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Folge 89 · 24. März 2023 · 29 Min.

Hosenträgergurte für eine Handvoll Dollar.

mit Dennis Horn

Twitter, der Opel Manta unter den sozialen Netzwerken, hat Probleme. Das ist nichts Neues, aber wir sprechen trotzdem mal über: Ausbleibende Werbekunden, kaputte System und überteuerte Haken für Unternehmen. Und: Während der Aufnahme kam die Breaking News, dass die „alten“ blauen Haken schon bleibt der Geschichte angehören. Also hop! Schönes Wochenende!

Transkript

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00:01 Intro

Haken dran, das Social Media Update der CT.

00:06 Gavin Karlmeier

Grüß dich, Gavin. Hallo Dennis. Ein Markenname. Wie ich ihn gerade sehr fühle, Twitter Blue. Während wir den Podcast aufzeichnen, oder kurz bevor wir diesen Podcast begonnen haben, aufzuzeichnen. So, nämlich bin ich aus der Pizzeria gestürzt, nach ein paar Gläsern Weißwein, und wir müssen das jetzt hier irgendwie durchbringen. Herzlich willkommen bei Fahne dran. Das Weißwein-Update. So Twitter Blue ist jetzt weltweit verfügbar.

00:39 Dennis Horn

Ja, ist gar nicht im Vatikan, kann man ja Papst kann jetzt endlich haben.

00:45 Gavin Karlmeier

Ja, absolut. Und auf den Färörern. Melde dich noch heute an und erhalte dein blaues Häkchen, priorisiertes Ranking in Konversationen, die halbe Menge an Anzeigen Wo ich so gedacht habe, du, hätte man auch einfach so bei Twitter bleiben können, ist eh nur ein Zehntel gerade, weil keiner mehr wirbt, aber dazu später. Lange Tweets, Bookmark-Ordner, benutzerdefinierte Navigation, Tweets bearbeiten, Tweets rückgängig machen und mehr. Also um ehrlich dann zu sein, nachdem wir gestern und vorgestern schon mal drüber gesprochen haben, gut, es sind ein paar mehr Funktionen als nur die, die wir hier aufgezählt haben. Aber so ist das Angebot jetzt gerade. Also das nur vorab als Werbeanblendung.

01:27 Dennis Horn

Nachdem wir in den letzten 88 Episoden ja immer großmundig dafür geworben haben, endlich Endlich tut der Blue nutzen zu wollen, wenn es soweit ist. Könnt ihr sie jetzt, wenn ihr uns zum Beispiel aus Österreich zuhört? Jetzt auch tun

01:41 Gavin Karlmeier

So nämlich. Und da gibt es das blaue Häkchen und über einen anderen Vertrag, nämlich Verification for Organizations oder so ähnlich, gibt es das goldene Häkchen. Und jetzt bekommen mehr und mehr Unternehmen auch per E-Mail nochmal das Angebot für die Business-Verifizierung für ein Abo. 1000 Dollar pro Monat für ein goldenes Häkchen in den USA, 950 Pfund in Großbritannien.

02:05 Dennis Horn

Ich finde ja die Zahl, die dahinter steht, noch geiler bei Twitter Gold, das er so nicht heißt. Nämlich, es gibt ja eben diese Möglichkeit, dass du an Bestehende Accounts mit goldenem Haken, andere Accounts anknüpst, die bekommen dann das kleine, das Profilbild des angeknüpften Accounts sozusagen klein dahinter angezeigt. Affiliate-Konten heißen die. Exakt diese. Und für ein Affiliate-Konto musst du 50 Dollar im Monat zahlen. Das heißt, mal angenommen, du bist jetzt ein größeres Medienhaus, das 6, 7, 8, 9, 10. Sagen wir 20 Untermarken hat, zum Beispiel der Chefredakteur oder die Morgenausgabe oder die Einmeldungen oder dann Sport wie heißt es Ressort, haben alle einen eigenen Twitter-Account, dann zahlst du am Ende dafür nochmal genauso viel, nämlich nochmal 1000 Dollar, um diese 20 Accounts auch alle mit zu verifizieren.

03:01 Gavin Karlmeier

Also diese 50 Dollar kommt einem erstmal so wenig vor, aber jetzt, wenn du das so ausrechnest Auch interessant.

