Dezentral ins Wochenende! Das ließ uns dann doch keine Ruhe: Meta arbeitet an einem twittermäßigen Ableger für Instagram: P92. Klingt wie eine Waffe, aber kommt sie auch zum Schuss? (Entschuldigung.)
Außerdem stellen wir uns JETZT einen Reminder, um zu schauen, ob Twitter in 6 Monaten tatsächlich noch da ist. Es gibt eine These und die lautet: Bis dahin haben wir das alles hinter uns.
Transkript
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00:01 Intro
Haken dran, das Social Media Update der CT.
00:05 Dennis Horn
Grüß dich Gavin. Hallo Dennis. Ich hab's gestern noch gesagt. wenn nichts dazwischen kommt, haben wir lange nicht mehr gehabt, die Situation und ich habe Sache lange nicht mehr prognostiziert, ehrlicherweise ich erkenne ein Klaren Zusammenhang.
00:19 Gavin Karlmeier
Jetzt liegen uns hier ein paar Probleme auf dem Schreibtisch größerer Natur, die wir besprechen müssen. Dafür widmen wir eine Sonderausgabe diesen Themen an diesem Wochenende. Und wir möchten beginnen bei einer Plattform und einem Netzwerk, das gar nicht Twitter heißt, sondern Mastodon. Vielleicht erstmal mit einer kleinen Korrektur, die uns erreicht hat, nachdem wir gestern über. NET. social gesprochen haben.
00:51 Dennis Horn
Genau, also erstmal vorneweg ist, also ich finde es wirklich geil, dass unsere Community wirklich ein Korrektiv für uns ist. Nicht, weil wir dann nicht mehr fact checken müssen. Aber manchmal passiert es ja doch, dass uns was durchrutscht. Wir haben gestern fälschlicherweise behauptet, dass dieser . NET. social Account aus den Reihen von Microsoft käme. Weil eben die. NET Community ein Microsoft-Dienst ist. Jetzt ist aber so, dass diese. NET-Community auf Mastodon nicht von Microsoft betrieben wird, sondern von Thomas Bolon oder Thomas Bollin. der nochmal klargestellt hat, er hat vor Ewigkeiten schon diese Domain registriert und betreibt diese Community, aber er arbeitet nicht für Microsoft und er freut sich aber über die Aufmerksamkeit.
01:34 Gavin Karlmeier
Ja, wobei man hier sagen muss: also sein Posting beginnt mit just to clarify things. Also, da sind noch ein paar mehr Leute drauf reingefallen, weil hier ein bisschen offenbar auch ein Anschein erweckt wurde. Nicht wahr?
01:46 Dennis Horn
So ist es wohl, ja.
01:48 Gavin Karlmeier
So, und jetzt kommen wir aber wirklich zu den größeren Brechern hier heute und auch da geht es um Mastodon. Wir haben gestern noch über So eine positiv kritische Menge gesprochen an vielleicht Anbietern, die vielleicht auch zu Mastodon gehen könnten. Und wer springt da jetzt mit ins Boot?
02:10 Dennis Horn
Niemand geringer ist als Meta, ausgerechnet. Lustigerweise ist das so ein bisschen eine, wer uns lange hört und verfolgt. Wir haben das genau so prognostiziert. Wir haben nämlich gesagt, früher oder später wird irgendwann für Mastodon der Punkt kommen, wo ein großes Unternehmen aufspringt, vielleicht mit einer eigenen Oberfläche, einem eigenen Zugang, einem völlig eigenen Verständnis davon. wie man ins Fiddiverse einsteigt, aber in Interaktion mit Mastodon. Und jetzt kommt dieser Bericht hier, der zuallererst hätte das Money Control, aber auch Plattformer haben darüber berichtet und informationen Das Meta Meta an einem Dienst arbeiten mit dem Codename P92 P92. Und dieser Dienst soll eine Art textbasiertes soziales Netzwerk sein, das interoperativ mit Mastodon interagieren kann. Was im Grunde genau das ist, was ich gerade prognostiziert und beschrieben habe. Also ein großes Unternehmen, das vermutlich größte Social Media Unternehmen der Welt, Steigt ein in das Fediverse mit einer eigenen Idee davon, wie ein dezentrales soziales Netzwerk, das vor allem Text getrieben ist, aussehen kann.
03:17 Gavin Karlmeier
W wie interpretieren wir das? Also was halten wir davon? Warum passiert das jetzt?
03:23 Dennis Horn
Also, ich finde, dass die ganzen großen Unternehmen da alle hinter verschlossenen Türen dran arbeiten und rumexperimentieren, das Überrascht mich überhaupt nicht, glaube ich. Also, ich glaube, dass wir, wenn du mal Mäzen spielen könntest, dass vermutlich bei Apple, bei Microsoft und LinkedIn bei wahrscheinlich sogar Google überall solche Überlegungen schon mal im Raum gestanden haben und vielleicht sogar sich auch mal zwei, drei EntwicklerInnen hingesetzt haben und mal gebastelt haben. Ich finde interessant daran, dass das An die Öffentlichkeit geraten ist. Das heißt ja, dass diese Entwicklungsprozesse zumindest einen Status erreicht haben, der über die bloßen Ideen, über das bloße Herumexperimentieren hinausreicht, sondern da müssen ja mehr Leute im Boot sein. Als die, die man kontrollieren kann, dass sie eben nicht sprechen. Richtig?
04:08 Gavin Karlmeier
Ja, so würde ich das auch sehen. Du hast ja gestern auch ein bisschen darüber gesprochen. wie also wie solche Projekte in so großen Unternehmen zustande kommen und welche Hindernisse da erstmal aus dem Weg geräumt werden müssen. Wobei wir mittlerweile natürlich wissen, dass Microsoft hier in diesem Fall ein Ein-Mann-Unternehmen war, der diesen Account hochgezogen hat. Aber hoffentlich stimmt das im T. Jetzt mit Instagram, doch, das stimmt. Also es ist schon Besser Two-Biff von Plattformer.
04:35 Dennis Horn
Ja, und Meta hat auch kurz nachdem der Money Control-Artikel online gegangen ist Das öffentlich auch bestätigt, hat aber nicht gesagt, in welchem Status sich diese Entwicklungen befinden, sondern nur ja, es wird an einem dezentralen Angebot gearbeitet, das textbasiert sein soll.
