Wir machen mal einen kleinen Deepdive. Denn der Begriff “Souveränität” taucht dauernd, ständig und überall auf. Einerseits muss man sagen: Na endlich! Denn die Bedrohung kommt von im Grunde von überall. Andererseits muss man sagen: Wie jedes Buzzword muss man dieses hier erstmal ein bisschen auseinandernehmen.
Torsten und Ich wurden zur DIGITAL X nach Köln eingeladen, um genau das einmal zu machen. Wie gesagt: Ein kleiner Deepdive!
Kapitelmarken
KI-unterstützt
- Hallo Torsten!
- Digitalen Souveränität jenseits des Serverstandorts
- Massive Cyberangriffe auf die Berliner Verwaltung
- 153 Millionen Führerscheine im Darknet
- Das Pentagon und maßgeschneiderte KI-Modelle
- OpenAI löst das "Preparedness-Team" auf
- Mistral AI: Europas Hoffnungsträger?
- Stadt Hannover kauft Microsoft 365 Lizenzen ohne erkennbaren Nutzen
- KI-gestützte Aggressionserkennung in Bremer Straßenbahnen
- Chinesische Forschungszugriffe auf das Fediverse
- Australien plant Opt-out für Algorithmen
- Tech-Führungskräfte entwerfen KI-freundliche G20-Forderung
- Elon Musk und die AfD
Transkript
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00:00 Torsten Beeck
Hallo Thorsten. Hi Gavin. Bei mir ist heute Thorsten Beeg und bei mir ist schon eine Lüge, aber ich fange vorne an. Das ist mein Chefredakteur. Chefredakteur Heise Medien und Ziehvater, journalistischer wenn man so möchte, mein Mäzen. Und wo sind wir hier?
00:15 Gavin Karlmeier
Wir sind in Köln mit einem wunderschönen Ausblick. Direkt am Rhein. Ist das wohl der Fluss hier, der durch Köln fährt? Das ist richtig, ja. Auf der Digital X und begleiten heute einen Tag die auf Einladung der Telekom und das Beste ist, in Köln ist auf einmal Sommer.
00:35 Torsten Beeck
Ja, das haben wir extra bestellt so. Es ist ganz schön, weil ich bin hier schon den ganzen Tag so rumgelaufen und wir sind nicht alleine hier, sondern es sind ganz, ganz viele Leute hier. Angela Merkel war heute hier, Robert Habeck ist heute hier. Und auf der Liste stand noch Markus Söder. Und ich dachte, wow, das ist die Chance. Für die Leute, die diesen Podcast viel hören, wissen. Markus Söder hat letztes Jahr den grauen Haken gewonnen, unseren Preis, für sein digitales Lebenswerk. Und dann habe ich erfahren, dass Markus Söder sich zuschalten lässt. Und meine These ist, weil er mitbekommen hat, dass wir hier sind.
01:07 Gavin Karlmeier
Ja, das habe ich aber auch von vielen Leuten gehört, dass der ein bisschen Angst hat. Und als er gesehen hat, dass du hier bist und sich dann überlegt hat, er lässt sich lieber aus der Staatskanzlei in München zuschalten.
01:17 Torsten Beeck
Ja, da hat er mich auch nicht reingelassen. Ich stand dauernd am Eingang und das war.
01:20 Gavin Karlmeier
Ich weiß, ich weiß. Das war irgendwie eine traurige Geschichte. Ich habe mir das so vorgestellt, wie du so im Regen in München stehst.
01:27 Torsten Beeck
Ja, ich darf nicht ins Detail gehen, aber ich sag mal, wir haben versucht, Bildmaterial zu produzieren, wie ich da versucht habe reinzukommen. Und es wurde so ein Spiegel-TV-mäßiger Beitrag, den ich nie veröffentlicht habe. Alles gepixelt, jede Stimme verzerrt und alle sagen, Leute dürfen den nicht rein.
01:42 Gavin Karlmeier
Ja, ich kann es mir richtig gut vorstellen.
01:44 Torsten Beeck
Aber deswegen sind wir gar nicht hier. sondern weil es ja um digitale Souveränität geht. Und deswegen wurden wir auch eingeladen. Und das finde ich nämlich so spannend, weil so Leute wie wir reden sehr viel über digitale Souveränität. Aber ich glaube, in ganz, ganz vielen Unternehmen kommt das Thema gerade erst auf. Und dann wird plötzlich darüber diskutiert, was machen wir denn jetzt, wie kriegen wir das denn hin, dass wir jetzt zum Beispiel nicht mehr darauf angewiesen sind, dauerhaft amerikanische Infrastruktur zu nutzen. Und das ist eigentlich ganz schön, dass hier mal so Leute eingeladen werden, die dann mit diesem Thema so on the nose konfrontiert werden, die dann hier sich das Ganze von Angela Merkel erzählen lassen können, damit sie dann auch feststellen, das scheint schon ein wichtiges Thema zu sein.
02:18 Gavin Karlmeier
Ja und die Zielgruppe sind halt auch tatsächlich Leute, die die Entscheidung treffen und die letztendlich auch vor diesem Problem stehen. Also das, was man ja immer wieder mitbekommt, ist, wenn man mit Leuten redet. die ganz konkret versuchen, sich ihre Abhängigkeiten zu reduzieren oder zu beseitigen, dass das alles gar nicht so einfach ist. Und dass man auch ganz schnell an Grenzen kommt und dass man immer irgendwie wieder mit US-Konzernen in Kontakt kommt. Und dann sind die Daten wieder irgendwo, wo man sie nicht unter Kontrolle hat oder wo andere darauf zugreifen können. Das ist tatsächlich was, da kann man hier heute eine Menge drüber hören. Und ich finde, was ich schon mitbekommen habe, ist tatsächlich dass Souveränität mehr ist als nur ein Serverstandort. Also nur die Daten in Frankfurt zu lagern. Reicht nicht aus, wenn der Betrieb und der Support und so von einem US-Unternehmen, also der Schlüssel zum ganzen US-Unternehmen gehört. Und wir haben da in der Vorbereitung schon einmal ganz kurz drüber gesprochen. Und ich tatsächlich, ich glaube, das ist ganz, ganz vielen Leuten gar nicht bewusst. dass der Cloud Act eigentlich diesen Schlüssel eben auch an die US-Behörden gibt.
03:31 Torsten Beeck
Ja, absolut. Also es reicht ja, wenn du in Deutschland Microsoft Teams benutzt, als Behörde zum Beispiel auch. Dann bist du in dem Moment, wo du einen Vertrag mit Microsoft hast, im Zweifel dem guten Willen der US-Regierung ausgeliefert, dass dieses Unternehmen nicht einfach so der Regierung die Daten weist. Das ist nämlich der Cloud-Act. Und was ich jetzt zum Beispiel mitbekommen habe, dass es eben diese T-Cloud gibt, dass die Möglichkeit besteht, dass du sozusagen zwar Nvidia-Hardware nutzen kannst, aber deinen Vertrag mit der Telekom abschließt. Das heißt, deine Daten tatsächlich nicht. über den Cloud Act einfach so abgeführt werden können. Und das könnte ich mir vorstellen, ist für Leute eine ganz gute Möglichkeit, sich da sozusagen auf leichtem Wege in die Souveränität rauszuziehen.
04:11 Gavin Karlmeier
Das heißt, die Hardware bleibt US-amerikanisch, aber das führt dann nicht dazu, dass auch Zugriff auf diese Daten genommen werden kann.
04:20 Torsten Beeck
Ganz genau, weil dein Vertragspartner ist eben nicht das amerikanische Unternehmen. Und das ist irgendwie ganz geil ausgedribbelt, habe ich so gedacht. Weil ich auch mir schon denke, naja, was wäre denn die Alternative jetzt gerade? Also welche deutsche Infrastruktur könntest du denn nutzen? Welche deutsche Hardware könntest du denn nutzen, wenn du dich davon kommst? Komplett lösen möchtest. Ja, mit deutscher Hardware wird es ein bisschen schwierig, ehrlich gesagt. Da wird es dann ein bisschen eng, ganz genau, ja. So, und das macht die, deswegen haben wir heute so ein bisschen hier was erfahren, zum Beispiel darüber, dass es eben hier Angebote für die Bundesregierung gibt. für die Verwaltung. Und das ist ein ganz schönes Thema eigentlich, weil wir dann auch direkt in die News kommen. Weil wir müssen über diesen Angriff auf die Infrastruktur der Berliner Verwaltung sprechen. Wie weit bist du im Thema Thorsten? So grob.
05:06 Gavin Karlmeier
Ich weiß, dass da über 5TB Daten irgendwo im Darknet aufgetaucht sind. sind und man nicht so richtig war, da auch relativ heikle Sachen dabei sind, also Daten aus Kraftwerken, Umspannwerken, Wasserwerken, Gefängnissen. Der Bundeswehr, also ein bunter Reigen an Informationen, von denen man eigentlich nicht möchte, dass sie irgendwo öffentlich zugänglich sind.
05:33 Torsten Beeck
Ja, genau. Und das ist halt, also, für die, die es nicht mitbekommen haben. Eine Hackergruppe hat sich die Daten der Verwaltung beschafft, die eben dort auf den Servern gelegen haben. Und zwar, wie du schon sagtest, über 5TB oder 1,4 Millionen Dateien. Bei denen es eben tatsächlich kritische Infrastrukturinformationen gibt, Notfallpläne, Unterschriften von BürgerInnen, aber auch von MitarbeiterInnen der Verwaltung. Also eigentlich all diese Daten, die man eigentlich ganz gerne irgendwie nicht so weggezogen haben möchte. Die Verwaltung wurde erpresst. Es wurde gesagt, wir hätten gern 30 Bitcoin, das sind so ungefähr 2 Millionen Euro. Auf diese Erpressungsversuche ist die Verwaltung nicht eingegangen und jetzt kann man sich die sozusagen aus dem Darknet rausziehen. Und das ist ein ganz guter Hinweis darauf, warum man sich vielleicht Gedanken über digitale Infrastruktur machen könnte, weil ich habe ein bisschen recherchiert und habe herausgefunden, dass Netzpolitik 2024. . darüber gesprochen hat, wie die LandesIT Berlin, das IDTZ Berlin, ungefähr 44 Prozent der Mittel gespart hat, um eben auf solche Naja, Dinge im Zweifel möglicherweise weniger gut vorbereitet zu sein. Also es gab da massive Ekürzungen der finanziellen Mittel, die am Ende, man will, ich kann jetzt keinen Zusammenhang herstellen, aber es ist natürlich, es liegt auf der Hand, ihn vielleicht trotzdem herbeizuziehen.
