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Folge 477 · 15. September 2025 · 53 Min.

Von offline herab

mit Dennis Horn

Hey Grok, what is discord? Eine Tischtuchzerschneidung später geht es um Inhärentes, um Internetkultur, um Memes, Missverstand und die zufrierende Hölle.

➡️ Berit Glanz – “Brainrot Morde oder wie man einen Abgrund überwindet”: https://beritmiriam.substack.com/p/brainrot-morde-oder-wie-man-einen

➡️ Garbage Day – “Charlie Kirk was killed by a meme”: https://www.garbageday.email/p/charlie-kirk-was-killed-by-a-meme

Kapitelmarken

KI-unterstützt

00:00 Hallo Dennis!

03:04 Die da im Netz

12:02 Instagram und die Herzen, Uhren, Brillen

14:53 Facebooks Finsternis

18:15 Community Notes bei Meta

23:05 TikTok im Bundestag

26:51 X vs. Kanada

30:35 KI und Produkthaftung

37:12 Das Silicon Valley schielt auf Demokraten

44:00 Nepal macht Discord zum Parlament

45:23 Funktionen und Emotionen

49:15 Versöhnlichkeit des Tages

Transkript

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00:01 Intro

Haken dran, das Social Media Update der CT.

00:05 Gavin Karlmeier

Grüß dich Gavin, hallo Dennis Na? Wie ist die Stimmung? Die Stimme meinst du? Deine Stimme sagt Karaoke.

00:16 Dennis Horn

Ich war auf einer 50. Geburtstagsparty. Ähm, von einem Kollegen in Hamburg.

00:21 Gavin Karlmeier

Das sind dann so die Epidemien, die man im Laufe seines Lebens durchmacht, ne? Also somit in den Zwanzigern sind das die ständigen Umzüge, in den Dreißigern sind es die Hochzeiten und Geburten im Umfeld und dann kommen so die runden Geburtstage. Also über die Silberhochzeiten kommen und dann die Beerdigungen.

00:36 Dennis Horn

Also cool, der hat in so einem kleinen Club in Hamburg gefeiert. Und weil der so klein war, er aber irgendwie mit 60, 70 Gästen rechnete, hat er gegenüber auf der anderen Straßenseite seinen Van aufgestellt und der hat einen alten Feuerwehrwagen als Van. So. Hat sich mit Darmenstrümpfen, hat er sich oben die Baulichter zugezogen, damit die, weil einer beim TÜV mal gesagt hat, das geht nicht, dass sie hier mit Blaulichtern rumpfen.

00:58 Gavin Karlmeier

Oder das mit den Strumpfen reicht.

01:00 Dennis Horn

Das reicht wohl, seitdem gab es keine Geschichte mehr. Und draußen auf dem Van war noch so das Logo der Freiwilligen Feuerwehr und jemand schrieb mir bei Blue Sky, ich habe so Fotos davon gepostet. Warum da nicht Fräwillige Feuerwehr draufsteht? Das fand ich sehr schön.

01:17 Gavin Karlmeier

Der Slogan: man muss so feste fallen, wie man feiert.

01:20 Dennis Horn

So, so, so, so. Also, gestern ein paar Brände gelegt und damit direkt wieder gelöscht. Und jetzt gehen wir hier in. in dieser harte Ausgabe, zumindest harte Woche, harte Ausgabe, auch an uns macht das Thema Charlie Kirk. Mir ging das so, als ich die Berichterstattung über die Motive gelesen habe und was für Radikalisierungsmechanismen haben da eigentlich eine Rolle gespielt.

01:48 Gavin Karlmeier

Des mutmaßlichen Täters, jetzt meinst du, ne?

01:50 Dennis Horn

Des mutmaßlichen Täters. Was ist eigentlich, also wenn du ein bisschen Ahnung von Online-Kultur hast, was ist eigentlich los, dass da so viel fehlt? Also ohne genau zu wissen, was war hier der konkrete Weg der Radikalisierung, habe ich gedacht, kann, das ist nicht alles. Und das wird jetzt auch heftig diskutiert.

02:11 Gavin Karlmeier

Ja, das ist genau das, was man genauso erlebt. Also ich habe, es gibt ganz, ganz tolle Longreads, ich packe euch dazu mehrere Mal in die In die Shownotes. Um Anne-Katrin Büsker hat dazu nämlich auch am Sonntagmorgen einen Post geschrieben, in dem sie geschrieben hat, es ist wirklich einigermaßen erschreckend, breite Teile der publizierenden Zunft völlig ahnungslos vor dem Phänomen Internetkultur stehen zu sehen und damit unfähig den Fall. Kirk angemessen einordnen zu können. Und das ist ja genau das Gefühl, das du auch beschreibst. Und ich glaube, das ist ein Riesenproblem, weil das in den letzten Jahren immer und immer und immer größer wurde. Und wie groß die Unfähigkeit vieler Leute ist. Also man kann den das glaube ich nicht allen zum Vorwurf machen, weil jemand, der jetzt seit 40 Jahren Politikjournalist ist, muss nicht den ganzen Tag auf Reddit und 4chan rumhängen. Das Problem ist, dass die Expertise aber in Formen anderer Leute in diesen Häusern sehr häufig fehlt, glaube ich.

02:58 Dennis Horn

Ja, das stimmt. Also Anne-Kathrin schreibt dazu auch in so einem weiteren Beitrag oder Posting, so im Thread darunter. Es ist nicht so einfach, jetzt zu sagen, es liegt allein an den Leuten. Also, sie schreibt, der gängige journalistische Alltags-Handwerkskasten passt schlicht nicht mehr zur Komplexität der Welt. Und gleichzeitig wird unter enormem Zeitdruck gearbeitet. Das sind auch strukturelle Probleme.

03:23 Gavin Karlmeier

Genau, ja, voll. Absolut. Aber wir haben das in den letzten Jahren immer wieder gesehen. Also selbst die Irritation beim Thema Labubu Beim Thema Dubai-Schokolade. Das geht zurück bis zum Fidget Spinner, hat ja schon gezeigt. Man macht es sich sehr einfach, indem man Dinge zum Netz trennt. verarbeitet oder benennt und sie damit sozusagen aus der eigenen Verantwortlichkeit wegschiebt. Und das Problem ist nur, es gibt ja eigentlich keine Netztrends mehr, sondern es gibt halt Trends. Die Gesellschaft ist ja nicht geteilt in digitale und offline-Gesellschaft, sondern die Online-Gesellschaft ist ein Ort, an dem Menschen sich eben austauschen, so wie das in der echten Welt auch passiert. Und es gibt diese beiden tollen Texte, die ich euch in die Shownotes packe. Der eine ist von Berrit Klantz, die schreibt Brainrod, Morde und wie man einen Abgrund überwindet. Der andere Text ist von Brian Roderick, Ryan Roderick und Adam Burmis. Die haben in Garbage Dale, das ist so ein Newsletter, haben sie geschrieben, Charlie Kirk was killed by a meme. Und die haben das mal versucht, beide sozusagen von einer unterschiedlichen Perspektive zu mal auseinanderzunehmen, was da eigentlich gerade los ist. Für die, die es nicht mitbekommen haben, es gibt einen mutmaßlichen Verantwortlichen für diesen Mordanschlag auf Charlie Kirk. der ein Rechtsextremer war. Und dieser, was die Motive dieser Attentäters war, die bleiben aber eigentlich erst mal im Unklaren weil wir nicht genau wissen, wie er sich politisch positioniert hat. Auch wenn die Rechte und die extreme Rechte in den USA das gerade natürlich mit allen Mitteln versucht zu instrumentalisieren und die Universitäten verantwortlich machen möchte und die Linke verantwortlich machen möchte und die Demokraten verantwortlichen. Und wer da nicht alles als gefundener Gegner irgendwie einem einfällt, Aber wenn du dich so ein bisschen eben mit ihm beschäftigst und damit dir anschaust, also was wir zum Beispiel wissen, ist, dass Tyler Robinson, eben dieser mutmaßliche Mörder, dass der sich eben im Discord mit Leuten auch unmittelbar nach der Tat ausgetauscht hat, die mit sehr großer Häme über diese Suche nach einem möglichen. . Täter und deren Hinweise sich ausgelassen haben. Wenn du dir anschaust, dass er auf die Kugeln Dinge geschrieben hat, die eigentlich nahezu alle Zitate von irgendwelchen Internet-Memes waren. die aber eben nicht ganz klar einem politischen Lager zuzuordnen sind, dann merkt man, wie komplex dieses ganze Thema tatsächlich ist. Und es ist eben so verstörend, wenn du eben liest, wie Leute darüber schreiben im Moment. Ich habe tatsächlich eine gute Berichterstattung gelesen, die das Genauso versucht hat, irgendwie einzuordnen, und zwar von ntv. de, die nämlich versucht haben, das alles genauso mal aufzuschreiben, wie es eben ist, dass man eben auch nicht sagen kann.

