TikTok bringt mit “TikTok Pro” eine “positive” App in die europäischen App Stores – aber wer ist die Zielgruppe dafür? Außerdem bringt WELT mit “KI-WELT” eine KI-generierte Nachrichtensendung ins TV – und: Substack hat ein weiteres Mal mit Naziinhalten von sich reden gemacht.
Kapitelmarken
KI-unterstützt
00:00 Hallo Frederik!
01:57 Housekeeping
04:54 TikTok Pro: Eine neue App – für wen?
11:43 Community Notes bei TikTok
23:45 Meta sperrt
29:45 Italien klagt
35:30 Wie glaubwürdig ist Substack?
42:01 WELT bringt KI-generiert Show ins Fernsehen
01:02:14 Versöhnlichkeit des Tages
Transkript
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00:01 Intro
Haken dran, das Social Media Update der CT.
00:06 Gavin Karlmeier
Hallo Frederik. Hallo Gavin. Bei mir ist heute Frederik von Castell, Chefredakteur Medium Magazin. Und es gibt so viele Funfacts über dich und deine Besuche hier, dass ich mich freue, dass du wieder hier bist. Zum Beispiel hat Nick Bohle, das ist der Typ, der die Auswertung unserer Gäste und Gästinnen komplett durchgeführt hat. Der hat mich auf eine Sache aufmerksam gemacht, die interessant ist. Du warst erst die dritte Stimme, die man in diesem Podcast gehört hat, nach meiner und Dennis. Weil du warst am 26. 06. 2023 der erste Gast, der nicht Dennis Horn war. Das wusste ich nicht. Ja. Cool. Ja, ne? Das war's für ein Lebenslauf. Ja, wirklich, ne? Dann warst du damals hier ausgerechnet an dem Tag. Als Mike Zuckerberg die Trumpisierung von Meta angekündigt hat, haben wir auch damals gemeinsam eine Folge aufgenommen. Deswegen, es steht immer unter guten Vorzeichen, wenn du hier bist. Also schön, dass du da bist.
01:01 Frederik von Castell
Ja, und da haben wir, hast du ja gerade gesagt, die längste Folge aller Zeiten haben wir da aufgenommen, ne?
01:06 Gavin Karlmeier
Ja, nee, das war glaube ich nicht die längste, aber eine der meistgehörten auf jeden Fall.
01:10 Frederik von Castell
Okay, aber sie war auf jeden Fall verdammt lang und vielleicht sollten wir uns vornehmen, das so ähnlich wie über alles gesagt ist so zu machen, dass jeder von uns so ein Codeword hat, wo es dann einfach endet. Also bei mir so. Fact-Checking oder so. Und bei dir vielleicht Twitter oder Musk oder irgend sowas in der Art.
01:25 Gavin Karlmeier
Das ist dann aber für die, die alles gesagt hören, wie bei Ja, äh, Ul Ulrich, äh, wie heißt er? Tagesthemenmann?
01:35 Frederik von Castell
Die Sendung, die nach irgendwie gefühlt drei Sekunden vorbei war
01:37 Gavin Karlmeier
Genau, das ist nicht so geschickt, so ein Wort nach vorne zu setzen. Ich habe ein bisschen Housekeeping übrigens zum Start. Und zwar haben wir in der letzten Episode über Itch. Dort IO gesprochen, ein Dienstleister, bei dem du online Spiele spielen kannst. . Und wir haben gesagt, deswegen der Altersüberprüfung in Großbritannien dort alle Spiele, die FSK 18 oder höher sind. Also, FSK 18. Dass die entfernt wurden, das liegt allerdings hier nicht an der Altersverifizierung in Großbritannien. Sondern an der Forderung der Dienstleister, die die Zahlungen abwickeln, nämlich Mastercard und Visa, die gesagt haben, dass Adult Games damit nicht bezahlt werden dürfen. Deswegen haben sie diese Entscheidung getroffen. Der Zeitpunkt ist ja eher Zufall. Hat Severin im Hakendran-Discord unter wwwhhakendrann. org. Nachgereicht.
02:19 Frederik von Castell
Aber Mastercard und Visa haben jetzt ein Problem damit, dass man FSK 18 Sachen bezahlt. Ist das nicht eigentlich dein gängiges Geschäftsmodell im Internet?
02:26 Gavin Karlmeier
Also es ging hier um Adult Games. Deswegen wurden Spiele von itch. io und Steam. Offline genommen. Dann haben wir über fahrerlose Gefährte gesprochen und ich habe gesagt, ich glaube, in London werden Linie und so. Und da sind es über so viele Wege. Dinge an mich herangetragen worden. Denn in Dubai, Nürnberg, bald in Wien, Paris, Vancouver, Dortmund, bald auch in Hamburg, Barcelona, überall gibt es automatisiert fahrende öffentliche Verkehrsmittel.
02:57 Frederik von Castell
Ich meine auch in Tokio, aber ich möchte jetzt nicht irgendwas in die Welt rauen.
03:01 Gavin Karlmeier
Das werden wir in der nächsten Episode dann hauskeben. Und es ist nicht wirklich ein Housekeeping, aber ein ganz interessantes Thema: den Ralf. hat sich bei LinkedIn eingeloggt. Tut uns an der Stelle schon mal leid. Hat sich bei LinkedIn eingeloggt. Und er konnte aber sich nicht richtig einloggen. Ihm wurde gesagt, ihr Konto wurde aus Sicherheitsgründen vorübergehend eingeschränkt. Wir ergreifen vorbeugende Maßnahmen um Ekonen. Konto zu schützen, wenn wir einen potenziell unberechtigten Zugriff feststellen. Damit Ihr Konto jetzt wieder geschützt ist und Sie wieder Zugriff erhalten, benötigen wir eine Bestätigung von Ihnen, dass Sie der rechtmäßige Kontoinhaber sind. Bitte nennen Sie uns die Nummer Ihres amtlichen Ausweisdokumentes. Das finde ich ist ein wilder Move, dass man sagt, ah, da hatten wir jetzt eine IP, die haben wir nicht erwartet, da wollen wir jetzt erstmal schön Perso-Nummer-Kollege.
03:47 Frederik von Castell
Das ist aber auch bei LinkedIn sonst gar nicht notwendig für die Registrierung an sich, oder? Also, das ist ja quasi ein.
03:53 Gavin Karlmeier
Es ist ein Service bei LinkedIn, du kannst dich mit deinem Ausweis verifizieren, du kannst ihn dann mit Hilfe des Chips in deinem Dokument auf dem Telefon mit dem NFC C-Reader deines Telefons verifizieren und dann kriegst du so ein kleines Häkchen bei LinkedIn. Ohne Geld dafür zu zahlen, aber dass du gesperrt wirst wegen Hackingverdacht und durch dann mit deinem Ausweis quasi freikaufen musst, das ist schon wild.
04:17 Frederik von Castell
Ja, also vor allem gerade bei so einer Karriereplattform und so einer, also Das wollen die doch nicht wirklich, dass ihnen deswegen die Leute abspringen, oder?
04:27 Gavin Karlmeier
Ich, also vielleicht wollen sie mittelfristig dazu hin, dahin, weil, also ich glaube, LinkedIn ist These, weiß ich nicht, ich würde behaupten, LinkedIn ist ja die Plattform mit dem höchsten Anteil an Klarnamen von den Social Media Plattformen, dem Xing vielleicht. Und vielleicht wollen sie früher oder später dahin, dass du mit einem Personalausweis verifizierten Account auch gewisse Perks bekommst, wie zum Beispiel eine stärkere Sichtbarkeit oder so. Weiß ich nicht, ist eine These.
04:53 Frederik von Castell
Ja, aber irgend sowas muss ja dahinter stecken, weil sonst ist das ja komplett wild eigentlich.
04:57 Gavin Karlmeier
Ja, es ist so. Apropos komplett wild, ich möchte mit dir heute mit TikTok anfangen. Also, wie viel Zeit verbringst du in der Woche auf TikTok?
05:07 Frederik von Castell
Viel weniger, als ich mich drauf zuzugeben, also maximal 20 Minuten.
05:12 Gavin Karlmeier
Am Tag oder in der Woche? Nee, in der Woche. Wow, das ist gut. Das ist wie Chips tutte aufmachen, einen Chip rausnehmen und die Tüte wieder in den Schrank legen. Das kann ich dafür nicht. Das kann ich auch nicht. Aber ich kann auch nicht nur 20 Minuten auf TikTok. Also ich bin total gefährdet. Ich versuche die App so wenig wie möglich zu benutzen. Und wenn ich sie benutze, komme ich davon nicht mehr los. Ich bin total anfällig dafür.
05:34 Frederik von Castell
Nee, ich bin dafür Insta-Reels süchtig einfach. Also, das ist wirklich, wenn ich da einmal ins Karussell reinkomme, dann komme ich da auch ganz schwer raus.
05:41 Gavin Karlmeier
Ja, es ist total verrückt. Na, jedenfalls. TikTok hat in Europa eine neue App eingeführt mit dem Namen TikTok Pro. Und TikTok Pro heißt hier aber nicht, dass es eine App. für professionelle Nutzerinnen und Nutzer ist, die hier irgendwelche Features haben, weil sie sich so gut mit diesem Service auskennen, sondern Pro heißt, dass dort nur positive Inhalte angezeigt werden.
06:04 Frederik von Castell
Yay!
06:07 Gavin Karlmeier
Also ich habe mir die App installiert und mir sind ein paar Dinge aufgefallen, die ich interessant finde. Ich habe aber vor allem so zwar unterhaltsame, witzige Videos gefunden, die sich aber knallhart über andere Menschen lustig gemacht haben, die ich jetzt nicht so direkt als positive Inhalte eingeschätzt hätte. Und ich sage mal so, wenn ich eine App an den Start bringe, die das Versprechen gibt, eine positive Version einer anderen App zu sein, Dann müssen die Grenzen doch so super eng sein, damit man das Gefühl hat, hier werden wirklich nur positive Inhalte angezeigt. Und wenn es nur Katzenvideos sind.
06:39 Frederik von Castell
Also in meinem Kopf schreien gerade schon irgendwie die verschiedenen Player sowieso gerade Meinungsfreiheit und überhaupt und alles, deswegen weiß ich jetzt gar nicht, wie ich mir das vorstellen soll. Was ist denn dann das, also Ich bin ja auch kein großer Freund von so konstruktivem Journalismus oder der Grundidee, nur konstruktiv zu sein. Was ist denn soziale, so ein soziales Netzwerk, wenn dort nur. . Nettes passiert? Du musst mir vielleicht mal ein Beispiel geben. Was sehe ich denn, wenn ich da jetzt durchscrolle? Wenn ich jetzt irgendwie so drei oder vier Videos noch mache.
07:06 Gavin Karlmeier
Katzenvideos, Fußballtricks, Athleten, die irgendwelche coolen Moves machen. Aber vor allem hast du in dieser App einen eigenen Reiter, den du in der normalen TikTok-App nicht mehr hast. Und zwar den Mint-Reiter, in dem eben nur naturwissenschaftliche Inhalte angezeigt werden. Das ist so ein bisschen, also das TikTok Pro Ist ein bisschen näher am chinesischen Original als das TikTok, das wir hier kennen.
07:28 Frederik von Castell
Aber es klingt so ein bisschen wie eine Version für Sekundarstufe, Oberstufe. Gymnasium irgendwie oder so gebaut wird.
07:36 Gavin Karlmeier
Also TikTok selber sagt, TikTok Pro ist eine. TikTok Pro. TikTok Pro ist eine. TikTok Pro ist eine globale Video-Community, mit der du die coolsten, lustigsten und lehrreichsten Kurzvideos entdeckst und besonders die coolsten.
