Ist Technologie einfach nur ein schlaues Messer? Oder ist sie viel mehr ein Gradmesser für Dinge, die sowieso in der Gesellschaft passieren? Wir schauen aufs Fernsehen, aufs Internet, kurzum: Auf alles. Aber mit Stefan Schulz kann selbst alles auf den Punkt sein.
Kapitelmarken
KI-unterstützt
- Hallo Stefan!
- Instagram testet Reels-first-Startseite
- Die Nischen der Anderen
- Ofcom ermittelt gegen Meta wegen Instagram Instants
- Tech-Produkte als Gefahrguttransport
- Hack in Dänemark: Daten von 8,8 Millionen Menschen abgegriffen
- Agenten steuern 10.000 Fake-Accounts
- Rechenzentren gegen die Menschen
- Pew-Umfrage: Schaden soziale Medien der Demokratie?
- Politik ist Konflikt: Medienkritik nach dem Linken-Wahlsieg in Berlin
Transkript
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00:00 Gavin Karlmeier
Hallo Stefan.
00:01 Stefan Schulz
Hallo Gavin.
00:02 Gavin Karlmeier
Bei mir ist heute Stefan Schulz. Stefan Schulz ist Podcaster unter anderem von Die 29er, vom Fernsehpodcast, vom KI-Podcast Kontextfenster, so heißt er. Und ist Soziologe und Journalist und was nicht alles. Also ein schlauer Mensch und für mich jedes Mal eine große Ehre, wenn du hier bist. Das
00:22 Stefan Schulz
freut mich. Ich sage das, was alle sagen, wenn sie hier sind, dass sie sich freuen darüber, einmal richtig gewürdigt zu werden.
00:31 Gavin Karlmeier
Es fühlt sich so an, als würde die harte Medienwelt mit euch da draußen so brutal und hemmungslos umgehen. Und ihr kommt nur zu Haken dran, um einmal ein bisschen die Weichheit eines Kissens zu spüren.
00:42 Stefan Schulz
Ja, genau. Das ist der Grund.
00:44 Gavin Karlmeier
Okay, ja, aber wenn das die Leute hier hinbringt, reicht mir das.
00:49 Stefan Schulz
Wir schaffen ja wirklich unsere eigene Medienwelt. Du weißt ja noch früher, als man den Flausch eingeführt hat.
00:54 Gavin Karlmeier
Ja.
00:55 Stefan Schulz
Und Podcasting ist ja ein Flauschmedium geblieben, muss man sagen.
00:59 Gavin Karlmeier
Ja, den Flausch der Woche und so, ne? Gab es.
01:03 Stefan Schulz
Alles Mögliche, aber es war erstmal der Grundbegriff, der Flausch. Ich weiß gar nicht, im Vergleich zu wie hart Zeit zuging. Ja, und man muss ja wirklich sagen, also du hast ja, du hofierst ja auch deine Hörer in eurem Discord-Channel, wo ich natürlich sage, das ist ja auch wieder großes Medienbetriebssystem. Man könnte ja auch Weißt du, das selber hosten. Aber gut , die Hörer sind da und dieses, also es ist ja toll, so eine Community immer da zu haben. Die wird sehr viel Flausch gemacht, ja.
01:33 Gavin Karlmeier
Ja, da ist sehr viel Flausch, das stimmt. Und ich habe noch ein bisschen mehr Flausch zu geben, weil ich kann allen wirklich nur ans Herz legen, sich die 29er mal anzuhören, weil ihr ein. Unglaublich, also ich weiß nicht, ob ich das, ob ihr euch noch an die Uridee des Konzeptes haltet, wie ich sie verstehe. In meiner Vorstellung ist das ja so, dass ihr mir die Möglichkeit liefert, in 50 Jahren nochmal mir monatsweise die 20 Jahre anzuhören und alles mitzukriegen, was damals die Menschen bewegt hat und was daran die große Ehre ist, dass ihr auch immer wieder über Episoden von Haken dran sprecht. Und manchmal kritisch natürlich, dafür sind wir auch da, dass man sich darüber auch mal streiten kann. Aber wir schaffen offenbar aus eurer Sicht einen Beitrag dazu, Chronismus zu werden. Und das ist eigentlich sehr schön.
02:17 Stefan Schulz
Ey, unbedingt. Ich weiß noch, wie das war, noch nicht Podcaster zu sein, sondern für die FAZ zu schreiben. Und dort so ein bisschen der junge Hospitant, der aus dem Internet kommt zu sein. Und da hört man natürlich Lochbuch Netzpolitik und schreibt das dann ab. Und ich, also meine Vermutung ist sehr hoch, dass die Leute einfach morgens in die Redaktion kommen und sagen, ich habe heute im Deutschlandfunkhaken dran gehört, dass Und dann wird Zeitung gemacht.
02:45 Gavin Karlmeier
Ja, wahrscheinlich ist das so. Wir ersetzen die Recherche. Das ist unsere Aufgabe. Und es wird immer schwieriger, und damit steigen wir direkt in die Themen ein. Es wird nämlich immer schwieriger, überhaupt noch mitzukriegen, was einen beschäftigt oder vor mitzukriegen. kriegen, was man gerne mitkriegen möchte, weil Instagram tatsächlich jetzt den großen, ich würde sagen, nicht weniger als die Zeitenwende einleitet. Eine Zeitenwende, die schon für uns als Branchenbeobachtenden Eigentlich lange absehbar war, aber Instagram testet eine neue Home-Seite, die eine Reals First Experience darstellen wird. Also du öffnest die App. Du siehst erstmal Reels und kannst das dann von Hand deaktivieren, wo wir wissen, das wird niemand tun.
03:24 Stefan Schulz
Ja, es gab vor. zehn Jahren wahrscheinlich die ersten Texte, die sagten, Facebook ist das neue Fernsehen. Lean Back, ihr habt das ja hier auch dokumentiert, Social Media Nutzung nimmt ja ab. Zum Teil auch rapide und dieser aktive Teil erst recht. Und das ist sozusagen, also für mich ist das auch so ein bisschen Late Stage, als ich das letzte Mal hier war mir schon. Also habe ich ja fabuliert, okay, Social Media Zeit all das vorbei. Dann kam Max Zuckerberg mit dieser Idee, von der er wieder ein bisschen abgerückt ist, die Leute unterscheiden sowieso nicht, wir hauen das mit KI-Slop voll, was ja so ein bisschen Obwohl die ja für keinen Creator bezahlen, ja, wie bei Spotify, so kommt KI-Musik kostet nichts, müssen wir nicht drüber nachdenken, wie auch immer. Und im Grunde wird wirklich, früher war das Zauberwort Engagement, ja. Es wird wirklich alles rausgenommen, so. Es ist wirklich dieses, wie Hastings da von Netflix sagte: Die Konkurrenz ist der Schlaf. Aber bis sie eingeschlafen sind, ja, noch 10 Reals.
04:24 Gavin Karlmeier
Das ist ein ganz toller Satz, weil genau so ist es. Und ich erzähle, hab da so, wenn ich so Vorträge mache, dann erzähle ich eigentlich immer genau diese Herleitung, dass ich so eine, ich zeige so eine Grafik. wie stark es zurückgegangen ist, dass Leute etwas posten. Also Kurve rapide nach unten, weil kein Interesse mehr und kein Grund mehr. Dann lege ich daneben die. Typische Verteilung von ZuschauerInnen eines Reels. 95% der Menschen folgen einem nicht. Und jetzt kann man das noch ergänzen mit, deswegen gibt es jetzt diese Real-Seite auf dem Start, weil auf der Startseite. weil es sonst nicht mehr so viel zu erzählen gäbe. Und dann hättest du halt die Startseite voll mit Funk und Tagesschau und oder FAZ und Bild, je nachdem, was du so abonniert hast. Aber Es gibt nicht mehr so viel zu erzählen in diesem Umfeld.
05:10 Stefan Schulz
Ja, also in deinem Rundown ist ja auch ein Text, wir hatten das auch mal bei uns im Podcast. Wolfgang hat es mitgebracht über dieses Clipping. Denn die Frage ist ja, wenn jetzt Facebook die große Ansage macht, Meta, okay, wir machen real first. dann ist das ja ein Signal für die Leute, die glauben, sie hätten Content. Content haben sie nicht, was sie haben, sind tausend Leute, die für Izzy Clips machen
05:31 Gavin Karlmeier
Ja.
05:31 Stefan Schulz
Und dann wird geballert. Und wir wissen ja alle, wenn man nicht länger als fünf Minuten da ist, erreicht man das Fahrland oder wie es auch immer heißt, nie. Das heißt, da sehen wirklich alle dasselbe. Also das ist dann so auf der Tastatur 1 ist die ARD und da kommt dann einfach eine Kochsendung. So, das ist das neue Fernsehen.
05:49 Gavin Karlmeier
Ja, nur mit dem einen Unterschied, dass eben leider, glaube ich, nicht alle dasselbe sehen, sondern alle sehen Dinge, die viele andere gesehen haben, aber Menschen aus dem eigenen Umfeld nicht. was mittelfristig aber dazu führt, dass alle das Gefühl haben, die eigene, die Realität anders wahrzunehmen und zu sagen, die anderen haben es aber nicht verstanden. Du musst mal mehr dahin gehen.
06:09 Stefan Schulz
Du hast absolut recht. Ich revidiere meine Aussage. Es ist eben nicht mehr diese eine Öffentlichkeit, sondern es sind jetzt zehn Nischen. Wir haben fünf Parteien und zehn Joghurt-Sorten und genau diese Nischen werden bespielt. Und dann wundern sich die Leute, dass er Da habe ich ja seit zehn Jahren nicht mehr gesehen, ja, wo Hochkonjunktur hat, weil sieben Prozent statt fünf Prozent der Leute Erdbeerjoghurt kriegen.
06:28 Gavin Karlmeier
Exakt. Genau so. Und das halte ich ehrlicherweise für ein Riesenproblem, weil das, wenn wir alle nicht mehr über das Gleiche sprechen, ich will nicht dafür plädieren, dass es nur noch erstes, zweites, drittes Programm gibt, verstimme ich nicht falsch. Aber Es entsteht halt die Illusion davon, dass das die Öffentlichkeit ist und glauben, sie hätten es jetzt mehr verstanden als alle anderen. Und das halte ich für ein Problem.