05:54 Dennis Horn

Die übrigens regelmäßig einen guten Digitaljournalismus machen.

05:57 Gavin Karlmeier

Absolut. Und es gibt eben verschiedene mögliche Lager, in denen Robinson sich unterwegs oder aufgehalten haben könnte. Eins davon ist diese Gruper Army, die zu Nick Fuentes gehört, der Charlie Kirk Also Nick Foente, selber Rechtsextremer, hat Charlie Kirk als zu gemäßigt betrachtet und hat deswegen häufig seine Leute dazu aufgefordert, die Veranstaltungen von Kirk zu stören. Das heißt, sogar hier gäbe es ein theoretisch politisches Modell, Motiv aber aus einer anderen Richtung, als gerade irgendwie versucht wird, herbeizuschreiben. Es gibt aber eben auch die Wahrheit, Dass es eben diese Trolls gibt im Internet, die eben nicht nur im Internet Trolls sind, die eine grundsätzliche Ablehnung gegenüber der Gesellschaft haben, sich mit anderen Leuten, die dieselbe, dasselbe Gesellschaftsbild haben, zusammenrotten. Wahnsinnig Menschen verachten sich austauschen, wir erinnern uns an Geschichten von Anschlägen, auch politischen Anschlägen, die in Deutschland passiert sind, wie ähm Hanauer beispielsweise, der ja live gestreamt wurde, wo wir darüber gesprochen haben oder die Gesellschaft auch schon sprechen musste, wie viel wie viel tatsächliche politische Motivation steckt dahinter oder wie viel angeeigneter Menschen hast durch politische Lager, die das Ganze erst ermöglichen. ist tatsächlich die Motivation. Und dann sind wir ganz schnell auch in der Radikalisierungsschleife von Elon Musk, bei dem wir auch immer gesagt haben, wie viel echte politische Überzeugung steckt denn eigentlich in seinem Menschenhaus? Oder wie viel Motivation durch den Applaus aus diesem rechten Lager steckt denn eigentlich darin, sich mehr davon abholen zu wollen. Was am Ende übrigens keinen Unterschied macht, denn wenn du. . dich rechtsextrem verhältst, dann bist du ein Rechtsextremer. Ob das deine innere Überzeugung ist, ob es jetzt Dinge wie eine Rassenlehre zum Beispiel gibt oder nicht. Wenn du dich am Ende so verhältst, dann bist du das.

07:41 Dennis Horn

Ja, und die Sorge, die ich dann immer habe, ist, wenn wir jetzt sagen, da müssen wir stärker auf die Online-Kultur achten, dass sich der Diskurs dann, wenn man den Blick darauf legt, trotzdem wieder nur an der Oberfläche Computerspiele, ja oder nein, Memes ja oder nein bewegt. Wie er sonst mal stattfindet, wenn es erwähnt wird. Und es ist wesentlich, wesentlich schwieriger zu dechiffrieren und sich anzuschauen. Und die Zusammenhänge herzustellen, als an diese Oberfläche ständig nur zu kratzen.

08:12 Gavin Karlmeier

Ja, du musst eben darüber sprechen, dass dort Kultur, dass das ein Teil der Kultur ist, der häufig nicht betrachtet wird durch den Journalismus. Und das hilft nicht. Wenn zum Beispiel, ich habe eben gelesen, ein amerikanisches Newsoutlet schreibt jetzt, what is Discord? Und dann wollen sie darüber sprechen, was eben der Kanal ist, über den sich der mutmaßliche Mörder eben ausgetauscht hat. Das hilft niemandem. zu erklären, wie ein Chat-Tool funktioniert, sondern du musst darüber sprechen, in welchen Kreisen er verkehrt hat, worüber er sich unterhalten hat, was diese Leute auch witzig finden, um zu verstehen, woher deren Motivation wird. Es reicht nicht zu sagen. Hier, wir erklären euch jetzt mal Reddit und wir erklären euch jetzt mal 4chan, weil das betrachtet ja gar nichts, aber führt am Ende in der Gesellschaft vielleicht sogar dazu, dass diskutiert wird, müssen wir Discord verbieten?

08:53 Dennis Horn

Ja, weil das sind nur fünf Meter dann bis zum Artikel Discord, Reddit, Fortune, Fluch oder Segen. Ja, ganz genau.

08:59 Gavin Karlmeier

Und das hilft aber ja, das beantwortet ja gar nicht. Das macht mich ein bisschen zornig alles und ich bin da gerade stark emotional, was das angeht, weil wir genau da sind. Wir sind dabei, Slipknot-CDs verbieten zu wollen. Weil der Täter Slipnot gehört hat.

09:13 Dennis Horn

Ja, und ich komme jetzt wieder zu meiner medienkritischen Perspektive. Ich meine, wir machen uns Gedanken um junges Publikum und wie man die bei seriösen Medienanbietern hält. Und das enttarmt natürlich diese Ahnungslosigkeit mitunter direkt. Also Alena Schröder hat gepostet, eben das möchte ich noch vorlesen, das fand ich total treffend. Ähm, wie ich meinen Kindern immer sage, sie sollen sich ihre Nachrichten bei seriösen Medien holen und nicht irgendwelchen TikTok-Dudes alles glauben. Und jetzt schicke ich ihnen Real zu Griper Wars und mein Sohn sagt, davon steht nichts bei Spiegel Online. Schönen Dank auch deutsche Medienlandschaft.

09:45 Gavin Karlmeier

Und genau das ist der Punkt. Ja, oder Moritz Hürtgen, der geschrieben hat, irre, dass man sich auf privaten Profilen und Reddit-Threads umschauen muss, wenn man korrekt darüber informiert sein will, was die Codes des Kirk-Attentäters bedeuten und wo sie herkommen. Da sind wir gerade.

09:58 Dennis Horn

Also du hast gute Einstiegspunkte geliefert, um sich ein bisschen mehr damit zu beschäftigen. Ich kann beide Artikel, die du genannt hast, auch nur empfehlen. Link in den Shownotes und dann widmen wir uns mal hier den Umgebungen, in denen Menschen unterwegs sind. Instagram. So erstmal vergiss die Uhr, hier kommt das Herbst. Also, du erinnerst dich an unsere Folge letzte Woche. Was ist da mit der Uhr, die neben Storys zu sehen ist?

10:23 Gavin Karlmeier

Ja, genau, es ist immer noch nicht so richtig geklärt. Also für die, die es nicht mitbekommen haben. Instagram hat angefangen, kleine Symbole an die Story-Bubbles ran zu klatschen. Ein paar davon verstehen wir, wenn da eine Brille zu sehen ist, hast du es mit der Metare-Band aufgenommen und so. Dann gibt's Leute, die im Internet. . wirklich nuts gehen, weil sie nicht verstehen, warum da eine kleine Uhr angezeigt wird. Und wir haben nach wie vor und wir haben wirklich auch im Discord viel darüber diskutiert. Wenn ihr ins Discord kommen wollt, googelt what is Discord. Nein, www. hakenbrand. org, da findet ihr ein paar Infos. Und da findet ihr vor allem 2000 Leute, die sich extrem viel über solche Themen austauschen. Und wir sind alle so ein bisschen lost, wie wir ja Gen Zila sagen. was diese kleine Uhr unten rechts unter den Storys zu bedeuten hat. Jetzt gibt es Screenshots, die auch ein kleines Herz zeigen. Und da gibt es einen kleinen Hinweis darauf, denn Instagram hat ein Feature wohl angekündigt und zwar am 24. 12. 2024. Komisch, dass wir darüber nicht berichtet haben. Instagram hat. Da mussten wir leider unter dem Baum sitzen und singen. Und zwar mit einem kleinen Herz. Und dieses Herz ist wohl die Möglichkeit, und deswegen finde ich es gut, dass wir darüber sprechen. verpasste Storys, die der Urheber-Account in die Highlights gepackt hat, nochmal anzuzeigen. Und da denke ich mir, was ist denn das für eine bescheuerte Idee? Das führt ja die ganze Idee von Stories ad absurdum, wenn da jetzt ein Highlight zu sehen ist, das vielleicht gestern oder vorgestern hochgeladen wurde. ist das eigentlich technisch gesehen keine Story mehr. Aber Instagram spielt wohl gerade damit, was man alles so noch in Storys verstecken könnte. Ich bin gespannt. Also wenn ihr da einen kleinen blauen Haken unten rechts in der Ecke seht, dann hat da jemand ein Real von uns geteilt.

