Haken dran first, Innovation second! Die erste Hälfte von 2026 ist geschafft – wir wollen also drei Thesen suchen, die dieses Jahr beschreiben. Und wie immer, wenn ich “drei” sage, meine ich, “keine Ahnung, ob ich mich noch an die Auflistung erinnere”.
Gleichzeitig ist der 1.7. ein spannender Tag für die Frage nach einer Digitalsteuer. Aber wir haben auch spannende andere Fragen: Was ist Journalismus? Wieso beauftragt Meta mehrere hundert Menschen damit, andere KI-Chatbots als scheinbare Kinder auszutricksen? Und wer entwickelt die europäische Kola?
➡️ Lisa Kräher bei Übermedien über Dieter Nuhr (€): https://uebermedien.de/?code=eDZGc3dyNmxQaG9PVU1wTnhXaWI1Zz09&state=
Kapitelmarken
KI-unterstützt:
- Hallo Frederik!
- Bertelsmann-Studie: Social-Media-Einfluss bewusst, aber unentbehrlich
- EU fördert europäische Social-Media-Alternativen
- Reuters Digital News Report: Vertrauen in Nachrichten stabil
- Presserat rebooten & Postbank Digitalstudie: Weniger Internetzeit?
- Metas Digitalsteuer-Aufschlag in Europa
- Metas "Projekt Cannes": Chatbots als Minderjährige testen
- Jugendschutz auf Social Media
- Dieter Nuhr vs. Meinungsfreiheit
- Funktionen und Emotionen
Transkript
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00:01 Intro
Haken dran, das Social Media Update der CT.
00:06 Gavin Karlmeier
Hallo Frederik Hallo Gavin. Bei mir ist heute Frederik von Kastell, der Chefredakteur des Medienmagazins und damit auch der Herr der JournalistInnen des Jahres im Grunde. Und ich freue mich, dass du hier bist.
00:18 Frederik von Castell
Ich freue mich auch mal wieder hier zu sein.
00:20 Gavin Karlmeier
Ich s ähm wir sind, man muss das dazu sein, beide müde, weil wir ungeplanterweise weniger Schlaf bekommen haben, als geplant war, weil ein Elfmeterschießen mit Nacht stattgefunden hat. Das kann ich so festhalten, ne?
00:33 Frederik von Castell
Entschuldigung, du hast mich gerade fast aus dem Schlaf geholt. Ja, ja, ist tatsächlich so. Das hat den ganzen Tag nachgewirkt.
00:41 Gavin Karlmeier
Tja, aber ich glaube, wir hatten immer noch einen besseren Tag als Julia Nagelsmann und deswegen ist es auch, glaube ich, okay.
00:47 Frederik von Castell
Weiß ich gar nicht, ob denen das so sehr bekümmert und gestört hat. Den kann ich jetzt nicht so ganz direkt.
00:52 Gavin Karlmeier
Also wir sind wirklich der letzte Podcast, der über Fußball reden sollte. Also zum Ich zumindest. Aber ich glaube, das nervt einen schon.
00:59 Frederik von Castell
Mich nervt einfach, dass ich allen erzählt habe, diese WM geht genau bis zum Achtelfinale, dann kommt Frankreich und dann war es das mit der Mannschaft und mit der Einstellung kommst du da nicht weiter. Jetzt ist es nicht mal bis zu dem Zeitpunkt gekommen. Aber deswegen freue ich mich eigentlich darüber, dass es im Elfmeterschießen gestern dann zu Ende ging, weil dann hast du nicht die Ausrede, gegen den späteren Weltmeister ausgeschieden zu sein. Abwarten. Auch wieder mal. Alles vorstellbar.
01:26 Gavin Karlmeier
Es ist der 1. Juli, das heißt, die Hälfte des Jahres ist jetzt drum. Und es gibt so ein paar CSO-Momente, über die wir sprechen müssen. Für mich steht das Ja so ein bisschen, wenn ich das jetzt schon charakterisieren müsste, unter so drei Motten. Das erste Motten. Motti und ein Mottoe. Eins davon ist unser Instagram-DM-Chat. Von uns beiden. Ich habe angekündigt, dass wir kurz darüber sprechen müssen, weil wir beide haben, teilen eine gemeinsame For You-Page, eine Begeisterung für Instagram-Videos, die unter zehn Likes haben.
02:05 Frederik von Castell
Nichts daran war richtig, was du gerade gesagt hast. Wir teilen diese Begeisterung nicht. Du terrorisierst mich mit dieser Begeisterung. Du hast meinen. Sowieso schon komplett verhauenen, kaputten, eigentlich nur von Korgis und irgendwelchen 80er Jahre Fußballvideos geprägten Algorithmus bei Instagram, bereichert um diesen Content, mit dem du mich irgendwann mal zugeschüttet hast. Und ich konnte das nicht auf mir sitzen lassen und du hast sogar noch, und das werde ich dir auf ewig übel nehmen, du hast sogar noch am Ende meine halbe. Familie und Freunde und Bekanntes Bekanntengruppe da irgendwie mit reingezogen. Wenn ich irgendwann so So beifangen hatte, dann waren so Videos dabei, die ich total bescheuert fand und dir schicken wollte, die aber dann auch wieder zu irgendjemand anderem gepasst haben und deswegen habe ich mich super unbeliebt gemacht.
02:54 Gavin Karlmeier
Kannst du das in einem Satz beschreiben, was für Videos das sind? Boomer Cringe Also Elektrika, Elektrika, die ihr Sommerfest ankündigen, Möbelhäuser, die einen Sale haben und Banken. Bei denen der junge Praktikant, Alter 23, mal alles machen darf, was er möchte auf Instagram. Das ist so die Rubrik. Also, wenn ihr das auch haben wollt, schreibt mir auf Instagram und ihr kommt in meinen Verteiler.
03:24 Frederik von Castell
Ach, so läuft das. Ich bin Zugeschäftsmodell geworden.
03:27 Gavin Karlmeier
Noch ein Inabel, ich nehme kein Geld. Ich nehme kein Geld. Schreib.
03:31 Frederik von Castell
Dann weißt du ja, bei wem du dich melden kannst. Weil ich habe nämlich, ich habe für dich Werbung gemacht, ich habe an dich geglaubt, bevor du selber wusstest, dass du das machen willst.
03:39 Gavin Karlmeier
Das stimmt.
03:39 Frederik von Castell
Ja, ich habe das bei Bluescare und so rumerzählt, dass du sowas machst.
03:43 Gavin Karlmeier
Achso, ich dachte, du wolltest jetzt sagen, weil ich bei dir eine Kolumne schreiben durfte.
03:48 Frederik von Castell
Achso, ja, stimmt auch. Aber nee, nee, ich meinte hier, bei Bluesguy und so habe ich drum erzählt, dass man bei dir seine DMs und sein Algo zerstören kann.
03:56 Gavin Karlmeier
Und das passt so ein bisschen zu unserer ersten, wo ich versuche heute noch die anderen beiden Motten zusammenzubringen, dass wir drei Mottos haben, die das Jahr sozusagen umreißt. Aber das passt so ein bisschen zu dieser Geschichte, weil. Es ist übrigens kein Motto zu sagen, es passt zu unserem DM-Verlauf, aber egal. Und zwar gibt es eine neue Studie der Battlesmann-Stiftung. Und die Bertelsmann Stiftung überschreibt diese Studie mit dem Satz, die Mehrheit der Deutschen sieht politischen Einfluss der Social Media Kanäle, will aber nicht auf auf sie verzichten. Also was wurde da genau herausgefunden? 77 Prozent der Befragten in Deutschland sieht soziale Netzwerke als Instrument politischer Einflussnahme. 71 Prozent von ihnen sehen ihren Einfluss, also den der sozialen Netzwerke, auf die öffentliche Meinung als kritisch, haben Sorgen, 62 Prozent haben Sorgen. Dass internationale Konzerne eine große Dominanz haben und dass sie es kritisch sehen, dass die wichtigsten digitalen Plattformen in chinesischer oder US-amerikanischer Hand sind. Das heißt, die Mehrheit der Deutschen Hat ein Bewusstsein für diese Themen, über die wir hier in diesem Podcast sprechen. Ich finde, mich überrascht das schon ein bisschen, weil ich so das Gefühl habe, man nimmt das so hin, aber man hat das nicht so permanent präsent.
05:12 Frederik von Castell
Aber ist es vielleicht auch ein bisschen wie beim Rauchen? Hm.
05:16 Gavin Karlmeier
Möglicherweise.
05:17 Frederik von Castell
Also, wir wissen ja über viele Dinge, dass sie schädlich für uns sind. Also Rauchen, Alkohol, was weiß ich. zu viel Kaffee, zu wenig Kaffee, zu viel Rotwein, zu wenig Rotwein, was weiß ich. Aber stört es uns dann beim Konsum?
05:31 Gavin Karlmeier
Ich glaube ja. Ich glaube übrigens zu viel Kaffee ist gar nicht schädlich. Ich bin kein Arzt Aber das interessante ist nämlich, dass diese Studie da sozusagen zu dem, was ich gerade dargestellt habe, noch ein kleines Aber mitliefert. Denn nur Oder 73% der Befragten sagen, sie hätten sich mit den Risiken digitaler Plattformen arrangiert. Nur 18% der Befragten können sich vorstellen, soziale Medien aufzugeben. Bedeutet also, die meisten Leute wissen, ey, das ist. Scheiße für uns als Demokratie, für uns als Gesellschaft. Das ist ein Problem für die öffentliche Meinung. Gleichzeitig wollen sie es aber auch nicht dran geben. 78 Prozent der Befragten wünschen sich aber ein entschlosseneres Vorgehen von Deutschland und der Europäischen Union gegenüber größeren Plattformkonzernen. Heißt also, man denkt sich so, ja, es wäre ganz gut, wenn jemand anders mal was machen würde. Ich benutze es aber trotzdem ärgerlich.
06:25 Frederik von Castell
Dann möchte ich aber meinen Vergleich komplett abändern und möchte auf das Verbrennerauto gehen.
06:31 Gavin Karlmeier
Darubst du?
06:33 Frederik von Castell
Ja, na klar. Ich weiß, dass das umweltschädend ist, ich weiß, dass das nicht gesund ist, ich weiß, dass das unsinnig ist. Aber im Moment kann ich mir nichts anderes leisten, sollen die da oben mal regeln, dann steige ich auch um. Das ist meine persönliche Lebenshaltung sogar, da kann ich jetzt noch nicht mal andere irgendwie auf andere zeigen
06:51 Gavin Karlmeier
Ich sehe einen Unterschied, weil beim Verbrennerauto habe ich das Gefühl, dass es für viele Leute auch trotzdem Teil der Identitätsbildung ist und dass es viele Leute gibt, die sich bewusst dafür entscheiden.
07:06 Frederik von Castell
Ja, ja, die gibt's schon, die Facebook Harris und so und die um und die Poschards und die die ganzen Porsche Schnüffler da, aber das ist doch, ich glaube doch, im, gut, wir müssen jetzt nicht das Beispiel ausstrapazieren. Gehen wir einfach nochmal zurück auf das. Dass wir uns mit Dingen, von denen wir wissen, dass sie potenziell besser gehen könnten oder dass sie sogar schädlich für uns sind, dass wir uns mit denen anfreunden, weil wir irgendeine Form der Abhängigkeit von denen entweder verspüren oder sie real existiert Weil wir sie zum Beispiel beruflich brauchen, weil wir sie für unsere sozialen, tatsächlich sozialen Kontakte brauchen, weil wir uns dort irgendwie, keine Ahnung, ist nicht alles, was dort passiert, ist gleichzeitig negativ für uns, wenn wir auch positive Empfindungen dort haben. Dass man sich in so einer Abhängigkeit dort begibt und dann trotzdem weiß, dass das nicht gesund ist, das passiert uns doch mit so vielen Dingen im Leben. Also mich wundert das gar nicht. Ich finde das Da bin ich jetzt nicht mal überrascht im Sinne von, oh, endlich irgendwie Medienbildung kommt irgendwie ins breite Volk. Ich glaube so, dieses dumpfe Gefühl von ich mache was, was mich gut für mich ist, das haben viele Leute.