04:51 Gavin Karlmeier
Ja, also trotzdem wiederhole ich nochmal deinen Punkt von gestern. Wenn so etwas dann bekannt wird und diesen Status erreicht hat, dann bedeutet das schon etwas, weil das eine, das war deine Wortwahl, Commitment ist. Und ich finde interessant, wie jetzt aus so einer strategischen Sicht hier eigentlich zwei Fliegen mit einer Klappe im richtigen Moment geschlagen werden. Das erste ist, Mastodon zu Streamlinen noch so einen. Anbieter, der die Macht dazu hätte und die die Möglichkeiten technologisch. Und auf der anderen Seite Haben wir hier ja einen Anbieter, einen Konzern, der so etwas fährt wie eine Flottenstrategie? Das kennen wir aus dem Hörfunk. Also, wenn wir über so große öffentlich-rechtliche Sender zum Beispiel sprechen, die sind so aufeinander abgestimmt, ja. Wer erreicht welche Zielgruppe und wie viel Platz lässt man da zwischendurch noch? anderen so. Und im Grunde ist ja das Bestehen aus WhatsApp, Instagram und Facebook auch eine Flottenstrategie. Also da hat man es schwer, dazwischen zu kommen, und die sind extrem gut so aufgestellt, dass sie ein Gesamtbild ergeben. Ja, also so das Beispiel war jahrelang, haben alle immer gesagt, die Leute laufen von Facebook weg. Und dann konnte man immer die Gegenfrage stellen, ja und? Was soll's? Weil Facebook hat ja auch Instagram. Genau. Oder jetzt Meta. So. Und da jetzt Auch noch diese Gruppe von Menschen, wenn diese Idee so aufgeht und so ein Plan so aufgeht, potenziell mit ins Boot zu holen als Nutzerinnen und Nutzer. die so ein eine, wie wir Tagesschau-Fans sagen, Kurznachrichtendienst, so ein Kurznachrichtendienst nutzen möchten. Ähm, das finde ich doch einen strategisch interessanten Move jetzt an dieser Stelle. Natürlich werden wir der Frage begegnen, ob ähm die Twitter Nutzerschaft überhaupt zu Meta möchte. Ja, da gibt es ja auch eine Ablehnung diesem Anbieter gegenüber. Aber das ist schon interessant zu beobachten.
07:03 Dennis Horn
Ja, ich finde da noch zwei andere Sachen spannend. Also ergänzend zu dem, was du sagst, was alles stimmt, finde ich spannend, dass gleichzeitig in diesem Statement von Meta selber gesprochen wird, dass es Dass sie glauben, dass es eine Opportunity, eine Möglichkeit für einen eigenen Raum gibt, in dem Creator und öffentliche Persönlichkeiten rechtzeitig ihre Updates zu ihren Interessen veröffentlichen können. Sehr wörtlich übersetzt. Das ist die Beschreibung von Twitter. Richtig. Finde aber sehr spannend, dass sie sehr konzentriert über eben öffentliche Figuren und Creator gesprochen wird und eben nicht über unsere NutzerInnen oder unsere Community oder wir, sondern es wird sehr konzentriert darauf, dass es um Leute geht, die was zu sagen haben. Und eben dieser Begriff Timely, dieses rechtzeitige, also dieser Echtzeitfaktor von Twitter, den Meta im Moment mit keiner seiner Plattform so richtig bespielt. Und ich glaube, dass sie da genau diesen blinden Fleck auf ihrer Landkarte identifiziert haben. In Kombination mit diesem extrem geschickten Zeitpunkt, das sich gerade dieses Vakuum auftut, weil eben Leute unzufrieden mit Twitter sind oder auch von Twitter einfach weggespült werden und nicht so genau wissen, wohin sie kommen sollen. Plus eben diesen Angriff direkt gemeinsam mit der mit der dezentralen Struktur zu machen, also rein technisch bedeutet das, dass diese neue Content-App auf ActivityPub basieren soll und das wiederum ist das Protokoll, auf dem Mastodon basiert. Also ActivityPub ist sozusagen das Fediverse. Finde ich eine super spannende, geschickte Geschichte, um ganz viele Fan gleichzeitig zusammen zu knoten.
08:36 Gavin Karlmeier
Total, genau das. Also, das ist dieses mehrere Fliegen mit einer Klappe. Und jetzt werden die Player, die sich da einschalten, einfach auch größer. Ja. Und schauen wir da jetzt einem Domino-Spiel sozusagen zu von Playern, die jetzt rübergehen und dann wird so ein sich selbst verstärkender Effekt draus.
09:03 Dennis Horn
Das kann total gut sein. Also vor allem weil eben die also in dem Moment, wo Meta anfängt, das öffentlich zu Zu kommunizieren, das ist ja der späteste Zeitpunkt, bei dem Mitbewerber sagen, okay, wir müssen da jetzt drauf, das könnte groß werden. Und dass sie auf Mastodon setzen, ist ja auch, sie hätten genauso gut auf dieses AT-Protokoll setzen können, das Jack Dorsey gerade mit Blue Sky ja entwickelt. Das tun sie aber nicht. Ich finde es total spannend, diese Entscheidung zu treffen, eben auf einen völlig öffentlichen Standard zu setzen, der unter dem Wie heißen die W3-Konsortium, unter Beobachtung von denen steht? Also quasi dem W3C. Genau, die. Also die sind ja quasi, das ist ja der Vatikan des Internets, wenn man so möchte. Und also die bewachen das World Wide Web. Und dass das quasi hier Hand in Hand geht, ist doch für ein Unternehmen wie Meta, finde ich, sehr überraschend, die doch eigentlich sonst immer sehr abgeschottet agiert haben.
10:03 Gavin Karlmeier
Ja, und auf der anderen Seite werden sie vielleicht ihre Macht ausnutzen, um das eben in ihre Richtung zu bewegen. Das ist ja was. wir von Beginn an hinter solchen möglichen Moves auch irgendwie vermuten und gehofft hatten, es werden die Guten sein, die solche Moves früh genug machen. Aber jetzt ist so der dritte, vierte große Name ist direkt Meta. Also ich möchte nicht zu pessimistisch klingen, aber ich bin's ein bisschen.