11:57 Dennis Horn

Also ich denke so, das ist ja also, wie man da versucht auszukehren, dass die eigene Plattform mittlerweile viel zu komplex geworden ist. Und dann mit einem Symbol, das normalerweise das Symbol für Liken ist. Und

12:10 Gavin Karlmeier

What? Das größte Dilemma ist ja, dass es Funktionen gibt, bei denen niemand versteht, was sie bedeuten. Also wenn du an dem Punkt angekommen bist bei einer Plattform, die ja eigentlich immer relativ sleek und easy war. . . Dann bist du eigentlich am Ende angekommen.

12:24 Dennis Horn

Dann bist du irgendwie doch zu Microsoft geworden.

12:26 Gavin Karlmeier

Ja, genau. Vielleicht haben wir bald so eine kleine Karl Klammer bei Instagram.

12:31 Dennis Horn

Sehr schön.

12:32 Gavin Karlmeier

Aber bei WhatsApp haben wir die ja schon. Meta AI und rechts macht genau das.

12:37 Dennis Horn

Hier, neues von Adam Mossari. Wir haben gehört, dass einige Creator mit Stories. Lieber macht er ihn.

12:47 Speaker 4

Now I look at my DMs and my comments all the time to try and see how people are doing and to figure out how things are going. And one thing I saw over and over again is that people were complaining about getting less reach. with their stories if they posted lots of stories in the same day. And that is not at all the intended behavior of Instagram. So we look

13:07 Gavin Karlmeier

Also er sagt, er hat viele DMs bekommen von Leuten, die festgestellt haben, dass wenn sie mehrere Storys am Tag posten. . Viele Menschen fragen mich immer wieder. Da sind wir wieder, ja. Aber viele DMs bekommen von Leuten, die sich beschwerten, das ist auch interessant, dass dieses Wort da drin steckt, dass ihre Storys weniger Views bekommen hätten, wenn sie mehr am Tag gepostet haben. Und er sagt, das ist überhaupt nicht die vorgesehene Funktionsweise von Instagram und wir werden das beheben So, jetzt müssen wir da mal kurz reingehen, weil was bedeutet das alles? Ja. Also, wenn ich jetzt vier Storys am Tag poste, sehen das weniger Leute, als wenn das eine am Tag postet. Und ich habe lustigerweise, wenn ich so Seminare gebe oder Workshops. Dann habe ich so eine Exit-Tabelle, die ich 2019 mal erstellt habe. Also da haben wir noch mit D-Mark bezahlt im Internet. Da war DM stand auch noch für D-Mark. Und. Da habe ich eine Auswertung gemacht, wie viele Leute eine Story gesehen haben mit mehreren Metriken. Eine Metrik war die Durchsichtsrate, also von der ersten Slide bis zur letzten. Dass die runtergeht, wenn die Story länger wird, völlig nachvollziehbar überhaupt nicht überraschend, klar, weil natürlich haben die Leute irgendwann keinen Bock mehr. Aber auch, dass wenn eine Leute, wenn eine Story weniger Leute bis zum Ende gesehen haben, dass die erste Slide von weniger Leuten gesehen wurde. Das ist also ein Effekt, den es seit mindestens sechs Jahren gibt, weil ich das da ausgewertet habe. Und jetzt sagt er eben, viele Leute beschweren sich darüber und wir wollen das beheben. Was bedeutet das also ganz konkret, dass es einen, also meine These ist, der Faktor, eine Story früher zu verlassen oder weiterzuwischen zur nächsten Story? wird als so wichtig als Signal bewertet, dass diese Story dadurch algorithmisch weiter nach hinten rutscht und deswegen weniger Leuten angezeigt wird. Und das scheinen sie jetzt gerade zu beheben, bedeutet also Negative Faktoren werden weniger als Signal gewertet als positive Faktoren. Wer so meine Lesart? Was interessant ist?

14:57 Dennis Horn

Ja. Also, ja, denke ich, stimmt. So. Ich hab mich, also ich hatte eine andere Frage, als ich seinen Sein Video jetzt schon wieder gesehen habe ich. Also mir kommt das manchmal wie so Nebensächlichkeiten vor. Also diese komplette Plattform diskutierte über Dinge. Was geht hier schief? Und er sagt, ja, danke schön, aber wir haben was anderes gelöst. So, und das ist das jetzt so völlig naja.

15:26 Gavin Karlmeier

Okay. Bedeutet aber für euch, ihr könnt viel längere Storys posten, wenn ihr lust habt.

15:31 Dennis Horn

So, nachdem du gerade gesagt hast, da sind wir wieder, wollte ich dir noch erzählen, dass mir nach der letzten Folge, die wir letzte Woche zusammen hatten, jemand sagte, Gavin hat das erste Mal. drei Punkte angekündigt und es waren dann auch drei. Musst du nochmal nachhören, an irgendeiner Stelle war das wohl so. Das kann nicht sein. So. Wo wir gerade bei Beiträgen und Inhalten sind, die niemand gesehen hat, Facebook hat offenbar durch einen Fehler. Sag ich mal, dafür gesorgt, dass Billionen von Beiträgen und Fotos komplett unauffindbar sind. Das sagt zumindest Henk van Est. Das ist ein Wie sagen wir, Online-Recherche-Experte für die Social Media Welt. Er schreibt darüber in seinem Newsletter, Digital Digging. Und nennt es die große Facebook-Finsternis von 2025.

16:17 Gavin Karlmeier

Ich finde das geil. Wir müssen auch anfangen, solche super krassen Schlagzeilen als Episodentitel zu benutzen. Also, wenn euch was einfällt, schreibt uns.

16:24 Dennis Horn

Dann sind wir kurz vor YouTube, wenn wir das so machen. Ja. Also er sagt, wenn uns die Geschichte, das fand ich ganz witzig, ich glaube es hier nicht, aber. Wenn uns die Geschichte etwas über die vorübergehenden Fehler von Facebook lehrt, dann ist es, dass sie auf seltsame Weise manchmal zu dauerhaften Funktionen werden. Erinnern Sie sich noch daran, als die chronologische Zeitleiste vorübergehend durch den Algorithmus ersetzt wurde, schreibt er so, und beschwert sich dann darüber? Das ist, und da hat er recht, schon lange ein großes Problem ist Facebook-Beiträge von bestimmten Tagen zu finden. Also du willst wissen, und das ist ja so, da finden ja auch Dinge historisch statt, oder du willst selbst nochmal gucken, was war da mein Ding. Also zum Beispiel zu suchen, was haben Leute am, es nimmt eher so als Beispieldatum 6. Januar 2021 gepostet. So, weil man das Jahr selbst immer nur Ansteuern konnte. So.

17:14 Gavin Karlmeier

Du scrollst halt durch die komplette Timeline wie einen Irrer.

17:17 Dennis Horn

Kannst du vergessen halt so, und es wird ja auch stürzt der Browser ab. Henk van S. selbst hat ein Tool dafür geschrieben: who posted what, mit dem man nach Beiträgen von bestimmten Tagen suchen kann, um das irgendwie zu umgehen. Damit funktioniert es auch noch, zumindest für einige Beiträge und Videos, für Fotos noch nicht. Aber die Suchfunktion von Facebook jetzt sei eben selbst Fracke und ähm Boah, das ist ein tolles Wort. Deswegen kommt er.

17:41 Gavin Karlmeier

Wenn die eine Funktion Fracke ist, kann man selber einen guten Schnitt machen.

17:46 Dennis Horn

So. Genau, deswegen kommt er zu dieser Facebook-Finsternis. Es ist noch da, aber es ist unauffindbar, sagt er im Grunde.