03:07 Dennis Horn

Das ist schon viel Geld, 50 Dollar im Monat, damit ein Account auch einen Haken kriegt. Das Also ich würde niemandem dazu raten, wenn ihr uns hier zuhört und überlegt, ob euer Unternehmen, eure Medienorganisation das braucht. Nein.

03:24 Gavin Karlmeier

Man kann es besser investieren. Richtig. In irgendwelche guten Zwecke und das Spenden oder so. Jetzt bietet Twitter einigen Berichten zufolge so ausgewählten werbetreibenden kostenlose Affiliate-Konten an. Da sind wir so ein bisschen, jetzt ist wieder Full Circle.

03:41 Dennis Horn

Ja. Weil wir haben darüber schon mal gesprochen, wie Twitter damals mit dem blauen Haken umging. also damals ganz früher so vor zehn Jahren, dass der blaue Haken so ein bisschen als Incentive-Maßnahme auch genutzt wurde. wurde. Für Promis und MultiplikatorInnen, ja. Um denen so ein bisschen die so ein bisschen zu, wie sagt man, pampern und denen ein gutes Gefühl zu geben und zu sagen, hey, hier Werbt doch mal ein bisschen für Twitter, ihr habt sogar, ihr seid ja verifiziert und so. Und offenbar passiert das gleiche jetzt mit Werbetreibenden. Ja, Willkür wieder an Bord. Und während wir das hier aufnehmen, also jetzt gerade, wir haben sehr spät, also nach drei Gläsern Wein ungefähr, wir haben Donnerstag ab 23. 13 Uhr. Währenddessen kommt hier gerade Breaking. Twitter starts notifying legacy verified users that they will lose their check mark if they don't subscribe.

04:35 Gavin Karlmeier

Wann wird es soweit sein?

04:36 Dennis Horn

Also passiert schon. Es gibt schon einen Screenshot, dass jemand so eine Nachricht bekommen hat, don't lose your blue check. Und dann wirst du gefragt, bist du ein Individual oder eine Organisation, um auszuwählen, welchen brauchst du Twitter Blue oder Verified Organisation, um deinen blauen Haken zu machen. Zu behalten. Also, das wird gerade ausgerollt, offenbar.

04:53 Gavin Karlmeier

Okay, also der Tag steht auch bevor.

04:55 Dennis Horn

Ja, so ist es.

04:57 Gavin Karlmeier

Solange spielen wir noch ein bisschen Jenger. Also ziehen einzelne Steine. Mashable hat jetzt eine Liste veröffentlicht von ein paar der aktuellen Twitter-Fehler. Wir sind auf viele davon schon eingegangen. So in den letzten Ausgaben, also wir haben über die Integration gesprochen bei Slack, iMessage WhatsApp, also dass da die Linkvorschau nicht ordentlich angezeigt wurde. Slack hat jetzt nochmal geschrieben, wir haben leider keine Informationen vom Twitter-Team darüber. Ob sie diese Funktion wiederherstellen oder nicht. Das ist ja auch ein Problem in unseren Chats. Übrigens, wenn ihr regelmäßig euch Tweets hin und her schickt und eine Vorschau haben wollt. Man kann, das ist ganz cool, einfach aus der URL, wo twitter. com drinsteht, ein vx-twitter. com machen. Und dann wird in euren Chats auch die Vorschau wieder angezeigt. Toll. Cooler Trick, oder? Ja, wo kommt das her? Darauf hat uns irgendjemand hingewiesen, bei Twitter oder Mastodon, ich weiß nicht mehr genau. Und ich habe das in unserem Chat auch schon mal angewandt. Und du aber nie. Und ehrlich gesagt, das stört mich.

06:07 Dennis Horn

Ja, okay, ich ändere das. Vielen Dank, dass du hier eine kurze Intervention eingeleitet hast.