06:50 Stefan Schulz
Ja, aber da sehe ich weder einen Auftrag für die User noch für die Anbieter, also des Real-Systems. Das könnte eine genuine neue Aufgabe des Journalisten sein. genau diesen Arbeitsaufwand zu gehen, in die Nische der anderen zu schauen. Also morgens einen Account zu bespielen, der eine andere Nische bedient. Sodass man dort die wahren Hintergründe zu dem ersten AfD-Landtagspräsidenten bekommt. Und darüber dann aufklären. Das gibt's allerdings gar nicht.
07:23 Gavin Karlmeier
Ja, und da kann ich dir aber aus Formatentwicklererfahrung sagen, das ist halt extrem schwer aus mehreren Gründen. Der erste Grund ist, glaube ich, dass dieses sich Umwandeln in eine andere Zielgruppe mit relativ viel Aufwand verbunden ist Dann ist, glaube ich, in der Natur der Journalisten sehr häufig das Gefühl, genau zu wissen, was die Leute wollen, was meistens nicht stimmt. Und drittens ist, glaube ich, die Herausforderung, dass man. . . dabei nicht das Vertrauen der Gruppen verliert, die man eigentlich gerade erreichen möchte, indem man dann eben doch seinen Stiefel durchziehen möchte.
07:56 Stefan Schulz
Ja, da. Also, ich finde nicht, dass es da Gruppen gibt, die man erreichen möchte. Also, wenn ich die TAZ aufschlage, um dort zu erfahren, was in rechten Chat-Chatgruppen, sondern Reels -Feeds zu Gange geht, ja. Möchte ich genau nicht den pädagogischen Ansatz, dass da nochmal in Halbsätzen miterzählt wird, übrigens, wir wollen die jetzt überreden, was auch immer, sondern über die Berichterstattung, wie ist das Spiel denn ausgegangen? So, die 1000 Clipper haben losgelegt, was wurde denn ausgespielt Und ich finde für das Problem, was du jetzt gerade beschrieben hast, das ist sehr aufwendig, das zu machen. Ja, die Social Media Konzerne wollen, dass das kompliziert ist. Nur OpenAI gibt dir ja Computer Use. Das kriegt Meta gar nicht mit, dass da jeden Morgen eine KI da sitzt und einfach diesen Feed Interesse vorgaukelt oder wie auch immer.
08:42 Gavin Karlmeier
Ja.
08:43 Stefan Schulz
Aber da gibt es, ich sehe keine Experimente, keine Texte dazu, aber wenn ich jetzt so ein junger Hospitant wäre, würde ich denen sagen, ey ja lasst mich die nächsten drei Wochen ähnlich in eurem Blatt schreiben. Ich arbeite mich hier wundt und dann mische ich mich halt drei Wochen nicht in der Konferenz ein und komme dann am Montag drauf mit dem fertig geschriebenen Text. Kann man ruhig mal machen.
09:03 Gavin Karlmeier
Ich finde die Idee ganz gut. Man darf nur nicht in diese Falle tappen, die es immer wieder gab, das große Algorithmus-Experiment. Ich weiß nicht, ob du dich an diese Texte erinnerst, wo Leute dann sich ein neues Handy mit einem neuen Facebook-Account geholt haben oder ich glaube, damals war es Facebook. Und dann, hey, wir haben jetzt Julian Reichelt abonniert und dann haben wir mal eine Woche geguckt, was passiert ist und folgendes ist passiert, guckt ihr mal die Idioten an. So darf das, glaube ich, nicht verkommen.
09:25 Stefan Schulz
Falle bin ich damals fast getappt. Mein erstes Buch hieß ja Redaktionsschluss. 2016 und es hatte Arbeitstitel, aber Nachrichten. deät und du konntest einfach kein Verlag verdeutlichen, dass es hier nicht darum geht, dass Stefan Schulz ein halbes Jahr auf Irgendwas verzichtet, sogar. Also dass ich eine Nachrichten-Date mache, sondern nein, es war anders gemeint, deswegen haben wir es dann umbenannt. Aber ja, das ist auf jeden Fall ein methodisches Problem, aber trotzdem eine Aufgabe des Journalismus. Und das kann man jetzt mal machen.
09:54 Gavin Karlmeier
So. Ich finde, da können wir uns ein bisschen Hausaufgaben raus mitnehmen. Ich habe noch eine zweite Meldung zum ETHA. Wir kommen aber gleich auch noch zu dem Clipping, weil da passiert auch was Interessantes, wie ich finde. Wir bleiben bei Meta, wie gesagt, und zwar die Ofcom. Das ist die britische Digitalaufsichtsbehörde. Die hat Meta jetzt. Angezählt, also die hat eine Untersuchung eingeleitet, weil sie sagt, dass Meta Instagram Instance eingeführt hat, ohne vorher eine Risikobewertung durchgeführt zu haben. Und das verstößt gegen den Online Safety Act. Also das Risiko muss zuerst bewertet werden. und dann festgeschrieben werden, wie dieses zu minimieren ist, wenn zum Beispiel Menschen dort mit illegalen Inhalten in Kontakt kommen, wenn junge Menschen dort unterwegs sind. Und so weiter und so weiter. Aber gerade bei Instagram Instance finde ich es so interessant, weil das so eine Funktion ist, bei der ich sage, da wissen die meisten Leute noch nicht genau, was das ist.
10:46 Stefan Schulz
Ja, ich nehme mich auch nicht, was ist Instance nochmal?
10:49 Gavin Karlmeier
Es ist in deinen DMs gibt es ein kleines Viereck. Wenn du da drauf drückst, kannst du Fotos posten, die nicht bearbeitet werden können und die auch nach 24 Stunden einfach weg sind.
10:59 Stefan Schulz
Ja, ich kann dazu nur sagen, es findet gar keine Forensik statt zu irgendetwas. Es gibt jetzt erste große Forschungsprojekte, die auf dem anderen Feld der KI Jetzt, wo es Computer Use ist, richtig nachvollziehen, Schritt für Schritt, nicht nur, was steht im Reasoning der KI, sondern auch, was hat sie auf dem Computer wirklich gemacht. Und ich finde es skandalös, dass ich mein eigenes Archiv bei Instagram grundsätzlich führen muss. Also bei allem, was ich so ein bisschen interessant finde, muss ich mir ein Dings dran machen, weil ich weiß, ich finde das nie wieder. Moseri hat es zwar versprochen, dass das kommt und die Funktion gibt es auch, nur man findet sich damit nicht zurecht. Also ich kann da nicht suchen, die sich nur durchscrollen oder es ist einfach absurd. Ich weiß ja nicht. Vor sieben Wochen und so weiter, wie lange soll ich jetzt scrollen? Also, dass wir da nichts mitlaufen haben, keine Gefahrenanalyse und überhaupt. Also, dass wir diese Technologie, weil sie angeblich so nicht materiell ist, so ideell. Einfach wie ein Gefahrguttransporter durch die, ja, äh, quasi über den Grundschulschulhof jagen. Und dann später so, ja, wussten wir nicht, wir haben einfach das Gaspedal da vorne gedrückt, aber dass das da noch fährt. Konnte ja keiner wissen, so drei Tage später. Das ist absurd. Und da werden wir uns auch sehr wundern, historisch. Denn es gibt ja ein Land, das ist Vormacht, China. Also in China passiert sowas nicht. Beziehungsweise, wenn sowas passiert, dass irgendeine KI irgendwas und China erklärt, ja, das haben wir nicht genau gesehen, weiß jeder, das ist gelogen. In China passiert sowas nicht.
12:26 Gavin Karlmeier
Aber naja, das ist aber doch schon ein bisschen wie die Erzählung, dass es in der DDR keine Verbrechen gegeben hätte, oder?
12:32 Stefan Schulz
Nein, nein, es wird ja passieren, nur wenn die Erklärung kommt, achso, das wussten wir nicht, der ist ausgebrochen.
12:36 Gavin Karlmeier
Achso.
12:37 Stefan Schulz
Der KI-Chatbot ist ausgebrochen, was in Amerika gang und gäbe ist so. Ja, da war so drei Tage, keine Ahnung, ich dachte, ich habe dir ein Licht ausgemacht, aber nein, war noch, war noch zu Gange. Und da würde ich sagen, genau das passiert in China nicht. Dann bist du schnell weg vom Fenster.
12:52 Gavin Karlmeier
Ja, ja, gut. Aber will man deswegen sich an dem Gesamtsystem orientieren? Wahrscheinlich nicht, oder?
12:57 Stefan Schulz
Nee, das ist ja der große Krux, dass wir diesen Staatsbesuch haben, She und Trump. Und Ski einfach normale Sätze sagt und ein Panda mitbringt in den Zoo nach Atlanta. Und damit ist sozusagen die Sache auserzählt, ja. Es gibt nichts weiter zu Iguren oder der Firewall oder irgendwas zu sagen.