07:54 Frederik von Castell
Also jetzt glaube ich langsam wirklich, das wird von einem Schulbuchverlag oder so entwickelt, so wie das klingt.
07:59 Gavin Karlmeier
TikTok Pro bietet Ihnen das beste Videoerlebnis mit hilfreichen Videos. Soll ich dir sagen, wer die Zielgruppe von TikTok Pro ist? Ja. Die EU-Kommission. Ich glaube, dass die App nur in Europa eingeführt wird, dass sie so wenig beworben wird, dass wir jetzt hier nur über so eine Pressemitteilung darüber stolpern, dass nicht die ganzen Bushaltestellen plakatiert sind mit TikTok Pro. Lässt doch darauf schließen, dass man hier versucht, so eine Art guten Willen zu zeigen gegenüber den Gesetzgebern in Europa, dass man sagt, wir kümmern uns darum. Dass die Nutzungserfahrung auf TikTok eine positive Rewiert. Weniger Hitze, weniger Hassrede, weniger Beleidigung, weniger Politik. Alles ist so ein bisschen schmusig. Hey Leute, das gefällt euch doch, oder? Liebe EU, das ist so ein bisschen mein Gefühl.
08:42 Frederik von Castell
Ich wünschte mir ehrlich gesagt, dass wir dann in der EU auch mal so eine Befragung vom TikTok-Chef irgendwie haben, wie damals im Senat in den USA. So dass TikTok access the Wi-Fi oder ist it able to Flight a plane or something like that. So wünscht ich mir zu zu sehr, dass wir das dann It's all computers
09:03 Gavin Karlmeier
Aber also das Spannende an TikTok Pro ist, dass da ein paar Dinge mir aufgefallen sind, die in der normalen TikTok-App nicht sind. Also neben diesem Mint-Feed. ist es super interessant, dass die Animation, wenn du durch die Videos wischst, deutlich flüssiger ist. Es ist alles ein bisschen sleaker. Das ganze User-Interface fühlt sich ein bisschen besser an. Was meine These einfach nur ist, dass hier eine neuere Version schon verwendet wurde als im normalen TikTok. Dann kannst du in der App, also, ich weiß gar nicht, wie ich das erklären soll. Also. Probier's. Du kannst in der App Sunshines sammeln. Das ist eine Art Währung, Punkte, die du sammelst, indem du Videos hochlädst, auch Videos guckst, indem du Zeit in dieser App verbringst. Und diese Sunshines kannst du dann verwenden, um Geld an NGOs zu spenden.
09:51 Frederik von Castell
Okay, warte, aber also sonst ist es kein PayT-Modell oder sowas dahinter. Sonst ist es nicht irgendwie. Nee.
09:59 Gavin Karlmeier
Nee. Okay. Und da habe ich auch direkt zwei Gefühle zu. Erstens, es gab mal TikTok Light in Italien und Frankreich. bei der du mit Amazon-Gutscheinen dafür bezahlt wurdest, TikTok zu gucken. Das hat die EU extrem gestört, dass TikTok solche Anreize für ein potenzielles Suchtmittel, nämlich TikTok, geliefert hat. Deswegen haben sie das eingestellt, dieses Programm. Das hier ist vermutlich dieselbe Funktionalität, nur mit diesem positiven Spin, das du spenden kannst. Zweitens, spendest ja nicht du, sondern TikTok. Bedeutet also, das ist auch noch steuerlich mindernd, dass sie.
10:34 Frederik von Castell
Wo geht die Spendenquittung hin?
10:35 Gavin Karlmeier
Ja, ganz viel Sunshine. Das heißt, TikTok macht sich auch noch irgendwie schöne Ausgaben, die sie steuerlich nutzen können, profitiert davon, dass sie ihre Steuerlast mindern können. Indem du einfach TikTok Pro nutzt.
10:47 Frederik von Castell
Ja, wo, also das das muss man ja gar nicht, das muss man ja zumindest gar nicht so negativ sehen. Also wenn jetzt irgendwelche Prominenten oder irgendwelche Plattformen oder so ihre Reichweite nutzen, um Spenden zu generieren, ja, ich meine, da müssten wir beim öffentlich rechtlichen Rundfunk schon anfangen. jeder großen Katastrophe. Und gut, wobei da kriegst du eine Spendenquittung. Ich nehme das Beispiel zurück.
11:05 Gavin Karlmeier
Ja, da spendest du ja direkt an Deutschland zum Beispiel.
11:08 Frederik von Castell
Aber McDonalds zum Beispiel nicht schlimm. Also das finde ich jetzt, ja, okay, wenn die sich dann das als ja Aber es ist alles irgendwie so komplettes Washing schon wieder. Also ich weiß gar nicht, was für ein Washing, aber es ist ein Washing.
11:21 Gavin Karlmeier
Weil das ist das Washing. Weil du auf der einen Seite hier so Behörden-Pleasing machst, der EU-Kommission gegenüber, auf der anderen Seite aber auch den Leuten so einen Anstrich verpassen willst. Und die Wirkung heißt ja Sunshine. Ich würde sagen, wir nennen es einfach Sunshine-Washing.
11:36 Frederik von Castell
Aber im Gesamtkonstrukt müsste eigentlich eigentlich EU-Washing heißen, oder? Aber nochmal zurück zu diesem, also ich sagst, also das sind MINT-Inhalte extra, da soll wenig Hass irgendwie passieren, das soll. Also hat das so ein Bildungsspin oder bilde ich mir das jetzt ein?
11:54 Gavin Karlmeier
Ne, der ist da mit drin. Und damit ist er eben deutlich näher an dem chinesischen Original. Bei der chinesischen Version Dujin ist es ja so, dass du eben auch vor allem mit und positive Inhalte siehst. dass die chinesische Regierung die Trends überwacht und da halt sehr genau darauf achtet, dass eben keine negativen Inhalte über diese Plattform verbreitet werden. Das ist aber. Also, du kannst es, die inhaltliche Regulierung, die du in Europa hast, kannst du aber nicht vergleichen mit der inhaltlichen Zensur, die du in China erlebst. Das sind zwei völlig unterschiedliche Korsett- Arten, sagt man so. Aber sie lehnen diese App ein bisschen an dem chinesischen Original an.
12:32 Frederik von Castell
Ja, du wirst es dich jetzt nicht wundern, wenn ich frage, ist das dann was, wo auch Journalismus stattfinden kann oder funktioniert das überhaupt nicht? Also würden wir damit inhalten, die dann doch durchaus gerne auch mal negativ sein müssen Hätten wir da überhaupt eine Chance?
12:46 Gavin Karlmeier
Ich glaube nicht. Also, ich glaube, dass hier so ein sehr, sehr weit gefasster Politikbegriff als negativ empfunden wird, wäre meine These. Ich habe die App zehn Minuten nutzen können heute und mal so zu gucken, wie sie funktioniert. Und was ich halt gesehen habe, waren KI-generierte Katzen. Die mir einen Mittelfinger gezeigt haben, lustigerweise, so viel zu positiv. Ein Comedian, der über jemand anderen sich lustig gemacht hat, auch jetzt nicht so einwandfrei positiv. Aber wir haben ja auch bei Meta gelernt, dass dieser Politikbegriff, die Einschränkung politischer Inhalte in den Empfehlungsalgorithmen, dass das auch schon genutzt wird, um sich selber den Anstrich der positiveren App zu geben. Und meine These wäre, dass. die Politik das Erste ist, was hier verschwinden wird. . . Und zwar nicht nur journalistische politische Inhalte, sondern auch die Inhalte von politischen AkteurInnen.
13:34 Frederik von Castell
Das muss ich mir ehrlich gesagt mal selber angucken. Also ich finde, das klingt jetzt erstmal so, als ob das tatsächlich nur so eine Feigenblatt-Funktion hat, weil das. schließt ja schon viel von dem aus, wofür du TikTok eigentlich kennst und nutzt. Also und nur noch für die Katzenvideos, da kannst du ja einfach, wenn du bei TikTok unterwegs bist und dein entsprechend dann Nutzerverhalten so hast, dann siehst du ja auch dort nur die, also so richtig so eine so eine Segmentierung der Nutzerschaft macht ja gar keinen Sinn.
13:59 Gavin Karlmeier
Nein. Aber also ich bin mal gespannt, wenn ihr das hier gerade hört und ihr seid Leute, die viel Zeit in Social Media verbringen, stelle ich mal als These auf. Bitte kommentiert doch mal bei Spotify, bei YouTube, im Discord, auf irgendeinem Kanal, Mastodon, Bluesga, mir egal, ob ihr irgendwie schon auf TikTok Pro aufmerksam wurdet. weil es eine Werbung in der App gab oder im App Store oder irgendwie eine E-Mail, irgendetwas. Weil meine These ist, dass die Marketing, dass es ein sehr softer Lounge werden wird für TikTok Pro. Dass es eher wirklich so ein Pleasing-Ding ist. Also ich habe das erste Mal davon hier gehört. Und vielleicht geht es vielen so. Wir schauen uns das an, wir beobachten das, aber ich würde da, lass das jetzt so ein Aufruf, lass uns da sehr genau drauf schauen. Wir bleiben bei TikTok, aber wir gehen in die USA. Denn auch in den USA verändert sich etwas an TikTok und zwar Foodnotes. Fußnoten wird es heißen und werden Community-Notes auf TikTok sein. Das heißt, NutzerInnen werden die Möglichkeit haben. unter einem TikTok-Video einen Kommentar zu hinterlassen, der nicht nur ein Kommentar ist, sondern eben explizit direkt beim Video angezeigt wird, wenn dort Falschmeldungen aufgegeben werden, Desinformationen. irreführende Inhalte, so wie wir das von X kennen, so wie Meta das in den USA auch bereits eingeführt hat und auch in Europa wohl einführen wird mit Beginn des nächsten Jahres. Also auch TikTok wird jetzt Community Notes bekommen, nennt sie aber Footnotes.
15:22 Frederik von Castell
Du weißt, dass ich mir nichts mehr gewünscht habe, als du gefragt hast, ob ich mal wieder vorbeikomme, als dass das Wort Community Notes hier nicht vorkommt. Also haben wir, glaube ich, eine halbe Stunde darüber geredet, warum ich Community Notes für die größte Idiotie aller Zeiten halte, zumindest so wie sie bei X und bei Meta betrieben werden, vor allem bei X. Und warum das ein weiterer Schlag eigentlich im Grunde in Richtung Aller Faktenchecker ist und genauso in Richtung aller, die sagen, wir müssen bei, zumindest bei Desinformationen, also da würde ich wirklich die Latte mindestens hinhängen, also bei bewusster Gesteuerter Missinformation der Öffentlichkeit, dann ist es Desinformation. Da müssen wir einfach viel, viel stärker unterwegs sein, viel, viel stärker dagegen steuern. Und das zu machen, indem man es zu einem Mehrheitstool irgendwie sich zurechtschlankt und dann damit eigentlich so tut, als ob man eine Demokratisierung da schafft. Und das genaue Gegenteil eigentlich im Grunde passiert. Also das halte ich für
16:31 Gavin Karlmeier
Ja, weil der Trugschluss, der dem ja, sorry, wenn ich dich unterbreche, aber der Trugschluss, der dem ja innewohnt, ist ja, dass es hier eine repräsentative Mehrheit gibt, die andere nicht. Und das passiert halt nicht.
