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Folge 595 · 29. Juni 2026 · 1:05 Std.

Move fast, fix nothing

mit Jannis Schakarian

“Wir haben keine hinreichenden Belege dafür gefunden, dass das Gesetz bereits nennenswerte Auswirkungen auf die Nutzung sozialer Medien bei Jugendlichen unter 16 Jahren hatte.”, sagt die Autorin einer Studie, die das Verbot von Social Media bei Minderjähriger in Australien untersucht hat. Ihr merkt also: Ja, wir müssen leider nochmal über dieses Thema sprechen. Und das bei 32,5°C Innentemperatur.

Aber es geht auch um das Gefahrenmarketing, mit dem KI sich besonders machen wollte, um OpenAIs Börsengang, um Ben Berndts “ungeskriptet” und die Frage, ob es jetzt journalistisch ist oder nicht – und um Metas “bemerkenswerten Umgang” mit der Gesetzsprechung.

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Kapitelmarken

KI-unterstützt

  1. Hallo Jannis!
  2. Studie zur Wirksamkeit des Social-Media-Verbots in Australien
  3. Nachhak: DAK Mediensuchtstudie und Zahlen zur Mediennutzung
  4. Australien erhöht Strafen für Tech-Unternehmen nach unwirksamem Verbot
  5. Meta fordert Immunität bei Kindesmissbrauchsklagen in Kalifornien
  6. Grok-Hauptnutzung: Adult Content
  7. US-Regierung schränkt Verfügbarkeit von KI-Modellen ein
  8. Amazon Prime blockiert Film über Sam Altman wegen OpenAI-Kooperation
  9. OpenAI-Börsengang auf 2027 verschoben
  10. KI-generierte Texte im Journalismus
  11. Medienaufsichtsbehörde vs. ungeskriptet
  12. Funktionen und Emotionen
  13. Elon Musk muss unter Eid aussagen

Transkript

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00:01 Intro

Haken dran.

00:03 Gavin Karlmeier

Das Social Media Update der CT. Hallo Jannis Grüß dich, Gevin. Bei mir ist heute Janis Schakarian, der Leiter des Programmmanagements bei NDR Kultur. Bist du in dieser Funktion schon mal hier im Podcast gewesen? Ja, ich glaube, einmal hast du diesen komplizierten Titel schon ausgesprochen. Das kann sein, aber erstmal schön, dass du hier bist. Wir haben gerade auch darüber gesprochen, dass das Social Media Team da mit dir auch zu eigen ist. Das heißt, du also damit jetzt durch diese Position Auch eine Legitimierung hast, warum du hier bist, anders als in deiner letzten Position, mit der du ständig hier warst.

00:35 Jannis Schakarian

Ja, da habe ich ja nur Podcasts beim Spiegel gemacht. Das hat eigentlich überhaupt nichts mit Social Media zu tun. Und jetzt habe ich wieder voll Ahnung und schlage mich mit den Metriken von Instagram.

00:44 Gavin Karlmeier

Okay, rum für den NDR-Kulturkanal. Und für Haken dran. Jetzt auch vielleicht wieder Öffner, du warst nämlich länger nicht mehr hier, habe ich das Gefühl.

00:52 Jannis Schakarian

Ich war irgendwie länger nicht da, ja. Ich war aber auch viel im Urlaub.

00:55 Gavin Karlmeier

Das ganze Jahr noch nicht, Anders.

00:57 Jannis Schakarian

Stimmt. Wir haben kurz vor Silvester, glaube ich, aufgenommen. Oder kurz vor Weihnachten. Ja, da habe ich aus der Hängematte in den Kap Verdenmicht. Zugeschaltet.

01:06 Gavin Karlmeier

Und das ist nämlich das Krasse, weil ich so feststelle, in diesen Wochen, ihr habt es sicherlich mitbekommen, es war warm. Wir haben ein heißes Wochenende hinter uns. Und um euch zu erzählen, wie warm es ist. Dein Computer steht gerade auf einem kühlakku, weil wir sonst keine Videoverbindung aufbauen konnten wegen Überlastung.

01:25 Jannis Schakarian

Ja, wir hatten hier gerade wirklich irgendwie Probleme. Alles war so langsam. Ich dachte erst, es liegt am neuen Spotlight von Apple. Dann habe ich meinen Computer angefasst und mir fast die Hand verbrüht. Und dann dachte ich, ich hole schnell ein Kühlpad, um den ein bisschen runterzukühlen. Seitdem läuft es stabil. Ich hatte allerdings gehofft, das Kühlpad gleich für mich zu verwenden.

01:43 Gavin Karlmeier

Von wegen.

01:45 Jannis Schakarian

Aber ich fürchte, das MacBook geht vor.

01:47 Gavin Karlmeier

Du musst mal aufpassen, das lädt sich irgendwann auf und dann heizt das auch das MacBook wieder auf einfach. Stimmt. Ich meine, wir sind ja auch in Social Media Podcasts ja auch auf Dinge schaut, die in Social Media passieren und nicht nur, die mit oder durch Social Media passieren. Und ich finde es so interessant, dass die Kommentarspalten unter Postings von Menschen, die einfach nur sagen, Leute, trinkt Wasser, cremt euch ein, bleibt vielleicht mal zu Hause, macht die Fenster morgens und abends auf, dass darunter immer irgendwelche wütenden wie ihr bitte substantiv einfügen, Menschen sind, die kommentieren, ja, Sommer hat es immer schon gegeben. Was de facto nicht stimmt, weil wir haben jetzt drei Tage hintereinander Hitzerekorde gebraucht. Wir nehmen es hier am Sonntagabend auf. Und um noch einen draufzusetzen, an diesem Wochenende wurde bei Bautzen in dem Wort Kübschütz ein Weltrekord gebrochen für die höchste jemals gemessene Tiefsttemperatur nördlich des 50. Breitengrades.

02:40 Jannis Schakarian

Die höchste jemals gemessene tiefstemperatur. Ja, okay.

02:43 Gavin Karlmeier

29,4. Also dieses, ja, es ist normal Sommer, im Sommer ist es warm.

02:48 Jannis Schakarian

Ja, ja, aber das zeigt eben, dass dieser Durchschnitt ansteigen. Das zeigt natürlich diese höchste Tiefstemperatur. Das Ja, ich erinnere mich auch, in meiner Kindheit waren es auch mal 37 Grad. Aber wenn man sagt, ja, The New Low ist halt 29 Grad, das ist schon nochmal eine andere Geschichte, und die Graphen sind da eindeutig, wenn man sich die mal genauer anguckt.

03:14 Gavin Karlmeier

Mir ist gerade aufgefallen, dass Graf Zahl deswegen wahrscheinlich Graf Zahl heißt im Deutschen. Wegen dem Graf. Weil im Englischen ist es ja The Count, was auch witzig ist.

03:24 Jannis Schakarian

Ja, ja. Wow. Aber Graf Zahl ist auch. Okay. Naja. Willkommen bei Groby drin, das ist am Straßendorf.

03:38 Gavin Karlmeier

Oh, das ist doch Ihr Durch ein bisschen. Dann ist er bei dir sozusagen, ist er ja verankert beim NDR. Du könntest ja wirklich ein Sesamstraßen-Update machen. Wir bleiben sozusagen bei der Sesamstraßen Zielgruppe, weil wir müssen mal wieder natürlich über Social Media Verbote Minderjährige sprechen. Jetzt endlich. Ich kann es selber so lang, ich bin ganz ehrlich, ne? Es ist ja so ein bisschen zum Haken dran-Thema geworden und Leute kommen ja auch auf mich zu und auf diesen Podcast zu, weil es um dieses Thema hier geht. Aber so langsam kann ich es auch nicht mehr so richtig hören. Aber wir müssen, es fängt gerade erst an. Das ist das Ärger. Es geht erst los. Wir stehen erst am Beginn. Es gibt eine Studie darüber, wie eigentlich in Australien das Social Media Verbot so läuft. Für die, die sich nicht erinnern, ungefähr von einem halben Jahr, ziemlich genau vor einem halben Jahr am 25. an Weihnachten ist in Australien ein Social Media Verbot für Minderjährige in Kraft getreten. Bedeutet also, dass wir da eigentlich so eine Art kleinen Showcase haben, um zu schauen, funktionieren eigentlich diese Ideen? Und auch das möchte ich nochmal dazu sagen. Umsetzbarkeit und Wirksamkeit ist nicht zwangsläufig das valideste Argument in einer Pro-Kontra-Diskussion über so ein Verbot. Also wir denken an Alkoholverbote für Minderjährige. Und warum es trotzdem auch sinnvoll ist, ein solches gesetzliches Verbot zu haben, obwohl ich auch mit 14 schon mal Zmirn auf Eis getrunken habe. Oder andere Beispiele. Aber es geht ja erstmal so um so gesellschaftliche Leitplanken, die man durch sein Gesetz aufsetzen möchte. Und ich zitiere mal von ZDF heute, weil die haben ein Zitat der Studienautorin Jackie Wise. Und die sagt Wir haben keine hinreichenden Belege dafür gefunden, dass das Gesetz bereits nennenswerte Auswirkungen auf die Nutzung sozialer Medien bei Jugendlichen unter 16 Jahren hatte. Also konkret bedeutet das Es hat de facto gar nichts verändert. Bei den 12- bis 13-Jährigen gab es kaum Veränderungen bei der Plattformnutzung. Bei der Altersgruppe der 14- bis 15-Jährigen gab es einen leichten Rückgang, dafür aber bei den Nutzern ab 16 sogar einen Anstieg. Das ist das Ergebnis dieser Studie. Also, naja.

