das war so ein.
30:39 Dennis Horn
Ich weiß es nicht. Habe ich mich gerade gefragt, weil der Zeitpunkt, der Zeitpunkt eben doch frappierend ist, aber kann ich nicht sein.
30:48 Gavin Karlmeier
Nee, ich glaube nicht. Also erstmal, die haben überhaupt nicht mehr genug Leute. Um so etwas voranzutreiben, erst recht nicht für einzelne Märkte innerhalb von Europa. Das ganze Geschäft wird ja jetzt irgendwie seit einer Weile dann irgendwie nur noch von Dublin ausgeführt. Und ich hätte gesagt, Auf Basis dieses massiven öffentlichen Drucks, was Hass im Netz angeht und vor allem strafbaren Hass im Netz und der Debatte der vergangenen Jahre über das Netzwerkdurchsetzungsgesetz Bis jetzt zu diesen ganzen Gesetzgebungsverfahren auf europäischer Ebene, da war Twitter mal in diesem proaktiven, aber immer natürlich irgendwie getriebenen. Weiter als dass es das heute ist.
31:34 Dennis Horn
Ja, verstehe ich.
31:35 Gavin Karlmeier
So. Nee, würde ich nicht so sehen. Und ich finde aber jetzt tatsächlich diesen Punkt extrem interessant, weil es wieder so einer ist. Es gibt jetzt bei Facebook übrigens auch so eine Geschichte, da gibt es dieses Datenleck. Und da hat das Landgericht Paderborn, es würde aber wahrscheinlich natürlich bis vor den Bundesgerichtshof gehen am Ende noch, weil Weil Facebook das nicht einsieht, aber das Landgericht Paderborn hat einem Nutzer dort Schadensersatz zugesprochen, Schmerzensgeld für diese geleckten Daten von ihm. 500 Euro und es gibt andere Urteile von anderen Gerichten, wo es bis 3000 Euro geht. Und ich finde ganz interessant Dass es jetzt so an einzelnen Stellen, das wird natürlich sich über Jahre noch ziehen, bis das irgendwo höchstrichterlich mal festgehalten ist, aber dass an einzelnen Stellen die Rechte der Nutzerinnen und Nutzer jetzt auf eine Art und Weise gestärkt werden und Vielleicht sogar im ersten Schritt überhaupt erstmal gesehen und anerkannt werden auf so einer rechtlichen Ebene gegenüber diesen großen, anonymen Konzernen, die auch nie erreichbar sind und so weiter.
32:48 Dennis Horn
Ja, ja.
32:50 Gavin Karlmeier
Wie man das eigentlich jahrelang gar nicht kannte. Und auch dieses Verfahren jetzt hier, wenn das erfolgreich wird. Das ist ja jetzt erstmal am Landgericht Berlin, diese Klage dieser beiden Organisationen gegen Twitter. Dann finde ich, wird so das Machtverhältnis zwischen Nutzerinnen und Nutzern und den Plattformen nochmal komplett neu austariert.
33:13 Dennis Horn
Ja, und auch mal ein bisschen gerade gezogen. Weil also gerade im öffentlichen Bild ist es ja so, diese Plattformen verdienen extrem viel Geld. mit uns, die es benutzen. Es gibt wahnsinnig viele inzwischen im in den Volksmund übergegangene Sätze, die das versuchen. Zu veranschaulichen, nach dem Motto, wenn es umsonst ist, bist du das Produkt. Und jetzt gibt es plötzlich da eine Trend dazu, Gott sei Dank, endlich. der versucht, das Ganze etwas geradezu ziehen und uns so ein bisschen aus dieser Abhängigkeit rauszieht. Weil man muss auch dazu sagen, diese sozialen Netzwerke sind, und das gilt nicht nur für Twitter, sondern inzwischen, also ehrlicherweise für fast alle von denen, sind Teil unserer Infrastruktur, sind Teil des öffentlichen Lebens, des Miteinanders, des sozialen Lebens. Wir sind darauf angewiesen. Und hängen aber komplett am Nabel eines Systems, das wir selber auch nur in Teilen durchdringen und verstehen können. Und wenn da jetzt plötzlich Entscheidungen getroffen werden, die dazu führen, dass wir als Nutzerinnen und Nutzer eben nicht einfach nur dem ausgeliefert sind, sondern wissen, wir haben gleichzeitig den Rechtsapparat auf unserer Seite, der schützende Hände um uns legt, wenn es Probleme gibt. Das kann eine gute Entwicklung in eine richtige Richtung sein.