08:08 Gavin Karlmeier
Ja, nee, das verstehe ich, aber es ist ja hier mehr als das. Es ist ja nicht nur, oh, ich habe jetzt hier vier Stunden TikTok geguckt, das war wie eine Tiefgepizza und ich habe mich gar nicht richtig ernährt, sondern sie erkennen ja sogar eine Bedrohung für das Miteinander. Das ist ja noch weitaus mehr, finde ich. Eine Veränderung der Gesellschaft würden sich wünschen, dass ich irgendjemand mal darum kümmern würde. In welcher Form auch immer, weil selber reduzieren wollen sie das ja nicht. Und ich finde, das beschreibt aber diesen Konflikt, diesen Zwist, den viele von uns in sich tragen, ganz gut, weil Naja, wir haben gerade darüber gesprochen, dass ich dir viele lustige Videos auf Instagram schicke. Gleichzeitig reden wir jetzt gleich darüber, was Meta alles für Dinge tut, bei denen man sagen muss Warum nutzen wir das alles noch? Also wir haben diesen Konflikt ja in uns selber auch. Und ehrlicherweise, und da schließe ich mich dann den 78% an einem Punkt auf jeden Fall an, eigentlich in jedem, aber. Ehrlicherweise wäre das ein klarer Auftrag an die Gesellschaft in Europa zu sagen, wir brauchen eine europäische Alternativlösung. die sich nicht einerseits auf so eine Verliebtheit von veralteten Konzepten stürzt, weil die meisten Netzwerke, die wir im dezentralen sehen, alternativ sehen, aber auch die, die wirtschaftlich orientiert arbeiten und alternative Plattformen anbieten, Versuchen eher Twitter zu kopieren, das sind alles Kurznachrichtendienste. Gleichzeitig gäbe es offenbar ein Riesenpotenzial, wenn es das europäische TikTok gäbe, zum Beispiel. Glaube ich.
09:31 Frederik von Castell
Wir kommen irgendwie jedes Mal, wenn ich hier bin, an den Punkt, dass wir sagen, wo ist die europäische Lösung? Ich glaube, wenn wir uns in zehn Jahren an der Stelle treffen.
09:40 Gavin Karlmeier
Und das immer noch sagen.
09:42 Frederik von Castell
Passiert das gleiche für das Palsoria, was ist so?
09:45 Gavin Karlmeier
Die EU macht aber was. Die EU hat jetzt ein Pilotprojekt Ausgeschrieben und zwar bietet sie 1,5 Millionen Euro Projektkapital für eine Konzeption und Entwicklung neuer europäischer Social Media Plattformen mit Fokus auf Benutzersicherheit, psychische Gesundheit, Datenschutz und Benutzerfreundlichkeit. Und da sind wir wieder bei deiner Analyse von TikTok Pro damals, wo man sagt, ja gut, also wenn du ein Netzwerk anbietest, das auf alle diese vier Aspekte Wert legt, dann ist es wahrscheinlich keine Alternative. Also es ist wie wenn du sagst, hey, wir haben eine europäische Alternative zu Coca-Cola. Es ist Tomatensaft. Und dann denken wir sich so. Ja, I don't know. Also vielleicht erstmal eine zuckerhaltige, koffeinhaltige Limonade aus Deutschland. Why not? Aber trotzdem, ich finde es erstmal gut, dass die EU so eine Ausschreibung macht und dafür ein bisschen Geld auch fördert und sagt, hier Leute, macht mal. An uns soll es nicht dienen.
10:39 Frederik von Castell
Was sollen wir denn mit den 1,5 Millionen anstellen? Also da ist aber jetzt keine Entwicklungskosten oder sowas mit drin, oder?
10:45 Gavin Karlmeier
Also ich gehe eher davon aus, dass es Entwicklungskosten sind, als dass es Personalkosten sind. Also ich gehe davon aus, dass das so eine Art Projektförderung ist. Du kannst da pitchen. Ähm, könnt ihr euch ja mal alle Gedanken machen, da mitspielen. Ich finde, das ist erstmal eine gute Idee. Youth-driven Social Media Design, safe, inclusive and publicly owned social media. So heißt es.
11:06 Frederik von Castell
Du bist auch Freiberufler und kennt sich mit dem Thema aus.
11:09 Gavin Karlmeier
Ja, ich bin dann befangen, ich darf dann da nicht drüber berichten und dann wird das nicht funktionieren.
11:13 Frederik von Castell
Achso, aber wer wird. Haken dran hat Vorrang.
11:18 Gavin Karlmeier
Haken dann first. Innovation second. Also es gibt halt Überlegungen. Ich habe noch ein bisschen Studien. Ich schmeiß mich hier mit so ein paar Zahlen um mich. Ich hoffe, das ist okay für dich. Und zwar. Eine Studie, die liegt dir schon seit zweieinhalb Wochen, die kommt aus dem Reuters Digital News Report. Das ist aber wahrscheinlich ein Thema, in dem du wahrscheinlich sowieso unterwegs bist, oder? Oder erwische ich dich da auf dem kalten. Falschen Fuß.
11:43 Frederik von Castell
Kommt jetzt auf die Zahl an.
11:45 Gavin Karlmeier
Also 46% der erwachsenen InternetnutzerInnen gaben an, dem Großteil der Nachrichten weiterhin meist vertrauen zu können. Das ist Nicht mal die Hälfte. So, das ist aber derselbe Wert wie 2025, das heißt, der ist jetzt nicht eingestürzt. Es gibt immer noch ein Vertrauen in die Nachrichten in etwas weniger als der Hälfte der Leute. Er liegt etwas sogar über den Werten von 23 und 24. Das heißt, wir sind da eigentlich eher auf dem positiven Wert. Gleichzeitig sagt der Reuters News Report, dass eben Social Media als Nachinquelle an Bedeutung gewinnt. 36% der erwachsenen InternetnutzerInnen kommen in einer gewöhnlichen Woche über soziale Medien in Kontakt. Bei den 18- bis 24-Jährigen sogar 60 Prozent. Auch nicht so überraschend, vermutlich.
12:31 Frederik von Castell
Ja, also ehrlich gesagt, das ist einfach der Trend, der sich halt die letzten Jahre sofort schreibt. Das ist manches deutlich langsamer fortgeschrieben. Als das, was vielleicht vor fünf Jahren irgendwie in großen Panikreaktionen vermutet wurde. Aber es ist stabil und das ist auch das, was wir alle in den Redaktionen ja Wissen spüren. Wo auch zum Glück mittlerweile auch, also jetzt rede ich von Medienhäusern im Speziellen, zum Glück ja auch in vielen Häusern die Tendenzen in die richtige Richtung gehen. Und gleichzeitig zerrt natürlich irgendwie der Mechanismus, gerade in den sozialen Netzwerken, zerrt natürlich irgendwie an den Geschäftsmodellen so sehr, weil andere da einfach viel einfacher angepasst sind. Also die sich nicht an journalistische Spielregeln halten, die nicht irgendwie mediale Prozesse quasi durchlaufen, wie es halt eben ein Medium tut, das journalistisch arbeitet. So, die rennen natürlich vorneweg und streichen da dann das bisschen Geld ein, was einzustreichen ist.
13:25 Gavin Karlmeier
Aber weißt du, was für mich diese Zahl eigentlich vor allem mitbringt, weil du hast bestimmt in vielen Teilen recht, gleichzeitig ist meine Beobachtung aber, dass seit so einer gewissen Zeit. Vor allem in Medienhäusern, aber ich glaube auch so generell öffentlichkeitswirksam tätige Menschen, publizistisch tätige Menschen, seit einer gewissen Zeit wie so ein aufgescheuchtes Hühnchen eigentlich durch die Gegend rennen und das Gefühl haben. Es ist alles schlimm, alles ist vorbei, die Demokratie ist am Ende. Und das sagen diese Zahlen ja aber eigentlich nicht. Wenn das Vertrauen in die Nachrichten eher steigt, spricht das ja nicht dafür, dass diese Dass wir eigentlich an einem Punkt sind, an dem alles immer schlimmer wird, an dem eigentlich wir berichten können, was wir wollen. Wir erreichen eh niemanden mehr und so. Also, vielleicht ist das so ein bisschen die positive Botschaft, die man da rausziehen kann. Dass diese Narrative, von der wir uns alle und wir beide mit Sicherheit auch, sehr häufig so verleiten lassen, an eine Dystopie, die bereits hier angekommen ist, zu glauben, dass es damit vielleicht gar nicht so weit her ist.
14:23 Frederik von Castell
Naja, ich glaube schon, dass es dann, dass man da jetzt nicht den Fehler machen darf, so ein bisschen die nicht die Kausalität, aber die Korrelationen außer Acht zu lassen, die trotzdem ja in der Realität passieren. Das eine sind die Wahlumfragen, die wir alle in allen Redaktionen Die irgendwie Hwix journalistisch seriös arbeiten natürlich auch ernst nehmen, aber nicht zu ernst nehmen, aber dann halt eben doch die Tendenzen in den letzten Monaten und Jahren beobachten. Und das andere ist, dass Egal wie das Medienvertrauen aussieht, die Zahlungsbereitschaft für Journalismus und das, was Journalismus inzwischen kostet, damit das sich selbst finanziert, das ist halt nochmal die andere Geschichte. Das heißt, Wenn dir da die Geschäftsmodelle auf der einen Seite wegbrechen, auf der anderen Seite das Gefühl, dass diese Demokratie kommt, ins Wanken, dann ist vielleicht der Schluss der Vor zehn Jahren vielleicht sogar noch zutreffender war als jetzt, dass auch gleichzeitig das Medienvertrau deutlich runtergeht, ja, dass da so eine Strömung ist, die an dir knabbert. als das Wort Lügenpresse irgendwie noch sehr groß aufgeblasen wurde, teilweise sogar vom Boulevard dann mit aufgegriffen wurde, was auch ein Riesenfehler war Aber dass da dieser Zusammenhang, dass der in den Redaktionen sich irgendwie festgesetzt hat, dass der irgendwie im Mindset so ein bisschen hängen geblieben ist, ja. Aber das ist einfach, in Wahrheit ist es auch nur ein vereinfachter Gedanke, der aber trotzdem im Grunde die zwei Kernprobleme mit beschreibt. Also es ist gar nicht wichtig, ob es eine Kausalität gibt oder ob die beiden Dinge einfach parallel Passieren und sich aber nur nicht mehr in dem Vertrauen ausdrücken. Und das andere, was ich ganz lustig finde, ist, teilweise muss man bei den Befragungen, auch wirklich beim Reuters-Report ist das jetzt nicht ganz so der Fall, aber man muss teilweise auch wirklich hinschauen, wie werden eigentlich mittlerweile diese Vertrauenswerte auch erfasst. Auf wen sind sie bezogen? Denn ganz interessant ist halt dann, wenn eben nicht klassisch arbeitende oder redaktionell arbeitende Menschen mit ihren Produkten dort auch auftauchen. Also wenn dort eben die Singulären Podcaster, wenn dort die Newsfluencer, wenn die dann eben in der Grundgesamtheit mit erfasst sind von dem, was Menschen als Medien, als Journalismus interpretieren, also Dann ist das ein Beifang im Vertrauen, aber nicht unbedingt im Vertrauen in Journalismus.
16:30 Gavin Karlmeier
Wie ist denn so deine generelle Einschätzung? Weil ich mich gestern Abend mich mit einem Freund darüber unterhalten und ich merke, dass das so ein generell gerade zum Thema wird. Wir haben ja in der letzten Episode auch schon darüber gesprochen, dass die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen einen Brief an Ben Bernd, Ben Ungeskriptet geschickt hat wegen des Björn Höcke-Interviews und ihm sagt, naja, also das hier ist ein gewerblich betriebenes publizistisches Angebot, das erreicht eine gewisse Anzahl von Personen. Wir müssen davon ausgehen, dass es journalistisch redaktionell ist, egal wie du das selber framst, lieber Ben Bernd. Und damit bist du auch in der Verantwortung Falschaussagen deiner Gäste einzuordnen oder sogar einzelne Elemente sollten sie gegen Gesetze verstoßen eben rausschneiden. Gleichzeitig erleben wir aber, dass gerade so eine Wendung passiert in der Medienwelt. dass die Medienangebote immer mehr verschwinden hinter denen, die sie eigentlich machen. Also wenn ich mir anschaue, wie sich ein Wie sich Ronsheimer im Springer Verlag positioniert hat und selber eigentlich gefühlt, wie eine Marke funktioniert zwischen Bild und Welt und Politik. Wenn du dir anschaust, dass der Machtwechsel-Podcast von Robin Alexander und Dagmar Rosenfeld sich quasi gelöst haben aus diesen publizistischen Häusern und sie sich selber unabhängig. . in diese Welt schmeißen. Wenn du dir anschaust, dass in den USA wir da schon zwei Schritte weiter sind und alle Medien, viele JournalistInnen einfach nur noch ein Substack-Angebot als Geschäftsmodell empfinden. Sind wir nicht eigentlich längst an diesem Punkt, wo wir sagen müssen, das Vertrauen in die Medien muss auch einzelne Publizistinnen berücksichtigen? Also kann man das noch so trennen?