05:43 Jannis Schakarian

Ich bringe jetzt mal das naheliegende Gegenargument, ohne dass ich das unbedingt 100% glaube, aber wir reden ja die ganze Zeit davon, dass Social Media süchtig macht. sozusagen, ob das jetzt der medizinisch korrekte Begriff und Definition von einer Sucht ist, sei mal hingestellt. Aber mal angenommen, es handelt sich um eine Social Media Sucht, dann ist Ja, auch ein bisschen klar, dass die Leute, die schon süchtig sind, nicht einfach aufhören, wenn es verboten wird. Also wenn du die ganze Zeit rauchst und dann wird es von 16 auf 18 hochgestuft, aber du bist nun mal 17 und hängst schon an diesem An diesem Sargnagel, dann wirst du, glaube ich, alles tun. Also wird nicht das das sein, was sich jetzt dazu bewegt, sofort morgen aufzuhören und zu sagen, ich bin ja schon da. Also das Gegenargument wäre so ein bisschen Naja, das Social Media Verbot auch in Australien ist eher für die nächste Generation da. Die jetzt ist eh schon verloren sozusagen. Die sind da schon drin, die haben alle schon einen Account, die sprechen darüber schon mit ihren Freunden. Die werden jetzt nicht damit aufhören, nur weil es verboten ist. Eben genau deswegen werden sie sagen, lassen wir uns doch nicht wegnehmen. Wir gehen da weiter rein. Die Chance wäre, dass die jetzt, weiß ich nicht, zwölfjährigen, die noch nicht da sind, vielleicht gar nicht erst da hinkommen, weil sie es eigentlich nicht dürfen. Möglicherweise. Möglicherweise. Wenn man das jetzt so glaubt, ist doch mal eine andere Frage.

07:02 Gavin Karlmeier

Aber ich finde gut, dass du hier mal die Position des Advocato Sciavoli eingenommen hast. Ich muss mich übrigens korrigieren, am 10. Dezember 2025 ist in Kraft getreten, also schon zwei Wochen vorher. Aber Was man daran ja vor allem sieht, ist, dass du eben, und das ist ja dieser Satz, der hier diesen Podcast immer mal wieder begleitet, du kannst halt gesellschaftliche Probleme nicht nur mit technischen Lösungen abschaffen und wegräumen. Also es ist Es gibt halt viele gute Argumente auch, dafür zu argumentieren, warum so ein Verbot sinnvoll ist. Wir haben ja hier alles schon durchexiert und so. Aber wenn es am Ende keine Auswirkungen hat, finde ich, sollte das ein weiteres Indiz dafür sein, sich dann doch mal zu überlegen, ob man nicht vielleicht doch auf ExpertInnen hört oder ob man sich nicht vielleicht doch mal überlegt, was man vielleicht anders machen könnte. Ist so ein bisschen mein Gefühl bei dem Thema. Um übrigens zu der Sucht noch kurz zu kommen, wir kommen gleich nochmal zurück nach Australien, habe ich einen kleinen Nachhaken, eine kleine Korrektur zur letzten Episode. Ich habe mich so. . . Ich habe ja letztes in der letzten Folge so ungefähr 25 Minuten monologisiert über diese Handlungsempfehlungen der Expertenkommission des Familienministeriums und hab mich auch über die mediale Rezeption dieses Berichts so ein bisschen. Und habe mich aufgeregt darüber, dass da eine Zahl genannt wurde über Social Media oder junge Menschen, die zu Social Media Sucht neigen. Und hab gesagt, dass ich diese Zahl nur in einer Studie aus 2017 finden konnte. Es ist nicht ganz so. Es gibt die DAK Social Media Studie, über die wir hier, oder Mediensuchtstudie, über die wir hier sogar auch gesprochen haben. Und in dieser Zahl gibt es die Berechnung, dass zweihundert achtunddreißig einhundertachtzig Menschen im Jahr zwei tausend fünfundzwigzig eine pathologische Nutzung von Medien hatten oder von Digitalangeboten und drei hundertfünfzig sogar oder Das erklärt immer noch nicht so ganz, warum diese 300. 000 überall aufgetaucht ist, weil man hätte es etwas konkreter machen können und vielleicht hätte man eine Quelle dazu sagen können. Also an dem Punkt stimmt meine Medienkritik, aber ich wollte das zumindest einmal ausräumen, dass es jetzt nicht völlig aus der Luft kommt. Gegriffene Zahl war. So. Hast du noch Emotionen zu meinem Gang nach Canossa?

09:09 Jannis Schakarian

Ich habe noch zwei zwei Dinge zum Social Media vor. Einmal die gesellschaftliche Diskussion ist ganz interessant, weil Du vorhin Smyrn of Eis gesagt hast. Das war damals ja auch so eine Bewegung, wo man sagt: eigentlich laut Gesetz war das schon illegal, weil das Gesetz sagt, brandweinhaltige Getränke sind ab 18. Das war auch Smyrn of Ice und Baccardi Breezer und wie sie alle hießen. Und es brauchte aber diese gesellschaftliche Diskussion, damit an der Supermarktklasse-Kasse wieder klar wird, dass die Dinger wirklich ab 18 ist. Dann hat man zusätzlich noch so eine Alkopop-Steuer eingeführt, um es teurer zu machen, damit die 15-Jährigen es sich auch oder 16-Jährigen es sich auch nicht mehr leisten können. Damit sind sie ein bisschen verschwunden. Inzwischen sind sie ja wieder da, ne? Die sind überhaupt nicht verschwunden, sondern Die Rewekasse ist voll davon.

09:56 Gavin Karlmeier

Und die sind vor allem, also in Kirke, ich kenne Kirske, die verkaufen die in ein Liter Flaschen.

10:02 Jannis Schakarian

Boah, das schmeckt doch nur kalt. Egal. Und ich wollte noch einmal, also mein Take zum Social Media Verbot ist ja. . Es ist schlicht feige. Es ist schlicht feige zu sagen, wir lösen dieses gesellschaftliche Problem, das wir mit diesen großen Plattformen haben, dadurch, dass wir sagen, ja, ja, wir schützen die Kinder davor und alles andere machen wir nicht. Also ich würde sofort anerkennen, wir haben ein gesamtgesellschaftliches Problem durch diese Social Media Plattformen. Wir haben gesehen, wie Facebook Demokratien beeinflusst. Wahlen beeinflusst, wie Elon Musk sich mit X irgendwie so sein eigenes, seine eigene Echokammer baut, da gerade in England massiv die Politik bis hin zu politischen Protesten beeinflusst, indem er da einzelnen Menschen mehr Reichweite verschafft. Und all das sind die Probleme, die aber keineswegs nur die Minderjährigen. betreffen und wir führen jetzt diese Ausweichdiskussion über lass uns doch die Kinder und Jugendlichen schützen, anstatt das größere Rad zu drehen und zu sagen, wie müssen wir denn die Plattform insgesamt sinnvoll regulieren Damit wir diesem Problem gesamtgesellschaftlich Herr werden, dass wir den Schranken aufzeigen, ein Algorithmus, äh, weil also Ja, habe ich hier glaube ich schon mal irgendwann erzählt. Also da daran gehen und das nervt mich am meisten an dieser Diskussion, dass es halt so ein vorgeschobenes Pflaster ist und ja, wir bereit sind, Kindern, Jugendlichen was wegzunehmen. Anstatt das Problem groß anzugehen und wirklich was dagegen zu tun.

11:34 Gavin Karlmeier

Ja, was Australien jetzt macht, weil sie ja eben offenbar auch diese Studie gesehen haben, wo die Studienautorin sagt: naja, also das Verbot hat de facto gar nichts geändert. Nicht bemerken, nicht nennenswert, denn Australien hat angekündigt, dass die Sicherheitsbehörde in Australien, e-Safety, dass die jetzt mehr Befugnisse bekommen wird. Wie die genau aussehen, wissen wir noch nicht, aber sie werden mehr Möglichkeiten bekommen, die derzeit möglichen Gesetzesverstöße durch Facebook, Instagram, Snapchat, TikTok und YouTube den stärker etwas entgegenzusetzen und dürfen dadurch eine höhere Höchststrafe erheben. Bislang waren das 49,5 Millionen australische Dollar, das werden jetzt 99 Millionen australische Dollar. Ist natürlich jetzt immer noch nicht die Summe, bei der Meta anfängt zu zucken. Aber es ist immerhin schon mal ein Signal, dass man sich eben nicht alles gefallen oder alles bieten lässt. Wobei ich auch so ein bisschen die Frage stelle, wen man da denn jetzt eigentlich alles in die Verantwortung ziehen möchte, um dieses Gesetz denn am Ende durchzusetzen.

12:33 Jannis Schakarian

Das heißt, das ist eine Strafe gegen Meta, wenn sie sich zu leicht austricksen lassen. Genau, ja.

12:39 Gavin Karlmeier

Also der Premierminister Anthony Albanese hat gesagt. Es ist klar, dass die großen Tech Unternehmen nicht genug tun, um das Gesetz einzuhalten, es gibt immer noch zu viele Kinder in sozialen Medien.

12:51 Jannis Schakarian

Ja, also ja, das ist natürlich richtig, weil die Plattformen wären zumindest in diesem Gesetz diejenigen, die es kontrollieren sollen und müssen, also ne, so wie an der Supermarktkasse, da wird auch die Kassiererin oder der Barkeeper Zahlt vor allem die Strafe, wenn er dir den Alkohol verkauft. Aber gleichzeitig wissen wir, dass bei den meisten Verbrechen quasi die Höhe der Strafe jetzt nicht das ist, was einen davon abhält oder nicht.

13:18 Gavin Karlmeier

Das ist so, ja. Ja, so ist es. Das ist der Stand aus Australien. Ich glaube, wir müssen sonst nicht viel mehr über das Social Media Verbot heute sprechen, weil wir haben auch ein paar andere Themen, die irgendwie dann doch auch Irgendwie auf dem Tisch liegen. Ich möchte zum Beispiel dir die Geschichte mitbringen aus Kalifornien. Wir haben ja darüber gesprochen hier Dass Meta so eine Art Deal gesucht hat, um den Kids Online Safety Act in den USA kurz COSA durchzudrücken, beziehungsweise zu verändern. Nämlich haben sie gesagt, dass sie ihre Oder anders. In den USA ist seit vielen Jahren das Bestreben beider Parteien, ein Jugendschutzgesetz für junge Menschen im Internet als Gesetz zu. verewigen oder irgendwie auf den Weg zu bringen und dass sich aber die Tech-Unternehmen natürlich durch Lobbyismus und Arbeit und Marketing sehr stark dagegen ausgesprochen haben, dass dieses Gesetz kommt. Dann haben sie aber gesagt, hey, wir wären bereit, unseren Widerstand aufzugeben, solltet ihr in dieses Gesetz reinschreiben, dass Individualpersonen, also Eltern, uns nicht mehr direkt verklagen dürfen, wenn wir gegen dieses Gesetz verstoßen. Und das sieht ganz danach aus, als würde Meta damit durchkommen. Und offenbar hat Meta da jetzt ein bisschen Blut geleckt. Denn in Kalifornien drängen Metalobbyisten die Gesetzgeber gerade jetzt dazu, dass Plattformen von Gesetzen ausgenommen werden, die strengere Strafen in Fällen von Kindesmissbrauch haben. vorsehen. Bedeutet also, dass die in dem Bereich Kindesmissbrauch sich die Social Media Plattformen gerade versuchen, irgendwie so eine Art, wie soll ich das sagen? Immunität zu erarbeiten, einfach weil sie sagen: hey, das funktioniert ja jetzt mit unserem Lobbyismus. Das versuchen wir jetzt auch auf Staatenebene und nicht nur auf Bundesebene in den USA. Ich kann gleich noch ein bisschen ins Detail gehen, aber du kannst gerne noch deine Gefühle einmal. Du hast schon ganz große Augen gemacht.