34:34 Gavin Karlmeier
Wir haben, als wir diesen Podcast hier gestartet haben, oft genug darüber gesprochen. Das Thema hat so ein bisschen bei all dem Buzz, den Elon Musk da erzeugt hat, zurückgefahren. Aber jetzt kommen wir langsam wieder dazu. dass eigentlich so eins der zentralen Probleme und mit die zentrale Herausforderung der Plattformen eben die Content-Moderation ist. Jetzt haben wir einen Fall in Indien, der hier auch ein bisschen reinspielt, der ganz interessant ist. Und ich finde mit am interessantesten die Reaktion von Elon Musk darauf. Also Twitter, aber auch YouTube haben auf Druck der indischen Regierung einen kritischen Bericht gelöscht über den Premierminister Modi. In Indien. Da haben sich Beamte gemeldet bei diesen Unternehmen und aufgefordert, eine Dokumentation der BBC Sagen wir mal, runterzupegeln in ihrer Sichtbarkeit. Ich nehme die vorsichtigste Formulierung, die mir zur Verfügung steht. Und in dieser Dokumentation der BBC geht es um die Rolle, die Modi hatte bei einem Massaker in einem indischen Bundesstaat vor gut 20 Jahren. Diese Beamten, die sich gemeldet haben bei den Plattformen, bezeichnen das als Propaganda. Und Twitter und YouTube sind eben angewiesen worden, Links zu diesem Film zu sperren und Da hört man, sie hätten diese Anweisung auch befolgt. Da gab es auch Beiträge von einer ganzen Reihe von Nutzerinnen und Nutzern in Indien. Krass. Die wohl Links geteilt haben zu dieser BBC-Dokumentation und das sei dann später durch einen rechtlichen Hinweis ersetzt worden bei Twitter. Und es gab wohl auch die Aufforderung, Beiträge zu löschen, die einfach nur Links oder Ausschnitte eben zu diesem Dokumentarfilm enthalten. The Intercept berichtet das? Und nennt das einen Akt der Zensur. Das Wegwischen von Behauptungen über Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die von einem Staatsoberhaupt begangen wurden.
36:51 Dennis Horn
Und die dann tatsächlich auch, und da passt der Begriff Zensur ja tatsächlich auch mal, dann tatsächlich durch einen Staat ja eben weggewischt werden soll. Ja. Es ist eines meiner Lieblingsthemen immer wieder. Ich kann es ja nicht oft genug sagen, dass Zensur immer vom Staat aus geht für alle, die immer laut Zensur brüllen.
37:11 Gavin Karlmeier
Ja, diesen Begriff vorschnell einsetzen.
37:13 Dennis Horn
Ja, genau. Ähm. Ich finde das spannend, weil das doch einer dieser Vorwürfe ist, die Elon Musk nicht müde wurde, oft genug zu wiederholen und zu betonen, auch in den Twitter-Files immer wieder rausgearbeitet hat, dass es E-Mails von Regierungen gab, die zum Beispiel Hinweise auf Tweets, die womöglich gelöscht werden sollten, ans Content-Moderationsteam gegangen sind und doch bitte gebeten wurden. Hier, löscht das doch mal. Also ein Einfluss von Start auf Twitter. wenn es tatsächlich so sein sollte, dass genau das in Indien passiert ist und dem offenbar mit deutlich weniger Widerstand Folge geleistet wurde. Das ist schon mal wieder ein Beispiel für dieses, wie sagt man, Wein predigen und Wasser trinken, ne, andersrum. Wasser predigen und Wein trinken, was Elon Musk betreibt. Also es ist ein genau das, was er seinen Gegnern oder seinen Vorgängern oder anderen Menschen im generellen Vorwirft, um eine moralische Überlegenheit vermutlich zu installieren, zumindest in seiner Perspektive, um dann eben auf der anderen Seite der Welt genau dasselbe zu tun. Naja.