16:41 Frederik von Castell
Und das sieht man, wenn man sich das einmal anschauen will. Ich kann dir das mal raussuchen und kann dir das mal zuschicken. Irgendjemand hat sich mal die Mühe gemacht, bei YouTube irgendwie so zehn Community Note Entwicklungen von X zusammenzuschneiden. Am Ende warst du selber aber. Und das war wahnsinnig toll zu beobachten, wie da einfach völlig klar dann die politischen Lager, die da dominiert haben, einfach in dem Feed. Und das ist Bei X, ja, da kann man sich ja mittlerweile denken, wo das vor allem am besten orchestriert immer ist, wie die dort alles gekippt haben und wie es wirklich bis ins Absurdeste ging in den Argumentationen. Und also wenn man wirklich geballte Dummheit und das hat nichts damit zu tun, dass nicht irgendwie Ich bin ja auch ein Fan von Crowd-Journalismus und so und von starker Beteiligung von Communities. Aber wenn man wirklich geballte Dummheit sich gegenseitig hochschaukeln. . sehen will, dann schaut man die Community Notes backs. Great. Also da lügen die Leute sich selber ins Gesicht, um ihre Meinung zu rechtfertigen, aber nicht um Fakten irgendwie zu prüfen.
17:39 Gavin Karlmeier
Jetzt wissen wir aber, dass bei X ja auch wirklich ein Großteil, ich glaube neun von zehn Community Notes niemals veröffentlicht werden, weil sie eben eine Abstimmung erleben müssen, bei der Leute unterschiedlicher Ansichten, Lager Gemein oder unterschiedlicher Lager gleich abstimmen, um einer Community Note die Sichtbarkeit zu schenken.
18:01 Frederik von Castell
Man kann es nicht mal erklären, ohne dass Leute verrückt werden.
18:05 Gavin Karlmeier
Ja, das ist so. Na, vor allem, weil das halt so, also es ist ganz offensichtlich. Die Idee der Community Note auf dem Papier ist keine schlechte, weil es ganz viele Beispiele gibt, wo das funktioniert. Jemand macht eine Werbung für ein Computerspiel. Zeigt aber falsche Videos. Leute wird schreiben drunter, das ist nicht das Spiel. Und alle sagen, stimmt, irreführende Werbung. Und diese Werbung bleibt dann online. Der Entwickler zahlt weiterhin für seine irreführende Werbung. Und die Werbung kommt aber gemeinsam mit der Meldung Das ist Quatsch. So Ist eigentlich ein cleveres System, weil du damit dazu animierst, Faktengetreuer zu werben, zu posten, zu veröffentlichen. Dieses System blendet aber aus, dass es mutwillige Desinformationen gibt, dass es Leute gibt, die bewusst Irreführendes streuen wollen. Und die dann aber eben auch auf der Seite der Community Note-Attributoren sind und eben nicht nur auf der Seite derer, die Postings veröffentlichen.
18:59 Frederik von Castell
Ne, das Problem ist das Hopper- oder Top-Problem. Du hast eigentlich die gleiche Metrik, die gleiche Systematik hast du bei Rezensionen von jetzt, sag ich mal, Amazon Produkten. Du hast letztendlich Leute, die bewerten das nach Basierend auf ihrer Erfahrung oder aber auch einfach ihrer Meinung, dann nicht immer liegt das Problem ja auch beim Produkt, manchmal auch einfach beim Anwender, das muss man auch sagen. Und dann kannst du diese Bewertungen wiederum bewerten als hilfreich oder nicht hilfreich. Also wenn ich ein Amazon-Produkt mir anschaue und dann habe ich da fünf Bewertungen, die sind total negativ. Und da ist im Detail beschrieben, warum das Produkt der letzte Quatsch ist, während das aber insgesamt 4,8 Sterne hat und 30. 000 Mal bewertet wurde. Und dann sehe ich gleichzeitig, dass diese Bewertungen wiederum als nicht hilfreich eingestuft wurden von 200 Leuten. Oder so. Also das sind ja auch immer dann Käufer, die dort die Möglichkeit haben, die Bewertung abzugeben. Aber das hilfreich oder nicht hilfreich sind auch potenzielle Käufer. Das heißt, da hast du quasi letztendlich die, die eine Meinung zu der Meinung haben. Und wenn du diese Metrik aber überträgst auf wahr oder unwahr und nicht mehr auf ein Es gibt dann einen Durchschnitt und dann gibt es irgendwie 4,7 Sterne und das sagt uns allen irgendwie was oder nicht Ähnlich über Hotelbuchung oder sonst was, wo ja jeder für sich so ein Raster anlegt, bis wie viel gehe ich eigentlich? Bin ich unter 8,0 buche ich dann noch ein Hotel? Wenn du das aber auf wahr oder nicht wahr anlegst, das ist eine binäre Logik am Ende, ja. Also, mehr wollen die Leute nicht wissen, stimmt es oder stimmt es nicht. Dann ist es zum Scheiternvorteil, weil schon in der Grundidee, dass letztendlich eine Abstimmung bei 51 zu 49 ja schon dafür sorgen kann, dass etwas debunked wird oder nicht und dass es als Debunked gilt oder nicht, Wenn du es jetzt mal so ganz einfach runterrechnest, wird dir der Realität nie gerecht.
20:34 Gavin Karlmeier
Ja, das stimmt.
20:35 Frederik von Castell
Und also ich kann, ich muss echt sagen, ich weiß, wir haben schon öfter darüber geredet und ich habe auch schon ein paar Mal gesagt, Community Notes an sich eine gute Idee Aber ich habe noch kein Modell gesehen in der Realität, wo das auch nur im Ansatz so durchdacht ist, dass es am Ende das ersetzt, was die Plattformen selber eigentlich leisten müssten oder wofür sie Geld in die Hand nehmen müssten, wie vorher, indem sie zum Beispiel professionelle Fact-Check hat. Engagieren und bezahlen oder halt ihre KI-Systeme so trainieren, dass es tatsächlich mal sinnvoll auf die richtigen und nicht immer auf die falschen losgeht
21:04 Gavin Karlmeier
So, und jetzt ein bisschen in TikToks Gnaden formuliert. TikTok hat nach wie vor noch ein Fact-Checking-Programm global, hat das noch nicht eingestellt wie Meta oder X. TikTok hat weiterhin Inhaltskennzeichnungen, also wenn du jetzt eine gefährliche Tik Aktiv Aktion siehst, jemand springt vom Haus in den Pool, dann steht da drunter, dass sie wurde von einem professionellen Standmann durchgeführt, bitte nicht nachmachen und so. Also solche kleinen Dinge macht TikTok, die du bei vielen, vielen anderen Plattformen tatsächlich vermissen würdest. Aber nicht in Masse. Nicht in Masse, weil du kommst denn.
21:38 Frederik von Castell
Beim deutschsprachigen Content ist es wirklich wie viel Schrott. Also wirklich, gerade bei gerade bei Lagen, bei Terroranschlägen, bei ähnlichem, wie oft habe ich schon das gleiche Video von dem gleichen Typen mit einem Maschinengewehr?
21:50 Gavin Karlmeier
Ja.
21:50 Frederik von Castell
und einem Sound drüber gelegt, gesehen, das angeblich gerade den Attentäter zeigt. Also wir hatten das jetzt leider in dem Jahr schon zwei, dreimal, die Situation, dass es genau solche Fälle gab, in denen man dann Relativ schnell Live-Footage quasi in Anführungsstrichen, also jetzt einen ganz fetten Anführungsstrichen, auf TikTok zuallererst gesehen hat. Und deswegen, das sind ehrlich gesagt die Zeit, in der ich am meisten dann auf TikTok verbringe, eigentlich auch nur, weil ich schon fest damit rechne.
22:12 Gavin Karlmeier
Ja, und es ist dann sehr hoffe der Drachenlordfeltern und sowas. Das sind die Dinge, die passieren. TikTok selber sagt, anfangs kann es noch einige Zeit dauern, bis eine. Community Note oder Fußnote, wie Sie sagen, veröffentlicht wird, da die Mitwirkenden erst einmal mit der Funktion vertraut werden müssen. . Die Leute sind schuld. Je mehr Fußnoten zu verschiedenen Themen geschrieben und bewertet werden, desto intelligenter und effektiver wird unser System. Unsere Bewertungssysteme werden mit der Zeit lernen und sich verbessern, was unserer Meinung nach dazu beitragen wird, die Lücke zwischen dem Verfasser einer Fußnote und ihrer Veröffentlichung zu schließen. Die Fußnoten werden durch eine Kombination aus automatischer und manueller Moderation überprüft. Nutzer können Fußnoten melden, die ihrer Meinung nach unwahr sind oder gegen die Regeln verstoßen.
22:53 Frederik von Castell
Genau, da bist du wieder in genau dieser Metrik. Also du hast jemanden, der einen Inhalt korrigiert, bewertet, wie auch immer, und dann bewertet jemand die Korrektur oder die Bewertung des Inhalts und irgendwann bist du nicht mehr auf der beweispflichtigen Ebene quasi unterw Sondern dann bist du quasi nur noch bei Daumen hoch oder Daumen runter, weil irgendwann hört ja in diesem Treppenstufenverfahren hört ja dann irgendwann der Punkt auf, an dem irgendwie Quellen oder sonst was verlangt werden, sondern dann kommt immer irgendwann Daumen hoch, Daumen runter Metrik. Und das sind halt diese Abstimmungen, die so völlig unsinnig sind, weil du kannst über eine Kontextdiskussion zum Beispiel bei der Überprüfung eines Faktums, kannst du nicht Daumen hoch oder Daumen runter abstimmen. Der Kontext erweitert sich in dem Moment, in dem er diskutiert wird. Und das macht, das hat noch nie Sinn gemacht und das wird niemals Sinn machen. Also bitte. beweist mir irgendwo mit irgendeinem tollen Beispiel oder irgendeiner Plattform irgendwann das Gegenteil, dann freue ich mich als allererster. Wenn mehr Leute kritisch hinschauen, heißt es auch, dass mehr Leute kritisch Denken, lernen oder wiederlernen und dass vor allem sie auch in der Auseinandersetzung mit den Inhalten auf Plattformen ja kritischer denken. Das ist ja alles an sich super. Das hat ja auch einen Trainingseffekt für die Nutzer. Wenn es solche Tools gibt. Und hat ja auch so einen gewissen Meta-Effekt, weil du zurücktrittst und sagst, ich kann Dinge ja hier anscheinend überprüfen, ich muss es vielleicht auch tun. Ich wäre der begeistertste Mensch der Welt, wenn das mal funktionieren würde, aber so bestimmt nicht.
24:12 Gavin Karlmeier
Ja, und Automatisierung in der Content-Moderation, dass das ein riesengroßes Problem ist, reden wir quasi in jeder Episode einmal drüber, auch heute und das ist unser Segway zu Meta. Denn in. Zürich, findest du.
24:24 Frederik von Castell
gesagt, ein Segway.
24:25 Gavin Karlmeier
Ja.
24:26 Frederik von Castell
Alles klar. Das will ich sehen.