17:56 Gavin Karlmeier

Ja, und das ist, äh, also das zeigt ja all die Probleme, die Meta ja tatsächlich nicht behoben kriegt. Also wir wissen, dass Instagram zum Beispiel seit also wir haben da glaube ich noch drüber gesprochen, als wir noch täglich gepostet haben podcastet haben, dass Instagram eine neue Suchfunktion bringen will, weil die alte Suchfunktion eigentlich keinen Sinn erfüllt. Und da haben wir damals gesagt, ja, das stimmt. Das ist aber jetzt mindestens zweieinhalb Jahre her und trotzdem ist die Instagram-Suchfunktion immer noch nicht gut installiert oder ausgetauscht worden. Ich glaube, Meta hat ehrlicherweise auch andere Prioritäten, als dass Leute Spaß auf ihrer Plattform haben oder daraus einen Sinn ziehen können. Aber, wilde, wilde These, aber die Suchfunktionen sind alle Schrott, die Meta anbietet.

18:40 Dennis Horn

Ja, also da wünsche ich mir Twitter zurück immer. So, da war es schön mit der Suchfunktion.

18:45 Gavin Karlmeier

Ja, da konnte man vor allem mit Suchparametern arbeiten. Ja, übrigens kleines Housekeeping, ne? Historian Grey hat in den Discord geschrieben. Die Redensaart einen guten Schnitt machen, beziehungsweise auf einen guten Schnitt kommen, hat nicht. . Mit Boomern und noch weniger mit Butterbroden zu tun, sondern es ist sehr viel älter. Die Redensart bezieht sich auf die Heu- und Getreideernte, die früher manuell mit einer Sense erfolgte. Schnitter wurden im Akkord bezahlt, da die Industrialisierung der Landwirtschaft in 1950ern vollendet wurde, kamer auf Traktoren ausrufe zu, haben die Boomer diese Art des Ackerbaus auch schon nicht mehr mitbekommen.

19:16 Dennis Horn

Ich liebe unseren Discord. Dankeschön. Danke sehr. Zurück zu Meta. Meta führt einige neue Funktionen ein für sein Crowdsourcing-Programm zum Faktenchecken. Anfang dieses Jahres eingeführt in den USA und jetzt werden Nutzerinnen und Nutzer benachrichtigt, wenn sie irgendwo auf den Metaplattformen, Facebook, Instagram, Threads, mit irgendeinem Beitrag interagiert haben, der dann später eine Community-Note versehen bekommen hat. Und du kannst, wenn für dich eine Community Note irgendwie hilfreich war oder so, kannst du sie bewerten nochmal zusätzlich. Also, das wird weiter ausgebaut und vorangetrieben. Gleichzeitig gab es einen Artikel, der hinweist auf das Center for Democracy and Technology, das sich für Rechte von Nutzerinnen und Nutzern einsetzt und sagt Falschinformationen verbreiten sich häufig, ich meine, das ist eine Binse, wissen wir, so schnell viral, dass von der Korrektur niemand was mitbekommt. Und die zitieren eine Studie. Die sagt, mehr als 70 Prozent der korrekten Hinweise zu Desinformationen über die US-Wahlen wurden Nutzerinnen und Nutzern nie angezeigt. So, also das zu wie viel dieses Faktenchecken im Nachhinein dann auch.

20:46 Gavin Karlmeier

Ja, und um da noch einen dran zu hängen, also in dieser Ankündigung stecken auch ein paar Informationen mit, weil Guy Rosen, der bei Meta arbeitet. hat gesagt, dass seit der Einführung von Community Nodes 70. 000 Menschen 15. 000 Nodes veröffentlicht haben oder geschrieben haben, so ist es richtig Von denen 6% veröffentlicht wurden. Bedeutet also, dass 94% aller Community Notes nie von Menschen gesehen wurden. Jetzt haben wir über das Community Node-System schon sehr häufig gesprochen, warum das kein Ersatz für Faktenchecks ist. Aber das größte Problem liegt nämlich genau in der Mischung aus dem, was du sagst und dem, was Gaia Rosen sagt. Denn wenn. . die Community Note geschrieben, geprüft und bewertet werden muss, bevor sie angezeigt wird. . Und dieser Post aber innerhalb der ersten 24 Stunden 90 Prozent seiner Reichweite aufbaut. dann führt es dazu, dass selbst diese 6% der Community-Nodes, die geschrieben wurden, so spät veröffentlicht werden, dass sie selbst niemand mehr erreicht. Also dieses ganze Community Node-System ist in der Idee toll, aber hat am Ende genau diesen praktischen Fehler, dass es viel zu lange braucht, bis Leute sie sehen, um tatsächlich. . Kontext liefern zu können. Also es gibt natürlich wenige Gegenbeispiele, die aber so wenige sind, dass wir die einzeln kennen. So, und das ist ein Problem.

21:58 Dennis Horn

Und keine generelle Rede gegen Faktenchecks, aber das Problem, das da so, wie sag ich mal, inhärent drin liegt, ist, dass du ja den Menschen, die eine Agenda setzen, damit einfach hinterherläufst und dadurch die Agenda stützt. So, und das ist unauflösbar so am Ende. Aber ich glaube, diesen Gedanken sollte man sich halt auch immer machen.

22:22 Gavin Karlmeier

Ja, es gibt aber auch so ein paar systeminhärente Probleme bei Meta selber und bei X. Also zum Beispiel das die Plattformen sich entschieden haben, dass Community-Nodes kein Faktor sind für die Reichweite der Beiträge, während aber du die Reichweite kaufen kannst was häufig natürlich die Leute tun, die ein politisches Ziel oder ein persönliches Ziel damit verfolgen, ihren Beiträgen Reichweite zu geben. Heißt also, wenn ich Desinformationen streue, kann ich das leichter tun und leichter dieser zur Reichweite verhelfen. Als wenn ich auf der Seite bin, der die richtig stellen möchte. Und in dem Moment ist es ein Kampf gegen Windmühlen.

22:57 Dennis Horn

Fremdwörter drin, der Feuilleton-Podcast. Kam mir fast vor, gerade wie Ijoma Mangold, der in jedem zweiten Satz epistemisch sagt.

23:07 Gavin Karlmeier

Ja, in jedem zweiten Satz sagt er epistemisch und in dem jeweils anderen zweiten Satz sagt er Bitcoin. TikTok. Julia Klöckner. Übrigens wichtige Woche für TikTok. Also nicht wirklich, aber übermorgen am 17. September läuft die Frist von Donald Trump ab. TikTok mal wieder zu verkaufen. Wir haben bislang keine Entwicklung gehört. Wir sind gespannt, ob die nächste Executive Order geschrieben ist, bevor die nächste Folge Haken drin erscheint.

23:35 Dennis Horn

So, ähm, Julia Klöckner krempelt den Social Media Bereich des Bundestags um. Lauten die Überschriften im Netz zu diesem Thema hier. Und da wechseln Zuständigkeiten. Der Social Media Kram wird zur Chefsache. Das Social Media Referat im Bundestag wird aufgelöst und es geht rüber in die Pressestelle. Politico berichtet das. Und die Pressestelle wird von einem engen Vertrauten geleitet, von Julia Klöckner, das ist Matthias Paul. Und sie möchte, dass der Bundestag in Zukunft auch auf TikTok Vertreten ist. Es gibt im Etat, den der Haushaltsausschuss verabschiedet hat, fünf zusätzliche Stellen fürs Social Media Team des Parlaments. Und da geht's mit Blick auf Starken Anstieg der Nutzerzahlen und den Bass, den TikTok erzeugt, darum dort eben auch vertreten zu sein Das ist nicht unumstritten, sage ich mal. Also den Bundesdatenschutz, der sagt, wir empfehlen hier öffentliche Stellen, dürften da gar nicht hingehen. Vor allem nicht auf Dienstgeräten, dann irgendwie TikTok einzusetzen. Es gibt ja auch von der Datenschutzaufsicht Nutzungsverbot von Fanpages in den Reihen der Regierung. Das ist noch anhängig vor Gericht sogar, weil ja tatsächlich auch hier, sagen wir mal, ein Zielkonflikt drinsteckt, weil die Menschen sind auf diesen Plattformen und wenn man sie mit der Politik erreichen möchte. Es ist keine gute Idee, nicht auf diesen Plattformen sein zu dürfen, während man gleichzeitig kritisch drauf gucken sollte. Das ist ja das alte. Inhärente Probleme.