38:26 Gavin Karlmeier
Ja, also ich muss immer nochmal so ein bisschen über den Punkt nachdenken, über den wir hier vor ein paar Tagen schon mal gesprochen haben, nämlich dass Elon Musk sagt, es ist alles erlaubt. Außer das, was durch Recht und Gesetz eingeschränkt wird. Dann frage ich mich immer Worunter fällt das jetzt, wenn Beamte diesen Druck auf Twitter ausüben, eigentlich hier streng genommen tatsächlich nicht unter Recht und Gesetz? Weil ja kein Richter entschieden hat. Aber das ist genau jetzt diese Frage und das ist genau dieses Aushandeln von Content-Moderation. Wie verhalten wir uns, wie verhalten wir uns im eigenen Land, in Demokratien, wie verhalten wir uns gegenüber Ländern, in denen. langsam autoritärere Züge herrschen, wie geht diese Plattformen damit um? Und er selbst hat sich als Absolutist der freien Meinungsäußerung bezeichnet. Und natürlich Schreibt The Intercept jetzt hier sehr bissig. Ich zitiere das mal, während Musk sich gerne gegen die Unterdrückung der Meinungsäußerung von Konservativen in den Vereinigten Staaten gewährt hat. scheint ja bei der weitaus schwerwiegenderen Herausforderung sich gegen die autoritären Forderungen ausländischer Regierungen zu wehren zu versagen.
39:52 Dennis Horn
Finde ich gut beobachtet.
39:54 Gavin Karlmeier
Jetzt habe ich gesagt, ich finde am interessantesten oder mit am interessantesten die Reaktion von Elon Musk selbst. Die Geschichte war dann also in der Welt von The Intercepts, haben auch andere darüber berichtet. Ich habe im Guardian einen großen Artikel darüber auch gelesen und Elon Musk hat der ja selbst der große Kommunikator ist von Twitter mittlerweile, geschrieben, dass er das erste Mal davon hört. Und dann diesen Satz. Es ist mir nicht möglich, jeden Aspekt von Twitter weltweit über Nacht zu reparieren, während ich unter anderem noch Tesla und SpaceX leite. Das war seine Reaktion.
40:36 Dennis Horn
Der ist so ein 13-jähriger Junge Der von seiner Mutter doch gebeten wird, die Klamotten vom Bett runterzuräumen, die schmutzigen. Und er sagt, ich kann ja nicht alles machen, ich muss ja schon Zähne putzen. So argumentiert er.
40:49 Gavin Karlmeier
Und Zähne putzt er auch nur eine Minute.
40:53 Dennis Horn
Einmal in den Mund hält er die Bürste. Also Elon Musk ist halt immer so der freche, pubertierende Wicht, hätte ich fast gesagt. Und ich also was mich am meisten irritiert, dass es bei solchen Argumentationen, bei solchen Äußerungen, bei so einem Verhalten, bei so einem. Pumpigen auch so ein dieses offensichtliches. Es ist offensichtlich, dass das ein völlig hirnrissiges Argument ist. Völlig an den Haaren herbeigezogen, zu sagen, ich kann mich ja auch nicht um alles kümmern. Dass es immer noch Leute gibt, die ihn verstehen, die ihn unterstützen, die ihn verteidigen in Argumentationen, in Diskussionen. Da fehlt mir wirklich inzwischen jedes Verständnis für.