13:17 Gavin Karlmeier
Nein, nein, so tief müssen die da nicht reingehen, weil die haben ja sich und die haben den Wettbewerb und dann sind ja alle hinter. Ja, ich finde aber generell, was du eben gesagt hast, ist genau der Punkt eigentlich. Wir werden nachher nochmal ein bisschen, wir haben heute eine kleine Ausgabe von Rechenzentren gegen die Menschen mit in der Episode, werden also ein bisschen auch über solche Rahmenbedingungen sprechen. Der Punkt ist, dass ich es so interessant finde, dass das ist ja kein KI-spezifisches Thema und auch kein Social Media-spezifisches Thema, solche Produkte einfach auf den Markt zu bringen. Wie du sagst, wie ein Gefahrenguttransport und dann aber nicht vorher sicherzustellen, dass dieser Gefahrenguttransport auch entsprechend gesichert ist. Will also sagen, dass es eben während des laufenden Betriebes dann noch überlegt wird, na wie können wir denn jetzt noch die Gefahren minimieren, die jetzt vielleicht eintreten könnten. Das hätte es ja früher nicht gegeben. Früher hättest du ein, also jedes Produkt hättest du ja vorher geprüft, ob
14:12 Stefan Schulz
man lügt sich da auch an die Tasche, weil natürlich alle ihre Lieblingsphilosophen haben und dann kommt, heute ist es Juval Noah Harari, damals war es Jeff Jarvis, ja, so Social Media. Nee, Leute, Senatoren, das ist zu neu, wir können das noch nicht steuern. Politik erstmal Hände raus. Und jetzt kommt halt Juba Noah Harari, der einfach sagt: Es ist halt wie ein Messer, aber es entscheidet selbst. Und ich denke mir so, die KI entscheidet mich selbst, sondern ich gebe ihr eine Textgrundlage. Und die schafft sich auch selber eine Textgrundlage, das Reasoning. Florentine bei uns im Podcast meinte dann schon, das ist so ein bisschen wie die Odyssee. Also man hört die Geschichte, die im Reasoning drinsteht, aber fragt sich, war das wirklich alles so? Ja, wo haben die Siren gesungen? Deswegen musste eine Forensik stattfinden. Aber auch diese KI. Hält sich an das, was sie gelernt hat, nämlich dass Textgrundlagen wichtig sind und dass ihr jetzt so angedichtet wird, dass sie zur Erreichung der Ziele, aber so, ja, dann stand das halt vorher nicht drin. Da hat man einfach vergessen, die zehn Gebote reinzuschreiben und wunderte sich dann, ach so, hätten wir noch ergänzen müssen, ja? Oder halt, und das ist jetzt die Frage, wie man es künftig macht. Ich meine, unser Artikel 1 ist einfach, die Menschenwürde ist unantastbar. Alles andere regelt ein Gesetz. Artikel 1 bleibt unberührt. Das Gesetz kann man dann schreiben. Und es gibt hier sehr viel Notwendigkeit, mal diese Gesetze zu schreiben. Und damit meine ich jetzt eben wirklich, Code is law. Also man schreibt einfach rein, was die KI darf und was nicht. Und meiner Überzeugung nach wird sie sich schon daran halten, insbesondere wenn man ihr Grenzen gibt. Nur, dass schon die Hersteller selber das heute nicht beachten , ist ein ganz dunkler Ausblick auf, wenn dann mal Leute, die nicht die Hersteller sind, aber die. Open Rates mäßig das selber ein bisschen nachsteuern können, wie die dann damit umgehen. Von daher ist das alles extrem besorgniserregend. Aber dass die Hersteller selbst diese Art von Vorbild zeigen. Und die Politiker daneben stehen und nichts tun, finde ich wirklich, das ist grotesk, ja. Und da ist diese: Ja, es verhält sich wie ein Mensch, es ist so frei, das ist wie so ein kleines Kind, da muss man halt mit Bestrafung im Nachhinein arbeiten. Das ist nicht der richtige Ansatz.
16:15 Gavin Karlmeier
Aber ja, wir gehen da gleich mal noch ein bisschen kleinteiliger rein, glaube ich, weil du hast natürlich auf der einen Seite komplett recht mit dem, was du sagst. Auf der anderen Seite sind diese Ausbrüche, die ja passiert sind. Vor allem deswegen passiert, weil es Dinge gab, die man vorher nicht antizipiert hat. Oder weil man sagt, ich möchte jetzt gerne, dass du mir das Rezept für Coca-Cola herstellst und anstatt zu überlegen, wie schmeckt am Ende Coca-Cola, hat man sich halt überlegt, gut, dann brechen wir jetzt irgendwo ein und ziehen uns da dieses Rezept raus. Also die Kreativität, die vermeintliche der Methoden, die kannst du ja vorab wahrscheinlich gar nicht alle ausschließen.
16:51 Stefan Schulz
Ja, also es ist so, wovon du sprichst, ist das Potenzial eines Werkzeugs. Es gibt sehr gute Soziologie. Es gibt sehr gute Soziologie, auch so in Hannover, in meinem Freundskreis wurde geschrieben zum Thema, was eigentlich das Potenzial ist. Das Potenzial kennen wir auch aus diesem kinetischen Potenzial. Also, wenn du ein Haus baust und du ziehst eine Fensterscheibe nach oben, kann sie runterfallen. Also triffst du Vorkehrung, dass wenn sie runterfällt, weil das kannst du ja nicht ausschließen, dass sie unten einfach nur selber kaputt geht und keinen weiteren Schaden anrichtet. So, und wir lesen ja alle, wie die damit umgegangen sind. Also das Hacking-Pace von sich aus meinte, hier ist irgendwas komisches, das ist so ein komisches Muster, wir befassen uns ja auch viel mit KI. Sollten wir mal über diesen KI-Firmen nachfragen. Und OpenAI dann, ah ja, stimmt. So, und dann schreibt OpenAI erstmal so einen Jubelbericht mit Hacking Face zusammen und betont halt so, wie toll ist alles, krass und so, ja, und dass man da zusammenarbeiten kann. Und dann eine Woche später oder so kommt dieser Mieter-Bericht. der mal richtig in dieses Reasoning reingeht. Und da drinnen kann man einfach nachlesen, wer unten die Fläche nicht freigeräumt hat, aber trotzdem eine Glasscheibe hochgezogen hat. Und so. Und es ist nicht alles so unvergleichbar, wie immer behauptet wird, nur weil Juwal Noah Harari sagt, das eine ist ein Messer und das andere ist ein Messer mit Düsenantrieb und eigenen Gedanken und was auch immer und so. Das würde ich denen gar nicht durchgehen lassen.
18:16 Gavin Karlmeier
Mhm, aber demnach, also ich sag ja immer, meine Sorge ist eigentlich vielmehr gar nicht so sehr, dass die KI von sich aus auf die Idee kommt, irgendeinen Schaden anzurichten, weil du eben auch gesagt hast, sie basiert immer auf Textwerk, sondern eben vielmehr, dass es jetzt ein Tool gibt, ein Messer, meinetwegen, das Messer wurde neu erfunden und jeder kann sich dieses Messer kaufen und überall da die Schnitte setzen, wo er das möchte. Also es gibt jetzt die aktuelle Geschichte. Jetzt springen wir doch ein bisschen, aber hey, es ist okay. Wir haken dann hier ist alles möglich. dass Unbekannte in Dänemark Zugriff auf das Personenregister bekommen haben und damit Daten von acht komacht Millionen registrierten Menschen in Dänemark bekommen haben, darunter Namen, Adressen und CPR-Nummern, also die Namen des zentralen Personenregisters. Insgesamt sind in diesem Personenregister elf Millionen Personen. Also wie die Diskrepanz entstanden ist, welche da nicht abgezogen wurden, ist nicht ganz bekannt. Aber die Ministerin für Forschung, Bildung und Digitalisierung spricht von einem äußerst schwerwiegenden Vorfall. Jetzt muss man dazu sagen, das wäre wahrscheinlich mit Hilfe dieses Messers ja niemals passiert.
19:17 Stefan Schulz
Also, wir wissen, von OpenAI löst irgendein Mathe-Problem, dass sie da in 88 Stunden 6 Millionen Dollar Energiekosten draufgeballert haben. Hätten sie diese 6 Millionen Dollar als Personalkosten draufgeballert, wäre vielleicht dasselbe rausgekommen, insbesondere da wir heute wissen, da haben ja Leute dran gearbeitet. Also vielleicht fand da viel mehr Reproduktion und Beschleunigung statt durch diesen, wie Florentinus bei uns nannte, Rottweiler, den man einfach von der Kette gelassen hat. Es ist also eine Ressourcenfrage. Und diese 6 Millionen Dollar stehen da einfach im Raum. Bei Hacking Face gab es ja wohl gar kein Budget. Da war einfach ein ganzes Rechenzentrum damit beschäftigt, da das ganze Zeug zu machen. Also am Ende können wir das wieder marktwirtschaftlich durchrechnen. Es kommt wieder darauf an, wer hat den größten, wer hat den längsten, wer hat die beste Ausdauer, wer hat die klügsten Mitarbeiter und so weiter. Und alles andere ist fragwürdige, und da würde ich jetzt sagen, das ist halt selber so ein Reasoning, was OpenAI und alle Möglichen da anbieten. Ja, aber da sollte man nicht drauf reinfallen, uns werden hier Odyssee-Geschichten erzählt.
20:24 Gavin Karlmeier
Okay. Ich mag das, wie du das so ent oder versachlichst gerade, weil das vielleicht auch vielen Leuten, die sich von dieser Berichterstattung auch vor sich her treiben lassen, vielleicht ein bisschen das Gefühl gibt, es ist gar nicht so schlimm.
20:37 Stefan Schulz
Naja, ich meine, die Rakete von Elon Musk, die er da jetzt schickt, das Starship, das muss man sich mal vorstellen. Man ist vielleicht selten in Privaträumen gar nicht in Räumen, die 9 Meter Durchmesser haben. So, das Ding hat 9 Meter Durchmesser an der Ladefläche und ist irgendwie 30 Meter hoch. Das sind richtige Kubikmeter. Erst darunter kommt dieser hochentzündliche Treibstoff. Wenn man es darauf anlegt, ist das das gefährlichste Messer der Welt. Die Frage ist, wer muss diese Ressourcen wie verbrauchen. Dafür braucht man dann Manpower und wir haben ein riesiges System an geschriebenen Gesetzen, moralischen, sittlichen Regeln, die einfach sagen. . . Ja, Elon, du bist der reichste Mensch der Welt, ja, aber investierst bitte nicht in 100. 000 Millionen Tonnen Treibstoff, die plötzlich aus 5 Kilometer Höhe brennend zu Boden fallen über bewohntes Gebiet. Das ist hier verboten und es wird auch in den Geschichtsbüchern stehen, dass das nicht einfach nur ein Unfall war, sondern eine Katastrophe und es darf nicht passieren. Und aus Gründen passiert es ja auch nicht. Wir wissen, wo die Abschussrampen sind. Es wird alles zeitlich geregelt. Wir kennen alle diese Filme, wo der Countdown gezählt wird, sind alle go, ja, alle go und so. Und genau diese Systeme, dass mal jemandem Countdown zählt, dass jemand fragt, ist. Zugeschraubt, ja, nachdem wir vollgetankt haben, oder züten wir das jetzt an, während der Tank noch offen ist und so. Und das wurde hier einfach getan. Hier hat man einfach gesagt: Ach, wir shiften jetzt die 6 Millionen von Personal auf KI-Energie. So, und dann passieren halt Sachen. Aber diese Unbrechenbarkeit, die jetzt immer unterstellt wird, also jeder, der weiß, wie ein Steam-Cracker funktioniert von BASF oder so, ja. Da laufen einfach Leute nachts so Schleife durch das Werk, mehrere Fußballfelder groß und hören sich so um, ob die Maschine heute anders klingt. Niemand kann nachvollziehen, wo andere Geräusche herkämen, aber man schlägt dann einfach mal Alarm. So, und wir haben sehr viele von diesen Geräten, die für uns nicht durchschaubar sind. Und das Argument beginnt schon bei Consumer Elektronik. Was tun wir alles, um Handys abzusichern, damit sie nicht im Flugzeug plötzlich, weil der Akku irgendwas und dann knallt? So, und diese Vorsicht. Gibt es da einfach nicht. Und die fordert auch niemand ein, sondern es ist einfach außer Rand und Band.