06:15 Gavin Karlmeier

Ja, und was, also da gab es noch andere Fehler, die wir auch besprochen haben, diese fehlenden Fototext, da haben wir drüber gesprochen. Es gibt nochmal diese Geschichte in dem Artikel über den Hinweis an Menschen, die noch nie bei Twitter geworben haben, dass sie jetzt bei Twitter nicht mehr werben können. Aber eine neue Geschichte war noch drin, die wir noch in unserer Liste noch nicht hatten, nämlich verschwundene Tweets. Ja, das ist geil. Ja, das ist geil. Das ist vielleicht so der Besorgniserregendste dieser ganzen Fehler. Es gibt eine ganze Reihe von Nutzerinnen und Nutzern. Die davon berichten, dass bestimmte Tweets von ihnen als nicht verfügbar angezeigt werden oder sogar mit der Meldung, dieser Tweet wurde gelöscht, obwohl sie sie nie gelöscht haben. Ja, und dieses nicht verfügbar, das ist normalerweise die Meldung, die angezeigt wird, wenn so die Content Moderation Teams von Twitter tätig werden und bei irgendwelchen Regelverstößen was wegnehmen. Und das taucht jetzt zum Teil auf So in kommentierten Retweets, dass so die eigenen Tweets dann nicht mehr angezeigt werden, aber auch in Threads. Und es gibt einen Twitter-Nutzer, der hat ein Video davon gepostet, das zeigt. wie einer dieser Tweets, die dann als gelöscht angezeigt werden, wieder auftauchen, sobald er ein VPN verwendet, um es dann so aussehen zu lassen, als wäre er nicht in den USA, sondern in Südkorea.

07:41 Dennis Horn

Ja, das ist krass, weil das ja offenbar dafür spricht, dass es wahrscheinlich wirklich verschiedene Dependancen von Twitter sind, die mit unterschiedlichen Versionen arbeiten. Also wir haben das ja schon öfter. Auch inzwischen ja schon belegt, diese Aussage, dass diese Rechenzentren, auf denen überall Twitter-Teile liegen, dass die nicht so richtig gut miteinander sprechen, dass der Code so ein bisschen verschraubt ist, so ein bisschen wie so ein wie so ein Auto, an dem die ganze Zeit irgendwelche Teile ab und anmontiert werden und am Ende hast du völlig vergessen, wo welche Schraube reinkommt. Und passt eine Schraube glücklicherweise, aber dann stellst du fest, dass sie ein bisschen zu lang ist. Naja, aber es funktioniert trotzdem, aber die Schraube auf der anderen Seite ist dann zu kurz und So fühlt sich Twitter die ganze Zeit an. Es ist so ein verbastelter alter Opel Opelmanta. Und ähm Alles, was sich ändert, ist, dass die Hersteller sagen, hey, aber dafür haben wir doch jetzt Hosenträgergurte eingebaut. Das ist irgendwie ein seltsamer Zustand gerade. Vor allem, weil eben sowas, dass Tweets einfach verschwinden, das ist ja ein Ab also das ist ja der worst case. Also, weil das ist die Essenz der Plattform. Und wenn das nicht funktioniert, also es ist ja völlig wurscht, ob es funktioniert, dass die Empfehlungsalgorithmen richtig funktionieren. Es ist völlig wurscht, ob die Themen zur Ordnung funktionieren, ob die Listen funktionieren. Solange ich doch einen Tweet schreiben kann und andere den lesen. Und wenn das aber nicht geht, also wenn der Manta zwar jetzt irgendwie eine lustig klingende Hupe hat, aber der Motor nicht mehr anspringt, dann bringt der mir nichts.

09:14 Gavin Karlmeier

Ja, Plattformer von Casey Newton, sorry Schiffer hat jetzt auch nochmal dann einfach genauso wie du es schreibst darüber geschrieben. dass die Latenz und das Synchronisieren zwischen den Rechenzentren da einfach das Ding ist, leidet unter den Sparmaßnahmen von Elon Musk und könnte auch Der Grund dafür sein ist zum Teil so die Zahlen, die unter den Tweets zu sehen sind, die Engagement-Zahlen, Likes, Retweets, Bookmarks und so weiter und so fort. dass sich das ständig ändert und mal so hin und her springt und dass das vielleicht auch jetzt in diesem Fall mit den verschwindenden Tweets mit so dieser Synchronisierung zwischen den Rechenzentren zu tun hat. Da gibt es dann auch Kommentare dazu, wenn jetzt Elon Musk sagt, unser Code ist so schlecht, eigentlich muss das mal komplett neu programmiert werden. Also hochriskante Strategie, weil dann würde das dazu führen, dass dieses eh schon reduzierte Team von Entwicklerinnen und Entwicklern Dass jetzt das hochhalten muss, was wir da gerade an Jengastein nochmal rausgenommen haben, nochmal aufgeteilt wird und die eine Hälfte wartet dann den alten Code, noch schlechter als bisher, und die andere erstellt den neuen Code. Also er hat sich da in eine Sackgasse manövriert. Ja, wir können mal in dem Manta-Bild bleiben. Das ist jetzt so ein bisschen so. Natürlich können wir das. Bei dir können wir immer in dem Bild, das ist großartig. Ja, mach weiter.