10:33 Dennis Horn
Ja, weil wenn man das mal ganz realistisch interpretiert, was bedeutet das? Also mal angenommen, diese App würde morgen starten. dann würde es zum einen, wir sprechen gleich mal noch ganz kurz darüber, wie das rein praktisch aussehen wird. Da gibt es auch schon so zwei, drei Informationen, aber diese App würde starten und hätte das von vornherein wäre das die Mastodon-Instanz und der Mastodon-Zugangsweg mit vermutlich 99% aller Mastodon-NutzerInnen. Einfach mit einer absoluten Mehrheit. Würde das komplette Fediverse in gewisser Weise verändern, weil eben viele Leute plötzlich einen Zugang haben, den sie sich jetzt gerade ein bisschen selber erschließen müssen. Wir müssen jetzt nicht nochmal darüber sprechen, dass Mastodon nicht so den einfachsten Einstieg für alle Leute bietet, aber. Wir sind uns definitiv einig. Es ist eine andere Geschichte, wenn es von der Usability eher vom Gefühl her wie Instagram ist, als wie Twitter. So, ähm Und das würde im Umkehrschluss aber auch bedeuten, dass wenn die sich entscheiden würden, auf ihrer eigenen Version von dem Zugang zum Mastodon, der ja so nicht heißt, sondern P92 Arbeitstitel, wenn Sie sich entscheiden, hier ist jedes zweite Posting ein bezahltes Posting, eine Werbung, dann ist das so. Und dann ist das zwar über alle anderen Zugriffswege in das Fediverse nicht so. Aber eben für, wie gesagt, vermutlich 98, 99 Prozent aller Menschen, die in diesem Netzwerk unterwegs sind. Und das verändert gleichzeitig auch die komplette Wahrnehmung dieses Netzwerkes im öffentlichen Bild. Das finde ich schon sehr erstaunlich.
11:59 Gavin Karlmeier
Kurz, was sind diese konkreteren Infos, die du noch versprochen hast?
12:03 Dennis Horn
Also, es sieht so aus. dass dieses P92 direkt an Instagram angedockt werden soll. Wie genau, weiß man natürlich nicht, aber es soll möglich sein, sich mit seinem Instagram-Account dort anzumelden. Und dementsprechend würden auch alle Instagram-NutzerInnen automatisch einen Account für P92 haben, weil sie sich dort mit ihrem Instagram-Account anmelden. Das ist markenstrategisch sehr spannend, weil das auf der einen Seite bedeutet, dass das eben nicht ein weiterer Account in deiner Meta-Account-Liste ist, über die wir hier schon mal gesprochen haben. Also du hast ja, wenn du ein Facebook- oder ein Instagram-Profil hast, auch in der Regel einen Meta-Account oder kannst ihn sozusagen claimen und hast dann die Möglichkeit, die miteinander zu vernetzen. Änderst du ein Profilbild, änderst du alle, änderst du einen Namen, änderst du alle. Hier, dass diese neue App direkt oder das neue System direkt an Instagram angedockt werden soll sprich, sagt viel über das Selbstverständnis davon aus, wer das am Ende benutzen soll, nämlich nicht die Leute, die gerade bei Facebook unterwegs sind und auch nicht die Leute, die sich über ihre Oculusbrille im Metaverse kennenlernen, sondern es ist ein sehr. nah an Instagram verheiratetes System. Ich glaube, das kann man kritisch sehen, ich glaube aber so rein marketingtechnisch ist das sehr geschickt, weil das im Zweifel auch die NutzerInnen sind, die am ehesten bereit wären, so ein neues Netzwerk zu nutzen, glaube ich. Dazu Gedanken?
13:22 Gavin Karlmeier
Ja, also ich mache mir da Gedanken über Instagram selbst. Also diese Plattform hat ja in den vergangenen Jahren durchaus gelitten unter etwas, was Facebook vorher schon durchgemacht hat, nämlich Dem Verlust seiner Einfachheit. Und also, ich finde das fast schon krude, was da passiert, das da anzudocken. Also, ich so als Ausweis Als Verifikation, wer bin ich, um mich einzuloggen? Also als ID-System, den Instagram-Account zu nutzen. Ja, okay, das kennen wir. Das hat es auch mit Facebook gegeben. Ich erinnere mich daran, wie du am Anfang das Deutsche Spotify nur mit einem Facebook-Account nutzen konntest. So in der ersten Zeit. Und klingt für mich nach Nähen so. Also, wenn ich jetzt so aus der Perspektive als Instagram-Nutzer hier darauf gucke. Aber was bedeutet das gleichzeitig für die Plattform Instagram selbst? Also, da hat ja in den vergangenen Jahren ein Aufbohren stattgefunden. Das finde ich völlig übers Ziel hinausgeschossen ist und auf das die Nutzerinnen und Nutzer auch keinen Bock hatten. Jetzt ist zum Beispiel dieser Shopping Tab wieder verschwunden. Aus Reels und Videos wurde eins gemacht, weil es einfach Komplett krude war, ich weiß nicht.
14:43 Dennis Horn
Ja, ich kann die Bedenken verstehen, aber ich glaube, das hängt auch ein bisschen damit zusammen, wie. Offenbar überrascht, wenn wir diese Formulierung von Adam Mossari über den weltweiten Staat von Instagram Notes nochmal in Erinnerung rufen. wie er gesagt hat, dass es vor allem bei jungen Leuten wahnsinnig gut angenommen ist, ein wahnsinnig erfolgreicher Start war. Und Instagram Notes fühlt sich ja so ein bisschen an wie der Testballon eigentlich für so eine textbasierte so ein testbasierte, textbasiertes Netzwerk angedockt an Instagram. Wie das in der Zukunft dann irgendwann aussieht und ob das In der super weiten Zukunft, in der, wie sagt man, in der dritten Dimension sozusagen, dann tatsächlich sich direkt in dieses, in die Instagram-App reinverheiraten wird, oder ob das nur so ein Appendix ist für die Leute, die es wollen. Bleibt so ein bisschen abzuwarten. Aber ich könnte mir vorstellen, dass diese Instagram Notes Geschichte einen unmittelbaren Zusammenhang zu der Entwicklung von P92 Haben könnte.