22:49 Gavin Karlmeier
Du hast also das letzte Mal hier warst, hast du so ähnlich argumentiert, weil du gesagt hast, KI sei fleißig.
22:55 Stefan Schulz
Die ist wahnsinnig fleißig, genau.
22:57 Gavin Karlmeier
Das war deine Formulierung. Die hat sich, da bin ich dran hängen geblieben, weil am Ende das ja genau das gleiche meint. Also, wenn ich sechs Millionen Euro Budget hätte, dann würde ich wahrscheinlich auch viele Menschen beschäftigen können, um schnell etwas zu machen. Und vermutlich ist das der Der Blick darauf, den man darauf wählen kann. Gleichzeitig gibt es aber eben auch die Geschichte, dass dieser Fleiß eben, also anders gesagt, und da komme ich wieder zu meinem Punkt von eben, die macht halt von sich aus nichts. So, also natürlich überlegt sie sich Wege, die wir uns vielleicht eher vorher nicht vorstellen konnten, aber die kann eben verwendet werden, um auch möglicherweise Schaden anzurichten. Also ich persönlich habe weniger Angst vor KI-Systemen und denen, die sie entwickelt haben, als zu den Menschen, die sie nutzen. So, also es gibt jetzt die Geschichte der New York Times, dass es ein Team gibt von Leuten, die mit Hilfe von KI-Agenten reihenweise Social Media Accounts angelegt haben. 10. 000 Accounts. die einfach überall im Internet ihre Inhalte verbreitet haben, die natürlich dann entsprechend auch nicht so exakt wortgleich waren mit den anderen Beiträgen, sondern eben dadurch, dass da eben KI-Systeme drin hingen, sich immer ein bisschen unterscheiden konnten.
24:02 Stefan Schulz
Ja , genau, das ist der Fleiß. Wir machen nicht mehr API-Testing mit zwei Überschriften, sondern es kriegt wirklich jeder seine Tailored Message. Das haben wir ja in den Wahlkämpfen, also schon Trump 1, 2015, 16 genauso erlebt, dass da wirklich in einer, das konnte sich auch keiner vorstellen, ja, in welcher haarsträubenden Pedanterie. da einzelne Straßenzüge adressiert wurden. Wir haben es dann später gehört von Jens Spahn, der sozusagen zeitgleich auf Facebook für die Alten, die Angst vor der Zuwanderung und für die Jungen, äh, endlich neue Freunde hier in deinem Urbanzentrum. Ich tu alles dafür, dass es da gemütlich ist. Und es wird halt gemacht. Es ist in der Hinsicht also Fleiß Nicht die große Ausrichtung, sondern der kleinschrittige Fleißer. Da würde ich sagen, da liegt echtes Potenzial. Die Maschine macht nichts von selber. Aber wenn ihnen nur irgendjemand eine kleine Richtung anstößt, Und gleichzeitig ein Gigawatt Strom mitliefert, ja, dann wird halt gerechnet. Also dann wird einfach hardcore gerechnet und die Ergebnisse sehen wir ja immer mehr.
25:10 Gavin Karlmeier
Ja, und am Ende hast du dann genau dadurch, was du gerade geschildert hast, oder durch diese Geschichte jetzt hier, genau diese verschiedenen kleinen Simulationen von Öffentlichkeit, über die wir vorhin gesprochen haben.
25:20 Stefan Schulz
Ja, ich darf aus einem Buch nicht spoilern, aber das wird sehr interessant noch diesen Monat. Richard David Brecht, wie auch immer. Das Argument ist ja gar nicht so neu, dass man sagt. diese einheitliche Öffentlichkeit und überhaupt, also dass wir in einer granularen Gesellschaft geben. Das ist ein Buchtitel, der ist, glaube ich, auch zehn Jahre alt. Dass wir diese wie heißt der Autor vergessen, hochindividuelle Individualisierungsblabla und so, ja. Also das kennen wir ja mittlerweile alle. dass wir auf der einen Seite gar keine Jugendkultur als, ja, da könnte ich mich mal anschließen haben, wird so ein bisschen beklagt, dass auf der anderen Seite wirklich jeder hyperindividuell und dann kannst du dir bei Nike Aus allen 17 Bestandteilen verschiedene Farben bei Blätter aussuchen und dann nehmen die dir den Schuh, ich habe auch so ein Zuhause. Das ist ja nicht neu. Also dafür braucht man weder KI noch diesen Superfleys. Sondern das sind halt einfach diese neuen Marktlücken. Heute hast du ja diesen Ablauf, dass. . . Zuerst ein Bild generiert wird von einem Kleid, dann sehen das junge Leute und in dem Moment, wo zehn Leute das innerhalb von zehn Sekunden liken, gibt es halt ein Signal an die Schneiderei, jetzt mal so langsam den Stoff auszuwählen. So, und das ist halt eine Verdrehung von Tatsachen, wie es vorher war. Zuerst das Produkt, dann das Marketing, dann der Käufer. So, jetzt ist es halt umgedreht. Aber da würde ich sagen, ja, da wird halt durch Fleiß Sachen beschleunigt. Also dadurch, dass man jetzt Ressourcen von der immer knappen menschlichen Arbeit auf ja, da rechnet einfach eine KI-Sachen, die sie halt berechnen kann. Ich meine, jeder, der im Alltag KI nutzt, weiß, wie viel Scheiß man einfach nicht mehr machen muss, dass wir wirklich befreit werden von Arbeit. Und das kann man da halt auch, das muss man halt einmal klug planen, wird ja auch klug geplant, aber ist im Grunde eine andere Erzählung als dieses Die autonome KI macht jetzt etwas, weil sie in unseren Roman gelesen hat, was böse ist und sie hat Spaß daran, böse zu sein.
27:13 Gavin Karlmeier
Aber vielleicht ist das nicht mehr lange so. Warte, ich nehme nicht mal mit hier in diese kleine Rubrik. Hören wir was? Von einem Haki gebaut. Der kleine Gym.
27:26 Stefan Schulz
Was hat die Stimme am Anfang gesagt?
27:28 Gavin Karlmeier
Sie sagte Rechenzentren gegen die Menschen.
27:29 Stefan Schulz
Rechenzentren gegen Menschen, ja, sehr gut.
27:31 Gavin Karlmeier
Und es gibt viele Leute, die beobachten eigentlich gerade, dass eigentlich der Kampf genau da gerade geführt wird, nämlich an diesen Data Centers, die in den USA gerade. . überall passieren, gleichzeitig, dass der Kampf eher über Compute-Zeit entschieden wird, dass das eben die Diskussionen sind, die wir gerade alle führen. Oracle, ein Unternehmen, über das wir hier schon viel gesprochen haben, dessen Kopf einer der Allison -Familie ist, die sich auch ins Medien, in die Medienimperien, in die USA eingekauft haben und denen Teile von TikTok gehören. Die sind eben ja vor allem ein Unternehmen, das eben genau mit solchen Dingen ihr Geld verdient hat, nämlich mit Compute, mit Rechenzentren. Und die haben aber jetzt beim Project Jupiter. Die Zahlung für 18 Milliarden für ein Rechenzentren einfach eingestellt und werden daran eben nicht mehr mitarbeiten. Das ist schon eine bemerkenswerte Entwicklung, wenn wir eigentlich hören, dass Meta in den nächsten Jahren 150 Milliarden investieren möchte und Google mehrere Milliarden investiert mö Möchte und alle eher darin sehen, je mehr Geld wir da reinschmeißen, umso mehr Geld kommt er am Ende raus, weil Rechenzentren am Ende der Flaschenhals ist, den wir lösen müssen. Und Oracle scheint an dieser Erzählung gerade vielleicht nur noch in Teilen zu glauben.