18:07 Frederik von Castell
Ich finde das ein totales Dilemma und zwar genau wegen der Beispiele, die du jetzt aufgemacht hast. Wenn Melanie Amann sich dann eben auch zu Ben Bernd setzt, um dann da mit ihren eigenen Podcast, der dann auch so eine. One-on-one-Show irgendwie werden soll oder jetzt geworden ist, zu promoten und dann quasi das journalistische Gegengewicht versucht zu sein zu so einem Podcast. Aber letztendlich sich der gleichen Mittel, der gleichen Mechanismen bedient, relativ wenig, auch im eigenen Vortrag genau mit ihm im Interview, relativ wenig da entgegenzusetzen hat. Dann muss ich erstmal sagen, okay, dann ist jetzt entweder das eine passiert, nämlich man muss das eine Produkt, das man vorher als nicht journalistisch anerkannt hat, als journalistisch anerkennen, wenn im Journalismus alle solche Produkte machen. Oder man muss sagen, die anderen entwickeln gerade Produkte, die aus dem Journalismus rausführen. Machtwechsel würde ich da absolut rausnehmen. Also, das würde ich in diesen Vergleichsebenen null und niemals mit reinnehmen. Das ist ein sensationell gut gemachter Tief recherchierter Podcast, also es ist ein Podcast, in dem das sind nicht immer die Storys drin, die mich persönlich interessieren, aber das ist unfassbar gut im Hauptstadtjournalismus vernetzt, im politischen Berlin vernetzt. Das ist ein klassisches journalistisches Produkt, bei dem zwei Sehr erfahrene, sehr gute JournalistInnen miteinander reden, austauschen, ihre Recherchen im Grunde vorantreiben im Erzähltengespräch. Wenn ich jetzt aber dieses, ich sag jetzt mal, dieses Unreflektierte oder auch ungeskriptete, ich lasse den anderen sprechen, hernehme, dann fehlt mir da tatsächlich jetzt erstmal aus der reinen handwerklichen Lehre jede Form von Journalismus. Das ist dann ein Einladen, das ist ein Bühne geben, das ist etwas, was vielleicht im Unterhaltungsbereich irgendwie seine Relevanz hat, aber für mich keine journalistische Form ist. Dazu gehört für mich immer ein Fragesteller, der versucht, den anderen, also dass das Minimum an Journalismus, an Anforderungen ist, jemand, der Fragen stellt und nicht nur Stichworte gibt. Das ist so das Minimum. Wenn das nicht stattfindet, haben wir keinen Journalismus. Das ist bei ihm also eigentlich nicht gegeben. So, deswegen erstmal. Jetzt ist aber die Frage: Macht dich das Konzept, wenn du das Konzept auch so transparent machst, wie er es macht? Wenn das auch ein Ziel haben soll, also wenn seine Methodik, wie er sie beschreibt, dafür sorgen soll, dass die Leute mehr preisgeben, indem er weniger fragt, indem er weniger kritisch ist. Wenn das dein Konzept ist, dann hat das einen journalistischen Ansatz. Dann muss er sich an dem tatsächlich messen lassen. Wenn er nämlich möchte, dass die Leute Dinge in Erfahrung bringen oder dass die Leute Dinge bei ihm erzählen, die sonst nirgendwo erzählen, Dann steht er in der journalistischen Verantwortung, diese Dinge auch im Zweifelsfall einzuordnen, erst recht, wenn er einen Faschisten dort sitzen hat, der dann halt eben Dinge aus seinem Leben erzählt, die versuchen. andere zu beeinflussen, die versuchen, irgendwie seine eigene Vita zu schönen und ähnliches. So, dann ist er, dann ist er meiner Ansicht nach an dem Punkt dort angekommen, dass er eine journalistische Funktion erfüllt. Und ich sehe die nicht, so wie es viele andere begründen In der Reichweite über immer Volk. Also, sonst mussten wir jetzt irgendwie, keine Ahnung, Bill und Tom Kaulitz ja auch verpflichten. Ihr Angebot als Journalistisches irgendwie sorgsam und sorgfältig aufzubereiten.
21:21 Gavin Karlmeier
Ja, du hast natürlich recht, aber wir sind gestern im Gespräch dann auf so Beispiele gekommen. gekommen wie die YouTuber Pete Smead, die damals auch das Dilemma hatten, dass sie eine Senderlizenz brauchten, weil sie mit ihren Livestreams zu viele Personen erreichten. Oder das Online-Radio, jetzt kommt eine Geschichte von den wirklich Anfangstagen des Internets, Raute Musik, ein Online-Radio. Das vor allem im Quakenet groß geworden ist, aber dann darüber hinaus gewachsen ist. Auch die wurden damals verpflichtet, eine Sendelizenz zu beantragen, weil sie eine zu große Anzahl an Personen erreicht haben. Und mir ist klar Dass das reine Beantragung einer Sendelizenz erstmal ein anderer operativer organisatorischer bürokratischer Akt ist als hier die Frage, wie geht ihr eigentlich mit Einordnung von Inhalten um und ab wann gilt es als journalistisch-redaktionelles Angebot?
22:08 Frederik von Castell
Genau, aber das kann innerhalb einer Sendelizenz genauso ein Behaltungsangebot sein. Kann vollumfänglich sein. Ja, 24-7 Radio mit Musik ist auch noch nie verboten gewesen.
22:16 Gavin Karlmeier
Was ich einfach nur generell anspreche, oder warum ich das so in einen Topf schmeiße, ist die Frage Wenn wir in so einer Welt leben, in der dieses Versprechen, das Social Media ja irgendwann mal gegeben hat, längst für ganz, ganz viele Leute gilt, dass jedes Individuum theoretisch die Möglichkeit hat, zur ganzen Welt zu sprechen. Also wenn ich mich jetzt irgendwie gut anstelle und ein bisschen bemühe und vielleicht wie Christian Wolf 100 TikTok-Videos am Tag mache und meine Reichweite aufbaue. Dann schaffe ich es ja aus mir selber eine Marke zu machen und dann werde ich selber zu einem publizistischen Angebot. Und dann stellt sich die Frage: Ab wann muss denn mir eigentlich mal jemand auf die Finger schauen? Muss das passieren, wenn ich eine Million Leute erreiche? In Abgrenzung zu, wenn ich niemanden erreiche, also wenn ich jetzt irgendwie, keine Ahnung, eines dieser ein tanzender Bankkaufmann bin, der TikTok-Videos macht. Oder ist es die Abgrenzung über die Form des Inhaltes? Also das ist ja das, was du am Ende sagst. Wenn ich dich jetzt hier interviewe, aber niemand hört uns zu, sollte sich das dann überhaupt jemand anschauen müssen?
23:14 Frederik von Castell
Damit überhaupt irgendjemand das gehört und gesehen hat. Sonst wird eine Bewertung schwierig. Ich verstehe, was du meinst. Ich glaube, dass wir hier das typische Problem haben, dass wir bei vielen Strukturen, die generell auch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk unter anderem auch betreffen. Wir haben oft eine Logik, die aus einer anderen Zeit kommt. Wir müssen die Logik komplett einmal aufbrechen, uns überlegen, wie können wir dafür sorgen, dass Und das ist eher mein Ansatz, wie können wir dafür sorgen, dass journalistische Angebote sich abheben von anderen, indem sie eben eine Form Der Wertschätzung erfahren, die aber gleichzeitig nicht dafür sorgt, da haben wir aus der Geschichte gelernt, dass der Journalismus zu einem elitär abgeschlossenen, geschützten Berufsbegriff wird. Das ist ja nicht so. In Deutschland kann jeder Journalist sein, muss sich dazu keine bestimmte Ausbildung durchlaufen oder sonst irgendetwas tun, er muss halt in irgendeiner Form publizieren. Das kann heute jeder in jeder Form. Heute geht er, trennt eher sogar dahin, dass sich Leute absichtlich Nichtjournalisten nennen, damit sie sich genau eben diesen Regeln nicht unterwerfen müssen oder zumindest irgendwie nicht den Anschein erwecken müssen, sie würden das tun. Also ganz grundsätzlich, ich finde es gut, wenn wir eine Form fängt, in der Journalismus sich Und das müssen, glaube ich, die Medienhäuser, das müssen wir als Redaktion untereinander uns irgendwie überlegen, da müssen wir nicht auf irgendeinen Gesetzgeber warten, uns gegenseitig ein gewisses Vertrauen auch öffentlich widerspiegeln. Es gibt natürlich so Initiativen, so Trusted Flagging, Initiativen, wo man sich als Redaktion bewerben kann. Da schickt man dann irgendwie, keine Ahnung, 20. 000 Seiten Formulare hin, dann kriegt man am Ende so ein Badge, den kann man sich dann auf die Website hauen und dann ist man Trusted bei und dann kommt da irgendein Organisationsname. Und in Wahrheit hat man in eine US-amerikanische Unternehmensberatung maximal Kohle reingesteckt, die da irgendwie für 10. 000 Euro dann einmal deine Sachen durchleuchten oder für noch viel mehr Geld Das machen manche Redaktionen, das machen vor allem Redaktionen, die bis dahin vielleicht auch noch nicht unbedingt den Ruf hatten, besonders journalistisch wertvoll zu sein. Die wollen sich damit quasi ein Stück. beweisen, aber das ist natürlich auch nur ein ausgelagertes Geschäftsmodell oder eine große Abzocke in Wahrheit. Das würde jetzt wenig Sinn machen, dass das alle. kleineren, mittleren und großen Medienhäuser in Deutschland so machen. Ich glaube, das wäre was für die Branche an sich, aus der Branche heraus. Die Standards, die wir haben die wir mit Sicherheit auch irgendwie stärker vor uns her tragen müssten, aber dass wir uns diese Standards, dass wir uns die nochmal gemeinsam anschauen und es nochmal committen und dann aber auch eben nach außen tragen, wer hält sich eigentlich an diese Standards und wer sagt ganz bewusst, ich bin Journalistin, ich will das so machen. Und ich glaube, das wäre mit Sicherheit sehr sinnvoll. Gleichzeitig sehen wir, dass die großen Dass die großen Verlegerverbände auseinanderbröckeln, alle austreten, dass wir im Grunde diese Form des Forums, des Miteinanders, dass wir das gar nicht mehr haben.
26:12 Gavin Karlmeier
Ja, verstehe ich, wobei das aber ja wirtschaftliche Interessenverbände sind. Also wenn du dir sowas anschaust wie der Verlegerverband zum Beispiel, die zerbrechen dann ja eher an unterschiedlichen Positionierungen, weil sie. Wirtschaftlich motiviert sind.
26:26 Frederik von Castell
Vor allem ja auch die Dialogformen, die es dort gibt. Damit sind die Kongresse kleiner, damit sind die Leute weniger, die aufeinandertreffen, damit sind automatisch Bande, die nur darüber existiert haben, wieder gecuttet. Da sind dann der im Nordwesten beheimatet Verleger mit seinen fünf Häusern ist dann mit dem im Südosten verbandelten Kollegen nicht mehr zwangsläufig, einmal im Jahr wenigstens an einem Tisch und auch nicht mehr in irgendwie den gleichen Verteilern. Und so bröselt zerbröselt der Keks eben, wie das Jim Carre irgendwann mal gesagt hat.
26:57 Gavin Karlmeier
Das heißt, wir müssen den Presserad rebooten in digital.
27:02 Frederik von Castell
Oh, jetzt muss ich vorsichtig sein, dass ich mich nicht super unbeliebt mache. Ja, Punkt.
27:08 Gavin Karlmeier
Ja, oder? Weil eigentlich am Ende ist das ja der Punkt, an dem es eigentlich.
27:12 Frederik von Castell
Presserat rebooten Könnte auch ein Motto sein.