06:47 Gavin Karlmeier
Ja, man kann an der Stelle nicht wissen, ob jetzt zwei Millionen mehr den Angriff verhindert hätten, aber. 18 Millionen mehr ist gewesen. 18, okay. Es ist auf jeden Fall eine ganze Menge, aber was man auf jeden Fall sieht, ist, dass nach diesen Kürzungen genau die Technik die Angriffe erkennen soll. nicht funktioniert hat. Und das ist auf ganz, ganz vielen Ebenen tatsächlich katastrophal. Also es ist einer der schlimmsten Vorfälle in öffentlichen Netzen, die es überhaupt gibt. Also ich glaube, so nach dem Angriff auf den Bundestag Sicherlich einer der schwerwiegsten Vorfälle.
07:24 Torsten Beeck
Absolut. Es gibt die AG Kritis. Das ist eine Arbeitsgruppe, die sich genau mit kritischer Infrastruktur und IT-Sicherheit auseinandersetzt. Und deren Sprecher hat gesagt, das Land Berlin hat grob fahrlässig gehandelt. Und die Geheimschutzvorgaben nicht eingehalten. Und wenn das sozusagen schon ein öffentliches Statement in so einem Sachverhalt ist, muss man sagen, da wurde einfach mit den Daten der Leute nicht so umgegangen, wie man sich das wünschen würde, ehrlicherweise.
07:48 Gavin Karlmeier
Ja, und was halt auch tatsächlich interessant ist, dass ich glaube, es ist auch der Tagesspiegel, der geschrieben hat, dass die Mitarbeiter oder Mitarbeitenden Dokumente erstmal manuell durchsuchen mussten und überhaupt irgendwie da klarzukommen. Das ist schon wild, also wenn irgendwelche Hacker am Ende dabei besser sind, die Daten zu strukturieren und dann auch strukturiert zur Verfügung zu stellen. Als die Behörden selbst. Das ist schon auch schon Treppenwitz, nennt man sowas, glaube ich. Ja, leider schon.
08:14 Torsten Beeck
Und da reden wir jetzt über eine Verwaltung, aber wir reden ja auch sehr häufig darüber, wann geben wir eigentlich unsere Daten selber auch freizügig raus. Also wir erinnern uns an soziale Netzwerke, bei denen es Verifikationsverfahren gibt oder die Überlegung, ob wir das nicht Förderspäder für alle sozialen Netzwerke haben wollen. Ich erinnere an das Thema Social Media Verbot Sprechen wir nachher auch nochmal drüber. Aber gleichzeitig gibt es eben gerade die Geschichte, dass das FBI einen möglichen Datendiebstahl identifiziert hat. Bei dem 153 Millionen Führerscheine aus den USA und Kanada offengelegt wurden. Darüber berichtet der unabhängige Journalist-Blogger Brian Krebs. Brian Krebs. Der hat nämlich im Dark Web diese Sammlung gefunden und war irritiert, weil er seinen eigenen Führerschein darin gefunden hat. Und hat gesagt, das ist ein ganz guter Hinweis darauf, dass es hier möglicherweise tatsächlich ein valides Cyberverbrechen sein könnte, was da passiert ist. Und er sagt, sein eigener Führerschein war zwar als kostenlose Probe sozusagen herunterladbar. Die anderen hundert 52. 99. 000 und so weiter. Aber nicht nur seiner. Die hätte man sich dann kaufen müssen. Aber er sagt. Es stört ihn nicht, dass er seine Daten irgendwo sieht, daran ist er gewöhnt, aber es ist ärgerlich, dass er auch Informationen über Freundinnen und Familienmitglieder jetzt findet. Und es ist nicht ganz klar, woher diese Daten kommen, diese 153 Millionen Führerscheine, aber das sollte uns allen eine Meinung sein, vielleicht nicht im Personalausweis zu fotografieren, vor allem wenn man nicht so ganz genau weiß, was machen die Leute damit. Oder wenn es an ein Unternehmen geht, das vielleicht noch nicht so lange gibt. Oder, oder, oder, oder.
09:43 Gavin Karlmeier
Ja, ich meine, wir haben diese Diskussion schon oft geführt. Dieses beweist uns, dass ihr wirklich 18 seid. Grund, also der Grund ist nachvollziehbar. Wir haben aber auch immer gesagt, es könnte schon ein bisschen problematisch werden, gerade wegen dieser Daten. Und natürlich müssen die Unternehmen irgendwie Mittel finden, das auch umzusetzen. Und dann ist natürlich der einfachste Weg, ein Führerschein oder ein Personalausweis. Und dann entstehen da halt Datensätze, die es in der Form so gebündelt einfach früher nicht gab.
10:08 Torsten Beeck
Und eigentlich nicht geben darf. Weil die Frage ist ja, was möchtest du mit dieser Förderscheinkopie noch machen, wenn jetzt du deine Verifikation durchlaufen hast? Also.
10:16 Gavin Karlmeier
Ja, und das sind, da entstehen natürlich auch Daten, die anders sind als ein Passwort. Das ist im Grunde genommen das gleiche Problem, dass auch ein Fingerabdruck macht. Ein Passwort kann man ändern. Mein Gesicht, mein Foto, mein Geburtsdatum, das sind alles feststehende Informationen. Die dann auch wieder woanders genutzt werden können. Und also gerade wenn es um Identitätsdiebstahl geht oder irgendwelche windigen Banken, die mit so einem Ausweisscan Kredite vergeben und solche Späße. Das kann schon auch für die Einzelnen richtig, richtig persönlich bitter werden.
10:47 Torsten Beeck
Ja, aber es fängt ja auch schon im Klein an. Also mir ist das zum Beispiel, jetzt sehe ich eine persönliche Anekdote, Thorsten. Bist du bereit? Ich bin sehr gespannt vor allen Dingen. Ich habe mal über ein Kleinanzeigenportal etwas kaufen wollen. Und habe dann mir, weil das ein Produkt war, das ich gerne haben wollte, das aber jetzt nicht 6 Euro gekostet hat, sondern ein paar Mark mehr, mir den Personalausweis des Verkäufers schicken lassen. Was vielleicht nicht der beste Weg war und ich hätte es mir vielleicht, ähnlich, aber ich brauchte irgendwie eine Verifikation. Und im Laufe des Verfahrens kam mal daraus, dass dieser Personalausweis offensichtlich von einem anderen Käufer Vorher an diesen Betrüger, das ist der Spoiler der Geschichte, geschickt worden war, mit dessen Namen sich diese Person dann einfach ausgegeben hat. Das ist relativ simpel, ein relativ simples Dreieckssystem. Aber das funktioniert halt sehr gut, weil ich lasse mir jetzt deinen Ausweis schicken, stelle ein Produkt, das ich nicht besitze, online und sage, ich bin Thorsten Weg. Und dann sagen Leute, ja, kannst du das denn beweisen? Dann schicke ich deinen Personalauslass weiter, weil ich den ja von dir habe. Das ist einfach und klug.
11:46 Gavin Karlmeier
Hast du dann auch tatsächlich am Ende einen echten Schaden davon gehabt? Ja. Das ist nicht so gut. Das war sehr ärgerlich. Aber ehrlich gesagt. Da könnte jeder drauf reinfallen, ehrlich gesagt.
11:55 Torsten Beeck
Hundertprozentig. Also da muss man gar nicht so viel für tun. Ja, ist schon ein paar Jahre her, ich habe es mittlerweile verdaut. Und abgeschrieben. Aber es ist ein bisschen ärgerlich, war es trotzdem, ehrlicherweise. Vor allem, weil das Ärgerliche ist ja auch. Also anderes Thema, aber dass dann die Verfahren, das sozusagen zu überprüfen und die Anzeige sozusagen weiterzuverfolgen, da fehlen die Kapazitäten für bei den Verfolgungsbehörden. Das heißt, das hat auch zu gar nichts geführt.
12:22 Gavin Karlmeier
Ja, glaube ich sofort. Aber ja, das ist auch tatsächlich, also man hört das immer wieder und man denkt ja auch selber immer, sowas passiert mir nicht. Da bin ich zu erfahren. Also mir kann sowas nicht passieren. Ich arbeite beruflich mit dem Internet, ich kann nicht betrogen werden. Absolut. Ist mir zum Glück noch nicht passiert, aber ich glaube, so ein Dreiecksbetrug ist etwas, wo man ganz, ganz wenig gegen tun kann
12:48 Torsten Beeck
Wir wollen ein bisschen über Souveränität sprechen und da müssen wir mal so ein. . Das ist nicht direkt ein Souveränitätsthema, aber es ist ein Thema, das glaube ich interessant ist. Denn das Pentagon hat jetzt eigene Versionen von ChatGPT und Grog, nämlich ChatGPT Mill und Grog for Government. Was ein interessanter Hinweis ist, weil wir wissen, dass die US-Regierung mit vielen dieser Unternehmen längst Verträge hat, dass sie aber jetzt sozusagen eigene Versionen aufbereitet bekommen, die möglicherweise auch ein bisschen leistungsfähiger sein könnten als die Teilnehmer tatsächlich offene Modelle, die wir selber nutzen dürfen, also offen in Anführungsstrichen, dieser KI-Unternehmen. Ist trotzdem interessant, weil wir ja auch wissen, dass die US-Regierung sich jedes Modell einmal vorher zeigen und lässt und freigeben lässt. möchte, bevor es dann tatsächlich auf den Markt kommt. Ich finde das einen interessanten Hinweis darauf, wie man dann am Ende doch als Europa oder als jedes andere Land, als die USA, möglicherweise dann das Nachsehen hat, wenn die Infrastruktur dann nicht aus den eigenen Reihen kommt.