15:10 Jannis Schakarian

Ja, ich glaube, es ist natürlich erschreckbar, besonders, wenn es um Kindesmissbrauch geht, aber dahinter stecken, glaube ich, zwei Sachen. Einerseits, dass es ja zuletzt so ein paar Einzelklagen gab gegen Plattformen, die Erfolg hatten, also auch gegen KI-Plattformen, die dann einzeln in Suizid getrieben hat, auch eben bei Instagram, wo eine Teenagerin Wonawies wurde, dass sie da in den Suizid getrunken wurde. Und da steckt, glaube ich, die eigentliche Gefahr für Meta, weil das wird deutlich teurer als zum Beispiel so eine Strafe, die Die australische Regierung verhängt. Also, wenn sich wirklich da massenhaft Leute zusammensammeln, kann das sehr viel schneller, deutlich teurer werden. Deswegen gingen sie dagegen vor. Was hier, finde ich, eigentlich das Erschreckende ist, ist dieses, ähm, ne, wir kennen alles, dieses Motto von Zuckerberg, Move fast and break things. Das Erschreckende ist ja, dass sie niemals so Also move fast and break things, but they never go back and fix it. Also, ich verstehe ja, dass man sagt, wir bauen was Neues, dabei muss man mal gucken, vielleicht geht was kaputt und so, aber sie reparieren es halt hinterher nicht. Also, ne, du kannst sagen, okay, lass uns mal das neue Feature ausrollen, mal gucken, was dann passiert. Und dann musst du aber doch irgendwann sagen, okay, und jetzt müssen wir schauen, dass wir da wirksamen Schutz gegen Kinderpornografie einbauen und all sowas. Und darauf setzen sie nie. Sondern dann lieber auf so einen massiven Lobbydruck, wo sie sagen, ja, dann damit kriegen wir es leichter geregelt, als wenn wir zum Beispiel eine funktionierende Content-Moderation haben.

16:51 Gavin Karlmeier

Das finde ich das eigentlich Erschreckende. Ja, wobei sie es so ein bisschen genau so verkaufen wollen natürlich. Also es ist eine Recherche von Politico und die haben mit Menschen gesprochen, denen. . Anonymität gewährt wurde, damit Sie über diese Verhandlungen sprechen, die gerade zwischen dem Vorsitzenden des Senatsausschusses für Justiz und Demokraten aus Santa Anna und Meta-LobbyistInnen geführt werden. Und Meta hatte halt gerade das Problem, dass sie, wie du schon sagst, hunderte Klagen gerade irgendwie erleben, in denen ihnen vorgeworfen werden, sie machen zu wenig für den Schutz von Kindern. Gleichzeitig aber eben überall auf der Welt auch feststellen, wenn wir uns nicht langsamer bewegen, dann droht uns halt ein Verbot. Das heißt, sie müssen sich irgendwie bewegen und versuchen jetzt gerade es so zu drehen, dass sie sagen, also die neuen Gesetze im Bereich der Kindeswohlgefährdung in Kalifornien würden Social Media Plattformen explizit ausnehmen, also zumindest die verschärften Strafen. Es würde immer noch um Digitales gehen, aber die verschärften Strafen würden Social Media Plattformen nicht. betreffen, wenn Sie im Gegenzug standardmäßige Kindersicherheitseinstellungen aktivieren, wie die Deaktivierung einer automatischen Videoviedergabe. Die Einschränkung der Weitergabe von Standortdaten, die Unterdrückung von Push-Nachrichten nachts, die Verhinderung, dass Kinder Direktnachrichten von unbekannten Erwachsenen erhalten und so weiter und so weiter. Also genau diese Teenager-Accounts, die wir jetzt gerade bei Meta auch schon kennen. Es ist halt ein Versuch, sich irgendwie so ein bisschen aus der Schlinge zu ziehen gerade, indem man sagt, also wir machen auch das mit den Videos, machen wir auch aus bei uns. Ich weiß nicht, ob das reicht, ehrlicherweise. Und das ist ja, ich hab's so in der in den Kommentarspalten, vor allem zur letzten Folge. gab sehr viel Kritik an unserem Standpunkt oder an meinem, vor allem, ich will Dennis da gar nicht mit reinziehen, aber an meinem Standpunkt zu sagen, ein reines Verbot löst das Problem. Ich will das Thema eigentlich nicht mehr berühren, aber kurz dazu. Ich bin ja der Letzte, der sagen würde, man müsse nicht dafür sorgen, dass diese Orte sicherer werden. Ich bin der Letzte, der sagt, die Plattformen müssen nicht zur Verantwortung gezogen werden. Und ich bin auch der Erste, der hier schreit, wenn es darum geht, gerechte Strafen gegen diese Plattform zu erheben. Deswegen ist Diese beiden Meldungen nebeneinander gestellt, die stehen gar nicht im Widerspruch zueinander, sondern eigentlich zeichnen sie eher das Bild einer Realität. Bei der am Ende die Plattform entscheidet, wie sie eigentlich genutzt werden kann und was sie sich eigentlich rausnehmen kann. Und das ist vielmehr nach meinem Ermessen das eigentliche Problem, als dass junge Menschen Zugang zu allen Bereichen des Internets haben.

19:21 Jannis Schakarian

Ja, und wir haben ja, dann mache ich wieder die Schleife zurück zu Australien. Da sehen wir ja, wie wenig wirksam das dann oder wie leicht es zu umgehen ist in vielen Fällen. Und sich, und so lese ich die Geschichte, sich hier rauswinden zu wollen, zu sagen, bitte akzeptiert doch, dass wir genug machen. Also es ist ja so ein bisschen so ein Freifahrtschein, ne? Bitte sagt uns, das, was wir jetzt machen, reicht. Wir haben hier ganz viel nachgebessert. Sagt uns jetzt einmal, dass es reicht, damit man uns nicht noch zusätzlich verklagen kann. Das wirkt wie so ein Voraben, so ein bisschen.

19:57 Gavin Karlmeier

Ja, ganz genau. In diesem Raum sind übrigens 31,5 Grad, um das mal kurz anzusetzen. Ich habe jetzt 30,4. Wir ziehen das durch an, wir schaffen das. Wir kommen zur Ex und wir reden ein bisschen über Grog. Hast du Bock auf Grog? Grog hat glaube ich auch Bock. Ja, das ist aber nicht das gute Bock. Forbes Spricht darüber und bezieht sich dabei auf eine Recherche von The Information. Die haben sich mal angeschaut, was eigentlich so der zentrale Traffic-Treiber für Grog ist. Und das Ergebnis ist wenig überraschend. dass ein Großteil der Aktivitäten, die Grog produziert, die Inhalte, die Grog produziert, oder der Grund, warum Menschen mit Grog sprechen, das Generieren von Inhalten für Erwachsene ist. Dabei geht es explizit um die Erstellung von Videos und Bildern. Und Sie sagen, dass die Dominanz von Erwachseneninhalten erstreckt sich auch auf das Codierungsmodell von Grog, das laut The Information häufig Anfragen nach pornografischem Material enthält. Weit über die Hälfte des gesamten Datenverkehrs von Grog wird laut The Information durch pornografische Videos, Bilder, Rollenspielchats für Erwachsene und ähnliche Aktivitäten generiert. Der Mensch, der diese Studie erstellt hat, das Adam Chrysophorly von Vital Knowledge, der sagt, das ist ein verzweifelter Versuch, irgendwie relevant zu bleiben. Ich finde das schon eine sehr gute Lesart.

21:20 Jannis Schakarian

Ja, das wäre jetzt auch meine Analyse. Oder zumindest, wenn ich auch Pip Klöckner zuhöre, der sagte, naja, also das Rennen um Consumer AI ist eigentlich gelaufen, das hat mehr oder weniger Google mit Gemit. für sich gewonnen. Anthropic hat sehr klar den B2B-Markt für sich entschieden. Das schlägt ChatGPT so ein bisschen ab und die Frage ist, wofür dann überhaupt noch Grog? Und wir wissen ja aus der Geschichte, dass Pornoinhalte durchaus immer wieder eine Rolle gespielt haben, wenn es darum ging, neue Technologien irgendwie in die Masse zu tragen. Sowas wie, ich glaube, die Standardgeschichte ist immer, dass VHS damals gegen Betamax gewonnen hat, weil es da irgendwie Pornos drauf gab, obwohl Betamax eigentlich die bessere Qualität gewesen wäre. Und vielleicht hat sich das auch hier das Grog-Team zum Vorbild genommen und gesagt, naja, das ist halt die eine Lücke. in die sonst kaum jemand reinstößt. Hier, ChatGPT hat seinen Telefonsextchat zurückgestellt. Die wollten ja zwischendurch auch mal sowas anbieten. Also gesagt, machen wir doch nicht, wir fokussieren uns ganz, ganz dolle. Woraus im Börsengang? Ja, das fragt man sich auch, weil sie sich trotzdem seither jede Woche wieder was anderes ankündigen. Aber ich, das ist tatsächlich noch so eine Marktlücke, die wie man ja auch, also da sind keine absoluten Zahlen drin, aber wie man sieht, eben Nachfrage generiert.