27:16 Gavin Karlmeier
Ja, okay, dann halten wir das als zweites, das ist ja vielleicht fürs neue Halbjahr. Das Verständnis von Presse vielleicht rebooten. Vielleicht ist das unser Ziel. So. Übrigens der Vollständigkeit halber, es gibt noch eine weitere Studie, die ich dir mitgebracht habe heute und allen Hakis, die bis hierhin zugehört haben, auch. nämlich die Postbank Digitalstudie 2026. Also mal ganz kurz so am Rande, ne? Ich finde das ja schon faszinierend, welche Unternehmen alle so auf. . Medienkonsum mal analysieren und forschen lassen. Ich erinnere mich daran, dass ein Kondomhersteller früher auch so Studien rausgegeben hat, die dann alle Medienhäuser irgendwie mit Gussland aufgenommen haben, in denen es um das Sexualverhalten der Deutschen ging. Und da muss man sagen, ja, immerhin, da gibt es einen thematischen Zusammenhang. Aber warum die Postbankstudie sich jetzt genau anschaut, wie viel Zeit die Deutschen eigentlich im Internet verbringen, Kann ich den nicht so genau sagen, außer dass ich jetzt schon zweimal den Namen dieses Unternehmens genannt habe hier.
28:12 Frederik von Castell
Vielleicht wollen die die E-Post doch noch salonfähig machen und wollen wissen, ob in diesem Internet genug Leute unterwegs sind.
28:18 Gavin Karlmeier
Den E-Post Brief zurücklegt. Ich hatte den, also einen Account. Das wusste ich, das wusste ich. Das war mir so klar. Aber ich habe nie einen einzigen E-Postbrief bekommen. Tja.
28:31 Frederik von Castell
Achso, aber du hast sonst schon auch Briefe bekommen, oder war das? Also war das eher so ein sozialer Grundzustand, einfach, dass dir niemand Post geschickt hat?
28:37 Gavin Karlmeier
Nein, nein, ich habe ausgedruckte Briefe weiterhin bekommen.
28:40 Frederik von Castell
Achso bekommen, gut.
28:41 Gavin Karlmeier
Die kamen dann immer noch ausgedruckt. Ich weiß nicht mehr so ganz genau, wie der E-Posbrief funktioniert hat, aber wenn jetzt jemand bei sich was ausgedruckt in einen Umschlag gesteckt hat. Marke drauf und in den Kasten geworfen, dann ist ja nicht ein Briefträger irgendwo ein digitaler Briefträger hingekommen, hat es aufgerissen, gescannt und mir dann per Mail geschickt, sondern dann kam das ja trotzdem bei mir an, sondern der E-Postbrief musste auch als E-Postbrief verschickt werden.
29:06 Frederik von Castell
Ja.
29:07 Gavin Karlmeier
Also im Grunde wie eine E-Mail.
29:09 Frederik von Castell
Vielleicht hast du das Konzept einfach gar nicht verstanden und deswegen nie welche bekommen.
29:13 Gavin Karlmeier
Ich würde mir wünschen Aber nee, eigentlich, ich muss diesen Satz da beenden. Weil, wenn ich jetzt gerade gesagt hätte, ich wünschte, das wäre genau anders, dass jemand einen Brief im Kasten schmeißt und bei mir kommt eine E-Mail an, dann würde das ja bedeuten, dass den jemand aufreißt. Und das will ich bei meinen Briefen manchmal auch nicht.
29:27 Frederik von Castell
Weißt du, was ich nicht verstehe? Ich muss da jetzt leider Off-Topic noch weitermachen. Bitte. Wieso kaufen Leute noch physische Briefmarken, um sie dann wirklich auch auf Briefe zu kleben? Also ich meine jetzt nicht die paar Menschen, die Briefmarken sammeln, sondern wieso machen die das noch? Wenn ich einfach in der App mir den Rautecode runterladen kann, das ist viel nachhaltiger, den da drauf schreiben. Ich kann mir in dem Moment genau den Wert bestellen, den ich brauche. Warum muss ich mir zu Hause so einen Bogen hinlegen? Mit Marken, die sowieso ein Jahr später, wenn ich sie das nächste Mal brauche, nicht mehr aktuell und nicht mehr gültig sind, weil das Ganze schon wieder sieben Cent mehr kostet.
29:55 Gavin Karlmeier
Ich glaube, es ist Pastalgie. So. Oh. Oh, ist das schön. Nee, ich glaube auch nicht, dass ich das schon so rumgesprochen habe, aber man kann in der Post-App ein. Ein Porto kaufen und den auf den Brief draufschreiben.
30:12 Frederik von Castell
Es ist einfach ein Rautecode mit irgendwie, keine Ahnung, acht, neun Zeichen oder so. Das ist irgendwie eine Zahlen-Buchstabenkombination mit einer Raute davor fertig.
30:19 Gavin Karlmeier
Ja, genau.
30:19 Frederik von Castell
Also, tue ich jetzt so, hat meine Frau mir vor drei Jahren oder so beigebracht, seitdem mache ich es auch nur so. Aber ja, also gibt es auch schon echt länger.
30:26 Gavin Karlmeier
Vielleicht auch ein kleiner Kritikpunkt an der Stelle. dass da eine Raute vorsteht, weil das Hashtag so ein digitales Zeichen ist, das gehört übrigens auch verboten.
30:36 Frederik von Castell
Aber du weißt, dass. Die Raute weit vor deinem geliebten Internet existiert hat.
30:42 Gavin Karlmeier
Ja, aber ohne den Hashtag hätte die Post sich nicht für die Raute entschieden, um dieses Porto, dieses digitale Porto, auf den Brief schreiben zu lassen.
30:49 Frederik von Castell
Naja, also vorher war es schon das Nummern-Symbol, ne? Also Zurück zur Postbank Digitalstudie. Ja, genau, wo waren wir da eigentlich?
30:57 Gavin Karlmeier
Die sagt nämlich, ich habe ja gerade gesagt, also, wir fassen zusammen, was wir bisher erfahren haben. Die Menschen haben ein ungebrochen, nicht sinkendes Vertrauen in die Nachrichten, konsumieren diese immer mehr über das Internet Surprise und über Social Media. Und jetzt, was sagt die Postbank? Dafür aber verbringen die Leute insgesamt weniger Zeit mit dem Internet Als zuvor. Also, das Ergebnis ist, die Bevölkerung verbringt im Schnitt 67,4 Stunden pro Woche im Netz. Das ist schon jetzt nicht ganz wenig so für einen Durchschnitt. Das sind nämlich, wenn ich richtig rechne, neun Stunden am Tag. Dazu gehört aber natürlich auch, dass wahrscheinlich in der Frage war, an einem internetfähigen Gerät. Aber das ist ein Rückgang von ungefähr 5 Stunden pro Woche im Vergleich zum Jahr 2025. Heißt also, wir verbringen tatsächlich weniger Zeit an Im Internet insgesamt. Und die wöchentliche mobile Nutzung sank übrigens von 25,7 auf 23,9 Prozent. Das finde ich schon interessant, dass wir so insgesamt vielleicht dann doch eine Rückkehr ins Analoge anfangen zu entdecken im Querschnitt.
32:06 Frederik von Castell
Du weißt, ich bin Spielverderber bei solchen Sachen.
32:08 Gavin Karlmeier
Bitte, dafür habe ich dich.
32:10 Frederik von Castell
Ich glaube nicht, dass sich daraus was ableiten lässt. Ich glaube vor allem, dass ein großes Problem mittlerweile geworden ist bei solchen Befragungen, dass das Bewusstsein Für die Online-Zeit, dass das mittlerweile ein ganz anderes ist als früher, als du aktiv eingerät, angesteuert hast, dich auf das konzentriert hast, dort deine Zeit verbracht hast, es visuell genutzt hast, weil alles primär über Bildschirmflächen funktioniert hat. Ich glaube, dass das spätestens in der Bottisierung, in der KI-Sierung der Smartphones, dass das aufgegangen ist in eine Nutzung, die du gar nicht mehr reflektiert als aktive Zeit online wertest.
32:51 Gavin Karlmeier
Ja, wobei David Dommel, das ist der Leiter des digitalen Performance Marketings der Postbank Ich weiß nicht, ob er jetzt auch Soziologe ist, aber der ist auf jeden Fall der Mensch, der hier interviewt wurde. Und zwar vom Tagesspiegel. Der sagt: Die Menschen in Deutschland unterscheiden bewusster zwischen notwendigen und überflüssigen Online-Aktivitäten. Also Online-Banking ist mit über 50% Nutzung stabil geblieben, aber die regelmäßige Nutzung von Social Media Kanälen wie Instagram oder TikTok ist runtergegangen von 71% auf 64 Prozent. Heißt also, es gibt vielleicht schon dieses Bewusstsein, aber eben auch ein Bewusstsein dafür, was man vielleicht auch mal ein bisschen weniger machen kann.
33:27 Frederik von Castell
So, also ich möchte jetzt keine Studien kritisieren, die ich nicht mal mir angeschaut habe und nicht mal gelesen habe, aber. Ach was, das Online-Banking spielt also tatsächlich jetzt eine zentrale Rolle bei der Postbankstudie, ja?
33:38 Gavin Karlmeier
Klar. Guess what? Ich will einfach nur sagen, dass ich mir schon vorstellen könnte, dass es dafür ein diesen Trend gibt, wobei Instagram selber ja sagt, die tägliche Nutzungsdauer ist eher gestiegen.
33:50 Frederik von Castell
Ich eben, also ehrlich gesagt, alles andere, was wir sonst so erfahren, also die ja auch das Mediennutzungsverhalten, wenn wir jetzt nur journalistische Angebote oder Angebote von den öffentlich-rechtlichen Sendungstanz anschauen, dort steigt und steigt und steigt die digitale Nutzung und das Lineare geht runter seit vielen Jahren. Bei allem, was ich so aus dem, immer aus der Kuppelmediennutzung heraus jetzt sehe, also journalistische Angebote, überall steigen und steigen und steigen die Nutzungszeiten. Dass das gesamtgesellschaftlich jetzt eher andersrum sein soll, würde ich jetzt also anhand einer Studie zumindest, die ich mir jetzt noch nicht mal angeschaut habe, deswegen bin ich jetzt doppelt vorsichtig, bevor ich sie in der einen Richtung kritisiere oder in der anderen. Ich bin da sehr skeptisch. Erst recht eben in den letzten sechs Jahren, wenn wir pandemiebedingt denken und in den letzten Gut, da kann es natürlich wieder einen Binnendeffekt geben, den wir uns auch anschauen müssten. Geht vielleicht auch die Nutzungszeit wieder runter, weil der Erhebungszeitraum, keine Ahnung, vorher das letzte Mal vor vier Jahren war. Aber da bin ich skeptisch. Und aber in den letzten zwei Jahren. Bei denen so viele Angebote in die Online-Nutzung mit reinfallen müssen, die wir, glaube ich, nicht mehr aktiv als Online-Nutzung wahrnehmen, Ich sehe, keine Ahnung jetzt. Lass uns mal aus dem Alltag sprechen. Ich sehe die ganze Zeit Leute, egal wo ich bin, ob ich im Arztzimmer sitze oder im Supermarkt bin. Bei jeder Gelegenheit läuft jemand mit dem Bot durch die Gegend und fragt ihn, was er heute Abend jetzt zu Abendessen kochen kann oder ob das, was die Ärzte ihm gerade erzählt hat, ob das stimmt. Oder wir halt er im Bus. Einfach ein Bus fragt jemand die KI, wo an der nächsten Station, was da als nächstes weiterfährt. Das ist so viel umständlicher als einfach, also jetzt ihr Stadtgebiet Hamburg, die HVV-App zu nutzen. So. Stattdessen kriegt die Person 20 Gegenfragen, bis irgendwann, in dem Fall war es glaube ich Chat-GPT, wenn ich es richtig aus dem Augenwickel gesehen habe, bis irgendwann Chat-GPT sagt: Ich habe gar keinen Zugriff auf die aktuellen. Verbindungen. Ich kann dir das nur so allgemein sagen.
35:57 Gavin Karlmeier
Ich habe ja eher das Gefühl, dass, also ich teile deine Einschätzung. Gleichzeitig habe ich eher das Gefühl, dass man so ein bisschen das Gefühl für Raum verloren hat und für Menschen um sich herum. Weil ich kann dir wirklich allein in der letzten Woche jetzt fünf Situationen nennen. bei denen Menschen in Anwesenheit von unter anderem mir in einer Öffentlichkeit gewesen sind, Wartezimmer zum Beispiel Wo Menschen mit Ton TikTok-Videos geguckt haben.