13:42 Gavin Karlmeier
Also mich hat tatsächlich die Größe der Nutzeranzahl überrascht. Also 1,7 Millionen Nutzer. die das schon regelmäßig nutzen im Verteidigungsministerium bzw. in den angeschlossenen Behördenstrukturen und dem Militär fand ich ziemlich viel. Ich finde es eigentlich spannend, wie schnell die damit sind. Weil in deutschen Unternehmen ja oft noch darüber diskutiert wird, dürfen Mitarbeiter Chat-GPT benutzen oder dürfen sie irgendwie generative KI überhaupt benutzen. Und das Pentagon sagt, ja klar, wir bauen da halt eine kontrollierte Instanz drum und dann können die das benutzen. Ich bin nicht, dass ich jetzt ein großer Fan des US-Kriegsministeriums bin, wie das ja heißt, aber im Grunde genommen sagen die halt, ja, wir verbieten das nicht, wir stellen das kontrolliert bereit. Und also das ist schon interessant. Und das ist ja auch nochmal etwas, was dann wiederum interessant ist, welche KI oder mit welchen Partnern die zusammenarbeiten.
14:44 Torsten Beeck
Also ich weiß jetzt auch nicht, ob Grog da die beste Wahl ist, aber da sind natürlich die Wege ein bisschen kürzer. Absolut, ja.
14:50 Gavin Karlmeier
Und mit Anthropic hat man ja so das ein oder andere Gespräch schon gehabt und Anthropic Entropic versucht sich ja so ein bisschen als die Guten zu positionieren und ihre Ethik, die sie in die KI nach eigenen Angaben zumindest eingepflanzt haben, nicht aufzugeben. Ich finde, Grog ist auf jeden Fall eine Alternative eine Alternative, die nicht so zimperlich ist.
15:17 Torsten Beeck
Ja, das kann man wohl so sagen. Ich finde es aber auch krass, die Zahl und man muss sie allerdings so ein bisschen, glaube ich, in Relation setzen. Im Verteidigungsministerium arbeiten drei Millionen Menschen.
15:26 Gavin Karlmeier
Naja, trotzdem, wenn da schon 1,7 Millionen davon das nutzen. Ja, aber was heißt das denn?
15:30 Torsten Beeck
Also wenn die eine automatisierte Zusammenfassung ihrer E-Mail angezeigt kriegen in ihrer Software, dann gelten sie wahrscheinlich als NutzerInnen. Ja, schätze ich?
15:38 Gavin Karlmeier
Ja, aber sich und sicher, ich finde das trotzdem. Also wenn man sich jetzt große Unternehmen in Deutschland anguckt bin ich mir nicht sicher, ob mehr als die Hälfte der Mitarbeitenden würden jetzt schon sagen, ich bin aktiv Nutzer von KI-Plattformen, die mein Unternehmen mir bereitstellt. Also die nutzen irgendwas und die nutzen irgendwie Gemini und ChatGPT und so. Aber ich glaube, dass die wenigsten Unternehmen wirklich so weit sind, dass sie sagen können. Wir haben hier etwas, das sicher datenschutzkonform und sowas für unsere Mitarbeiter funktioniert.
16:10 Torsten Beeck
Ja, was ich mich so ein bisschen frage, ist, ob das also Klar, wir diskutieren immer über Adoption und wie kriegen wir es hin, dass die Leute das schon nicht.
16:17 Gavin Karlmeier
Wenn nicht sogar Adaption. Bitte? Wenn nicht sogar Adaption.
16:20 Torsten Beeck
Das habe ich gesagt. Ich glaube, du hast Adoption gesagt. Vielleicht auch das. Aber auch schon. Ich habe jetzt Grog adaptiert. Mach doch mal ein bisschen. Entschuldigung. Nee, ist okay. Aber die Frage ist halt, will man einfach nur die Zahlen schön halten? Also willst du sagen, ja alle unsere Mitarbeitenden nutzen jetzt die KI, die wir ihnen anbieten? Oder sollte man sich nicht vielleicht überlegen, ob die Automatisierungsverfahren, die dann Im Köcher sind sozusagen vielleicht dann genutzt werden sollten, wenn sie sinnvoll sind und es sich ergibt?
16:49 Gavin Karlmeier
Ja, selbstverständlich. Aber nun ist das US-Militär auch jetzt nicht Nasdaq notiert und muss jetzt irgendwie damit angeben, wie viele Leute irgendwie super effizient Krieg führen mit KI. Ich finde es erstmal ist es interessant, dass die sich, wie die sich verhalten und wie schnell die tatsächlich Wege finden, das wirklich nutzbar zu machen und es legal innerhalb des Unternehmens, in Anführungsstrichen zur Verfügung zu stellen.
17:14 Torsten Beeck
Ja, ich habe halt immer so die Sorge, gerade in solchen Bereichen, dass du da Leute hast, die dann sich darauf verlassen, was da als Antwort rauskommt. Und bei einer Zahl von 1,7 Millionen Menschen weiß ich nicht, ob die Schulungssysteme so schnell sind, dass man die Menschen dann auch entsprechend mit Informationen aus.
17:31 Gavin Karlmeier
Ja, das ist hundertprozentig so. Natürlich sind das Militär oder irgendwelche Rüstungsanbieter und so sind keine normalen Unternehmen oder Behörden, gar keine Frage. Die Frage ist halt an der Stelle natürlich so ein bisschen auch, sind dann OpenAI, Google Entropic, XAI, sind die dann einfach so normale Softwareanbieter? Oder muss man da auch nochmal anders drauf schauen und die gegebenenfalls auch nochmal anders regulieren und den Einsatz auch nochmal anders regulieren?
18:00 Torsten Beeck
Also wir wissen, dass die das Verteidigungsministerium beim Angriff auf Venezuela tatsächlich auch schon mit Claude damals noch zusammengearbeitet hat? und sich sozusagen die Pläne ein bisschen hat schreiben lassen. Und ich halte das gerade in so einem Bereich fast schon für irrsinnig, ehrlicherweise, ist doch mein Gefühl.
18:19 Gavin Karlmeier
Ja, es gab das gab es nicht, dass auch das in Teheran KI unterstützt, eine Schule für einen Stützpunkt gehalten wurde. Ja, Fehler passieren da, also gar keine Frage. Aber ist das nicht ein Bereich, in dem man das nicht hinnehmen darf eigentlich? Ja, hundertprozentig. Die Frage ist an der Stelle auch, aber machen Menschen das besser? Also, stimmt. Ich glaube, das Problem ist, was, also wir reden ja jetzt erstmal nicht davon, dass da Waffensysteme mitgesteuert werden. Ich weiß ja nicht, was diese, also nicht alle 1,7 Millionen Menschen werden aktiv in Kriegshandlungen einbezogen sein, sondern die machen wahrscheinlich erstmal so Behördenkram.
18:57 Torsten Beeck
Also die Formulierung ist dokumentenintensive Routineaufgaben im nicht als geheim eingestuften Bereich.
19:03 Gavin Karlmeier
Ja, also ich glaube, ich bin da wirklich, ich bin da alles andere als Experte. Ich glaube, das große Problem ist aber. Dass die da, wo KI unterstützt, tatsächlich über Leben und Tod entschieden wird. Da sagt man ja immer, da muss Human in the Loop sein und da muss es irgendwie Entscheidungen geben, wo noch ein Mensch drüber guckt. Die Wahrheit wird sein, dass diese Systeme so schnell sind und so schnelle auch Reaktionen erfordern, dass die das bloße menschliche Überwachen am Ende nicht mehr eine menschliche Entscheidung ist. führt zu irgendwie so halbautomatischen Kriegen im schlimmsten Fall, wenn man so den Leuten glauben will, die eher düster auf die Zukunft schauen. Ich glaube, das führt uns ein bisschen weit weg von dem, wo wir uns ganz gut auskennen. Aber ich glaube, also tatsächlich, ich würde es eher erstmal so betrachten, dass es. . Dass Unternehmen eine sichere KI-Nutzung erstmal gewährleisten müssen. Wie sie das denn machen, ist erstmal eine Plattform bereitzustellen, in der man sich sicher bewegen kann. Und du hast natürlich auch vollkommen recht, da gehören auch Schulungen dazu und da gehören Guidelines dazu. Und was die Leute dann da mit diesen Plattformen machen. Und ich man mag sich das immer gar nicht so ausmalen, was da so für Dokumente wie bearbeitet werden. Aber es ist alle mal besser, als wenn die das einfach bei Gemini reinschmeißen.
20:22 Torsten Beeck
Ja, das ist hundertprozentig richtig. Eine Meldung, die damit überhaupt nichts zu tun hat, OpenAI hat ihr Preparedness-Team. Prepared.
20:31 Gavin Karlmeier
Was macht denn ein Preparedness-Team?
20:33 Torsten Beeck
Es ist prepared. Und zwar für katastrophale Situationen, die durch KI-Modelle ausgelöst werden. Also die war dafür zuständig, schwerwiegende und potenziell katastrophale Risiken zu untersuchen, wie zum Beispiel das Risiko, dass sie bei der Entwicklung biologischer, chemischer oder nuklearer Bedrohungen helfen könnten. Oder wie hier heise. de schreibt, vielleicht schon mal gehört, dass sie eigenständig Hacking Face hacken könnten. Mein Gott, ist das schwierig. Sorry, wir haben 400 Grad in diesem Raum. Das stimmt überhaupt nicht. Aber es gab eben dieses Team, das sich genau anschaut, wozu ist eigentlich unsere Software in der Lage. Dieses Team wird jetzt aufgelöst und dann interdisziplinär auf alle anderen Teams aufgetragen.
21:13 Gavin Karlmeier
Ja, das klingt für mich trotzdem nicht wie wir schaffen Sicherheit ab. Also das kann ja organis durchaus sinnvoll sein, Safety und Security in Produkt- und Forschungsteams zu integrieren. Im Idealfall sitzen Security-Teams in IT-Entwicklungsabteilungen auch nicht separat, sondern sind Bestandteil von Entwicklungsprozessen. Ich werde da jetzt, also ich finde, ich verstehe schon die Punchline, aber ich glaube ehrlich gesagt nicht. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass man bei OpenAI Security grundsätzlich abschafft.