10:32 Dennis Horn

Ja, also es gibt ja in ich bin ja ein Kind des Rohgebiets, ne? Da mache ich ja kein immer kein Hehl draus. Und es gibt in Bochum-Wattenscheid auf der A40, da gibt es so einen Tuning-Laden. Kennst du den? Natürlich, ja. Nee. Wirklich nicht? Okay, also den kennt man zum Beispiel aus Manta Manta. Also der ist einfach so eine, der war eine Instanz in den 90ern, weil das halt so ein Tuningladen an einem Rastplatz ist an der A40. Okay. Und freitagsabends ist er auch Tuner-Treffen und so. Und da gehst du halt hin, wenn du dir halt, wie gesagt, Hosenträgergurte holst oder ein neues Lenkrad oder so. Und das ist so ein bisschen so, du gehst da hin und lässt so von denen irgendwie deinen Auspuff verchromen. Und dann schlägst du vor, hey, wollen wir nicht einfach den Motor komplett neu bauen? Und der Typ, der da steht und eigentlich gerade so den Auspuff verchromen kann, sagt Okay. Und dann setzt dich mit dem hin und fängst an, einen Motor komplett neu zu bauen, obwohl der Typ und du beide ihr eigentlich nicht die Richtigen dafür seid, das zu tun und auch andere Sachen zu tun hätten. So ist das.

11:32 Gavin Karlmeier

Okay. Er schließt sich mir. Wir werden sehen, wozu es noch führt. So, und ob der Tuning-Laden irgendwann dicht machen muss. Der gibt's immer noch. Ja, aber nur der in deinem Bild, also nicht der echte.

11:47 Dennis Horn

Ja, das stimmt.

11:50 Gavin Karlmeier

Werbung. Wir müssen über Werbung sprechen.

11:52 Dennis Horn

Also ich dachte, das ist jetzt unsere Werbepause.

11:54 Gavin Karlmeier

Nein, haben wir immer noch nicht. Ich finde nach wie vor sollte Mastodon bei uns werben oder Blue Sky.

12:00 Dennis Horn

Joja. Also wir haben kein Geld dafür bekommen, aber wir haben schon, für Blue Sky haben wir schon mehr getan, als wir das tun müssen.