36:25 Frederik von Castell
Ja, es ist so ätzend geworden, oder? Jetzt sind wir so richtig alte Männer, die hier abgelästert, aber es ist doch so. Es ist so ätzend geworden, oder?
36:31 Gavin Karlmeier
Nee, ich will was anderes fordern. Smartphone-Lautsprecherverbot für alle. Das hat keinen Mehrwert. Einfach nur, du kannst ans Ohr halten, dann kann man was hören, aber den lauten Lautsprecher einfach weg.
36:43 Frederik von Castell
So weißt du, wie du so bevor du in den Club kommst oder so, ähm, so einen so einen Aufkleber auf die Kamera bekommst, kriegst du jetzt und so Wartezimmern an Bussen und so kriegst du einfach so ein Stück heißes Wachs unten in die in die in die Boxenausgänge. So reingedrückt.
37:01 Gavin Karlmeier
Perfekt. Okay, wir haben den Plan. So, heute ist der 1. Juli und mit dem 1. Juli verändert sich noch etwas in der Welt. Und wir bleiben in der Frage Europa. Aber wir kommen zu Meta. Denn Meta hat angekündigt, ab dem heutigen 1. Juli Wenn du in einem Land lebst, das nationale Digitalsteuer erhebt, dann gehören zum Beispiel so Nachbarländer wie Frankreich dazu, dass du diese Digitalsteuer, die Meter abführen muss, auf deine Rechnung als Aufschlag oben drauf kriegst. Also ich kann dir das ja mal erzählen, also wenn du zum Beispiel Werbung schaltest. Und dafür 1000 Euro zahlen, dann musst Meta in Frankreich dafür 3% Digitalsteuer abführen, in Österreich sogar 5% Prozent und das schlagen sie dann bei dir oben auf die Rechnung auf, damit sie quasi sagen, wir bleiben hier bei unseren Umsätzen. Das ist deswegen interessant, weil die Frage Digitalsteuer uns in Europa ja im Moment ganz schön beschäftigt. Die EU verhandelt das die ganze Zeit, es gibt einzelne nationale Lösungen. Wie gesagt, in Frankreich gibt es diese Lösung bereits. Da gilt es nur für Unternehmen, die 25 Millionen Euro Jahresumsatz und weltweit 750 Millionen Euro einnehmen oder mehr. Auch in Deutschland hat man sowas überlegt, aber auf europäischer Ebene gibt es das noch nicht. Da wird es aber überlegt.
38:16 Frederik von Castell
Aber alle haben Angst. Vor der Keule aus den USA.
38:19 Gavin Karlmeier
Genau, und die Keule, die liegt jetzt schon auf dem Tisch, denn Donald Trump hat angekündigt, sollte das kommen, würden die Produkte aus diesen Ländern, aus allen EU-Ländern in dem Fall, aber sie drohen das jetzt gerade auch für einzelne europäische Staaten schon, mit 100 Prozent besteuert werden. Also du, das wäre dann schon ganz schön happig.
38:38 Frederik von Castell
100% ist viel, ne?
38:40 Gavin Karlmeier
Das ist viel.
38:41 Frederik von Castell
Das ist fast genauso viel, wie es eigentlich wert ist, ne?
38:44 Gavin Karlmeier
Ja, nur nochmal, nochmal.
38:48 Frederik von Castell
Ich habe mich an noch einer Sache in der ganzen Geschichte gestört. Ich weiß, das ist jetzt der kleinste Hacken da dran. Aber das ist das, was ich, was mich das, was mich so beim, wenn du mal so eine Metrokarte bekommen hast, um irgendwie für eine große Party einzukaufen oder so.
39:03 Gavin Karlmeier
Achso, ich dachte, du bist jetzt bei einer Bahnfahrkarte.
39:05 Frederik von Castell
Nee, äh, so hier Metro der Großhandel oder irgendein anderer Großhandel, Gasko-Großhandel oder so. Und dann bist du da rein und hast dich immer gefreut. So, dass du. Dass da alles, alles ja so super günstig ist. Aber am Ende musstest du ja trotzdem noch die Steuer drauf zahlen, weil die halt anders als im Supermarkt nicht eingerechnet war. Ich finde das so merkwürdig und für mich ist das so außerhalb jedes logischen Geschäftsgebahrens dass du dein Werbebudget, wenn du da 1000 Euro ausgibst, dass da nicht die 3% dann drin sind und sie die abführen und du halt einfach ihre Preise anpassen. Sondern dass sie dir da den 1000 Euro Werbebudget lassen und dann die 3% obendrauf noch abziehen. Oder die 5% oder die 15%. Also dass sie dir die oben auf die Rechnung draufknallen. Wenn ich ein Budget für Werbung habe. Ist das das gleiche, wenn ich ein Budget für einen Einkauf im Supermarkt habe? Dann ist das Budget für Mitsteuern. Ich kaufe ja auch nicht, wenn ich 100 Euro habe im Supermarkt Für 119 Euro ein und sag dann, ich schaue aber nur 100 Euro für die Steuern habe ich kein Budget dabei. Das finde ich irgendwie irgendwie ist das shady.
40:07 Gavin Karlmeier
Ja, das ist so. Das kennt man von Meta ja gar nicht.
40:11 Frederik von Castell
Nee, ne? Eigentlich ein superseriöser Konzern. Andersrum, es ist wirklich, es ist wirklich also Ich habe es, glaube ich, hier an der Stelle auch schon mal gesagt, ich bin groß befürworter der Idee einer gemeinsamen Digitalsteuerung. Ich finde, das wäre eines der europäischen Projekte, die dringend schneller irgendwie vorangehen müssen. Es ist einfach typisch und Zeichen dieser Zeit, dass da einzelne Staaten und dann nimmt man Deutschland jetzt mit Sicherheit nicht aus. Da es sich scheuen, irgendwie eine Entwicklung voranzutreiben, äh, zu treiben, aus Angst vor halt weniger, noch weniger Autoverkäufen in den USA.
40:51 Gavin Karlmeier
Ja, es wird wohl ein Grund haben, warum Deutschland diese Digitalsteuer eben noch nicht hat als nationale Lösung. Ich stimme dir da voll zu, weil es ja auch einfach ein, es ist eine himmelschreine Ungerechtigkeit, dass diese Unternehmen, die halt extrem Vorsicht, Meinung, dass diese Unternehmen, die halt vornehmlich ihr Geld halt dann hier verdienen, nicht vornehmlich, aber in großen Teilen hier verdienen, hier aber exakt 0% Steuern zahlen müssen oder halt so einen kleinen Bruchteil, weil sie halt irgendwelche idealen Modelle haben, mit denen mehrere europäische Staaten verbändelt sind oder eben sofort alles rausgeht. Das ist, fühlt sich nicht gerecht an, einfach.
41:31 Frederik von Castell
Ja, und es ist auch ehrlich gesagt relativ egal, ob sie einen großen Teil oder einen kleinen Teil oder den kleinsten oder den größten Teil hier verdienen. Steuern sind immer in Relation zu dem, was du verdienst, was du umsetzt, was du aber auch ausgibst, also was du auch an Leistungen erbringst, was du in eine Gesellschaft reingibst. All das hat ja ein Prinzip. dass wir eigentlich alle als halbwegs fair erachten, außer wir sind der Meinung, Steuern sind raub und wir brauchen überhaupt keine Straßen und so weiter. Also für. Es ist eine himmelschreiende Ungerechtigkeit. Egal, ob sie 5 Millionen, 50 Millionen, 500 Millionen oder 5 Milliarden an europäischen Steuergeldern. letztendlich damit rausziehen aus dem System. Jeder muss seinen Anteil leisten. Sie profitieren ja auch von der Infrastruktur und von den Gesellschaften hier. Ja. Und dass sie am Ende sogar noch aus dem Content bestehen, der auch aus Europa bekommt, das macht es ja noch absurder. Also, das ist ein dermaßen das Schwammprinzip, aber na gut.
42:32 Gavin Karlmeier
Naja, vielleicht ist das dritte Motto für das nächste Halbjahr. vielleicht endlich mal unsere Rolle als mündige KonsumentInnen auch verstehen. Und zwar nicht wir beide jetzt als einzelne Menschen, sondern die Europäische Union im Gesamten.
42:46 Frederik von Castell
Vorhin habe ich gesagt, denk mal in 10 Jahresschritten, jetzt denk mal in mindestens 50 Jahresschritten.
42:53 Gavin Karlmeier
Ich erzähle dir eine Metageschichte, die ein bisschen schlechte Laune macht. Und ich habe das heute gelesen und war in so einem Raum mit anderen Menschen und habe denen das vorgelesen, weil ich mir selber zuhören musste, weil ich das nicht glauben konnte. Wired. com hat herausgefunden, Wired ist das Magazin, das wir hier sehr häufig zitieren, die sehr eng im Moment in solchen Recherchen dran sind haben folgendes herausgefunden. Es gibt bei Meta ein Projekt mit dem Namen CAN. Das ist für Meta üblich, wir haben schon öfter darüber gesprochen, da werden häufig interne Projektnamen nach europäischen Großstädten benannt. Wir haben über Antwerp gesprochen oder Barcelona war Threads früher. Und kann ist ein Projekt, bei dem hunderte von AuftragnehmerInnen von Meta beauftragt werden. Sich online als Minderjährige auszugeben und zu untersuchen, wie Chatbots auf Eingaben zu Themen wie Suizid, Sex, Essstörungen oder anderen risikoreichen Themen reagieren. Mit den Chatbots, die da überprüft werden, ist allerdings natürlich nicht MetaI gemeint und es ist kein Untersuchungsprinzip für Ihre eigenen Angebote, sondern es geht hier gezielt darum. wie Gemini, ChatGPT oder Character AI reagieren. Also man kann hier unterstellen, man versucht hier einfach mal gezielt zu gucken, was machen die, wo versagen die anderen denn eigentlich? Was man damit so genau macht, kann ich dir nicht sagen. Ich kann dir aber sagen, dass allein im August 2025 in einer einzigen Testrunde mehr als 45. 000 Eingabeaufforderungen an konkurrierende Chat Und diese Antworten dann alle gemeinsam in Tabellen gelandet sind, um auszuwerten, wie reagieren denn eigentlich diese Tools, wenn man ihnen zum Beispiel Bilder von Tabletten, Messern, Schlingen oder medizinischen Abbildungen eines gynäkologischen Eingriffes zeigen würde.
44:40 Frederik von Castell
Ich wusste, dass du dich darüber mehr aufregst als ich. Okay. Ich verstehe auch warum. Also erstmal ist es ja Was man, glaube ich, ganz wichtig dazu sagen muss, ist, jetzt auch retrospektiv konnte nicht herausgefunden werden, nicht bewiesen werden, und ich glaube, es wurde auch nicht angenommen, dass am Ende innerhalb dieser 45. 000 Eingabeaufforderungen Zum Beispiel kinderpornografisches Material erzeugt wurde oder ähnliches. Ja, also das muss man jetzt dazu sagen, es ist dabei quasi keine kriminelle Handlung entstanden, sondern es wurde eher im Gegenteil, wurde versucht herauszufinden, wird. Moralisch Verwerfliches wird gesundheitsgefährdendes Verhalten, werden Suizidgedanken, Wirden solche Dinge von Bots quasi oder von der Konkurrenz quasi verstärkt. Und das quasi von einem Meta in Auftrag gegebenen Team, das das bei der Konkurrenz quasi untersucht hat. Also nicht Blue Team, Red Team irgendwie im eigenen Haus zu schauen, wie performt das eigene Produkt, sondern wirklich bei den anderen gucken, wie läuft es da so. Da gibt es zwei Möglichkeiten, was damit provoziert werden soll. Die deutlich kritischere Annahme ist, man versucht, einen Giftschrank aufzubauen und den anderen vorzuwerfen, indem man das zum Beispiel an die Presse spielt oder sonst irgendwas, die anderen Produkte zu schädigen, indem man sagt. Guck mal, hier drüben bei Gemini, was weiß ich, so. Da läuft das so. Oder auch um das als Vergleichswert dann auch in der Hinterhand zu haben, falls. beim eigenen, und da wären wir jetzt bei Meta ja nicht das erste Mal bei dem Punkt angekommen, ob wenn beim eigenen Bot irgendwie fehlerhaftes Verhalten quasi angezeigt wird, dass man sagen kann, so ja, aber wir sind da nicht die einzigen, die mit dem Problem zu kämpfen haben. Das ist die eine Annahme. Das ist die, ich glaube, an das schlechteste Menschen. Die teile ich normalerweise, wenn es prinzipiell vor allem wenn es um den Konzern Meter geht. Teile ich die schon gerne oft mal. Was mich aber so ein bisschen hat zurückfahren lassen, ist, dass die Auftragnehmer, die da beteiligt waren, dass die zwar von dramatischen, in Anführungsstrichen, Texten und so gesprochen haben, mit denen sich da auseinandersetzen mussten, Szenarien, die sie ja selber erfunden haben, auch, ne? Also das sind ja Sind ja tatsächlich fiktive Fälle, die die konstruiert haben oder dort posten mussten, um dann die Reaktion zu kriegen. Dass da aber von keinem im Grunde diese Intention beschrieben wurde, wir haben das gemacht, um Dreck zu sammeln, sondern So ein bisschen unklar bleibt es in dem Wahlartikel, finde ich, aber wenn ich es richtig verstanden habe, ist im Grunde das Learning aus, wie die anderen damit umgehen, tatsächlich im Vordergrund gestanden zu gucken, also bei der Konkurrenz letztendlich zu gucken, wie lösen die das auf Und das wiederum finde ich jetzt, also finde ich jetzt eher gut als schlecht. Also lieber gucke ich beim anderen, wir mir vielleicht entweder was genauso falsch macht wie ich oder vielleicht auch besser macht, damit ich nicht den gleichen Mist mache, den ich vielleicht bisher mache, oder den anderen machen.