25:21 Gavin Karlmeier

Ja, über diesen Fall, den ja der ehemalige Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kälber angestoßen hat, haben wir hier schon sehr häufig geschmackt noch mit der Folge in der Folge mit Chandio-Yun sehr kleinteilig auseinandergenommen. Da geht es gerade nächstinstanzlich weiter. Wir sind da gespannt, wie es da ausgeht. Aber die Diskussion, die dem ja zugrunde liegt, ist ja die Frage, ist es legitim als. . Politischer Akteur, der ja eigentlich sogar oder demokratisches Element in Deutschland, Instrument, Anreize zu liefern, sich auf Plattformen zu registrieren, die möglicherweise mit den Nutzerdaten oder Nutzerinnendaten in Deutschland nicht gut umgehen. . Das ist ja so der Kern dieser Frage. Und ich finde aber, im Fall von TikTok geht das sogar noch einen ganzen Schritt weiter als im Fall von Meta in diesem Prozess. Denn wenn wir daran denken, dass zum Beispiel Mitarbeitende des, ich glaube, Pentagons nicht einmal CapCut oder TikTok auf den Telefon installieren, Haben dürfen, weil es Hinweise darauf gibt, dass deren Standort getrackt wurde, dann stellt sich ja doch ein bisschen die Frage, ob man hier ob inzwischen hier alles egal ist. Weißt du, wir diskutieren darüber, dass Julia Klöckner Aufkleber auf Laptops verbieten möchte, die im Bundestag aufgestellt werden, weil sie. . verwechselt, dass ihr Amt neutral sein muss, aber die Leute, die im Bundestag sitzen, eben genau das nicht sein müssen, weil das ihr Job ist, nicht neutral zu sein. Und auf der anderen Seite sagt sie aber, nö, wir haben aber gar kein Problem damit jetzt hier explizit Content für TikTok herzustellen Obwohl die Frage, es ist ja auch total fraglich, was denn da eigentlich erzählt werden soll und wie du damit Content, also Reichweite aufbauen möchtest, mit dem Content, der vom Deutschen Bundestag kommt. Also ich habe da sehr viele Fragezeichen bei dieser Geschichte.

26:55 Dennis Horn

Der erste erste TikTok-Post wird veröffentlicht mit dem Hashtag Zweierlei Maas. So. Mit Heiko, Maas und Heiko und Julia. Genau. Kommen wir zu Ex. Es gibt ein Gericht in Kanada. Ein Zivilgericht, das ex zu einer Geldstrafe verurteilt hat, weil es, sagt das Gericht, einer Anordnung nicht nachgekommen war, ein intimes Bild zu entfernen, das nicht einvernehmlich aufgenommen worden war. Das ist das Bild einer Frau, natürlich. Die wird geführt unter einem Pseudonym in diesem Prozess. Und dieses Bild verstößt gegen das Gesetz zum Schutz intimer Bilder in British Columbia, in Kanada. Und jetzt wird es interessant, weil das erinnert mich an einen Punkt, den wir in der letzten Ausgabe, die wir gemeinsam hatten, hier auch besprochen haben, statt dieses Bild jetzt zu entfernen. Das wiederholt immer wieder von einem Nutzer bei Axis gepostet wurde, hat Axis mit einem Geoblocker versehen, sodass Nutzerinnen und Nutzer außerhalb Kanadas es weiter ansehen und teilen konnten. Auch und das reicht dem Gericht nicht. Und da sind wir wieder bei der Wirkung solcher Urteile über die Staatsgrenzen hinaus.

28:09 Gavin Karlmeier

Ja, nur mit einem interessanten Unterschied, weil dieses Bild auch gegen amerikanisches Recht. verstoßen würde. Also es gibt in den USA den Take-it-Down-Act, der genau solche Revenge-Porns und Deepfakes und sowas eben genau verhindern soll und Plattformen haben meinen, wenn Ich will mich jetzt nicht zu weit aus dem Fenster lernen. Wenn ich mich richtig erinnere, sind es 48 Stunden ab dem Moment, wo sie darüber Bescheid wissen, dass sie es runternehmen müssen. Das zeigt aber auch, dass Elon Musk sich hier mal wieder einen Scheiß um Gesetze kümmert, wenn sie ihm denn irgendwie Arbeit bedeuten würden oder Einschränkung der sogenannten Redefreiheit. Und da stellt sich aber ja auch die Frage. ob die persönlichen Rechte von Menschen wirklich einen Diskussionspunkt in der Debatte um Redefreiheit sein sollten oder ob wir da nicht eigentlich an einem ganz anderen Punkt stehen, nämlich um mir doch alles egal. Punkt. Also ich finde, dass das eigentlich ein anders gelagerter Fall ist als die Frage, ob Menschen, die politisch andere Meinung haben, außerhalb der eigenen Landesgrenzen gespielt werden sollten. Da waren wir nämlich genau letztes Mal in der Diskussion, wo wir gesagt haben, nach amerikanischem Verständnis ist der Darstellung eines Hakenkreuzes unproblematisch Wären wir denn denen das zu verbieten, das dort anzuzeigen, wenn das deren kulturelles Verständnis eben hergibt? Das betrifft hier aber was anderes. Also das kann ja nicht sein, dass diese betroffene Frau jetzt in jedem Land der Welt vor Gericht ziehen muss, um Ex Zur Wahrnehmung ihrer Rechte sozusagen zu verhelfen.

29:35 Dennis Horn

Ja, es ist vielleicht auch ein Unstrittigeres Thema, von dem wir eigentlich sagen, also sowas kann man ja auch zentral durch Nutzungsbedingungen schon abdecken. Es muss ja noch nicht mal vor Gericht gehen.

29:47 Gavin Karlmeier

Was soll das? Ja.

29:51 Dennis Horn

So, interne Dokumente aus dem Unternehmen von X zeigen, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wobei ich, weißt du, da sind ja glaube ich mehr Männer als Frauen im Spiel bei X, zumindest so. Auf all den möglichen Fotos, die man mal seit der Übernahme gesehen hat.

30:09 Gavin Karlmeier

Ja, wir sind hier bei XAI, ne?

30:11 Dennis Horn

XAI, genau. Wahrscheinlich mehr. So, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort. Gesichtsausdrücke aufnehmen sollten von sich fürs KI-Training. Also, denen wurde mitgeteilt. Ihr helft jetzt bitte mal Grog. Menschliche Emotionen und Gesichtsbewegungen zu verstehen und zu interpretieren. Mitarbeiter waren so ein bisschen vielleicht bedenkt und wurden dann darum gebeten, Grog zum Beispiel Anti-Wokeness zu vermitteln. oder das Modell davon abzuhalten, sich irgendwie als Elon Musk auszugeben und jetzt eben ihre Gesichtsausdrücke aufzuzeichnen. Und sie waren nicht glücklich darüber. Da geht es um 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Interner Titel dieses Projektes lautete Skippy. So, und da sollte Grog mit lernen, wie sprechen Menschen, wie reagieren sie in Gesprächen aufeinander, wie drücken sie sich aus unter verschiedenen Bedingungen. Emotionen und so weiter. Und ihre Aufgabe war, so 15- bis 30-minütige Gespräche mit ihren Kolleginnen und Kollegen zu führen. Einer war irgendwie Gastgeber, also hat sozusagen Grog verkörpert in diesem Gespräch und das andere sollte dann ein Benutzer sein. Und der, der Grog verkörpert hat, sollte möglichst neutral, unbeweglich irgendwie sprechen. Und die anderen sich frei bewegen und irgendwie ein ungezwungenes Gespräch führen.

31:48 Gavin Karlmeier

So. Immer noch besser als das Trainieren mit Videos. ohne Kenntnis der Leute, die sie hochgeladen haben würden. Absolut. Also wenn du bei einem KI-Unternehmen arbeitest und gesagt wird, okay, wir müssen ein bisschen Daten produzieren, wir testen das jetzt mal. Ja, also ich finde die Leute sollten damit einverstanden sein. Es ist natürlich nochmal eine ganz andere Frage, ob das ein KI-Unternehmen ist, das das Ziel hat, tatsächlich. Also hilfreich zu sein oder Demokratien zu zersetzen, weil in letzterem Fall ist es natürlich super problematisch. . Und wenn ich mir dann vorstelle, hey Dennis, guck mal Anti-Vogue, dann wird es natürlich völlig abstrus. Ah ne, Anti-V, ja doch. Ja, ja, das war schon ganz gut. Für die, die es nicht gesehen haben, bei YouTube und PeerTube findet ihr Dennis Anti-Vok guckend.

32:33 Dennis Horn

So, ähm, hier haben wir noch ein paar Themen, die uns noch so untergekommen sind.

32:42 Gavin Karlmeier

Ein paar Themen, die uns sonst noch so untergekommen sind.

32:47 Dennis Horn

So, da hast du ihn. Viel Spaß, damit das jetzt immer wieder anhören zu müssen. Also, wer ist eigentlich in Haftung? Wenn du online irgendwas kaufst und dann ist der, der dir es verkauft hat, nicht greifbar. Oder du nimmst irgendwie Schaden durch. Ein fehlerhaftes Produkt oder so. So, da gibt es jetzt einen neuen Gesetzentwurf.