21:48 Torsten Beeck
Nein, das glaube ich auch nicht. Es hat sich natürlich jetzt so gefügt, alles ineinander, wie du schon sagst. Auf der anderen Seite, wenn OpenAI jetzt gerade damit so groß rumtrommelt, dass sie sagt, unser neues Modell ist de facto die AGI-Ära. und wir haben jetzt Systeme, die sich selbst verwalten und so, dann sind wir wahrscheinlich auch an einem Punkt, wo auch da eher Human in the Loop geholt wird. Was übrigens kleine Empfehlung von mir, ein Text vom lieben Kollegen Dennis Horn. Zum Thema Human in the Loop und warum das in Redaktionen zum Beispiel gar nicht so eine clevere Idee sein könnte, weil Human in the Loop am Ende bedeutet, man lässt sich von der KI trotzdem erstmal was vorgeben, wo man nur noch Ja und Nein sagt und gibt sozusagen die Entscheidungsgewalt für den für den Impuls in dem Moment auch schon ab. Kleine Empfehlung, die ich mal in die Shownotes packe.
22:32 Gavin Karlmeier
Habe ich auch gelesen und gerne gelesen und würde ich auch so unterschreiben, weil natürlich. in dem Moment, wo ich mir schon mal eine Textstruktur vorgeben lasse, jeder Bias unsichtbar bleibt und tatsächlich das eigene Nachdenken immer weiter in den Hintergrund gerückt wird und auch das eigene Nachforschen und das Recherchieren, was halt einfach auch eine Kernaufgabe ist. Und ganz Platt würde ich auch immer sagen, wenn du dir nicht mal die Mühe gemacht hast, den Text zu schreiben, warum soll ich mir die Mühe machen, ihn zu lesen? Das ist tatsächlich. Ich möchte das einfach nicht.
23:07 Torsten Beeck
Und da sind wir über Bots reden mit Bots, LinkedIn.
23:09 Gavin Karlmeier
Ja, die können alle miteinander reden. Meinwegen LinkedIn kann meinetwegen nur miteinander reden. Das finde ich total gut. Alle reden mit ihren Bots.
23:18 Torsten Beeck
Ist jetzt schon so. Also wenn du dir überlegst, dass dieses als AI-Slot-Melden innerhalb von drei Wochen eine Million Mal genutzt wurde, das ist schon deutlich.
23:26 Gavin Karlmeier
Ja, das Problem ist ja, dass da einfach wahnsinnig viele LinkedIn-Berater rumlaufen, die sagen, ja genau so musst du das schreiben. Und also das, ja, du brauchst da gar nicht lachen. Da laufen ja Leute rum, die sagen, hey ja, und da musst du noch so ein Emoji da benutzen und so. Also alles was ich da lese ist einfach, also es ist gruselig von Hand geschrieben oder gruselig KI. Insofern, mich interessiert aber trotzdem, wer so neue Jobs hat und so. Deshalb gucke ich da gelegentlich mal, was die da so machen.
23:58 Torsten Beeck
Bin ich ja persönlich anders. Weil ich habe schon mal gesagt, LinkedIn ist für mich das, also bei LinkedIn kann ich für mich am stärksten Nachvollziehen, was junge Menschen für Herausforderungen bei Instagram erleben. Weil ich als Freelancer, vielleicht liegt es daran mich sehr stark vergleichen mit anderen. Und dann immer sehe, alle sind erfolgreicher als ich habe einen Preis und einen Pitch gewonnen. Und das macht mit mir was.
24:20 Gavin Karlmeier
Das ist nicht gut. Das ist das Gute, wenn man festangestellt ist, dann muss man nicht ganz so strampeln.
24:25 Torsten Beeck
Dann ist man eigentlich eh schon durch mit der Karriere. Ich bin durch, ja. Aber höher geht es auch nicht.
24:30 Gavin Karlmeier
Nein, ich bin, ich verstehe das und ich glaube auch tatsächlich, das ist. Zunehmend ein Problem, das einfach gesellschaftlich in allen Bereichen stattfindet. Dieses, sich zu vergleichen mit anderen, macht einfach unglücklich. Jedenfalls einige Menschen machen das unglücklich. Und klar, ich meine, wenn man sieht, dass Leute jeden Tag irgendwelche wahnsinnigen Erfolge posten und so, aber ist das wirklich bei dir so? Also was ich voll. Vielleicht habe ich nicht die richtigen Freunde auf LinkedIn. Ich auch nicht. Du musst einfach mit dich mit den coolen Leuten connecten und dann musst du selber deine Erfolge posten.
25:04 Torsten Beeck
Wer sind die coolen Leute? Ja, weiß ich nicht.
25:05 Gavin Karlmeier
Ich weiß nicht, wer da auf die heißen doch so, wie heißt das, Topoys. Die mit denen musst du dich connecten. Ich sag jetzt keine Namen. Ich sag jetzt keine Namen. Ich muss dann muss schnell an den, wenn ich das so sage, muss ich schnell an den Doppelgänger-Podcast ähm Denken. Die sind, glaube ich, uns auch. Also die sind mir zumindest mit der LinkedIn-Liebe sehr nahe.
25:28 Torsten Beeck
Ja, wobei sie da selber stark kommunizieren. Und ich glaube auch. Also ich würde betten, dass Pipplöckner hat einen Top-Voice-Badge. Kann gut sein.
25:35 Gavin Karlmeier
Aber der schreibt auch nicht so. Nein, der schreibt wirklich ein bisschen. Der schreibt kluge Sachen und der schreibt, sie sehen auch immer so schön hingerotzt aus, dass man jetzt nicht denkt, dass der jetzt da ein Vierteljahr drüber nachgedacht hat oder eine Agentur das geschrieben hat. Das finde ich ganz sympathisch. Ja, das stimmt.
25:49 Torsten Beeck
Wie sind wir da hingekommen? Achso, Preparedness Team. Ich wollte noch ein bisschen über Souveränität sprechen und Alternativen und so, weil das ja, ich will das so ein bisschen zum roten Faden machen heute. Und möchte mit dir beim Mistral sprechen. Erinnerst du dich noch an Mistral?
26:02 Gavin Karlmeier
Die Älteren erinnern sich.
26:04 Torsten Beeck
Mistral ist jetzt neue Zahl. Keine Sorge, liebe Hakis, mehr Business wird es nicht als das. Mistral ist jetzt 21 Milliarden Euro wert. Und das ist doch für ein europäisches KI-Unternehmen irgendwie eine gute Meldung, oder? Also es sind immer noch 830 Milliarden weniger als OpenAI, aber es sind immer noch 21 Milliarden mehr als die KI-Unternehmen, die wir beide so gegründet haben.
26:27 Gavin Karlmeier
Ja, das stimmt. Ich meine, dass die nicht kapitalseitig mit OpenAI oder so mithalten können, ich finde, das ist irgendwie gar nicht so der Punkt. Und vielleicht sind die auch gar nicht die relevantesten Wettbewerber. Aber und ich weiß auch nicht, ob Europa sowas wie unser OpenAI irgendwie braucht und ob es sowas überhaupt geben kann. Aber ein wettbewerbsfähiges Unternehmen, das Europa nicht vollständig von US-Anbietern abhängig macht. Da hat Mistral schon auch einen strategischen Wert. Auch wenn die wirklich, natürlich haben die ein Riesenproblem. Diese Probleme sehen wir ja in diesen ganzen Diskussionen. Natürlich ist Google stärker, weil Google ganz andere Möglichkeiten hat. Natürlich ist OpenAI stärker. Also ich glaube schon, da leitet sich auch so ein bisschen der Preis bzw. die Höhe der Bewertung ab. Mistral gilt, glaube ich, aus einer Brüsseler Perspektive schon als so eine geopolitische Absicherung dieses ganzen KI-Komplexes.
27:33 Torsten Beeck
Und ist die größte Eigenkapitalfinanzierung eines europäischen Technologieunternehmens überhaupt. Angeführt übrigens von Samsung. Ist jetzt nicht unbedingt ein europäisches Unternehmen. Wir investieren da sehr stark. Ich finde es trotzdem irgendwie interessant, weil wir halt irgendwie darüber nachdenken müssen. Ach, die Stimmung wird halt schlechter, ne? Die Stimmung mit den USA wird schlechter, die Stimmung mit China wird schlechter. Wir haben vielleicht auch gar nicht mehr so Bock, uns so da abhängig zu machen. Und da sind doch solche Möglichkeiten, die dann irgendwie zumindest aus demselben Wertekosmos kommen, eigentlich doch eine ganz schöne Nachricht.
28:07 Gavin Karlmeier
Na, ich glaube, also wenn wir hier auf der Digital Act sitzen, ist das schon ein wichtiger Bogen einfach. Die Telekom und Mistral sind halt Teil von einem europäischen KI-Stack. Also europäische Betreiber, europäische Modelle, europäische Daten, europäisches Hosting. Da sind dann immer noch Nvidia GPUs, die da rechnen, aber die finden halt in Europa statt und arbeiten in Europa. Und das ist halt so der Unterschied zwischen einer Autarkie, die man wahrscheinlich hardwareseitig kaum erreichen kann in einer realistischen Zeit, aber zumindest Souveränität, was die Verwendung der Daten angeht und das Hosting der Daten angeht.
28:49 Torsten Beeck
Und jetzt habe ich noch ein paar Geschichten, die so Die Gesinnsorkategorie, was Souveränität eigentlich auch ist, nämlich so vielleicht auch seine Entscheidung clever treffen, würde ich sagen Ich habe so eine Geschichte aus Hannover. Liebe Grüße nach Hannover. Denn die Stadt Hannover hat 75. 000 Microsoft 365 Lizenzen gekauft. Und haben dann festgestellt, dass sie eigentlich gar nicht so genau wissen, warum. Haben die dann im April gekündigt und festgestellt, dass sie niemand vermisst.