47:45 Gavin Karlmeier
Ja, also du kannst, ich glaube, man kann das so sehen. Wired sagt auch ganz explizit, es gibt hier kein Material dass die Grenze zur Anstiftung, zur Herstellung von Material über sexuellen Kindesmissbrauch oder illegaler Obszinität überschritten hätten. Sie haben ja auch mit Anwältinnen gesprochen, die das eben auch überprüft haben und das auch bestätigten. Es gibt auch keine Eingabeaufforderungen, die die Chatbots damit, die beweisen sollten, dass diese Chatbots aufgefordert wurden, so ein Material zu generieren. Also wie gesagt, das war hier nicht die Intention des Plans und Meta selber sagt in ihrer Stellungnahme auch Wyatt gegenüber. Das Testen und Benchmarking von Chatbot-Antworten, um sichere und altersgerechtere Nutzungserfahrungen zu generieren, ist eine verantwortungsvolle, branchenübliche Praxis und jede Andeutung des Gegenteils Zeugt von einem völligen Missverständnis darüber, wie Technologieunternehmen daran arbeiten, ihre Systeme zu verfeinern und zu verbessern. Das Unternehmen nutze kein Benchmarking von Bewerbern, um seine eigenen KI-Modelle zu trainieren. sagte der Sprecher.
48:44 Frederik von Castell
So, dann frage ich mich ja, wenn sie genau das nicht tun, was sie dann eigentlich machen wollten. Ja, das wäre jetzt der von mir beschriebene Use Case.
48:52 Gavin Karlmeier
Und das sagt Ruman Chouthurry genauso. Das ist der CEO von Humane Intelligence. Und die sprechen hier mit Wyatt. Und Chow Terry sagt, die Konzeption eines monatelang großangelegten Projektes, das offenbar daraus ausgelegt ist. Diese Regeln systematisch zu brechen und zwar über Scheinkonten, die sich als Kinder ausgeben, geht über das hinaus, was üblicherweise als branchenüblicher Standard bei der Bewertung bezeichnet wird.
49:20 Frederik von Castell
Und jetzt kommt gleich noch das hinterher, dass OpenAI sagt, außerdem mögen wir das nicht, wenn man das bei uns macht und so. Was ja lustig ist, wenn ausgerechnet OpenAI sagt Mag ich nicht, dass jemand bei uns was testet, ohne vorher anzumelden, dass jemand was bei uns testet, wenn man vorher das ganze Internet einmal aufsaugt, um es dann für die Entwicklung des eigenen Bots, des eigenen Sprachmodus zu nutzen? Finde ich super lustig, also das kommt jetzt quasi gleich und das will ich gleich vorne weg abräumen, das ist eine Frechheit dieser Aussage. Ach komm, dann mach's mal gleich, dann räumen wir zu einem.
49:55 Gavin Karlmeier
Ich schieb das eben nach. Also, OpenAI verbietet laut AGBs unaufgeforderte Sicherheitstests und versuche, Sicherheitsvorkehrung zu umgehen, sowie die Verwendung der Ergebnisse zur Entwicklung von Modellen, die mit OpenAI konkurrieren. Das ist das, was du gerade angesprochen hast. Google verbietet Versuche, Sicherheitsfilter außerhalb seiner Sicherheits- und Fehlungsüberprüfungsprogramme zu umgehen, sowie Inhalte, die Selbstverletzung, sexuellen Missbrauch oder Ausbeutung von Kindern. Sowie illegale oder regulierte Substanzen betreffen und auch die Richtlinien von Character AI verbieten schädliche, ausbeuterische, illegale und obszöne Inhalte. So, und der Unterschied, den du da oder das, was du da sagst, stimmt natürlich. Wenn dein Geschäftsmodell auf Urheberrechtsverletzungen basiert, auf ich klaue mir andere Inhalte, die ich habe. Dann verliere ich damit ein bisschen den Anspruch darauf. wenn andere Leute aus meiner KI, ihre KI zu ihr irgendwie destillieren, zu sagen, na warte mal, das ist aber eine Urheberrechtsverletzung. Da stimme ich dir zu. Trotzdem hast du ja als Nutzer dieser Modelle eine Art Nutzungsvertrag. Und hier geht es ja eben nicht ums Destillieren und deswegen auch nicht ums Urheberrecht, sondern um die AGBs. Und die hat Meta hier im großen Ziele Wir haben gerade die Zahl gehört, über 40. 000 Fälle innerhalb eines Monats einfach dagegen verstoßen, weil sie sagen, ja, uns doch egal. Weißt du, was ich meine?
51:07 Frederik von Castell
Würden wir diese AGBs und speziell die Stelle, die du gerade im Grunde rezitiert hast aus dem Presesprech, die diese Formen von Content bzw. nicht von Content, ähm, von missbräuchlichem Verhalten betreffen. Das ist ein ganz wichtiges Wort, das da häufig vorkommt in genau solchen Formulierungen. Das ist eine Rieseneinschränkung der Wissenschaftsfreiheit, der Möglichkeit von journalistischen Recherchen, weil da nicht steht, die dieses Verhalten darstellen oder die dieses Verhalten ausüben, sondern da steht betreffen. Das heißt, du kannst dich damit auch nicht auseinandersetzen in zum Beispiel einem fingierten Szenario, um herauszufinden, ohne dass du einen Siebenjährigen da hinsetzen musst, was ethisch nicht vertretbar wäre. Dass du es auch nicht in einem fingierten Szenario tun hast, weil das die AGBs nicht hergeben, weil sie es nicht erlauben. Das ist absolut illegitim, meiner Ansicht nach, wenn du dein Produkt nicht so transparent und überprüfbar machst. Das muss. Das ist ja das, woran auch viele Wissenschaftsbetriebe heutzutage, viele Universitäten, immer mehr knabbern, dass sie nicht wissen, was dürfen sie dort tun, bis sie mit einer Klagewelle zu rechnen haben. Und das ist im Grunde das, was sie jetzt hier, dieses scharfe Schwert, was sie jetzt hier auch gleichzeitig gegen den eigenen Konkurrenten anwenden. Also dass sie sagen, das darfst du halt nicht, wenn du unsere AGBs unterschreibst. Der Witz ist, das machen die, die alle die ganze Zeit miteinander. Ist doch völliger Quatsch. Meta ist jetzt aufgeflogen damit. Es glaubt doch kein Mensch, die nicht genauso bei der Konkurrenz gucken und dass die mit fiktiven Profilen arbeiten. Ja, wie sonst willst du denn bitte dem Tool vormachen, dass du ein Minderjähriger bist? Wie sonst soll es denn gehen? Die Frage ist doch viel eher, warum lässt das Tool das dann zu? Dass du dich dort registrierst, warum lässt das Tool dann die Kommunikation zu? Die Frage, die hätte ich jetzt auch gerne abgeschnitten, indem ich sage, das ist ja gar nicht erlaubt. Übrigens. Ja, aber es ist genauso in der Verantwortung dann des Anbieters, das gar nicht erst möglich zu machen.
52:59 Gavin Karlmeier
Ich gebe dir recht. Ich glaube, du hast mich in dem Punkt komplett überzeugt und würde sagen, das ist wahrscheinlich genau die richtige Beobachtung darauf. Der Vollständigkeit halber Character AI erlaubt seit Anfang des Jahres nicht mehr als unter 18-Jähriger diese Plattform zu nutzen. Also die werden jetzt nicht daraus Konsequenzen gezogen haben, weil sie haben es wahrscheinlich auch erst jetzt erfahren, aber da geht das tatsächlich nicht mehr
53:21 Frederik von Castell
Ja, aber wir haben, glaube ich, tatsächlich in der letzten Folge hatten wir auch. Genau, entschuldige, als ich das letzte Mal hier war, hatten wir auch darüber geredet, dass diese Ich krieg den Zusammenhang nicht mehr ganz hin, aber das kann man nachhören in Folge. So, Achtung.
53:38 Gavin Karlmeier
Sag ich dir jetzt gleich. Du warst das letzte Mal hier in Folge 543. Mein Persona-Fährt im Hühnerstall Motorrad am 25. Februar 2026.
53:47 Frederik von Castell
Ich glaube, genau da haben wir über die 18er Grenze Character AI auch geredet. Und ich werde es heute Abend noch nachhören. Ihr müsst es auch machen.
53:55 Gavin Karlmeier
Ich bin mir unsicher. Kann sein. Kann sein. Aber wir bleiben mal kurz beim Thema 18er Grenze. Und ich habe ja letztes gesagt, ich würde gerne so gerne. Ein bisschen weniger über Social Media Verbote sprechen, machen wir heute gar nicht. Aber trotzdem geht es um Jugendschutzfunktionen, denn die ForscherInnen des Cyber Safety Research Centers Die haben sich 86 Sicherheitsfunktionen für Jugendliche auf TikTok, Instagram, Snapchat und YouTube angeschaut und haben geprüft, sind die eigentlich Auffindbar, funktionieren die und erfüllen sie die Kriterien an Ansprüchen, die wir daran haben. Das Ergebnis ist: 35 dieser Funktionen erfüllten Diese beiden Kriterien auffendbar und nutzbar. Heißt 60% nicht. Das ist so das Ergebnis. Ich kann noch ein bisschen ins Detail gehen, wenn du möchtest. Also das Cyber Safety Research Center schreibt in dem Bericht: Wenn Sie Eltern sind, sollten Sie wissen, dass für systemische Probleme bei der Gestaltung und Umsetzung vieler Funktionen festgestellt haben. und so weiter und so weiter. Also was sie zum Beispiel herausgefunden haben, und das halte ich persönlich für das Schwerwiegendste an dieser Untersuchung, es geht darum, wie Instagram mit Teenager konnten und dem Kontakt mit Erwachsenen umgeht. Und zwar haben sie es relativ schnell geschafft, dass ein Minderjähriger mit einem Erwachsenen Direktnachrichten austauschen konnte. den er nicht kannte. Und wie haben sie das gemacht? Naja, wenn der Teenager auf diese eine Nachricht reagiert oder selber eine Nachricht schickt, An einen Erwachsenen. Ab diesem Moment ist dieses Gespräch sozusagen eröffnet. Instagram selber sagt, das ist genau so geplant, diese Funktion. Also man müsse es möglich machen. Ich zitiere dir das gleich ganz genau. Es müsse möglich sein, eben, dass du auch als Teenager Konsens für den Kontakt mit Erwachsenen, auch die, die dir nicht folgen. Aber am Ende löst das hier genau dieses Problem, weil mit Hilfe von Scams, mit Hilfe von Social Engineering muss man nur junge Menschen dazu bringen, dass sie einem eine Nachricht schreiben. damit du dann eben in deren Chatfach auftauchst. Und das ist eigentlich nicht die Idee von, wir schaffen eine Abriegelung von der Kommunikation. junger Menschen mit Erwachsenen, mit denen sie eben nicht verbunden sind. Das halte ich hier für einen essentiellen Unterschied. Räum du erstmal ab, was ich hier so erzählt habe und ich kann gleich noch ein paar Details reinschmeißen.