24:31 Gavin Karlmeier
In Zürich. findet an diesem Wochenende die CSD-Parade statt. Und damit werden sehr, sehr viele Menschen in diese Stadt kommen und dort sehr ausgelassen feiern. Das ist traditionellerweise auch eines der Wochenenden, an denen möglicherweise Drogen konsumiert werden könnten. Und deswegen gibt es in der Schweiz einen Dienst, den gibt es in Deutschland vergleichbar auch. Mit dem Namen Safer Party. Safer Party ist ein Dienst, der über gefälschte Drogen warnt. Der sagt, Drogen, die so aussehen, sind falsch dosiert, sind gefährlich für euch, sind nicht die Wirkstoffe, die ihr erwarten würdet. Dieser Account Achso, ich sehe übrigens gerade, sorry, die Christopher Street ist erst am 9. August, also wir haben noch eine Woche. Keine Sorge, Leute, ihr habt noch eine Woche. Na jedenfalls, der Account von Safer Party auf Instagram wurde ausgerechnet jetzt gesperrt und das ohne Nennung von Gründen und auch der Einspruch der Stadt Zürich gegenüber. Dem gegenüber Meta ist bislang ohne Folgen geblieben, auch ohne Erklärung geblieben. Was in der EU übrigens so nicht ganz machbar wäre, weil du auf den Einspruch reagieren musst und eine einen Grund annen, äh, an, wie sagt man, angeben müsstest. Aber eben das Drogeninformationszentrum Zürich, die eben nicht in der EU sind, sind jetzt gerade erstmal ziemlich Verzweifelt genau wegen diesem Problem. Und es ist nicht das erste Mal, dass Meta willkürlich Accounts sperrt wegen einer falschen Automation, wegen einer zu aktiven KI, die dahinter steckt, die sich eben die Entscheidungen trifft, die dann am Ende erstmal niemand überprüft.
25:58 Frederik von Castell
Also kommen wir jetzt erstmal auf meine Liste an Argumenten in Diskussionen, warum es doch manchmal ganz gut ist, in einem EU-Staat zu sein.
26:07 Gavin Karlmeier
Aber auch hier, Playbau Deutschland zum Beispiel, hatten auch mehrere Wochen keinen Facebook-Account.
26:11 Frederik von Castell
Ich wollte gerade genau so ein Beispiel auch bringen, wollte ich sagen, also ich glaube auch die theoretische Verpflichtung zu kommunizieren. Auch der kommt der Meta nicht immer nach und nicht immer ist, glaube ich, ein Euphemismus. Was ich mich nur frage, ist, ist das nicht auch schon wieder so ein Zeichen dafür, dass öffentliche Strukturen sich viel zu abhängig von solchen Plattformen machen, auch in ihrer In ihrer Verpflichtung Informationen zu verbreiten oder auch in ihrem Wunsch Informationen zu verbreiten, die ja durchaus auch überlebensnotwendig sein könnten. Also kann die Stadt Zürich, und wir reden ja jetzt auch nicht von irgendwie irgendeinem kleinen Kanton oder irgendwie irgendetwas sehr finanzschwach und sondern wir reden von der Stadt Zürich in der Schweiz. Kann die wirklich nicht anders an die Öffentlichkeit und an die Besucher vom CSD rankommen als über Instagram? Ja, natürlich musst du dahin gehen, wo die Leute sind. Aber diese Abhängigkeit macht mich schon wieder so panisch, wenn ich das.
27:05 Gavin Karlmeier
Ich verstehe deinen Punkt zu 100 Prozent. Wäre, wenn nicht ich, der hier immer genau dieses Argument auch selber bringt. Aber sie haben eben, sie haben auch saferparty. ch, sie haben diesen Service. Das Problem ist aber, du willst ja damit Leute erreichen, die nicht die ganze Zeit sich proaktiv damit auseinandersetzen, sondern du möchtest ja Kollateralpublikum mitnehmen, Leute, die so vorbeigehen. die dann mitkriegen, ach schau mal, ach krass, gut zu wissen, dass ich das jetzt gesehen habe, schickt man sich weiter. Da sind so viele, also die, die der Wunsch danach, dass alle Leute sich proaktiv informieren. Den hat ja wahrscheinlich niemand mehr als wir, die im Journalismus arbeiten. Das passiert aber ja de facto eben in der Masse häufig nicht. Deswegen glaube ich. Das Kernproblem ist vielleicht die Abhängigkeit von Instagram, aber dass die Stadt Zürich auch über Instagram oder wahrscheinlich vornehmlich über Instagram ihr größtes Publikum erreicht, ist vermutlich eher ein Symptom dieses Problems und nicht die Ursache.
28:01 Frederik von Castell
Ja, mir fällt es da tatsächlich so ein bisschen schwer, nicht mit den Teilnehmenden, sondern also mit denen fällt es mir schwer, da mit der Welt.
28:09 Gavin Karlmeier
Nicht zu verwechseln mit denen, die adressiert sind, das sind die Teilnehmenden.
28:15 Frederik von Castell
Wirklich. Ja.
28:17 Gavin Karlmeier
Hattest du den vorher Darliegen oder kam der? Oh nicht schlecht, nicht schlecht. Entschuldige, ich fall dich nicht hernehmen.
28:22 Frederik von Castell
Immer wieder schön brillanten Gehirn zuzusehen. Nee, also genau, man muss das glaube ich sehr stark trennen. Also klar ist das völlig notwendig und das ist ein Riesenproblem und eins, das ja jetzt auch sehr akut gelöst werden muss, das sehe ich auch. Ganz grundsätzlich bin ich aber der Meinung, es sollte solche Abhängigkeiten einfach nicht geben dürfen, erst recht nicht, wenn die Möglichkeiten woanders bestünden. Und da sind wir dann wahrscheinlich jetzt wieder vom Ich möchte nicht sagen, vom Kleinen, das würde der Sache hier nicht gerecht werden, aber dann sind wir jetzt wieder vielleicht von einem Beispiel dort, wo man zum großen Beispiel gehen müsste und wo man sagen müsste, EU-Land hin oder her oder nicht. Grundsätzlich müssten wir in Europa In der Lage sein, unabhängig von solchen Tech Firmen aus Übersee selber agieren zu können, ohne davon abhängig zu sein, wie deren Laune gerade ist im Einzelfall. Und das ist und bleibt das große Problem, finde ich, dieses Jahrzehnts oder vielleicht sogar bisher dieses Jahrhunderts, dass wir uns da im Grunde Indem, wie wir als Gesellschaften funktionieren, das ist hier eine klare gesellschaftliche Funktion, die nicht erfüllt werden kann, die wir uns, glaube ich, mehr oder weniger alle wünschen. Also, wer sich das nicht wünscht, dass diese Vorwarnung, dass diese Informationen rausgehen, der hat, glaube ich, ganz andere Probleme. Da fallen mir nicht viele Leute ein, die offen da widersprechen würden. Und wenn wir uns wünschen, dass sowas passieren kann und dass sowas heutzutage eben ja auch technisch ohne Probleme möglich wäre, ähm dann sollten wir vielleicht auch darüber nachdenken, ob wir diese Struktur nicht selber haben müssten. Und was heißt nachdenken? Nachdenken tun viele Leute schon seit vielen Jahren, aber anstoßend tut halt niemand was.
29:55 Gavin Karlmeier
Außer die EU, die ja wirklich versucht zu regulieren, wo sie nur kann, und auch EU-Staaten.
30:00 Frederik von Castell
Ja, aber du rennst ja immer nur hinterher. Du bist ja die ganze Zeit, du bist ja die ganze Zeit der Fuchs, der sich vom Hasen austricksen lässt. Also das Du bist der Kyote. Einfach, wenn es immer wieder das gleiche ist.
30:12 Gavin Karlmeier
Du bist der Kajote.
30:14 Frederik von Castell
Ich bin der Koyote.
30:15 Gavin Karlmeier
Du bist der Denn was ich sagen wollte, in Italien ist die Wettbewerbsbehörde jetzt aufmerksam geworden darauf, dass du WhatsApp nicht nutzen kannst, ohne Meta AI zu nutzen. Und die Frage, die man sich dort bei der Wettbewerbsbehörde stellt und weswegen man auch die Ermittlungen nun aufgenommen hat, ist, dadurch, dass WhatsApp eine dominante Position hat, muss jetzt geklärt werden, ob der Service Meta AI in WhatsApp. . ein Teil von WhatsApp ist oder ein eigener Dienst, der hier durch die Hintertür auf die Telefone der Nutzerinnen und Nutzer geschmuggelt wird? Finde ich eine sehr interessante Frage und sehr gutes Vorgehen. um nochmal hier über Marktposition und Marktdominanz zu diskutieren. Einer der Punkte, die ja bei Meta auch in den USA immer wieder eine große Rolle spielen Wie marktmächtig ist Meta eigentlich und nutzen sich hier ihre Gatekeeper-Funktion aus, um anderen den Markteintritt zu erschweren? Weil klar, wenn du auf jedem, nahezu jedem Telefon WhatsApp installiert hast und da ist eine KI drin, Warum sollten sich die Leute noch ChatGPT installieren, wäre so die Argumentationslinie, die man hier ziehen könnte.
31:17 Frederik von Castell
Aber was ich mich frage, ist, es ist ja kein. . Warum Italien? Also wir haben das ja jetzt alle hier und haben uns alle gewundert, irgendwie als der blaue Kreis da waren und keiner hat mich gefragt, ob ich den haben will und ich kriege ihn auch nicht weg. Und ich komme auch ständig versehentlich drauf, das nervt mich tierisch, dass ich jedes Mal das AI-Fenster quasi öffne, weil es direkt über meinem Plus neue Nachrichten-Symbol ist, rechts unten. Aber wieso geht das jetzt in Italien los? Ist das nicht wieder eine EU-Frage? Es ist doch europäisches Kartellrecht dann mit Sicherheit. Das ist doch jetzt nicht irgendwie. Ah, okay.
31:50 Gavin Karlmeier
Also wäre es, aber auch Italien hat natürlich eine eigene Wettbewerbsbehörde und wenn die sich daran stören, können die Ermittlungen durchführen und sogar, wie es hier jetzt passiert ist, eine Hausdurchsuchung bei Facebook. Italy durchführen und da mal gucken, wie jetzt so rumliegt. Bei diesen Hausdurchsuchen frage ich mich manchmal so ein bisschen, wie die sich das vorstellen, ob die da jetzt die Festplatten raustragen und dann gucken, ob da sich jemand eine E-Mail geschrieben hat, auf der draufsteht. Das werden die Leute niemals merken, dass sie plötzlich jetzt einen KI-Dienst auf dem Handy haben.
32:15 Frederik von Castell
Die suchen erstmal DIN A4-Ordner, wo Masterplan Kartell draufsteht, was
32:21 Gavin Karlmeier
Hundertprozentig. Aber Italien ist gerade sowieso hochinteressant, denn Italien hat gleichzeitig gerade auch die Plattform total auf dem Kika, weil sie eine, also wir haben darüber schon mal gesprochen. Aber auch da gibt es jetzt eine Neuigkeit, weil Italien eine Milliarde US-Dollar knapp, nee, ein bisschen mehr sogar, über eine Milliarde US-Dollar von Meta, zwölfeinhalb Millionen Euro von Extra. Und 140 Millionen von LinkedIn einfordern, weil sie sagen, wenn sich NutzerInnen dort einen Account machen und dann mit ihren Daten bezahlen Fällt Mehrwertsteuerpflicht an? Und das ist eine sehr interessante Überlegung natürlich. Ist das Mehrwertsteuerpflichtig? Gibt es Mehrwertsteuer auf Daten? Sind meine Daten, muss darauf Umsatzsteuer genommen werden? Italien sagt erstmal ja, Metax und LinkedIn haben gemeinsam Berufungen dagegen eingelegt. Das heißt, das Ganze wird jetzt erstmal. . vor Gericht geklärt. Rom allerdings, Italien, hat jetzt Kontakt zur EU aufgenommen, um da eine Stellungnahme der EU sozusagen zu erzwingen in diesem Fall. Das finde ich einen hochinteressanten Fall.
33:24 Frederik von Castell
Ja, wobei die Italiener, glaube ich, schon, das meine ich jetzt wirklich nicht als Klischee oder so, ich glaube, die Italiener sind schon öfter aufgefallen mit so steuerlichen, besonderen Interpretationen, gerade so in internationalen Gewässern. Also Für mich klingt das erstmal nach was, wenn es so logisch wäre. Dann, das ist das Gleiche wie jetzt, warum ist eigentlich Italien jetzt als erstes da wegen MetaI losgegangen? Wenn es so logisch wäre, dann müssten doch jetzt hier irgendwie auch ein paar Finanzminister in anderen und Finanzministerinnen in anderen EU-Staaten im Kreis springen und sagen.