22:49 Gavin Karlmeier

Ja, immerhin. Wobei man dazu sagen muss, dass natürlich auch SpaceXAI, das Unternehmen hinter X und Grog, trotzdem gerne irgendwie diesen Businessmarkt, dieses B2B-Geschäft irgendwie abgreifen würde. Also sie haben ja auch Wir haben darüber nicht gesprochen, aber weil ich es einfach nur seit Tagen vor mir hergeschoben habe. Sie haben ja auch tatsächlich jetzt Cursor übernommen. Das ist ja so ein ähnliches Unternehm oder ein Unternehmen, das ein ähnliches Angebot hat wie Claude Cot. mit eigenen Modellen eigentlich, aber auch der Möglichkeit, andere Modelle zu nutzen. Und sie haben dafür einfach mal locker 60 Milliarden Dollar auf den Tisch gelegt. in Aktien immerhin. Aber trotzdem, das ist schon nicht so wenig, wenn man überlegt, dass ob das jetzt am Ende des Unternehmens retten wird, völlig unklar ist.

23:34 Jannis Schakarian

Ja, wobei diesen Kauf würde ich sehr klar so einordnen, dass es einfach Grog, beziehungsweise, wie heißt das Unternehmen jetzt? SpaceX AI? Nee, da gibt es immer nicht so.

23:44 Gavin Karlmeier

A Division of SpaceX. SpaceX, ja.

23:47 Jannis Schakarian

Ja, ähm, also dass sie damit natürlich sich einfach Umsatz einkaufen. Also im Zuge dessen hat man auch irgendwann gehört, wie viele Nutzer das hat und so. Und damit kann man halt auf einen Schlag boosten und sagen, oh, guck mal, so krass ist jetzt unser KI-Nutzung gewachsen, weil man sich einfach eins zu eins mit bestehenden Kunden stammen. Mit reinkauft. Diese Pornonummer passt natürlich auch so ein bisschen zu dem Ruf von Grog. Hier, wir sind die unzensierte KI, die nicht wokel. Bei uns kannst du allen möglichen Schmuddelkram machen. Und deswegen erlauben wir auch das, also es passt auch so ein bisschen zum Image.

24:28 Gavin Karlmeier

Wir müssen nachher übrigens so eine kleine Meinungsfreiheitsdebatte hier noch führen.

24:32 Jannis Schakarian

Ja, ich befürchte es.

24:35 Gavin Karlmeier

Aber das ist ein anderes Thema, da kommen wir später zu. Wir bleiben ganz kurz in dem KI-Topf. Denn die US-Regierung hat einen Brief an Anthropic geschrieben. Und da drin der Handelsminister der USA war das, Howard Lutnick. Der hat gesagt, ihr könnt Claude Mythos wieder anbieten Claude Fable allerdings nicht. Für die, die sich nicht erinnern, das wurde als zu riskant, zu gefährlich geframedt und deswegen wurde dieses Modell, das ja zunächst erstmal nur anderen Unternehmen zur Verfügung gestellt wurde. Angeblich sollte man damit in nahezu jeder Software Sicherheit. Lücken feststellen können und nicht mehr angeboten werden. Das hatte zumindest die US-Regierung angeordnet, vor allem für Menschen außerhalb der USA. Jetzt sagt aber die Regierung, ja, mach das mal. Also ich habe, also das Zitat von Latnik ist, ich habe festgestellt, dass geeignete Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden. um bestimmten vertrauenswürdigen Partnern den Zugriff auf das Claude Mythos 5 Modell zu ermöglichen. Diese Safeguards gab es meines Erachtens auch schon Vor der Sperre durch die US-Regierung. Aber naja, nur Fable bleibt eben weiterhin gesperrt. Und genau das gleiche, um das jetzt noch einen draufzusetzen. betrifft jetzt tatsächlich auch OpenAI, denn das ChatGPT 5. 6 Modell soll tatsächlich nur auf eine kleine Gruppe von oder nur für eine kleine Gruppe von PartnerInnen möglich oder zugänglich sein. Für alle anderen Menschen wird das jetzt erstmal nicht zugänglich werden, weil diese Freigabe durch die US-Regierung nicht erteilt wird. Und da sieht man schon, wie, was ein Druck da auf dem Kessel ist, seitens der Regierung. Auch diese, so ein bisschen bin ich jetzt übrigens einer anderen. Bei einem anderen Punkt, erkläre ich gleich. So ein Druck auf dem Kessel ist, diesen Innovationsfortschritt nicht in die ganze Welt verbreiten zu lassen, sondern zu zeigen, hey, wir sind jetzt hier in den USA und zeigt so ein bisschen auch nochmal, wie es um unsere Abhängigkeiten steht.

26:23 Jannis Schakarian

Ja, wobei ich hier noch mit reinlesen würde, dass die US-Regierung sich ja in quasi einer offenen Auseinandersetzung mit Anthropic befindet. Und Anthropic erst als Sicherheitsrisiko belegt hat und sie seitdem mit niemand mehr eingesetzt werden, der Verträge mit dem Pentagon hat. Und man auch das Gefühl hat, die US-Regierung steht. Chat GPT deutlich näher. Und da war es ja fast schon peinlich, sozusagen zuzugeben, dass Anthropic jetzt das stärkere Modell hat und man da schon gesagt hat, naja, Moment, müsstet ihr dann jetzt nicht auch. Genauso toll ist, wie ihr sagt, weil ihr immer sagt, ja, die können wir auch einfach benutzen, müsst ihr die dann nicht auch verbieten. Das haben sie jetzt getan und gleichzeitig quasi auch schon die Tür wieder geöffnet, zu sagen: Nein, nein, wir erlauben das jetzt wieder. Zuerst jetzt mit Mythos und das sagt ja dann okay und zwei Wochen später können wir sagen, nee, jetzt mit ChatGPT geht's auch Aber, wie du richtig ansprichst, es geht nur um die amerikanischen Bürger. Das heißt, wir sind nach, also wir sind Stand jetzt von den neuesten KI-Entwicklungen hier abgeschnitten.

27:40 Gavin Karlmeier

Ja, ganz genau. Und ich frage mich so ein bisschen, ich habe letztes Mal gesagt, ob Anthropic sich das nicht sozusagen selber ins Nest gelegt hat, weil sie die ganze Zeit Marketing gemacht haben. Und gesagt, no, es ist zu gefährlich, wir können es euch nicht anbieten. Da ist mir ein Artikel in die Hand gefallen vom 22. Februar zwei tausend neunzehn in dem OpenAI gesagt hat, ihr neues Textgenerierungssystem GPT-2 sei zu gefährlich für die Öffentlichkeit und hat es deswegen nicht angeboten. Damals verantwortlich bei OpenAI ein gewisser Dario Amoday, der heute der Chef von Anthropic ist. Also es scheint so ein bisschen sich so durchzuziehen als Motiv. Und jetzt kommt mein Take. Weiß ich nicht, wie valide der ist. Aber was wäre denn, wenn einfach die US-Regierung da mitspielt und das Gefühl hat, ey, das ist wirklich ein fantastisches Marketing für diese Produkte? Wir haben in unserer Verwertungskette nicht mehr so richtig viel anzubieten. Eigentlich die komplette Wirtschaft stützt sich auf KI. Wir müssen das eher stärken. Also spielen wir dieses Marketingspiel einfach mit. Ist eine These. Weiß nicht, ob das plausibel ist, aber weiß ich nicht.

28:41 Jannis Schakarian

Ja, und das war das, was Sicherheitsforscher gleich als erstes gesagt haben, als bekannt wurde, dass jetzt zunächst Mythos, aber immer diese neuen Modellen. Immer besser darin werden, Sicherheitslücken zu entdecken. Und in dem Moment, wo du sagst, wir geben das nur Ausgewählten Öffnest du ja Tür und Tor dazu zu sagen Ausgewählten, die uns entsprechend bezahlen? Also so ein bisschen dieses: Wir haben hier eine Sicherheitslücke, sollen wir euch die verraten oder nicht? Ja, dann müsstet ihr, also wenn ihr zu den ersten 100 gehören wollt, kostet halt. Mehr als 20 Dollar im Monat oder was, 200 für das Super Pro-Abo. Das kannst du dir halt nochmal ganz, ganz anders bezahlen lassen, wenn du sagst. Ansonsten könnte es natürlich leider passieren, dass eure Kundendaten hops gehen. Das wäre schon, das wäre echt doof. Also wäre schon gut, wenn ihr jetzt bei den Ersten dabei wärt, die halt Zugang zu dem neuen Modell haben.

29:36 Gavin Karlmeier

Also das bezahlen ja, wenn Enthropic die sind, die es aussuchen. Wenn es allerdings die US-Regierung ist, geht es gar nicht mehr so sehr um Geld, sondern dann geht es eher um Gunst. Bei der aktuellen US-Regierung kauft man sich Gunst auch gerne mit Geld. Ja, das ist ja auch nicht. Würde ich jetzt mal ganz platt behaupten. Du hast natürlich recht, aber was ich sagen möchte, dann zählt plötzlich auch das politische Lager. Und das macht es nochmal ein bisschen unangenehmer. Apropos Gunst, bei Amazon Prime sollte eigentlich ein Film über Sam Altman starten. Und der ist eigentlich schon fertig. Aber der Regisseur Luca Guardino muss leider Guardanino, so heißt er, darf leider nicht weiter an diesem Film arbeiten, weil Amazon jetzt eine große Kooperation mit OpenAI gestartet hat. und deswegen offenbar diesen Film nicht weiter verfolgen möchte. Der Film sollte artificial heißen und es ging vor allem um dieses heiße Wochenende, in dem Altman mal entlassen wurde und wieder zurückgeholt wurde. Wird wohl erstmal nicht bei Amazon kommen.

30:33 Jannis Schakarian

Ja, das ist ganz interessant, dass ich nehme jetzt mal hier Jeff Bezos als Gesamtkopf dessen ja mit. Mehr und mehr seine Unternehmensbeteiligung wirklich eins zu eins die Propaganda auch im Inhalt sieht. Wir erinnern uns, dass er diesen Melania, diese Melania-Doku für 40 Millionen. gekauft, beauftragt hat, wo alle sagten, das war nie im Leben, war diese Doku 40 Millionen wert, weil keiner wollte sie sehen, sie war nicht gut und Und jetzt hier umgekehrt zu sagen, wir wollen uns mal nicht die Geschäftsbeziehung mit unserem neuen Freund Sam Altman verhageln, indem wir ihn in dem Film vielleicht nicht nur von seiner besten Seite zeigen. Und ähm, parallel ist es natürlich, nun schreibe ich den Streamletter, deswegen beschäftige ich mich damit relativ viel, sehen wir natürlich dieses Konglomerat. Also es gibt immer weniger Studios, die sowas zeigen würden. Auch ein Apple TV zum Beispiel sagt, naja, wäre schon cool, oder zumindest sind sie so gestartet, wäre schon cool, wenn bei uns Technik grundsätzlich erstmal positiv dargestellt wird. Dann haben wir Netflix, die auch eine halbe Technik Tech-Company sind, und wir haben Warner Bros. And Paramount, zwei der großen Studios, die inzwischen Larry Eldison gehören, auch einem expliziten Trump vertrauten. Das heißt, selbst wenn der Regisseur hier irgendwie die Rechte an den Film zurückkriegen könnte, ich schätze mal, das wäre gar nicht so einfach möglich, weil er eine Sondes durchfinanziert hat.