56:20 Frederik von Castell
Ja, ich finde tatsächlich die Frage schon interessant, wie schaffen wir es, mündige Bürger früh, wenn wir jetzt nicht von Social Media Verboten erzählen? früh in Diskurse, in Gespräche zu bringen, sodass Social Media auch irgendwie den Zweck erfüllt, den die ursprüngliche Idee mal hatte. So, deswegen finde ich jetzt erstmal sollte eine eine Kommunikation, bei der, sage ich jetzt mal, eine 16-Jährige oder ein 16-Jähriger einem Mitte 30-jährigen Journalisten oder einem Mitte 40-jährigen Lokalpolitiker oder einer Mitte 50-jährigen Unternehmerin eine Nachricht schreibt. Um aktiv einen Kontakt herzustellen, um sich für was zu interessieren, um zu sagen, hey, ich möchte, keine Ahnung, das kann ja Ich denke jetzt sehr naiv und ich denke jetzt mal an die schöne, einfache Welt, aber ich möchte ein Praktikum bei dir machen. Oder hey, sag mal, wie bist du da gelandet, wo du jetzt bist? Oder schickst du mir ein Autogramm, meinetwegen? So. Um diese Ebene erstmal zu öffnen, da muss ich jetzt gar nicht das Family Friends Modell von dem Meta dagegen über irgendwie CNN schwafelt, hernehmen, sondern das ist doch eigentlich schon auch die Idee, also dass das, dass das möglich sein sollte. Ich bin ja nicht erst ab 18. Dann ein richtiger Mensch und ich bin auch nicht ab 18 der richtige Mensch. Ich finde, das ist zu harsch in der Idee zu sagen, es gibt ein Internet für unter und es gibt ein Internet für über 18. Ich glaube, damit löst man überhaupt keine Bombe.
57:44 Gavin Karlmeier
Da stimme ich dazu.
57:45 Frederik von Castell
Ja, aber ich aber diese Grundidee zu sagen, der Kontakt, und das lese ich jetzt hier raus, der Kontakt muss quasi Von dem Jugendlichen muss eine Nachricht an den Erwachsenen gehen. Das ist ja erstmal eine gute Idee, dass aber dann erst quasi in ein richtiges, also dass du dann erstmal, dass du nicht die Erwachsenen hast, die die Jugendlichen vollballern können. Das gehen wir jetzt mal. In den härtesten Fall rein und sagen, der Päd-Kriminelle versucht da irgendwie jemanden, eine minderjährige Person irgendwie anzusprechen und die ganze Zeit mit Nachrichten vollzuballern. Solange du keine Gegennachricht hast, ist das nicht möglich. Das verstehe ich. Natürlich ist die Schwelle gleichzeitig super niedrig zu sagen, wenn da einer zurückschreibt, man hau ab oder so, dass dann der Kanal geöffnet ist. Ja, weil das ja ein Jugendlicher in der Regel dann auch nicht einsortieren kann. Ich weiß, wie verhält er sich, wie Block da so vielleicht auch im ersten Moment durch eine Triggerfrage irgendwie gereizt wird oder auch einfach Interesse irgendwie aufgemacht wird. Aber ist das nicht in der echten Welt halt einfach überall auch so ein Problem?
58:50 Gavin Karlmeier
Klar ist das ein Problem, aber die Frage ist halt, dass Wofür nutzt du diese Teenager-Accounts? Also wenn ich jetzt ein 14-jähriges Kind hätte und diese Teenager-Accounts nutze, weil mir versprochen werden. dass damit kein Kontakt mit Erwachsenen möglich ist, die sie nicht kennen. Und dass aber in dem Moment möglich wird, wo sie ihnen eine Nachricht schicken. Oder im Fall von Snapchat sogar noch ein bisschen übler, Wenn du als Kinderkonto bei Snapchat eine Freundschaftsanfrage bekommst und diese annimmst, kannst du den kompletten Verlauf aller Nachrichten sehen, die der Erwachsene zuvor gesendet hatte. Also wenn du diese leicht zu umgehenden Lücken da so reinbastelt, dann ist halt die Frage dieser Teenager-Konten generell fraglich. Ein Snapchat-Sprecher hat gegenüber CNN gesagt. Die Sicherheit, Privatsphäre und das Wohlergehen aller Snapchatter liegt uns sehr am Herzen und unsere Teams arbeiten seit Jahren daran, Schutzmaßnahmen zu entwickeln, Sicherheitsanleitungen zu veröffentlichen und mit Experten zusammenzuarbeiten. Wir bewerten und verstärken unsere Schutzmaßnahmen kontinuierlich. Der Sprecher fügt hinzu, dass viele der Ergebnisse des Berichtes auf absichtlich durchgeführten Maßnahmen zur Umgehung von Schutzmaßnahmen berufen Die nicht repräsentativ für die typische Nutzererfahrung sind.
01:00:04 Frederik von Castell
Ja, danke für nix. Und ehrlicherweise, wir haben eine Schrotflinte, mit der sollst du nur auf Enten schießen. Genau. Blöd, wenn du damit auf Menschen schießt, aber das war halt nicht der Plan.
01:00:14 Gavin Karlmeier
Exakt das. Meta übrigens sagt, der Bericht ist grundlegend fehlerhaft und zeugt von einem grundlegenden Missverständnis darüber, wie unsere Tools funktionieren. Die Autoren bringen vage Behauptungen vor, dass unsere. . . Funktionen nicht funktionieren, stellen diese Funktionen jedoch in den allermeisten Fällen falsch dar oder lieferten keine Belege. Die Realität ist, dass Jugendliche mit Teenkonten weniger sensible Inhalte sehen, weniger unerwünschte Kontaktaufnahme erleben und nachts weniger Zeit auf Instagram verbringen. So, der Vollständigkeit halber. Was ich aber hier noch hinzufügen möchte, dass der Bericht nicht nur trostlos endet und sagt, die Jugendfunktionen bringt gar nichts. Sie sagen auch, es gibt durchaus Positivbeispiele. Also wenn ein Nutzer unter 13 sich bei TikTok anmelden möchte, wird er in einer TikTok für jüngere Nutzerumgebung weitergeleitet. Und dort werden viele potenziell gefährliche App-Funktionen deaktiviert und das haben die Forscher hinten hier auch nicht ohne Probleme umgehen konnten. Und die Autoren sagen hier, das ist ein Beweis, es ist möglich, wirksame Sicherheitsfunktionen für Jugendliche zu entwickeln. Und das müssen aber eben Die Plattformen eben leisten, indem sie versuchen, das Gesamtrisiko zu verringern, anstatt einfach nur einzelne gefährliche Erfahrungen herauszufiltern.
01:01:25 Frederik von Castell
Ja, aber das ist doch im Grunde im Moment der Weg, für den wir irgendwie, glaube ich, auch beide so halbwegs das meiste Verständnis haben. So dieser Safety by Design, das ist das, wo wir jetzt irgendwie. hingucken, wenn wir sagen, wir wollen nicht die, keine Ahnung, die reaktionäre Haltung transportieren, so ab 18 und vorher nicht, weil das hat man noch nie bei irgendetwas irgendwie, also am Ende alle Probleme gelöst, einfach zu sagen, hier ist eine Altersgrenze, ab dann. Ich glaube, es löst das genaue Gegenteil aus. Wenn wir so in die Richtung gucken, dann müssen wir glaube ich auch lernen, solche Entwicklungen Bei den Konzernen, die wir kennen, von denen wir wissen, wie sie sind und welche Interessen sie primär vertreten, nämlich die eigenen finanziellen Dass wir dann auch lernen müssen, solche Schritte wohlwollend ein bisschen mit zu begleiten und die guten Nachrichten da rauszuziehen und zu sagen, okay, hier tut sich was. Also, weil gerade bei TikTok Je älter man ist, desto schwieriger kann man das, glaube ich, finde ich nachvollziehen. Aber gerade bei TikTok ist halt einfach diese unfassbare Suchtgefahr. Die man ja auch in höheren Altersgruppen noch erlebt, die ist halt einfach nicht weg zu diskutieren. Also, das ist wirklich, das ist der absolute Hirncracker. Und gerade bei TikTok finde ich es ganz gut, wenn dann da eben eine Jugendfunktion sich dann auch nach und nach etabliert, weil also. Ja.
01:02:46 Gavin Karlmeier
Ja, 100%.
01:02:47 Frederik von Castell
Dann muss man halt die Dosis runterfahren von dem Gift.
01:02:50 Gavin Karlmeier
Ja, und ich stimme zu 100% zu. Und was so ein bisschen ärgerlich ist, und das ist auch in diesem Bericht drin, dass es mehrere Funktionen gibt. Die als fehlend eingestuft wurden, weil die Forscher sie nicht auslösen konnten. Und da sind wir bei dem Punkt, wo Meter sagt, na, das habt ihr falsch benutzt, und da stellt sich so ein bisschen die Frage, ja, aber Weiß ich nicht. Also zum Beispiel gibt es bei Instagram die Funktion, mobbende Sprache zu filtern. Also Schimpfwörter oder Formulierungen wie niemand mag dich würde automatisch ausgefiltert werden. Sie haben es nicht geschafft, eine von der Plattform beworbene Aufforderung auszulösen, diesen Kommentar vor dem Posten noch einmal zu überdenken Instagram selber hat erklärt, die Aufforderung Innehalten und Überdenken sei nicht dafür ausgelegt, angezeigt zu werden, wenn der Nutzer, der den Beitrag verfasst hat und der kommentierende Nutzer einander folgen. Und das sind sie.
01:03:36 Frederik von Castell
Achso, das heißt also, wenn der Bully, mit dem ich in der Klasse bin, wenn ich dem irgendwann folge, damit er mich vielleicht nicht mehr so mobbt und ich mich sogar noch freue, dass er mir zurückfolgt, ab dann kann er mir sagen, geh sterben, du Hund oder so. Das geht dann. Ja, mega. Ähm You're holding it wrong. Ja, genau.
01:03:59 Gavin Karlmeier
Ja, das ist dann halt so ein bisschen, aber ich das Grundergebnis ist halt, wie gesagt, was man daraus mitnimmt. Erstmal sind diese Ideen ja. Richtig und wichtig. Es geht ja genau darum, dass wir uns in so eine Richtung entwickeln, dass wir es schaffen, dass diese Orte für junge Menschen sicherer werden und eben nicht Einfach abgeriegelt.
01:04:18 Frederik von Castell
Ja, aber dann fehlt mir jetzt an der Stelle zumindest bei dem Punkt schon wieder der Glauben, dass es dann auch wirklich so sein soll, oder dass es halt doch nur wieder Feigenblätter sind. Weil die Funktion, bei einem direkten sozialen Kontakt zu deaktivieren, Also das ist ja so, das ist ja so, wie wenn man als Comedian Witze drüber macht, dass Femizide nicht passieren würden, weil man sich nicht genug mit dem Partner vorher auseinandergesetzt hat, weil man dann am Ende weiß, dass Femizide vor allem in direkten Beziehungen passieren und in langen Partnerschaften. So, das ist ja genau der gleiche Witz. Also Mobbing passiert natürlich auch bei sozialen Kontakten primär und nicht bei völlig fremden.
01:04:54 Gavin Karlmeier
100 Prozent. Ich wollte eigentlich.
01:04:57 Frederik von Castell
Hier habe ich Dieter Nur jetzt hier reingebracht. Keine Ahnung.
01:04:59 Gavin Karlmeier
Ich bin jetzt sogar vor, nachher heute über Dieter Nur zu sprechen, aber wir sind irgendwie so in diese Mediendiskussion gerutscht und habe das jetzt so übersprungen.
01:05:07 Frederik von Castell
Es hat sich so angeboten gerade, entschuldige.
01:05:09 Gavin Karlmeier
Ja, Dieter nur, der Mann, der sich immer wieder für Meinungsfreiheit einsetzt, der jetzt versucht, einen Kommentar über ihn im Standard verbieten zu lassen.