28:42 Stefan Schulz
Ja, bei diesem Jupiter, ich weiß nicht genau, ich habe es nicht so intensiv verfolgt, aber das scheint wohl auch eine Standortfrage zu sein. Kriegt man da überhaupt diese Energie hin? Man hat es dann, also es könnte auch ein Planungsergebnis sein, dass man. Nicht nur sagt, es rechnet sich per se nicht, sondern dieses eine rechnet sich nicht. Ich finde halt diese Größenordnung 18 Milliarden so beeindruckend, weil hier in Frankfurt, nur ein paar Meter von hier, steht das höchste Haus Deutschlands. Es gehört der Sparkasse, zumindest steht das oben dran. Und das kostet 1,4 Milliarden. Das ist sozusagen eine der teuersten Adressen überhaupt. Ein ganz neues Gebäude. Das ist auf 100 Jahre ausgelegt, bis es überhaupt mal. So ein bisschen nachgearbeitet werden muss, ja. Und wenn ich mir jetzt überlege: zehnmal das, also zehnmal ein Stadtkern von Frankfurt am Main, das ist ja keine unbedeutende Stadt, hier passieren ja Dinge und überhaupt und so. Das ist einfach zu viel dafür, dass mir Apple heute schon sagt durch die Blume, warte mal noch ein Jahr, dann kriegst du bei uns 1,5 Terabyte Shared Memory auf deinem Computer, auf deinem Schreibtisch. Damit kannst du zwar keine KI trainieren, aber das, was du jetzt mit Opus 5. 5 macht, wird ein Kinderspiel. Und da denke ich mir: ja, dann warte ich lieber das eine Jahr und lass Oracle vor die Hunde gehen. Auch aus politischen Gründen natürlich, ne? Aber ja, es ist. Also es ist wirklich ein Wandel, ich habe das vorhin aus einem Clip im All-In-Podcast, wo ja vier Milliardäre, inklusive David Sacks und so, äh, im Grunde zeigen, wie Milliardäre so drauf sind, aber die hat eine interessante Grafik, dass sich nämlich von April bis heute die Nutzung von KI Vertauscht hat im Sinne von zentrale Modell Software as a Service, also Ch JetGPT, OpenAI , Anthropic Cload und so. Hinzu, wir nehmen ein chinesisches Kimi 2. 5, Kimi K3, Quen und der ganze Kram, ja. Und im April haben die amerikanischen Unternehmen noch 80 zu 20 auf die großen eigenen, hauseigenen Firmen gesetzt. Und in dieser kurzen Zeit hat sich das komplett gedreht. Das sind nur noch 20 Prozent. 80% läuft mittlerweile auf, aus China runtergeladen, Weights ein bisschen angepasst auf eigener Hardware. Wenn das so stimmt Ist das noch viel rapider, als ich immer vermutet habe, ja? Es ist wirklich grotesk einfach.
31:01 Gavin Karlmeier
Fairerweise will ich kurz dazu schieben, das habe ich nämlich bei einem anderen Podcast gehört. Wir machen ja einfach Presseschau. Das ist eine beobachtende Pepsi. Schöckner öffner öfter im Doppelgänger-Podcast erwähnt, dass diese Zahlen halt schwierig zu überprüfen sind, weil sie sehr häufig diese, ich würde sie mal Weichen nennen, nutzen. Also wie Open Router, wo du dich registrierst und die verteilen dann wiederum dein A-Dine deine API-Zugriffe. Oder deinen Tokenbedarf auf jeweilige Modelle. Und ja, klar, aber natürlich sind die meisten Zugriffe also Natürlich nicht, aber würde ich mal von ausgehen, meisten Zugriffe auf diese klassischen Systeme wie im Claude oder ChatGPT, ja eher die, die nicht über diese Weiche passieren.
31:42 Stefan Schulz
Also ein echt perverses Problem ist ja, dass ich auf meinem Terminal einfach Cload aufmache und egal welches Anliegen ich habe in diesem Chat, ich benutze immer dasselbe Modell. Ich wechsle nicht je nach Prompt das Modell. Was bedeutet, ich schicke immer für die kleinste Sache, ja, wie spät ist es oder so, als jetzt nur als Vergleich dazu. Aber ich würde mal so sagen, wo ich die Intelligenz einer Maus brauche, aber es muss halt mal fleißig abgebardet werden, ja, schicke ich immer so ein Jumbo-Jet los. der die Sache jetzt erledigt. Und es ist einfach absurd. In dem Moment, wo ich, und das ist eigentlich zweigleisig super interessant, in dem Moment, wo ich immer hin und her schalten kann. Und irgendwann, das ist ja wie beim Akkusparen, ja, da läuft ja auch eine ganz kleine KI, die weiß, das Handy liegt jetzt 22. 30 Uhr, so wie jeden Abend, waagerecht, ja, der Typ ist schlafen gegangen. Ich fahre jetzt mal alles runter. So, die nächsten acht Stunden passiert ja nichts. Und genauso wird ja Strom gespart. Und wenn das genauso funktioniert, also nicht, dass ich die Serverfarm von OpenAI runterfahre, sondern in der Session, in der ich gerade bin, einfach umswitche auf, ja, jetzt kommt nur Komma-Karte. Kontrollen, ja. 100 Seiten Vertragswert, Kontrollen. Die innerliche Arbeit ist durch, dann macht es eine andere KI. Dann geht Open AI Business verloren. Und das sehen die jetzt einfach. Was eben auch bedeutet, ist es nicht nur die schmerzliche Erfahrung, dass Business verloren geht, sondern sie merken auch, dass es überhaupt keinen Login -Effekt gibt. sondern sobald diese Software feststellt, der Herr Notar hat die inhaltliche Arbeit abgeschlossen, ab jetzt kommt der Sekretärinenteil mit Grammatik und so weiter, wird einfach sofort umgeswitcht. Das ist ja auch, man merkt ja gar nicht, dass da umgeswitcht wird. Das macht ja diese Software und so. Und da ist plötzlich OpenAI und Entropic völlig aus dem Spiel. Und vielleicht beim nächsten Switch zurück zu den Hardcore-Arbeiten, ja, hat der IT-Mensch, den man ja immer anruft, Müll, funktioniert ja irgendwas nicht, hat schon auf Chimikat 3 umgestellt. Und man hat es gar nicht gemerkt. Aber daran hängen die größten Business-Entscheidungen. Also es gibt, anders als bei Social Media, wir haben es schon mal besprochen, keinen, nicht diesen Login -Effekt.
33:44 Gavin Karlmeier
Ja, wahrscheinlich ist das so, aber es gibt halt Login-Effekte auf anderer Ebene. Also es gibt eine Login -Effekt-Ebene im Sinne von dass du an dieser Infrastruktur, an die Nutzung gewöhnt wärst, dass du verlernst zu denken, glaube ich. Also dass sich Veränderungen in den Gedankenprozessen abspielen. Ich weiß nicht, ob du wie hinreichend das erforscht ist, aber es gibt Hinweise darauf. Also wir binden uns sozusagen an, um im Bild zu bleiben an dieses Messer. Welches Messer das am Ende ist, ist aber vielleicht dann eher sekundär.
34:14 Stefan Schulz
Das stimmt. Aber da das eine Messer hundertmal teurer ist als das andere und die ganze politische Welt davon abhängt, dass die Leute einfach das 100 Euro teurere Messer kaufen, gibt es da einfach eine Implikation auf der einen Seite Also in der großen volkswirtschaftlichen Verrechnung, die vielleicht auch mal Kriege entscheidet, dass wir, wenn wir ein KI-Modell gegen das andere austauschen, ähm , In einer Welt leben, die, wie Richter David Brechte, das ist der Buchtitel, auserzählt ist. Das ist ein eigenständiges Problem. Das ist sehr triftig. Ich erlebe das auch hier im Büro. Hinter mir sitzen Soziologen, vor mir sitzen Soziologen. Und wir reden doch schon erheblich seltener über soziologische grundlegende Fragestellungen. Und schärfen eher danach so Erkenntnisse, die wir eigentlich dachten, sind schon durchgeronnen. Also dieser Fleiß bringt schon so ein bisschen, das stimmt schon.
35:07 Gavin Karlmeier
Hier in diesem Podcast wird schon wenig Richard David Prechtsson zitiert, deswegen bin ich eher erstaunt, dass du dich so an ihn dran heftest. Aber ist ja auch mal schön, wenn wir unterschiedliche Blickwinkel bekommen.
35:18 Stefan Schulz
Richard David Brecht ist auf der einen Seite mega erfolgreich und ich finde inhaltlich immer noch unterschätzt von der Breitenmasse.
35:25 Gavin Karlmeier
Da bin ich mal gespannt, was die Hackis dazu sagen, ob die dir zustimmen. Ich will kurz die 29ern. Ich will kurz die Oracle-Geschichte zu Ende bringen, weil wir sind ja eigentlich in unserer Rubrik. Bei den Rechenzentren. Und die Leute schimpfen auch schon wahrscheinlich zu Recht, dass wir so viel über KI reden, weil wir ja eigentlich kein KI-Podcast sind, obwohl uns die Themen trotzdem bewegen. Und deswegen will ich das jetzt hier ein bisschen zusammenführen, vorher eben die Geschichte zu Ende erzählt. In der Tat, wie du gesagt hast, Es ist vor allem ein Planungsproblem, denn noch 35% der Vorhaben, die 404 Gigawatt, die man für diese Pipeline oder die diese Pipeline für dieses Rechenzentrum liefern würde. lassen sich tatsächlich realisieren. Also zwei Drittel davon sind eigentlich nur ein Traumschloss gewesen. Und deswegen kippt eben dieser Plan, der mit 18 Milliarden datiert war. Gleichzeitig gibt es aber in den USA gerade auch einen großen Trend gegen Rechenzentren. 70 Prozent der AmerikanerInnen lehnen Rechenzentren ab und zwar generell nicht in ihrer Nachbarschaft. Es wurden schon 40 Personen festgenommen, die sich gegen den Ausbau von KI-Rechenzentren organisiert haben oder die Widerstand geleistet haben. Es gibt also gerade wirklich einen großen Zorn dagegen, weil es liegt zum einen daran, dass diese Rechenzentren, wenn man in einer falschen Lage wohnt, möglicherweise Geräusche machen, das Trinkwasser verpesten. Vielleicht, wenn sie nicht off the grid sind, vielleicht sogar Einfluss auf den Strombedarf haben. Also es gibt gleichzeitig verschandeln sie möglicherweise auch die Aussichtung in der Landschaft. Die Leute wollen so ein Ding natürlich nicht in ihrer Umgebung stehen haben. Würde ich sagen, nachvollziehbar. So, jetzt gibt es aber auf der anderen Seite die amerikanische Politik, die sich damit in ein Dilemma manövriert hat. Gerade Donald Trump und sein Apparat. Der ja sehr viel Wahlkampf damit gemacht hat, dass alles günstiger wird und das Leben wieder einfacher wird und America wird wieder great. Jetzt stellt er aber offenbar fest, um America great zu kriegen, muss er im AI Race gegen China gewinnen, um gegen China im AI Race zu rennen. Republikaner given nämlich jetzt bekannt, vorneweg Mike Johnson, aber Dazu gehören auch noch ein paar anderen Namen. Sagen, also ich weiß nicht, also Mike Johnson, Republikaner, hat in einem Interview mit Fox Business gesagt: Der Widerstand gegen Rechenzentren sei eine chinesische Psy-Op. Es ist keine Verschuldungstheorie, sie treiben diese Ideen tatsächlich voran. Auch Donald Trump hat in einem Interview gesagt. Viele Leute sagen, es sei China, es ist eine PR-Aktion, um den Bau von Rechenzentren zu stoppen. Das heißt, man diskreditiert jetzt de facto Sorgen der Menschen, um nachher sagen zu können, wir haben doch gemacht, dass es euch gut geht, ihr kommt damit nur nicht zurecht.