15:37 Gavin Karlmeier
Ich finde gut, dass wir hier bei einem Thema auch einfach mal enden, mit den Worten bleibt abzuwarten. Es ist doch super.
15:42 Dennis Horn
Ja, finde ich auch gut. Ich habe noch eine ganz kleine Nachreiche, eine Sache, die wir übersehen haben, die ich aber spannend finde. Weil wir ja immer wieder über Mastodon-Ergänzungen durch andere Unternehmen sprechen, wir haben über Medium gesprochen Wir haben darüber gesprochen, dass Tumblr mit dem Fediverse flirtet. Und offenbar ist es so, dass die, äh, das letzte Woche auch schon Flipboard, das ist so eine App, mit der du dir so eine Art eigene News-Seite zusammenbauen kannst. Grundlage verschiedener Webseiten, aber auch sozialer Medien. Also könntest du früher immer Twitter nutzen. Das geht offensichtlich nicht mehr wegen der Api-Schließung. Können wir gleich nochmal ein bisschen drüber sprechen. Oder YouTube. Und da ist eben Mastodon jetzt auch ein Teil von und sie haben eine eigene Mastodon-Instanz gestartet und arbeiten offenbar auch an einer eigenen Integration in ihre App. Das heißt, eine Möglichkeit. Mastodon zu benutzen, ohne das Mastodon oder das originäre Mastodon-Interface zu nutzen. Und wenn wir das so zusammennehmen, dann finde ich das doch sehr bemerkenswert. Bingo übrigens. dass es sicher so durchzieht, dass wir feststellen, dass alle großen Anbieter sagen, machst du dann als Infrastruktur gerne. Aber so wie es gerade genutzt wird, würden wir das nicht übernehmen. Also sowohl Tumblr als auch Medium, als auch Flipboard, als auch offenbar Meta. verstehen die Wichtigkeit eines dezentralen sozialen Netzwerkes, verstehen auch, warum es total sinnvoll ist, wenn da viele mitspielen. Wollen aber trotzdem ihren eigenen, ähm ihre eigenen Pforte in diese Welt bauen. Und das finde ich, finde ich, ganz spannend, weil das sich so ein bisschen anfühlt wie die Zukunft des sozialen Netzes, ne? Die Dezentralität.
17:21 Gavin Karlmeier
Ja, also du hast das jetzt so positiv formuliert, sehen die Wichtigkeit, kann man natürlich auch sagen, fürchten die Wichtigkeit und dann gestalten sie es lieber selbst.
17:33 Dennis Horn
Auch sicherlich denkbar. Und natürlich, da steckt auch sowas drin wie, so wie es jetzt gerade ist, werden sie da drin keine Werbung platziert können. Also brauchen Sie ein eigenes Frontend. Sicher hat das positive und negative Seiten, aber ich finde das erstmal nicht, also die Alternative wäre ja, alle bauen wieder ihre eigenen kleinen geschlossenen Shops. Und jetzt ist es aber eher so, alle bauen sich ihre eigene Zufahrt, aber die Autobahn ist die gleiche.
17:59 Gavin Karlmeier
True. Ja. Und sind mit entweder mit einem alten Opel Kadett oder mit einem neuen Audi E SUV unterwegs. Richtig. Jetzt hast du gesagt, wir kommen zur API und leider müssen wir das. Und jetzt Brace for Impact. Haltet euch fest. Also es ist ein. Es ist eine lange Geschichte, die wir da hinter uns haben, über einen Monat mittlerweile. Am 2. Februar 2023, kündigt Elon Musk an. Der Zugang zum Application Programming Interface, also der Schnittstelle, mit der man von außen auf Twitter Daten zugreifen wird, äh kann. Wird binnen einer Woche hinter einer Bezahlschranke verschwinden. Das hat so halb gar geklappt. Also ja Ist es, aber gleichzeitig hat man es nochmal so ein bisschen verschoben zwischendrin und dann gab es noch Fehler hier und da. Pippo, was wir so kennen aus den vergangenen Wochen. Und die API ist wichtig, um das hier nochmal kurz aufzublättern, natürlich für diese Drittanbieter-Apps auf der einen Seite, die einen anderen Zugang zu Twitter geschaffen haben, Twitter Effic, Tweetbot. Wir haben oft darüber gesprochen. Geschäftsmodelle, die jetzt durch diese Entscheidung von Elon Musk auch eingebrochen sind. Aber die API ist auch wichtig für Forscherinnen und Forscher. Es sind, die Wired schreibt, das sind seit 2020 Mehr als 17. 500 akademische Arbeiten entstanden auf Grundlage von Twitter-Daten und auf Grundlage des Zugriffs auf die API. Und das ist ein besonderer Zugriff, weil man über Twitter den akademischen Und elitären Diskurs mitbekommt. Ja, also wie funktioniert das Internet? Welche Unterhaltungen werden geführt in dieser Die Wyatt nennt das fiktiven globalen Öffentlichkeit, die es so natürlich nicht irgendwie gibt, aber das ist dieser Begriff des Townsquare für die Welt, ja, den Elon Musk ja selbst auch Genutzt hat. Also das nur nochmal zur Bedeutung auch dieser Schnittstelle. So, also das Ding ist hinter einer Paywall gewandert und jetzt sind. Beim Wired Magazine die neuen Gebühren gelandet. Also Twitter macht jetzt Ein Angebot? All denen, die die API nutzen möchten.
20:41 Dennis Horn
Das man aber auch mal ganz gut ablehnen kann.