33:59 Gavin Karlmeier
Ich weiß nicht, ob es logisch ist. Aber auf der anderen Seite, auch darüber haben wir ja gesprochen, weil in Frankreich zum Beispiel gegen Ex ermittelt wird, weil sie eine kriminelle Bande darstellen könnten, die von außen versucht, Wahlbeeinflussung durchzuführen. Das sind natürlich alles Arten und Weisen, kreative Rechtsinterpretationen zu nutzen, um sich gegen diese Übermacht der amerikanischen Tech-Monopole sozusagen zu wehren. Und da ist das hier eine mögliche Überlegung. Ich bin mir da auch nicht ganz sicher, ob Ob das Mehrwertstable, ich bin weder Anwalt noch Botaniker noch Finanzexperte. Ich kann dir das nicht beantworten. Aber ich finde, dass das mal sich jemand anschaut und überlegt, naja, wenn wir immer sagen, wir bezahlen mit unseren Daten. Dann, wenn wir damit bezahlen, dann ist es mehrwertsteuerpflichtig.
34:42 Frederik von Castell
Ich versuche die ganze Zeit den Gedanken hinter dem Botaniker noch zu kriegen, aber es gelingt mir nicht.
34:46 Gavin Karlmeier
Das ist ein Insider hier bei Hakenberg.
34:48 Frederik von Castell
Alles klar, danke.
34:49 Gavin Karlmeier
Das erkläre ich dir in andermal. Da musst du in den Discord kommen, dann verstehst du das. Da schaue ich viel zu selten rein, ich gebe es zu. Ja, siehst du, kommt alle, wwhagenrand. org, wir sind bald 2000 Leute und wenn wir 2000, also das kann ich ja mal kurz erzählen, klein hier unter uns. Sag's keinem. Ich sag's keinem weiter. Stand jetzt ist der Plan, dass am 7. 11. die 500. Episode Haken dran erscheint. Und mein Plan ist, dass wir bis dahin auch 2000 Leute im Discord haben. Wenn wir das beides erreicht haben, steht uns die Welt offen. Wie viele fehlen denn noch? Ich glaube nur noch 70 oder so. Das ist ja drin. Das ist drin. Also kommen trotzdem alle.
35:29 Frederik von Castell
Wir sind ambitionslos. 2500, würde ich sagen.
35:31 Gavin Karlmeier
Das machen wir dann im Livestream live. Weil die 500. Folge ist ein paarstündiger Livestream. Wie lange der genau wird, muss ich noch klären. Ich habe mal hier mit großem Mund 24 Stunden versprochen. Leute, ich bin 36, das ist unmöglich. Aber ein paar Stunden Livestream 12 schaffen wir auf jeden Fall. Gut?
35:50 Frederik von Castell
Da muss ich jetzt was zu sagen, oder?
35:52 Gavin Karlmeier
Ja.
35:53 Frederik von Castell
Ja.
35:53 Gavin Karlmeier
Gut. So, wir haben jetzt noch ein paar Möglichkeiten, wie wir weitermachen können. Also entweder wir reden über Nazis oder wir reden über YouTube. Oder wir reden über LinkedIn nochmal.
36:08 Frederik von Castell
Ich kenne genug Geschichten, wo alle drei zusammenpassen, aber lass doch mal mit den Nazis anfangen.
36:13 Gavin Karlmeier
Erinnerst du dich noch an Substack? Substack ist der Newsletter-Service, der größte auf der Welt. Wir haben vor Ewigkeiten, da war Dennis noch hier, darüber gesprochen, dass Substack. damals gesagt hat, dass sie sich nicht verbieten lassen wollen, auch Rechtsradikale und Nazi-Inhalte auf ihrer Plattform im Rahmen der Meinungsfreiheit erdulden zu müssen. Da haben sie dann zurückgerudert, ich habe recherchiert. Das haben wir nämlich in Haken dran am 9. Januar 2024, Folge 231. Mit Dominik Hammes, was hat Ex 2024 vor, hieß die Folge. Haben wir darüber berichtet, dass Substack zurückgerudert ist. Und gesagt hat, wir werden jetzt alle Publikationen entfernen, die Support für Nazis ausdrücken und wollen sozusagen keine Nazi-Ideologie mehr auf unserer Plattform unterstützen und werden hier klarer in unseren Guidelines werden. Da haben wir uns alle gefreut und haben gedacht, gut, dann ist Substack vielleicht doch nicht verloren. Bis zu dieser Woche. In dieser Woche haben viele Substack-NutzerInnen, wir wissen nicht, wie viele, aber es gibt einige, die davon berichtet haben. eine Push-Nachricht bekommen. Manchmal schickt Substack so Push-Nachrichten, Substack Push-Nachrichten, in denen dir neue Newsletter empfohlen werden, die du abonnieren kannst. Und dann wird als Bild, wird dir das Profilbild dieses Newsletters angezeigt. Und da war eben ein Hakenkreuz zu sehen Und in der Push-Nachricht wurden Nutzer dazu aufgefordert, ein Nazi-Newsletter zu abonnieren, in dem behauptet wurde, dass Trigger-Warnung, kurz explizit. . jüdische Menschen eine Krankheit seien und Minderheiten ausgerottet werden müssten, um eine weiße Heimat aufzubauen. Das wurde als Push-Nachricht an unbedarfte NutzerInnen verschickt. Weißt du, da kann man, das kannst du dir nicht mehr schönreden. Das kannst du auch nicht mit Meinungsfreiheit. Das ist eine redaktionelle Empfehlung. Ob sie jetzt algorithmisch getroffen wurde oder nicht, das ist indiskutabel.
38:05 Frederik von Castell
Jeder klassische Publisher wäre jetzt am Ende.
38:08 Gavin Karlmeier
Ja, genau.
38:08 Frederik von Castell
Der wäre einfach zu. Wenn du eine Zeitung wärst, du wärst jetzt zu.
38:11 Gavin Karlmeier
Das wäre vorbei. Genau. Aber bei Sub-Stack, wo man sagt, büßen nur eine Plattform. gelten dann andere Standards und man muss sagen, natürlich gelten da in gewisser Weise andere Standards, weil hier keine händische redaktionelle Kuration stattgefunden hat. Trotzdem, für den Nutzer ist das so nicht ganz klar, dass da andere Standards gelten.
38:30 Frederik von Castell
Ich mag auch diese Helfskonstruktion immer nicht. Was heißt, da findet keine händische Kuratierung statt? Ja, da muss sie aber stattfinden, bevor sowas passiert. Ich habe doch die Verantwortung als Plattform.
38:40 Gavin Karlmeier
Vor allem gibt es doch, also versuch doch mal ein Hakenkreuz als Profilbild bei Instagram oder bei Google hochzuladen, unmöglich. Habe ich noch nicht probiert, aber geht mit Sicherheit. Nicht gehen.
38:49 Frederik von Castell
Also jedes Mal, wenn ich das Medium-Magazin-Logo austausche, alle zwei Monate, weil wir das immer nach der Farbgebung des aktuellen Covers machen. Jedes Mal geht dieses Logo, obwohl es immer das gleiche, äh, mit der gleichen Typografie, nur mit einem anderen Hintergrund und mit einer anderen Einfärbung der Typografie ist. Geht jedes Mal bei allen Metaplformen einmal kurz durch den Check. Es dauert 30 Sekunden oder so, dann ist es auch da. Es steht meistens da, kann bis zu 24 Stunden dauern. Ich denke mir jedes Mal so, nee, jetzt bitte nicht, weil ich habe. Ist wieder kurz vor Veröffentlichung ausgemacht. Aber es geht ungefähr 30 Sekunden im Hintergrundratarz. Du merkst es einfach, dass das kurz einmal mit Mustern abgeglichen wird, ob da jetzt nicht irgendwas drin ist. Was zur Hölle? Also, ich meine, wir reden ja jetzt auch nicht von irgendwas besonders Kreativen, genialem, einzigartig schwer zu entdeckenden, sondern wir reden von einem verdammten Hakenkreuz.
39:32 Gavin Karlmeier
Ja, und zwar schwarzes Hakenkreuz auf weißem Kreis, auf rotem Grund. Ganz, also klassischer geht es ja fast gar nicht. Komische Formulierung. Aber du weißt, es ist nicht mehr.
39:42 Frederik von Castell
Aber also identifizierbarer, klarer identifizierbarer als Nazi-Symbol In der Form, nein, geht's nicht, klar.
39:49 Gavin Karlmeier
Und was Subsex sich dann hier eben gefallen lassen muss vor dem Hintergrund der letzten Jahre, ist einfach das hier eine gewisse. Also, ich formuliere das jetzt mal vorsichtig. eine gewisse Halbherzigkeit besteht darin, diese neu angepassten Guidelines aus dem letzten Jahr umzusetzen, wenn sowas passiert. Es geht ja nicht nur darum. Dass hier irgendjemand es irgendwie geschafft hat, heimlich doch ein Newsletter mit zehn Abonnierenden irgendwie auf die Plattform zu bringen, es wird immer Wege geben, sich da irgendwie durchzumogeln, geschenkt. Aber dass das dann auch noch algorithmisch vorgeschlagen wird. Ist ein Skandal.
40:23 Frederik von Castell
Also ich sehe es gerade, ich habe es mir jetzt gerade mal hergezogen. Also es ist einfach komplett absurd. Wenn sowas auf meinem Smartphone auftauchen würde, wäre ich als User, wäre ich weg. Würde ich sagen, also was ist, keine Ahnung, vielleicht ist das eine gute Idee, da vielleicht mal in ein paar Tagen, Wochen nochmal nachzuschauen, was das eigentlich auch dann mit der Community oder mit den Communities, Substack hat ja keine klassische eigene Community in dem Sinne, aber was das da eigentlich macht und vor allem auch mit den Usern, also mit den, wie sagt man denn bei Substack zu denen, die das als Newsletter-Plattform selber nutzen. Abonnierende? Abonnenten. Nee, nicht die Abonnierenden, sondern die, die die Newsletter schreiben. Ach so, die Publizisten wahrscheinlich. Die Publizisten, danke. Ja, die Publisher. So einfach wäre es. Ja, ich bin bei dem Publisher-Begriff immer nicht so ganz dabei, weil ich der Meinung bin, dass die Plattform selber eine Publishing-Funktion erfüllt. Aber ähm Ja, also da wäre ich doch weg, oder?
41:19 Gavin Karlmeier
Ja.
41:20 Frederik von Castell
Also egal wie viel Geld oder wie hoch der Share da letztendlich ist, den ich vielleicht in meinem Gesamt Einkommen oder so hab, das da möchte ich doch dann einfach nicht sein. Das ist doch die gleiche Frage, wie ich irgendwie, keine Ahnung, ob ich bei Spotify bleiben will, wenn da irgendwie. Irgendwas überhand nimmt, was mir nicht gefällt. Also die Frage stellt man sich doch ständig überall oder ob man eben bei X weiter postet, wenn da alles nur noch Müll ist.
41:40 Gavin Karlmeier
Ja.
41:40 Frederik von Castell
Ja, genau. Und ich glaube, bei Hakenkreuzen können wir uns dann wirklich die allermeisten hoffentlich darauf einigen, dass wir da nicht sein wollen.