38:06 Stefan Schulz
Ja, ich meine, Mike Johnson ist der Mehrheitsführer der Republikaner, also so eine Art Fraktionsvorsitzender, der den Kontakt zum Weißen Haus hält, steht aber extrem unter Druck. man ihn mit einer Stimme abwählen kann und so. Also das ist einfach keine eigenständig denkende Person, muss man so sagen, sondern der liest den Talk. aus dem Weißen Haus vor. Und das Dilemma ist halt wirklich, alle sehen, das geht ökonomisch nicht auf. Gleichzeitig wird aber quartalsweise Dieses KI-Wachstum, diese Baumaßnahme als das einzige Wirtschaftswachstum verbucht in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung Amerikas. Das sind Dimensionen, das ist jenseits von allem so. Und aus der kommt man nicht so einfach raus. Und ja, es ist grotesk, genauso wie du es vorgelesen hast.
38:53 Gavin Karlmeier
Ich würde noch einen weitergehen, weil natürlich könnte man jetzt sagen, ja gut, aber vielleicht geht es den USA Und den Menschen da, wie heißt es, Tickle-Down-mäßig, wie heißt man das so? Ja, geht es vielleicht besser, weil es werden ja mehr Steuereinnahmen generiert. Jaja. Da hat man die Rechnung aber ohne Meta gemacht. Denn wie die New York Times in einem Exklusivbericht herausgefunden hat, schreibt Meta die Rechenzentren als Forschungsprojekt ab. Es gibt seit den, ich glaube, 80er Jahren gibt es ein Innovationsförderungsprojekt, der äh, d der USA, mit dem du Forschungsprojekte steuerlich rückvergüten lassen kannst, also alle Betriebsmittel. Und Meta meldet KI-Computerchips, wie die New York Times schreibt, also GPUs, als eben diese solchen Forschungsmittel ab. um am Ende dafür keine Steuern zahlen zu müssen und sie sogar schneller abschreiben zu können. Die Zahlen, die die New York Times hier nennt, sind tatsächlich interessant. Also Meta selber brüstet sich auch damit. Andy Stone, Sprecher von Meta, sagt. In den vergangenen fünf Jahren hat Meta 200 Milliarden Dollar in Forschung und Entwicklung investiert, allein 57 Milliarden Dollar im letzten Jahr. Das ist eine Zahl von Meta selber. Heißt also, dass die Steuerlast von Meta hier dadurch gedrückt wird. Die Zahlen, die die Steuergutschrift für Forschungsausgaben erbracht hat, waren 2 Milliarden Dollar im Jahr 2024 und 3,9 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025. die einfach dann am Fiskus vorbeigeführt wurden, weil man gesagt hat, nee, wir probieren hier nur was aus. Und wenn man sich anschaut, wie Meta mit solchen neuen Projekten wie dem Metaverse in den letzten Jahren erfolgreich war, nämlich nicht, kann man auch sagen Am Ende tun Sie all sich selber den größten Gefallen, wenn Sie sagen, es ist erstmal nur ein Experiment.
40:36 Stefan Schulz
Das ist nur Forschung. Ich verstehe mich auch als Forscher, ehrlich gesagt. Ich würde auch meine Anzüge absetzen, die ich auf der Bühne trage, weil es ja Forschungsaufenthalte sind. Und er ist einfach grotesk. Ich meine, 200 Milliarden als Forschungsgelder deklarieren, ja. Also das Gesamtbudget der deutschen Forschungsgesellschaft, das ja über alle Unis und so weiter, wo man seine Drittmittel zentral beim Staat holt, das sind 10 Milliarden. VWs Forschungsetat bis zum Dieselskandal vor zehn Jahren waren auch so 10 Milliarden. Also das ist zusammen Ja, zusammen alle deutschen Unis und der größte Arbeitgeber auf diesem industriellen Feld ist 10% von dem, was Meta einfach behauptet. mit, ja was eigentlich, KI schreibt jetzt Software selber, also forscht da wirklich jemand oder ist es nicht einfach dieses neue Paradigma, der sind ja wird Wir schreiben halt so ein kleines Prinzip da rein und dann schalten wir halt den Strom ein. Und dann gucken wir ja später mal, was bei rumgekommen ist. So, also wir züchten eigentlich mehr. Jetzt ist es mehr eine Entdeckung als eine Entwicklung. So richtig weiß hier eigentlich niemand. Und dass man das jetzt als 200 Milliarden Forschung deklariert. Also man wünschte sich, sie hätten mal ein bisschen Forschung bei all diesen Fragen, die Meta derzeit mit Du kennst ja die Gutachter vor Gericht und so, ja. Jonathan Hyde und so. Da würde ich mal ein bisschen Alignmentforschung, Menschheit und Metasoftware machen, aber naja, absolut.
42:00 Gavin Karlmeier
Es ist total skurril. Aber auch wir in Deutschland wollen natürlich beim Rechenzentren Game mitspielen, denn Carsten Schneider, ich ehrlicherweise, vielleicht blamiere ich mich jetzt, ne? Mir war das nicht klar, dass unser Bundesumweltminister Carsten Schneider heißt. Der ist mir bislang einfach nicht so richtig in Erscheinung getreten. Der tritt.
42:22 Stefan Schulz
Deswegen wird er nicht ernst genommen.
42:25 Gavin Karlmeier
Ich weiß nicht, ob ich den Schuh mir jetzt anziehe.
42:27 Stefan Schulz
Ich schon.
42:30 Gavin Karlmeier
Es ist nur der Der sagt auf jeden Fall, dass er jetzt gerne transparente Rechenzentren haben möchte. Und der meint damit nicht Glaswände, sondern sein Plan ist, dass Ressourcenkonflikte, Stromverbrauch, Wasserverbrauch komplett offengelegt werden sollen, wenn sie in Deutschland stehen, und zwar auf Grundlage klarer Nachhaltigkeits und Beteiligungsregeln. Was der ganz genau damit meint. Kann ich den nicht sagen. Aber er wollte, glaube ich, einfach auch mal was veröffentlicht haben zu dem Thema.
43:01 Stefan Schulz
Ja, ich finde, diese, also dieses Prinzip muss eingeschlagen werden als Plog. Anders darf man kein Rechenzentrum bauen. Wenn es einfach baut wie so ein S21 oder am Ende dauert es zehn Jahre länger und kostet 10 Milliarden mehr, ja, Oper Köln und so. Das geht nicht, sondern wir brauchen wir wirklich, also vor allem. Wir haben eben schon gesagt, die KI arbeitet so sehr kleinschrittig und fleißig. So ist auch ein Rechenzentrum aufgebaut. Also, das kann man einfach skalieren. Da baut man einfach eine Häuserzeile mehr und dann ist halt mehr Strom rein, mehr Compute raus. Und dass man das irgendwie nicht im Blick hat, dass man das ja einfach modular steuern kann. Und man nicht immer gleich das Spiel der 200 Milliarden hier, 19 Milliarden da und dann. Ist alles Jupiter und Forschung und heißt alles so Weltraumnamen. Das ist ja alles bescheuert. Ich finde, Ausgangspunkt ist doch das, was Nvidia da herstellt. Oder Google, so ein Tensor-Berechnungskomputer-Ding halt, ja. Und dann schraubt es jemand zusammen und sagt, wenn ich jetzt zwei davon zusammenschraube, ist es besser. Oder vier oder acht. Punkt. So. Und wenn man dann feststellt, Prinzip funktioniert, skaliert man es halt hoch. Aber dass man da immer gleich von Anfang an so einen Irrsinn und überhaupt und dann ist die Standortwahl so bescheuert. Weil Hitze ist mittlerweile überall und die Wasserkraftwerke sind nun mal in den Bergen von Norwegen. Könnte man auch die Rechenzentren hinstellen? Nee, die müssen ja hoheitlich. Das ist wie so eine ICE-Strecke. Der fährt zwar 300 der ICE von Frankfurt nach Köln, aber er muss in Rheinland-Pfalz einmal auf Null bremsen, weil er die Politik das möchte, ja. Genau sowas. Das ist doch einfach bescheuert. Von daher Carsten Schneider eine der wenigen, aber ich habe es nicht mitbekommen, obwohl ich mich für das Thema interessiere. Also ich weiß nicht, aus welcher Nische im Internet du das jetzt rausgegriffen hast.
44:43 Gavin Karlmeier
Heise D. Vom Mutterschiff. Vom Mutterschiff. Aber du hast gesagt, sie verbrauchen Wasser. Howard Latnick sieht das anders. Howard Latnick sagt nämlich, Data Centers don't use water, they 're data centers. This is propaganda.
44:57 Stefan Schulz
Ja, das ist chinesische Propaganda.
44:59 Gavin Karlmeier
Ja, alles chinesische Propaganda. Das sind einfach kleine, stumme, energiesparende Geräte, die man anmacht und am Ende kommt da ein gottähnliches Gerät raus. Oh, ich werde angerufen. Hast du es gemacht? Howard Latnick wollte noch mal kurz Bescheid sagen.
45:17 Stefan Schulz
How Lattnik hat eine Meinung, ja.
45:19 Gavin Karlmeier
Bevor wir uns jetzt hier vertiefen, gehen wir hier mal aus dieser Rubrik raus, weil ich habe noch was für dich.
45:24 Speaker 3
Rechtsentren gegen die Menschen.