33:14 Gavin Karlmeier

Ich kaufe mir einen Föhn und der explodiert. Fangen wir mal damit an. Zuerst ein Beispiel. Wer ist dafür verantwortlich?

33:20 Dennis Horn

So, und dann ist der Hersteller, den gibt es nicht mehr oder so. Da gibt es ja jetzt einen neuen Entwurf des Bundesjustizministeriums. Da müssen jetzt. Stakeholder Stellungnahmen nehmen und so weiter, Gesetzgebungsverfahren, so. Und da ist ein Punkt drin, dass auch Schäden, die durch fehlerhafte Software entstehen oder Updates und Durch künstlich-intelligente Systeme, also KI-Systeme, in Zukunft in die Produkthaftung mit einbezogen werden. Open Source ist wohl ausgenommen. Wenn das Open Source ist, das irgendwie außerhalb einer, so heißt es in dem Gesetzentwurf, Geschäftstätigkeit entwickelt oder bereitgestellt wird. Aber ansonsten fließt jetzt eben KI-Softwarefehler mit in Produkthaftung ein.

34:11 Gavin Karlmeier

Das ist super interessant. Also wir können noch nicht ganz überreißen, glaube ich, was für einen Umfang das haben wird, aber stell dir mal vor, du nutzt ein am Ende ein Navigationssystem, das mit Hilfe von KI dir eine Route ermittelt. und dich auf privaten Grund führt und du dann dafür hier, wie heißt das, was gemacht wirst. Genau, den Landeswiedensbruch. Dann kannst du theoretisch sagen, hier, wahrscheinlich ist es in dem Fall anders, weil du selber gefahren bist, aber stell dir vor, du würdest autonom fahren. Das ist schon interessant. Also da habe ich das Gefühl, das ist so ein wie bei Mindstreeper. Du klickst da drauf und da geht ganz viel auf. Da gibt es ganz viele Man kann ganz kreativ werden, sich zu überlegen, wo alles das greifen kann. Oder du nutzt ein Tool, das eine Plattform, auf der du selber Produkte verkaufst Und mit Hilfe von KI wird der Betrag deines Produktes sozusagen der Preis dynamisch angepasst. Und diese KI arbeitet fehlerhaft und du nimmst viel weniger ein, als sie zuvor versprochen wurde, würde am Ende bedeuten, dass diese Plattform dafür haftbar gemacht werden kann. Interessant.

35:12 Dennis Horn

So, und dann ein zweiter Punkt, den ich gerade nannte, was ist, wenn der Hersteller. .

35:15 Gavin Karlmeier

Achso, du wolltest noch eingebutz bei dem Thema. Wenn aber Open Source ausgenommen ist. Ist das nicht möglicherweise sogar eine Motivation, dass viele Player entweder auf Open Source Modelle setzen und sie damit stärken oder B, sogar Dinge Open Source setzen oder eigene Open Source Einheiten gründen für KI-Modelle, die sie sozusagen dann benutzen wollen? Um sich sozusagen aus dieser Haftung rauszuziehen. Ja.

35:39 Dennis Horn

So, und dann der Punkt, den ich gerade genannt hatte: Was ist, wenn der Verkäufer nicht mehr greifbar ist? So. gilt natürlich auch, wenn der irgendwie außerhalb unseres Rechtsraums sitzt, also außerhalb der Europäischen Union, und dann kannst du da irgendwie nicht drauf zugreifen. Es gibt dann bestimmte Voraussetzungen, dass zum Beispiel auch die Lieferanten oder Importeure haften können. Und wenn du jetzt so als Kunde davon ausgehen kannst, dass irgendein Produkt, das du bestellst, online von der Plattform selbst kommt, ähm Dann kann auch diese Plattform in die Pflicht genommen werden. Und das ist so, weißt du, diese ganzen Drittanbieter auf den Plattformen und so weiter. Also da kann man die Leute, die in der Kette noch irgendwie mitverkaufen oder daran verdienen. auch in Haftung nehmen.

36:26 Gavin Karlmeier

Das ist so. Und das ist für Nutzer einfach und Nutzerinnen natürlich genau das, was man braucht. Also ich habe zum Beispiel, habe ich eine Anekdote zu. Ich habe mal auf dem Online-Shop. einer Supermarktkette, die de facto nur eine Plattform ist, wo alle Leute verkaufen können. Da findest du ganz viel Quatsch und Schrott und so. Habe ich mal ein paar Ladekabel bestellt, also USB-C auf USB-C-Kabel. die sich nach dem Auspacken als nicht original erwiesen haben, weil sie zum Beispiel nicht in der Lage waren, Daten zu übertragen, obwohl das versprochen wurde, auch von der Verpackung. Und ich dachte mir dann so, ja, ich bin am Ende, habe ich jetzt Pech gehabt. Ich kann mich natürlich beschweren, aber der Händler sitzt irgendwo in Indonesien, was soll ich machen? Und das war wahnsinnig ärgerlich und wird sich dann offenbar jetzt ein bisschen ein bisschen erübrigen dadurch.

37:10 Dennis Horn

Muss man am Ende in der Praxis sehen, aber die Hoffnung liegt darin und das finde ich erstmal cool. So, was machen Unternehmen wie Apple, Google, Amazon? Und so weiter, die sich jetzt die politische Lage in den USA angucken. Bisher war der Eindruck, die sitzen an einem großen Tisch des Abendmahls mit Donald Trump, Und huldigen ihm. Ich habe noch selbst Tim Cook vor Augen, der ihm da irgendwie diesen gläsernen Aufsteller mit dem Apple-Logo irgendwie schenkte. Made in USA Jetzt finanzieren sie eine Lobbygruppe, die heißt Chamber of Progress und die betreibt das Blue Horizon Project. Und da geht es um die Demokraten. Und das ist ganz interessant, weil wir ja im kommenden Jahr, so in einem Jahr etwa, die Zwischenwahlen in den USA haben. Und im Moment erwartet man. dass da ein Machtverlust der Republikaner eine Rolle spielen wird. Und da dreht sich Vielleicht, also wir haben das jetzt so weit hinten hier in dieser Ausgabe und möchten nicht zu viel Hoffnung damit verbinden. Dass das, was politisch da gerade an Projekten in den USA in Richtung Autoritarismus führt, dann zurückgedreht werden könnte. Wir werden es erst noch sehen. Aber interessant, wie sich hier der Wind dreht und die Unternehmen mit diesem Wind ihre Geldscheine fliegen lassen.

38:46 Gavin Karlmeier

Ja. Also erstmal muss man natürlich dazu sagen, auch in jedem Land, wo es Lobbyismus gibt, passiert es so. Wenn du dir mal anschaust, wie Parteispenden in Deutschland funktionieren. Die spendet man sehr häufig nicht nur an eine Partei, sondern man verteilt das so an mehrere Parteien des Spektrums für den Fall, dass das irgendwie hilfreich werden könnte, falls jetzt doch jemand anders gewinnen sollte. Manche Unternehmen machen das aber nicht. Kommen wir gleich drauf, weil hier sind auch ein paar Unternehmen nicht dabei bei Chamber of Progress, wo man sagen muss, die waren aber sonst bei Trump ganz schön opportunistisch dafür, dass sie jetzt hier nicht auf der Liste stehen. Ähm, aber du hast natürlich recht, dass das so populär gerade passiert, dass darüber gesprochen wird, dass es so eine Art Lobbygruppe gibt, die da jetzt gerade irgendwie stärker auf die Demokraten setzt als auf die Republikaner. Lässt so ein bisschen darauf schließen, dass man nicht mehr so ganz 100% davon überzeugt ist, dass der Weg in den Faschismus, in den totalitären, autokratischen Stil von Donald Trump, dass der nicht unumkehrbar sein könnte, dass der nicht für immer bleiben könnte. Das könnte man fast ein bisschen als hoffnungsstiftend empfinden. Jetzt weiß ich aber auch nicht, ob die da so viel Geld reingebuttert haben. Und die Frage wird ja auch sein, ob Donald Trump darauf reagiert, weil man riskiert damit möglicherweise auch so ein bisschen. eine Tischtuchzerschneidung, die man wahrscheinlich auch nicht möchte. . Und deswegen tauchen ja auch zwei Unternehmen nicht auf, und da komme ich nicht zu einem anderen Punkt, von denen man das jetzt auch nicht zwangsläufig erwartet hätte. dessen Umfallen, zumindest im einen Fall, dessen Umfallen in Richtung Trump, aber dann dieses Jahr doch ganz schön deutlich gewesen. Das ist nämlich Meta und Ex. Beides stehen hier nicht auf dieser Liste. Und Meta als einer der größten Unternehmen in den USA und auch der Welt und eines der größten Unternehmen, das in KI investiert, aber auch eben eines der stärksten sich an die Republikaner ranwanzenden Unternehmen auf der großen weiten Liste der großen Tech-Unternehmen haben offenbar entweder noch nicht das Gefühl, dass sie sich hier auf eine andere Seite irgendwie stellen müssten oder opportunistisch sein müssten, wie sie es in der Vergangenheit waren. Oder aber sie haben zu sehr Angst, dass Trump missverstehen könnte. Oder die haben einfach wirklich ihre Agenda über ihre wirtschaftlichen Ambitionen gesetzt. Weil das ja Apple, Google, Amazon vor allem, wo Jeff Bezos ja so ist mit mit Trump. Ich habe übrigens für die, die es nicht im Video gucken, hallo alle, habe ich gerade meine Hände ineinandergreifen lassen. Das ist schon, finde ich, sehr bemerkenswert.