20:44 Gavin Karlmeier
Dass man ein Angebot, das sie auf jeden Fall ablehnen werden. Weil es einfach zu teuer ist, um hier mal zu spoilern. Also es gibt jetzt so ein Dokument, das haben diese Forscherinnen und Forscher bekommen. Das hat Twitter wohl Anfang dieses Monats. Also jetzt diese Woche, wahrscheinlich, an mögliche Forscherinnen und Forscher oder an Forscherinnen und Forscher als mögliche Kundinnen und Kunden verschickt. Und einer von denen hat das an Wired weitergeleitet. Und jetzt, also, das sind jetzt Enterprise-Pakete für den Zugriff auf die API. Und das Billigste bietet einen Zugang zu 50 Millionen Tweets im Monat. Für 42. 000 Dollar pro Monat. Und dann gibt es noch zwei weitere Pakete. Ich sisse mal kurz hoch, also doppelt so viel. 100 Millionen und 4 mal so viel, 200 Millionen kosten Moment, das muss ich kurz ausrechnen, weil das ist ja völlig abstrus. Kosten, weil es doppelt so viel ist, dreimal so viel dann an der Stelle, nämlich 125. 000 Dollar. Oder weil es viermal so viel ist, kostet es fünfmal so viel, nämlich 210. 000 Dollar im Monat.
22:04 Dennis Horn
Das allein ist schon so geil, dass es günstiger wäre. Viermal das Small Package abzuschließen, als einmal das Large Package, um die gleiche Menge an Daten zu bekommen.
22:13 Gavin Karlmeier
Die gleiche Menge an Daten, aber du weißt nicht, ob du dann unterschiedliche Tweets bekommst oder nicht nochmal dieselben.
22:19 Dennis Horn
Stimmt, das ist natürlich teuer.
22:21 Gavin Karlmeier
Der Falschtrick an der Stelle so, Wyatt hat sich das auch bestätigen lassen von anderen Forscherinnen und Forschern. Naja, so und dann sind noch ein paar andere Begrenzungen drauf, zum Beispiel die Anzahl der Twitter-Handles. Die hier über die API analysiert werden können, wird begrenzt auf 5000. Und maximal 20 Anfragen pro Minute, aber bitte. Ach, das ist totaler Quatsch. So, jetzt versuchen wir uns mal ein bisschen, das sind jetzt Zahlen, jetzt versuchen wir uns mal so ein bisschen eine Größenordnung zu geben. Weil Forscherinnen und Forscher haben ja immer ein Interesse am Gesamtbild. Und es war bisher so, dass der kostenlose API-Zugang den Forscherinnen und Forschern einen Zugriff ermöglicht hat auf 1% aller Tweets. Und jetzt, wo es Geld kostet, wird es 0,3 Prozent des monatlichen Outputs geben von Twitter. Also ein Drittel davon, aber x-mal so teuer. Und die W die Wired zitiert eine Wissenschaftlerin vom Max-Planck-Institut für Softwaresysteme hier in Deutschland. die zu diesem Angebot sagt, Zitat, das übersteigt wahrscheinlich jedes akademische Budget, von dem ich je gehört habe.
23:47 Dennis Horn
Das ist so absurd. Also, da wurde entweder der Markt nicht geforscht, also es wurde einfach gesagt, wir rufen mal wieder Fantasiepreise auf. Vielleicht kann Stephen King mal kurz nachfragen, ob es nicht noch günstiger geht. Oder es ist einfach wirklich nicht gewünscht, dass das jemand abschließt. Und dann ergibt dieser ganze Aufwand hier auch keinen Sinn. Ja. Ja, aber ich habe mir das gerade nochmal angeguckt und habe noch eine zweite Überlegung. Und zwar ist das ja hier, wie du gesagt hast, das sind ja die Enterprise. Packages. Das heißt auch die für Unternehmen. Dementsprechend zum Beispiel für Anbieter von Twitter-Apps. Also, wenn ich jetzt, wenn Tweetbot sich jetzt entscheidet, wir kaufen jetzt erstmal für 5000 Accounts beispielsweise. Das kleine Paket, die haben dann zwar nur Zugriff auf alle zusammen, insgesamt 50 Millionen Tweets im Monat, aber hey, immerhin Dann würde das bedeuten, dass jeder Nutzer und jede Nutzerin, vorausgesetzt alle 5000 Plätze sind verkauft, im Monat 8,40 Euro zahlen müsste, 8,40 Dollar im Monat zahlen müsste. an TweetBot zum direkten Weiterreichen als durchlaufenden Posten an Twitter, um nur den API-Zugriff zu decken. Das heißt, du hättest ein In-App-Abonnement von 10, 11 Dollar nur für den AP-Zugriff an Twitter Und jetzt wird es ja spannend, wenn du jetzt aber anfängst, dieses größere Paket zu nehmen, die 100 Millionen Tweets, das mittlere Paket, das 125. 000 Dollar kostet, dann hast du 7. 500 Accounts drin. Und dann würde der API-Zugriff für jeden Nutzer und jede Nutzerin schon 16,66 Dollar kosten. Also du merkst, die Größe, also allein dieses Upscaling ergibt ja für diesen Enterprise Use Case gar keinen Sinn mehr. Das wird mir nicht klar. Das ist Wahnsinn. Es ist Wahnsinn. Das ist wirklich Wahnsinn. Es geht übrigens noch größer. Im Large Paket, wo du diese 210. 000 Dollar im Monat zahlst, da hast du Zugriff über 10 Accounts, äh, 10. 000 Accounts, da würdest du 21 Dollar im Monat zahlen, nur für diesen API-Zugriff mit deinem Account.
25:49 Gavin Karlmeier
Also, das sind das kleinste Paket ist eine halbe Million Dollar pro Jahr.
25:54 Dennis Horn
Ja, das kleinste.
25:56 Gavin Karlmeier
Das kleinste Paket ist eine halbe Million Dollar pro Jahr. Und Also, D. Wyatt hat mit Kenneth Joseph gesprochen. Es ist ein Assistenzprofessor an der Universität in Buffalo. Und der sagt, also es gibt andere Plattformen, auf denen er auch forschen könnte. Aber Twitter hat eben diese einzigartige Kombination aus Journalisten, hochrangigen Politikerinnen, Entscheidungsträgern, aus der Wirtschaft. Also das sei schon ein wichtiges Forschungsgebiet, der hat auch nochmal so gesagt, meine Argumentation, eben so um den Diskurs der Eliten zu verstehen, hat er gesagt. Und Dieser Raum wird uns allen jetzt entzogen. Das sei eine harte Pille, die wir schlucken müssen. Und es gibt einen anderen Professor, Assistenzprofessor an der Binghampton University in New York. Jeremy Blackburn, der ist ein bisschen optimistischer, sagt, dass Forscher mit Sicherheit weiter einen Weg finden werden, das Geschehen auf Twitter irgendwie unter die Lupe zu nehmen. Die sind auch seit Jahren weitgehend von Facebook abgeschnitten und haben trotzdem Fortschritt gemacht, was ist also was die Untersuchung dieser Plattform angeht. Und ich finde, also der hat noch einen sehr schönen Satz gesagt. Es ist nicht so, dass die Wissenschaft von einem Typen als Geisel gehalten wird, der sich selbst dazu gebracht hat, 44 Milliarden Dollar für eine Website zu verbrennen, die kein Geld einbringt. Nur damit er alle Nutzer zwingen kann, seine scheiß Posts zu lesen.