12:06 Gavin Karlmeier

Das stimmt. So, nein, wir müssen Überwerbung bei Twitter. Sprechen, wie sieht das im Moment aus? Vox hat nochmal so ein bisschen den Stand der Dinge zusammengefasst, also mehr als die Hälfte der tausend größten Werbetreibenden von Twitter. hat seit Februar keine Werbung mehr auf der Plattform geschaltet. Das geht aus Daten von einem Analyseunternehmen für digitales Marketing hervor. Pathematics heißen die Und von den zehn größten Werbekunden, die Twitter vor der Übernahme hatte, werben jetzt nur noch sechs auf der Plattform. Also vier sind abgesprungen und das Ja, wirkt sich natürlich auf das Ergebnis von Twitter aus. Wir haben hier schon drüber gesprochen. Das Wall Street Journal hat geschrieben, dass die Einnahmen um 40 Prozent zurückgegangen sind. Und die Twitter-Website, also die besondere Website von Twitter, auf die Werbetreibende gehen, um ihre Kampagnen zu erstellen. Die scheint auch von weniger Menschen besucht zu werden. Da ist die Zahl der Nutzerinnen und Nutzer im Februar im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent zurückgegangen. Das sind auch Zahlen von einem Digital Intelligence Unternehmen, Simular Web. Immer mit ein bisschen Vorsicht zu betrachten, solche Zahlen, aber wenn die um solche Zahlen eben nach unten gehen oder solche Solche Mengen, dann sagt das natürlich trotzdem oder spricht das natürlich trotzdem eine Sprache. Und dann hat Vox mit Führungskräften gesprochen, so aus der Werbebranche, auch mit ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Twittern, Twitter, anderen Brancheninsidern. Die dann nochmal so ein bisschen erzählt haben, es ist so einer dieser vielen Artikel so aus dem Nähkästchen plaudern Und da gab es dann nochmal so ein bisschen die Gründe. Also einige haben über den Mangel an Vertrauen gesprochen, Elon Musk gegenüber seine Versprechen einzuhalten. Dann wurde nochmal die Sorge artikuliert. Dass er Twitter zu einem Ort gemacht hat, in dem Menschen Rassismus frei rauspusten, Sexismus, andere schädliche Äußerungen, ohne irgendwie große Konsequenzen fürchten zu müssen. Da geht es wieder um Brandsafety. Einige haben auch gesagt, dass Musk diesen laxen Ansatz bei der Moderation verfolgt, auch bei Neonazis, weißen Nationalisten. An anderen kontroversen Persönlichkeiten, auch über die haben wir ja gesprochen. Und die Unternehmen machen sich eben auch Sorgen über eine Zusammenarbeit mit Maske selbst, der ja durchaus auch unternehmen hart angegangen ist, so in der Öffentlichkeit. gesagt hat, gebt Ärger, wenn ihr nicht zurückkommt und werbt. Und Lou Pascalis, eine langjährige Führungskraft in der Werbebranche, wird von Vox zitiert. Elon versteht nicht, wie Werbung funktioniert. Ich glaube, er denkt, dass es zuerst eine Wissenschaft und dann eine Kunst ist, obwohl es in Wirklichkeit zuerst eine Kunst und dann eine Wissenschaft ist. Oh. Ja, da wird sogar philosophisch so. Etwas, ja, tatsächlich.

15:03 Dennis Horn

Das haben wir auch schon mal öfter hier attestiert. Und auch wir sind beide keine Werbetreibenden, das muss man ja auch mal dazu sagen. Aber selbst wir haben das so analysiert und identifiziert, dass Elon Musk nicht so ganz genau versteht, wie das mit der Werbung im Internet funktioniert. Solange das der Fall ist, plus dass es Übergriffe gibt seitens Twitter gegenüber Werbetreibenden oder ehemaligen Werbetreibenden, plus die Plattform instabil ist. Kann ich das sogar zu 100% nachvollziehen? Warum soll ich dort Werbung schalten für eine Community, bei der ich gar nicht so genau weiß, ob sie überhaupt sieht, was ich da mache? Oder ob nicht einfach nur Menschen sehen, die nach ähnlichen Begriffen mal gesucht haben, wie das, was ich zu verwerben habe. Also ich bin da ein bisschen, ich bin da nicht so überrascht, aber ich finde es trotzdem immer wieder erstaunlich, dass es doch jeden Monat oder ja doch eigentlich nahezu mit großer Regelmäßigkeit bei uns lautet, hey's. Geht schon wieder um 40 Prozent nach unten und hey, schon wieder um 40 Prozent nach unten. Spannenderweise ist dann der absolute Anteil der tatsächlichen Einbußen immer kleiner, von denen wir sprechen. Der Kuchen ist immer kleiner.