32:02 Gavin Karlmeier

Wollen sie tatsächlich? Könnte

32:04 Jannis Schakarian

Aber dann ist die Frage, womit kann er damit überhaupt hingehen?

32:08 Gavin Karlmeier

Aber ein Amazon-Sprecher hat gesagt, wir sind der Meinung, dass Artificial besser aufgehoben wäre, wenn es von einem anderen Studio veröffentlicht würde und arbeiten eng mit dem Filmteam zusammen, um einen neuen Verleih für den Film zu finden. Also sie schließen es. nicht aus, dass der Film generell kommt, weil vielleicht mögen sie den Regisseur und würden gerne nochmal mit ihm zusammenarbeiten. Sagt zumindest auf Variety, dass das wohl eigentlich schon Teil des Versprechens ist, dass man eigentlich nochmal mit ihm zusammenarbeiten möchte. Aber diesen Film kann man jetzt eben ohne weiteres Sohn nicht veröffentlichen.

32:35 Jannis Schakarian

Ja, also sie mögen den Regisseur, beziehungsweise Sie wollen überhaupt nochmal mit Regisseuren oder Talents in Hollywood vielleicht zusammenarbeiten, die auf sowas natürlich total allergisch reagieren. Wenn Sie merken, huch, mein Film, an dem ich vielleicht jahrelang arbeite, kann mit einer Unterschrift von irgendeinem Deal bei Amazon plötzlich hopp sein Weil er dann doch zu kritisch zu sonst was war, vor allem wenn er schon so weit gedient ist. Wenn das einen neuen Verleih findet, dann war das hier natürlich eine der besten Marketingaktionen, die sich der Film selbst wünschen kann, zu sagen Dieser Film war zu kritisch für Amazon.

33:12 Gavin Karlmeier

Noch besser als The Hack by Sony damals. Aber ich finde, dass diese Geschichte eben auch zeigt, dass wohin wir uns gerade so ein bisschen jetzt nie ist keine neue Entwicklung, ne? Aber wohin wir uns im Medienapparat mittlerweile eigentlich hinbewegt haben, dass wir von so wenigen kleinen Unternehmen abhängig sind, dass es am Ende jetzt. Vielleicht passieren könnte, dass dieser Film niemals erscheint, weil zwei Unternehmen sich geeinigt haben und jetzt Pech gehabt. Schade, der Film ist uns leider zu kritisch. Und das ist halt das Gegenteil von Kunst. Ja, ja.

33:49 Jannis Schakarian

Wir haben die Kunst an die großen Unternehmen abgegeben oder so ähnlich.

33:52 Gavin Karlmeier

Ja, und die Unternehmen MAI zum Beispiel, die ja jetzt offenbar hier in diesem Deal beteiligt sind, die wollen wohl in ihren Börsengang vorsichtlich erstmal auf 2027 verschieben, wie die New York Times berichtet. Ursprünglich war der Plan drittes oder viertes Quartal in diesem Jahr. Jetzt ist allerdings so, dass die Führungsebene vor dem Dilemma steht, sich entscheiden zu müssen. Wollen Sie das Unternehmen erst 2027 an die Börse schicken? Oder aber wollen sie die geplante Bewertung von einer Billion Dollar vielleicht nach unten senken, weil es offensichtlich Sorge gibt, an sich, also die Berater zumindest, die diesen Börsengang hier mit OpenAI aufsetzen wollen. offenbar Sorge gibt, dass so wie sich SpaceX an der Börse entwickelt, möglicherweise nicht so viele Leute bereit wären, in OpenAI zu investieren, wie man es sich dort im Management vorgestellt hätte.

34:42 Jannis Schakarian

Ja, das war ja eh so ein bisschen die Befürchtung, dass mit drei Firmen, die so einen riesen Börsengang anstreben, also mit SpaceX, Anthropic und OpenAI, dass da insgesamt einfach. Nicht genügend Geld im Markt ist, weil irgendwoher müssen diese Billionen ja auch kommen Und wenn ich die schon in SpaceX verpulvert habe, habe ich vielleicht nicht mehr so viel. Das heißt, darum geht es so ein bisschen.

35:10 Gavin Karlmeier

Und gleichzeitig gar nicht mehr so viel übrig, wenn ich es da wieder rausnehme.

35:14 Jannis Schakarian

Das kommt als zweites dazu, ähm, ne, dass auch das Stichwort von einer Blase fällt ja nicht zum ersten Mal. Also ähm Mein Gefühl als jemand, der nur punktuell in die Börsennachrichten reinhört, aber ist schon, das ist so eine Nervosität, Gibt und auch so ein Bewusstsein von, naja, ewig wird die Party hier nicht gehen. Wir wissen nicht genau wie lang, aber ganz ewig wird es nicht. Und vor allem sind wir gerade an so einem Punkt, wo mehr und mehr sich die negativen Auswirkungen von KI auch zeigen. Also gerade hat Apple seine ganzen Preise erhöht. Und der Grund dafür ist, dass die Speicher, also die RAM-Chips, so viel teurer geworden sind, dass selbst Apple, die nun eigentlich Margen haben, wo sie locker mal so eine leichte Preiserhöhung auch abfedern können, sagt, geht nicht mehr. wir müssen jetzt hier 100 200 dollar draufpacken wir sind es bei spielekonsolen die alle teurer werden und Jetzt waren sowieso schon nicht alle total positiv gestimmt, wenn es darum ging, hey, können wir ein Datencenter bei euch im Im Hinterhof bauen. Und jetzt merkst du auch noch, ach so, das hat richtig Auswirkungen auf mein Leben. Plötzlich werden die Dinge, keine Ahnung, ich habe mir gerne ein neues Handy gekauft oder so. Kann ich mir eigentlich nicht mehr leisten. Also die Auswirkungen werden direkt spürbar und das könnte auch dafür sorgen, dass der Konsum insgesamt zurückgeht und dann haben wir noch so einen negativen Indikator. Also, das ist alles so, was sich um diese Blase drum bewegt und die Frage ist eben, platzt sie und wenn ja, wann? Und da möchte man als Open Air vermutlich auch nicht der Auslöser sein. und trotzdem aber den richtigen Zeitpunkt entwickeln. Und dazu kommt noch, dass sorry. Bitte, mach weiter. Ich laber hier in einem Fluss. Dazu kommt ja noch, dass man gerade sagt, naja, OpenAI hat zuletzt halt nicht so viel Aufwind bekommen. Die meisten Wir nutzen jetzt Gemini, weil es eh kostenlos ist. Dann hat Anthropic ganz viel dazu gewonnen mit Claude, weil man sagt, da ist das Coding. Besser oder zumindest gleich und kann aber mit diesem Cowork viel mehr Dinge noch erledigen. Also dieses Wachstum von dem Chat-GPT und was gerade an der Börse ja so wichtig ist, dass man Du kaufst ja immer für. Ich glaube, es geht noch weiter nach oben, dass man diese Geschichte nicht mehr glaubhaft erzählen kann oder sie einem weniger Leute abnehmen würden.

37:47 Gavin Karlmeier

Und das ist halt echt ein Riesendilemma für OpenAI. Weil sie dieses A, wie du sagst, dieses Momentum verloren haben, B, aber für Sam Altman, wie die New York Times mit Hinweis auf Insider berichtet, nicht bereit ist, von dieser gezielten Summe von einer Billion Dollar abzurücken. Also er sagte offenbar, also drunter machen wir es nicht. Ist halt jetzt die Frage. Also deswegen könnte es tatsächlich 2027 erst werden.

38:11 Jannis Schakarian

Ja, da kann man nochmal erzählen, wo Sam Altman ja herkommt. Sam Altman kommt von Y Combinator. Das war so diese, die. Also da sind alle großen Startups gestartet. Das war so ein Bootcamp-Programm für Startups. Du hast dich da beworben, wolltest bei Y Combinator angenommen werden und der hat quasi dir erzählt, wie man so ein Startup richtig groß macht. Und jetzt scheint er sich hier selber verstolpert zu haben.

38:36 Gavin Karlmeier

Ja, warte auch ziemlich eng übrigens mit Peter Thiel. Der war irgendwie Berater, Kooperationspartner von White Combinator und so. Also Alles eine schöne Gang. Ich habe so einen Post gesehen, wo jemand geschrieben hat, kleine Randnotiz auf Reddit. Nutzt noch jemand von euch ChatGPT in euren Köpfen? Also passiert euch das auch, dass wenn ihr so irgendwas seht, ihr dann einfach das Gefühl habt, ihr stellt eurem Kopf eine Frage und der Kopf beantwortet euch das dann Und jetzt sind wir eigentlich an dem Punkt, wo du gerade von negativen Auswirkungen gesprochen hast, dass Menschen einfach das Denken neu entdecken, weil sie das Gefühl haben, wow, ich habe künstliche Intelligenz in meinem Kopf. Oder einfach I.

39:17 Jannis Schakarian

Nicht gehört, falls ich wie ChatGPT. Ja, den jetzt okay, mache ich jetzt nochmal eine Schleife auf. Es ist ganz interessant. dass sich unser Verständnis von Gehirn auch immer, also wie das menschliche Gehirn funktioniert, erklären wir uns immer wieder mit so Den naheliegenden Dingen. So, und zuletzt haben wir ganz oft Intelligenz eben auch mit Computern gleichgesetzt. Zu sagen, ja, das funktioniert irgendwie so, ne, neuronales Netzwerk ist so ähnlich wie ein Gehirn und so und so unser Verständnis. Und Und wahrscheinlich stellen wir uns inzwischen Denken auch so vor, wie so ein LLM halt denkt, obwohl die Realität vermutlich ganz anders aussieht.

39:59 Gavin Karlmeier

Wobei das ja auch unser Denken beeinflusst.