27:36 Dennis Horn
Ja, sag mal.
27:37 Gavin Karlmeier
Ja, also gibt auch ein paar optimistischere Stimmen, aber das ist schon bitter. wie das hier entzogen wird. Und auch da setze ich ein wenig Hoffnung dann, zumindest in den Digital Services Act oder in die Gesetzgebung innerhalb der Europäischen Union. Das zumindest hier ein wenig auszuhebeln und der Wissenschaft weiter auch eine Möglichkeit zu geben, darauf zuzugreifen
28:05 Dennis Horn
Ja, ich kann das total verstehen. Man muss fairerweise natürlich dazu sagen, das ist ein privatwirtschaftliches Unternehmen. Die können natürlich ihre Preise gestalten, wie sie wollen. Dann müssen sie aber auch davon ausgehen, dass es einfach niemand zahlt, wenn du solche Beträge aufrufst.
28:17 Gavin Karlmeier
Ja, da bin ich weiter bei der bei der Gegenargumentation. Es ist ein privatwirtschaftliches Unternehmen, aber eins einer besonderen Art, dem eine besondere Verantwortung obliegt, weil es eben eine so gewichtige Rolle ist In unserer Informations- und Kommunikationsinfrastruktur spielt und dafür sind die Erkenntnisse aus diesen Daten eigentlich enorm wichtig.
28:37 Dennis Horn
Abs, ich verstehe das, finde das auch richtig und sehe das auch so und würde mir auch wünschen, dass es da eine gewisse Regelung gäbe. Ja. Nichts hinzuzufügen.
28:48 Gavin Karlmeier
Vielleicht könntest du mit diesen wissenschaftlichen Daten dann. Achso, was wollt zum Thema noch, oder was?
28:53 Dennis Horn
Ja, ich wollte noch einen Satz zu diesem Zitat, das du eben hattest, von wegen das Elon Musk hier ja offenbar gezwungen wurde oder eben nicht, dass du, wenn du dich jetzt neu bei Twitter registrierst, dass du fünf Accounts, also du musst dich für mindestens einen Account entscheiden, den du folgen möchtest, kriegst du eine Liste von Accounts und die erste Fünf, die da stehen, sind jetzt in durcheinanderer Reihenfolge, zum Beispiel PlayStation oder Xbox, aber auf Platz 1, ganz oben, ist immer der Account von Elon Musk.
29:21 Gavin Karlmeier
Ja, viel Spaß beim Folgen. So. Genau. Vielleicht mit den wissenschaftlichen Daten, die jetzt fehlen, hättest du dann for You Feed auch irgendwie untersuchen können. Was ist da los? Da funktioniert wieder nichts oder was?
29:33 Dennis Horn
Ja, der von YouFit hat sich geändert. Also es ist mir schon aufgefallen, ich konnte das aber noch nicht so formulieren. Und dann habe ich einen Artikel gefunden, der von Menschen dir dasselbe berichten und da habe ich gemerkt. Stimmt, das betrifft mich genauso. Und dementsprechend wird das bei allen Menschen so sein, die nicht gerade wie du Twitter im Stand vom August 2021 nutzen. Denn meine For You-Page bei Twitter ist inzwischen nur noch voll mit Accounts, denen ich nicht folge. Und vor allem, und das ist neu, ich auch nicht genau weiß, warum sie mir angezeigt werden. Also bislang war das so, dass auf der dieser für dich-Reiterseite viele empfohlene Präsidenten. Tweets angezeigt wurden, aber oft darüber stand, das gefällt einer Person, der du folgst oder wird dir empfohlen wegen eines des Themas Elon Musk. dass dir wahrscheinlich gefallen wird. Und jetzt sind da aber einfach ohne Ender Tweets von Menschen bei, bei denen ich überhaupt gar keine Ahnung habe, wer das ist Ja. Also ganz spannend.
30:26 Gavin Karlmeier
Wir einfach mal über den Tellerrand hinaus bewegen.
30:29 Dennis Horn
Stimmt, ja, danke.
30:31 Gavin Karlmeier
Was habe ich hier noch als Stichwort stehen? Insulin.