41:47 Gavin Karlmeier
Ich hoffe, dass das zumindest hierzulande so gilt. Haken dran, ja, Haken kreuzen einen Punkt. Schön. Ich würde die Folge gerne so nennen, aber dann wird die wahrscheinlich nirgendwo. Außer bei Subse. Okay, völlig anderes Thema. Ich hab ein bisschen Medientalk, aber ich dachte, wenn du schon mal hier bist und wir ausgerechnet an diesem Tag darüber sprechen und wir in letzter Zeit so viel darüber sprechen, wie sich die Medienwelt verändert und wie viel KI eigentlich auch, wie viel Slop. auf unsere Social Media Plattform kommt, dann kommen wir an diesem Thema nicht vorbei. Denn der Sender Welt, der zum Axel Springer Verlag gehört, hat am gestrigen Donnerstag um 14. 45 Uhr Die erste Ausgabe von KI-Welt gesendet. Und das ist nicht nur eine Sendung, in der es um KI-Themen geht, in der über die Themenausgabe können wir gleich auch nochmal sprechen, aber es wurde viel über KI-Themen gesprochen, sondern die Sendung wurde auch. mit KI produziert. Und das ist die Formulierung, die übrigens auch die ganze Zeit gewählt wird. Ich möchte dir mal ganz kurz nur die Anmoderation einmal vorspielen und dann schauen wir mal, was für Emotionen so in uns schlummern.
42:56 Frederik von Castell
Hallo und herzlich willkommen zu KI Welt. Ich bin zwar nicht echt, sondern ein Avatar, aber die Nachrichten, die ich Ihnen zeige, sind absolut real. Starten wir gleich mit den neuesten Meldungen.
43:09 Gavin Karlmeier
Das ist der Avatar vom Journalisten Paul Klinzing, der offenbar Weltmitarbeiter ist, hoffe ich für ihn. Und der hier eben synthetisiert wurde, dessen Stimme und dessen Körper sozusagen in 3D dort in ein Studio gezaubert wurde.
43:24 Frederik von Castell
Ja, aber jetzt hast du schon mehr geschafft als die Welt selber in dem Format, ne?
43:28 Gavin Karlmeier
Inwiefern?
43:29 Frederik von Castell
Naja, also dass das ein KI-Avatar ist, wird aus dem Kurzformat ja klar. Also das wird am Anfang kurz einmal, ich weiß nicht, ob das jetzt in jeder Folge, das soll ja wöchentlich einmal erscheinen, aber ob das jetzt in jeder Folge am Anfang der Avatar auch dasteht und sagt, ich bin ein KI-Avatar. Aber was innerhalb des Formats nicht passiert ist, ist, dass man überhaupt erst erklärt, dass der auf Grundlage einer realen Person entstanden ist. Ich habe das nämlich nur, es passiert vorher in der Sendung, vorher steht der. Echte Weltreporter, an dessen Vorbild das gemacht wurde und der auch die Idee dazu hatte, der steht vorher einmal in der Sendung rum. Und da wird drüber geredet und dann wird das auch so ein bisschen weltypisch gespäßelt: so bist du jetzt der echte oder nicht und überhaupt und bla. Und das wird aber im Format selber, wenn du das als Standalone jetzt auf YouTube und so, wo es jetzt überall auch rumgereicht wird und von Springer auch sehr stark beworben wird. Wird das überhaupt nicht klar, dass das ein reales Abbild ist? Also die Leute, die das jetzt sehen, die werden es vielleicht so sehen wie ich zuallererst. Ich kannte nämlich den Journalisten, der dahinter steckt, kannte ich nicht, Paul Clinzing. Ich habe das gesehen und habe mich erstmal über zwei Dinge eher gefreut aus jetzt einer medienjournalistischen Perspektive. Das eine ist, dass der Mann, den man da sieht, der Avatar. . Das ist ein gut aussehender junger Mann. So, da kann man jetzt nicht sagen. Aber er ist jetzt auch nicht ein Ken von Barbie und er ist jetzt auch nicht irgendwie, keine Ahnung, er ist jetzt nicht irgendwie Ein super Model in künstlich generiertes. Da habe ich mich erstmal drüber gefreut, dass ich das Gefühl hatte, okay, klar, es ist jetzt wieder irgendwie ein weißer 30-Sething. Passend irgendwie auch von der Optik her, sag ich mal, zur Weltmoderation an sich. Dachte ich aber auch erstmal, okay, das ist ja schon mal irgendwie sympathisch, vor allem auch, dass der Dialekt spricht. Also, dass der, der zumindest hat so ein Idiom ein Bayerisches mit drin, so in Niederbayern. Und da dachte ich mir, ah cool. Sie haben also nicht die glattgebügelte, glattgebügelte, glattgebügelte Version erstellt, sondern Sie haben versucht, da auch ein bisschen was natürliches reinzulegen, machen aber gleichzeitig deutlich, dass es ja ein KI-Avatar ist. Wir sagen aber an keiner Stelle, eigentlich haben wir im Grunde unseren Reporter und der mag das anders sehen. Aber eigentlich haben wir unseren Reporter geklont.
45:37 Gavin Karlmeier
Dass du es auch nicht mehr dafür bezahlt werden muss, wenn man es ganz ehrlich sagen müssen will, ja. Und sonst durchgehend in der Sendung, aber klar ersichtlich, dass es KI generiert ist. Allerdings über Decrawl, die verschwinden würde, sobald eine Breaking News kommt, muss man auch dazu sagen.
45:56 Frederik von Castell
Naja, und die auch nicht jetzt jedes Mal dort stehen wird. Also, das war jetzt wirklich das Pushing, wir haben was Neues, das war eher ein Marketing-Element der Welt, ne? Da stand jetzt die ganze Zeit unten die KI-Sendung mit KI und so. Da steht ja in Zukunft steht ja ja eigentlich der Themenbuster.
46:10 Gavin Karlmeier
Aber es klingt gut. Es klingt nicht so springt.
46:13 Frederik von Castell
Ich weiß nicht, ob der so heißt. Ich habe mir das gerade ausgedacht.
46:14 Gavin Karlmeier
Da würde man, glaube ich, eher sein der Themenkasten oder so wahrscheinlich.
46:18 Frederik von Castell
Ja, ne? Soll ich mir patentieren lassen?
46:20 Gavin Karlmeier
Oder der Themenboiler. So würde man Kasten, schön. Ja.
46:29 Frederik von Castell
Aber also, mal wirklich das Problem, also Ich bin überhaupt gar nicht dagegen, Avatare, KI-Avatare zu nutzen. Es gibt wahnsinnig viele Medienschaffende, die in der Zukunft stark davon profitieren können. Das sind Menschen, die bedroht werden dafür, dass sie eigentlich nur eine Präsentationsform miterfüllen müssen, die heute in vielen Mediengattungen miterfüllt werden muss. Also vom Zeitungsjournalisten. Dem freien Wald und Wiesen, Lokaljournalisten, dem Radius und sonst was. Jeder wird heute irgendwie gezwungen, in der ganzen Ökonomie, der Branche sein Gesicht ständig noch irgendwo mit hinzuhalten und das sorgt für größere Angreifbarkeit. Ich finde es gar nicht schlimm, dass es erstmal eine Möglichkeit gibt, mit einem klar erkennbaren, aber mit einem künstlichen Presenter zu arbeiten. Presenter-Moderatoren sind ja schon immer nur Repräsentation einer Redaktion nach außen. Aber es sind ja nie die, die alle Inhalte, das weiß wirklich ja jeder und jede Hörerin, das sind ja nicht diejenigen, die die Inhalte an sich schaffen. Es gibt welche, die tun das auch, aber in der Regel sind es ja vor allem die, die vorne stehen und sie repräsentieren oder präsentieren. Und ich finde, dafür KI einzusetzen, erstmal überhaupt nicht schlecht. Es gibt. Zahllose Exiljournalistinnen zum Beispiel, für die das die einzige Möglichkeit ist, überhaupt unentdeckt ihre Arbeit zu machen. Gerade in repressiven Regimen, also hunderte Einsatzgebiete. Und ich meine auch, ehrlich gesagt, es wäre völlig legitim, auch In Deutschland, in Medienhäusern, die einfach nicht das Geld haben, um im audiovisuellen Dauerstream auch mitfeuern zu können, dass sie das auch machen können. Und natürlich kann auch die Welt das machen. Alles super. Ich bin kein großer Freund davon, dass wir direkt alles nur darauf schieben und sagen, dann sind aber da Jobs weg. Zumal also Moderationsjobs bei der Welt gibt's Zu Hauf. Und Moderationsgesichter, auch durchaus austauschbare, gibt es dort auch genug. Ich finde es aber total ärgerlich, dass sie eine Riesenchance da wieder verpassen. Obwohl sie es, sie machen ja eine KI-Sendung zu den KI-Themen. Mit einem KI-Avatar. Es ist ja sowieso schon alles in dem Setting. Und dann sind Sie in gottverdammter Nachrichtensender. Warum nehmen Sie denn jetzt bitte nicht dieses Format her? Dass eine, dass ja auch durch ein KI bot ja auch die Nachrichten aggregiert hat, dass ja nur von einem einzigen Redakteur überwacht wird, also wo der Human in the Loop quasi ein Redakteur ist für das ganze Sendungsformat. Das wäre ja bei einem normalen Sendungsformat überhaupt nicht denkbar. Und jetzt hätte man die Chance zu sagen als Nachrichtensender, und wir machen das gerade auch noch zum ersten Mal, zu sagen, Maschinenraum auf. Wir zeigen euch jetzt, wie das passiert ist. Wir ordnen das jetzt ein, dass diese KI in ihrer fünfminütigen KI-Sendung kein einziges wirkliches KI-kritisches Argument irgendwo zum Beispiel anführt in den Storys. Es geht um KI, von KI gemacht, aber es ist letztendlich alles irgendwie so ein bisschen.
49:13 Gavin Karlmeier
Ja. Und da haben wir noch lustig Kastenvideos von KI. Weil die vier Themen, ich habe die mir mal zusammengeschrieben. Das erste Thema ist. Man redet über die Sendung kurz selber, was machen wir hier? Wir machen alles automatisiert, aber Menschen haben mit aufgeguckt. Wo ich übrigens sagen muss Ich glaube, Menschen haben mehr als nur drauf geguckt. Also die Formulierung in der Sendung selber ist auch, die KI war beteiligt an der Produktion. Und ich würde auch sagen, die KI hätte niemals Schnittbilder über eine gesprochene Moderation gelegt. Solche Dinge. Also ich würde sagen, so wie die Sendung gebaut ist, ist schon viel noch von Hand passiert. Dann ging es um internationale Entwicklungen, also humanoide Roboter in China, Donald Trump hat ein Programm und dann ging es um KI in Deutschland. Auf der einen Seite politische Regulierung, aber auch Sorgen vor Kontrollverlust und Jobverlust. Und da dachte ich nämlich genauso, wie du, also, Klaver, ich verstehe deine Argumente, aber dennoch ist es nahezu zynisch, dass man sagt, wir haben hier. keine Menschen für gebraucht, außer die, die sich das nur einmal nachher kurz angeguckt haben. Übrigens KI macht, dass die Leute Angst davor haben, ihren Job zu verlieren. Das fühlt sich nicht aufrichtig an. Also als erstes Thema, die Sendung, die die meisten Leute sehen werden aus dieser Reihe. So zu aufzubauen, finde ich sehr unvorsichtig. Verstehst du, was ich meine?