41:41 Gavin Karlmeier
Es war spätestens mit diesem Waschbecken, das er reingetragen hat am ersten Tag eh vorbei. Eigentlich ja. Aber vielleicht putzt er sich an diesem Waschbecken die Zähne. Wir wissen es nicht. Let that sink in. So, jetzt letztes Thema für heute. Wir kommen nochmal zurück zu den Werbeeinnahmen. Du erinnerst dich an die Zahlen zu den Werbeannahmen, die bei Twitter so deutlich Gesunken sind, wie wir haben in einer der vorigen Ausgaben darüber gesprochen, so rund ein Drittel im vierten Quartal. Weil das Werbegeschäft eben eingebrochen ist. 35%, vielleicht zur Einordnung. Bei Twitter macht dieses Werbegeschäft der Anzeigenverkauf in etwa so 90 Prozent der Einnahmen aus. Also da ist Twitter hauptahig von jetzt gibt es nochmal speziellere Zahlen
42:32 Dennis Horn
Haben wir gestern erst darüber gesprochen, wie wir irritiert feststellten, dass eigentlich jede neue Funktion, die gerade sich so breit macht, eigentlich überhaupt nicht diese WerbekundInnen adressiert, sondern eben vor allem irgendwelche neuen Publika erschließen soll, Shopping-Dinge irgendwie jetzt gerade installiert, also das
42:53 Gavin Karlmeier
Es gibt ein Werbeforschungsunternehmen, Standard Media Index, die jetzt nochmal speziellere Zahlen veröffentlicht haben für dieses dritte Quartal. Fangen wir mit dem Dezember an. Das ist eine Quizfrage an dich. Wie weit ging es da nach unten? Hast du die Zahl gelesen?
43:13 Dennis Horn
Nee, ich glaube nicht.
43:14 Gavin Karlmeier
Gut. Wie weit ging es nach unten?
43:17 Dennis Horn
Warte mal, also wir hatten die letzte Zahl, die wir hatten, waren 35%. Fürs Quartal.
43:23 Gavin Karlmeier
Jetzt musst du einberechnen, Elon Musk. kam am 27. Oktober. Das war, glaube ich, der Waschbeckentag. Und da ging alles los, sozusagen. Also, die meisten Unternehmen haben ihre Ausgaben ja im November gestoppt.
43:41 Dennis Horn
Ich sage, es ist nochmal um 50% runtergegangen.
43:44 Gavin Karlmeier
50% runtergegangen? Ich gehe noch höher, es waren 71 Prozent. Ja, also 71 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Wenn ich das hier richtig sehe, das ist also, das ist natürlich umso deutlicher, als dass der Dezember ja der Monat mit den traditionell höheren Werbeausgaben. Ja, absolut. ist und dann im November, der Monat davor, ging es um 55 Prozent nach oben. So, und jetzt, also die Mathematiker in uns, die schreien jetzt auf, weil natürlich nur der Oktober dann am Ende dafür gesorgt hat. Dass die Zahl fürs gesamte Quartal mit 35 Prozent nur bei 35 Prozent lag. In der Tat. Ja, also die, die, die Ausgabenstops für Werbung, das war im November.
44:34 Dennis Horn
Also Brand Safety ist ungefähr die Hälfte, macht die Hälfte des Werbemarktes aus. Ja, okay. Ich habe versucht, eine Schlussfolgerung aufzustellen.
44:48 Gavin Karlmeier
Wir haben NRW-Abi. Ja, und damit schließen wir. Fünfundvierzig Minuten sind eine Gassi-Runde, oder?
45:00 Dennis Horn
Ja, das kommt so ein bisschen drauf an, wo ihr wohnt, aber auch da, wir haben NRW-Abi, bei uns ist 45 Minuten, verbindet das ganze Bundesland.
45:08 Gavin Karlmeier
Bis morgen.
45:09 Dennis Horn
Bis morgen.