41:09 Dennis Horn

Der akustische Alttext von Gavin Karlmeyer. Ich meine, es wäre naiv zu glauben, dass die Geldschahn hier nicht mit dem Wind fliegen. Also, das ist ja so selbstverständlich. Ich finde immer nur Dann stell dich halt nicht hin und transportiere irgendwie zehn Jahre lang deine Werte so hoch, die du angeblich als Unternehmen hast und verstoß dann dagegen. Das ist dann albern. Dann lass einfach diese Nummer mit den Werten ganz sein. Ja, voll. Und sag, wir sind halt opportunistisch und verdienen Geld.

41:39 Gavin Karlmeier

Vielleicht wird aus Don't Be Evil einfach, wir sind opportunistisch

41:45 Dennis Horn

Was haben Evernote und WeTransfer gemeinsam? Es ist beides in den letzten Jahren schrecklich geworden. Ja, vielen Dank. Und der Eigentümer ist derselbe, nämlich Bending Spoons. Ist nicht das Unternehmen von Urigella übrigens. Das ist ein italienisches Unternehmen, sitzt in Mailand und hat tatsächlich zuletzt eine ganze Reihe von Unternehmen übernommen. Und jetzt kommt Vimeo dazu. Das war mal so die Lieblingsplattform so meiner Freunde und Kollegen, die irgendwie ein bisschen künstlerischer unterwegs waren. So die, die, äh, das YouTube für Hipster, habe ich das immer so in Erinnerung. Das ist vor allem damals.

42:28 Gavin Karlmeier

Das war vor allem so die Plattform, bei der so eben so Arthouse-Filme dann eben gescreen wurden. vorab geschickt wurden und so. Und Musikvideos, die dann ein bisschen Dollar aus den Vimeo war auch deutlich früher als YouTube, zum Beispiel, wenn ich das recht erinnere, In der Lage, so richtig hochauflösend 4K, volle Pulle alles Inhalte darzustellen. Und hatte halt so ein bisschen den Anstrich von das hier ist jetzt mal so das seriöse YouTube.

42:53 Dennis Horn

Ja, die Zeit als möglicher YouTube-Konkurrent ist lange her. Letzte Woche hat Vimeo bekannt gegeben, wir entlassen zehn Prozent unserer MitarbeiterInnen, um effizienter zu arbeiten. Und jetzt eben ähm, dass es an Bending Spoons geht, für eins komrei acht Milliarden US-Dollar Bezahlt, komplett in Bar. Da ist einer mit dem Koffer reingekommen. So, der CEO und Mitbegründer von Banding Spoons heißt Luca Ferrari. und sagt, Vimeo ist eine wegweisende Marke im Videobereich, die eine leidenschaftliche globale Community von und da ist es Kreativen und Unternehmen bedient. Und bei Bending Spoons erwerben wir Unternehmen mit der Erwartung, sie auf unbestimmte Zeit zu besitzen und zu betreiben und wir freuen uns darauf, das volle Potenzial von Vimeo auszuschöpfen. Während wir gemeinsam neue Höhen erreichen.

43:45 Gavin Karlmeier

Ja, das Problem ist aber tatsächlich, dass Benning Spoons so ein bisschen im Verdacht steht. So, ich sag mal so. Also es gibt so Immobilieninvestoren, die kaufen dann so ein Haus und kümmern sich 30 Jahre nicht darum, damit es auseinanderfällt, damit sie da irgendwann was Neues instellen können. Und so ein bisschen so im Verdacht so vorzugehen steht Bending Spoons. Also so eine absolute Dezimierung der Belegschaft. Alles so ein bisschen einfach so laufen lassen, möglichst viel Geld aus den NutzerInnen rauszuholen. Das sind zumindest so die Stimmen, die man so im Netz liest zu dieser Übernahme. Und wir müssen hoffen, weil Vimeo eben tatsächlich noch so ein bisschen sympathisch geblieben ist, dass die jetzt nicht einfach so auseinanderfallen.

44:25 Dennis Horn

Ja. So, wir haben über Nepal gesprochen beim letzten Mal. Und die Proteste, Premier ist dort zurückgetreten. Und der einzige Discord, der noch größer ist als der von Haken dran, den gibt es jetzt in Nepal. Da diskutieren mehr als einhunderttausend Menschen nach der Social Media Sperre. Über die Zukunft dieses Landes und die Debatten dort. Die New York Times schreibt darüber. Das ist jetzt so der öffentliche Debattenraum und die Debatte dort wird zum Teil im Fernsehen diskutiert, zum Teil auch live übertragen. Die New York Times zitiert ein Mann aus Nepal, der sagt, das Parlament von Nepal befindet sich jetzt auf Discord. Das ist technisch herausfordernd für die Plattformen und die Debatten laufen dann zum Teil auch ein bisschen unübersichtlich ab, aber sehr interessante. Entwicklung, finde ich.

45:20 Gavin Karlmeier

Ja, gut, jetzt ist Nepal halt auch ein Land, also wenn du dir das in Deutschland vorstellst, das würde nicht funktionieren. Wobei in Nepal leben auch 30 Millionen Menschen, ne? Aber Hier lehnen dann nochmal fast dreimal so viele, das wird das Ganze noch unübersichtlicher machen und aber also ich finde ja schon WhatsApp-Gruppen mit 20 Leuten schlimm Wenn ich mir vorstelle, dass da 100. 000 Leute drin sind und dann auch noch über ernste wichtige demokratische Themen zu debattieren, das würde mich, macht mich nervös ein bisschen in der Vorstellung. Gleichzeitig aber auch finde ich das hochinteressant, wie in anderen Ländern, in anderen Kulturräumen offenbar eine größere Bereitschaft dazu besteht, sich auf solche unkonventionellen Methoden, um Dinge zu diskutieren, einzulassen. Weil wenn du dir überlegst. . Also, ich kann mir nicht vorstellen, dass Friedrich Merz sich bei Discord registriert. .

46:08 Dennis Horn

Ich konnte mir auch nicht vorstellen, dass sich Julia Klöckner bei TikTok registriert, Gavin.

46:12 Gavin Karlmeier

Ja, ich verstehe.

46:13 Dennis Horn

You never know. Okay, wollen wir noch ein paar liegengelassene Themen oder wollen wir Funktionen und Emotionen besprechen?

46:20 Gavin Karlmeier

Dann lass uns doch in die Funktionen und Emotionen gehen, weil die liegengelassenen Themen, die sind so ein bisschen, das ist so düster, da reden wir nächstes Mal drüber.

46:26 Dennis Horn

Alles klar. Funktionen und Emotionen. So, du postest was bei X. Nee, mach ich. Und dann ist das Ding, also nur mal so Hypothetisch. Und dann ist das Ding veröffentlicht, und da kommt ein groß. Dann kommt ein großes Banner. Dein Beitrag wurde veröffentlicht. Tipp hier, um ihn zu teilen. Und dann hast du da unten drunter Instagram Stories, Telegram, Snapchat, LinkedIn, großen Button Boost drüber. Da ist aber jetzt die Distributionsmaschine angelaufen bei Extra.