29:25 Gavin Karlmeier
Ja, das ist irgendwie wild. Also da sind die Datenschutzverträge irgendwie nicht so richtig durchdacht gewesen. Niemand weiß, wie das eigentlich eingeführt werden sollte. Aber. Wenn man das liest und wenn man die Stellungnahmen hört, dann ist eigentlich der wildeste Take dabei, dass die sagen, sie gar nicht so richtig sagen können, wofür sie eigentlich an den Schulen Microsoft 365 gebraucht haben. haben. Weil Datenschutzprobleme kann man lösen, man kann auch Verträge überarbeiten und so. Aber wenn niemand den Use Case kennt. . Warum man, wie viel waren das?
30:03 Torsten Beeck
75. 000 Lizenzen. Ja, 50.
30:05 Gavin Karlmeier
000, also irgendwie rund 350. 000 Euro, die da ausgegeben worden sind und es kann einem keiner erklären, wozu die Schulen das brauchen. Das finde ich tatsächlich wild und völlig unabhängig von Technologie oder Souveränität. Das wäre mit anderen Anbietern das gleiche Problem. Völlig egal, wo die Daten gehostet werden. Wenn man nicht mal weiß, wozu man das braucht, dann hat man ganz andere Probleme. Und das ist auch wirklich so ein klassischer Digitalisierungsfehler, der in Staaten oder in Behörden immer wieder vorkommt.
30:38 Torsten Beeck
Wir kommen aus dem Ruhrgebiet bei uns und sagt, man haben es besser als brauchen.
30:41 Gavin Karlmeier
Ja, aber das ist genau so. Das wird als Beschaffung verstanden. Also Digitalisierung ist beschaffen. Wir bekaufen, wir kaufen irgendwas. So, wir brauchen jetzt hier Microsoft 365 und dann läuft das alles. Aber mal irgendwie zu fragen, welches Problem wollen wir eigentlich lösen, was wollen die Schulen da eigentlich mitmachen, was brauchen die Schüler eigentlich. keine Ahnung, es gibt schon auch Alternativen, Daten zu verarbeiten. Es gibt dieses Moodle und Nextcloud als europäische Lösung oder keine Ahnung, vielleicht brauchen die eigentlich Good Notes, damit sie ihre Notizen gut verwalten können und E-Mail ist eigentlich komplett irrelevant. Aber ja, ich finde das finde das tatsächlich erschreckend. Und ich sage mal, so eine souveräne Software, die niemand braucht, ist dann irgendwie auch eine Fehlinvestition.
31:29 Torsten Beeck
Es gibt eine Taskforce jetzt bei der Stadt Hannover im Bildungsdezernat, die versuchen, das zu rekonstruieren, wie es passiert ist. Und also, hier steht der Zwischenbericht viel vernichtend aus. Trotz Nachforderungen ließ sich wegen unzureichender Dokumentation keine Akte zur Einführung erstellen. Man kann nicht feststellen, warum das angeschafft wurde, man weiß nicht, was man damit wollte. Man hat es dann wie gesagt gekündigt und ist niemandem aufgefallen. Immerhin hat man es gekündigt und nicht zehn Jahre weiterlaufen lassen. Das stimmt, aber es ist so ein bisschen wie die Geschichte, die ich hier mit Dennis im Podcast mehr erzählt habe, dass es so ein, also ein Unternehmen gibt, das Dennis und ich kennen, bei dem es nach ein paar Jahren aufgefallen ist, dass man ja eigentlich längst also immer noch Miete für ein Büro in einem anderen Land bezahlt, das aber keiner mehr nutzt.
32:16 Gavin Karlmeier
Ja, das ist ja wenigstens wenigstens keiner. Das ist ja einfach nur so ein Fehler, den kann ich mir erklären. Aber es muss ja an irgendeiner Stelle irgendjemand gesagt haben, da saßen ja wahrscheinlich mehr als zwei Leute zusammen, weil 300 50. 000 Euro kriegt man ja, die hat man ja auch nicht irgendwie auf dem Girokonto der Stadt Hannover. Da müssen ja Leute zusammengesessen haben und gesagt haben: das ist eine gute Sache, das machen wir und das entschieden haben. Aber da muss es ja zumindest irgendwie so eine Art Vorlage gegeben haben, wo irgendein Referent gesagt hat, das ist eine coole Sache, damit helfen wir den Schulen, digitaler zu werden.
32:50 Torsten Beeck
Das wird so gewesen sein, ja. Und wir bleiben noch kurz bei der Beschaffung. Wir haben heute wirklich so ein paar Themen, die so zusammenkommen, das passt irgendwie alles in so ein Bild. Und zwar wollte die Bremer Straßenbahn AG, wir kommen von Hannover nach Bremen. Wollt ihr eine Software kaufen, mit der mithilfe von KI Videoüberwachung gescannt wird, um zu erkennen, wenn irgendwo Dinge beschädigt werden? Und da haben sie einen Deal abgeschlossen mit der Softwarefirma JustAdai, die aber gesagt haben, wir haben diese Software nicht, aber wir haben Software zur Aggressionserkennung, die sie dann angeschafft haben, deswegen, weil ihnen das angeboten wurde. Und auch da wissen Sie noch nicht so ganz genau warum, aber Sie haben uns einen KI-basierten Verhaltenscanner einfach angeschafft, was erstmal aus Datenschutzperspektive ein Riesenproblem ist. weil ich gerne nicht dauerhaft mit Hilfe von KI überwacht werden möchte. Und wenn, dann würde ich es gerne wissen im öffentlichen Raum. Aber auch weil hier ja ursprünglich offensichtlich mal. . Also die Gelder zumindest mal zumindest für andere Dinge freigegeben wurden als für eine KI-basierte Aggressionsüberwachung.
33:49 Gavin Karlmeier
Ja, das ist sowieso ein bisschen die Frage, was ist Aggression in dem Kontext? Und das klingt ja so ganz objektiv, wenn man das sich so anhört. Da fehlt dann wahrscheinlich oft der Kontext, was dann so Aggression ist. Aber Das ist ja wohl auch in den Tests nicht so richtig gut gelaufen, wenn ich das so richtig verstanden habe.
34:09 Torsten Beeck
Also genau, es gab Probefahrten und es gab eine Testphase in einem Drittel aller Fahrzeuge und die Datenschutzaufsicht sagt. Die Ergebnisse waren zweifelhaft, ist das Zitat, aber es wirkt, das sei die Testphase nicht entscheidend für das weitere Vorgehen gewesen.
34:23 Gavin Karlmeier
Also man hat getestet und es war nicht gut und macht es aber trotzdem weiter.
34:29 Torsten Beeck
Dann führt man es ein.
34:30 Gavin Karlmeier
Das ist interessant. Ich finde das, also Videoüberwachung verändert sich halt nochmal in einer ganz anderen Qualität, wenn da KI-Funktionen quasi drüber gelegt werden. Also es ist ein großer Unterschied, ob. . . ein Mensch ein Video sichtet oder ob eine KI-Kamera menschliches Verhalten interpretiert und einen Verdacht erzeugt. Das ist schon ein krasser Schritt und das ist halt so eine grundsätzliche gesellschaftliche Diskussion, die man einfach führen muss. Glaubt man, dass das die Welt besser macht und natürlich die Chance hat, dass Dinge früher erkannt werden, die irgendwie passieren? dass man dann irgendwie immer mehr Überwachungen an allen möglichen Stellen hat, die man vielleicht gar nicht haben will.
35:16 Torsten Beeck
Und würdest du dich damit besser fühlen? Also ich glaube ja schon erstmal nicht, dass Menschen sich zwangsläufig besser fühlen, wenn sie dauerhaft gefilmt werden. Ich habe aber keine Studienlage, Blue. Wahrscheinlich kann man das jetzt im Discord nachlesen schauen.
35:28 Gavin Karlmeier
Ja, es gibt die Studienlage, gibt es da ganz bestimmt zu, dass ich glaube, das gibt so zwei Richtungen darauf. Ich glaube schon, dass Menschen sich subjektiv sicherer fühlen, wenn es Kameraüberwachungen in öffentlichen Verkehrsmitteln zum Beispiel gibt. dass aber tatsächlich, glaube ich, der Einfluss auf die Straftaten, die in diesen Räumen passieren, relativ gering ist, wenn ich das richtig im Kopf habe. Das kommt ja auch, also es ist auch ein Unterschied, ob man sagt, da läuft eine Kamera mit und wenn es einen Raubüberfall gab, dann kann ich bei der, kann die Polizei diese Daten abrufen. und kann gegebenenfalls einen Täter identifizieren. Oder da läuft eine Kamera, die permanent jeden Menschen wahrnimmt und sein Verhalten einordnet. Und dann der nächste Schritt ist ja dann selbstständig zum Beispiel Sicherheitsdienste zu rufen oder eben die Polizei zu alarmieren oder so. Und ich also ich fühle mich damit nicht sicherer.
36:24 Torsten Beeck
Nee, ich mich auch nicht.
36:25 Gavin Karlmeier
Insbesondere, wenn wir an den Anfang denken, wie viele Daten dann irgendwo dann mal en gros zum Abruf bereitstehen. Und wenn dann eben Videomaterial mit Gesichtserkennung kombiniert wird, dann weiß im Zweifelsfall habe ich halt einen Dump davon, wo du dich in den letzten fünf Jahren aufgehalten hast, weil du durch irgendwelche Kameras gelaufen bist.
36:45 Torsten Beeck
Also du bist sozusagen dann dadurch komplett durchleuchtbar. Es gibt ein Personenprofil und wenn du dich dann idealerweise auch noch, wenn du kontrolliert wirst oder wenn du Keine Ahnung, ein Ticket kaufst du am Automat mit deiner Karte. In dem Moment kann ich ja auch exakt zuweisen, wer diese Person da eigentlich gerade ist, wenn ich alle meine Daten zusammengehe. Führe. Ja, ja, klar. Möchte ich auch nicht. Ich persönlich finde mich übrigens nicht sicherer, wenn ich im öffentlichen Raum bin. Ich muss fairerweise dazu sagen, ich bin ein Mann.