40:02 Jannis Schakarian

Ja, ich würde auch sagen, bei 30,6 Grad funktioniert das Sprechen ähnlich wie so ein LLM, dass man eigentlich auch mal so eine Wahrscheinlichkeit im Satz, so welches Wort würde da jetzt hinpassen

40:14 Gavin Karlmeier

Und dann ist es doch gut, wenn man einfach viel ChatGPT genutzt hat, um dessen Wissen zu destillieren. So sagt man. Ich will kurz mit dir bei den, bevor wir ja weitergehen, mit dir. über diese negativen Auswirkungen von KI auch noch auf eine andere Art und Weise sprechen. Und zwar haben wir hier letztens auch über Pangram gesprochen. Wir erinnern uns, das ist ein Tool, mit dem man identifizieren kann, ob Texte KI generiert sind oder nicht. Oder vielleicht auch nicht generieren kann. Wir haben uns da auf einen Text von Eva bezogen. Eva hat nämlich einen Text Für die Zeit geschrieben, Eva Wolf-Angel. Und hat da auch drüber gesprochen, naja, das ist jetzt nicht so das Ding, weil zwei von hundert Ergebnissen von Pangram offenbar falsch positiv sind. Das ist offenbar nicht ganz so krass, denn Max Mut von der Süddeutschen Zeitung hat das nochmal ein bisschen weiter auseinander recherchiert und sich vor allem angeschaut, wie diese Zahl, diese 98% eigentlich zustande gekommen sind, die eben. Richtig, richtig sein sollen. Und Max Mut hat dazu einen Post geschrieben und sagt, 2% False Positives wäre krass und das würde man niemals auf die Menschheit loslassen. Deswegen habe ich mir die Studie nochmal angeschaut. Von 2% ist nicht bei normalen Texten die Rede, sondern nur bei Texten unter 50 Wörtern. Also sowas wie Amazon Reviews, Restaurantbewertung. Pangram selbst spricht von einem Durchschnittswert von 0,01%. Und je nach Textsorte ist eigentlich sogar ein False Positive auszuschließen. Also, das hat Eva selber auch eingeräumt, hat es nochmal korrigiert und so. Und dabei ist Eva aber was anderes aufgeregt. gefallen. Und auch das finde ich interessant, dass ein anderer Kollege von ihr und von uns auch, und da muss ich kurz disclaimen, er arbeitet genauso wie ich auch für den WDR, offenbar auf LinkedIn einen Text geschrieben hat. Der einen Zahlendreher von Eva übernommen hat, 1 zu 1, aus diesem Text, der aber völlig anders geschrieben war, wobei einzelne Formulierungen darin eins zu eins auftauchten. Offensichtlich also hat er auch dazu geneigt, für LinkedIn-Postings, Texte anderer Leute zu nehmen und mit Hilfe von künstlichen Intelligenzen dann neue schreiben zu lassen, um daraus LinkedIn-Posting zu machen. Er selber hat es eingeräumt, er schreibt, ich arbeite mit einem KI-gestützten Workflow, Gemini für Themenrecherche, Perplexity für Faktor Faktencheck und Recherche, Claude fürs Texten. Damit kann ich meine Arbeitsweise nachbilden. Und ich finde, das ist ein interessantes Thema. um nochmal so darüber nachzudenken, weil wir uns davon auch nicht freimachen können. Also mich hat das so an einer Stelle berührt. Also nicht, dass hier irgendwas mit KI generiert ist. Die Texte, offensichtlich, so wie ich stammel, entstehen in meinem Kopf echt. Die Fakten haben wir in der Regel mehrfach, also wir haben mehrere Quellen für jede Aussage, die wir hier treffen. Und wir beziehen uns sehr oft auf uns selber und so. Aber an einem Punkt können wir uns nicht freimachen, nämlich dass auch wir am Ende in diesem Newscycle immer drin hängen. Also wir sprechen jetzt über dieses Thema, weil. . Der Eva Wolfangel diesen Text darüber geschrieben hat, weil andere Journalistinnen über Carsten Wildberger geschrieben haben und über Mario Vogt geschrieben haben. Die nachweislich Texte mit KI generiert haben und so weiter und so weiter. Und dass man dieses, das klar ist ein News-Podcast und so funktioniert eben nun mal unsere Aufmerksamkeitsökonomie. Aber mich hat das trotzdem so ein bisschen zum Nachdenken angeregt. Kannst du mir noch folgen?

43:22 Jannis Schakarian

Ja, ich kann dir noch folgen. Ich finde die, also diese Diskussion darum, es lohnt sich, die so ein bisschen aufzudröseln. Also diese Frage, warum finden wir denn schlimm, wenn Texte mit KI generiert werden und welche Texte? Das war ja auch. In der Diskussion um Reden von Ministern und so ganz vorne mit dabei. Darf man das bei einem Holocaust-Gedenktag machen? Dann betraf es auch Journalisten. Bei Journalisten war ja der eigentliche Eklar sozusagen, dass plötzlich halt die Fakten nicht mehr stimmten, dass da ausgedachte Zitate drin waren. Das war der ursprüngliche Aufreger. Das ist aber fast so ein bisschen untergegangen. In diesem Man darf überhaupt nicht KI benutzen, wo ich sagen würde, naja, also ist eine Frage an den Qualitätsanspruch. Also es gibt ja ganz viele, die sagen Also, ich würde erstmal sagen, das Schlimme ist ja, wenn man das nicht überprüft. Also, wenn da wirklich eben falsche Zitate, falsche Zahlen drin sind und ich die nicht nachgucke. Das ist der eigentliche Fehler, nicht, dass ich KI benutze. Sondern ich halt der KI vertraue und wir alle wissen, sie lügt und das nicht nachrecherchiere vor dem Veröffentlichen. Das andere, glaube ich, worüber sich Leute aufregen, ist, dass viele sagen, ich will keine KI-generierten Texte lesen, so, weil ich das Gefühl habe, da hat sich keiner Mühe gegeben oder so. Es aber selbst oft gar nicht erkennen oder inzwischen erkennen, weil es so Muster gibt wie es ist nicht, sondern Das ist ja so eine Geschmacksfrage.

44:57 Gavin Karlmeier

Ja, das ist auch legitim. Ich will diese Diskussion gar nicht nochmal so ganz neu aufrollen. Aber. Ich denke immer so ein bisschen, dass ich zumindest gerne ein bisschen Seele hätte. Also ich kann mit einem Zahlendreher besser leben, wenn ich weiß, dass einfach ein Mensch irgendwie da einfach so reingezimmert, als dass es eine halluzinierte Zahl ist, obwohl das Ergebnis dasselbe ist, nämlich eine falsche Zahl. Einfach weil mir dadurch so ein bisschen das Gefühl ist, da ist jetzt gerade Mensch und das ist durch seinen Apparat gelaufen und er hat eine Einschätzung. Und diese Einschätzung basiert nicht nur auf der Zusammenfassung vieler, vieler anderer Einschätzungen. Ich will keine Meta-Einschätzung. Die mache ich mir selber, dafür bin ich dann da. Ich lese mehrere. Deswegen habe ich so viele News-Apps und deswegen lese ich so viele und gucke mir auch so viel Kram an, wo ich sagen muss, das kann ich vielen nicht empfehlen, sich das anzugucken. Aber für mich ist das meine Meta-Analyse und am Ende kann ich daraus dann so extrahieren, was für mich relevant ist. Das ist natürlich ein bisschen mit einer privilegierten Situation verbunden, weil ich die Zeit dafür aufbringe und weil ich auch offenbar bereit bin, diese selbst zu Ausbeutung aufzubringen, mir das alles anzuschauen. Aber wie du schon sagst, ist halt sicherlich auch eine Geschmacksfrage einfach.

46:03 Jannis Schakarian

Ja, und der dritte Punkt sozusagen, der bei dem Zahlendreher ja jetzt noch mit reinkommt, ist der von fehlenden Quellenangaben. Das ist, glaube ich, in dem Fall das, worüber man sich ärgert, zu sagen, okay, dann nimmt jemand einfach meine Arbeit, schmeißt sie in eine KI. Vergisst vielleicht darauf hinzuweisen, woher er das hatte und das fällt dann nur durch diesen Zahlendreher auf. Und das ist auch mal eine. Auch nochmal, ei, ei, ei, ich wurde immer wärmer, auch nochmal so ein Punkt, worin A, die KIs selbst ja auch schlecht sind, ihre richtigen Quellernachweise und die hinzuzufügen. Und die für uns aber eigentlich auch wichtig wären, in Texten wenigstens dann darauf hinzuweisen, zu sagen, die Zahl habe ich übrigens daher, damit man sie noch Noch nachprüfen kann.

46:45 Gavin Karlmeier

Ja, absolut. Und ich finde, vielmehr müssen wir da das auch gar nicht sagen. Ich wollte zumindest mal diesen Sachverhalt mitbringen, weil das irgendwie spannend ist. Aber wir bleiben kurz auf so einer Medienebene. Es ist immer noch ein Social Media Thema, weil ihr alle sicherlich mitgekriegt habt, dass Ben Bernd, ähm Ben Ungescriptet, der hat einen YouTube-Kanal. Der heißt ungescriptet und damit gehört er zu einem der erfolgreichsten Podcasts und YouTube-Kanäle in Deutschland. Und ihr müsst euch das so ein bisschen vorstellen, eigentlich wie Joe Rogan am Ende. Ich habe, ähm, ich schreibe ja so ein. Also es ist fast falsch zu sagen, ich schreibe einen Newsletter, weil es ist erst seit sechs Wochen eine Ausgabe rausgekommen. Aber ich habe so einen Newsletter und in meiner ersten Version wollte ich mich sehr an diesem Gespräch abarbeiten zwischen Ben Bernd und Björn Höcker und hatte so das Gefühl, es ist eigentlich im Grunde fast alles so zu. gesagt, was soll ich denn dazu eigentlich noch, was könnte ich jetzt noch damit reinschmeißen, was interessant wäre? Das hat sich jetzt an diesem Wochenende geändert, denn Ben Bernd hat einen Brief Gekommen von der Landesanstalt für Medien NRW. Und diese Landesanstalt für Medien und deren Justiziarin Laura Brahm war auch im Gespräch mit der Online, hat ein paar Sätze dazu gesagt. Die werfen Ben Bern vor, dass er hier gegen den Medienstaatsvertrag verstößt, weil er hier Themen auswählt, Gespräche führt, Rückfragen stellt, Inhalte aufbereitet und präsentiert. Also damit ein journalistisch redaktionelles Angebot anbietet. aber in diesem redaktionellen Angebot Fehlinformation, Falschaussagen, Lügen stehen lässt und damit einen Verstoß gegen den Medienstaatsvertrag vollzieht. Und Ben Bernd nutzt das natürlich jetzt gleichzeitig, um das so zu framen, dass er sagt, dass hier einfach Zensur stattfindet seiten des Staatsapparates, weil offenbar eine Behörde ihn reguliert, weil er unliebsame Stimmen zu Wort kommen lässt. Zumindest sinngemäß hat er das so gesagt. Und bevor wir da jetzt tiefer reingehen, wollte ich einmal kurz dein Gefühl abklopfen. Weil das fühlt sich an wie ein komplexes Thema, aber eigentlich ist es das nicht, glaube ich.