16:11 Gavin Karlmeier

Was ich ganz interessant fand an den Aussagen in diesem Vox-Artikel, dass einige dieser Werbetreibenden und Brancheninsider da. gesagt haben, wie wichtig die persönlichen Beziehungen sind in diesem Geschäft. Also da hat ein Werbeleiter gesagt, er weiß nicht, ob so die Person, mit der er heute bei Twitter verhandelt, heute Morgen oder am Ende der Woche noch da sein wird. Auch das schmälert das Vertrauen und er vertraute Elon Musk nicht auf sein Wort. Und ganz interessant fand ich, was diese Werbetreibenden jetzt sagen, wie würde es sich lösen. So, und die sagen, Elon Musk bräuchte eigentlich einen zuverlässigen Stellvertreter, mindestens. Aber es gab eben vertrauenswürdige Führungskräfte, die das Unternehmen verlassen haben. Joel Roth, Robin Wheeler, Sarah Persnette, das einige dieser Namen haben wir hier im Podcast auch schon gehört und einige der Quellen, mit denen Vox gesprochen hat, sagen Es wurde vor kurzem ein neuer Vertriebschef ernannt, Chris Reedy, und die wissen gar nicht, ob er überhaupt noch im Unternehmen ist. Also Platformer hat im Februar berichtet, dass Reedy in einer weiteren Entlassungsrunde dann auch rausgeflogen ist, und es gibt andere Quellen, die dem Unternehmen nahestehen, die sagen: Nee, nee, der ist noch da, also Die wissen es auch einfach nicht. Und es gab, um solche großen Fragen auch zu klären, gab es mal ein Advertising Influence Council. Das war so eine Gruppe, die ist so alle drei Monate zusammengetreten. drei Dutzend so Top-Werbekunden und ähm Führungskräfte von Twitter, um dann so größere Geschäftsprobleme zu besprechen. Das hat einmal stattgefunden, seitdem dann eben nicht mehr Ja. Und da hätte man weißes Gut, aber also die Werbetreibenden zumindest sagen wir, wir waren nicht da. Und das würde, glaube ich, zu so einem Advertising Influence Council gehören. Das ist dann so ein

18:21 Dennis Horn

Nee, sag mal, sorry.

18:22 Gavin Karlmeier

Ja, es ist ganz interessant, die sagen halt ziemlich klar, Elon Musk sollte, das hat dann einer mal so sehr deutlich gesagt, sollte als CEO zurücktreten, aufhören zu twittern, Vorsitzender werden, Vorstand ernennen. eine Governance-Struktur einrichten und dann einfach so interpretiere ich das die Klappe halten und dann könnte er aus seiner Sicht die Lage so ein bisschen sich retten.

18:44 Dennis Horn

Okay, ich bin gespannt. Aber ich finde das so kurios, dass halt tatsächlich einfach dann niemand mehr weiß, ob der Ansprechpartner noch im Haus ist oder nicht. Das ist so ein bisschen. Erinnert einen eher an so, ich sag mal, so Schurkenstaaten, ist glaube ich der richtige Begriff, wo es immer so Namen gibt, die immer so überliefert werden. Und ja, der wurde dann bei irgendeinem Angriff. Und jetzt ist er dann doch wieder da. Das ist irgendwie, so führt man kein Unternehmen, also unabhängig davon dass ganz viel in diesem Unternehmen passiert, wie man was als Beispiel halten muss, wie man ein Unternehmen nicht führt. Also gerade mit den Geldgebern und Geldgeberinnen verschärzt man es sich ja nicht und dann vor allem nicht auf so einem Du hoven, ich wir reden einfach nicht drüber, Level, das funktioniert nicht

19:36 Gavin Karlmeier

Dann haben wir uns schon mal darüber unterhalten, wer könnte Twitter jetzt eigentlich gefährlich werden. Die Antwort die Landesmedienanstalten der Bundesrepublik Deutschland. Und jetzt ist im Gespräch bei denen, ob Twitter das Gebot der Diskriminierungsfreiheit verletzt hat. Wir erinnern uns an Mitte Februar, Mitte vergangenen Monats, als wir reihenweise Tweets angezeigt bekommen haben von Elon Musk. Und seitdem spekuliert die bayerische Landesmedienanstalt, die BLM, über eine Manipulation des Algorithmus durch einen Reichweitenbooster für Elon Musk. Da wurde ja der Faktor 1000 kolportiert, über den wir hier auch gesprochen haben. Und das könnte ein Verstoß sein gegen den deutschen Medienstaatsvertrag. Und die BLM hat angekündigt, das gegebenenfalls in einem Aufsichtsverfahren klären zu wollen. Weil der Medienstaatsvertrag greift bei einer möglichen Manipulation des Algorithmus mit diesem Diskriminierungsverbot, das die bewusste Priorisierung bestimmter journalistisch-redaktioneller Inhalte verhindern soll.

20:45 Dennis Horn

Ist krass, ne? Also ist total spannend, dass das überprüft wird und auch in gewisser Weise nachvollziehbar. Aber wir haben ja schon mal gesagt, dass Elon Musk ausgerechnet über die bayerische Landesmedienanstalt stolpern könnte. Das ist eigentlich die schönste, das schönste, wie sagt man, die schönste Pointe der Geschichte

21:06 Gavin Karlmeier

Die Frage ist natürlich am Ende, wie zahnlos dieser Tiger sein wird.