45:30 Gavin Karlmeier
Und zwar gibt es eine Untersuchung, die ich hochinteressant finde, und zwar geht es dabei darum, welche Rolle oder welcher welcher Einfluss von sozialen Medien auf Demokratie wahrgenommen wird durch die Menschen. Es gibt eine Umfrage des Piu, Piu-Piu Pew Research Centers, meine Lieblingsquelle für Zahlen, die haben in 37 Ländern eine Umfrage durchgeführt und du als Soziologe bist ja auch damit ein Ende bist ja auch Statistiker, wenn man so möchte. Und haben die Menschen gefragt, wie groß ist eigentlich der Einfluss sozialer Medien? Und in den USA ist es so, dass 64% der Erwachsenen der Meinung sind, dass soziale Medien der Demokratie schaden. Auch in Deutschland sind die Werte jetzt nicht so super überzeugend. Also die Menschen in Deutschland glauben zu 87 Prozent, dass es einfach ist, manipuliert zu werden über Social Media mit Desinformationen und Gerüchten. dass sie durch Social Media zu 82% in ihren politischen Meinungen dividet werden. Aber gleichzeitig sagen auch 80% , dass sie über Social Media. über aktuelle Ereignisse informiert bleiben können. Also man sagt so Licht und Schatten, aber ich finde diesen Impact auf Demokratie, das finde ich, ist ein Punkt, über den ich gerne mit dir gleich sprechen möchte. bevor du mir alle deine Gedanken zu dem eben Geschilderten auf den Boden wirfst.
46:47 Stefan Schulz
Ja, also diese Frage hat man auch beim Fernsehen gestellt. Beim Fernsehen gab es damals widersprüchlich, ich habe in Redaktionsschluss vor über zehn Jahren ein Buch zitiert, das ich immer noch wahnsinnig spektakulär und faszinierend finde. Das hieß im Titel No Sense of Place. Also Leute sitzen vorm Fernsehen. Und sie sehen etwas, das Sie nicht so richtig verorten können. Es ist ja nicht der Blick aus dem Fenster, wo sie wissen, ah ja, hier bei mir. So, jetzt gerade. Sondern es ist so, das erkennen wir ja gerade wieder. Also, wenn jetzt wirklich der Reels first feed kommt, im Real steht kein Datum oder irgendwas, sondern da sehen wir einfach irgendwas, wo kommt es her, keine Ahnung. No sense of place. Gleichzeitig gibt es aber eine Kehrseite von diesem Argument, nämlich No Sense of Place heißt, naja, es ist eben nicht einfach hier der Blick aus dem Fenster, sondern über den Horizont. Und das war was Neues. Und ich war gestern bei einer Lesung von, ich will Ihren Namen gerne richtig aussprechen, aber jetzt noch ein bisschen kompliziert. Genau, Miriam Davud Wandi, die hat aus der Gebiete.
47:47 Gavin Karlmeier
Ich habe das in deiner Instagram Story gesehen.
47:49 Stefan Schulz
Ja, und sie hat ein Kapitel über das Fernsehen. Und das Fernsehen war für sie ein Zufluchtsort. Und zwar genauso, wie wir das jetzt negativ sehen, aber im positiven Sinne, besser als nichts. Und das fand ich ein bisschen interessant, denn das Fernsehen wurde mir lange verwehrt. Und ich weiß aber heute oder ich sehe es ja heute, wie Kinder drauf sind, die zu spät Kontakt mit solchen Medien haben. Also jetzt mache ich mal ein richtiges Pro-Argument Social Media und so weiter, du wirst überrascht sein, aber lieber kontrolliert und früh. Als dass man mit 18 Jahren, wenn man zu Hause ausgezogen ist, in einer WG ankommt und dann ganz fasziniert vor so einer leuchtenden Dings an der Wand steht, wo ein Tennisspiel von der anderen Seite der Welt übertragen wird und man kann sich gar nicht davon lösen. Sondern dann lieber früh lernen, ja, no sense of place. Du musst dich hier nicht immer verorten, du musst auch nicht auf alles eine Antwort finden, sondern erlebe einfach. Und wenn es über die Strenge schlägt, klär das mit irgendwem, wie auch immer. Lerne, ich sage jetzt mal Medienkompetenz, ja, ist ein Wort, das ich nie benutze, aber lerne Medienkompetenz. So, wenn jetzt die Frage ist Piu fragt und Pew stellt immer sehr kurze Fragen. Das sind jetzt, also viele, aber kurze Fragen. Da werden also Leute gefragt, haben Sie Medienvertrauen? Wie nutzen Sie Medien? Schadet das der Demokratie? So, was Schaden ist, wissen wir nicht, was Demokratie ist, wissen wir nicht und Social Media auch großes Rätsel. So, was Leute sagen oder aussagen wollen damit ist. . Ja, wenn die AfD einen Landtagspräsidenten stellt und die Leute kriegen ja offensichtlich nicht den Wahlkampf über die AfD geliefert, weil dort alle Journalisten die AfD hassen, dann müssen sie ja irgendwo anders, also in Social Media davon erfahren haben. Da kann man natürlich daraus schließen, ja, das ist dann nicht so gut für die Demokratie, wenn plötzlich die AfD gewinnt, weil die alle im Social Media abhängen. Nur wir sehen ja jetzt die Linkspartei, die eben in Berlin im Verruf ist, weil da ja offenbar der Antisemitismus ist und nicht da, wo man ihn vermutet, bei der AfD. Die stecken jetzt gar nicht zurück, sondern die gehen all in. Also Kirktürk, die Abgeordnete, hat ja nun wirklich auf Instagram mal richtig reingebuttert. Und auch gesagt, fuck Mass Media. Wer so die Augen verschließt vor Gaza, den kann ich auch bei anderen Themen nicht ernst nehmen. Ich empfehle euch, das nicht zu gucken. Und gleichzeitig propagiert sie das in Social Media. Was insgesamt bedeutet, man sollte jetzt dieser Demokratie, wie wir sie im Lehrbuch gelernt haben und wie sie als Demokratietheorie immer verlogen war, vielleicht nicht allzu viel nachheulen. Sondern einfach einsehen, Politik ist Konflikt. Auch wenn die Journalisten behaupten, die Koalition streitet sich schon wieder, das ist ja gar nicht gut. Nein, das ist die Aufgabe der Koalition zu streiten. Am Ende wird halt mathematisch durchgezählt, Demokratie ist 50 Prozent plus. Und wenn man dann denkt, man muss Kompromisse schließen, ja, dann geht man halt Kompromisse ein und dann ist es heute 50 Prozent plus für die, morgen für die und dann müssen die Politiker das halt geregelt kriegen. Aber dass der Journalismus da immer so weinend daneben steht und ach, die streiten sich wieder, ist das denn und so, ja, dann wird der Minister eingeladen und gefragt, musste das denn sein? Und es ist, finde ich, schädlich. Also wenn man mich jetzt fragen würde, schade, das Fernsehen der Demokratie, würde ich sagen Absolut. Könnte Social Media ein Ausweg sein? Ja. Könnte Fernsehen ein Ausweg sein? Sehe ich gerade gar nicht. Die Journalisten sind Also laufen im Kreis, ja, und Markus Lenz bettelt die CDU-Leute an, endlich mit der AfD zusammenarbeiten, damit er sich an dieses Publikum ranwanzen kann, ja, als Fernsehmacher, dass er an Social Media verloren gegangen ist. So meine Unterstellung. Und von daher sage ich, ja, das ist halt immer zweischneidig, aber nichts, von dem wir glauben, das ist gerade super aktuell und neu. Also wir sind jetzt im KI-Zeitalter, du hast gerade eine. Beurteilung des Social Media Zeitalters aufgerufen und ich sage, das Fernsehen hat es auch schon kaputt gemacht. Und jetzt können wir alle fragen, wo in diesem Dreiklang der Schaden, die Demokratie und die Zukunft irgendwie zu verorten ist. Wichtig ist jedenfalls die Einsicht. Es ist keine Laborsituation. Wir haben nur diese eine Welt. Es gibt keinen zweiten Versuch. Wenn es schief geht, geht es schief. Es ist schon ein paar Mal schief gegangen. Es ist geschehen, es kann wieder geschehen. Mal sehen, ja. Es ist einfach feuerfrei, würde ich sagen.
51:56 Gavin Karlmeier
Also , wir können gern in diese Medienkritik einsteigen, weil ich so viele Emotionen dazu in mir spiele. spüre, weil ich genau diesen Punkt, ich mag deinen Satz, Politik ist Konflikt und dass wir vielleicht alle, die über klassische Medien sozialisiert sind. Ich will vorsichtig formulieren. Aber über klassische Medien sozialisiert sind, vielleicht ein falsches Bild davon haben, wie dieser politische Tagesgeschäft auszusehen habe. Das kann ich nicht abstreiten, das kann sein. Gleichzeitig stelle ich aber fest, dass es auch solche, wie soll ich sagen, Aufregungsmomente gibt, die ja von vielen, auch vor allem Online-Medien wirklich umarmend erwartet werden. Also wenn ich mir anschaue, wie wurde aufgenommen, dass in Berlin die Linke die Wahlsiegerin am Ende war, Dann hat man das Gefühl, na am Ende war es deswegen für die für viele Online-Medien ein großer Erfolg, weil man konnte sich wahnsinnig toll daran abarbeiten, toll reiben. Du hast viele Stimmen gehört, die alle erklären, warum das das Ende der Demokratie ist und des Miteinanders und Ja, die sollen sogar mit Kriminellen was zu tun gehabt haben und dann vor 20 Jahren gab es hier mal diese Kontakt und so. Aber Am Ende wurde die Frage in meinem Ermessen als Mensch, der kritisch auf Medien schaut, eigentlich falsch gestellt. Weil die Frage ist dann nicht. Wie konnten die Leute die Linke wählen? Sondern die Frage ist, warum haben die Menschen der Linke ihre Stimme gegeben? Und da ist mein Empfinden, naja, sie hat halt einen Wahlkampf gemacht, der Probleme der Leute adressiert hatte. Das wird aber zu wenig diskutiert in der Berichterstattung am Ende, in meinem Gefühl.