50:28 Frederik von Castell
Ja, oder es spricht genau dafür, dass die KI letztendlich doch machen durfte, was sie wollte. Und der ganze Zynismus hin und her. Es ist ja auch der Kollege, der die ähm, der das Format dann ankündigt. Klassischer Moderator, ja auch. Der hat ja auch so, und dann nochmal so: Das sind diese typischen Weltmoderatoren-Jokes, die muss man irgendwie ertragen, wenn man da sich was anguckt. Aber das hat man, und dann sehen wir uns um 18 Uhr. Ja, vielleicht auch nicht, je nachdem, wie das jetzt hier gleich läuft. Also, da ist dieses, da ist tatsächlich ein leichter Metaton mit drin, bei dem ich gar nicht weiß, ob der überhaupt von Springer so gewollt ist, weil wenn man sich dann den Weltchef. Redakteur Jan Philipp Burkhardt anhört, der sagt ja, wir können mit der KI-Revolution irgendwie nicht konkurrieren oder wie auch immer, sondern wir müssen sie umarmen. Und das ist schon was, was der Springer Verlag sehr stark macht. Also jedes Mal, wenn wir im Grunde über KI im Journalismus reden, Reden wir auch über Springer sehr stark im Moment. Das hat schon angefangen irgendwie mit dem starken Einsatz von KI-Bots in Bei bild. de. Das ist bis heute so. Im Grunde jede zweite Service-Artikelnummer dort ist eigentlich im Grunde, du klickst drauf und merkst, oh, jetzt muss ich mit dem Bot drüber sprechen und habe Antworten vorgegeben.
51:35 Gavin Karlmeier
Deswegen auch jetzt, also wenn wir das aufzeichnen, Donnerstag Auch so ein Screenshot rum, dass die Bild-KI offenbar auch Einfluss darauf hat, was in dieser KI-Rubrik für Schlagzeilen stehen. Und da stand die Schlagzeile, warum tragen plötzlich alle Sneaker-Fragezeichen? Und man soll sagen, ja, also seit 15 Jahren oder so?
51:56 Frederik von Castell
Ich möchte jetzt den Namen der Redakteurin, von der ich vermute, dass die hinter diesem Artikel stecken würde, nicht sagen, aber die ist. Die ist im Boulevard sehr groß. Und wahrscheinlich ist es bei den Kreisen, in denen sie so unterwegs sind, sind immer so die Promi-Hochzeiten von den älteren Herrschaften. Vielleicht sind da die weißen Sneaker jetzt angekommen. Nee, aber also man muss auch mal, man muss wirklich. Ich glaube, wenn man sich schon mal ein paar Sachen durchgelesen hat, die ich so journalistisch gemacht habe in den letzten Jahren Dann ist da, glaube ich, schon deutlich, dass ich mich mit dem Springer Verlag auch sehr kritisch auseinandersetze. Aber man muss auch sagen, an sich ist es erstmal gar nicht so schlecht, dass ausgerechnet dieser sehr auch finanzstarke Verlag mit seinen größeren Publikumsangebot Bild und seinem eigentlich eher sehr kleinen Angebot Welt, wenn man es mal ehrlich besorgend betrachtet, wenn man da auf die Abonnentenzahlen schaut, aber. Dass die sich da eben was trauen und bewegen, weil letztendlich wir brauchen wir in der Branche tatsächlich Vorbilder. . Das Problem ist genau hier, wenn du grundsätzlich im journalistischen Handwerk Erstmal nicht immer auf der Höhe bist, um es mal vorsichtig zu formulieren. Dann ist es vielleicht gar keine so gute Idee, dann auch noch die Zykel ein Stück weit aus der Hand zu geben und das die KI machen zu lassen. Ich möchte das jetzt explizit nicht erstmal.
53:10 Gavin Karlmeier
Hast du aber auch weniger zu verlieren.
53:12 Frederik von Castell
Ja, du hast theoretisch wenig jetzt verlieren, die Gesellschaft, aber mehr zu verlieren. Und ich möchte das gar nicht so sehr auf das Format jetzt drunter bringen, weil ich habe mir das angeschaut und ich finde, es war Es war langweilig ein Stück weit.
53:24 Gavin Karlmeier
Da will ich jetzt rein, weil das ist genau mein Kernpunkt, den ich hier noch nicht breit getreten habe. Also ich verstehe alle deine Argumente. Ich verstehe Argumente, die sogar für eine Verwendung von Avataren in Einzelfällen sprechen. Ich verstehe auch. dass du als modernes Medienunternehmen Antworten auf diese Fragen brauchst. Wie gehen wir mit KI um? Können wir da was rausziehen? Können wir was ausprobieren? Gibt es auch Dinge in unseren Workflows? die wir gerade nicht bedienen können, bei denen wir eine KI einsetzen können, weil wir die sonst gar nicht hätten. Also nicht von wir ersetzen Leute, die dafür Geld bekommen würden. sondern wir schließen Lücke mit Einsatz von künstlicher Intelligenz. Alles nachvollziehbar, alles richtig.
54:03 Frederik von Castell
Ja, aber es muss auch nicht immer so einfach sein. Ich finde, man kann auch Dinge, die gemacht werden, ersetzen. Und dafür aber die Kompetenzen woanders hinschicken kann.
54:11 Gavin Karlmeier
Oder dass wahnsinnig viel Arbeit ersetzen kann. Verstehe ich total. Ich würde aber einen anderen Punkt machen. musst du das auf der Antenne machen. Musst du nach außen zeigen, wir üben jetzt mal ein bisschen. Wir haben ja mal mit dem Computer was gebaut. Guckt euch das mal an, fünf Minuten. Und nutzt dafür ein extrem reichweitenstarkes Medium, dass du hast einen linearen Fernsehsender ist in Deutschland eine der reichweitenstärksten Sachen, die du haben kannst. Ein linearer Fernsehsender, bei der fünf Minuten so etwas läuft, bei der du merkst Das ist nicht perfekt. Und das merken auch wir, die sich ständig damit auseinandersetzen. Das merken aber auch alle anderen. Die Stimme hat keine Modulation. Es ist nicht nur langweilig dadurch, dass es. ihn nicht von Menschen gebaut ist mit dramaturgischen Kurven und Menschen, die das Handwerk verstehen, sondern es ist auch einfach langweilig, weil es eben noch ein paar Lücken gibt, die entweder die KI noch nicht schließen kann oder die hier nicht richtig verwendet wurden. Die Moderation ist, wie wir eben auch gehört haben, sehr monoton und eintönig. Die Stimmen sind relativ undivers gewählt. Du hast die ganze Zeit das Gefühl, du hörst eigentlich. fünf Minuten lang einem Stream of Consciousness einer Maschine zu, die mal so erzählt, was ihr zur KI einfällt. Und dann hat sie dazu noch Bilder ausgesucht. Das ist der Eindruck, der bei mir geblieben ist. Und dann noch obendrein die Frage, ob du, wenn du so ein Experiment schon mal machst, ankündigst groß machst und das überall platzieren musst, ob du dann Themen auswählst. Die das breite Publikum am Ende ja überhaupt nicht interessieren. Also klar, Sorge in der Arbeitswelt verstehe ich, aber so Dinge wie Einführung des AI Acts ab August in der EU. Ein Thema, das ja eigentlich auch schon lange in der Welt ist, dann aber so zu erzählen, dass es verhältnismäßig nischig Anspruchsvoll vermittelt wird, weil es eben eine KI geschrieben hat, die das alles schon weiß, hatte für mich so den Anstrich von: wir können das jetzt und wir wollen jetzt hier ein Signal an die Branche setzen, an die Bubble setzen. Aber das muss ich nicht machen vor dem größten Publikum, das dieser Sender halt hat, nämlich die Ausstrahlung des Fernsehsenders.
56:06 Frederik von Castell
Ich glaube, das ist genau der Punkt, also im Grunde sind es vier verschiedene Dinge, die man damit erreichen will und ich glaube, wenn man die mal sortieren muss in der Motivation, warum hat man das jetzt gemacht? Dann ist das oberste Argument bei so einem Konzern und nicht, ich sage es nicht bei einem Medium, sondern bei so einem Konzern, ist be first. Die wollten jetzt die ersten sein. Es gibt einen riesen Rummel außenrum, wenn man. Macht euch den Spaß, solange das jetzt noch nicht so viel unterwegs ist. Gut, morgen wird es wahrscheinlich eh schon noch. jeder Medienplattform sein, teilweise Kollegen und Kolleginnen haben auch gestern schon was dazu gemacht und so, aber die ersten Treffer bei Google zu dem Thema, die es überhaupt gab, bevor das Ding online gegangen ist. Waren ja alle nur vom Springer Verlag. Dann sind so langsam die Branchendienste dabei gewesen. Aber die Bild hat was dazu gemacht, die Welt hat mehrfach was dazu gemacht. Natürlich nicht nur im Programm, sondern online, Socials und so. Es ist schon sehr stark gepusht worden. Also, man wollte zeigen, wir machen das jetzt zuerst oder wir machen das jetzt. Ich finde aber, das schließt sich trotzdem nicht aus. Auch in der Langweiligkeit, wie du sie jetzt ausdrückst, dass das durchaus Zielgruppen spezifisch bei Welt TV und auch im Rahmen dessen, was an Weltabonnenten und an Abonnentinnen ich jetzt im Großen und Ganzen mal so überschlage, vermute, überhaupt nicht an der Zielgruppe vorbei ist und auch in der Ansprache überhaupt nicht so falsch ist. Der ist letztendlich, dieser Avatar ist und das spricht jetzt absolut nicht für Welt. Als Nachrichtensender insgesamt, zumindest nicht positiv für die. Der ist gar nicht so viel anders. Der ist vielleicht anders als sein reales Vorbild, als Paul Klinzing, von dem habe ich mir heute ein paar Sachen angeschaut. Das ist ein sehr. Positiv formuliert engagierter Reporter, wenn der unterwegs ist. Klar, ich habe den jetzt auch bei so ein paar Szenen, Fußball-EM und so gesehen, da ist man immer nochmal ein bisschen irgendwie drüber und so und viel los und außenrum und so. Aber das ist eigentlich ein eher interessanter Vom Sprecher. Und der hat auch so einen niederbayerischen Akzent und so, und der ist irgendwie, der ist, der ist relativ originell vom Typ her. Jetzt ist er sehr glatt In dieser, also dieser KI-Avatar, der ist sehr glatt. Wenn man sich aber das Programm dort mal sechs, acht Stunden anschaut, dann sind eigentlich die Moderatorinnen und Moderatorinnen in größeren Teilen sehr ähnlich. Und das meine ich jetzt weder negativ noch positiv, sondern einfach nur beobachtend. Deswegen, ich glaube schon mal, das spricht gar nicht so dagegen. Dann das Thema KI. Bei dem Publikum, das die Welt bedient. Und ich meine jetzt nicht nur den Nachrichtensender, sondern die Welt als Marke. Vielleicht haben sie das sogar ein Stück weit verschlafen, das auch zu kommunizieren, stärker auch als inhaltliches Thema. Vielleicht steckt es bei denen viel stärker im Bereich Wirtschaft. drin, als vielleicht im Gesellschaftsdiskurs. Und vielleicht ist deswegen so eine erste Sendung, wo du das machst, gar nicht so schlecht, wenn das so drei, ich sag mal so, dreimal Grundlagenwissen ein bisschen vermittelt. Finde ich jetzt auch nicht so schlimm, zumal es ja ein 5-Minuten-Element ist und auch noch angeteasert ist als Wir machen da was Neues. Also wenn das jetzt die zweite oder dritte Sendung wäre und die hätte wieder so Around-Themen, so ich sag mal so gemeinplatzartige Fas. Dann würde ich mir Sorgen um das Format machen und ich glaube, dann würde sich auch jemand, der in der Sendeleitung ist, sagen, so nochmal können wir fünf Minuten, bei denen dann die Zuschauerzahlen so runtergehen, eigentlich uns nicht erlauben. Das brauchen wir dann nicht mehr. Also ich glaube, das war jetzt eher so ein bisschen auch dem Umstand geschuldet, dass du in fünf Minuten einem klassischen Zuschauer in einem linearen Medium Ja, auch zumuten muss, dass er jetzt versteht, das ist jetzt mit KI gemacht, die ganze Sendung ist mit KI gemacht, der Avatar, das ist zwar ein Reporter, den kennst du sogar hier eigentlich, der war hier schon oft im Studio gestanden und oft im Screen Aber das ist er jetzt nicht, der sieht so ähnlich aus, der spricht auch ein bisschen anders, ist ja auch kein 1:1-Abbild. Das alles zu transportieren und dann noch ein Nachrichtenformat zu machen, da müssen ja die Nachrichten quasi abstecken. Dann können das ja gar keine drei tiefen, guten Themen sein. Die müssen ja fast flach sein, damit du überhaupt das alles vermittelt bekommst in den fünf Minuten. Und diese Halbherzigkeit, das ist das, was mich nervt. Verstehe. Dann sollen sie es doch richtig machen und dann sollen sie in dem Moment zumindest, wenn sie jetzt schon die Nachrichten in dem Moment gar nicht so stark in den Vordergrund stellen, dann sollen sie doch jetzt die Chance nutzen und sagen, Maschinenraum. Wir zeigen euch jetzt, warum wir das wie gemacht haben. Hey, das ist vielleicht noch gar nicht perfekt. Oder vielleicht kannten sie das alles schon, aber wir wollten es mal ausprobieren. Das wäre ein Clou gewesen. Und das fände ich, was da hätte ich auch sehr hohen Respekt vor. So finde ich es jetzt einfach keine Katastrophe. Ich finde, es ist kein Sündenfall. Es ist überhaupt nicht schlimm. Aber mich nervt dann der Wirbel außenrum, den sie aufgebaut haben.