21:10 Dennis Horn

Mhm, genau.

21:12 Gavin Karlmeier

Aber ich fand ganz interessant, was die BLM dann nochmal gesagt hat. Da gibt es eine Studie der Gesellschaft für innovative Marktforschung im Auftrag der Landesmedienanstalten aus dem Jahr 2021. Die hat ergeben. Dass soziale Medien wie Twitter für 43 Prozent der Befragten die wichtigste Informationsquelle für politische Botschaften sind. Und insofern ist das ein Vorgehen, das durchaus einen Grund hat.

21:39 Dennis Horn

Finde ich auch gut, dass das nochmal klargemacht wird, dass es einfach eine wichtige Informationsquelle ist, aber am Ende auch ein Kommunikationskanal und ein, naja, wir haben es kritische Infrastruktur, glaube ich, schon mal genannt hier.

21:53 Gavin Karlmeier

Wir möchten nicht die ganze Zeit auf diesem Emoji rumreiten, insbesondere nicht, weil es stinkt, aber der Guardian hat noch einmal einen Guardian hat noch einmal einen interessanten Bericht über das Scheiße-Emoji veröffentlicht. warum Elon Musk es eigentlich so sehr mag. Und das ist super interessant, der hat das schon mal benutzt, öffentlichkeitswirksam, und zwar als der frühere Chef von Twitter, Parak Agraval. der an Bord war, bis Jack Dorsey dann ausgestiegen ist und Elon Musk eingestiegen ist. Der hat Elon Musk mal eine ausführliche Erklärung gegeben, warum es so schwierig ist, die Verbreitung von Bots auf Twitter einzuschätzen. Und da hat Elon Musk, das war letztes Jahr im Mai, mit dem Scheiß-Emoji geantwortet. Ja, ich erinnere mich. Das hat Twitter dann auch in seiner Klage zitiert, mit der Musk dann gezwungen werden sollte, auch diesen Kauf von Twitter abzuschließen. So, und warum ist das so? Also der Guardian stellt die schöne Frage, warum genau scheint ein 51-jähriger Mann. In Freud's analer Phase festzustecken. Der Guardian hat dann ein paar PsychoanalytikerInnen kontaktiert, die sich nicht dazu äußern wollten, aber eine Professorin für Kommunikation. An der Universität von Kalifornien. Magdalena Wojcichak hat sich geäußert, ist wenig überrascht, sagt sie. Weil Musk mit diesem Emoji in der Sprache des Populismus um seine Anhänger wirbt. Das ist ein Indikator für die Trivialisierung Des öffentlichen und politischen Diskurses in den Vereinigten Staaten. Einige Aspekte dieses Diskurses und populistischer Politiker oder Rhetorik Oder einer dieser Aspekte ist die Einfachheit. Das ist der Appell an das einfache Volk, sagt sie, der Anti-Intellektualismus, der Antielitismus. Und das passt zu diesem langen Image, das Elon Musk gepflegt hat als unkonventioneller Geschäftsmann mit einer Vorliebe für Unverblümtheit. Und dieses scheiße Emoji, das nähert so ein bisschen so eine Wir-Gegen Sie-Mentalität. Das gute Wir gegen die, ähm, also in den Augen von denen die Fanboys sind von Elon Musk, verspottet er die vermeintlichen Linken. Auch in den Medien. Und das ist so ein bisschen der Hintergrund.

24:19 Dennis Horn

Ich lehne mich mal ein bisschen aus dem Fenster, aber es gibt durchaus viele Leute im deutschsprachigen Raum, die stattdessen das Clown-Emoji verwenden. Und ich glaube aus gleichem Grund. um eine Vereinfachung eines eigentlich hochkomplexen Vorwurfes herzustellen, um eine Verkürzung herzustellen von vielen Gedanken, die am Ende eigentlich nie nicht einmal selbst gedacht werden müssen, sondern die nur im Kopf des Empfängers oder der Empfängerin entstehen. Und denen deswegen auch ein unglaublich großer Interpretationsraum gelassen wird. Also es klang jetzt wahnsinnig kryptisch, was ich da erzählt habe, aber. . Wenn ein Ulf Poschert beispielsweise irgendwelche Artikel veröffentlicht, die zum Beispiel mit grüner Politik zu tun haben und die einfach nur mit einem Clown-Emoji einordnet. Dann löst die Assoziation nicht er selber aus, sondern die löst erst in den Köpfen der Leute aus, die diesen Tweet sehen. Und das ist so ein bisschen das Gleiche wie das, was die Frau da erklärt, möchte ich unterstellen.