01:05:15 Frederik von Castell
Yep, exakt das. Habe ich mir übrigens, falls es hier irgendjemanden interessiert hat draußen, habe ich mir heute nochmal sehr in Ruhe angeschaut den Kommentar im Standard, auch die Reaktion des Standard auf Den Versuch, den Kommentar wegzuklagen. Die Frist ist ja auch schon seit fünf Tagen abgelaufen, zu der der Standard aufgefordert wurde, jetzt seit sechs Tagen, zu der der Standard aufgefordert wurde, den Kommentar abzuschalten. Also keine Ahnung, ob ehrlich gesagt, ob die Tanurs Medienanwälte und seine Firma, ob die nur einen einzigen Kommentar gelesen haben, aber mir fallen da draußen Mindestens seitdem ungefähr 50 Kommentare, die die gleiche Kerbe schlagen, aber deutlich härter mit ihm ins Gericht gehen. Entweder haben die jetzt eine ganze Menge zu tun oder sie haben ein bisschen unterschätzt, was sie damit eigentlich auslösen. Aber ganz grundsätzlich, also jetzt aus der medienjournalistischen Perspektive, diesen Kommentar anzugreifen, ist absurd.
01:06:11 Gavin Karlmeier
Ja, es ist absurd. Und ich finde, es ist auch ganz schön. Vielleicht ein ganz guter Anlass, wenn ihr noch irgendwie einen Account mit ein bisschen Sichtbarkeit, Reichweite habt. Macht doch nochmal darauf aufmerksam, dass der Standard so einen Kommentar geschrieben hat. Das wird Dieter nur besonders freuen, wenn er noch ein bisschen Sichtbarkeit bekommt.
01:06:25 Frederik von Castell
Und grundsätzlich, wenn ihr euch fragt, worüber wir hier gerade reden. Das soll ja auch ab und zu vorkommen bei manchen Menschen.
01:06:32 Gavin Karlmeier
Willst du das nochmal kurz einfangen?
01:06:34 Frederik von Castell
Oder ihr lasst es einfach. Weil es gibt tatsächlich Menschen, deren Geschäftsmodell ist es unfassbar. Dumme Dinge die ganze Zeit zu sagen und wenn sie dann andere aufgreifen und kritisieren, sich sogar noch darüber zu muckieren, dass es dann aufgegriffen wird. Und das ist dann Teil dessen, was Dann in so einen Kampf um die Meinungsfreiheit eben mündet, indem man sagt: so, oh, jetzt werde ich hier gecancelt. So, und das ist für manche Menschen, ist das ein Geschäftsmodell, schade, dass das auch im öffentlich-rechtlichen Rundfunk finanziert wird.
01:07:02 Gavin Karlmeier
Also wer das gar nicht mitbekommen hat, Dieter Nuhr, ein ehemaliger Comedian, hat ein Stück in seiner ehemaligen Comedy-Sendung gemacht, indem er sich. . Wie er sagt nicht, aber es ist ziemlich offensichtlich eigentlich in einer Art über Femizide lustig gemacht hat, in der er sich vor allem über die Opfer solcher Taten lustig gemacht hat. Und das hat jemand kommentiert, hat gesagt, ey, das ist scheiße, aber hat es deutlich elaborierter ausgedrückt als ich jetzt gerade und das wiederum nimmt Dieter nur zum Anlass, Klage zu erheben. Und damit ist eigentlich auch alles dazu gesagt.
01:07:37 Frederik von Castell
Wer eine exzellente Einordnung dazu lesen will, kann ich mal an die Kollegen, meine ehemalige Redaktion von Übermedien verweisen. Lisa Kräher hat das sehr toll bei Übermedien aufgeschrieben, aus einer sehr klaren Perspektive. Übrigens auch ein Kommentar, der in der Schärfe in der Klarheit, dem vom Standard nichts nachsteht, sehr ähnlich ist. Mit der Logik, wie gesagt, müsste die dann nur gerade ganz schön viele.
01:08:01 Gavin Karlmeier
Liebe Grüße an Lisa Krea, wir packen den Text in die Show notes. Coole Idee.
01:08:05 Frederik von Castell
Grüße an Lisa
01:08:06 Gavin Karlmeier
Hallo. Vorher habe ich aber noch was anderes für dich. Funktionen und Emotionen. Seit dem gestrigen Dienstag ist es möglich, bei WhatsApp den Nutzernamen zu reservieren. Zumindest. Einigen Personen, mir persönlich ist das immer noch verwehrt geblieben, also ich kann das noch nicht tun, aber du kannst jetzt bei WhatsApp deinen Nutzernamen reservieren. Und wenn du dir jetzt, ich hätte das nicht sagen dürfen, dass mein Nutzername noch nicht reserviert, das war jetzt wirklich ein Problem.
01:08:33 Frederik von Castell
Ähm, was? Ich bin gerade, ähm, Entschuldigung, nee, äh. Sorry, mein Nutzername reservieren? Was heißt mein? Also jetzt bin ich, jetzt bin ich Boomer. Was ist mein Nutzername bei WhatsApp?
01:08:43 Gavin Karlmeier
Gut, dass du folgst, Frederik, danke. WhatsApp hat vor einigen Wochen angekündigt, dass sie von dem reinen Telefonnummernprinzip auf Nutzernamenprinzip umsteigen möchten und dass es dann eben die Möglichkeit gibt, Leute über Nicknames bei WhatsApp zu adden.
01:08:58 Frederik von Castell
Was ja grundsätzlich immer eine gute Idee erstmal, zumindest für die User, ist. Also, dass ich nicht meine Telefonnummer zwangsläufig jedem geben muss oder andersrum, dass ich auch nicht über meine Telefonnummer für jeden gefunden werden muss in den verschiedenen Also Signal hat ja eine ähnliche Funktionsweise, Telegram sowieso. Ich fand das immer sehr toll, wenn ich eine Möglichkeit gefunden habe, meine Nummer von meinem Messenger-Konto loszulösen.
01:09:28 Gavin Karlmeier
Ich habe, während wir hier sind, habe ich die Funktion bekommen. Ich stimme dir zu. Aber heute hat jemand zu mir gesagt, und das ist, glaube ich, der valideste Punkt zu dem Thema, Klar, das kannst du so sehen. Ich muss nicht im Club jemandem meine Nummer geben, um Kontakt aufzubauen, sondern ein Nickname und dann hat er nicht meine Telefonnummer und kann mich deswegen in anderen Netzwerken auch finden und anrufen. Das stimmt. Andersrum, ich glaube nicht, dass du Spacey Freddy als Nickname nimmst, sondern du wirst dich wahrscheinlich Frederik von Castell nennen. Bedeutet, ich habe die Möglichkeit, dir plötzlich bei WhatsApp zu schreiben, die ich bisher nicht hatte. Und da weiß ich nicht, ob ich das möchte.
01:10:05 Frederik von Castell
Erklär nochmal, den letzten Punkt habe ich nicht verstanden.
01:10:08 Gavin Karlmeier
Naja, ich muss nur deinen, äh, ich kann ja dein Nickname erraten.
01:10:12 Frederik von Castell
Oh verdammt, jetzt ist es aufgeblumpt und ich habe es weggedrückt.
01:10:15 Gavin Karlmeier
Wie komme ich da jetzt wieder hin? In den Einstellungen ist ein Punkt, der heißt Konto und da ist ein Punkt, der heißt Benutzername und da kannst du das tun. Ah nee, du kannst aber einstellen, dass dich nicht alle Benutzernamen kontaktieren sollen. Aber. Was ich sagen möchte, die Falle ist halt da, die ist übrigens per Default, steht es auf alle natürlich. Das Problem ist, ich muss ja nur Frederik von Castell eingeben und kann dir eine WhatsApp-Nachricht schreiben, obwohl du das vielleicht gar nicht möchtest. Bist du noch da?
01:10:46 Frederik von Castell
Also ich sehe das jetzt gerade so. Ich habe das jetzt hier offen. Ich habe jetzt hier drei Optionen. Ich kann einen Benutzernamen erstellen. Ich kann den nehmen, den ich auch auf Instagram zum Beispiel verwende. Was ich jetzt ganz bestimmt nicht tun werde. Der ist übrigens at Frederik von Castell, deswegen, also thanks for nothing. Ich kann mir doch jetzt hier einen Namen geben.
01:11:10 Gavin Karlmeier
Klar.
01:11:11 Frederik von Castell
Also ich meine, gut, du kannst dich crazy friend nehmen. Mein Beispiel ist ja immer ein blödes, weil mein Name relativ selten quasi ist, beziehungsweise ich kenne jetzt niemanden, der genauso heißt. Aber
01:11:22 Gavin Karlmeier
Ich weiß nicht, wovon du redest.
01:11:24 Frederik von Castell
Stimmt, Gavin. Ich verstehe es immer noch nicht. Du willst doch gefunden. Nein, ach, du willst in deinem Fall, du willst nicht gefunden werden. Du willst nicht, dass jemand, der einfach nur sagt, ich hole mir jetzt den Karl Mayer bei WhatsApp und mach den Hund, dass der dich sucht und findet. Hast du schon geschaut, wie du, weil hier sind mehrere Einstellungen, die dahinter noch liegen, kann ich das vielleicht eben ausschalten? Kann ich das hier? Kontakt der ersten, zweiten, dritten Grades. Okay.
01:11:54 Gavin Karlmeier
Okay, du kannst nur einschalten, Person, die meinen Schlüssel kennt Und das ist ein Code, der dann generiert wird. Den man dann quasi mitgibt. Hier ist mein Nutzername, hier ist mein Code. Aber per Default sind es alle. Also Leute, wenn ihr Nutzername bei WhatsApp einstellt, überlegt euch genau, ob ihr einen leicht zu erraten Nutzernamen einstellen wollt oder ob ihr euch nicht doch Crazy Freddy nennen wollt.
01:12:14 Frederik von Castell
Den könnt ihr haben, den nehme ich ganz bestimmt nicht. Und Ich finde das jetzt gerade aber unter anderem auch deswegen ganz praktisch, weil ich das jetzt auch auf die also Andersrum beim Medium Magazinswelt jetzt denke ich mal andersrum. Ich habe noch eine Dienstnummer. Über diese Dienstnummer bin ich tatsächlich dann über WhatsApp auch erreichbar für Autorinnen und Autoren und so. Du hast meine private, ich glaube, du kennst meine Dienstnummer gar nicht. Bis wir beide. Super. So, ähm, was ich eigentlich immer wollte, ist, dass ich unter dieser Dienstnummer gar nicht personality-mäßig bin, sondern dass ich eigentlich unter der das Mediomagazin bin, damit ich das unter anderem auch, wenn ich mal in Urlaub gehe Einfach scheren kann mit jemandem aus meiner Redaktion, der das und übernimmt. Und damit auch klar ist die Ansprechebene an die Redaktion, so im Grunde. Gar nicht als So customer mäßig nach außen, sondern also intern im Grunde als die ansprechende War so Da finde ich das jetzt zum Beispiel ziemlich cool, das dann nicht mehr an meine Handynummer geknüpft zu haben, sondern an die Accounts. Aber vielleicht denke ich da jetzt auch zu Zu egoistisch und zu wenig altruistisch.
01:13:22 Gavin Karlmeier
Ich habe das Gefühl, ich habe in dir ein paar Dinge ausgelöst und du wirst da jetzt noch ein paar Wochen drüber nachdenken und dann, wenn du nächstes Mal hier. Wenn du nächstes Mal hier bist, verrätst du unseren WhatsApp-Nutzernamen.
01:13:32 Frederik von Castell
Und Crazy Freddy 3000.
01:13:38 Gavin Karlmeier
At Blaze Your Glory. Danke, dass du hier warst, lieber Frederik. Es war ganz schön heute.
01:13:43 Frederik von Castell
Oh, das heißt, wir reden nicht über Philipp Morris.
01:13:46 Gavin Karlmeier
Leider nicht mehr. Wir sind schon eine Stunde 15 drin.
01:13:50 Frederik von Castell
Schade. Ah.
01:13:54 Gavin Karlmeier
Willst du schnell gedacht?
01:13:55 Frederik von Castell
Heb dir das doch, nee, heb dir das doch noch auf.
01:13:58 Gavin Karlmeier
Okay, da reden wir am Freitag drüber mit Carsten Maria Müller, die dann hier ist. Die hat da bestimmt auch einige Emotionen zu. Vielen Dank, dass du hier warst. Ich wünsche dir und allen, die bis hierhin zugehört haben, eine wundervolle Restwoche. Wir hören uns, wie gesagt, wieder am Freitag mit Carsten Maria Müller. Wir beide hören uns bald wieder und wir sehen uns, wenn ihr möchtet, im Discord auf www. hakendran. org oder auf Campfire.
01:14:18 Speaker 4
Und tschüss. Tschüss.