01:00:27 Gavin Karlmeier
Okay, dann gucken wir mal, wir eskalieren mal noch eine Stufe weiter. Denn es gibt ein Unternehmen, das heißt Fable. Und Fable ist ein Unternehmen, das Amazon investiert hat. Fable hat auch den Namen das Netflix of AI. Denn dort werden KI-generierte Fernsehshows angeboten oder sie generieren die jedenfalls und bieten sie an auf ihrem Dienst Showrunner. Showrunner ist ein Dienst, bei dem du dir, also es gibt Serien dort, die du dir anschauen kannst. Im Moment gibt es eigentlich nur zwei Serienvorlagen, nämlich ein Family Guy Abklatsch mit dem Namen Exit Valley. Und eine Comedy-Serie mit dem Namen Everything is Fine. Und du kannst, während du die Serie siehst, mit Hilfe von Prompts eigene Episoden erstellen, die Szenen verändern. und kannst sozusagen auf die direkte Entwicklung dieser Serie einwirken, wie du sie nur siehst und sonst niemand anders. Und es wird wohl jetzt davon ausgegangen, weil Amazon ja auch investiert hat, ob früher oder später nicht auch eigene Franchises von Amazon, aber vielleicht auch von anderen Diensten, wie Disney beispielsweise, möglicherweise freigegeben werden könnten, um dann über so einen Dienst die eigene Experience zu bekommen.
01:01:37 Frederik von Castell
Wenn Menschen die eigene Experience irgendwo schaffen, wo endet das im Internet ganz oft?
01:01:42 Gavin Karlmeier
Da sind wir wieder bei Substack.
01:01:44 Frederik von Castell
Auch? Oder da, wo ihr die letzten Tage oder du die letzten Tage häufiger drüber geredet hast, dann brauchst du auch wieder ein FSK 18.
01:01:51 Gavin Karlmeier
Ja, auch richtig.
01:01:53 Frederik von Castell
Klar. Ach man, warum muss man denn alles immer kaputt machen?
01:01:58 Gavin Karlmeier
Das ist, ich finde, das kommt fast jede Episode von Hakendran perfekt zusammen. Und damit wir nicht so traurig auseinander gehen, würde ich dich in unsere neue Rubrik mitnehmen, die du vielleicht kennst. Nämlich in die Versöhnlichkeit des Tages. Versöhnlichkeit des Tages. Wir versuchen nicht ganz zu düster zählen, du hast ja gerade gesagt, du bist ein Riesenfan von konstruktivistischen Ansätzen im Journalismus und die nutzen wir jetzt direkt mal Und wollen versuchen, die Episode jetzt nicht in so einer Dystopie enden zu lassen, sondern wir gehen mit einem guten Gefühl raus, weil wir gehen ja auch ins Wochenende. Es ist Wochenende, das ist noch nicht die Persönlichkeit. Aber was hat dir denn in den letzten Tagen so ein bisschen gutes Gefühl und Hoffnung gegeben in die Menschheit?
01:02:46 Frederik von Castell
Ich kann mir jetzt die vierte Staffel von Hex, die vierte Staffel von Morningshow und die vierte Staffel von Ted Lassow selber so machen, wie ich sie haben will. Entschuldigung, ich hänge gerade noch beim Thema der Form. Das war jetzt wahrscheinlich nicht der konstruktivste Anfang. Was hat mir Hoffnung in die Menschheit gegeben? Gib mir mal bei dir ein Beispiel, damit ich anknüpfen kann. Im Moment bin ich da leer.
01:03:14 Gavin Karlmeier
Also wir haben eine Meldung, die schiebe ich seit Tagen vor mir her, aber Es gibt einen Cyber Resilience Act, der ab Dezember 2027 in Kraft tritt in der EU und die alle Produkte beinhalten oder alle Produkte fallen darunter, die in der EU verkauft werden und digitale Elemente erhalten. enthalten. Dazu gehören aber eben auch Dinge wie ein Staubsaugerroboter, hat Abal im Discord zum Beispiel geschrieben, was bedeutet, dass jedes Gerät, das du ab Dezember 2025 bekommst. . fünf Jahre lang Sicherheitsupdates bekommen muss. Das heißt, es kann nicht passieren, dass das Ding nach zwei Jahren nicht mehr funktioniert, weil die Software veraltet ist. Und ich finde, das ist ein, sowas gibt mir Hoffnung. Dass es so Widerstände gegen so dämliche Dinge wie Verfall gibt.
01:04:02 Frederik von Castell
Ich dachte, das war jetzt, das müsste jetzt so ein bisschen alltäglicher sein. Ja, aber mich hat heute meinen Mobilfunkanbietern, ich nenne den Namen nicht, angerufen, um mir mitzuteilen, dass ich, obwohl ich ein sehr gutes Kündigungs- und Neu aushandeln-Game habe. beim gleichen Angebieter seit vielen Jahren, sodass das mein ganzer Freundeskreis immer in Anspruch nimmt oder auch.
01:04:24 Gavin Karlmeier
Bist du so einer, der auch den Strom am Jahr kündigt?
01:04:27 Frederik von Castell
Das nicht, aber, beim Handytarif bin ich schon wirklich schon seit 15 Jahren dabei, mir alle Stati zu verdienen, die man so kriegen kann, ohne jemals einen Euro mehr zu zahlen, sondern weniger. Heute hat mich zum ersten Mal in meinem Leben mein Mobilfunkanbieter angerufen und hat von alleine gesagt, dass es auch 10 Euro günstiger ist mit Unlimited. Datenvolumen gemacht.
01:04:45 Gavin Karlmeier
Den Anruf habe ich auch bekommen, ich bin beim selben Anbieter.
01:04:48 Frederik von Castell
Ja, okay. Und dann habe ich mir aber die Mühe gemacht, nicht gleich zuzusagen, sondern ich habe mir das schicken lassen und habe das mit meinem jetzigen Vertrag abgeglichen und habe gemerkt, Normalerweise ist bei mir die Reaktion, wenn die mich anrufen, nee. Ich kündige, kriege ich drei Anrufe und beim dritten Anruf kommt wirklich ein gutes Angebot. Wenn die mich von alleine im Ja anrufen, dann wollen sie nur rechtzeitig eine neue Mindestlaufzeit erreichen, die sie eigentlich nicht mehr erreichen dürfen und so weiter. Habe ich mir heute in Ruhe angeschaut. Ist einfach zehn Euro weniger im Monat. Ist einfach 10 Euro weniger im Monat und eine bessere Leistung.
01:05:16 Gavin Karlmeier
Und es ist aber gesetzlich Ihre Pflicht, dich darauf hinzuweisen, wenn es bessere Tarife oder bessere Preismodelle im selben Tarif gäbe.
01:05:23 Frederik von Castell
Ja, ist aber nicht dasselbe Tarif, es ist tatsächlich ein komplett neuer Tarif. Das ist ja immer so die Umgehungsstrategie der Mobilfunkanbieter, dass sie einfach ihre Tarife ja neu benennen und dann irgendein Gadget dazu erfinden. Also zum Beispiel eine Partner. Partnerkarte, eine PartnersIM-Karte, dadurch wird es ein neuer Tarif. Oder jetzt in dem Fall unbegrenztes Datenvolumen plus noch eine Roaming-Zone mehr oder irgendwas.
01:05:41 Gavin Karlmeier
Die möblierte Wohnung der Mobilfunkverteidigung. Exakt.
01:05:44 Frederik von Castell
Und das ist es in dem Fall auch, aber halt einfach mit mehr Leistung für 10 Euro weniger.
01:05:49 Gavin Karlmeier
Wenn ich irgendwann mal hier doch Selbst Werbung sprechen sollte, dann war ich das nur mit dir zusammen.
01:05:56 Frederik von Castell
Ich habe noch nie eine Werbung gesprochen und ich habe es auch nicht vor.
01:05:59 Gavin Karlmeier
Ich komme auf dich zu, Frederik. Vielen Dank, dass du heute da warst. Ich wünsche euch allen ein ganz wundervolles Wochenende. Wenn ihr. Am Wochenende, ein bisschen Sehnsucht nach meiner Stimme habt. Ich war zu Gast im Social Vita Podcast. Social Vita Podcast. Das war sehr nett. Ich glaube, für Leute, die Haken dran oft hören, ist da nicht viel Neues bei, aber hört euch das trotzdem an. Das war irgendwie trotzdem schön. Hat Spaß gemacht. Vielen Dank, dass du da warst, lieber Frederik. Wir hören uns hoffentlich bald wieder. Und jetzt nicht, also ich habe das letzte Mal auch schon gesagt, aber nicht ein Jahr später.
01:06:28 Frederik von Castell
Wachstum bewandt. Bei der ersten, zur zweiten Folge war es, glaube ich, ein Jahr. Und dann warst du irgendwie nur noch. Jetzt zwei Monate oder so.
01:06:35 Gavin Karlmeier
Fun Fact, du warst am 8. 01. hier und jetzt am 01. 8.
01:06:40 Frederik von Castell
Ja, es sind beides nicht so meine Lieblingszahlenkombinationen.
01:06:44 Gavin Karlmeier
Das verstehe ich, aber trotzdem ist trotzdem mit uns magisch. Vielen Dank, dass du da warst. Hab ein ganz schönes Wochenende und all, die bis hierhin zugehört haben, habt auch ein ganz wundervolles Wochenende. Denkt bitte daran, mir zu schreiben, ob. Oder ob nicht ihr irgendwo Werbung oder Hinweise für TikTok Pro gesehen habt. Wir machen hier jetzt eine kleine Kampagne, findet das raus. Und oh, ich habe vergessen, hier eine spannende Geschichte zu erzählen. Cliffhanger, die erzähle ich dann in der Folge am Montag. Da ist dann Dirk von Gehlen da. Toll, wir freuen uns. Cool. Ja, herzliche Grüße. Richtig aus, schönes Wochenende. Danke, tschüss.