37:11 Gavin Karlmeier
Du bist halt einfach privilegiert, du bist auch sehr stark, das muss kommen noch dazu. Das stimmt leider. Aber ich meine, weißer Mittelalter Mann hat halt natürlich im Zweifelsfall. . weniger Sorgen, irgendwie überfallen zu werden oder irgendwie bedroht oder dumm angelabert zu werden als zum Beispiel eine junge Frau. Ich weiß nur nicht, ob es am Ende einen irgendwie schützt. Also ich fürchte, deshalb meinte ich, ne? Also ich glaube, es gibt so ein subjektives Gefühl von mehr Sicherheit, es bringt nur am Ende nicht viel.
37:39 Torsten Beeck
Ja, aber ich bin trotzdem, wollte ich nämlich gerade sagen, ich bin halt ein Schisser trotzdem. Also ich traue mich oft auch nachts nicht raus und so. Was aber bei mir das Sicherheitsgefühl komplett vertausendfach ist.
37:49 Gavin Karlmeier
Ist eine Gelock, die du ein Bel bei dir trägst.
37:54 Torsten Beeck
Exakt. Deswegen kurze Werbung noch für unseren Nehm ist, wenn es beleuchtet ist. Also Parkhäuser, wenn sie dunkel sind, finde ich.
38:07 Gavin Karlmeier
Ja, das ist ja auch erwiesen so, dass irgendwie Parks, bei denen irgendwie um 22 Uhr das Licht abgeschaltet wird, irgendwie kein guter Ort sind und da nutzen auch Kameras nichts.
38:15 Torsten Beeck
Was aber ein guter Ort ist, zumindest wenn man die Leute fragt, die da unterwegs sind, ist das Fiddiverse. Und ich möchte mit dir kurz über das Fidiverse sprechen, nämlich wegen zweierlei. Und eine Geschichte, die ich ganz interessant finde, kommt von Martin Müller. Martin Müller ist einer der Betreiber vom Trötcafé und von München. social. Und der hat was Spannendes beobachtet, weil sie in ihren Zugriffsprotokollen. . extrem viele Abfragen bekommen haben. Allein am 22. August über 44. 000 Abfragen, wo überprüft werden sollte, wer da so unterwegs ist, wer da wem folgt, also wer da was postet. Also der Versuch sozusagen ein Netzwerk zu erstellen von den Leuten, die auf dieser Instanz dort angemeldet sind. Und zwar kommen die Abfragen alle vom selben Agent, nämlich von Academic Research Event Collection. Das klingt erstmal unverfänglich, kommt aber von der Shanghai Zhao Tong University, also eine Universität in China. Und erstmal sagen wir auch, und vor allem die Leute im Fiddiverse unterwegs sind, aber wir auch, die Fans von Forschung sind im Generellen, dass Forschungszugriffe auf soziale Netzwerke uneingeschränkt möglich sein sollen. Also das war einer der Streitpunkte, die Elon Musker relativ schnell dicht gemacht hat. hat, als er Twitter übernommen hat. Aber natürlich muss man trotzdem sagen, ist es interessant, wenn so einen im großen Stil der Versuch einer Netzwerkabbildung von chinesischen Servern kommt, dann ist das zumindest bemerkenswert, würde ich sagen.
39:39 Gavin Karlmeier
Ja, das ist natürlich eine grundsätzliche Frage. Ist alles, was öffentlich abrufbar ist, auch frei aktiv? aggregierbar. Dieses Problem haben wir als im journalistischen Umfeld momentan natürlich auch. Also wir haben auch eine ganze Menge Bots. die bei uns Inhalte, anders als die Crawler der Suchmaschinen, die Inhalte indexiert haben, die tatsächlich vollständigen Zugriff auf Daten nehmen. Und es ist am Ende technisch verhältnismäßig einfach. Die Frage ist halt, ob es gesellschaftlich auch erlaubt sein sollte, weil man kann natürlich über diese Social Graph-Beziehungen eine ganze Menge herausfinden, so etwas wie Interessengruppen, politische Milieus, persönliche Netzwerke und diese ganze Struktur in der Community. Und Es ist halt einfach grundsätzlich auch was anderes, ob man uns beide einmal dabei fotografiert, wie wir zusammen irgendwie an der Straße einen Kaffee trinken.
40:35 Torsten Beeck
Oder in einem Glaskasten am Rhein. Oder in einem Glaskasten am Rhein auf der Digital X.
40:41 Gavin Karlmeier
Oder ob jemand systematisch jedes Mal, wenn wir einen Kaffee trinken, das erfasst und aggregiert. Und ich finde das schon wichtig, also das Fediverse hat ja gerade den Vorteil, dass es offene Protokolle hat, dass es interoperabel ist. Und da ist ja, da steckt ja ganz viel drin, wo man sagt, naja gut, ist ja klar, wenn du so viel Offenheit hast, passiert das auch. Und deshalb ist natürlich auch Also Zugang zu Forschungsthemen oder so, das ist ja etwas, was Forscher auch fordern. Aber gleichzeitig ermöglicht das natürlich auch irgendwie so Scraping und KI-Training. KI-Training, wie Experten sagen. Und das ist schon etwas, was völlig unklar ist. Diese Daten sind ja per se erstmal öffentliche Daten.
41:32 Torsten Beeck
Ja, es gibt halt nur in der Forschung eigentlich so Dinge, an die man sich so aus Fairnessgründen hält. Also dass du zum Beispiel so eine Art Ethikrichtlinie hast, dass du dokumentierst, dass du häufig anonymisiert, alles erfasst. Und da schreibt nämlich Michael Müller, Martin Müller, Entschuldigung, dass diese ganzen Daten hier überhaupt nicht vorliegen, sondern es ist einfach ein völlig. . Unbekannter Zugriff vom Netzwerk Provider China Next Generation Internet und sammelt eben genau diese Informationen.
42:01 Gavin Karlmeier
Also man kann ja da ganz viel reingeheimnissen. Im Zweifelsfall ist es irgendein Doktorand, der ein Skript geschrieben hat und irgendwas für seine Doktorarbeit macht. Oder eben jemand anders. Das ist halt tatsächlich, aber also wissen können wir das nicht. Aber es gibt da auch tatsächlich keine Lösung für außer Fairness.
42:20 Torsten Beeck
Stimmt. Er hat diese Agent ausgesperrt. schreibt er. Und zwar nicht, weil er das Schlimmste annimmt, sondern weil er es nicht einordnen kann und die Beweis, was bei dem liegen sollte, der Beziehungsdaten erhebt. Ist auch vollkommen richtig.
42:34 Gavin Karlmeier
Und ich glaube auch, wenn man sauber arbeitet und wenn man irgendwie ein Uni-Projekt hat und Daten auswertet, dann ist es gerade bei so einer Geschichte ja relativ einfach Betreiber zu kontaktieren und so, was ja auch passiert, und das darf man ja auch nicht unterschätzen, da entstehen ja auch Kosten. Also auch der Traffic, der da entsteht, die Hosting-Kosten und sowas. Das ist ja nicht ganz unerheblich und kann gerade bei so freien und kleinen Projekten schon auch zu einem Punkt kommen, wo man sagt, wir müssen die aussperren, weil uns das sonst richtig teuer zu stehen kommt.
43:05 Torsten Beeck
Ja. Und wir bleiben kurz bei Martin Müller, denn Martin Müller ist nicht nur der Instanzbetreiber dieser beiden Instanzen, sondern er hat eine neue Videoplattform. gebaut, für die Stream. Und wir gucken ja voll gerne auf so Entwicklungen, die so im dezentralen Bereich passieren, weil wir da, also ich kann nicht für dich mitsprechen, Thorsten. Es tut mir leid, ich habe das ja anmaßend behauptet. Aber wir publizieren diesen Podcast ja als Video auch bei Peertube. Und Das schreibt aber Martin Müller, ist von Leuten gebaut, die sich mit Technik auskennen, für Leute, die sich mit Technik auskennen. Das ist keine Kritik, sondern eine Entscheidung mit guten Gründen, aber man merkt es an jeder Ecke. Und er macht jetzt quasi einen Gegenentwurf. Im Fiddiverse will er eine Videoplattform bauen, die sich ihm nicht so anfühlt und die eben eher darauf gebaut ist, dass man da entspannt easy Videos konsumieren kann, ohne das Gefühl zu haben in so einer. Techno-Boy-Welt unterwegs zu sein.
43:57 Gavin Karlmeier
Ja, ich glaube, das ist ja das Problem all dieser eher offenen. Plattformen, also ob es Mastodon ist oder also das Fediverse als solches, weil sucht ihr mal zuerst eine Instanz aus, ist halt so ein Onboarding, das jetzt für einen normalen Nutzer schon mal schwierig ist, mal abgesehen, ob da überhaupt Leute sind, den ich folgen möchte, das ist ja leider das Problem bei solchen Netzwerken, wenn da viele Leute sind, sind da viele Leute. Das ist übrigens gleichzeitig auch ihre Chance.
44:27 Torsten Beeck
Nein, nein, absolut, absolut.
44:30 Gavin Karlmeier
Aber ich finde das eine ganz interessante Idee, dass man da auch sein bestehendes Konto weiterverwenden kann und dass es da irgendwie Short-Video gibt. anderen Regeln folgt. Insbesondere deshalb, weil es natürlich erstmal nicht kommerziell ist, führt es vielleicht nicht dazu, dass es hauptsächlich auf Stickiness und Werbeausspielung Optimiert ist.
44:53 Torsten Beeck
Auch das ist wahr. Aber interessant ist, dass er sagt, er hat es nur leise auf seinem Fediverse Masteron-Account gepostet und innerhalb von fünf Minuten hat er 985 Server-Anfragen bekommen von anderen Fediverse-Servern, die damit sich ver binden wollten. Das heißt, es gibt offenbar eine große Nachfrage und anders als bei PeerTube musst du halt keinen neuen Account erstellen, sondern meldest dich mit deinem bestehenden Fediverse-Konto an. Was irgendwie gut ist und eigentlich genau die Richtung, weil diese die Wir sind, wie gesagt, Fans davon, aber wir sehen auch sehr häufig die Herausforderungen von Feliverse-Angeboten, dass sie eben eigentlich mal ein bisschen schwierig sind. Also dass du ein Verständnis dafür haben musst, dass du eine Instanz auswählen musst, dass du dann hier ein Konto hast und da ein Konto im Zweifel. Und so weiter und so weiter. Und das möchte eben alles damit lösen. Und ich glaube, das ist genau der Ansatz, wie es klappen kann.