30:33 Dennis Horn
Ja. Das ist eine Geschichte, die sieht wie folgt aus. Also, wir erinnern uns, dass als Twitter Blue gestartet ist und wir hier relativ frisch mit diesem Podcast auch angefangen haben. Einige Accounts sich als Unternehmen ausgegeben haben, dann dafür 8 Dollar gezahlt haben, um einen blauen Haken zu kriegen und dann verrückte Sachen geschrieben haben. Es gab einen Tesla-Account, der geschrieben hat. Ein zweiter Tesla ist in das World Trade Center eingeschlagen. Es gab Super Mario-Accounts, die Menschen angefangen haben zu beleidigen. Und es gab einen Account von Eli Lilly Company, einem US-amerikanischen Pharmaunternehmen, das geschrieben hat, We are excited to announce insulin is free now. Das ist ein Thema von spannender politischer Brisanz, denn in den USA ist es ja so, dass das Gesundheitssystem diese ganzen sozialen Faktoren unseres Gesundheitssystems nicht kennt und teilweise Menschen, die an Diabetes erkrankt sind, bis zu 1000 Dollar im Monat dafür zahlen müssen, dass sie Insulin bekommen. Das heißt, das ist de facto ein Thema der Wirtschaftlichkeit, ob du gesundheitsriskierend leben musst oder nicht. Und nachdem dieser Account das getwittert hat, der nicht wirklich Elalilly war, aber einen blauen Haken hatte Ist der Börsenkurs von Eli Lilly Company total in den Keller gestürzt? Gleichzeitig ist das Thema über die Insulinkosten in der US-amerikanischen Innenpolitik immer wieder ein großes Thema. Und es gibt sogar eine Empfehlung des Kongresses diese Preise in gewisser Weise zu deckeln, aber bislang keine rechtliche Bindung dafür. Und es ist jetzt passiert, dass dieses Unternehmen, Eli Lilly <unk> Company, als Reaktion auf sinkende Aktienkurse vielleicht, also es gibt keine Gründe dafür, es gibt nur die Ansage, angekündigt hat, dass der Insulinpreis bei Eli Lilly <unk> Company für jeden Menschen, der darauf angewiesen ist, auf 35 Dollar im Monat gedeckelt ist und damit auf einen. Diesen Reduction Act des Kongresses reagiert aber mit Freiwilligkeit. Also es gibt keine Notwendigkeit dafür. Ob das jetzt an diesem Tweet liegt oder nicht, wissen wir nicht, aber das liegt doch schon, also es liegt zumindest so ein bisschen auf der Hand. Dass es diesen Zusammenhang geben könnte, dass wir vielleicht diesem einen Menschen aus Queens, der damals diesen Tweet geschrieben hat, auch etwas danken müssen, dass er vielleicht dazu geführt hat, dass die Welt für Menschen, die auf Insulin angewiesen sind, in den USA ein bisschen besser wird. Eine gute Geschichte. Eine schöne Geschichte. Hoffentlich ist sie wahr.
33:02 Gavin Karlmeier
Wir bringen euch Ab und zu hier auch nochmal ein paar längere Artikel mit, so als Empfehlung, selbst wenn darin nicht immer alles neu ist, aber es gibt so eine Reihe von Artikeln, das hast du ja diese Woche auch schon mal gesagt, die Ja, einfach zu so einem Standardkanon gehören mittlerweile, wenn man nochmal so ein bisschen nachlesen möchte und in die Untiefen dieser Twitter-Übernahme durch Elon Musk abtauchen möchte. Und wir würden gerne auf diese Liste wegen eines sehr interessanten Gedankens Dave Carp setzen. Dave Carp ist ein Mann mit dem Namen David Carp Der als Politikwissenschaftler arbeitet an der School of Media and Public Affairs an der George Washington University. Und der hat einen Artikel in seinem Substack Newsletter geschrieben: How long does Twitter have left? So. Also er hat erst nochmal Bisschen aufgefächert, wie eigentlich die Lage gerade ist. Also Werbeeinnahmen um die Hälfte zurückgegangen, fast jede Woche irgendwie größere Ausfälle. Auf der Twitter-Seite oder des Dienstes insgesamt. Die Einführung von Twitter Blue war ein Desaster, so sehr das Elon Musk da irgendwie fast das gesamte Team gefeuert hat. Das Unternehmen zahlt keine Miete, andere Rechnungen nicht Und hat gerade irgendwie versucht, an Geld zu kommen, indem es die Büroppflanzen verkauft. Also sehr schön nochmal auf den Punkt gebracht, wie eigentlich die Lage ist. Und dann kommt das rhetorische Mittel. In Wirklichkeit geht es ihm aber noch schlechter, als es scheint. Und Dave Carp führt hier zwei finanzielle Zeitbomben an, so nennt er das, die nur darauf warten, hochzugehen. Und seine Vermutung ist, wenn eine von beiden hochgeht, dann wird Elon Musk Konkurs anmelden. Und Dave Kap schreibt: er kann nicht genau sagen, wann es sein wird, aber er gibt Twitter etwa sechs Monate. Die erste finanzielle Zeitbombe seien die anhängigen Arbeitsrechtsklagen. Also, soweit, so klar, das haben wir besprochen. Also, Twitter spart Kosten. Auch übrigens, indem es ehemaligen Mitarbeitern die Abfindungen, die es dann bei diesen Entlassungswellen versprochen hat, verweigert. Also, da sind Horden von Anwälten. Unterwegs, die versuchen, das rauszuschlagen, und es ist auch schwierig, da einen Überblick zu bekommen, weil in der Regel solche Geschichten ja mit einem Vergleich enden und einer Verschwiegenheitsklausel. Also wir wissen nicht, wie viel Geld Twitter da insgesamt vielleicht bisher sogar schon ausgeben musste oder noch zahlen muss, aber Dave Cup führt unter anderem Den letzten CEO von Twitter an, ähm, Parak Agaval. Und der wurde entlassen aus wichtigem Grund. Damit wollte man die Beträge, zweistellige Millionenbeträge sparen, die diesen Leuten eigentlich zugestanden hätten. Also fast 50 Millionen Dollar dem früheren CEO, aber wer glaubt, dass der das nicht bekommt und so? Ja, also Das führt ja erstmal so ein bisschen aus, so diese ganzen offenen Beträge wegen der Arbeitsrechtsklagen. So weit, so klar, oder?
36:36 Dennis Horn
Mhm.