48:42 Jannis Schakarian

Ja, ich bin aber da wirklich total hin und her gerissen bei diesem Thema, weil ich mir einerseits eben denke Okay, das ist genau das Futter, was ich glaube, war nicht sogar das Interview überschrieben mit der verbotene Gast oder so ähnlich? Ja, ja, genau.

48:59 Gavin Karlmeier

Ich habe mich getraut, ihn einzuladen.

49:01 Jannis Schakarian

Ja, so, und jetzt kommt diese Retourkutsche vom Start, als der hier die Medienaufsicht natürlich sofort dargestellt wird, was voll in dieses Narrativ reinspielt. Und sagt, guck, guck, jetzt haben wir den Beweis, man darf eben doch nicht alles sagen. Und umgekehrt denke ich mir. Oh, wir bräuchten viel mehr von dieser Medienaufsicht. Und sie führt ja auch noch ein paar Verfahren gegen News und so weiter, dass sie sagt, nein, es geht einfach nicht, dass man offensichtliche Falschaussagen in journalistischen Angeboten so stehen lässt. Und ein Interview ist nun mal eine journalistische Form. Dabei würde ich auch bleiben, auch wenn Ben Bernd hier sagt, nö, ich führe einfach nur so Gespräche wie beim Kaffee. Das hat gar nicht zu bedeuten, dass da noch eine Million Leute bei zuguckt.

49:54 Gavin Karlmeier

Ja, und du hast halt genau den Punkt getroffen, finde ich, weil das so das Dilemma ist. Dass allein, und am Ende ist es auch der Streisand-Effekt, ne? Allein durch diesen Brief der Medienanstalt an Ben Bernd gibt man ihm halt Futter. A, sich noch stärker zu profilieren und ich glaube auch, und da ich will ihm da jetzt nichts unterstellen, vielleicht auch doch, aber ich habe das Gefühl, er radikalisiert sich gerade noch stärker, weil er wirklich, glaube ich, relativ lange einfach Leute einfach eingeladen hat, bei denen er gedacht hat, die bringen Klicks, das passt, funktioniert irgendwie ganz gut. Halt in so einer Joe Rogan-Manier. Gleichzeitig aber dadurch, dass er eben auch so viele Menschen völlig außerhalb des eigentlich vertretbaren Diskussionskosmoses irgendwie zu Wort hat kommen lassen. Menschen, die wirklich menschenverachtende Rassentheorien dort verbreitet haben und so weiter. das jetzt gerade eigentlich dazu nutzt, um sich in so eine Richtung zu profilieren. Also wenn er halt irgendwelchen russlandnahen Medien irgendwie auf Ex groß laut gratuliert. dann passiert das alles sicherlich auch aus dem Gedanken heraus, dass er damit bei einem Publikum Applaus bekommt, der es ihm am Ende auch die Klicks beschert. unterstelle ich ihm. Gleichzeitig passiert hier jetzt gerade aber genau das, dass man sich sozusagen, dass sich das Establishment gegen ihn verschwört in seiner Wahrnehmung und er deswegen als der Outlaw jetzt richtig laut werden kann und dann aber noch mehr Beifall von den Leuten bekommt, die auch außerhalb des Establishment stehen, auch bewusst. Und damit passiert eigentlich genau das, was man dann, das nicht hilfreich ist, fürchte ich.

51:29 Jannis Schakarian

Ja, das glaube ich in dem Fall tatsächlich auch. Und gleichzeitig wünsche ich mir so eine Art Pressekodex fürs Internet sozusagen. Also zu sagen, es muss doch irgendwie ein Recht auf Gegendarstellung geben oder irgendwas, was dem entgegenwirkt, dass man sagt, nein, hier kann eben nicht jeder Desinformation sei es also vor allem absichtlich und das würde ich Herrn Höckemey unterstellen verbreiten.

52:03 Gavin Karlmeier

Absolut. Ist aber auch unter dem Gesichtspunkt ein interessantes Verfahren, weil das relativ vergleichlos, vorbildlos ist an der Stelle, weil das hier eben nicht wie ein journalistisches Medium ist, wie News sich zum Beispiel selber ja platzieren möchte, auch Das kann man sicherlich sehr gut diskutieren und hat auch viele Argumente dagegen. Aber News geht zum Beispiel deswegen gegen die Medienanstalt hier aber in Berlin-Brandenburg tatsächlich auch gerichtlich vor, da wird es Ende des Jahres einen Prozess zu geben. Das würde aber auch bedeuten, wenn es hier keinerlei Einspruch gibt und das so hingenommen wird, dass das viele Veränderungen mit sich bringen könnte. Weil es auch bedeutet, dass ich dafür verantwortant, nein, Thorsten, dass Thorsten Wick dafür verantwortlich ist, was du jetzt gerade hier sagst, Janis.

52:45 Jannis Schakarian

Ja, davon gehe ich aus, deswegen erzähle ich hier auch so frei von der Leber weg. Also schöne Grüße an Thorsten.

52:53 Gavin Karlmeier

So, und ich glaube, viel mehr habe ich heute gar nicht mehr, weil es so warm ist. Ich hab aber eine für dich, warte. Funktionen und Emotionen. Und das geht relativ schnell heute. Ich habe zwei. Das eine ist Threats Ich kann nicht mitreden, ich bin nach wie vor gesperrt, aber Threads arbeitet an einer sogenannten Buddy-List. Dort soll es also so eine Art enge FreundInnen für Threads geben.

53:21 Jannis Schakarian

Ich habe das gelesen und dachte mir, nicht ihr Ernst. Es ist wirklich, Meta baut auf jeder Plattform immer wieder dieselbe Plattform nach. Warum heißt es jetzt hier? Buddy List und nicht Close Friends. Wann kommen Stories auf Threads? Die bauen einfach nach und wahrscheinlich kann ich demnächst auch noch Notes auf Threads schreiben. Also sie bauen einfach. Stimmt, du hast recht. Sie bauen einfach immer, den fällt nichts ein. Sie bauen immer die gleichen Features in alle ihre Plattformen ein, sodass du hinterher es vollkommen wurscht ist und du immer alles überall posten musst und kein einziges Netzwerk hat mehr irgendeinen Mehrwert. Aber wir nennen es diesmal Buddy List und nicht Close Friends.

54:05 Gavin Karlmeier

Ich finde den Namen so, der ist so maximal schlimm, weil ja auch Buddy. Aber passt so ein bisschen zu Zuckerberg, ehrlicherweise, aber der hat so eine Konnotation. Ja, weiß ich nicht. Der macht mir nicht so, das finde ich schäppig. Gut, dass ich da gesperrt bin. Das war Satire, falls das hier die Anwälte von Meta hat. Ich werde gerne wieder. Ich bin gar nicht mehr. Ich bin darauf angegangen. So, und dann Apropos Budylist, kommen wir zu LinkedIn. Bei LinkedIn wird es eine neue Metrik geben, bei der du sie, oder gibt es schon, wird schon ausgerollt, bei der es die Möglichkeit gibt, dass du siehst, wie viele deiner Impressionen außerhalb deines Netzwerks generiert worden und da habe ich richtig viele Gefühle zu.

54:47 Jannis Schakarian

Da bin ich gespannt, weil ich bin ehrlicherweise erstaunt, wie wenig Metriken LinkedIn bislang hat oder ich habe mich noch nativ genug reingegraben, aber dafür, welche Relevanz die Plattform Plattform in meinem Gefühl, also LinkedIn fühlt sich immer noch so an wie, weiß ich nicht, Facebook 2017 oder so, so ein bisschen. Also was hier und und Also stößt genau in diese Lücke und dafür haben sie immer noch erstaunlich wenig Metriken gehabt, beziehungsweise du bekamst dann immer so Notifications, du hast Mal 1000 Impressions erzielt und dann beim nächsten Post wieder nur 100 und du wusstest immer nie, warum und woher kam die eigentlich Das ist mein Gefühl dazu.

55:27 Gavin Karlmeier

Und ey, das finde ich super krass. Ich habe letzte Woche, ich habe das ja erzählt, dass ich diese Handlungsempfehlung einmal so zusammengefasst und eingeordnet habe in so einem Text. Und den habe ich einfach bei LinkedIn nicht als Link gepostet, sondern als Artikel. Und das hat nahezu niemand gesehen, während ich aber schon andere Texte dort veröffentlicht habe, die einfach so 400, 500 Likes bekommen haben. Und dieses Auswahlkriterium, wonach der Algorithmus bei LinkedIn auswählt. Ist für mich überhaupt nicht nachvollziehbar. Und um da noch einen draufzulegen, ich berate ja häufiger Unternehmen in ihrer Social Media Arbeit. Und dann gucke ich mir auch so an, hey, was macht ihr so? Und hey, guck mir so die Accounts an und so. Und stelle dann fest, wow, also die Seiten, die Unternehmen auf LinkedIn betreiben. Also, da kannst du ja jeder Person einzelne SMS schreiben, die das sieht. Weil die Reichweite, die solche Seiten auf LinkedIn erzielen, halt so im Mikrobereich sind, verglichen mit dem, was man als privater Account dort leisten kann, dass ich mich so ein bisschen frage, warum LinkedIn das ist nicht stärkt, weil das ja am Ende zur Konsequenz hätte, dass Unternehmen noch mehr Energie in die Plattform stecken würden und damit die Inhalte auf der Plattform besser würden.