45:37 Gavin Karlmeier
Ich finde es total spannend und ich finde es vor allen Dingen spannend, dass Leute das quasi so mal aus dem Ärmel schütteln. Das finde ich schon sehr, sehr beeindruckend. Und es wird trotzdem, also auch in dem Moment, wo da kein Algorithmus drüber läuft, der dir Inhalte empfiehlt, da bekommt man als Nutzer mehr Kontrolle. Das ist ja irgendwie so das ist immer so dieses, wir romantisieren ja so ein bisschen dieses Twitter von früher gerne mal. Da waren da aber auch sehr viel weniger Leute, da war auch nicht so viel zu kuratieren. Das stimmt. Und die Frage ist natürlich auf solchen Plattformen, wie kann denn ein neuer Creator Sichtbarkeit für gute Inhalte bekommen. Das ist dann auch wiederum gar nicht so trivial.
46:14 Torsten Beeck
Und w ja Die Frage ist ja, wenn wir nicht auf Stick Industrien wollen, wie willst du es machen? Also, wie löst man das Discovery-Problem, wenn jeder sein eigenes Angebot hat?
46:28 Gavin Karlmeier
Ja, kann ich dir auch nicht sagen.
46:30 Torsten Beeck
Ich weiß nicht, bei Podcasts ist genau das gleiche Dilemma.
46:32 Gavin Karlmeier
Ja, Podcasts funktionieren, weil es Plattformen gibt, die Podcasts aggregieren. die das auch nicht in irgendeiner Weise demokratisch machen, sondern so wie es ihnen gerade so passt. Man sieht das ja auch, wenn irgendein Podcast von uns irgendwo mal empfohlen wird, dann sieht man das auch in den Hörern, was schön ist und worüber wir uns auch freuen. Aber im Grunde genommen ist halt die Podcast Top Ten, ob es jetzt bei Apple oder bei Google oder auf irgendwelchen anderen oder eben bei Spotify ist, das regelt schon extrem.
47:04 Torsten Beeck
Ich finde, die Podcast-Discovery ist immer noch ein ungelöstes Problem. Also es funktioniert nicht, nicht nur, weil es immer redaktionell und händisch gemacht wird oder größtenteils händisch. Sondern auch deswegen, weil es keine, es gibt das System nicht von du hörst das und neun andere, die das hören, hören das auch. Also bieten wir dir das an, was die neuen anderen auch hören. Eigentlich, und es wäre so simpel, sowas zu bauen. Ich muss los.
47:29 Gavin Karlmeier
Ja, ich glaube, das Problem bei Podcasts ist so ein bisschen das Problem, das ich auch bei Amazon habe. Wenn ich eine Waschmaschine bei Amazon gekauft habe, kriege ich in den Wochen drauf sehr, sehr viele Waschmaschinen angezeigt. Und dann frage ich mich, wie viele Waschmaschinen kann man dann wohl so kaufen? Das gilt auch ein bisschen für Podcast. Podcast, weil nur weil ich irgendwie, weiß ich nicht, einen Geschichtspodcast höre, will ich nicht alle Geschichtspodcasts vielleicht hören. Und dann kriege ich aber alles reingepusht, was irgendwie im Kontext steht. Also gute Discovery gibt's da einfach nicht.
47:59 Torsten Beeck
Ja, du müsstest den Kontext über andere HörerInnen, ey.
48:03 Gavin Karlmeier
Ja, aber wird das nicht gemacht? Also ich würde das mal Spotify oder Apple unterstellen, dass sie zumindest so einen Graph haben, wer hört was und wer was könnte dich interessieren.
48:13 Torsten Beeck
Ja, aber du müsstest den dann auch ein bisschen aussortieren, weil du ansonsten da auch immer alle Top-Ten-Podcasts drin hast.
48:18 Gavin Karlmeier
Ja, das stimmt. Und natürlich sind die persönlichen Verbindungen insbesondere bei Apple. . Deutlich geringer, also weil die gar nicht so eine hohe Social Connection haben.
48:29 Torsten Beeck
Was? Bist du etwa nicht bei iTunes Ping?
48:31 Gavin Karlmeier
Bei iTunes Ping und im Game Center bin ich sehr aktiv.
48:34 Torsten Beeck
Ah, sehr gut. Was heißt du da?
48:36 Gavin Karlmeier
Kann ich hier nicht sagen, weil ich habe da schon so viele Freunde.
48:39 Torsten Beeck
Ich habe übrigens eine Geschichte, die mir gerade einfällt, völlig anderes Thema, aber ich. Son so Reels, die ich im Moment immer wieder angezeigt bekomme. Es gibt eine Fast-Food-Kette in den USA, die jetzt einen KI-gestützten Bot am Drive-In haben. Und der Mensch, der dann eben da immer hinfährt, der wird immer nicht verstanden. Oder dann wird gesagt, tut mir leid, das haben wir nicht da. Und dann sagt er immer, ich hätte gerne 500 Wasser. Und das ist sein Weg, wie er diesen Bot umgeht, weil dann halt der Bot sagt, ich verbinde sie mit einem Menschen.
49:10 Gavin Karlmeier
Ja, das sind so genau die Wege, es ist doch auch so bei Hotlines so, dass wenn man laut genug reinstreit, dass dann so ein Eskalationsteam Dann kriegt man einen Menschen zu sprechen. Also sachlich? Habe ich schon im Großraumbüro erlebt, dass jemand wie ein verrückter Berater ins da reinschreit. Es wird über, also war damals zumindest so. Inzwischen arbeiten da einfach, glaube ich, keine Menschen mehr. Das ist einfach. Nur noch KI.
49:39 Torsten Beeck
Wahrscheinlich für alle Unternehmen desselbe Callcenter.
49:41 Gavin Karlmeier
Vermutlich.
49:43 Torsten Beeck
Wir haben jetzt noch zwei Abwägungen, die wir machen können. Hast du noch Zeit oder musst du los?
49:49 Gavin Karlmeier
Ich will gleich hier noch über die Veranstaltung laufen.
49:51 Torsten Beeck
Ja, das machen wir auf jeden Fall. Aber es war jetzt so kurz dieser Wetten-Dust-Move. Ah, mein Flieger geht nicht. Achso, nee, mein Flieger geht nicht.
49:56 Gavin Karlmeier
Ich bin ganz entspannt.
49:57 Torsten Beeck
Und zwar müssen wir kurz über Social Media Verbote sprechen. Never ending Story. Aber in Australien gibt es jetzt einen Gesetzentwurf, und der ist sehr interessant, wenn man sich die Ereignisse der letzten Wochen anschaut. Denn die Bundesregierung Australiens plant, Social Media Plattformen zu verpflichten. dass die ForU-Page-Algorithmen standardmäßig ausschaltbar sein müssen. Also nicht, dass sie ausgeschaltet sind, aber dass alle Plattformen, die die Möglichkeit fürs Opt-out geben müssen, dass es also nicht nur Netzwerke geben darf, die rein auf Algorithmen basieren.
50:30 Gavin Karlmeier
Das ist interessant. Ich finde das interessant, dass die in Australien tatsächlich irgendwie versuchen, an das Systemdesign der Plattform zu kommen. Also anders als woanders, wo man irgendwie sagt, wir regeln das über Alter und so, weil im Grunde genommen ist ja dieses reine chronologische Anzeigen trivial. Also es ist ja nicht so, dass Meta oder TikTok oder so das nicht könnten, zu sagen, wir zeigen dir das chronologisch an.
50:56 Torsten Beeck
Vor allem wird Meta das ja jetzt schon einbauen in den USA, das wäre ja Teil des Vergleiches. Sie machen jetzt Standardlösungen. Aber sie werden für Teenager-Accounts diese Möglichkeit bieten, dass du die dauerhaft ausschalten kannst. Und wahrscheinlich, also ich weiß nicht, ob das hier so schnell geht, ob das der Weg war, aber der Zusammenfall der Ereignisse, dass Australien sagt, Moment mal, ihr baut das in den USA, dann wollen wir es hier auch haben und das über gesetzlichen Wege, finde ich super interessant.
51:20 Gavin Karlmeier
Ja, also ich finde es vor allen Dingen gut, dass da ein echter Opt-out gefordert wird, der halt eben nicht vorher aktiviert ist. Die Frage, also was ich dann immer sehe, ist dann, dass da der Opt-out auch schnell wieder wertlos wird, weil man Immer mal wieder darauf hingewiesen wird, willst du wirklich auf dein personalisiertes Erlebnis verzichten, dann wird die Plattform für dich noch tausendmal geiler. Und ich finde es aber auf jeden Fall gut, dass man stärker in Richtung Opt-In geht und dass man eben nicht Sachen abschalten muss, sondern dass man sie aktiv anschalten muss. Das wird da, also wenn das ein tatsächliches Nutzerrecht wird, kann das tatsächlich auch Plattformen besser machen. Vielleicht ist es am Ende sinnvoller, nicht Jugendschutz implementieren zu wollen, indem man so Altersverbote einführt. sondern TikTok oder Instagram dazu zwingt, ein bisschen mehr Internet wie vor 15 Jahren zu machen.
52:25 Torsten Beeck
Ja, ich will dabei dazu sagen, das hat natürlich auch schon einen Grund, warum das Internet nicht mehr so aussieht wie früher, und das ist nicht nur die böse Tech Industrie, sondern es ist natürlich auch unser Nutzungsverhalten. Aber ich finde das interessant, weil das hier explizit ein Gesetz ist, das sich nicht nur an Kinder richtet in Australien, sondern für alle Menschen. Und wir in Australien aber ja dieses Verbot haben und es extrem viele Zahlen und Erhebungen gibt, die so ein bisschen darauf schließen lassen, dass das nicht so funktioniert, wie man sich das vorgestellt hat.