36:37 Gavin Karlmeier
Ja, klar. Das zweite ist interessanter. Die zweite finanzielle Zeitbombe. Und er sagt, die könnte schon früher hochgehen, ist klar, weil diese ganzen Klagen auf dem Klageweg, das dauert dann eine Weile und das sind Geldbußen. Also er vermutet, auf Twitter wird einiges zukommen im Rahmen eines Abkommens auf der einen Seite mit der FTC, über die haben wir ja schon gesprochen hier im Podcast. Also erst letztes Jahr im Mai ist Twitter zu einer Geldstrafe verurteilt worden von hundertfünfzig Millionen Dollar wegen Datenschutzverstößen. Und es war nun zu einer Zeit, da hatte dieses Unternehmen noch diese vielen Mitarbeiter und hat funktioniert. So. Und Twitter ist gemäß dieses Abkommens mit der FTC Verpflichtet auf alle Änderungen in Bezug auf die Aufrechterhaltung und den Schutz der Sicherheit, der Privatsphäre, der Vertraulichkeit oder der Integrität Von nicht öffentlichen Verbraucherdaten zu berichten. Er schreibt jetzt: Das ist schon mal einer der Gründe, warum Elon Musk sich eigentlich das nicht leisten kann, was er gerade macht, nämlich versucht, dieses Unternehmen so wendig wie so ein Start-up zu machen. So, und so diese Startup-Atmosphäre aus seiner Jugend wieder zu erlangen. Weil Startups haben keine Berichtspflichten an die FTC in dieser Form, aber riesige Unternehmen eben schon. Also da stimmt schon mal was nicht. Und Dave Cup schreibt, diese Bußgelder werden kommen und sie werden nicht gering sein, wenn man jetzt mal das, was da gerade diskutiert wird. In den USA und in der EU zusammenrechnet, dann sagt er, das könnte in den niedrigen einstelligen Milliardenbereich gehen. Oha. So. Und jetzt kommt ein interessanter Gedanke, warum ich sage, diesen Artikel würde ich auch mal empfehlen, weil Dave Carp macht hier eine Voraussage, die mir sehr bekannt vorkommt. Also er schreibt, Elon Musk wird Konkurs anmelden und er wird die Aufsichtsbehörden dafür verantwortlich machen. Also sein Argumentationsmuster wird sein, ich war so nah dran, dieses wichtige innovative Unternehmen umzukrempeln. Das war eine Bedrohung für die Mainstream-Medien und all die korrupten Politiker. Und dann haben sich diese liberalen Bürokraten aus Washington oder woher auch immer eingemischt. Und ein tödliches Bußgeld verhängt. Und da kann ich jetzt nichts mehr tun. Twitter ist tot. Ciao.
39:11 Dennis Horn
Das ist so eine spannende These.
39:15 Gavin Karlmeier
Also er sagt jetzt noch so in der Konsequenz und dann werden diese ganzen VC Guys und die Maga und Tesla-Fanboys, weißt du, so diese ganze libertäre Bubble und so weiter Die werden sagen, ja, genau so war's. Und das wird für ihn schön gesichtswarend sein. Und er hat natürlich selbst Twitter nicht in den Ruin getrieben, er hätte es ja fast gerettet. Und ehrlich gesagt, diese Argumentation, also Kurz gesagt, seine Argumentation ist, Twitter wird mit einem Knall in den Konkurs gehen. Und ich finde es ganz interessant, weil mir ist diese Argumentation. Zwischenzeitlich auch schon begegnet. Aus dieser libertären Bubble. Also in den Antworten auf unseren Podcast hier ist mir auch schon begegnet, na, er muss ja so handeln, weil Twitter ja diese Probleme hat. Und da wird ignoriert, dass er selbst Twitter diese Probleme ja erst zugefügt hat. Das ist hochgekannt. Und von wem kennen wir das? Das Vorbereiten einer solchen Argumentation?
40:13 Dennis Horn
Ja, das ist 100% die Wahlmanipulation Donald Trump 2022.
40:21 Gavin Karlmeier
Das ist genau das Playbook.
40:22 Dennis Horn
Ja, genauso. Ja, ist super spannend, super krass. Und also wir haben auch hier genau darüber schon gesprochen.
40:30 Gavin Karlmeier
Ja, das ist die digitale Dolchstoßlegende.
40:33 Dennis Horn
Ja, genau. Und ich frage mich aber dann so ein bisschen, wenn das doch absehbar war, was ist das größere Bild? Also warum? Weißt du? Also, was hat Elon Musk davon? Dass er ein Unternehmen kauft und mit Ansage kaputt macht? Auch wohlwissend, dass er vielleicht am Ende, also argumentativ zumindest, nicht verantwortlich dafür ist. Das mag ja alles stimmen, aber trotzdem hat er ja dafür am Ende mit 30 Milliarden eigenen Vermögens irgendwie
41:06 Gavin Karlmeier
hinhalten müssen. Ja, ich würde sagen, es gab den Punkt, ab dem er nicht mehr zurück konnte.
41:12 Dennis Horn
Er hat ja. Stimmt.
41:13 Gavin Karlmeier
Also haben wir richtig interpretiert, als wir gedacht haben, er wollte mit seinem Move hier zu sagen, Da gibt es mir zu viele Bots und Spam-Accounts, ja. Haben wir das richtig interpretiert, dass er damit die Preise drücken wollte? Oder hat er wirklich irgendwann Muffensausen bekommen und hat gedacht, das ist große Scheiße, was ich hier mache? Ich versuche irgendwie aus der Nummer noch rauszukommen. Gesichtswarend. Und als er aus der Nummer aus der Nummer nicht mehr gesichtswarend rausgekommen ist, musste er mit der Nummer das Gesicht wahren. Und das ist das, was wir gerade erleben.
41:49 Dennis Horn
Finde ich total plausibel, finde ich Schlüssel. Ich würde auch erklären, warum er zum Beispiel manche der Schulden auf das Unternehmen umgelegt hat, die er ja für das Unternehmen ausgegeben hat, also irgendwie 11 oder 12 Milliarden US-Dollar. sind ja genau diese diese Schulden, auf die diese 300 Millionen Dollar Zinszahlung monatlich auf Twitter als Unternehmen zukommen. sind ja nur Schulden, die entstanden sind durch diesen Kauf. Exakt. Also das würde in vielerlei Hinsicht wahnsinnig viel Sinn ergeben Die Frage auf der Rückseite ist dann aber also gibt es da nicht Dinge, die man sich vielleicht jetzt dann sparen könnte an seiner Stelle Wenn er eigentlich schon einsieht, dass das Ende kommt.
42:28 Gavin Karlmeier
Ja, und das ist der Punkt. Ich glaube, das kann er nicht, weil es hier um diese Gesichtswahrung geht. Ja. Und das ist auch Der Punkt, den seine Fanboys hier, glaube ich, nicht sehen und nicht sehen wollen. Das ist quite quitting im ganz großen Stil. Machen wir jetzt für heute auch, oder?
42:50 Dennis Horn
Ja, machen wir jetzt auch. Wir hören uns am Montag. Und dann vielleicht mit Invitecodes für P92.
42:55 Gavin Karlmeier
Mal sehen. Bis Montag. Bis Montag.