46:59 Gavin Karlmeier

Ja, vor allem interessant, weil ja ganz lange darüber diskutiert wurde, dass du X-Inhalte nur sehen kannst, wenn du dort angemeldet bist. Jetzt aber gleichzeitig offenbar der Head of Product Nikita Bia sich als Distributionsstrategie überlegt hat, wir müssen wieder stattfinden außerhalb von X. Also man stellt offenbar fest, dass vielleicht diese. Wucht als Plattform, die gesellschaftlichen Zündstoff oder gesellschaftliche Diskussionen abbildet. Dass man den so ein bisschen verloren hat und jetzt irgendwie wieder außerhalb von Ex stattfinden muss, um diesen Status sich zurückzuholen. Das wird aber nicht funktionieren, wenn ein Besitzer jemand ist, der gesellschaftliche Diskussion nicht als Zündstoff, sondern als Sprengstoff begreift.

47:40 Dennis Horn

Und dann das mit einer recht holzhammerigen Methode mit diesem Banner.

47:43 Gavin Karlmeier

Ja, es sieht geil aus. Und ja, ich bin auch gespannt, ob du jetzt auf Snapchat häufiger Ex-Screenshots sehen wirst. Oder auf LinkedIn.

47:53 Dennis Horn

Ähm, Instagram arbeitet an der Möglichkeit, ach, da, hat da nicht jemand im Discord geschrieben, wir werden das kommentieren mit die Hölle friert zu.

48:02 Gavin Karlmeier

Die Hölle friert zu.

48:03 Dennis Horn

Die Hölle friert zu. Instagram arbeitet an der Möglichkeit, Links zu Beiträgen hinzuzufügen.

48:08 Gavin Karlmeier

Das kann nicht wahr sein, oder? Das kann nicht wahr sein. Aber das. Das ist das Ende von LinkedIn Bio. Linked in Bio. LinkedIn Bio gibt's. LinkedIn Bio. Nicht zu verwechseln mit LinkedIn Park. Das ist eine Band, die aus Menschen mit blauen Hemden besteht. Boah.

48:29 Dennis Horn

Wow. Das war eine Reise gerade.

48:32 Gavin Karlmeier

Also, Instagram erlaubt, dass du Links unter Beiträgen hinzufügen kannst. Und ich denke mir, also. . Wenn man das hätte machen wollen, hätte man das vor 15 Jahren tun können. Man hat sich sehr, sehr lange dagegen gesträubt, sehr lange dagegen gewehrt. Jetzt bricht offenbar hier so eine, ich will fast sagen, eine Brandmauer bei Instagram, dass man sagt, hey, jetzt ist es plötzlich egal, ob die Leute weggehen. Ich finde das super erstaunlich. Und die Frage, was Instagram dahinter überlegt, ich glaube ja, Instagram möchte eigentlich so ein bisschen, wird zum neuen Facebook früher oder später.

49:02 Dennis Horn

Ja, definitiv.

49:03 Gavin Karlmeier

Ja.

49:04 Dennis Horn

Alle gemeinsam zum neuen Microsoft. Ich sag's ja. So, und dann ist bei X die erste. Als hilfreich bewertete Community Note aufgetaucht, die von KI verfasst wurde. Und von Menschen als hilfreich bewertet wurde. Und dann sei eine andere von Menschen als hilfreich bewertet worden, aber die sei erst anderthalb Stunden später gekommen und geschrieben worden.

49:33 Gavin Karlmeier

Also auf X, auf X auf X wird Fakt durch Gefühl ersetzt, und das heißt ja nicht, dass das hier nicht wahr sein muss, was die KI beantwortet, aber schon jetzt ist es ja der Fall, dass die Community Node längst an Bedeutung verloren hat, wenn solange darunter jemand schreiben kann, Ed Grog, is this true? Und das passiert unter nahezu jedem Beitrag auf X. Jetzt wird das sozusagen direkt in das Tool eingebaut, was am Ende dazu führen wird, sogar, dass Leute weniger Grog befragen werden, weil die Community Note das ja schon vorwegnimmt, was Grog antworten würde. Das heißt, am Ende schneidet man sich ins eigene Bein, platziert aber die möglicherweise unscharfe Auslegung von Realität sogar noch direkt in die Inhalte und macht die Plattform damit noch unbrauchbarer. So. Krass, dass ich diesen Satz fehlerfrei nach Hause gebracht habe.

50:18 Dennis Horn

Er war sehr lang. Auch er war eine Reise. Auch dieser Podcast. Möchtest du von den Hochzeitscrashern noch?

50:23 Gavin Karlmeier

Ja, ich habe noch eine Versöhnlichkeit des Tages, damit wir nicht so düster enden. Versöhnlichkeit des Tages Michelle und John Wiley, die haben vor vier Jahren geheiratet in South Ayrshire. Und es heißt so A-Y-R-S-H-E-R-E. Und die haben sich am nächsten Tag so die Fotos von ihrer Hochzeit angeguckt, waren so ganz selig und fröhlich. Und dann haben die gesehen, dass auf dem Foto so ein Typ drauf ist. Und haben sich alle gefragt, wer ist dieser Typ? Das haben sie sich Jahre gefragt. Jahrelang. Haben dann erstmal ihre ganzen Freundinnen und Freunde und die Familie gefragt und alle dachten so, ey, kennt den irgendjemand? Und alle haben gesagt, wir haben gar keine Ahnung, wer das ist. Die haben dann über Jahre gedacht, das war irgendein Verrückter, der versucht hat, die Hochzeit zu crashen oder sogar ein Stalker, die haben sich alles mögliche überlegt und haben dann angefangen, das Internet zu bef. Fragen. Und daraus wurde The Mysterious Wedding Crasher. Und diese Geschichte ist jetzt tatsächlich zu einem Ende gekommen, weil man jetzt weiß, wer das ist. Und es handelt sich bei diesem Mann um Andrew Ich sage, er weiß gar nicht, ob sein Nachname kann. Andrew Hillhouse. Und Andrew Hillhouse hatte eine Einladung für eine Hochzeit bekommen von seinem Partner. Kannte auf der Hochzeit niemanden außer die beiden Eheleute und das waren andere als Michelle und John. Denn Andrew Hillhouse war auf der falschen Hochzeit. Er hat nämlich die Einladung mit einer falschen Adresse bekommen, kam da an und hat sich gedacht, das wundert mich nicht, dass ich hier niemanden kenne. Weil ich würde ja eh nur die Eheleute kennen. Erst als er die Eheleute auf der Hochzeit nicht wiedererkannt hat, hat er festgestellt, ah, ich könnte ja möglicher falsch sein.

51:55 Dennis Horn

Da war das Foto aber schon gemacht.

51:57 Gavin Karlmeier

Da war das Foto schon gemacht, und jetzt ist diese Geschichte tatsächlich mit Hilfe des Internets gelöst. Und auch Andrew selber hat dazu was gepostet, hat 30. 000 Likes dafür bekommen. Also, ich finde, das sind so Geschichten, wo man merkt, ach, Internet kann auch richtig schön sein und Spaß machen.

52:09 Dennis Horn

Wunderschön. Ich finde das auch für das Ehepaar ganz toll, dass es aufgeklärt ist. Für das Mysterium an sich irgendwie schade. Weißt du?

52:18 Gavin Karlmeier

Ja, weil das wäre so schön, wenn er selber dieses Bild gesehen hätte und gedacht hätte. Aber wenn ich mich jetzt selber reveale, das würde den Mythos zerstören. Ich halte mich zurück. Aber auch, ich finde das ganz schön.

52:29 Dennis Horn

So viele Akte X geguckt, wo es nie ein Happy End gibt.

52:33 Gavin Karlmeier

Apropos schön. Danke, dass du hier warst, Dennis. Das war sehr schön. Du kommst bald wieder, glaube ich. Ich habe allerdings gerade nicht aufgeschrieben wann. Weißt du, das auch schon?

52:42 Dennis Horn

Stimmt, und mir geht es genauso. Ich gucke gerade mal.

52:45 Gavin Karlmeier

Und ich habe es noch gar nicht in meinen Kalender übertragen, wann du wiederkomm

52:48 Dennis Horn

Am 1. Oktober hören wir uns hier wieder.

52:51 Gavin Karlmeier

Ja, das stimmt. Danke, dass du da warst. Eine schöne Woche. Schöne Woche allen, die bis hierhin zugehört haben. Wir hören uns hier wieder am Mittwoch. Da ist dann, ähm, wer kommt denn dann? Charlotte Voss, wieder freuen wir uns. Viel Spaß. Perfekt, danke. Tschüss. Schlünz.