25:22 Gavin Karlmeier

Ja.

25:23 Dennis Horn

Möchte ich unterstellen. Also hochspannend. Vor allem, weil ich am Anfang, als du von den Psychoanalytiker angefangen hast, war ich kurz skeptisch, weil ich dachte, es ist halt immer so schwierig, es so so. Fern zu pathologisieren, aber so eine tatsächliche, unter kommunikationswissenschaftlichen Aspekten angefertigte Analyse finde ich da doch sehr klug und sehr zutreffend. Und es ich glaube, da steckt ganz viel Wahrheit drin.

25:50 Gavin Karlmeier

Wo nicht ganz so viel drin steckt, ist in den Büroräumen von Twitter. Vielleicht abschließend, Elon Musk hat den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern um 2. 30 Uhr morgens eine E-Mail geschickt. Und da reingeschrieben, das Büro ist nicht optional. Und hat angemerkt, dass es in San Francisco gestern halb leer war. Ich finde das aber geil, weil weißt du, was ja eigentlich die Aussage davon ist?

26:16 Dennis Horn

Weil die Ansage, die Homeoffice-Zeit ist vorbei, die gibt es schon länger. Aber die Leute kommen nicht. Das bedeutet, diese eigentlich sehr autoritäre Führungsstil im Unternehmen der scheint offenbar nicht bei allen zu funktionieren. Also das Prinzip Angst ist offenbar nicht bei allen Leuten angekommen, wenn das Büro halb leer ist. Wobei man jetzt dazu sagen muss, eventuell gibt es einfach nicht genug Leute, die das Büro auffüllen konnten. Vielleicht auch so. Wir haben noch zwar ich hab noch zwei Sachen. Zum einen dieses WebPildformat Ähm, das ist eigentlich eine Kleinigkeit. Twitter unterstützt jetzt das WebP-Bildformat. Das ist eine Komprimierung, genauso wie ihr von JPEG kennt oder von PNG. Und ich finde das aber spannend, dass ausgerechnet jetzt Twitter anfängt, das WebP-Format für Bilder zu nutzen, weil das Hauptziel eigentlich die Reduzierung von Bandbreite ist. Das heißt. . Es wurde offenbar die Entscheidung getroffen, wir installieren jetzt bei uns die Möglichkeit, mit dem Web-P-Format zu arbeiten und speichern auch die Bilder bei uns im WebP-Format, um Daten zu speichern, um Kosten zu sparen. Also es wurden Leute beauftragt, um das auszurichten, um vermutlich Kosten zu sparen. Ich finde, das muss man fast gar nicht mehr erklären. Das kann man so stehen lassen. Und das andere ist, während wir hier sprechen, es gibt noch eine kleine Neuigkeit zum Thema Ende des Legacy Verified Programs, also das Ende des blauen Hakens, all derer, die dafür nicht zahlen, kommt am 1. April. Ein Tag, nachdem der Algorithmus open gesourced wird. Ich bin gespannt, ob beides wirklich eintritt, ehrlicherweise Wir werden es uns am 1. April angucken. Ja, muss ich mich wieder von Siri erinnern lassen oder werden wir das schon alleine rausfinden?

28:10 Gavin Karlmeier

Vielleicht erinnern wir uns selbst dran.

28:12 Dennis Horn

Wir geben uns Mühe. Ich wünsche ein schönes Wochenende.

28:14 Gavin Karlmeier

Ja, ich bin an der Nordsee. Wirklich. Ja, und ich hoffe sehr darauf, dass hier nichts passiert in diesem Bums. Warum sollte es auch? Das ist noch nie vorgekommen, Dennis.

28:26 Speaker 4

Wir hören uns Sonntag, also für euch am Montag wieder. With small tag and tschüss.