52:53 Gavin Karlmeier
Ich will auch gar nicht sagen, dass ich will, natürlich ist es immer Nutzungsverhalten und natürlich folgen die Plattformen dem Verhalten der Nutzer und versuchen, dich noch länger dran zu halten. Gar keine Frage. Wir sehen ja aber auch, dass so Bildschirmnutzungsdauer von 9 Stunden plus vielleicht gar nicht so gesund sind und dass das auch einen Einfluss hat, auch nicht nur auf Kinder, sondern auch auf uns Also ich möchte gar nicht wissen, wie lange du an deinem Handy bist. Ne, ich möchte meine nicht sagen.
53:23 Torsten Beeck
Ich sag meine.
53:26 Gavin Karlmeier
Sag mal, ich gucke auch mal, aber ich sag's nicht.
53:28 Torsten Beeck
Ich zeig sie dir einfach. Okay. Also ich habe in dieser Woche, es ist aber erst Dienstag, wenn wir auf Letzte Woche hatte ich einen Tagesdurchschnitt von fünf Stunden. Das geht.
53:37 Gavin Karlmeier
Das finde ich okay. Da bin ich drüber.
53:40 Torsten Beeck
Ja?
53:40 Gavin Karlmeier
Ja.
53:41 Torsten Beeck
Sag mal.
53:42 Gavin Karlmeier
Sag ich nicht. Aber bei mir kommt auch dazu, dass ich das Handy natürlich im Auto auch nutze, um Sachen anzuzeigen zum Beispiel. Und ich fahre ja relativ viel Auto, weil ich bin ja persönlich. Nein, aber also ja, ich, wie gesagt, also ich glaube, das ist nicht nur ein Kinderproblem.
54:01 Torsten Beeck
Nö, das glaube ich auch. Gut. So, und jetzt? In Australien wird das Gesetz erstmal noch gebaut und die grüne Partei fordert zum Beispiel, dass es opt-in werden muss, also dass alle Netzwerke standardmäßig keine algorithmische Sortierung haben. Das wird wahrscheinlich aber eher eine Opt-out-Lösung, aber das ist ein Anfang. Ja, absolut sagen. Und wir alle sind uns ja einig, dass diese Algorithmen uns halt echt krass die Bildschirmzeit erhöhen und so ein bisschen auch das Gehirn frittieren.
54:28 Gavin Karlmeier
Ja, ja, sprich nur über dich. Mein Gehirn ist super.
54:31 Torsten Beeck
Sagt der, der seine Bildschirmzeit nicht sagen möchte. Weil er Dinge anzeigen lassen möchte. Ich habe doch noch zwei Themen. Ich habe gelogen. Immer wenn ich zwei sage, mache ich drei. Und zwar gibt es jetzt offenbar eine Bestrebung, dass sich Führungskräfte aus der Technologiebranche Also dazu gehört Jenson Wang, Sam Altman, Mark Zuckerberg und Elon Musk. Schon mal so eine Gang, mit der man.
54:55 Gavin Karlmeier
Die machen jetzt einen Club auf, oder?
54:57 Torsten Beeck
Ja, so ein bisschen. Die hängen nämlich gerade mit der US-Regierung zusammen. und entwickeln einen Text, der während des G20-Gipfels im Dezember in Miami verabschiedet werden soll. Idealerweise dann auch mit den anderen G19 der eine KI-freundliche Regulierung oder KI-freundliche Politik von allen Ländern als Selbstverpflichtung fordert. Das ist der Plan. Howard Latnick will das sozusagen in das G20 Konglomerat reinbringen und soll dann eben dort verabschiedet werden. Wir erinnern uns daran, dass es gleichzeitig den Plan gibt, so ein Commitment zur Redefreiheit während dieses G20-Gipfels von allen Ländern verabschieden zu lassen. Das wird eine ganz schön düstere Veranstaltung, habe ich gerade so ein bisschen das Gefühl.
55:39 Gavin Karlmeier
Ja, also ich finde es interessant, dass die Unternehmen, die Eigentlich am meisten davon profitieren, wenn KI schnelle ausgebaut wird. An solchen Papern arbeiten, wo dann am Ende erklärt wird, dass es keinen anderen Weg gibt, als KI wahnsinnig schnell überall eingeführt wird.
56:02 Torsten Beeck
1,7 Millionen.
56:04 Gavin Karlmeier
Ja, also die haben schon auch irgendwie durchaus ja einen Anreiz und das Argument ist ja durchaus, es ist ja an vielen Stellen einfach Lass uns mal einfach machen. Wir machen das hier alles nur zum Wohle aller und so. Das, ja, die Schaufelverkäufer haben während des Goldrausches auch am meisten Geld verdient.
56:27 Torsten Beeck
So ist es. Also wir werden das natürlich ein bisschen begleiten. Haken bleibt da dran, guckt sich da die Zahlen an und das wird bemerkenswert, glaube ich, in jeder Hinsicht. Und ansonsten, wie immer zum Schluss, müssen wir über Elon Musk sprechen. Wir schieben das ja immer ins Ende inzwischen, weil ich will gar nicht. Aber Elon Musk hat der AfD zum Wahlsieg gratuliert in Sachsen-Anhalt. Ein Thema, das ich weitgehend eigentlich ausblenden wollte, weil es einen wahnsinnig deprimiert und weil alle Leute viel, viel schlauere Sachen dazu sagen können. So, aber Elon Musk hat geschrieben, gut gemacht auf Deutsch, woraufhin Ulrich Siegmund auf Englisch auf Ex an Elon Musk geschrieben hat. Wenn wir hier Verantwortung übernehmen, würde ich die Gelegenheit zu einer starken und konstruktiven Zusammenarbeit sehr begrüßen. Deutschland wäre dann wieder ein Standort, in dem es sich zu investieren lohnt. Und ich finde, das ist irgendwie eine, macht so ein bisschen genau nochmal diese Achse auf, über die wir im letzten Bundestagswahlkampf gesprochen haben zwischen Elon Musk und der AfD und wir erinnern uns, dass Alice Weidel da in einem Twitter Space abgefeiert wurde und all dies das große Gesicht von Elon Musk auf dem AfD-Parteitag und diese Nähe, die es eben da tatsächlich gibt. Und was es hier jetzt offenbar ja direkt so als Ankündigung gibt, ist die Handreichung zu sagen, hey, dann könnt ihr hier investieren. Etwas, das ja sonst, glaube ich, niemand möchte.
57:45 Gavin Karlmeier
Ja, wir reden ja, und das ist so ein bisschen die Klammer zum Anfang, um dieses Thema Souveränität und wie schaffen wir unabhängige Räume oder wie schaffen wir unabhängige Technologien. Wir reden ja seit Jahren darüber, dass russische Einflussnahme da ist, dass es chinesische Einflussnahme gibt, auch auf europäische Wahlen. Und wir haben uns ein bisschen daran gewöhnt, dass es wohl auch so diese politische Einflussnahme aus Washington gibt Oder in diesem Fall irgendwo, wo der Privatflieger von Elon Musk gerade ist. Man weiß das ja leider nicht mehr. Aber irgendwo genau da. Und digitale Souveränität betrifft an der Stelle eben auch nicht nur Cloud-Server. Sondern auch die Kommunikationsräume, in der Demokratie stattfindet. Und da sind wir extrem abhängig von US-Produkten, weil wenn wir die abschalten, bleibt nicht mehr so wahnsinnig viel übrig.
58:43 Torsten Beeck
Und du hast mir das quasi jetzt in den Mund geliefert, weil genau deswegen wollte ich damit rausgehen, weil das sozusagen diese ganze Klammer zuzieht und das genau zeigt, wie anfällig alles, was wir gerade haben und miteinander tun, de facto noch ist. Und wie anfällig das möglicherweise auch werden kann, wenn dann eben nicht mehr eine Regierung an der Macht ist, die wir jetzt gerade haben, sondern eine andere Regierung, die dann auch andere Entscheidungen trifft und eventuell auch mit anderen mit den Daten, die sie haben, anders umgeht oder mit den Deals, die es schon gibt, anders umgeht. Und wir müssen da einfach jetzt sehr vorsichtig sein und sozusagen, eigentlich müssen wir ein demokratisches Preparedness-Team gründen. damit wir ja eben nicht irgendwie auf die Nase fallen.
59:26 Gavin Karlmeier
Ja, das klingt jetzt so ein bisschen die passt eigentlich überhaupt nicht zu meiner Stimmung, weil ich würde jetzt wirklich gern mit dir hier noch ein bisschen über die Digital X laufen. Mal schauen, wie viel digitale Souveränität da so zwischen Nvidia Chips und der Cloud-Infrastruktur so passieren. Ich glaube, der eine oder andere geht hier schon zu so einem Entscheidungen. Spannenden Teil des Abends über hatte ich eben hier so im Augenwinkel das Gefühl.
59:51 Torsten Beeck
Also ich habe schon, ich habe zwei Spritzstände gesehen.
59:54 Gavin Karlmeier
Ja, aber wir müssen noch hier noch zur Arbeit.
59:56 Torsten Beeck
Also wir gucken noch ein bisschen und. Deswegen habe ich ja nur gesehen und nicht aufgesucht.
01:00:00 Gavin Karlmeier
Ja, ja, und.
01:00:01 Torsten Beeck
Entschuldigung, Entschuldigung.
01:00:02 Gavin Karlmeier
Nee, ich glaube, wir können nochmal sagen, vielen Dank für die Einladung. Absolut, vielen Dank. Und so ein gutes Studio hatten wir lange nicht. Und die Gelegenheit, uns mal wieder gegenüberzusitzen, hatten wir das letzte Mal bei der Republika. Und das sollten wir bald wiederholen.
01:00:19 Torsten Beeck
Das sehr gerne, auf jeden Fall. Vielen Dank für die Einladung. Genau, vielen Dank fürs Zuhören. Bis hierhin. Ich wünsche euch eine wundervolle Restwoche. Hier geht es weiter am Freitag. Dann mit Wolfgang M. Schmidt, der war noch nie bei uns. Freue ich mich sehr drauf. Passt auf euch auf und viel Spaß. Tschüss.