53:38 Stefan Schulz
Ja, nee, was diskutiert wird, ist, dass irgendwelche Journalisten bei Medienwissenschaftlern nachfragen, die dann erklären. Naja, weil die AfD da so viel Erfolg beim Publikum hatte mit Social Media, haben sich die Linken gedacht, wir wollen auch Erfolg beim Publikum und um da was dagegenzustellen, dass die Linken vielleicht viel weniger gesagt haben, was macht die AfD da, die sich an Trump kopiert, sondern Offenbar sind die Mietpreise zu hoch und dann machen die einen Haustürwahlkampf, der aber auch begleitet wird, einfach mit Videos, wie es an der Haustür so zugeht. Das ist einfach, das sind zwei ganz verschiedene Sachen, weil das eine unterstellt ja den Wahlkämpfern ein redaktionelles Verhalten, wie die Journalisten selber ein redaktionelles Verhalten jeden Morgen machen. dass sie nämlich eine Blattkritik und dann, also von sich selber und dann mal gucken, was die Kollegen so geschrieben haben. Und dann, ah, die Süddeutsche hatte das gestern, ja, heißt das jetzt Für uns ist der Zug abgefahren oder sollten wir da jetzt richtig drauf puttern, weil wir noch einen tolleren Autoren haben oder so, ja? Das können die auch nicht entscheiden. Da müssen die immer einen Einzelfall und dann kommt es drauf an, wenn der Redaktion da ist gerade und dann wird das entschieden. So, aber beim Urteil über warum Politiker irgendwas machen, ist immer glasklar, die sind ja Kontrahenten, also kopieren die sich gegenwärtig oder was auch immer, ja. Ich sehe zum Beispiel. . Kaum Parallelen zwischen AfD und linken Social Media Wahlkampf. Ich habe keine linken Streamer gesehen, die stundenlang bei Wahlkämpfen irgendwen belästigen, beschimpfen und am Ende auch noch rumschubsen. Das ist ein reines AfD-Ding. Und dass dann noch Kontakt zur Politik stattfindet und Alice Weidel sich bedankt, dass der Typ jetzt da ist und im Wahlkampf begleitet und bitte schalten Sie doch da ein und so. Sowas gibt es auf der linken Seite nicht. Was es auf der linken Seite gibt, ist Dokumentation von, ja, das ist hier alles zu teuer, wie auch immer. Wir gucken uns die Stadtlage mal an, dann gibt es Aufrufe von jungen Menschen, die dann irgendwie sagen, morgen ist Versammlung und so weiter. Das gibt es bei der AfD nicht. Die AfD veranstaltet von sich aus so. Kinderfeste, um dann zu behaupten, es ist ja ein Familienfest, wer kann da was dagegen haben? Ich habe bei der Linken kein Familienfest gesehen das irgendwie als Kontroverse geplant wurde, damit da irgendwer sagt, aber es ist ein AfD, also ein linkes Familienfest, ist das nicht problematisch. Also von daher, äh Da liegen Welten dazwischen, aber wenn man als Redakteur Jahrgang 61 Kurz vor Rente da sitzt und nochmal, ah ja, Social Media. Ja, genau, Social Media. Ich meine, Social Media, Twitter Und ein Monat nach dem Kauf X ist im Grunde dasselbe Social Media, würden die sagen, würden wir nie sagen. So, und es ist einfach.
56:17 Gavin Karlmeier
Und hinzu kommt noch der Punkt, auch dass du kannst mit Hilfe von Studienlage Kannst du einen großen nachweislichen Impact von Social-Media-Kampagnen und auch Social-Media-Nutzung auf das Wahlergebnis gar nicht herstellen? Also es ist so eine. Unklare Lage, dass du nicht sagen kannst, ja, die waren jetzt erfolgreich in Social Media, also haben die alle gewählt, sondern die Frage liegt ja im Ursprung. Warum waren die erfolgreich auf Social Media? Vielleicht hat das dieselben Gründe wie, warum waren sie erfolgreich im Wahlkampf.
56:48 Stefan Schulz
Da gibt es eine schöne Pointe, denn es ist genau wie du sagst. Social Media ist ein Medium, das die Leute wirklich benutzen. Und das macht es sehr verwirrend für alle. Wenn du die Leute auf der Straße aber anhältst und fragst. . Vertrauen sie den Tagesthemen und sagen irgendwie so 100% ja voll gut und so? Wann haben Sie zu letzten Tagesthemen geguckt? Im Sommer, im Hotel oder so, ja. Und noch schlimmer bei Museen. Wie finden Sie, also vertrauen Sie, also wenn jetzt hier, wie finden Sie das, dass das Stähle eine neue Ausstellung zu Maria Magdalena, da geht es ja auch politisch zu, da ist ja irgendwie Kim Kardashians zu sehen und so. Ja, vertraue ich voll. Sie werden die voll gut kuratiert haben. Wann waren sie denn das letzte Museum? Weiß nicht so. Also, Nutzungsverhalten ist einfach 1%. Vertrauen 99%. So, da klafft es halt auseinander. Und das ist bei Social Media genau umgedreht. Die Leute nutzen ja alle Social Media.
57:41 Gavin Karlmeier
Ja, und ich finde, den Zusammenhang, den du hier herstellst mit dem, den du eben hergestellt hast, finde ich super interessant, nämlich dass Dass Fernsehen möglicherweise ein anderes Bild gezeichnet hat, dass die Realität über lange Strecke nicht aufrechterhalten konnte, weil wenn du dir die Zahlen des Pew Research Centers nochmal anschaust und wir nochmal zurück zur Meldung kommen und sehen, also wenn du nach Großbritannien gehst, da gibt es die Zahl, nur 31 Prozent der Menschen bewerten den Einfluss sozialer Medien als Demokratie auf positiv, äh, als positiv. wenn sie über 50 sind. Sind sie allerdings unter 34, bewerten Sie den Einfluss mit 60% als positiv. Heißt also, je jünger die Menschen sind, umso weniger sind sie vielleicht auch Um in deiner Argumentation zu bleiben, vom Fernsehen versaut. Oder vielleicht auch, umso mehr haben sie auch das Interesse daran, sich halt Anzuschauen, was dort ihnen angeboten wird im Internet. Fairerweise, der Vollständigkeit halber sei das dazugesagt, die AfD war natürlich nicht und die Linke, und wer alles nicht immer so erfolgreich war, in Social Media ein Wahlkämpfen. Nicht nur so erfolgreich, weil die Partei erfolgreich war, sondern weil der Algorithmus per Design natürlich auch mitgibt, dass du mit einer These, die nicht gemäßigt ist. schneller erfolgreich sein kannst, dass du mit vielen Inhalten mehr Sichtbarkeit generieren kannst, als wenn du kaum Inhalte machst, also man muss schon jemanden haben. der das auch wirklich gut kann, was da passiert. Das schliert natürlich alles auch mit rein. Es ist nicht ganz monokausal.
59:06 Stefan Schulz
Aber die Leute machen so viele, und das finde ich auch ein Krasses Phänomen irgendwie, den Kommentar für den Algo. Das ist einfach ein Nutzungsverhalten. Erklär das mal diesen überall 50-Jährigen, ja. Ja, die haben einfach eingeschaltet, weil sie wussten, sie haben die GKV-Kiste auf dem Sofa und die wollten, dass Thomas Gottschalk morgen eine gute Quote hat, deswegen haben sie die Nacht laufen lassen und sind schlafen gegangen. So. Völlig absurd. Aber das ist ja, also es ist zumindest so 10 bis 20 Prozent des Nutzungsverhaltens, YouTube-Kommentare beim Fernsehpodcast bei mir. Sind einfach schön, euch wieder zu sehen. Mix sieht wieder toll aus, oder gleich Algo Feuer.
59:47 Gavin Karlmeier
Haben wir hier auch. Könnt ihr jetzt gerade, wenn ihr das bei YouTube gucken solltet, könnt ihr runterscrollen, da seht ihr genau das.
59:52 Stefan Schulz
Genau. Und da muss man einfach sagen, was Dirk Becker damals sagte. Auf der einen Seite interessieren sich immer weniger so für Soziologie, also im Studium einfach Unibielfeld ja auch echte Nachwuchssorgen. Auf der anderen Seite, die jungen Leute sind alle fertige Soziologen, die wissen, was ein Netzwerk ist, die benutzen das jeden Tag. Und von daher, ja, wir haben immer zwei Welten.
01:00:13 Gavin Karlmeier
Und ich mag das, wenn unsere beiden zwei Welten sich hier einander berühren. Und hoffe, dass du bald wiederkommst. Es war sehr schön. Vielen Dank.
01:00:21 Stefan Schulz
Sehr gut. Es liegt natürlich nur an der Einladungspolitik bei dir, von daher.
01:00:24 Gavin Karlmeier
Aber die funktioniert bei uns ja wohl hervorragend.
01:00:26 Stefan Schulz
Sehr gut. Ich will noch kurz anmerken, wann ich dein Briefing bekommen habe. Eine Dreiviertelstunde vor Sendung, und du wusstest, ich habe hier noch einen Gast im Büro. Aber ich konnte mir ein bisschen aushelfen.
01:00:38 Gavin Karlmeier
Also es tut mir ein bisschen leid. Aber es gelten faire Bedingungen für alle. Ich habe auch erst eine Stunde vorher die Zeit gehabt, das zusammenzubauen.
01:00:48 Stefan Schulz
Was machst du da überhaupt? Sag uns
01:00:49 Gavin Karlmeier
das noch. Das Geogessing, ich blicke auf einen Platz, an dem sich ein altehrwürdiges Gebäude in der Kölner Innstadt befindet. Ihr könnt es herausfinden, wahrscheinlich könnt ihr jetzt schon bei Discord oder in den Spotify-Kommentaren lesen, wo ich mich aufhalte. Ich verrate es dann am Freitag. Danke. Wir hören uns wieder am Freitag hier bei Hakendran und zwar dann mit Martin Fehrensen. Und ich wünsche euch eine ganz tolle Restwoche. Lieber Stefan, vielen Dank, dass du da warst. Es war mal wieder Anders als geplant, aber großartig. Gerne wieder.
01:01:21 Stefan Schulz
Ja, vielen Dank dir.
01:01:22 Gavin Karlmeier
Bis bald.