56:32 Jannis Schakarian

Wo, also das Gegenargument wäre, dass genau das ja zum Downfall von Facebook sozusagen geführt hat auf Mittelfrist sozusagen, dass ich eben irgendwann das Gefühl habe. Ich brauche hier gar keine privaten Updates mehr posten, weil Buzzfeed hat eine ganze Redaktion, die nur darauf ausgerichtet ist, für Facebook optimierte Inhalte zu posten. Da brauche ich jetzt mit meinem Essensfoto nicht gegen Anschau. stinken. Also das ist natürlich, das wäre so ein bisschen der Pfad, der dahinter steckt, wenn man sagt, hey, stärk doch die Unternehmensinhalte, anstatt zu sagen, nein, wir sind hier alle total professionell connected. Please stärke Unternehmensinhalte.

57:11 Gavin Karlmeier

Nein, du hast natürlich recht. Aber, äh, kleines Gegenargument. LinkedIn ist nicht an dem Punkt, wo Menschen unglaublich viele private Inhalte posten, sondern wo so ein Abziehbild privater Inhalte simuliert wird. Also man müsste, ich glaube. . dass LinkedIn total das Potenzial noch mehr hätte. Es ist jetzt schon wahnsinnig groß, um nicht wegzudenken in manchen Bereichen. Vor allem in unserem in unserer Branche Janes, aber auch in vielen anderen. Aber es hätte ein wahnsinnig großes Potenzial, weil die Vernetzung dort so stark ist. wenn du es schaffst, darüber tatsächlich auch noch professionalisierte Inhalte mit stattfinden zu lassen und nicht professionell wirkende Inhalte wie Chat-GPT-Glaub, wie sie aussehen müssten.

57:53 Jannis Schakarian

Ja, wobei ich hier sehe, dass immer mehr Unternehmen quasi dann eher so eine Art, ja wir haben ja schon lange das Wort des Corporate Influencers oder so. Also dann so interne Netzwerke oder so betreiben, wo man sagt, hey, lass uns mal gegenseitig auch unsere Inhalte pushen, die mit dem Unternehmen zu tun haben. um der mehr Sichtbarkeit zu geben und wir verschicken das aber aus dem eben aus den persönlichen Accounts, eben weil die eigentlichen Unternehmensaccounts so Stimmt. Das passiert viel.

58:25 Gavin Karlmeier

Naja, jetzt auf jeden Fall die Metrik Out of Network Impressions. Und das finde ich deswegen so interessant, weil diese Metrik auf allen anderen Netzwerken so super wichtig geworden ist. Also YouTube belohnt es total, wenn du ZuschauerInnen generierst, die dadurch Sessions erzeugen. Also die auf dein Video von außen aufmerksam werden und damit vielleicht sogar ein Subscriber werden oder ein Abonnent, vielmehr. Instagram Belohnt es bei Videos so stark, wenn du es gut schaffst, ein Video zu generieren, das eben hauptsächlich außerhalb deiner Bubble Publikum generiert und schon heute hat ein Reel in der Regel. 95% Reichweite, vor allem außerhalb deiner Bubble. Heißt also, eigentlich haben wir gerade überall diese Vojuirisierung des Internets und das wird jetzt offenbar bei LinkedIn noch stärker vorangetrieben, indem es den CreatorInnen auch noch gezeigt wird. Hier guckt Guck mal, damit hast du eigentlich nur dein altes, langweiliges Netzwerk erreicht. Da geht noch viel mehr. Erreich doch mal Leute, die dich noch nicht kennen. Das wird dir damit inzentiviert. Und das finde ich eigentlich interessant.

59:25 Jannis Schakarian

Ja, genau, meine Analyse wäre auch, dass es schon lange so ist, aber sie es jetzt dadurch sichtbar machen, sozusagen, hey, es lohnt sich, wenn du hier. . Gerepostet, geteilt wird. Also interessant wird ja, ob man dadurch wieder ein bisschen bessere Analysen dessen kriegt, was funktioniert und was nicht, beziehungsweise was jeweils einen Einfluss darauf hat. Also immer dieses, sind Kommentare jetzt wichtiger als Repos oder so, ob sich das dann dadurch ein bisschen besser auswerten lässt.

59:54 Gavin Karlmeier

Das bleibt zu hoffen. Bislang sind die LinkedIn Analytics nach meinem Ermessen eigentlich mehr so eine homöopathische Idee von Insights. Vielleicht wird das besser. Und dann haben wir zum Schluss noch eine Maskmeldung. Wir sind ja dazu übergegangen, dass alle Elon-Maskmeldungen, die nicht in unserem Themenkorridor sinnvoll sind, dass wir sie ans Ende stecken. Wenn euch das überhaupt nicht interessiert, danke, dass ihr bisher hinzugehört habt. Wir hören uns wieder am Mittwoch da mit Frederik von Kastell. Wir bleiben also so ein bisschen in der Medienwelt, aber auch ein bisschen, der hat auch immer starke Emotionen zu Social Media. Und er wird vielleicht erzählen, wie unser privates DM-Postfach aussieht, weil da passiert auch viel. Wir haben so eine. Wir haben eine Art Spielart von Videos gefunden, die wir uns immer gegenseitig schicken. Werden wir es auch anhören Aber vorher, bevor wir uns hier auseinandergehen, kleine Meldung zu Elon Musk. Und zwar gibt es Entwicklungen in einem Fall, den wir schon länger beobachtet haben. Du erinnerst dich doch sicher an den America-Pack. Der America PAC, das PAC ist ein Political Action Committee, also eine Art Zusammenschluss von Menschen, die eine politische Stoßrichtung, ein Politiker, eine Partei stärken wollen, aber außerhalb des Parteifinanzierungssystems bestehend. und deswegen viel mehr so verwenden können. Elon Musk hatte da relativ viel Geld reingesteckt, ich glaube es waren so 250 Millionen Dollar, haben wir damals als Zahl hier gehabt. Und hat versprochen, dass allen WählerInnen, ich glaube, 47 Dollar überwiesen werden, wenn sie online an einer Petition mitzeichnen und versprechen, dass sie sich fürs Wählen registriert haben. Und hat unter all diesen Leuten sogar noch eine Million Dollar verlost. So und das erstmal wissen wir, dass die Summen teilweise nicht ausgezahlt wurden, also die es versprechend auch noch Betrug war. Zum anderen gibt es aber jetzt eine Bundesrichterin, die sich diesen Fall annimmt, weil sich durchaus die Frage stellt, ob das hier Wahlbetrug sein könnte. Und hier ist das Zitat, wenn er die Leute lediglich dafür bezahlt hätte, eine Petition zu unterschreiben, wäre das Geldverschwendung. Das ist aber nicht illegal. Das Problem ist, dass nur diejenigen, die an dieser Verlosung teilnehmen dürfen, die als Wähler registriert sind. Und das macht sie illegal. Und deswegen hat diese Bundesrichterin Susan Hightower jetzt in Texas Elon Musk dazu verpflichtet, unter Eid auszusagen. Das heißt, dieser Prozess beginnt jetzt erst, aber offensichtlich wird es ja noch, wird glaube ich noch ein bisschen spicy werden.

01:02:13 Jannis Schakarian

Ja, absolut. Und es, also ich hoffe, dass es nicht unbestraft bleibt, weil sonst könnte Elon das ewig, ewig wiederholen. Das war ja damals schon so eine So eine Trickserei, eben, also das Messaging war quasi klar, zu sagen, ich bezahle euch, wenn ihr Donald Trump wählt. Er hat aber dann gesagt: Achso, das kann ich nicht direkt tun. Deswegen unterschreibt stattdessen hier diese Petition, dass ihr es tun werdet. So was nur so ein Umweg ist, aber die Message war eigentlich klar, und deswegen hoffe ich, dass dagegen vorgegangen wird. Und dass es nicht ausgezahlt war, war ja gleichzeitig so dieses, ob er sich dann hinstellt und sagt, naja, aber ich habe es ja am Ende gar nicht richtig gemacht. Es ist nichts Illegales passiert, Leute. Genau. Ich habe nur gesagt, ich würde zahlen, aber ich habe dann gar nicht wirklich bezahlt. Also, hey, alle trauen es mir zu, dass ich mal eben eine Million raushaue. Ihr seid ja verrückt.

01:03:14 Gavin Karlmeier

Aber was interessant ist, ist, dass das hier eigentlich so eine Konsequenz ist. Fuck around and find out mäßig. Weil es gab mehrere Klagen gegen den America-Pack und Elon Musk. Und die Klägerinnen Joy Harvick und Jacqueline McAffarty haben beide schon Klage eingereicht und haben versucht, irgendwie Elon Musk dafür zur Verantwortung zu ziehen. Und das wurde dann in verschiedenen Bundesstaaten verhandelt, zum Beispiel auch in Philadelphia. Ein Bezirksstaatsanwalt hatte das hier schon als Klage eingereicht auch. Elon Musk Hat gesagt, das sind keine illegalen Lotterien und keine Werbegeschenke und hat deswegen die Verlegung an ein Bundesgericht selber beantragt. Und dieses Bundesgericht hat ihn eben jetzt gezwungen, dass er unter Eid aussagen muss. Also tütü! Ja, viel Erfolg.

01:04:01 Jannis Schakarian

Wir schauen mal, was dabei rauskommt.

01:04:02 Gavin Karlmeier

Haken bleibt dran. Janis, danke, dass du heute hier warst. Ich hoffe, es kommst jetzt nicht aus Weihnachten wieder. Das wäre nämlich dann derselbe Rhythmus. Das möchte ich nicht.

01:04:10 Jannis Schakarian

Nein, das schaffen wir vorher nochmal, aber vielleicht warten wir, bis es unter 30 Grad hat.

01:04:16 Gavin Karlmeier

Okay. Der erste Tag unter 30 Grad wird der Tag, an dem du von mir einen Terminvorschlag bekommst. Sehr schön. Darauf freue ich mich. Ich mich auch. Danke, dass du hier warst, lieber Janis. Danke euch allen, dass ihr bis hierhin zugehört habt. Ihr könnt diese Folge wunderbar nachdiskutieren im Discord auf www. hakenland. org oder auf Campfire oder in den Kommentaren, irgendwo, wo ihr das hier hört. Und habt einen wundervollen Wochenstart. Es wird, glaube ich, ein bisschen kühler für euch. Trotzdem trinkt ihr noch Wasser, passt auf euch auf und wir hören uns wieder am Mittwoch mit Frederik von Kastell. Danke und tschüss. Tschüss.